Bilanz des Selbstbestimmungsgesetzes
Das deutsche Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) trat am 1. November 2024 in Kraft / Illustration: Marie Wolf

Bilanz des Selbstbestimmungsgesetzes - Viel Trara um Trans

Vor gut einem Jahr ist das „Selbstbestimmungsgesetz“ in Kraft getreten. Seither kann jeder Bundesbürger via reiner Sprechakt seinen Geschlechtseintrag ändern lassen. Welche Hoffnungen haben sich erfüllt? Welche Befürchtungen bewahrheitet? Eine Bilanz.

Ben Krischke

Autoreninfo

Ben Krischke ist Leiter Digitales bei Cicero, Mit-Herausgeber des Buches „Die Wokeness-Illusion“ und Mit-Autor des Buches „Der Selbstbetrug“ (Verlag Herder). Er lebt in München.

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Transfrauen sind Frauen, deswegen sehe ich da jetzt keinen weiteren Erörterungsbedarf“, sagte im Juni 2022 die damalige Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne). Gefallen ist dieser Satz während einer Pressekonferenz zur Vorstellung des „Selbstbestimmungsgesetzes“ (SBGG). Zuvor war die Politikerin, die als Familienministerin auch Frauenministerin war, auf Bedenken von Frauen angesprochen worden, übergriffige Männer könnten sich durch das SBGG legalen Zugang zu Schutzräumen für Frauen verschaffen. Befürchtungen, die Paus derart konstruiert schienen, als hätte der Fragesteller den Klimawandel geleugnet.

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Thomas Veit | Do., 18. Dezember 2025 - 18:24

Sorry 😉! Als alter weißer (konservativer) Mann verstehe ich das ganze Traa-Traa um das SBGG nicht. Dieses 'revolutionäre Gesetz' ist in seiner Beliebigkeit des Geschlechtswechsel öffentlich falsch - das konnte man/Frau vorher schon wissen, wer denken kann... ...

Es sollte eine psychologisch über vielleicht ein Jahr vorgeschriebene ärztliche Begleitung die Möglichkeit einer Geschlechtsanpassung geben, für diejenigen die es objektiv nach ärztlicher Einschätzung betrifft, gern auch mit Klageweg, und das war's...

Das ganze 'Problem' wird mMn gesellschaftspolitisch (bewusst!) viel zu hoch gehängt, von Linksgrünwoke, zur Selbstbestätigung ihrer 'Progressivität'... ..., und NICHT um eine vernünftige allseits praktikable und gerechte Lösung zu finden.

Typisch 'linksgrünschnulli'...

Bernd Windisch | Do., 18. Dezember 2025 - 18:46

glaube ich dem Autor seine tiefe Besorgnis vor dem Missbrauch des Gesetzes auf der Frauentoilette (Schutzraum für Frauen) nur zum Teil.

Gebe aber zu, auch ich habe große Probleme mit diesem Gesetz und halte es in der vorliegenden Form für entbehrlich.

Als Vater dreier Töchter muss ich mich jedoch ständig eines besseren belehren lassen. Woke heißt auch mehr Gleichberechtigung für Frauen und es kostet nichts. Wenn jemand gendert bekomme ich fast körperliche Schmerzen. Keine Ahnung woran das liegt. Wenn es anderen aber damit besser geht. Seis drum. Das nennt man Toleranz. Ich bin froh, dass mich meine Töchter in ihre neue Welt hereinlassen. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Stefan | Do., 18. Dezember 2025 - 18:54

Am meisten profitieren offenbar Straftäter davon und diejenigen die dagegen Klage einreichen, wenn sie mit ihrem Geburtsnamen angesprochen werden.
Das konnte ich oft genug in den Medien verfolgen.
Ich persönlich würde diesen Unfug rückabwickeln.
Der Schaden ist wahrscheinlich höher als der Nutzen, auch für diejenigen die das Gesetz "ordentlich" in Anspruch nehmen.
Eine Studie dazu wäre jedenfalls meiner Meinung nach überfällig.

Brigitte Miller | Do., 18. Dezember 2025 - 19:32

Ist doch, welche Auswirkungen dieser seltsame Hype auf Kinder und Jugendliche hat.
Verstörend ist auch die Aggressivität, die von Vertretern des SBGG/Trans– Aktivisten ausgeht.
Und in der Medizin diskutiert man die Tatsache, dass noch immer viel zu wenig auf Geschlechtsspezifische Unterschiede im Bezug auf Symptomatik und Behandlung von Krankheiten wie eingegangen wird.
Gleichzeitig will man das biologische Geschlecht „canceln“ und Unterschiede nivellieren.

H. Stellbrink | Do., 18. Dezember 2025 - 19:41

Der "Geschlechtswechsel" war - obschon biologisch nicht möglich - immer schon rechtlich möglich, nur nicht per simplem Sprechakt und jedes Jahr wieder neu. Die verstümmelnden Eingriffe zur Konstruktion eines als weiblich oder männlich wahrgenommenen Körpers haben erhebliche Nebenwirkungen und sind unumkehrbar. Ist es denn so schlimm, wenn vor solchen Eingriffen eine Beratung und Überprüfung der Motivation erfolgen muss? Schließlich trauen wir den Menschen in Deutschland ja auch nicht die Fähigkeit zu, Ergebnisse einer eigenen Gendiagnostik selbst zu bewerten. Wie sicher sind wir dann, dass die Reichweite solcher Eingriffe und die Kosten ihrer Durchführung wirklich bedacht wurden?
Dieses Gesetz erzeugt mehr Probleme als es löst. Es muss daher weg. Es ist nicht liberal, sondern totalitär, denn es soll Menschen zwingen, etwas anderes zu sagen als das, was sie für die Wahrheit halten.

Peter William | Fr., 19. Dezember 2025 - 06:22

habe den Artikel nur überflogen. Das Thema interessierte mich nie sonderlich! Natürlich ist es möglich das Aussehen anzupassen, hormonell über die Zeit und auch chirurgisch. Und mal abgesehen von den 0,001 % (geschätzt) der Fälle (auf 84 Millionen bezogen wären das 8400 Fälle in ganz DE) bei denen es zu abnormalen Chromosomen während der Meiose gekommen ist muss die Genderdsyphorie wieder als psychische Erkrankung gelten und dementsprechend behandelt werden! Ich persönlich würde nicht einmal zum Transsexuellengesetz zurück kehren sondern diese Sache in die Obhut von Psychiatern geben.

Abgesehen von den 8400 Fällen bei denen wirklich Chromosomale, also genetische Sonderfälle vorliegen! Gentest machen und gut. Ist nicht so schwer und aufwendig, also nicht mehr. Das Transsexuellengesetz stammt aus den 70ern wenn ich mich Recht erinnere, die technischen Möglichkeiten waren damals ganz andere. Die genauen Zahlen kennen Mediziner, dass war nur eine Überschlagsrechnung, wird soweit stimmen.

Ernst-Günther Konrad | Fr., 19. Dezember 2025 - 10:01

Die Luft ist draußen aus dem Thema. Warum? Es waren schon immer verschwindend kleine Minderheiten, die wie Frau Baumert im vermeintlich *falschen* Körper geboren wurden. Ich habe kein Problem damit, dass jemand erklärt, er fühle sich als Frau und wolle so leben. Ob er dann auch eine Geschlechtsumwandlung durchführen läßt, mag derjenige selbst entscheiden. Aber eins bleibt für mich unveränderlich. Es gibt nur zwei Geschlechter. Alles andere liegt außerhalb der biologischen Norm, muss und kann akzeptiert werden, aber nicht den Anspruch in allen rechtlichen und in tatsächlicher Hinsicht gleichgestellt zu sein. Und ja Herr Krischke, die Luft ist aus dem Thema raus. Es ploppt zwar immer mal noch irgendeine verrückte Konstellation auf, die sich jemand ausdenkt. Aber Schwule und Lesben wollen in Ruhe gelassen werden und lediglich akzeptiert leben. Sie lehnen dieses queere Gegängel ab. Und im Alltag spielt das alles eh keine Rolle. Die Menschen sind tolerant, die umtreibt ganz andere Sorgen.