Klingbeil und Merz
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) / picture alliance/dpa | Christoph Soeder

Bundesregierung - Der heimliche Wahlkampf der SPD

Schwarz-Rot steht heute ungefähr dort, wo die Ampel kurz vor ihrem Bruch stand. Macht sich in der amtierenden Bundesregierung eigentlich niemand über ein vorzeitiges Koalitionsende Gedanken? Oder liegen Pläne dafür längst in der Schublade?

Autoreninfo

Carsten Korfmacher leitet das Ressort Kapital bei Cicero.

So erreichen Sie Carsten Korfmacher:

Können Sie sich noch an die Zeit vor der letzten Bundestagswahl erinnern? Eines der großen Themen, das die mediale Öffentlichkeit damals umtrieb, war das sogenannte „D-Day“-Dokument der FDP. Dabei handelte es sich um ein internes Strategiepapier, in dem detailliert durchgespielt wurde, wie der FDP-Exit aus der Ampel-Regierung ablaufen könnte: in mehreren Phasen, mit Überlegungen zum richtigen Zeitpunkt, zur öffentlichen Kommunikation und mit einem vorbereiteten Statement für Ex-Parteichef Christian Lindner.

Cicero Plus

Ohne Abo Lesen

Mit tiun erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff auf alle Cicero Plus Inhalte. Dabei zahlen Sie nur so lange Sie lesen – ganz ohne Abo.

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Christa Wallau | Do., 1. Oktober 2026 - 16:36

daß die allermeisten Politiker nicht begreifen bzw. sich nicht nach der Devise verhalten, daß ihre Kern-Aufgabe es ist, sich um das Wohl der deutschen Staatsbürger zu kümmern u. es möglichst zu mehren u. dabei n i c h t ihre Interessen bzw. die der Partei in den Vordergrund zu stellen.

Weder in der CDU/CSU noch in der SPD lassen sich Persönlichkeiten finden, denen ich zutrauen würde, dieses Wohl der Bürger um jeden Preis zu vertreten - koste es sie auch bei der nächsten Wahl das Mandat.

Mit der "Sorte" von Politikern, mit denen wir es zur Zeit in Deutschland in verantwortlichen Positionen zu tun haben, ist einfach "kein Staat zu machen".

Das ist die traurige, bittere Wahrheit.

Ingo Frank | Do., 1. Oktober 2026 - 16:59

ganz zu schweigen verfügen Sie über Pläne, wie’s in ihren Parteien und deren Führung weiter gehen soll ! Der kleinste gemeinsame Nenner auf die sich diese Politik- Hasardeure noch einigen Können ist die „Verteidigung ihrer Demokratie“
Die Probleme dieser Regierung sind allesamt hausgemacht. Die ins Feld geführten Kriesen und Kriege haben mit Deutschland nichts zu tun. Wenn man natürlich als „Außenkanzler“ deutsches Steuer & Schuldengeld wahllos im Rest der Welt mit Eimern beidhändig ausschüttet & der Meinung ist, nach dem Hindukusch wird nun in Kiew Deutschlands Freiheit verteidigt und weiter die Willkommenskultur und eine irrsinnig teure Energiewende zelebriert, braucht sich über Haushaltslöcher nicht zu wundern.
Dann kam eine Partei auf die Bühne, die permanent ihre Fäuste in die schwarz grün linken Wunden legte, & dies mit anhaltendem Erfolg der sich zuerst im Osten zeigte ….. nun aber hat die blaue Welle auch den Westteil unseres Landes erreicht und das, mit voller Wucht.

Pigeldy | Do., 1. Oktober 2026 - 17:08

Dass der Lagerwahlkampf zurück kommt, ist sicher. Entweder mit der CDU rechts und der SPD links der Mitte, oder aber die CDU bleibt wo sie ist und wird zwischen den Lagern zerrieben. Noch kann sie es sich aussuchen, wenn auch mit erheblichen Kollateralschäden.
Wenn die SPD eine solche Strategie haben sollte, würde mich das nicht wundern. Letztlich kommt die Partei dann doch vor dem Land, auch wenn immer das Gegenteil beteuert wird.
Letztlich war die Brandmauer ja eine Strategie von Sozis und Grünen, die 2016/17 ihren Anfang in Niedersachsen nahm, als man Überlegungen vernehmen konnte, eine starke AfD werde den linken Parteien helfen und zulasten der CDU gehen, solange die AfD keine absoluten Mehrheiten erreicht. Man müsse die CDU nur davon abhalten, Schritte auf die AfD zuzumachen. Genauso ist es gekommen. Da die Brandmauer nicht mehr funktioniert, braucht es neue Ideen. Wer die nicht hat, geht unter. Verwerflich ist allerdings, dass das ganze Land unter Parteitaktik zu leiden hat.

Bernd Kissel | Do., 1. Oktober 2026 - 17:11

Seit geraumer Zeit werde ich den Gedanken nicht los, daß es die SPD darauf anlegt die CDU soweit zu schwächen, daß eine irgendwie geartete Regierung rechts der Mitte nicht mehr möglich ist. Die Auflistung von möglichen Zielen der SPD paßt zu meinem Eindruck. Eine Regierung links und weit links der Mitte könnte der SPD Zeit für eine neue Profilierung geben. Vielleicht ist es auch das was M. aus der DDR in etwa vorgeschwebt hat als sie sich mit ihrer asymmetrischen Übernahme politischer Ziele daran machte diese Republik zu entwurzeln.

Urban Will | Do., 1. Oktober 2026 - 21:48

ist dieses Szenario ja schon länger ein Thema. Und nicht umsonst durfte Miosga endlich wieder ihren Robert anschmachten, als der bei ihr zwar – leider – nicht auf dem Schoß, aber am Tisch saß.
Warum bekommt ein derzeit völlig unbedeutender, an der Außenlinie stehender Grüner so eine Bühne?
Man stelle sich also vor, es gibt Neuwahlen, weil so langsam auch die treudoofsten Schafe der Unionsfraktion das, was Weidel ihnen sagte, kapiert haben: wenn Merz mit ihnen fertig ist, sitzt nur noch die Hälfte da. Und diesem Nichtskönner von Kanzler die Gefolgschaft verweigern, auch mit dem Risiko, abzuschmieren.
Dann käme das sozialistische Lager auf, sagen wir 42%, die Union auf 15 und die AfD auf, sagen wir 35.
Dann kommt es zum Schwur. Toleriert die Union einen Habeck und den Sozialismus oder wählt sie Weidel. Macht sie ersteres, ist sie weg.Mit Sicherheit. Macht sie zweites,ist sie immerhin Junior-Partner und kann sich auf lange Sicht mit der AfD wieder vereinigen. Es wäre ein Segen für's Land

Heidemarie Heim | Do., 1. Oktober 2026 - 22:02

"Mich dünkt,ich wittere Morgenluft";) Doch im Gegensatz zum Geist von Hamlets Erzeuger, für den das ein Signal war sich pronto zurück ins Totenreich aufzumachen, steht es im Fall der Spezialdemokraten im Verbund mit den Grünen und ganz Linken für Belebung, Frische und die Hoffnung dem endgültigen Niedergang noch mal von der Schippe springen zu können;). Denn von der Union hat man eh nichts mehr zu fürchten.Die hat ihren Dienst getan, sich brav auf Anregung aller Unsere Demokratie-
Inhaber selbst eingemauert, und wenn wir es noch schaffen,die allzu lästige Konkurrenz ganz rechts mittels Karlsruhe über die Klinge springen zu lassen, wird das ein fantastischer Morgen!;) Herz was will man mehr? Um die Zukunft kümmern wir uns dann tomorrow;-)!
Indizien, wer braucht die schon wenn man genügend Fantasie sein eigen nennt? MfG

Ernst-Günther Konrad | Fr., 2. Oktober 2026 - 09:45

Und täglich fahren sie immer wieder mit neuem Anlauf gegen die Wand. Wir haben von denen nichts mehr gutes zu erwarten. Und das schlimme ist, wenn Merz nicht selber sich aus dem Rennen nimmt, wird das entgegen meiner persönlichen Prognose, nicht am Ende des Jahres zu Ende sein.
Und jede Minute am Tag wird dieses Land ein Stück weit mehr zerstört. Wo bleibt der *General* in der UNION, der endlich den Merz Sturz einleitet? Wer könnte das sein? Ich sehe derzeit niemand.

Cholera, Malaria und was weiß ich noch.
Sie wissen, dass sie sowohl mit Merz als auch mit einem neuen in der Koalition mit den Sozen weiter absaufen oder bei Gefolgschafts-Verweigerung und Neuwahlen als Junior-Partner der AfD enden. Oder einen Kanzler Habeck und Grün-Rot-Dunkelrot mitwählen, sprich eine ultra-sozialistische Regierung herbeiführen. Dann sind sie wohl unter 5% und gehören zu recht weg.

Ich hatte kurz mal die Hoffnung, dass Boris Rhein den Lafontaine macht, Merz stürzt, die Brandmauer einreißt und neu anfängt mit der AfD als Partner (er hat ja öffentlich die Brandmauer als einen Fehler bezeichnet).
Aber er scheint den Mut nicht zu haben.
Und so stolpert man weiter zum Abgrund. Wie Sie sagen: jeder Tag ist ein Schaden für dieses Land.

Die Union - man kann es nicht anders sagen - hat sich sehenden Auges ins Abseits befördert.
Die nerven nur noch.

Dirk Nowotsch | Sa., 3. Oktober 2026 - 08:56

Die AFD wird hart bekämpft, die Linke auch, die CDU hat sich selber, mit Merz, Söder, Wüst eingemauert, Rotgrün wittert Morgenluft! Wenn der Wähler so blöd ist, bekommen wir diesen Alptraum... ganz einfach! Wer an einem Zukünftigen Wahlsieg der CDU glaubt, stelle sich Söder oder Wüst als Kanzler vor! Wer da nicht sofort einen Brechreiz, oder schmerzhaften Lachkrampf bekommt, merkt auch nichts mehr! Ich verfremde hier mal einen Buchtitel: Die deutschen schaffen sich selber ab!