Cem Özdemir
Cem Özdemir / picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod

Baden-Württemberg nach der Wahl - Der Özdemir-Effekt

Mit den ersten Prognosen wird klar: Die Grünen liegen vorn. Entscheidend: Cem Özdemir personifiziert die Grünen, verankert sie in der bürgerlichen Mitte und macht den Wahlkampf fast vollständig zu einer Abstimmung über seine Sympathie und Glaubwürdigkeit.

Michael Sommer

Autoreninfo

Michael Sommer lehrt an der Universität Oldenburg Alte Geschichte und moderiert gemeinsam mit dem Evolutionsbiologen Axel Meyer den Cicero-Wissenschafts-Podcast

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14 Prozentpunkte. So weit lag die CDU in einer INSA-Umfrage für die Schwäbische Zeitung vor der grünen Konkurrenz. 14 Punkte: Das klingt nach einem uneinholbaren Vorsprung. Es war der 16. Oktober 2025. Friedrich Merz war kein halbes Jahr im Amt, und die Umfragen für die Union waren auf Bundesebene alles andere als prächtig. Im Ländle aber lag sie vorn im Herbst, auch wenn es in einer am gleichen Tag veröffentlichten Umfrage der Konkurrenz von Infratest-Dimap nur neun Punkte waren. Hagels CDU stand auch da bei knapp 30, die Grünen bei 20 Prozent.

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Thomas Hechinger | Mo., 9. März 2026 - 12:43

In den Erststimmen liegen die Grünen 8,8 % hinter der CDU. Und laut Landesverfassung wird der Ministerpräsident nicht durch das Volk gewählt, auch wenn das die Parteien gerne suggerieren, sondern durch das Parlament. Dort muß ein Kandidat mit absoluter Mehrheit gewählt werden. Nun sind aber Grüne und CDU an Mandaten gleichauf. Abgesehen davon, daß es letztlich sowieso nur auf die Mehrheit ankommt, können die Grünen kein moralisches Erstzuschlagsrecht beanspruchen. Ich fände es spannend, wenn sich Manuel Hagel und Cem Özdemir beide zur Ministerpräsidentenwahl aufstellen ließen. Aber die Furcht der CDU vor der Linksöffentlichkeit ist so gewaltig, daß sie Zufallsmehrheiten jenseits der Brandmauer fürchtet wie der Teufel das Weihwasser. Jetzt kommt es darauf an, ob die Union das politische Geschäft beherrscht und um das Ministerpräsidentenamt kämpft und es sich höchstens für zentrale Zugeständnisse der Grünen abhandeln läßt. Meine Einschätzung des Personals gibt mir wenig Hoffnung dazu.

stellen.
Einen „wackeren“ Kämmerich von der FDP sehe ich nicht, weder in der CDU und in der SPD gleich gar nicht.
Das „Szenario Thüringen“ ist noch in allseitiger Erinnerung, das Ende auch, als Merkel die legitime korrekte demokratische Wahl befahl „rückgängig“ zu machen.
Die Feststellung der Unrechtmäßigkeit durch das BvG lange nach Merkesl Amtsende ….. geschenkt.
Auch das hinhängen mancher Kämmerich Gratulanten ebenso.
Das Versagen der FDP Oberen, die ihren FDP Mann nach Merkels Forderung fallen ließen wie eine heiße Kartoffel, ist beispielhaft..
In der Krönung das Versagen der Unterstützung beim nächsten LT Wahlkampf durch die FDP Parteiführung des FDP Spitzenkandidaten Kämmerich. Ganz abgesehen von persönlichen Anwürfen auf Kemmerichs Familie und das Geschrei der kompletten Medgienlandschaft.
Das dieses ganze Prozedere m M nicht unwesentlichen dazu beitrug, das die AfD heute in Ost & West so da steht wie sie steht, steht auf einem anderem Blatt.
MfG aus der Erfurter Republik

S. Kaiser | Mo., 9. März 2026 - 13:31

Eine sehr gute Analyse, die das Wahlergebnis anhand der Mentalitäten in Ba-Wü treffend einordnet. Die Erklärung, warum das dem Autor so gut gelingt, liegt wohl in seiner Biographie begründet. Er studierte, promovierte und habilitierte in Freiburg im Breisgau, und Freiburg ist so tiefgrün, dass es schon fast schwarzgrün ist. Gerade die grüne Durchdringung der bürgerlichen Milieus zeichnet den Südwesten aus. Wahlergebnisse für die Grünen über 30% sind keine Seltenheit. Und iGgs zu anderen Gegenden, beschränken sich die grünen Inseln nicht nur auf die inneren Kerne der Unistädte, von denen es dort einige (KA, HD, TÜ, FR) gibt, sondern auch auf das jeweilige Umland. Man kann hier tatsächlich nicht pauschal schwarz-blau zusammenrechnen, wie es zB Reichelt oder andere Kommentatoren tun, und wie das vermutlich woanders gut ginge. Würde sich BaWü-CDU der AfD annähern, würden ihr die Wähler vermutl in Scharen davonlaufen, weil sie dort teilweise ganz anders ticken als im Rest der Republik.

Sabine Lehmann | Mo., 9. März 2026 - 13:32

Also bei den Erlauchten & Erleuchteten gestern bei Miosga klang das ganz anders. Ich darf vorstellen, die Creme de là Creme politischer Popkultur im Jahre des Herrn 2026:
++Franziska, die Brantnerin, mit neuer Fönfrisur, stark toupiert, macht den Kopf größer, aber mehr Volumen täuscht über die Leere darunter auch nicht hinweg, schade
++der Schwätzer vor dem Herrn, der Fleisch gewordene Avatar Angelas der Heiligen, nur mit anderer Geschlechtsidentität, Daniel Günther himself, der missionierende Aufklärer, der doch nur unser aller Bestes will, was genau hat er leider immer einen Tag später schon wieder vergessen, schade
++last but not least, der Translater Robin Alexander, der von seinem Biss in den letzten Jahren viel eingebüßt hat, schade
++dann noch Caren M., der ewig vorwurfsvolle Gesichtsausdruck, nervt
Fazit:
Özdemir ist in echt gar nicht grün u. Palmer ist die Reinkarnation des Teufels. Nein? Doch! Oh! Doof, dass die Brantnerin seine Ex ist. Nein? Doch! Oh! Delikat bis peinlich.

Brigitte Miller | Di., 10. März 2026 - 08:16

Antwort auf von Sabine Lehmann

ihre neue Fönfrisur beinhaltet das, was einige als "Problempony" bezeichnen.
Scheint eine Art Kennzeichen von linken Frauen zu sein.

Also da habe ich in jüngster Zeit noch viel schlimmere Problemponys gesehen, nicht nur auf der politischen Bühne, gerne auch in der Filmkunst, liebe Frau Miller. Da scheint neuerdings das wichtigste Casting-Kriterium der Abschreckungseffekt der Hauptfrisur zu sein, vor allem bei weiblichen Darstellern. Besonders herausragend die Pudelfrisur mit vorne kurz und hinten lang in Kombination mit Problempony. Dazu gerne Klamotten, die ich der Hässlichkeit wegen nicht mal in die Altkleidersammlung geben würde und ein Phänotyp, der im Ganzen nicht "so ganz" dem gängigen Schönheitsideal entspricht, sondern eher dem Odachlosenmilieu, und fertig ist das neue deutsche "Frauenzimmer". Mir graut's nur noch! Die Repräsentanten der Cancel-Culture, authentisch bis ins Mark.

Walter Buehler | Mo., 9. März 2026 - 14:51

Es war KEIN Reaktorunfall. Ein schweres Seebeben löste im Pazifik einen starken Tsunami aus, der das KKW in Fukoshima beschädigte und eine Kernschmelze auslöste.
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In deutschen Medien wurde dieser Vorgqng zur "Nuklearkatastrophe von Fukoshima" mystifiziert, anders als in den japanischen Medien.

Inzwischen sind in Japan die nuklearen Kraftwerke wieder in Betrieb, darunter das größte der Welt.

Die deutsche Angstkampagne mit der "Nuklearkatastrophe Fukoshima", die der "Klimakatastrophen"-Kampagne voraus ging, wurde in Deutschland von Frau Merkel (CDU) zum Anlass genommen, die Nuklearenergie endgültig abzuschalten, nicht nur im Gegensatz zu Japan, sondern auch im Gegensatz zu den Nachbarländern.

Der Ukraine-Krieg und die Präsidentschaft Trump führen jetzt zu der absurden Situation, dass die friedlich Nutzung der Atomenergie verboten bleibt, aber dennoch die Anschaffung von atomarer Bewaffnung für die Bundeswehr geplant wird.
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Ja, die CDU hat schon immer viel für die Grünen getan.

versuchen Sie es erst gar nicht mit Logik, wenn Sie die Politik der Grünen und der seit zwei Jahrzehnten hinter diesen Sektierern her hechelnden CDU anschauen.
Irrationalität hat dort eine sichere Heimstatt.

Allein die Tatsache, daß das jährliche Wachstum des gewaltigen CO2-Ausstoßes in China sämtliche Einsparmaßnahmen in Deutschland wieder zunichte macht, zeigt die völlige Sinnlosigkeit deutscher "Umwelt"-Politik bzw. "Bekämpfung des Klimawandels".

Der einzige große "Erfolg" der Grünen besteht darin, zusammen mit den anderen Alt-Parteien die deutsche Wirtschaft ruiniert zu haben. Warum sie trotzdem weiter von vielen Deutschen gewählt werden (wie man gerade in BW gesehen hat) wird für mich immer ein Rätsel bleiben.

dem Anderen. Thüringen begann damit, und das macht mich stolz. Um so verwunderlicher ist für mich das Ergebnis in BW..,, oder auch nicht ?
Wahrscheinlich hat die Schwäbische Hausfrau noch nicht genug für grüne Irrsinnspokitik bezahlt, für mich die einzig schlüssige Erklärung.
Mit besten Grüßen a d Erfurter Republik

... ob Fukushima oder Vokuhila - Hauptsache Energiewende!
Es fällt mir teils immer schwerer, den ganzen Schmonzes hierzulande und weltweit ernst zu nehmen. Hat nicht der Schriftsteller Christoph Hein jüngst die Verhältnisse in der DDR in seinem Roman "Das Narrenschiff" beschrieben? Wie wär´s mit einem Band 2 zu den Verhältnissen in ganz D?

Stefan | Mo., 9. März 2026 - 23:34

Rein rechnerisch mal zur rechtskonservativen Mehrheit.
(CDU + AfD hätten zusammen über 90 Sitze)
Das wäre mal ein Bollwerk zu den kruden Ideen der grünen Partei um Cem Özdemir und pro Arbeiterschaft in Handwerk und Industrie.
Aber wem nicht zu raten ist dem ist auch nicht zu helfen.
Bleibt der CDU wieder einmal mehr am Nasenring durch die Manege gezogen zu werden. 🤷