Mortensen
Ordner mit den Gesetzen des Landes Berlin und ein Sitzungsordner „Fördergeld“/picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Berliner Antisemitismus-Streit - Eine Partei greift nach dem Mond

Die Berliner CDU erhebt lautstark den Antisemitismusvorwurf gegen die politische Konkurrenz. Doch die zurückliegende Affäre um fragwürdige Förderentscheidungen sollte manch einen in der Union mit gedämpfterer Stimme toben lassen.

Ralf Hanselle / Antje Berghäuser

Autoreninfo

Ralf Hanselle ist stellvertretender Chefredakteur von Cicero. Im Verlag zu Klampen erschien von ihm zuletzt das Buch „Homo digitalis. Obdachlose im Cyberspace“.

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Antisemitismus ist eine Plage. Die seit Jahrhunderten geschürten Vorurteile gegenüber Juden sitzen tief. „Vor Antisemitismus aber ist man nur noch auf dem Monde sicher“, hatte Hannah Arendt daher einmal in einem Essay für die in New York erscheinende deutsch-jüdische Exilzeitung Aufbau geschrieben. 

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Heidemarie Heim | Sa., 3. Oktober 2026 - 19:07

Wäre dieser Satz von Frau Merkel verlautbart worden, hätte man aufgrund diverser Erfahrungen, die geistige Übersetzungsmaschinerie im Kopf wohl eher angeworfen als bei Herrn Merz geehrter Herr Hanselle;)! Denn bei ihr hätte man nach einigem hin und her auch hineininterpretieren können, dass sie mit Ausländern diejenigen meint, die noch nicht so lange hier leben wie unsere jüdischen Mitbürger, und die noch nicht ganz so säkuralisiert sind im Denken und Handeln oder die notwendige Toleranz für andere Religionen aufbringen, und deshalb zu dieser Perfidie mehr neigen als andere bei uns beheimatete Antisemiten? Nix verstanden? Ich merke gerade, dass ich wohl selbst etwas vermerkelt rüber komme;-)! Aber natürlich war das mal nur wieder eine weitere sprachliche Taktlosigkeit o. Phrase, die auch ich im Gegensatz zu Ihnen übersprungen hätte. Ganz anders verhält es sich mit den m.E. viel perfideren, weil "bewussten" Ausrutschern wie bei unserem BP, unserem obersten "Antivulgär-Demokraten";)!

C. Schnörr | Sa., 3. Oktober 2026 - 19:41

die CDU nicht auf erschöpfenden Antworten auf ihre 551 Fragen an NGOs besteht, soll sie auf ihrem aktuellen Weg in den Orkus weiter verschwinden.

Klaus-Peter Götze | So., 4. Oktober 2026 - 00:17

Antwort auf von C. Schnörr

Genau meine Meinung. Es ist höchste Zeit, das endlich anzupacken.

Wolfgang Borchardt | So., 4. Oktober 2026 - 08:48

- allzuoft amutend wie von fremden Mächten mit Sabotageabsichten gesteuert - haben sich CDU und SPD ihre eigenen Totengräber großgezogen. Entweder ganz untergehen oder sich den Linksextemisten im Bund mit Antisemiten und Islamisten anschließen - so stellt sich die Frage für die SPD in Berlin.

Ernst-Günther Konrad | So., 4. Oktober 2026 - 11:09

Gut, das Sie das mal hinterfragt haben und ausleuchten. Warum hat man diesen Verein überhaupt noch längst nicht verboten? Warum wurde nicht täglich Druck auf die linken Verbrecher ausgeübt. Ja, warum wurden die sogar unter CDU-Regierungsführung finanziell gepampert? Eralp ist doch nicht allein in dieser terrorunterstützenden Vereinigung. Wo bleibt der Verfassungsschutz? Die Mitglieder dieses Vereins sind doch alle *gesichert linksextrem* oder etwa nicht? Und jetzt tritt auch noch der Fraktionschef der Linken im BT bei diesem Verein ein. Wo bleibt da eine durchgreifende Reaktion. Bei AFDlern seit ihr doch geradezu kreativ, sie in ihren Rechten zu beschneiden. Also, warum geht man nicht massiv gegensolche Leute vor? Lese gestern, in Berlin wolle man nun Sondierungsgespräche die kommende Woche einleiten, nachdem man sich irgendwie geeinigt habe, untereinander zu sprechen. Die werden eine Koalition schmieden fürchte ich, weil sie alle am Trog der Macht sitzen und partizipieren wollen.

Angelika Sehnert | So., 4. Oktober 2026 - 11:34

Der fatale Satz ist nicht nur ein weiteres Beispiel für den Umstand, dass der Kanzler schneller spricht als er denkt.
Er ist leider ein weiteres Beispiel, wie wenig auch gebildeten Deutschen bewusst ist, dass zumindest in den römischen Provinzen der beiden Germanien Juden seit gut 2000 Jahren ansässig sind .Stichwort SchUM - Städte. Sie waren auch immer brave, steuer- und abgabenzahlende Mitglieder der Stadtgesellschaften. Kein auch nur ansatzweise revolutionäres Klientel, sondern immer konstruktiv, hochgebildet, denn Bildung ist das wahre Kapital, das niemand enteignen kann, oft wirtschaftlich sehr erfolgreich.
Ich behaupte, dass Deutschland den Brain-Drain, die enormen Verluste an Intellekt, an geistigem, kulturellen Potential, die die Nazis in ihrem mörderischen Wahn angerichtet haben, bis heute nicht verkraftet und schon gar nicht kompensiert hat.
Man blicke nur auf den jämmerlichen moralischen Zustand der Linken in Berlin, die ihre Macht mit zugewanderten Antisemiten ausbaut.

Angesichts der Orientierungslosigkeit in der Politik hinsichtlich einer Haltung zum grassierenden Antisemitismus, wünsche ich mir endlich die Aussage: „Das Judentum gehört zu Deutschland“ und zwar- wie oben ausgeführt- länger als es Deutschland als Entität überhaupt gibt. Als klare und unmissverständliche Replik auf die erneute Behauptung eines CDU Politikers, der Islam gehöre zu Deutschland, zu kurz gedacht und einfach falsch. Richtig ist vielmehr, dass Menschen islamischen Glaubens zu Deutschland gehören können, wie Buddhisten, Animisten, Atheisten. Mit einer gewissen Einschränkung: Sie müssen dazu gehören wollen, sowie es unsere jüdischen Mitbürger seit je her tun, ihre Religion als privaten Glauben leben und nicht den Islam als Grundlage für ihr Rechts- und Staatsverständnis in Deutschland erachten.
Der Urheber des fatalen Satzes ist übrigens ein Beispiel dafür, wie verarmt Deutschland intellektuell ist. Auch der fehlende, energische und fundierte Widerspruch lässt tief blicken

Jürgen Goldack | So., 4. Oktober 2026 - 14:04

Liebe Frau Sehnert, wahr, gut und richtig geschrieben! Das Judentum existiert seit über 2000 Jahren in unseren Breiten. Wenn eine Religion zu unserer Kultur gehört dann die Jüdische! Ihr entstammt ja erst das seit dem 1. Jahrhundert n. Christus bei uns gelebte Christentum! Wenn Pseudo-Politiker wie Steinmeier, Christian Wolff, Merkel und einige mehr mit der schon fast blasphemisch klingenden Behauptung "Der Islam gehört zu Deutschland" aufwarten zeugt das nur von einem verheerenden Bildungsnotstand bzgl. des Christentums in unserem Land oder von bewusster Irreführung der deutschen Bevölkerung. Es erinnert mich an den neckischen Scherz "Eine Maus, die im Pferdestall geboren wurde, ist ein Pferd" (Kurzfassung). Als Bürger kann man sehr gut damit leben, das Einwanderer islamischen Glaubens (z. B. Türken) seit 1961 in Deutschland ihr Geld verdienen und Steuern bezahlen. Deshalb werden sie aber nicht automatisch Deutsche sowenig wie ein Deutscher z. B. in Syrien nach Jahren Syrer wird.