Kai Wegner
Kai Wegner heute vor dem Roten Rathaus / picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Berliner CDU - Kai Wegner tritt nicht wieder an

Falsch informiert und auch noch Tennis gespielt: Seit dem Anschlag auf das Stromnetz im Januar steht Berlins Regierungschef Kai Wegner unter Druck. Nun steht fest, wie es mit dem CDU-Spitzenkandidaten weitergeht.

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Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gibt seine Spitzenkandidatur für die CDU zur Abgeordnetenhauswahl im September auf. Er soll bis zur Wahl jedoch Regierender Bürgermeister bleiben. Wegner zieht damit Konsequenzen aus einer monatelangen Debatte um falsche Angaben über sein Krisenmanagement nach einem großen Stromausfall im Januar.

Wegner ist seit April 2023 Regierender Bürgermeister in einer schwarz-roten Koalition. Schon kurz nach dem folgenreichen Brandanschlag auf die Stromversorgung am 3. Januar, in dessen Folge 100.000 Menschen teils tagelang keinen Strom mehr hatten, geriet er in die Kritik.  

Falsche Angaben  

Wegner verschwieg zunächst, dass er am ersten Tag der Krise mittags eine Stunde Tennis spielte. In den Tagen, Wochen und Monaten darauf kamen immer wieder Ungereimtheiten zu seinem Tagesablauf am 3. Januar ans Licht.  

Jüngst nahm die Debatte darüber wieder Fahrt auf: Der Tagesspiegel zitierte am Dienstag die Senatskanzlei mit der Aussage, dass Wegner am 3. Januar vor 12.45 Uhr nicht dienstlich zu dem Blackout telefoniert habe. Er selbst hatte damals im Interview mit Welt TV gesagt: „Ich habe in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen. Ich habe mit den Krisenstäben telefoniert, mit Stromnetz.“

CDU nur noch auf Platz vier in Umfrage

Wegner hatte einige Zeit nach dem Stromausfall Fehler eingeräumt und sich für seine Kommunikation zu dem Thema entschuldigt. Personelle Konsequenzen hatte er aber abgelehnt und sich im Juni mit knapp 93 Prozent zum Spitzenkandidaten seiner Partei für die Berlin-Wahl am 20. September wählen lassen. Die Opposition warf ihm schon länger Lügen vor, auch der Koalitionspartner SPD rückte mehr und mehr von ihm ab.  

Wohl auch infolge der monatelangen Diskussionen über Wegners Telefonate hatte die CDU in der Wählergunst zuletzt deutlich verloren. In der jüngsten Umfrage von Infratest dimap war die Partei mit nur noch 17 Prozent auf den vierten Platz hinter Linken, Grünen und AfD abgerutscht. Bei der Wahl 2023 hatte die CDU noch 28,2 Prozent erreicht. Wegner war danach – erst im dritten Wahlgang – zum Regierenden Bürgermeister und Nachfolger von Franziska Giffey (SPD) gewählt worden.

Quelle: dpa

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Sebastian Habel | Fr., 10. Juli 2026 - 15:51

Aber zurücktreten is nich. Verantwortung und so. Hat garantiert nix mit Altersbezügen zu tun.

Armin Latell | Fr., 10. Juli 2026 - 15:52

Ist doch völlig egal. Es wird niemand kommen (gewählt werden), der den gewaltigen Augiasstall ausmistet. Der Berliner Wähler scheint sich im politischen, gesellschaftlichen und physischen Unrat wohlzufühlen. Den charakter- und rückgratlosen cdu Wegner wird man schon seiner großen Verdienste wegen irgendwo gut dotiert unterbringen. Im Zweifelsfall schafft man einen neuen Posten für ihn. Vllt. csd Beauftragter? Eine Krähe hackt der anderen....

Wie in einem Brennglas zeigt Berlin die Zustände in diesem von CDU und SPD heruntergewirtschafteten Land. Man kann nur noch Ekel empfinden. Aber dennoch werden solche Typen wie Wegener ohne irgendeine justiziable Verantwortung irgendwo einen "Schlafplatz" bekommen. Gut dotiert. Jeder kleine Scheißer muss blechen, wenn er Mist gebaut hat. Figuren wie Wegener natürlich nicht. Aber eines bewirken sie, dass nämlich die Kluft zwischen Regierten und Regierenden größer und größer wird. Da besteht inzwischen zum guten, alten Feudalismus gar kein so großer Unterschied mehr. Wie sagte einst der Maler Max Liebermann: "Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte!" Wie wahr, wie wahr. Aber, was soll´s. Was nützt es, wenn ich mich aufrege? Nichts, rein gar nichts.

Christa Wallau | Fr., 10. Juli 2026 - 17:07

passen gut zu den Lügen von Friedrich Merz, wie dieser sie gerade gestern erst wieder in seiner Rede vor dem Bundestag verbreitet hat.

Beide Männer sind hochrangige Vertreter einer Partei, die sich tatsächlich immer noch "christlich" nennt.
Und kein Kirchenmann sagt auch nur e i n e n Ton dazu!
Unglaublich!

Wie tief will und kann die sogenannte "Elite" in Deutschland noch moralisch absinken, bis die Bürger sie in einer Rebellion zum Teufel jagen?

Oder kommt es so weit, daß Politiker und ihre Propagandisten in den Medien sich ungestraft faktisch a l l e s erlauben dürfen (Lügen, Betrügen, Schulden machen nach gusto, Krieg
als Option verkaufen usw.), weil das deutsche Volk nicht willens und in der Lage ist, diese offensichtlich gewissenlosen Leute loszuwerden?
Letzteres erscheint mir inzwischen immer wahrscheinlicher.

Walter Bühler | Sa., 11. Juli 2026 - 09:17

... aus Linken, Grünen und SPD.

Das ist das schlimme Resultat, das Wegner und die anderen hauptberuflichen CDU-Funktionäre in ihrer kurzen Herrschaft über diese arme Stadt erreicht haben.

Auch bei den CDU-Funktionären mangelt es massiv sowohl an der persönlichen wie an der beruflichen Moral.

Wann merken die hauptberuflichen Dunktionäre aller Parteien, dass sie es sind, die der Demokratie immer mehr das Ansehen rauben und sie zugrunde richten?

Es kann auch sein, dass sie alle - in jeder Partei - das schon längst wissen. Vielleicht wollen sie ja alle parteiübergreifend längst nur in zynischer Weise verhindern, dass ihre doppelte Moral in den Medien erörtert wird.