Antisemitismus und Homophobie - Terror im Kleinen

Muslimische Angriffe auf unsere Demokratie beschränken sich nicht auf Anschläge. Neben den Ereignissen von London und St. Petersburg geben auch kleine Vorfälle Anlass zur Besorgnis. Sie zeigen, dass der Schutz von Minderheiten innerhalb unserer Zivilgesellschaft nach wie vor nicht selbstverständlich ist

Ein Mann mit einem Kind auf dem Arm und einem an der Hand wirft am 08.04.2015 in München (Bayern) einen Schatten auf eine mit bunten Handabdrücken bemalte Wand einer Kindertagesstätte.
Antisemitismus und Homophobie treffen uns genauso wie die großen Gewalttaten / picture alliance

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Man schafft es gar nicht mehr, über das Kleine zu schreiben, weil einen das Große immer wieder überwältigt. Zwischen den terroristischen Anschlägen in London und St. Petersburg, die eine Stadt das Symbol des Westens, die andere die westlichste Russlands, gab es in Berlin zwei Ereignisse, bei denen keiner getötet worden ist, niemand auch nur ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Im Stadtteil Schöneberg hat ein jüdischer Junge nach antisemitischen Beleidigungen und körperlichen Angriffen eine Gemeinschaftsschule verlassen. Und in einer Kita in Reinickendorf protestierten Eltern massiv, weil der neue Erzieher schwul ist

Nun sind die letzteren beiden natürlich kleine, lokale Nachrichten im Vergleich zu den weltweit Schlagzeilen machenden Attacken. Doch erstens sind auch der Schüler und der Erzieher Opfer, wenn auch nicht fatale oder in erster Linie physische. Aber Jugendliche und Kinder, die in ihrer Schulzeit Mobbing und Gewalt erlitten haben, kommen oft ihr ganzes Leben nicht darüber hinweg. Und was es mit einem männlichen Erzieher, von denen es sowieso viel zu wenige gibt, macht, wenn Eltern ihm aufgrund seiner Sexualität implizit zutrauen, dass er sich an ihren Kindern vergeht, lässt sich nur schwer ausmalen. 

Demokratische Werte als gemeinsames Ziel

Zweitens aber entspringen alle Fälle demselben Geist. Denn in London, Sankt Petersburg und in Berlin waren die Aggressoren Muslime. Und es waren alles Attacken auf die Zivilgesellschaft. Zu der gehört das demokratisch gewählte Parlament wie in London ebenso wie die U-Bahn (kein Ort ist egalitärer!) wie in Sankt Petersburg und natürlich, und ganz entscheidend, der Schutz von Minderheiten und das Diskriminierungsverbot, die in Berlin zum Tragen kommen.

Gerade in Bezug auf Juden und Homosexuelle und gerade in Deutschland sind es vor allem die letzteren beiden Errungenschaften, für die viele Menschen in unserer Gesellschaft Unerträgliches erlitten haben. Sie mussten und müssen lange kämpfen, weil die Erfolge höchst fragil und keineswegs selbstverständlich sind. Jegliche kulturelle oder religiöse Überheblichkeit versinkt schnell, wenn man sich daran erinnert, dass es überwiegend deutsche Christen waren, die vor nicht allzu langer Zeit die Verfolgung von Juden und Homosexuellen aufs brutalste und grässlichste betrieben. Man sollte den Vergleich nicht auf die Spitze treiben, aber: Auch damals fing es damit an, dass jüdische Kinder in den Schulen gemobbt wurden, dass Menschen aufgrund ihrer Sexualität beruflich geächtet wurden.

Es lässt sich nicht leugnen, dass es nun Islamisten sind, die Juden umbringen, weil sie Juden sind und Schwule, weil sie schwul sind – in Paris, in Kopenhagen, in Brüssel und, natürlich, in Israel. Gunnar Heinsohn hat beschrieben, wie weit verbreitet der Antisemitismus in muslimischen Ländern ist. Doch spätestens seit der Attacke auf einen Schwulenclub in Orlando muss man konstatieren, dass Homosexuelle ebenso gefährdet sind, gerade weil sie in vielen muslimischen Ländern auch staatlich verfolgt werden. Außer im sogenannten Islamischen Staat werden Schwule auch im Iran exekutiert, in Saudi-Arabien können Homosexualität und Transvestismus mit der Todesstrafe geahndet werden. Der einzige Staat im Nahen Osten, wo es sich als Schwuler weitgehend ohne Angst vor Verfolgung leben lässt, ist bezeichnenderweise Israel.

Zusammenhang zum Islam sollte klar dargestellt werden

Nun gibt es einige verquere Erklärungen dafür, was diese Gewalt mit Religion zu tun hat oder nicht. Viele wohlmeinende Menschen tippeln um die Verbindung herum, und sagen, die Verfolgung von Minderheiten sei anti-islamisch. Der Islam sei eine Religion des Friedens und die Gewalt eine üble Verzerrung einer ansonsten großartigen Religion. Andere wiederum sehen die Gewalt im theologischen Konstrukt des Islam begründet. Dieser sei eine Eroberungsreligion, der die Unterdrückung Andersdenkender inhärent ist.

Die Antwort ist beides Mal Ja und Nein. Natürlich verüben nur eine Minderheit der Muslime physische und psychische Anschläge auf unsere Gesellschaft, aber die große Mehrheit der Anschläge wird von Muslimen begangen. Und natürlich liegt dem Islam eine kriegerische Haltung gegen andere Gemeinschaften zugrunde, aber das ist in anderen Religionen auch der Fall.

Verfolgung von Juden und Homosexuellen 

Gerade bei der Verfolgung der Juden und Homosexuellen hat die christliche Kirche unzählige Verbrechen begangen und auch nicht nur in grauer Vorzeit. Erst im Jahr 2000 bat Papst Johannes Paul II. die Juden dafür um Vergebung. Homosexuelle mussten bis zum vergangenen Jahr darauf warten, dass ein Papst sich bei ihnen entschuldigte. Auch sind homophobische Texte in der Bibel, etwa im dritten Buch Mose oder bei Paulus, einfacher zu finden als im Koran.

Religionen sind lange vor der wissenschaftlichen Revolution entstanden und tragen noch immer in ihrer DNA den Hass und den Blutrausch ihrer Zeit. Doch es ist möglich, dagegen zu kämpfen und zu gewinnen. Im Fall des Christentums dauerte es Jahrhunderte, bis die Autorität von ganz oben, von Gott oder den heiligen Texten, insoweit zerstört war, dass sie keine Verbrechen mehr autorisierte. Heute ist das europäische Christentum tatsächlich zu einer Religion des Friedens geworden. Und weil sich die Verfolgung von Minderheiten nicht mehr religiös begründen lässt, wird nicht mehr die Minderheit geächtet, sondern ihre Verfolgung.

Die Waffen der Zivilgesellschaft

Umso schlimmer also, wenn diese endlich überwunden geglaubten Ächtungen wieder aufleben, vor allem in Schulen und in Kitas. Was kann man dagegen tun? Zuerst einmal muss man erkennen, dass Antisemiten und Homophobe nicht die Feinde von Juden und Schwulen sind, sondern die gemeinsamen Feinde unserer Zivilgesellschaft, zu der auch die Muslime gehören, die verachten, was im Namen ihrer Religion getan wird. Dann muss man ihnen nicht mit ihren Waffen der Wut und Ausgrenzung begegnen, sondern mit den Waffen der Zivilgesellschaft: mit Verstand und Vernunft und, natürlich, auch mit Härte, wenn sie von den ersten beiden Waffen flankiert wird.

Und man muss in diesem Kampf Helden benennen, wenn es sie gibt. In Berlin gibt es sie. Kleine Helden des Alltags, die aber, passend zu den Ereignissen, auch im Großen wichtig sind. Da ist die Geschäftsführerin der Kita, die, anstatt den Erzieher, die Eltern bat, doch zu gehen, wenn sie mit der Situation nicht umgehen könnten. „Die sexuelle Orientierung eines Menschen hat niemanden zu interessieren. Für mich zählt seine Arbeit“, sagte sie. Und da ist der Imam Said Arif, der kurz nach dem Vorfall in der Kita in einer Moschee ein Treffen zwischen schwul-lesbischen Führungskräften und Vertretern der Ahmadiyya-Gemeinde organisierte. Es soll dabei hoch hergegangen sein, beide Seiten bekämpften sich intensiv – mit Argumenten. Danach gab es ein gemeinsames Essen. Wie in einer Zivilgesellschaft eben.

 

Zu diesem Artikel gibt es eine Umfrage
Cicero arbeitet mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Civey erstellt repräsentative Umfragen im Netz und basiert auf einer neu entwickelte statistischen Methode. Wie das genau funktioniert, kann man hier nachlesen. Sie können abstimmen, ohne sich vorher anzumelden.
Wenn Sie allerdings  direkt die repräsentativen Ergebnisse – inklusive Zeitverlauf und statistische Qualität – einsehen möchten, ist eine Anmeldung notwendig. Dabei werden Daten wie Geburtsjahr, Geschlecht, Nationalität, E-Mailadresse und Postleitzahl abgefragt. Diese Daten werden vertraulich behandelt, sie sind lediglich notwendig, um Repräsentativität zu gewährleisten. Civey arbeitet mit der Hochschule Rhein-Waal zusammen.

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Christa Wallau | Di, 4. April 2017 - 12:37

Wer sich auskennt in Geschichte, Anthropologie u. Psychologie, weiß, daß es direkte Zusammenhänge gibt zwischen den inneren Zuständen in einer Gesellschaft und ihrem Umgang mit "Andersartigen" (Minderheiten).
Ein offener, toleranter Umgang mit von der Norm abweichenden Personen ist in Gesellschaften, die diese früher einmal ausgegrenzt oder gar verfolgt haben, umso eher möglich als sich die Mehrheit der Menschen in dieser Gesellschaft nun in SICHERHEIT u. relativem WOHLSTAND befinden. Wer diese Säulen ins Wanken bringt, gefährdet automatisch die Minderheitenakzeptanz. Durch Schönreden oder Appelle sind die Abwehmechanismen, die in jedem Menschen angelegt sind, nicht zu überlisten. Jede Gruppe, auch ein Volk, hat Sensorien dafür, daß zu viele akzeptierte Minderheiten die eigene Gruppen-Identität, auf die sich die Mehrheit in ihrer Werte-Ordnung bezieht, in Gefahr bringen und ihr damit den Boden unter den Füßen wegziehen. Das mag man beklagen. Kluge Politiker berücksichtigen es aber.

Claudia Korthals | Di, 4. April 2017 - 13:44

Damit Minderheiten weiter in Sicherheit leben können, muss vor allem die sie umgebende heutige Mehrheitsgesellschaft wertgeschätzt als schützenswert empfunden werden.

Brigitte Karpenkiel | Di, 4. April 2017 - 13:57

Die Waffen der Zivilgesellschaft: Ach, Herr Wißmann, das klingt so schön, ist m. E. aber von der Realität sehr weit entfernt. Was wurde nicht schon viel darüber diskutiert, wie man mit den Feinden der Zivilgesellschaft umgehen soll. Ganz einfach: klare Kante zeigen, keinen Kuschelkurs, sondern wer versucht, Minderheiten zu verfolgen, hat in unserer Gesellschaft nichts zu suchen. Verbohrte Menschen lassen sich nicht überzeugen.

petra gitschel | Di, 4. April 2017 - 18:19

In reply to by Brigitte Karpenkiel

Frau Karpenkiel , ich pflichte Ihnen bei . Es ist ja auch nicht so das nur endlos diskutiert wird, es wurde doch auch schon so einiges versucht und immer wieder Toleranz walten lassen. Aber es zeigt sich leider immer wieder, Bei der Mehrheit der Menschen geht es eben nicht ohne gezogene Linien Vorgaben und Grenzen, die für alle gelten und einzuhalten sind. Toleranz bis zur Selbstaufgabe sollte nicht betrieben werden.

Reiner Jornitz | Di, 4. April 2017 - 14:06

Wenn nicht jetzt, wann dann! wenn nicht integrierungswillige Muslime gegen unsere Freiheit und Werte ankämpfen, sollte man sie dort hinschicken wo sie herkamen ohne Pro Asyl. Der Staat sollte endlich Rückgrat zeigen und um unsere Werte verteidigen.

Karin Zeitz | Di, 4. April 2017 - 14:10

ist eine wichtige Aufgabe einer demokratischen Gesellschaft. Allerdings darf diese nicht dazu führen, dass Angehörigen von Minderheiten bei Strafverfahren von den Gerichten eine Art "Bonus" eingeräumt wird und z.B. Bewährungsstrafen bei Straftaten verhängt werden, die jeder Andere im Gefängnis verbüßen müsste. Anders kann ich mir die neuerdings veröffentlichte Statistik nicht erklären, der zufolge der Anstieg von Straftaten durch Migranten auf wenige hoch Kriminelle zurück zu führen sei. Außerdem übersteigt es mein Rechtsverständnis, dass nach unsere Gesetzgebung​ hoch nicht einmal Mörder für hierzulande begangene Morde abgeschoben werden dürfen, weil ihnen in ihrer Heimat möglicherweise Böses widerfahren könnte.

Mathias Trostdorf | Di, 4. April 2017 - 14:30

Das Rad der Freiheit in der westlichen Welt dreht sich doch schon lange wieder zurück. Ob es Denk- oder Sprechverbote sind, oder ob es die konkreten Dinge im Alltag sind, bei denen uns aggressive Minderheiten oder Vertreter von Religionsideologien und deren angepaßte Fürsprecher in unseren Parteien sind.
Schlimme Entwicklung! Und keiner weiß so recht, warum das seit ein paar Jahren in dieser Weise passiert. Und warum das mehr oder minder klaglos hingenommen wird. Oder warum aus den Fehlentwicklungen nicht gelernt oder gegengesteuert wird.

Karl Kuhn | Di, 4. April 2017 - 14:42

"natürlich liegt dem Islam eine kriegerische Haltung gegen andere Gemeinschaften zugrunde, aber das ist in anderen Religionen auch der Fall."

Das ist eine gern genommene Binse, die aber nicht stimmt. Nur weil sowohl die Maus ebenso wie das Nashorn eine Körpermasse größer Null hat, sind Mäuse trotzdem kein Großwild. Die Gewalt ist im Islam in großem Umfang und sehr konkret als Handlungsanweisung der Gläubigen kanonisiert. Das ist in diesem Umfang BEI WEITEM NICHT in keiner anderen Religion der Fall. Solchermaßen vergiftete heilige Schriften sind nicht mehr heilbar. Wer sich für den Islam heute einen anderem Namen ausdenken und die Schriften leicht verändert zu Papier bringen würde, käme sofort ins Gefängnis. Das wäre mit dem Neuen Testament NICHT der Fall - auch wenn fast nur Stuss drinsteht, so ist dieser doch nicht gefährlich. Dass unter dem Christentum auch Verbrechen begangen wurden, hatte nichts mit der Schrift und alles mit kirchl. Machtansprüchen zu tun (entgegen der Schrift).

Das Christentum hat ebenfalls viel Gewalt hervorgebracht. In den sogenannten Bauernkriegen und dem 30jährigen Krieg ging es um ein ähnliches Problem: Religion als Herrschaftsideologie. Erst die Aufklärung, die aus dem 30jährigen Krieg hervorgegangen ist, hat langsam zur Klarheit geführt. Die Religion ist über diesen ungeheuer gewalttätigen Krieg gezähmt worden. Erst dann wurde ein Voltaire möglich. Und wie sieht es heute aus? Man stelle sich vor, der Islam würde genauso satirisch behandelt werden wie das Christentum. Dann wäre hier noch mehr Mord und Totschlag, und die Politiker würden sich gegen die Satiriker aussprechen. Ich denke nur an Dänemark und Frankreich und an viele Äußerungen danach. Nein, Religion als Herrschaftsideologie ist im wahrsten Sinn des Wortes verheerend!

"Allah hat das Leben und den Besitz der Gläubigen für das Paradies eingehandelt. Es ist ihnen (den Gläubigen) bestimmt, auf Allahs Wegen zu töten und getötet zu werden." Das ist harter Toback, aber so steht' s eben da.
Wenn nun das und andere ähnlich lautende Verse unverhandelbar für alle Mohammedaner gelten, wer sind dann überhaupt die echten Anhänger der "Religion des Friedens"?
Die Gelegenheitsgläubigen oder die Fundamentalisten? Zu behaupten, Islamismus habe nichts mit dem Islam zu tun, erscheint mir als eine nette Beschwichtigung der Biotopisten aus den Rotwein-Gürteln. Wie lange sie wohl noch aufrecht erhalten werden kann? Wir leben in spannenden Zeiten.

Ehrlich gesagt, kann ich auf die "spannenden Zeiten" prima verzichten.

Wie spannend das noch werden könnte, hat Rolf Peter Sieferle in seinem letzten Buch (bevor er den Freitod wählte) geschrieben.

Wir sollten hoffen, dass das nicht eintritt.

Nun ja, stimmt aber leider so nicht, am besten mal bei Christopher Hitchens "Gott is not great" nachlesen...oder mal das Neue und Alte Testament einfach durchforsten. Und leider lässt sich auch hier sehr viel interpretieren. Sonst würden wahrscheinlich all die christlichen Terroristen nicht so begeistert Homosexuellle quälen oder umbringen, Frauenärzte töten, Andersgläubige bedrohen usw.
Was nicht heisst, das die Mehrheit der religösen Menschen Terroristen sind.

Da ich das Neue Testament ganz gut kenne, würde mich mal interessieren, was mehrheitlich an Stuss so drinstehen soll. Liebe Deinen Nächsten? Seelig sind die Friedfertigen? Eher nachgeben als zurückschlagen(Eskalation)? Nähme man diese Werte als Masstab, sähe die Welt heute anders aus. Aber heute weicht man keinen Zentimeter, eher prozessiert man, bis der Arzt kommt. Das selbige gilt nat. nicht für den Staat, dieser hat Wächter- und Verteidigungsfunktion( Zwei Reiche-Lehre, bitte auseinanderhalten). Und dass es schwerfallen sollte, dem NT Aggressivität zu unterstellen, versteht sich von selbst, es sei denn, man kennt es nicht und die christliche Lehre ebenfalls.

Julia Wille | Mo, 10. April 2017 - 15:35

In reply to by Jörg Haerter

Ich hab gar nicht behauptet das im NT Stuss drin steht.
Aber die Idee mal selber die geeigneten Stellen herauszusuchen ist gar nicht schlecht. Danke schön. Es wird nur etwas dauern, ich wohne in Canada und muss erst mal ein deutsches NT finden.

Konrad Kugler | Di, 4. April 2017 - 15:12

Frau Wallau und Frau Karpenkiel.
Frau Korthals, würden Sie widersprechen, wenn ich Ihren Satz verändere?
Damit Minderheiten geschützt leben können, muß die sie umgebende Mehrheitsgesellschaft sich als wertgeschätzt empfinden.

Pan Peter | Di, 4. April 2017 - 15:23

Ich frage mich wie man in einem Artikel über die Diskriminierung von Minderheiten eine Minderheit diskrimieren kann. Muslime (nicht Islamisten! - eine genauere Wortwahl wäre wünschenswert) werden pauschal als "Aggressoren" bezeichnet. Mit dieser Argumentation könnte man genauso Männer allesamt verurteilen, weil es allesamt Männer waren, die die Anschläge verübt haben oder Heterosexuelle etc. . Die Vergleiche zum III. Reich hinterlassen zudem einen faden Beigeschmack. Wenn man das Wort Muslim durch Jude ersetzt, würde man erkennen, dass hier eine pauschale Verurteilung einer Gruppe betrieben wird wie eben auch im Nationalsozialismus, diesmal aber gegen Muslime. Hinzukommt die antireligiöse Grundhaltung ("DNA des Hasses") die übrigens im Nationalsozialismus auch vorgeherrscht hat. In Auschwitz waren auch christliche Priester, es scheint, dass der Autor keine fundierten Geschichtskenntnisse hat. PS: Nicht nur in Zivilgesellschaften gibt es U-Bahnen und Johannes II. war 535 n. Chr. Papst!

@ 'Pan Peter': Die islamischen Attentäter begründen ihre Gewalt aber nicht mit ihrem Geschlecht, sondern mit ihrer Religion. Und ihre Glaubensgenossen hier und weltweit billigen zu einem erschreckenden Prozentsatz diese Taten, das bezeugen zahlreiche einschlägige Umfragen zum Beispiel durch Pew. Die zugrundeliegende Geisteshaltung wird offenbar auch in zahlreichen deutschen Moscheen gepredigt. Das steht in dem neu erschienenen Buch eines ausgesprochenen Islamverstehers. Wir dürfen davor nicht länger die Augen verschließen. (Anm. der Red.: bearbeitet)

... ggf. nur von Ihnen selbst beantwortet werden, da hier kein Mensch ableiten könnte woraus sich diese Frage für Sie ergab.
Ihre Zeilen rufen jedoch Fragen an Sie hervor, um deren Beantwortung ich bitte.

1. Wo und/oder an welcher Stelle entnahmen Sie, daß Muslime pauschal als Aggressoren bezeichnet wurden oder werden?

2. An welcher Stelle ergab sich für Sie ein sog. "fader Beigeschmack" im Zusammenhang eines Vergleichs mit dem III. Reich?

3. Aus 2. ergab sich nun zwangsläufig die Frage: Sind Ihnen persönlich die menschenverachtenden wie mörderischen Praktiken der regierenden Nazis, während der Zeit des sog. III. Reiches, geläufig?
Falls ja müssten Sie eigentlich wissen, dass die Juden von den Nazis als sog. Rasse verfolgt und in ihrem Einflussbereich vernichtet wurden, nicht als Religion.
Christliche Priester wurden übrigens nicht wegen ihrer Rasse von den Nazis verfolgt.

U-Bahnen gibt es nur in Zivilgesellschaften und, er Autor prach von Paul Johannes dem II .

1. "Zweitens aber entspringen alle Fälle demselben Geist. Denn in [...] waren die Aggressoren Muslime." Mit dieser pauschalisierenden Formulierung bin ich nicht einverstanden und halte sie den Millionen friedliebenden Muslimen gegenüber für ungerecht. Was soll mit diesem Satz ausgesagt werden?
2. und 3. "[...] wenn man sich daran erinnert, dass es überwiegend deutsche Christen waren, die vor nicht allzu langer Zeit die Verfolgung von Juden und Homosexuellen aufs brutalste und grässlichste betrieben. " Hier wird intendiert, dass NS Taten christliche seien und das ist in Anbetracht der religiösen (richtig, nicht rassistischen) Verfolgung von Christen im III. Reich unangebracht. Sie haben mich wohl missverstanden.

Belarus z.B. halte ich für keine Zivilgesellschaft (nach westlichem Verständnis), obwohl es eine U-Bahn in Minsk gibt. Papst Johannes Paul II. ist gemeint, wurde inzwischen von der Redaktion geändert.

Im Artikel wird vieles vermischt und schlecht argumentiert.

Rolf Pohl | Mi, 5. April 2017 - 17:53

In reply to by Pan Peter

Das s.g. Pan Peter mag Ihrer persönlichen Wahrnehmung zwangsläufig so entsprechen wie Ihrem Wunsch folgen, dass alles Gelesene was Ihrer Sichtweise widerspricht als schlecht argumentiert gilt.
Mir z.B. half intensives Lesen incl. Prüfung einiger Sachverhalte und, ich kam auf ein Ergebnis das Ihrer Wahrnehmung nicht annähernd folgen kann.

Lassen wirs also sein, wir würden wohl auch in Folge an den Stellen zu keiner Übereinstimmung kommen.
Einen schönen Mittwochabend für Sie.

Im Kommentar habe ich meine Meinung zum Artikel geäußert und mit Textstellen belegt. Sie dürfen gerne eine andere haben, das ist das Gute an pluralistischen Gesellschaften. Im Artikel wird eine Pars-Pro-Toto Argumentation betrieben, die nicht richtig ist. Nur weil Islamisten Anschläge (auch im Namen des Islam) verüben, heißt es noch lange nicht, dass der Islam daran schuld ist. In sprachlicher Hinsicht werden Islamisten und Muslime in einen Topf geworfen, da die Begriffe synonym verwendet werden. Hinzukommt die generelle Kritik an Religion, die für alles Übel der Welt verantwortlich sei. Die schlimmsten Ideologien der Geschichte wie der Nationalsozialismus oder Stalinismus beweisen, dass es auch ganz gut ohne Religion geht. Die 1000 Zeichen der Kommentarfunktion reichen leider nicht aus, um eine fundierte Kritik dieses Artikels zu verfassen. Das Vergleichen von Anschlägen mit Schulmobbing und eine generelle Islamkritik gepaart mit Parallelen zum III. Reich sind mir unverständlich.

Ihre Kritik kann ich nicht nachvollziehen. Kritisiert werden nicht Muslime an sich. Kritisiert wird die Ideologie des Islam. Da ich einige Jahre im Nahen Osten gearbeitet habe, kann ich bestätigen, dass in der Ideologie des Islam die Anhänger des Islam über allen anderen Menschen stehen (einen höheren Wert haben). Nach unserem Verständnis ist so eine Ideologie faschistisch. Als Christen haben wir da sogar noch Glück wie mir ein Geistlicher in Kairo mal erklärte. In der Rangordnung stehen wir zwar unter den Muslimen, aber immer noch oberhalb von Atheisten oder (ganz schlimm für die meisten Muslime) Juden. Es gibt selbstverständlich aufgeklärte Muslime (auch in meinem Freundeskreis), welche die faschistischen Aspekte der Ideologie des Islam ablehnen. Daher darf man Islamkritik nicht als Kritik an der Minderheit der Muslime generell verstehen. Aber Kritik am Islam sollte durchaus erlaubt sein und nicht sofort als islamophob oder rechts abgewertet werden.

Ohne die Kirchen, insbesonder die katholische wäre Hitler wahrscheinlich nicht an die Macht gekommen. ( siehe "Der Pabst der geschwiegen hat")
Es gab viel Übereinkünfte zwischen Kirche und Staat, was nicht heisst, das nicht auch christliche Würdenträger im Widerstand waren, verhaftet, gefoltert und ermordet wurden. Nur waren dass leider doch Ausnahmen. Insgesamt hatten die Nazis keine besonderen Problem mit dem Christentum, genausowenig wie die italienischen Faschisten, die spanischen oder später auch viele lateinamerikanische Diktaturen ( z.Bsp. in Chile).

Martin Jäger | Di, 4. April 2017 - 15:45

Eine Phobie ist eine Angststörung und damit ein pathologischer Zustand. Wer dazu neigt, jede Kritik an bestimmten Denk- oder Verhaltensweisen mit Phobie-Neologismen zu apostrophieren, denunziert damit abweichende Meinungen als krankhaft und verlässt somit das Feld des sachlich-argumentativen Diskurses. Dies gilt für den Begriff der "Islamophobie" ebenso wie für den vom Autor ersichtlich unkritisch verwendeten Begriff der "Homophobie". Sprache schafft Bewusstsein. Deshalb verbietet sich in einem sachlich und respektvoll geführten Meinungsstreit grundsätzlich die Verwendung jeglicher "Phobie"-Neologismen, egal ob sie ins eigene Weltbild passen oder nicht!

"Eine Phobie ist eine Angststörung und damit ein pathologischer Zustand."
Sehr geehrter Herr Jäger. Man kann's auch anders sehen; nehmen wir doch einfach mal diejenigen, die diesen Begriff gebrauchen, beim Wort. D.h., wer an einer Phobie leidet, kann normalerweise nichts dazu; es handelt sich hierbei in der Regel um einen bedauernswerten Menschen. Das sollte eigentlich zum Allgemeinwissen gehören. Und das heißt dann, wer Menschen eine Phobie, egal welche, zum Vorwurf macht, macht ihm seine Krankheit zum Vorwurf. Das braucht man wirklich nicht mehr kommentieren.
mfg
Wolfgang Beck

Lotte Stirger | Di, 4. April 2017 - 15:49

Frau Korthals, Frau Wallau, Herr Kugler,
Ihre Aussage
"Damit Minderheiten weiter in Sicherheit leben können, muss vor allem die sie umgebende heutige Mehrheitsgesellschaft sich als wertgeschätzt empfinden."
impliziert
"Wenn die Mehrheitsgesellschaft sich (auf Dauer) nicht als wertgeschätzt empfindet, muss es eines Tages dazu kommen, dass bei uns wieder Juden und Homosexuelle auf offener Straße erschlagen werden."

Ist das Ihre nüchterne Prognose, Ihre Befürchtung, Ihre Äußerung von Verständnis oder Ihre Drohung?

Claudia Korthals | Di, 4. April 2017 - 17:22

In reply to by Lotte Stirger

Frau Stirger,
Sie zitieren mich falsch. Lesen Sie noch einmal unvoreingenommen.

Paul Steinäuser | Di, 4. April 2017 - 16:02

Vielen Dank dafür, dass sie eine klare Verbindung ziehen zwischen dem Terror im Großen und dem im Kleinen. Das Erschütternde ist, dass Menschen, die die Debatten um die sog. Integration muslimischer Immigranten schon vor 2015 verfolgt haben und etwa die Bücher von Buschkowsky, Kelek oder Heisig gelesen hatten, genau wussten, was mit dem Zuzug weiterer Millionen muslimischer Migranten auf uns zukommt. Und die sich verzweifelt fragen, warum eine Gesellschaft es sich antut, ohne Not nochmal bereits erledigte Kämpfe ausfechten zu wollen. Was Ihre beiden Lösungsvorschläge angeht: Zu "Härte" gegenüber dem Islam ist unsere kulturrelativistische, antiautoritär erzogene Gesellschaft nicht fähig, nur gegenüber den "Hetzern" aus den eigenen Reihen. Und Vernunft und Verstand" ziehen wenig bei einer Ideologie, die die kritische Methode nicht kennt und sich auf unhinterfragbare, absolute Wahrheiten beruft. Freiheit und Sicherheit hierzulande werden weiter erodieren. Keine Lösung, nirgends.

kann ich dazu nur sagen. Ein wirklich realitätsbezogener Kommentar.
Sie sprechen mir voll aus dem Herzen. Leider sehe ich für die Zukunft schwarz. Dies hier ist nur ein kleiner Vorgeschmack. Der Westen wird mit dem politischen Islam nicht fertig werden.

Giesela Kramski | Mi, 5. April 2017 - 17:12

In reply to by Heike Stürmer

Und deswegen wählen wir unser "weiter so?" - müsste ich darauf ironisch fragen.

Wenn schon nur alle Jubeljahre Wahlen sind und nur dort der Bürger ein Bestimmungsrecht hat, dann ist es um so bitterer, wenn offenbar kein Interesse besteht eine Änderung herbei zu führen. Weitere Jahre bis zu Wahlen 2021 bzw. noch später werden die Situation nicht bessern. Heute gerade gelesen: Hunderttausende haben das Recht auf Familienzusammenführung. Wir bleiben politisch korrekt - koste es was es wolle.

Ich selbst werde entsprechend wählen, wenn auch nicht mit Enthusiasmus. Aber die Gefahren, die von "rechts" ausgehen, halte ich für allemal geringer als die, die von der toxischen Religion ausgehen, die sich hier immer weiter breit macht.

Juliana Keppelen | Di, 4. April 2017 - 16:12

muss bekämpft werden. Denn leider gibt es in Schulen für Schüler viele Mobbing-Gründe z. Bsp. falsche Kleidung, falsche Eltern, falsches Handy, falsche Schulnoten (zu gut oder zu schlecht), falsche Religion, falsche Ethnische Zugehörigkeit usw. für Alle und für Alles gilt wehret den Anfängen hoffentlich wurde da nicht schon was verpasst. Es gilt Mobbing knallhart zu bekämpfen "geht nicht, Gibt's nicht" wir sind nicht der wilde Westen.

ingrid Dietz | Di, 4. April 2017 - 16:52

ist leider von keiner Seite mit Toleranz zu rechnen !

Zumindest für mich steht "Religion" nur als anachronistischer Aberglaube !

... ist leider von keiner Seite mit Toleranz zu rechnen !"

Was in vergangenen Zeiten, wie etwa dem Mittelalter, noch völlig zutreffend war.

Aktuell aber wird, bis auf wenige Ausnahmen, leider nur von einer Seite religiöse Intoleranz wahrnehmbar. Nämlich, seitens des Islam.
Obwohl, in Fall des Islam würd z.B. ich inzwischen nicht mehr nur von einer Religion sprechen sondern von einer Ideologie, die Deutungs und Hoheitsansruch in allen Lebensbereichen beansprucht und auch strikt erheben will.

Dem Inhalt Ihrer letzten Zeile schließ ich mich gern an.

Ihrem ersten Satz stimme ich voll zu. In diesem Zusammenhang darf ich
auf Christopher Hitchens Buch hinweisen: "Der Herr ist kein Hirte. Wie Religion
die Welt vergiftet".
Zu Ihrem nachfolgenden Satz möchte ich Sie fragen: Ist Glaube 'ana'chronistisch?"

gestatten Sie mir ein wenig Kritik. Ihre Ansicht oder auch Meinung zum Thema Religion akzeptiere ich. Tatsächlich aber sieht es der Großteil der Menschheit ganz und gar nicht so. Auch das akzeptiere ich. Und wenn jemand an welchen Gott oder spirituelle Einheit auch immer glaubt, akzeptiere oder toleriere ich auch das. Widersprechen muss ich Ihnen aber, wenn Sie behaupten von keiner Seite wäre mit Toleranz zu rechnen. Wenn ich mir das Gehabe der Herren Bedford-Strohm, Marx, Wölki oder sonstiger sogenannter Würdenträger anschaue, kann ich da überhaupt keine Intoleranz erkennen, fast im Gegenteil drängt sich mir der Eindruck auf, dass es für die genannten ganz besonders wichtig ist, für den Islam zu werben und ihn dem christlichen Glauben mindestens gleichzustellen. Mehr noch kommt es mir fast wie eine Selbstaufgabe und Unterwerfung vor, sozusagen eine Steigerung der Toleranz.

Jürgen Streeb | Do, 6. April 2017 - 12:09

In reply to by Armin Latell

Was das von Ihnen genannte Verhalten der obersten Repräsentanten der beiden Amtskirchen betrifft, fallen mir statt Toleranz nur die Bezeichnungen Naivität, Blauäugigkeit und Infantilismus ein.

Bernhard Jasper | Di, 4. April 2017 - 17:19

Herr Wißmann, ein sehr guter Beitrag. Aber es geht noch viel weiter.

Was heute alles so aufgeklärt-zeitgenössisch daherkommt. Dabei geht es oft um das unverwechselbare Eigenleben, bis zur letztlich unerbittlichen Ausgrenzung. Was käme wohl dabei heraus, wenn man die Gesellschaft polemisch nach der Vorstellung von Stadt befragte, oder nach ihrem Gesellschaftsbild?

Ein säkularisiertes „himmlisches Jerusalem“, mit einer endzeitlichen Friedensordnung? Natürlich nicht. Die Gesellschaft hat keine Vorstellungen mehr davon, sie hat sich aufgelöst in einzelne Gruppen mit verschiedenen Lebensstilen, die sich immer weiter ausdifferenzieren und auf die Städte durchschlagen wird.

Wer den Frieden erhalten will, muss unsere Gesetze anwenden und umsetzen.

P.S: Heute verabreden sich Hooligans zu Massenschlägereien in den Bundesliga-Städten. Nur unter enormen Polizeieinsatz bekommt man diese Gewalt in den Griff.

Klaus Eckhard | Di, 4. April 2017 - 18:13

Minderheitenschutz ist d a s Anliegen der Politik. Gerade erst wurde ein Wiedergutmachungsgesetz für erlittenes Unrecht gegenüber Homosexuellen auf den Weg gebracht. Und hier wieder zu feige! Kein Wort der Politik zu den im Artikel geschilderten Vorfällen. Islamkritik in Deutschland und von Deutschen am Islam ist ja Islamophobie! Nicht zu begreifen.
In Deutschland gilt: Meinungsfreiheit, Frauenrechte, und das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Beurteilen Sie selbst den Islam nach diesen Kriterien.

Johannes Reusch | Di, 4. April 2017 - 18:16

Das Verständnis vieler Einwanderer von der Rollen der Frau sowie ihre Einstellung zu Juden und zu Schwulen wird von ihnen ja nicht durchgehend verheimlicht.
Diese Neuankömmlinge sind jetzt Teil unserer Gesellschaft in die sie ihre Haltung wie jedes länger hier lebende Mitglied auch einbringen dürfen und sollen. Wegen der regelmäßig mehrere Generationen dauernden 'Integration' ist eine merkliche Beeinflussung des allgemeinen Konsenses schon zu erwarten.
War doch schon vor zwei Jahren klar, oder?
Unsere westlichen Werte erlauben halt viele Entwicklungen und nicht jede Errungenschaft ist jedem ein Fortschritt.

PETER MECKEL | Di, 4. April 2017 - 19:58

GLAUBENSKKRIEGE IM 3. JAHRTAUSEND

erst einmal vielen Dank für Ihren mutigen Artikel.
Ja wir leben im 3. Jahrtausend nach CHRISTUS, so zählt man in unserer aufgeklärten, zivilisierten Welt und es gibt immer noch große Glaubenskriege man sollte es nicht glauben, oder besser noch vom Glauben abfallen, was man besser sehr vielen raten sollte...
was wir gerade in NAHEN OSTEN erleben sind in aller erster Linie Glaubens-Kriege und Stellvertreter-Kriege...
für die wir als "Gläubiger" durch Merkel und Co. wieder gutmachen müssen, was unsere "Freunde" aber zu verantworten haben und das tun wir sogar als "UNGLÄUBIGE...
ich reduziere meine Toleranz auf die einfache Formel: KEINE TOLERANZ DEN INTOLERANTEN...
Henryk M. BRODER habe ich geschrieben es sei doch besser nichts mehr über den Terror zu berichten, Antwort ja, dann aber auch nicht mehr über AFD und Pegida...
eine Tag später hat ein der größten französichen Zeitungen genau dies "Gott sei Dank" beschlossen...

ich glaube es ja nicht -

Akira Ozawa | Di, 4. April 2017 - 20:33

Benennt man einfach Ross und Reiter:

Tatsächlich ist es doch so, dass die politischen Verantwortlichen angesichts von ihrer in der Vergangenheit aufgelegten und betriebenen absolut verfehlten Migrationspolitik gegenüber dem Islam in der BRD so was von Ängsten getrieben sind, welche Reaktionen von den hiesigen Muslimen ausgelöst würden, wenn man den Islam in seine Schranken verweisen würde.

Und ganz grundsätzlich sollte es inzwischen auch möglich sein, Religionen dorthin zu verweisen wo sie hin gehören: In die Privatsphäre jedes Einzelnen.

Es gibt überhaupt keinen nachvollziehbaren Grund, warum Religionen so massiv wie der Islam seiner Gläubiger- Masse und immer, also mit einer direkten Einflussnahme deren tägliches Leben vorschreibend (z.B. Juden- & Schwulenhass), das öffentliche Leben in Deutschland mehr und mehr, gepaart mit einer unsäglichen, nicht mehr nachvollziehbaren Toleranz gewährenden Appeasementpolitik, verformen.
Deshalb jetzt: Konsequente Säkularisierung, Laizismus.

Volle Zustimmung. Einer Problemlösung kommt man nur durch eine absolut strikte und konsequente Trennung von Religion und Staat näher. Eine solche Trennung ist im Islam aber nun einmal nicht denkbar. Religion und Staat verschmelzen dort zum Gottesstaat und nehmen das Individuum in Geiselhaft.
Der Begriff der Religionsfreiheit muss verbindlich völlig neu definiert werden. Religion und Staat sind absolut konsequent zu trennen. Religionsfreiheit darf im Wesentlichen lediglich bedeuten, dass der Einzelne in seiner Privatsphäre den Gott anbeten kann, den er für sich persönlich wichtig und richtig hält. Mit der Religionsfreiheit muss es sich verhalten wie mit jeder Form von Freiheit. Sie hört da auf, wo die Freiheit des anderen beginnt.

Martin Wessner | Di, 4. April 2017 - 21:09

Zitat: "Und natürlich liegt dem Islam eine kriegerische Haltung gegen andere Gemeinschaften zugrunde, aber das ist in anderen Religionen auch der Fall."

Sehr geehrter Herr Wißmann, ich verstehe Ihre Absicht wohl. Sie wollen Wogen glätten, Gräben zuschütten und versöhnen statt spalten. Nur bitte bei aller Zustimmung, was Ihre Intention betrifft, so sollten Ihre Argumente zumindest so haltbar sein, daß der Zweck Ihrer Absicht auch erfüllt wird. Wollen Sie denn wirklich ERNSTHAFT behaupten, daß im Christentum, -also im 2. Testament- zu Krieg und Gewalt aufgerufen wird und das Jesus ein praktizierender Gewalttäter und Kriegsheer war? Jesus Christus, der sich höchstselbst für die Friedfertigkeit aufopferte? Und das im Buddhismus, Konfuzianismus, Shintoismus, Scharmanismus oder Hinduismus Gewalt verherrlicht wird, ist mir auch neu. Der Islam ist indes die einzigste Religion, wo die Glaubenspraxis auch in dem, was wir als negativ empfinden(zB. Gewalt), mit der theo. Theorie übereinstimmt.

Stefan Zander | Di, 4. April 2017 - 23:02

Nun, Herr Wißmann, die „verquere“ Erklärung für islamisch bedingte Gewalt, ist vielleicht doch nicht so „jein“, wie sie hier glauben machen wollen. Das die Gewalttaten von einer Minderheit begangen werden, ist doch ein Binse. Anderfalls hätten wir schon die Bundeswehr im Einsatz. Viel relevanter in diesem Zusammenhang ist der Prozentsatz der Zustimmung der großen unbeteiligten Mehrheit unter den Muslimen, wenn so etwas geschieht. Woher dieser Hass auf die westliche Welt kommt, ist auch schon von verschiedenen Stellen beleuchtet worden. Frau Lengsfeld hat z.B. hierzu eine Artikelreihe auf ihren blog für jeden kostenlos zur Verfügung gestellt.

Stefan Zander | Di, 4. April 2017 - 23:04

Zur ihrer Aussage „Im Fall des Christentums dauerte es Jahrhunderte,….“ möchte ich gerne anmerken, dass die Aufklärung und damit der Siegeszug des Wissens über den Glauben in Europa schon vor 250 Jahren begann. Wenn Sie solange darauf warten wollen, dass ein großer Teil der islamischen Mitbürger anfängt, selbstreflektierend und kritisch die Aussagen von selbst ernannten Gotteswillen-Kennern (Imame) zu hinterfragen, wertschätzend der Gesellschaft gegenüber zu stehen, die ihnen ein gutes und sicheres Leben ermöglichte und letztlich anerkennt, dass (weil Sie Wissenschaft ansprachen) aus rein islamischen Ländern seit 100 Jahren kein nennenswerter Beitrag mehr zur Wissensbereicherung (siehe z.B. Patentanmeldungen) mehr kam, dann ok. Ich will solange nicht warten.

Hubert Manter-Koller | Mi, 5. April 2017 - 00:19

Ich kann ihnen sagen, was der Vorfall in Reinickendorf mit einem männlichen Erzieher macht, der schwul ist (bin ich auch, beides): er ist sehr froh, dass er bei seiner, vor ca. einem Jahr angetretenen Arbeitsstelle beschlossen hatte, gerade wegen der Moslems "im Schrank" zu leben, auch vor allen Kollegen. Mein "Mitbewohner" hat inzwischen schon eine Freundin angedichtet bekommen...

Vor den Christen hatte ich früher nur Furcht vor Denunziation, bei den Moslems geht es doch eine Ebene tiefer, in deren Ländern bin ich Freiwild. Ob die einen auf dem Nachhauseweg nicht mal nachstellen, weil man ein wandelndes Fanal für deren Religion ist? Ich vertraue da nicht mehr drauf, auch nicht auf die "Gesellschaft" (ich sehe ja, es interessiert sie eher wenig, wie mit dem jüdischen Schüler). Und also lebe ich eben im Schrank, wie in den 1950igern. Seit Orlando mache ich mir ohnehin keine Illusionen mehr. In der Frage Islam oder Homos hat der Islam einfach mehr Sympathiepunkte, warum auch immer.

Gottfried Meier | Mi, 5. April 2017 - 07:46

Wenn der Islam eine Religion des Friedens ist, dann Frage ich mich, warum überall auf der Welt im Namen des Islam Terroranschläge begangen werden und warum sich die friedlichen Moslems nicht stärker dagegen aussprechen. Die gehen lieber gegen Mohammedkarikaturen auf die Straße als gegen islamistischen Terror. (Anm. der Red.: bearbeitet)

Thomas Radl | Mi, 5. April 2017 - 08:25

Ich hätte begrüßt, wäre auch "Kisslers Konter" vom 30.03. angerissen worden.
Ich hätte begrüßt, wenn der Autor sich ehrlich machen würde und klar aussprechen würde, was wirklich notwendig ist.
Die Geschäftsführerin der KiTa in Berlin wird als "Heldin" bezeichnet, weil sie, "anstatt den Erzieher, die Eltern bat, doch zu gehen, wenn sie mit der Situation nicht umgehen könnten." Die Frage ist: "Wohin sollen die gehen?" Die sind doch genau da, wo sie hinwollen. In UNSERER Gesellschaft wollen sie aber offenkundig gar nicht ankommen. Wohlgemerkt: Es geht ausdrücklich NICHT um "DIE" Muslime, sondern genau um jene, die DIE Moscheen aufsuchen, die im Buch von Constantin Schreiber beschrieben werden, WEIL dort genau DIE Predigten gehalten werden, wonach z.B. Integration Sünde ist. "Dann geht doch..." geht nur dann weit genug, wenn man dazu sagt, dass das bedeutet, ganz wegzugehen und das Land zu verlassen! Übrig blieben die Integrationswilligen und das wäre gut so und ein Gewinn für alle!

Alex Preiss | Mi, 5. April 2017 - 10:39

Wer die Mehrheitsgesellschaft durch Ansiedlungspolitik - oder wie es die UN nennt: Resettlement - ändert und zwar in einer so drastischen Form wie es gerade geschieht, der darf sich nicht wundern, wenn die "neue" Mehrheitsgesellschaft andere Vorstellungen vom Umgang mit Minderheiten hat wie die alte.

Die Verwunderung darüber überrascht mich um so mehr, da ja die Vorbehalte bestimmter Religionen gegenüber anderen Glaubensrichtungen und bsp. Homosexuellen nun wirklich nicht hinter vorgehaltener Hand ausgelebt werden, siehe entsprechende Gesetzgebungen in den betroffenen Ländern.

Ich bin immer wieder überrascht und entsetzt wie naiv die politischen Entscheidungsträger ob der Folgen ihres Tun sind. Der Wähler, der diese Leute erst legitimiert und dann lamentiert ist natürlich auch kein Gramm besser oder schlauer.

Rose Hundal | Mi, 5. April 2017 - 11:03

ein wichtiger Artikel, Herr Wissmann.
Den besprochenen Fakten möchte ich noch den „Terror“ der staatlich gewollten Meinungsmacherei anfügen. Ich beobachte auf breiter Ebene, wie viele, die sich kritisch über die (unsägliche) Politik in unserem Land äussern, lächerlich gemacht – in die „rechte Ecke“ gestellt – oder als Nazi abgestempelt werden. Es zerstört mittlerweile Freundschaften und Familien und spaltet unser Land mehr und mehr. Terror im Kleinen – der Potenzial hat - ein paar Gesetze mehr werden es nicht regeln. Ehrlichkeit und Verantwortung scheinen Fremwörter in unserer Politk zu sein, wohin soll uns das noch führen?

Julia Wille | Mi, 5. April 2017 - 14:51

Religiöse Angriffe auf die Demokratie beschränken sich wahrlich nicht nur auf Selbtsmordattentate. Da gibt es discriminierende Gesetze, Beschränkkung allermöglichen Freiheiten, Kriege usw.
Die meisten terroristischen Angriffe richten sich gar nicht gegen "unsere westliche Demokratie".
sondern passieren im Irak, in Somalia, Afghanistan usw.
Sicherlich spielt der Islam da gerade eine herausragende Rolle, andere Religionen terrorisieren aber auch. Und dann noch Fanatische Ideologen und viele andere Gewaltäter.
Vielleicht wäre es aber mal an der Zeit über eine Trennung von Religion und Staat richtig nachzudenken hier, da bräuchte man nämlich keine Sondergenehmigungen mehr um religiöse Symbole etc aus Schulen und Ämtern zu verdammen.
Eine öffentliche Diskussion über Religion ist lange überfällig, genauso wie eine darüber, warum andauernd Männer und auch Frauen anderen Frauen vorschreiben wollen, was sie anzuziehen haben...

Christiane Bohm | Fr, 7. April 2017 - 12:51

Eigentlich hat es ja recht lange gedauert, bis Juden und Homosexuelle in den Focus genommen wurden. Vielleicht, weil die Zahl der Moslems massiv zugenommen hat. Solange der normale Deutsche verbal und körperlich angegriffen wurde , war es kein p.c. Thema. Der hatte das gefälligst zu tolerieren und die Schnauze zu halten. Deswegen sehe ich gar keinen Grund, mich aufzuregen. Sollen die sich selber wehren, die die Geister gerufen haben.
Was mir nicht gefällt, ist, dass man Flüchtlingen Schutz bei uns versprochen hat, aber wo sie angegriffen werden, lässt man sie im Regen stehen, weil sie die falsche Religion haben.
Was für ein trauriges Verhalten von Politik, Presse und Kirche.

torsten kümmel | Mo, 10. April 2017 - 10:14

"Muslimische Angriffe auf unsere Demokratie beschränken sich nicht auf Anschläge."

Man kann eben über eine Sache schreiben als wäre es ein bisher unentdecktes Phänomen. Scheinbar ist das jetzt die allgemein gültige Art seine Meinung zu ändern.

'Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil' oder 'Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?' sind ja grundsätzlich auch nicht so neu.

Aber was ist mit all denen, die diese 'Erkenntnis' vielleicht doch schon etwas früher hatten? Sind die jetzt rehabilitiert? Entnazifiziert?

Na ja - mal sehen was es morgen wieder für 'neue Erkenntnisse' gibt.

Rolf Lindner | Do, 13. April 2017 - 20:09

Es gibt Menschen, die meinen, der Islam hätte nichts mit dem Islamismus zu tun. Eine Kabarettistin hatte kürzlich dazu gesagt: Ja, natürlich, genau so wenig wie Alkohol mit Alkoholismus.

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