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Flehentlich kann man wohl diese ungewöhnliche Rede von Angela Merkel nennen / dpa

Rede von Kanzlerin Merkel im Bundestag - Angela Galilei

Eine erstaunlich emotionale Rede hat die sonst so nüchterne Bundeskanzlerin heute im Bundestag gehalten. Eigentlich sollte es um ihren Etat gehen. Doch spätestens mit einem Zwischenruf aus der AfD-Fraktion wurde es sehr grundsätzlich.

Autoreninfo

Marko Northe hat die Onlineredaktion von cicero.de geleitet. Zuvor war er Teamleiter Online im ARD-Hauptstadtstudio und Redakteur bei der "Welt". Studium in Bonn, Genf und Berlin sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 

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Marko Northe

Ob die Kanzlerin sich bei ihrer heutigen Rede fühlte wie Brechts Galilei im Palast des Florentinischen Gesandten in Rom? „Nein, nein, nein“, widerspricht der Astronom da dem kleinen Mönch: „Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein.“ 

Die Wahrheit, ein großes Wort und in der Politik meist etwas Subjektives, lässt sich in der Wissenschaft besser definieren und schwerer zurechtbiegen. Oder um noch einmal mit Brechts Galilei zu sprechen: „Die Winkelsumme im Dreieck kann nicht nach den Bedürfnissen der Kurie abgeändert werden.“ Doch die Wahrheit an sich ist wertlos, sie braucht immer jemanden, der sie ausspricht und der sie verteidigt.

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Urban Will | Mi, 9. Dezember 2020 - 16:43

wenn Dinge falsch oder unvollständig wiedergegeben werden.
Der Schwerpunkt von Weidels Rede war nicht 2015.
Was sie Merkel vorwarf, stimmte in allen Punkten und war eben gerade nicht ein Abstreiten einer Winkelsumme.
Auch der Zwischenruf nicht, denn in der Tat bilden die Tests keine Grundlage f.d. wirklichen Zahl der Infizierten und „an“ und „mit“ Corona zu sterben, sind zwei paar Schuhe.
Es ist jedoch mühselig, hier weiter zu streiten.
Aber Merkel als Bollwerk der Aufklärung zu sehen ist fast schon zynisch. Ja, Fakten lassen sich nicht wegreden, das haben sie mit Winkelsummen gemeinsam.
Es gab Fakten 2015, es gab sie beim übereilten Atomausstieg, es gibt sie in Sachen Klimawandel und D's Beitrag, es gibt sie bei der Verallgemeinerung der Schulden in der EU und bei Corona.
Die "aufgeklärte" Kanzlerin?

Alternativlos. Ihr "Motto".
Im Zshang mit politischen Lösungen klingt das alles andere als „aufgeklärt“.
Merkels Emotionen sind ein Zeichen von Hilflosigkeit. Sie hat keine Lösungen.

In Zusammenhang mit Merkel zu nennen ist mehr als gewagt, schon fast dreist.
Glaubte mich schon bei der SZ.
Dann doch wohl eher ein Vergleich mit Gargamel. Dem gelingt im Schlumpfland auch nix richtig.
Aber was die Winkelsumme eines Dreieckes angeht, so ist diese natürlich in Bezug auf Migration, Klima, Atomausstieg, Coronamassnahmen immer 180. Aber da wird schon gerne mal mit Hilfe des ÖRR! und MSM gedrückt und gebogen, das es passt. Denn wie kann es sein, das Merkel 2005 Multikulti für gescheitert erklärt hat und seit 2015 eine Wende hinlegt.
Weitere Beispiele gibt es genug. Hier liegt also reine Ideologie vor, die man zur Ablenkung gerne anderen in die Schuhe schieben möchte.

Ja, Herr Will es ist mühselig, weil Sie es einfach nicht wahrhaben wollen. Es gibt mittlerweile mehrere sehr repräsentative Studien, dass die Anzahl derer, die auch ohne Corona gestorben wären, ein kleinerer, einstelliger Prozentsatz darstellen. Und ja, es gibt ziemlich klare Fakten in Sachen Klimawandel, die die AfD harmonisch ignoriert, genauso wie bei Covid19. Merkel hat schlicht und ergreifend Recht. Das kann man aber Verweigerer wie Ihnen nicht mehr erklären. Auch da haben Sie Recht.
Und die Bilder aus Bergamo, New York, Madrid kann man natürlich genauso ignorieren, wie die Covid19 Maßnahmen und Ergebnisse in der restlichen Welt.
Irgendwo findet man sicher noch einen Heilpraktier oder Augenarzt, der sagt, dass es alles nur so schlimm ist wie eine Grippe. Selbst wenn die Todesopfer in Deutschland die der heftigsten Grippewelle in Kürze in den Schatten stellen werden.
Alles Fake und wir leben in einer Art Diktatur.... alles klar Herr Will....

Von der Obermeisterin kommt jetzt allmählich die Schuldzuweisung gegen die folgsame Mehrheitsbevölkerung.Wer allerdings das Gesetz nachdem er angetreten vertritt,gegen diese Gruppen weicht der Staat.Diese Person ist eine Schande für jedwede politische Kultur.Sie wird ihre Tiraden noch steigern,die Ochlokratin.Warten sie es ab.Unverschämte Person.

Tomas Poth | Mi, 9. Dezember 2020 - 16:58

Die Coronadaten zu interpretieren, bei allem Respekt vor den Wissenschaftlern, draus stichfeste Rückschlüsse zu ziehen, befindet sich derzeit wohl immer noch auf dem Niveau einer Nebelleuchte oder Kaffeesatzlesen.

Man konnte in den letzten Tagen vom Tübinger Vorbild lesen, wo man offenbar seine Alten- und Pflegeheime schützen kann. Ich erinnere auch daran, dass es der Bürgermeister von Jena war, der bei sich das Maskentragen durchsetzte und dessen überzeugende Erfolge dazu führten, dass die Berliner Regierung davon abrückte weiter vor der Maske zu warnen. Auch die Corona-App hat Spahn in den Sand gesetzt. Es ist mir unbegreiflich weshalb Spahn und seine Kollegen bis heute vertrauen in der Politik genießen. Übrigena, der EU-Aufbaufonds ist auch so ein Murks, 750 Milliarden Euro schwer. Vielleicht haben die Leute zu viel Fernsehen gesehen? Da ich das nicht tue, fehlt mir die Gehirnwäsche und so sehe ich die Dinge anders als der ÖR.

Peter Schulmeister | Mi, 9. Dezember 2020 - 17:43

In reply to by Tomas Poth

Die Person verliert die Geduld mit ihrem Volk.Dies ist nicht ihr Land.Was haben wir uns danur eingebrockt?

Herr Schulmeister, wie sagte es doch Bertold Brecht, nach dem Aufstand des 17. Juni 1953: „Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“.
Aber auch Philippe Murays fulminante Streitschrift »Das Reich des Guten«,
eine Provokation für die intellektuellen Blockwarte dieser Tage, passt zu diesem Thema. Er spricht darin von der „obszönen Dressur der Massen“.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Sonntag

Hans Jürgen Wienroth | Mi, 9. Dezember 2020 - 17:15

Es ist gut, dass Sie am Ende noch darauf hingewiesen haben, dass Wissenschaft nicht absolut ist und sich korrigieren kann. Hier wird von Merkel die Wissenschaft der Epidemiologie und der Virologie als Alleinstellungsmerkmal politischen Handelns angeführt. Rettet jedes Leben, das durch Corona gefährdet sein könnte. Aber warum ist die Sterblichkeit heute trotz medizinischem Wissenszuwachs so hoch?
Was ist mit den Leben, die durch verschobene (Krebs-)Operationen, durch aufgeschobene Arztbesuche, durch Depression infolge Einsamkeit, wirtschaftlichem Ruin oder aus sonstigem Grund zerstört werden? Was ist mit den Menschen in diesem Lande, wenn das Geld zu Ende geht, die Wirtschaft nachhaltig am Boden liegt, Hunger, Wohnungslosigkeit und Armut das Leben beherrschen?
Dann kommt die Frage, was man hätte anders machen können. Die Diskussion ist heute allerdings in unserer Demokratie obsolet, haben die Kanzlerin und ihre Wissenschaftler in „ihrer Weisheit“ entschieden.

Hartmut Damerow | Mi, 9. Dezember 2020 - 17:19

Man würde Frau Merkel ja den Bezug zur Aufklärung abnehmen, doch warum dann der Schwur? Der Allmächtige half bekanntlich noch nie.

Bernd Muhlack | Mi, 9. Dezember 2020 - 17:26

Das war während 13 Jahren Schulmathematik mein absolutes Lieblingsthema: immer Sehr Gut!
In dieser Zeit war mein Mathelehrer der beste Lehrer den ich jemals hatte.

Galilei? Pythagoras?

Werter Herr Grothe, diese Hommage an Kanzlerin Dr. Merkel hätte Regierungssprecher Seibert nicht besser schreiben können!
Ja, ich schaffte es, mir diese Rede anzuhören.
Ich hörte mir auch Frau Dr. Weidel und Christian Lindner an.
Die Kanzlerin habe Fehler eingestanden?
Oha, Herr Grothe, das ist ...
Und was haben Corona-Maßnahmen bitte mit der Aufklärung und einem Physik-Studium in der DDR zu tun?
Und wer bitte will die Winkelsumme eines Dreiecks nach seinen Bedürfnissen abändern?
Sind dass alle Mitbürger, die Kritik an der Regierung/Corona-Maßnahmen üben?
Soll jeder ein "Lauterbach-Clo(w)n" sein?

„Es ist schade, aber es ist nicht schlimm“, dass sie sich nicht ihres eigenen Verstandes bedienen wollen.
Sapere aude bedeutet nicht, dass jeweils das Ergebnis des Denkens übereinstimmt, man nennt das Diskurs

"Und wer bitte will die Winkelsumme eines Dreiecks nach seinen Bedürfnissen abändern?" Die Herren Janos Bolyai und Nikolai Lobatschewski haben es geschafft.

Bernd Muhlack | Do, 10. Dezember 2020 - 15:58

In reply to by Konrad Schiemert

Hallo Herr Schiemert,

ich habe die beiden von Ihnen zitierten Herren gegugelt, sehr interessant.
In solche mathematischen Tiefen sind wir damals natürlich nicht vorgestoßen.

Meine Formulierung bezog sich ja auf den Artikel des Herrn Grothe und den Satz, dass man die Winkelsumme nicht im Sinne der Kurie ändern können.
Womit sinngemäß wohl gemeint sein soll, dass sich Kanzlerin Dr. Merkel nach Meinung, Vermutung des Autors als Verteidigerin der "Wahrheit" im Sinne Galileis gefühlt, als solche gesprochen haben könnte.

Nun ja, bzgl. Corona und sinnvollen Maßnahmen gibt es keine absolute, finale, zielführende Wahrheit, Erkenntnis - man arbeitet daran.

Vielleicht könnten ja Herren Janos Bolyai und Nikolai Lobatschewski helfen?
Geniale Zeitgenossen welcher Fakultät auch immer, sind jederzeit willkommen; hoffentlich!?

Wieso sind eigentlich die Alten-/Pflegeheim so stark betroffen?
Ist dort nicht mehr oder weniger totale Kontaktsperre?
Das ist schon seltsam, oder?

Glückauf Ciceronen!

Das grossartige Volk wird auf das Flehen seiner Kanzlerin sicher wie gewünscht reagieren und das Flehen erhören.
Aber auf das was danach kommt ( nach dem " End-Lockdown" wie von Herrn Laschet vorgeschlagen ) darauf kann man dann doch sehr gespannt sein!

Ja, erstaunlich, dass wir es mit Selbstdisziplin nicht hinbekommen, Abstand zu halten, eine Maske zu tragen und einfach einige Wochen kürzer zu treten. Da sind wir ggf. einfach eine Runde doofer als die Asiaten, New Zealander, Iren.
Und dass Sachsen mit seiner hohen AfD Wählerschaft nun der neue traurige Spitzenreiter ist, verwundert auch nicht wirklich.

Helmut Bachmann | Mi, 9. Dezember 2020 - 18:15

Wenn sie an „die Wissenschaft“ glaubt, was für Konsequenzen hat den das? Hält sie ab und zu andere Meinungen aus, oder lässt sie verschiedene wissenschaftliche Interpretationen zu? Wohl kaum, sie benutzt die Wissenschaft als „ideologiefreie“ Ideologie. Alte sozialistische Taktik.

Heinz Maier | Do, 10. Dezember 2020 - 16:08

In reply to by Helmut Bachmann

zeigt uns, wie wir am Ende eine klassenlose Gesellschaft bekommen. Weder Ochs noch Esel halten das auf und ein freudscher Versprecher weist auf den heimliche Wunsch hin.

Markus Michaelis | Mi, 9. Dezember 2020 - 18:20

Der Artikel sagt schon, dass es DIE Wissenschaft nicht gibt, aber das ist eigentlich auch nicht der Hauptpunkt. Der Punkt scheint mir, dass der Mensch von Vorlieben, Entscheidungen, Traditionen getrieben ist. Wir sind etwa in der Tradition der Aufklärung und Gleichberechtigung aufgewachsen, davon können wir schwer lassen. Wir hätten es zwar gerne, dass dahinter eine universelle Wahrheit steht, von alle Menschen geteilt, aber so ist es eben nicht - es ist unsere Tradition. Menschen fiebern gegen Rassismus und Diskriminierung, Religion oder für die Natur, für ihre Gruppe, für Familie oder andere Dinge. All das hat wenig mit Wissenschaft zu tun, sondern mit menschlichen Gefühlen.

So hätten wir es auch gerne, dass es richtige und falsche Sichtweisen zu 2015 gäbe und dass die falschen Sichtweisen alle die Winkelsumme nicht akzeptieren. Dann wäre alles klar.

Liegen Werte fest, hilft Wissenschaft bei der Umsetzung. Das ist Merkels Terrain. Zur Vielfalt der Werte sehe ich ein großes Void.

Armin Latell | Mi, 9. Dezember 2020 - 19:20

wie Recht Sie haben: es gibt in der Tat wieder Parteien, die die Winkelsumme eines Dreiecks nach ihren Bedürfnissen abändern wollen, die glauben, dass, wenn man alle Kraftwerke abschaltet, man trotzdem mehr Strom verbrauchen kann. Oder dass eine deutsche Regierung das Weltklima retten kann, oder dass man Ländergrenzen nicht schützen kann und vieles mehr. Aber es gibt eine Partei, die trotzdem sagt: und sie bewegt sich doch. Auch wenn Ihnen, Herr Northe, das nicht gefällt.

Wolfgang Jäger | Mi, 9. Dezember 2020 - 21:01

Dass Frau Merkel an die Kraft der Aufklärung glaubt, ist ja ganz neu. Seit 2015 ist sie dafür verantwortlich, dass Menschen massenweise in unser Land kommen, die geistig-religiös im Mittelalter verortet sind. Aufklärung? Wenn sie jemals unserer Kanzlerin so viel bedeutet hätte, hätte sie Deutschland bzw. Europa diesen indirekten Angriff auf die Aufklärung nicht zugemutet. Orban aus Ungarn spricht da wesentlich glaubwürdiger! Merkel will immer noch nicht verstehen, was eigentlich auf dem Spiel steht.

Hans-Jürgen Stellbrink | Mi, 9. Dezember 2020 - 23:13

Die vorgebliche Orientierung ihres Handelns an "der Wissenschaft", die Darstellung politischer Entscheidungen als so unverrückbar wie die Lichtgeschwindigkeit, zeigen wieder einmal die Hybris der Kanzlerin, die ihre Entscheidungen wohl tatsächlich für alternativlos hält, weil sie Alternativen nicht berücksichtigen will. Die Alternativlosigkeit ist das Mantra der Kanzlerin, das Unfehlbarkeitsdogma ihrer Kanzlerinnenschaft.

Stefan Wenzel | Do, 10. Dezember 2020 - 00:05

"Merkel warnt vor letztem Weihnachten mit Oma und Opa!", so titelt die BILD.

Ist das wirklich die Weihnachtsbotschaft dieser Regierung: Wer Oma und Opa zur Weihnacht besucht, ist schuldig an ihrem Tod, falls sie erkranken?

Welch perfide "Moral"! Es ist an der Zeit, Merkels Worte seinen Kindern vorzuenthalten, um sie nicht mit anhaltenden Ängsten und Schuldkomplexen krank zu machen.

Und vielleicht sind es ja wirklich die letzten Weihnachten von Oma und Opa, unabhängig von Corona. Großeltern werden schon mal alt und versterben. Das kommt vor und gehört zum Leben. Und da sollen wir sie nach Merkels Willen mutterseelenallein lassen?

Diese Regierung wird immer eiseskälter. Luther und Merkels "Pastorenhaushalt" würden sich im Grabe umdrehen.

Devin Crawford | Do, 10. Dezember 2020 - 07:41

Eine sachliche Auseinandersetzung in dieser Debatte erfordert unweigerlich Bezug auf Statistik und Wahrscheinlichkeit. Die wenigsten Politiker und kaum jemand in der Bevölkerung können mit der Unschärfe der Wahrscheinlichkeitstheorie etwas anfangen. Statt dessen wird der Dialog verdreht damit es nur „Gut,“ „Böse,“ „Richtig“ und „Falsch“ gibt. In diesem Artikel wird Merkel’s Sicht von “Gut” und “Böse“ ohne jegliche Fakten oder Grundlagen wiedergegeben. Einen kurzen Blick bei de WHO zeigt jedoch, dass die Sterblichkeitsrate im Durchschnitt (hier geht’s um Statistik) mit einer mittelschweren Grippe vergleichbar ist.
https://www.who.int/bulletin/online_first/BLT.20.265892.pdf

Des Weiteren sollte man sich mit dem Begriff „Übersterblichkeit“ (wieder Statistik) befassen die es in DE dieses Jahr kaum gab: leichter Anstieg bei der ersten „Welle“ sowie Hitzewelle im Sommer. Es wäre wünschenswert gewesen in diesen Artikel ein Häppchen Wissenschaft einzubringen.

Diese entstehen doch, im wesentlichen, aus den Zahlen der Länder, die Zahlen melden. In all diesen Ländern hat es seit dem ersten Quartal 2020 mehr oder weniger wirksame Anstrengungen gegeben um die Infektionsverbreitung, die Zahl der Erkrankungen, die Zahl der Hospitalisierungen und damit auch die Zahl der Sterbefälle unter Kontrolle zu halten. Der Vergleich mit Grippe erscheint mir nicht sinnvoll, weil dagegen, außer den freiwilligen Impfungen, keine besonderen Eindämmungsmaßnahmen unternommen werden. Die Corona-Infektionen einfach laufen zu lassen wäre " Massenmord durch Nichtstun " gewesen, mit Millionen Toten in Europa und auch in den USA.

Walter Bühler | Do, 10. Dezember 2020 - 10:23

Der große Dichter B. Brecht hat als überzeugter Kommunist eine Sicht auf G. Galilei, die nicht mit der historischen übereinstimmt.

G. Galilei hat sich in der Physik (wie sein Vater V. Galilei in der Musiktheorie) gegen den damaligen Mainstream in der Wissenschaft an den Universitäten gestellt, der sich des Schutzes der Mächtigen erfreute. Beide publizierten in der Sprache des Volkes und forderten die Einbeziehung der Erfahrung der Handwerker in die Wissenschaft. Galileo glaubte zusätzlich, dass man Physik am besten in der Sprache der Mathematik erfassen kann.

Aufklärung besteht also nicht darin, dem wissenschaftlichen Mainstream zu vertrauen. Kant hat schon Recht: "Sapere Aude" -"Wage es, selbst zu denken!" Nur so kann sich jeder persönlich die Aufklärung aneignen.

Wissenschaft verdient nur Vertrauen, wenn sie sich ihrer Fallibilität bewusst ist und nach der Wahrheit trachtet. Wissenschaft, die sich externen (ideologischen) Zielen unterordnet, muss mit Vorsicht betrachtet werden.

Ernst-Günther Konrad | Do, 10. Dezember 2020 - 11:38

Habe mir mit Widerwillen auch Merkels Rede angehört, neben allen anderen zu dem Thema. Ich weis nicht, ob Sie eine andere Rede gehört haben, wie die im Netz eingestellte Herr Northe.
Das Eingestehen von Fehlern hört sich für mich aber ganz anders an. Offenbar reicht Ihnen Herr Northe schon aus, wenn sie ein Thema nennt, ohne detailliert inhaltlich zu argumentieren, sondern "selbstkritisch" bemerkt, da sei einiges nicht so gelaufen, wie sie (Merkel) es wollte. Das ist tatsächlich eingestehen von Fehlern?
Sorry, Merkel mit den Aufklärern der Geschichte gleichzusetzen ist schon sehr sportlich. Die Aufklärer der Vergangenheit würden aus ihren Gräbern springen, hätten sie das gehört. Zur Aufklärung gehört zuhören, analysieren, erkennen eigener Fehler und von Systemfehlern, das miteinadner diskutieren, der Respekt vor der Sichtweise anderer, das Kompromisse schließen. Ich habe auch Alice Weidel gehört. Da wurde inhaltlich kritisiert, Ross und Reiter benannt und die Fehler klar beschrieben.

Louis Michel | Do, 10. Dezember 2020 - 11:38

Ich bin es leid, seit Jahren mit ansehen und hören zu müssen, wie eine Bundeskanzlerin, umringt von dankbaren Krumensammlern, die sich in den Macht-Halo der Einen drängen, eine Fehlentscheidung nach der anderen produziert, nur um dann den, doch stets misslingenden, Versuch ihrer Behebung als unanfechtbare Meisterleistung zu verkaufen. Ich durfte zudem lernen, dass Nickdackel auch klatschen können.
Und wenn jetzt die wohl nicht mehr zu überbietende Steigerung, ihre Entscheidungen und Taten mit Naturgesetzen und Genies der Weltgeschichte gleich zu setzen, habe ich große Sorge darum, was als nächstes kommt. Die alternativlose Seligsprechung?

Klaus Funke | Do, 10. Dezember 2020 - 12:00

Ja, ich habe mir die Reden von Merkel und Weidel angehört. Die eine war hart aber hieb- und stichfest, die andere theatralisch, emotional vorgespielt. Auf weinerliche Gardinenpredigten a la Merkel fällt ein Ex-DDR-Bürger nicht mehr herein. Sie hat den Vertrauensbonus verspielt. Ich glaube ihr kein Wort mehr. Und, es ist ja auch nicht mehr ihr Land. Was hat sie übrig für die, welche hier schon länger leben? Stubenarrest! Und wie immer keinen Plan. Sie hatte noch nie ein Konzept, fuhr immer nach dem Wind der Stimmungen auf Sicht. Das Schlimme, sie kauft sich die Stimmungen ein bei ihren Schmeichelmedien. Frau Weidel hat Recht: Wie lange ist Frau Merkel den Deutschen noch zuzumuten? Wann kommt ein Regierungskonzept, dass der Lage entspricht und Besserung erreicht? Merkel fabuliert nach dem Motto: "Alles wird besser, nichts wird gut!" Es tue ihr im Herzen leid... wie der Henker, der sagt: Ich mach es kurz und schmerzlos! So schuldig wie Merkel sind indes die Medien. Sie könnten es beenden!

Lisa Werle | Do, 10. Dezember 2020 - 16:34

... und an die Wissenschaft. Ach deshalb werden alle Wissenschaftler, die nicht ihre politische Meinung haben, ignoriert, mundtot gemacht, sozial geächtet und um ihre wirtschaftliche Existenz gebracht.
Wo sind denn die Fakten bei der absurden sog. Energiewende, wo bei der seit 2015 laufenden illegalen Migration, wo bei der Asylprüfung, wo beim Elektroauto, wo bei den sog. Rettungspaketen in der EU (die vor allem D zu schultern hat), wo bei den wirtschaftlichen Folgen der sog. Corona-Maßnahmen? Die Fragen der Bürger dazu dürfen nicht einmal gestellt werden. Und die Statements der Regierung bestehen aus moralisierenden Behauptungen, nicht aus Fakten.