- Julia Klöckner unter Beschuss
Die Koblenzer CDU feierte auf dem Firmencampus von CompuGroup Medical. Weil dessen Gründer das Nachrichtenportal Nius finanziert, schlugen die Empörungswellen so hoch, dass es am Ende sogar Forderungen an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner gab, sie möge ihr Amt niederlegen.
Schon im Vorfeld des Sommerfests kratzte man sich wund vor Aufregung. Veranstaltungsort war das CompuGroup-Medical-Areal. Der Gründer des Unternehmens, Frank Gotthardt, finanziert das Nachrichtenportal Nius von Julian Reichelt mit Millionenbeträgen – und war damit Stein des Anstoßes. Für die Teilnahme der Bundestagspräsidentin an eben diesem Sommerfest übten Linke und Grüne scharfe Kritik. Kritiker fragten, wie man sich nur auf einem Gelände bewegen könne, das in einem sehr weit hergeholten Zusammenhang mit dem als „rechtspopulistisch“ bezeichneten Portal Nius stehe. Für diese Behauptung blieb nur eine dilettantische Beweislast: Julian Reichelt habe allein während der Kandidatur von Brosius-Gersdorf Propaganda geschaltet – zwanzig Artikel innerhalb von zehn Tagen –, die auf ihre Demontage als „linksextremistisch“ abzielten. Diese Bilanz zog der Thinktank Philosphere aus seiner Medienanalyse. Gotthardt wiederum begründete sein Investment als konservatives Korrektiv zur linkskulturellen Monokultur der Medienlandschaft. Nicht so verkehrt in einer binnenpluralistischen Meinungskultur, oder?
Jedenfalls wurden Frau Klöckner unziemliche Absichten unterstellt – als trete sie mit ihrer Teilnahme am Sommerfest in den Dunstkreis rechtspopulistischen Gedankenguts ein. Als würde sie kontaminierten Boden betreten, auf dem sie der zwielichtigen Person Gotthardt begegnen würde, sprach man der frisch gekürten Bundestagspräsidentin schon zuvor eindringlich ins Gewissen. So in der Art: Mit dem Teufel spricht man nicht – selbst wenn seine Argumente gar nicht so schlecht wären. Linke kündigten an, vor Ort zu protestieren, falls sie sich über das verhängte Kontaktverbot hinwegsetzte. Doch sie tat es, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Und so kam eins zum anderen: Die Forderungen nach ihrem Rücktritt wurden lauter. „Wenn ihr das Hofieren von Rechten wichtiger ist als ihr Amt entsprechend auszufüllen, dann soll sie es doch bitte abgeben“, sagte Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek dem Tagesspiegel. Auch beim Koalitionspartner Matthias Miersch, dem Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Bundestag, löste Klöckners Auftritt tiefes Befremden aus. Frank Gotthardt sei schließlich einer der größten Finanziers von Nius. Aus seiner Sicht sei es „erklärungsbedürftig“, dass Julia Klöckner dort teilgenommen habe.
Kontaktverbote sind typisch für das politische Meinungsklima
Doch worin hofiert die Präsidentin die Rechten eigentlich? Von Neutralitätsgeboten war sie in diesem Zusammenhang ohnehin nicht berührt. Als CDU-Abgeordnete ging sie dorthin – nicht jedoch in ihrer Funktion als Bundestagspräsidentin. Rechtlich gesehen schrumpfen die Mittel zum Vorwurf auf ein kümmerliches Nichts. Wie CompuGroup Medical auf eine Presseanfrage von Cicero erklärte: „Solche Veranstaltungen sind Formate der politischen Willensbildung, die wir parteiübergreifend unterstützen – etwa indem wir unsere Räume zur Verfügung stellen.“
Kontaktverbote sind typisch für ein politisches Meinungsklima, das sich über symbolische Ab- und Anerkennungen reguliert. In diesem Fall liegen die Temperaturen am Gefrierpunkt, wenn nicht längst darunter. Ehe man sich versieht, wird die Rechtsschelte ausgeteilt – erst an die Plattform Nius, dann an den Spender Gotthardt und schließlich auch an Klöckner selbst. Doch in ein so hohes Amt wie das der Bundestagspräsidentin wird man nicht aufgrund von Gesinnung berufen, um den Status quo zu perpetuieren. Vielmehr liegt es in der Sache, auch mit randständigeren, weil von links an den Rand gedrängten Stimmen reden zu können, ohne gleich in die Flucht geschlagen zu werden. Das Aushalten gehört zur Demokratie. Alles andere wäre ein Armutszeugnis für politische Urteilskraft und für die Resilienz, andere Meinungen auszuhalten.
In Reaktion auf die Vorwürfe bestand Julia Klöckner darauf: Selbst wenn ein Portal unter Verdacht steht, rechtfertigt das keine Gesprächsverweigerung. Den Kritikerinnen aber blieb nur, weiter zu konterkarieren. „Die Teilnahme der Bundestagspräsidentin lässt leider politisches Fingerspitzengefühl vermissen“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Roloff t-online. Seine Vorstellung von Demokratie lautet dagegen: „Ihre Aufgabe wäre, für Demokratie und Toleranz einzutreten – und nicht eine solche Veranstaltung auch noch aufzuwerten.“ Schon bei der bloßen Assoziation läuft ihnen ein kalter Schauer über den Rücken – wer in Reichweite steht, gilt sofort als Komplize.
Ein indirektes Signal an die Sittenwächter
Die Bundestagspräsidentin ließ sich von den herabgehenden Drohgebärden kaum beeindrucken. Stattdessen hielt sie auf dem Sommerfest gleich noch eine Rede zur Meinungsfreiheit und ließ sich ungeniert von Journalisten dabei fotografieren, wie sie Frank Gotthardt mit breitem Grinsen die Hand schüttelte. Signal gesetzt: Wer über Meinungsfreiheit reden will, muss reden können – auch wenn die andere Sicht unbequem ist. Auf den Mund gefallen zu sein, ist eine Kapitulation vor den Anstrengungen, die ein pluralistischer, mehrheitsfähiger Konsens erfordert. Er entsteht nicht auf Basis seiner Verweigerung. Ansonsten ist das Ergebnis ähnlich wie in anderen Autokratien, wo die moralisch überhöhte Wahrheit als einzig gültig gilt und alles andere als erwiesenermaßen falsch ausgesondert wird.
Um den diskursverengten Korridor wieder aufzulockern, empfehlen sich Veranstaltungen auf „verbotenem Boden“ – so wie am vergangenen Sonntag. Denn kaum weniger willkürlich als ein unliebsames Medium als Gefahr für die Demokratie zu brandmarken, ist es, daraus eine Linie zu Julia Klöckners Teilnahme zu ziehen, nur weil der Eigentümer des Areals zugleich Nius-Sponsor ist. Man sieht: Die Denkakrobatik der Linken und anderer erfordert eine gleichermaßen komplexe Konstruktion von Einschüben und Konjunktiven.
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Ich denke, das ist von Frau Klöckner ein richtiges Zeichen. Es ist auch ok, wenn Linke, Grüne, SPD und andere Gruppen ihre tiefe Abneigung dagegen ausdrücken - das ist Politik, das ist ihr Recht. Es ist aber auch wichtig, dass nicht alle staatlichen Institutionen und noch weniger die Personen sich danach richten müssen. Natürlich sollte man als Politiker einerseits möglichst alle Menschen mitnehmen und niemanden vor den Kopf stoßen. Aber das lässt sich so nur noch bis zu einem Punkt umsetzen, weil es einfach zuviele Gruppen mit zu gegensätzlichen Wertevorstellungen gibt. Es werden immer auch Menschen und Gruppen tief erschüttert sein und entsprechendes Misstrauen herrschen. Das kann im Moment niemand ändern. Eine Lösung kann sicher auch nicht darin liegen, dass bestimmte Gruppen ihre Sichtweisen als nicht antastbar voraussetzen dürfen.
Es wird erstmal offen und schwierig bleiben.
aller Demokratie, für die sie vermeintlich eintreten, hat eine Lautstärke gewonnen, dass man allen, die dagegen antreten Hochachtung zollen muss.
Tja, Weinkönigin zu sein, reicht eben nicht. Irgendwie fehlt da was. Politischer Instinkt sowieso, nein, aber auch ein paar Umdrehungen, irgendwie. Schade. Hatte von ihr mehr erwartet.
Da habe ich aber eine andere Sicht auf das Geschehen rund um Frau Klöckner. Diese Frau scheint durchsetzungstark und selbstsicher zu sein und wir können uns nur beglückwünschen, daß es in diesem Politikbetrieb wenigstens e i n e Person gibt, die sich nicht mit dem eigentlich lächerlichen Kram der linksgrünwoken Schreihälse abgibt. Es gibt zZt zu wenig Leute wie Frau Klöckner bei uns, vielleicht sind es Menschen wie Sie, die ein anderes Format haben - nun zu, trauen Sie sich und übertreffen Sie die Erwartungen, die Sie an Frau Klöckner haben.
Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung. Für mich eine starke Frau.
Es war ein Fehler von Frau Klöckner, sich zu den den Haaren herbeigezogenen und vor Dummheit triefenden Vorwürfen von linker und grüner Seite zu äußern. So etwas sollte man prinzipiell ins Leere laufen lassen. Es gab keinen Grund für eine Rechtfertigung. Den unterbelichteten Schreihälsen aus den immer gleichen Richtungen sollte man substanzlosen Vorhaltungen keine Aufmerksamkeit zukommen lassen, grundsätzlich nicht.
Ihr Argument "Weinkönigin" scheint mir etwas zu billig. Frau Klöckner hat nichts falsch gemacht, sie ist nicht als B-Präsidentin zu der Veranstaltung gegangen, sondern als Abgeordnete. Und wenn die Linken/Grünen jetzt schon eine Kontaktschuld daraus ableiten, ihnen unliebsame Journalisten besucht zu haben, zeugt das von schlechten Manieren. Wie soll schon Bismarck (den die grüne Emilia Fester ja nicht kennt) gesagt haben? "Wenn mich meine Gegner attackieren, weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin."
Kein umfallen in der Umfallerpartei der CDU gegenüber den Brüdern & Schwestern im Geiste aus grüner Sekte und der SPD.
Geht doch müßte man schreien wenn die Fakten nicht so lächerlich wären …..
Schwarze „höht die Signale“ es wird euer „letztes Gefecht“ „lasst das Internationale“ wenn ihr nicht ganz und gar von Taubheit geschlagen seid……Hier in Deutschland spielt in erster Linie die Musik und nirgendwo anders !
Weder in Kiew oder in Brüssel oder sonst wo ! Hier brennt der Baum. Taten will ich sehen und keine gebrochenen Versprechungen !
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republk
Sie wird doch wohl längst wissen, wie schnell und radikal die links-grüne Schickeria (und ihre Hiwis in den Medien) die vermeintliche "demokratische" Solidarität in der "gemütlichen" Wagenburg hinter der Brandmauer ins Gegenteil verkehrt.
Diese Solidarität "unserer Demokraten" mit der CDSU ist keinen Pfifferling wert. Die links-grünen "Meinungsmacher" halten nämlich (ganz wie Trump!) jeden Staatsbürger für einen Staatsfeind, der nicht bereit ist, in voller Länge ihre ideologischen Füße abzulecken und ihre Privilegien zu garantieren.
Frau Klöckner müsste allerdings selbst den Charakter und den Mut aufbringen, in ihrem Amt ihre demokratischen Pflichten gegenüber jedermann zu erfüllen und auf Fairness gegenüber allen zu achten.
Was die größte Oppositionspartei angeht, hört man noch nicht viel davon, und so lange hält sich mein Mitleid und Bewunderung in gewissen Grenzen.
Und wenn Julia Klöckner dann abgesetzt ist, werden sie dann aller Wahrscheinlichkeit nach Heidi Reichinnek installieren wollen.
Julia Klöckner kann ja dann
mit Jörg Pilawa "Das Quiz" gestalten und er fragt sie dann:
" Wie konnte es soweit mit dir kommen ??? "
Reichinnek, Ramelow und Gysi machen dann endgültig den Bundestag zu ihrer Bühne.
Also, auf die Barrikaden Genossen,
wie Reichinnek einst so kämpferisch im Bundestag schwadroniert hat.
Wenn ich das hier nicht ironisch kommentiert hätte, wäre die ganze Angelegenheit an sich nicht als Witz zu überbieten gewesen.
alles veranstalten, um das Davonschwimmen ihrer Felle zu verzögern.
NIUS, dessen Markenzeichen es ist, dem linksgrünwoken Mainstream nicht hinterher zu rennen, wie gefühlt 95% aller Medien und deren „Schaffender“, steht natürlich voll im Feuer.
Ich mag diese Plattform sehr und genieße vor allem NIUS LIVE, wo all der linksgrünwoke Dreck, der dieses Land zusehends kaputt macht (weil er das möchte) sehr gut analysiert und präsentiert wird. Immer wieder wird dort aufgefordert, das Gesendete nachzuprüfen.
Auch wenn ich Schoppenglas-Jule für eine unfähige Parlamentspräsidentin halte, muss ich ihr hier doch meinen Respekt aussprechen. Nicht, weil sie bei dieser Veranstaltung an diesem Ort war, sondern weil sie es sich nicht hat „verbieten“ lassen.
Vielleicht wähnt einigen Schwarzen, dass sie bald das Ufer wechseln, sprich über die Brandmauer springen müssen, um politisch zu überleben. Und Jule ist ja noch jung, die will noch ne Weile da bleiben, denke ich. Aber nur vielleicht...
Zwar noch recht zaghaft und hinter vor gehaltener Hand aber immerhin.
Ich denke mal die Union wird mit dem Koalitionsbuch nicht so lange warten wie Scholz. Wenn die LT- Wahlen im nächsten Jahr alle im Osten an die AfD gehen und im Westen ein zweiter Platz durchgängig erreicht wird, einhergehend mit starken Verlusten der CDU in Ost + West, ist doch anzunehmen, dass da im AdenauerHaus einer die Reißleine zieht.
Auch die Meldung dürfte bei CDU, SPD und der „2 Omas Partei gegen Rechts“ nicht gerade Begeisterungsstürme auslösen dass lt. NiUS sich die AfD zwar auf Pl. 3 der Umfrage zur Kommunalwahl in NRW befindet, ihren Stimmanteil aber verdreifacht hat. Und so kommt halt ein Mosaiksteinchen zum anderen.
Noch ist die Devise cool bleiben, fragt sich nur wie lange die Schwarzen die Nerven behalten die jetzt schon recht blank liegen …..
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik
Wie sie bislang so manche BT-Sitzung geführt hat und vor allem die AFD behandelt hat, Neutralität und Gleichheit bislang mit Füßen getreten hat, da könnte man schon die Forderung stellen, dass sie ihr Amt aufgeben sollte. Aber wegen der Teilnahme an dieser Veranstaltung? Die UNION hat es immer noch nicht kapiert und einige machen es ja mit. Kontaktschuld gerne bei den AFD-Politikern angewandt und skandalisiert, ist ein probates Mittel links-grüner woker Faschisten. Bislang traf es ja immer nur die bösen AFDler und ihre Unterstützer. Nun aber mal einen CDUlerin. Und das wird nicht das letzte Mal sein. Ja, das Frau Klöckner dem stand hielt und sich nicht unterbekommen ließ spricht für Sie. Aber wie sie mit Andersdenkenden umgeht, insbesondere im BT spricht gegen sie. Aber die Geschichte dürfte eh bald vergessen sein, jetzt, wo sie mit Pilawa ein *Traumpaar gebildet haben soll. Jetzt interessiert sich niemand mehr dafür, wie sie ihr Amt führt. Und das ist doch das eigentlich wichtige.
SORRY schon mal vorab...! Aber wenn man vom heutigen Artikel „Ein Raubüberfall in Maßanzügen“ über das globale Finanzsystem direkt hierher wechselt wird einem die provinzialität des Ereignisses und die ideologische Verblendung und Dummheit der Klöckner-Kritiker*innen erst so richtig bewusst - zwei unterschiedliche Welten... 🤔
Wirkliche Bedeutung für unser Leben hat davon nur eine.
Es verfestigt sich der Eindruck, dass die CDU-Frauen viel besser verstanden haben, wie der politische Kampf aktuell zu führen ist, als die Alt-BRD-Brigade um Merz. Birgit Kelle meinte mal, viele CDU-Männer würden die Kulturkampf-Aspekte immer noch für unwichtiges „Gedöns“ halten. CDU-Frauen wie Kelle und Klöckner hingegen nehmen den Kampf auf. Wenn Klöckner zudem eine Rede zur Meinungsfreiheit hält und sich „ungeniert“ mit dem Nius-Sponsor fotografieren lässt, dann zeigt sie indirekt Reichinnek&Co den mittleren Finger. Teile der CDU haben verstanden, dass Nius als Medium für sie wichtig ist, und dass sie damit Leute erreichen können, die sich von ÖRR/linken Mainstream verabschiedet haben, aber trotzdem größtenteils mittig ticken. Wer eine Ulrike Herrmann bei der Taz begrüßt, muss auch einen Julian Reichelt bei Nius aushalten. Vllt war es Klöckner eine Lehre, dass viele sauer waren, dass sie sich von dem grünen Führungsduo hat abhalten lassen, bei der AfD ihren Antrittsbesuch zu machen.
Es müsste viel mehr konservative Politiker mit dem Format von Frau Klöckner geben, hoffentlich werden sie mehr ! Die Reaktionen aus der linksgrünen Ecke bestätigen den Eindruck, dass diese Ecke in einer Blase gefangen ist, in der die Fähigkeit verloren geht, zu erkennen, demokratischen Diskurs zu unterscheiden von absurden Vorwürfen einer rechten Stimmungsmache. Es ist doch immer das Gleiche, sie beschwören "unsere Demokratie " und meinen doch nur ihre eigene Haltung, die keine andere zulässt.
