Günstiger bauen und mieten
Bauarbeiter auf einer Großbaustelle in München / picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON

Günstiger bauen und mieten - Wer die Wohnraumkrise lösen will, muss bei den Bauvorschriften anfangen

Zu lange galt die Mietpreisbremse als linke Lösung für die Wohnraumkrise. Doch die ist ein erhebliches Problem, da sie Ausdruck von repressiven Maßnahmen gegen Eigentumsrechte darstellt. Wo sollte man stattdessen den Hebel ansetzen?

Autoreninfo

Hans Martin Esser ist Diplom-Ökonom und Publizist. Im März 2023 erscheint sein Buch „Polemik. Ein philosophischer Beipackzettel“.

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Im Jahr 2021 hatte die Ampel unter Kanzler Scholz ein eigenes Bauministerium etabliert, um sichtbar zu machen, dass dem Mangel an neuem Wohnraum endlich Rechnung getragen wird. Klara Geywitz wurde zur Ministerin ernannt, nachdem Bauen zuvor allenfalls in anderen Ministerien integriert gewesen war. Von 400.000 Wohnungen war im Koalitionsvertrag 2021 die Rede. Diese Zahl wäre auch notwendig, um die inzwischen immer weiter ansteigenden Mieten wieder in den Griff zu bekommen. Erreicht wurde die Marke jedoch in keinem Jahr, im Gegenteil. Das Problem eskaliert verschärft weiter.

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Christoph Kuhlmann | Di., 6. Mai 2025 - 09:25

Es ist eine Mischung aus oberflächlichem Moralismus und dem eklatantem Mangel an Sachkenntnis auf allen Ebenen, die zu katastrophalen Fehlsteuerungen führt. Das Schlimme ist, man wird es müde sich immer neu zu empören.

Brand, A. | Di., 6. Mai 2025 - 09:37

es kommen auch noch andere Faktoren dazu. Wer sich schon einmal mit einem Bauamt hat rumschlagen dürfen kann ein Lied davon singen. Überforderte Beamten die stur versuchen nach Gesetz zu arbeiten, obwohl sie oft nicht wissen, was sie tun und jede pragmatische Lösung ablehnen.

Ich sehe die Gängelung durch die grünlinke Politik auch aus einer anderen Perspektive. Autoritäre Regimes wollen abhängige Bürger, denn diese kann man gut erpressen, hier ist Eigentum ein Störfaktor. Zum anderen beanspruchen wir fast alle lt. den Grünen deutlich zu viel Wohnfläche und Einfamilienhäuser sind energetisch ungünstig. Der Traum der Grünen sind Mietshochhäuser (in Staatshand) wo jeder 30-40m² Wohnraum zugewiesen bekommt.

https://www.youtube.com/shorts/K0W2xQduhk4

Und bitte, es ist nicht die „Asylpolitik“ schuld sondern eine vollkommen verfehlte Migrationspolitik, das ist ein entscheidender Unterschied.

Ingofrank | Di., 6. Mai 2025 - 09:42

Ich habe es mehrfach gesagt Deutschland reguliert sich kaputt ….
Ein anderer Aspekt ist doch, die deutsche Regulierungswut ist doch zu einem Riesen Versorgungskonzern für unproduktive Beamten, Mitarbeiter und nicht zuletzt als gut dotierte ABM Maßnahme für abgewählte Berufspolitiker verkommen. Entkernt man die Bürokratie auch die Bauvorschriften und nicht nur den Vorschriftenwall ist doch die Frage, wohin mit den freiwerdenden Arbeitsplätzen ?
Es ist doch nicht so, dass nur Massen an unproduktiven Bürokraten die den großen Unsinn verzapfen übrig sind sondern auch die die den ganzen Quatsch kontrollieren.
Abbau der Bürokratie ? Legt ein Frosch den eigenen Teich trocken ? Wohl kaum !
Dazu wäre nur jemand fähig der den Stall ausmisten WILL und nicht nur vorgibt es zu wollen.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Ernst-Günther Konrad | Di., 6. Mai 2025 - 11:52

Als wir 2022 mit der Kernsanierung unseres Hauses Bj. 1891 anfingen, brauchten wir nur zu einem Bauvorhaben -Gauben Ausbau- den Kontakt mit dem Bauamt. Da die Größe noch nicht genehmigungspflichtig war, hatten wir innerhalb von drei Tagen grünes Licht. Im Zuge der Komplettsanierung erzählten uns Handwerker und Firmeninhaber, was sie so alles erleben im Zuge von Sanierung/Neubauten. Ich bin froh, dass noch alles innerhalb gesetzter Fristen möglich war. Andere, die ein Jahr später begannen, sind am Verzweifeln, manche sind bis heute nicht fertig, wie man hört. Und manchmal ist es so. Wer viel fragt, geht viel irr. Manches machen, wenn von außen nicht sichtbar und gut ist es. Denn was inzwischen alles geregelt ist und angeblich dem Klima dienen soll ist der reine Wahnsinn. Und ich bin überzeugt, das wird auch nicht viel besser werden.

Keppelen Juliana | Di., 6. Mai 2025 - 12:08

natürlich, denn auch in der Provinz gelten die Bauvorschriften aus der EU, dem Bund, dem Bundesland und der Kommune. Ansonsten ist alles beschrieben ein treffender Beitrag.