Angela Merkel - Die wohltemperierte Bundeskanzlerin

Angela Merkel geht ins 15. Jahr ihrer Regentschaft. Nun rücken auch einstige publizistische Geliebte von ihr ab. Doch die Groko ist fleißig. Wo ist also das Problem?

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Wie hinterlässt Angela Merkel das Amt der Bundeskanzlerin und die deutsche Politik? / picture alliance

Autoreninfo

Frank A. Meyer ist Journalist und Kolumnist des Magazins Cicero. Er arbeitet seit vielen Jahren für den Ringier-Verlag und lebt in Berlin.

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Dass Friedrich Merz der Meinung ist, die Leistungsbilanz von Angela Merkel sei „grottenschlecht“ – geschenkt! Der einstige Fraktions­chef von CDU/CSU gehörte nie zu ihrem Hofstaat. Schon eher ernst zu nehmen ist der Aufmacher der tageszeitung, in dem sie der Regierung bescheinigt, sie sei „reif für die Grundrente“. Die taz zählt seit Jahren zur königlichen Leibgarde der Kanzlerin. Ernster als ernst, nämlich bitterernst zu nehmen ist der Verrat des Spiegels. Schließlich war das Hamburger Blatt gerade gestern noch der heilige Christophorus, der das geliebte Kind Angela in seinen starken journalistischen Armen durch alle politischen Stromschnellen trug.

Augsteins legendäres „Sturmgeschütz der Demokratie“, das sich zuletzt als Sturmgeschütz gegen die offene Debatte in Stellung gebracht hatte, feuerte ohne jede Vorwarnung auf seinen Schützling. Dirk Kurbjuweit, stilistisch wie intellektuell einer der raren Besten in der Redaktion, zieht im Leitartikel das Fazit: „Merkel trägt die größte Verantwortung für den närrischen Zustand der Union, der sich natürlich auch auf die Große Koalition auswirkt.“ Und: „Da kann man sich kaum vorstellen, dass es ohne Merkel schlechter wäre.“ Man kann sich sogar vorstellen, dass es ohne die ewige Monarchin besser wäre!

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Michaela Diederichs | Fr, 6. Dezember 2019 - 10:47

Neben dem Interview von Herrn Schwennicke zur Integration ist dies einer meiner liebsten Artikel im Heft. Jeder Satz ein Volltreffer. Anstatt DE zu gestalten, hat Merkel es gespalten wie nie zuvor ein Kanzler und keine Versöhnung in Sicht. Wenn ich auf ihre Kanzlerschaft schaue, fällt mir dazu nur ein: Verklären statt erklären. Pragmatismus kann ich bei ihr nicht erkennen.

helmut armbruster | Fr, 6. Dezember 2019 - 11:15

Vorwürfe gemacht (frei nach Churchill).
Und sie ist immer noch da. Wer in ihre Nähe kommt, den paralisiert sie und neutralisiert ihn dann. Sie hat alle beiseite gedrängt. Sie wird alle überleben, auch Deutschland.
Wer sie nicht mehr ertragen kann, muss auswandern, denn er wird ihr Ende hier nie erleben.

Herr Armbruster, kennen Sie den Roman "Alle Menschen sind sterblich" von Simone de Beauvoir?
Der "Held" Raimondo Fosca trinkt im frühen Mittelalter eine Art Lebenselixier und ist fürderhin unsterblich. Letztlich wird das zur Tortur und er verzweifelt, landet im "Irrenhaus"
Ein sehr schöner Roman.
Ob unsere Kanzlerin alle überlebt, kann ich nicht beurteilen; andere Fakultät.

Als bekannter und bekennender Merkel-Gegner möchte ich auf diesem Wege unserer Kanzlerin Frau Angela Dorothea Kasner ob ihrer Rede in Auschwitz-Birkenau jedoch ein dickes Lob aussprechen!
Wer kritisiert muss auch loben können!
Das war m. E. die beste Rede, welche sie je gehalten hat!
Hut ab Frau Merkel!
Nichts mit ewiger Schuld und Erbsünde etc.
Natürlich: Verantwortung und "ewiges" Gedenken!
Das war meist au point!
Eine Erinnerung an den 08.05.1985 keimte in mir auf: die geniale Rede des BP Richard von Weizsäcker zum Jahrestages des Kriegsendes --- "Ein Tag der Befreiung" wie er so trefflich formulierte.
Shalom!

Klaus Peitzmeier | Fr, 6. Dezember 2019 - 11:54

Mensch, Herr Meyer. Ich bin ein echter Fan Ihrer Artikel. Aber geben Sie es zu, diesen haben Sie im Halbschlaf geschrieben. Der Artikel ist sehr unsachlich u sollte nicht als Initialzündung für Merkels Ablösung dienen. Und Sie schreiben: "Ja, die Politik der drittwichtigsten Nation der Welt ist zum Erliegen gekommen." Zählen Sie bitte nochmal nach:
1 = USA, 2 = Russland, 3 = China, oder wie oder was?
Ich freue mich auf Ihren nächsten Artikel bei vollem Bewußtsein.

Russland hat Rohstoffe und das war es. Kennen Sie irgendein konkurrenzfähiges technisches Produkt aus Russland (außer Waffen und Atomeisbrecher) ? Ich denke Russland wird seit Jahrzehnten überschätzt, v.a. wegen seiner militärischen Potenz.

Hacker-Software, mit der man versucht, Wahlen in anderen Ländern zu beeinflussen? Ansonsten gebe ich Ihnen recht. Aber es ist glaube ich nicht mal die militärische Stärke, die wahrscheinlich gleichfalls längst verloren ist - es ist einfach die Größe es Landes, die Russland so bedeutend macht.

Ansonsten liegt Russland, nimmt man gleich welche wirtschaftlichen Indikatoren, abgeschlagen am Ende der europäischen Skala....

Das Land leidet unter Korruption und eben Leuten wie Putin.

Andererseits ist Deutschland natürlich im Vergleich zu den USA, China und auch Russland machtpolitisch ein Zwerg. Weswegen es schon aus Gründen der Sicherheit der Einbindung in ein starkes und einiges Europa bedarf.

Obwohl ich Russland auf Grund seiner Geschichte & als Sieger im Osten D. erlebt habe (Großvater wurde abgeholt & ohne einen Prozess inhaftiert & vor allem verleugnet, dass dies getan wurde), habe ich ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu Russland. Aber eins muss man denen lassen: Sie haben nicht die Hightechnik, aber es funktioniert jahrelang, selbst unter extremen Bedingungen.

Produkt aus Russland. Ja!
Nur so zum zum Bspl. ein Transportflugzeug das wir mieten müssen um unsere militärischen Abendteuer durchführen zu können, desweiteren fliegen Menchen mit russischen Raketen in den Weltraum und wieder zurück. Außerdem hat der Kreml die Fähigkeit in den USA zu bestimmen wer Präsident wird wie uns die US Demokraten einschließlich Hillary glaubhaft versichern und außerdem scheint es weltweit die beste Hackerszene in Russland zu geben wie wir aus den Medien wissen usw,. usw. (Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten)

Andreas Zimmermann | Fr, 6. Dezember 2019 - 12:51

Es ist an der Zeit fragen zu stellen zur Funktionsfähigkeit und den Strukturen der Demokratie in unserem Land.

Wie konnte Angela Merkel dieses Land genau so regieren wie sie es tat?
Warum haben die Kontrollmechanismen nicht gegriffen?
Gibt es denn noch welche?
Kann es denn in einer Demokratie richtig sein, das sich in einer Person so derartig viel Macht konzentriert?
Welche Rolle haben die Medien in dieser Phase gespielt?
Wie kann man eine derartige Entwicklung in Zukunft ausschließen?
Sind unser GG und die darauf resultierenden Strukturen nicht mehr zeitgemäß?
Wenn ja, was hat hier wo warum nicht richtig funktioniert?

Nun die meisten Antworten auf all diese Fragen dürfte darin liegen, das sich die Parteien über die Jahre diesen Staat zur Beute gemacht haben. Im Grunde kontrollieren sie sich selbst. Wohin das führt sehen wir nun und dies zu ändern dürfte sehr schwierig bis unmöglich sein. In welche Gefilde uns das letztlich führen wird, dürfte spannend bis fatal werden... :-(

..das Sie hier zeigen. Weil wir seit Jahren eine Kanzlerin haben, die nicht nach Ihrem Geschmack ist, funktioniert unsere Demokratie also nicht? So, wie manche meinen, der ÖR müsste abgeschafft werden, weil Ihnen nicht passt, was sie da sehen oder hören?
Kann es sein, dass Sie das Prinzip der Demokratie nicht ganz verstanden haben? Dass man eine Angela Merkel abwählen kann? Dass das von der AfD so gerne vereinnahmte Volk Parteien mehr oder weniger stark macht, in Regierungen wählt? Und dass die Entscheidung des deutschen Wählers eben nicht war, die AfD, der Sie ganz offensichtlich nahe stehen, in eine verantwortliche Position zu wählen?
Folgt man Ihrer Logik, funktioniert wohl eher das "Volk" nicht, wie es gefälligst sollte! Staat, Medien, Volk...alles bearbeiten, neu sortieren, bis die Welt so ist, wie sie gefälligst sein sollte? Was interessiert schon der Mehrheitswille des Souveräns, wenn der keine erhofften Ergebnisse liefert? Aber dann "Wir sind das Volk" parlieren....

man kann eine A. Merkel nicht abwählen, denn der Kanzler wird vom Bundestag gewählt – oder fordert ein Misstrauensvotum, was aber niemals geschehen wird, denn A. Merkel lässt die Abgeordneten im Halbschlaf gewähren. Sie müssen sich nicht anstrengen. Außerdem werden inzwischen viele Gesetze in Brüssel gemacht, dafür müssen die Parlamentarier sich kaum noch mit Themen ernsthaft auseinandersetzen. A. Merkel lässt sie in Ruhe – und sie lassen A. Merkel gewähren, in Ruhe.

Verfassungsrechtler wie Udo Di Fabio und Hans-Jürgen Papier bezeichnen die Politik von Frau DR. Merkel als "Akt der Selbstermächtigung". Der ehemalige Präsident des Verfassungsgerichtshofes NRW, Michael Bertrams, sieht darin einen Verfassungsbruch. Wenn diese Einschätzungen stimmen, dann muss sich Frau Dr. Merkel vor Gericht verantworten, was ich persönlch begrüßen würde.

sobald man nur Ihren Namen liest, weiß man bereits, was da jetzt kommt. Sie gehen nie auch nur ansatzweise auf ein Argument ein, stattdessen immer wieder die gleiche Leier, "es ist doch alles so wunderbar, ich weiß gar nicht, was Sie wollen, ich zumindest lebe gut und gerne hier!" Und dann kommen die perfiden versteckten Drohungen wie gegen Frau Wallau, "die ist doch in der AfD, wissen Sie das denn nicht?" Oder wie hier der Seitenhieb mit scharfem Säbel "... die AfD, der Sie ganz offensichtlich nahe stehen" - genau das reicht schon unter Ihresgleichen, um jemanden mundtot zu machen, den Ruf zu morden. Ach, wie sehr ich das abscheulich finde. Sie haben mE nichts begriffen, Herr Lenz, und wollen auch nichts begreifen. Sie erinnern mich mit jedem Beitrag mehr an den Untertan "Hässling".

Unternehmen Sie einmal einen Versuch und richten jeweils sachlich kritische Leserbriefe zu beispielsweise Friedrich Merz und zu Angela Merkel an verschiedene Zeitungsredaktionen in Deutschland. Raten Sie mal, welcher dieser beiden Zuschriften die größere Chance besitzt, veröffentlicht zu werden. Fast alle Qualitätsmedien schwangen sich in der Flüchtlingskrise zu einseitigen gesellschaftspolitischen Akteuren zu Gunsten von Frau Merkel auf. Das vergiftete die Debatten enorm. Merkel rief Ende August 2015 die Stunde der hohen Moral aus und wer danach noch eine Einrede wagte sah sich zumindest dem Verdacht ausgesetzt, es aus unlauteren Motiven zu tun. Seither herrscht Merkels Suggestivvokabel „Alternativlosigkeit". Journalisten sollten in der gesellschaftspolitischen Debatte Wächter, aber keine Kompagnons sein.

Herr Lenz wenn Sie dem in der Überschrift aufgeführten Verfahren folgen würden, dann hätten Sie (wahrscheinlich) verstanden, das meine aufgeführten Fragen nicht die Anwesenheit von Frau Merkel als Bundeskanzlerin an sich in Frage stellen oder die Unmöglichkeit ihres Abwählens bemängeln, sondern die Möglichkeit, vorbei an allen geleisteten Amtseiden und "Kontrollinstanzen" dieses Land genauso zu regieren wie sie es tut. Also die Art Ihres Regierungsstils. Weswegen ich Ihnen insbesondere die mittleren beiden oben aufgeführten Tätigkeiten wärmstens ans Herz legen möchte, da mir es mir so vorkommt, dass bei Ihnen öfters in dieser Frage (und nicht nur bei meinen Kommentaren) enorme Defizite auftreten. Man könnte auch zu sagen „Da muss man doch was tun!“.

Ich wünsche noch einen schönen zweiten Advent

Das Problem ist nicht, daß Herrn Zimmermann nicht paßt, was der ÖR verlautbart, sondern daß umgekehrt der ÖR sendet, was der Regierung paßt. Oder halten sie die ganzen Merkel- VerehrerInnen von Kleber über Maischberger bis Will für neutral? Und um zu erkennen, daß ARD, ZDF und die meisten staatlichen Radiosender starke politische Schlagseite nach links haben, darf man, muß aber nicht Sympathisant der AfD sein. In meinem privaten Umkreis befinden sich viele Menschen, überwiegend ziemlich gebildet und erfolgreich, die sich seit Jahren nicht mehr „Tagesschau“, „heute“ und so antun. Die informieren sich im Netz und lesen eher die NZZ oder auch „Cicero“. Und von den meisten weiß ich so ziemlich genau, daß sie eher FDP, CDU oder (zunehmend) aus Verzweiflung gar nicht mehr wählen.

Die Parteien haben alles usurpiert. Die Fraktion (-en) verstehen sich als Akklamationsvereine für die Kanzlerschaft bzw. die Regierung. Über eine informelle Machtvertikale bestimmen sie wer wo nominiert wird, und wer eventuell wieder aufgestellt wird - oder eben nicht. Damit haben sie alle Berufspolitiker am Gängelband. Der Wähler kann natürlich so oder so entscheiden, was marginale Verschiebungen hier und da bedeutet, an der Machtvertikalen ändert dies aber nichts. Und, wie wir erleben, auch die größten Wahlverlierer seit 1949 regieren in einer GrKo einfach weiter. Wahlrecht, Parteienrecht und alles was dazugehört wird natürlich auch nicht reformiert - weil es die Allmacht des Parteienstaates reduzieren würde.

ist also Ihrer Meinung letztendlich auch nur an der Fortschreibung des Bestehenden beteiligt - weil er es nicht besser kann, oder nicht besser weiss, sprich zu doof ist? Wie beurteilen Sie dann den Wähler, der bei der AfD gelandet ist - ist der genauso einzuschätzen, mit nur anderem Geschmack?

ich bin ebenso zutiefst enttäuscht von dieser Neo-Aristokratie, die sich wie Mehltau auf alle Organe des Gemeinwesens gelegt hat und diesen zielgerichtet jede Lebenskraft raubt und sie usurpiert. Alles und alle werden gleichgeschaltet und was nicht pariert oder abweicht, wird ausgesondert, kriegt das Mikrofon entzogen, wird mundtot gemacht oder fliegt raus und steht von heute auf morgen auf der Straße. Während gleichzeitig überall die Schleimer, die Ja-Sager und Claqueure, die "Hässlinge" sowie die rotzfrechen Vorbrecher und Chefideologen den neuen Ton bestimmen, die Positionen an den Fleischtrögen übernehmen. Längst haben sich die Überlebenden der alten SED-Kader in Führungspositionen eingenistet. Die Schulen, Universitäten und Medien die Theater, die NGOs, die Fußballvereine, die Richter bis zum Bendesverfassungsgericht - sie alle sind beigebogen durch jahrelange rote, linke und grüne Indoktrination und Postenvergabe nicht aufgrund von Kompetenz sondern mit Parteibuch.

Gute Frage, Herr Zimmermann.
Das einfachste Mittel wäre (unbedingt von Nöten)die Amtszeit auf max. zwei (2) Perioden zu begrenzen.
Damit wären schon einmal einige unsägliche "Entscheidungen" nicht so (von Merkel) getroffen worden oder uns erspart geblieben.
Die "bleierne Zeit" hätte nicht schon 14 Jahre Einzug gehalten sondern dauerte dann höchstens 8 Jahre.
Und Dinge/Entscheidungen einfach "Aussitzen" oder auf die lange lange Bank schieben, wäre damit auch obsolet (hoffentlich?).
Und die handzahme Presse (löbliche Ausnahme: gerade am Lesen)hat großen Anteil daran (s.a. 4. Gewalt oder "Schlachtschiff der Demokratie").
Aber auch der ÖR! Wo ist denn hdeute ein D.Hildebrandt, Die Stachelschweine etc. wo Sendungen wie: Der intern. Frühschoppen u.ä.
Es gibt sicher noch einige andere Stellschrauben um den Laden wieder am Laufen zu bringen!
Salute

Gute Frage, Herr Zimmermann.
Das einfachste Mittel wäre (unbedingt von Nöten)die Amtszeit auf max. zwei (2) Perioden zu begrenzen.
Damit wären schon einmal einige unsägliche "Entscheidungen" nicht so (von Merkel) getroffen worden oder uns erspart geblieben.
Die "bleierne Zeit" hätte nicht schon 14 Jahre Einzug gehalten sondern dauerte dann höchstens 8 Jahre.
Und Dinge/Entscheidungen einfach "Aussitzen" oder auf die lange lange Bank schieben, wäre damit auch obsolet (hoffentlich?).
Und die handzahme Presse (löbliche Ausnahme: gerade am Lesen)hat großen Anteil daran (s.a. 4. Gewalt oder "Schlachtschiff der Demokratie").
Aber auch der ÖR! Wo ist denn hdeute ein D.Hildebrandt, Die Stachelschweine etc. wo Sendungen wie: Der intern. Frühschoppen u.ä.
Es gibt sicher noch einige andere Stellschrauben um den Laden wieder am Laufen zu bringen!
Salute

Die Volkspartei CDU, der das Volk zusehends davonläuft, wirkt nach 18 Jahren Parteivorsitz Angela Merkel zutiefst verunsichert. Der Anspruch der CDU, das Volk in seiner Mehrheit zu repräsentieren, ist obsolet geworden. Die parlamentarische Demokratie, die diesem Land über viele Jahrzehnte Sicherheit und ein politisches Grundvertrauen beschert hat, durchlebt derzeit vermutlich die schwerste Krise in der Geschichte der Bundesrepublik. Die asymmetrische Demobilisierung der anderen Volkspartei SPD durch Merkel hat bewirkt, dass die politische Mitte implodiert ist und die Ränder stärker geworden sind. Merkel hat zur Sicherung ihrer Macht zielstrebig die Unterschiede zwischen der Union und der SPD eingeebnet und die beiden Volksparteien somit austauschbar gemacht. Marken, die sich von der Konkurrenz nicht unterscheiden, bewirken bei den Wählern keine positive Identifikation mehr. Die Rechnung, die der CDU nach Merkel präsentiert wird, wird möglicherweise sogar an ihrer Existenz rütteln.

Gute Frage, Herr Zimmermann.
Das einfachste Mittel wäre (unbedingt von Nöten)die Amtszeit auf max. zwei (2) Perioden zu begrenzen.
Damit wären schon einmal einige unsägliche "Entscheidungen" nicht so (von Merkel) getroffen worden oder uns erspart geblieben.
Die "bleierne Zeit" hätte nicht schon 14 Jahre Einzug gehalten sondern dauerte dann höchstens 8 Jahre.
Und Dinge/Entscheidungen einfach "Aussitzen" oder auf die lange lange Bank schieben, wäre damit auch obsolet (hoffentlich?).
Und die handzahme Presse (löbliche Ausnahme: gerade am Lesen)hat großen Anteil daran (s.a. 4. Gewalt oder "Schlachtschiff der Demokratie").
Aber auch der ÖR! Wo ist denn hdeute ein D.Hildebrandt, Die Stachelschweine etc. wo Sendungen wie: Der intern. Frühschoppen u.ä.
Es gibt sicher noch einige andere Stellschrauben um den Laden wieder am Laufen zu bringen!
Salute

Maria Fischer | Fr, 6. Dezember 2019 - 14:24

Herr Meyer, dass Sie Frau Merkels Biographie als Anlass für ihr politisches Versagen heranzitieren.
Abgesehen davon, dass ich wenig von einer Wenn-Dann Psychoanalyse halte, ist ihre These nicht haltbar, dass man nur in einer Demokratie zu einem „wahren“ Demokraten erzogen wird.

Helmut Kohl, Václav Havel, Herta Müller, Christa Wolff, Saramago, Solschenizyn, Helmut Schmidt, Alfred Heerhausen, Joachim Fest....
Es wäre ermüdend weitere Journalisten, Widerstandskämpfer, Politiker und Künstler zu erwähnen, die aus ihrer persönlichen Erfahrungen heraus in einer Diktatur gelebt zu haben, ihr politisches Engagement rechtfertigten.
Das „Kopfdemokraten“ Problem sehe ich eher in Westdeutschen.
Die verwechseln den Kampf um Meinungsfreiheit mit dem Kampf um Gender Toiletten.

Bernd Muhlack | Fr, 6. Dezember 2019 - 17:54

In reply to by Gast

"Die Gnade der späten Geburt!" sagte er oft.

Frau Fischer, Sie erwähnen Alfred Herrhausen, ein Zeitgenosse welcher leider viel zu früh das Gebäude verlassen musste: die RAF liquidierte ihn im Namen der Weltrevolution; warum auch immer!
Er war doch quasi einer der ihren, setzte sich für einen Schuldenerlass für die "Dritte Welt" ein; und das als Vorstandssprecher der Deutschen Bank!
(Damals war die DB noch ein Platzhirsch.)
1930 geboren, war er in einer Förderschule der NSDAP; was kann ein Jugendlicher dafür? Er war just dort!
Es kam dann für ihn anders, q.e.d.!
Es gibt ein sehr bemerkenswertes Buch von ihm: Denken, Ordnen, Gestalten.
Reden und Aufsätze. (Neuauflage 2005).
Das hatte "damals" alles noch Hand und Fuß, nicht wahr?

Heut zu Tage sind WIR eher bei "KonFuß" angekommen.

Helmut Kohl?
Im gefühlten 187. Jahr des Merkelismus wünsche ich mir sogar IHN zurück!
Es gibt diesen absolut genialen Satz von Kohl: " … die von MIR geführte Bundesregierung …" - ja, von wem denn sonst?

Rob Schuberth | Sa, 7. Dezember 2019 - 19:46

In reply to by Gast

Ungern, aber in einem Punkt möchte ich Ihnen doch widersprechen Frau Fischer.

Als in der DDR sozialisierte Tochter eines Pastors, hat Frau Merkel eine ganz "besondere" Sozialisierung "genossen".

Das zeigte sich z. B. in der erst viel später ans Tageslicht gekommenen Äußerung an S. Gabriel, dass wir aber bitte keine Mauern bauen würden.
Womit sie (A.Merkel) nat. eine Grenzschließung für D. negieren wollte u. bis heute daran krampfhaft festhält.

Sie kann auch aufgrund ihrer Vita die Szenen, die so eine Schließung (d. h. echte Grenzkontrollen) mit sich bringen würden, nicht aushalten.

A. Merkel wertet also ihre pers. Empfindlichkeit höher als den Schutz unserer Bevölkerung, ganz entgegen ihrem Amtseid übrigens.

Alice Friedrich | Fr, 6. Dezember 2019 - 14:28

nach diesem Artikel müsste auch dem letzten im Nachhinein klar sein, warum Christian Lindner entsetzt Reißaus vor der Jamaikakoalition gesucht hat. Merkel-Katrin und Göring-Eckard im einvernehmlichen Schulterschluss, eine unerträgliche Vorstellung!

Ernst-Günther Konrad | Fr, 6. Dezember 2019 - 15:42

verehrter Herr Meyer.
Sie schreiben: "Die Liebe zur Demokratie allerdings entsteht nicht im Kopf, sondern durch Erleben und Leidenschaft in den Jahren der politischen Adoleszenz."
Für mich entsteht Liebe zu allerst im Herzen. Auch Frau Merkel hat eines, das bestreite ich nicht. Doch hat sie auch Liebe zu ihrem Staat, zu ihrem Volk, zu deren Insignien und deren gesamter Geschichte?
Ich spreche ihr niemals ab, das sie im persönlichen Umgang eine sicherlich nette Person ist. Nur, die länger hier lebenden inzwischen auch von ihr braun angestrichenenen Bürger, sie wollen auch etwas Liebe und damit einhergehend auch ihre Demokratie beahren.
Und genau da fängt das Problem mit Frau Merkel an. Weis sie denn noch, was "ihr" Volk wirklich will? Nimmt sie denn die Probleme dieses Volkes überhaupt noch wahr?
Ihre sog. "Mehrheit" ist ein Trugbild. Und soweit es die zitierten Journalisten betrifft. Nun, sie haben sie hocheschrieben, das einem schwindelig werden konnte. Der Schwindel fliegt auf.

Gerhard Weißenberger | Fr, 6. Dezember 2019 - 16:00

Frank A. Meyer beschreibt amüsant die späte Abkehr der Printmedien von A. Merkel, untersucht aber nicht deren Gründe und lässt den geneigten Leser allein mit der Frage “cui bono?”.
A. Merkel hat ja nicht nur ihre Politik als alternativlos bezeichnet, sondern sich selbst in gelernter Manier alternativlos gemacht.
Sie wird auch 2021 gegen ihre mediokren Kontrahenten - Gesundheit vorausgesetzt - mit Erfolg antreten.

Heinz Maier | Fr, 6. Dezember 2019 - 18:31

sollte man auch mal aufzählen. Eine im Spenden- und Schwarzgeldsumpf versinkende CDU gerettet durch „Königsmord“. 14 Jahre Machterhalt und den Staat als Beute verteilt. Den demokratischen Diskurs beseitigt und das Prinzip der alternativlosen Politik eingeführt. Alle gegenteiligen Bewegungen kanalisiert, sich jeweils an deren Spitzen gesetzt und diese Gegner
an die Zügel genommen. Dies alles diente allerdings
rein dem Machterhalt und auf der Strecke blieb:
eine ausgewogenen und verantwortliche Energieversorgung, die Bundeswehr, die kulturelle Identität (Ehe für alle), die Altersvorsorge der Sparsamen, letztlich die Leistungsgesellschaft. Neu ist : die Negierung des Nationalen, Abschaffung der Grenzen,
neue Heilslehren (FFF) ....

Christoph Kuhlmann | Fr, 6. Dezember 2019 - 18:40

"... wenn die publizistische Öffentlichkeit vor ihr nicht auf Knien gerutscht wäre." Es ist schon erstaunlich, mit wie wenig Talent sich dieses Land regieren lässt. Es wird wahrscheinlich noch Jahre dauern bis ich mir wieder einen Spiegel, eine Welt oder Zeit kaufen werde. 2015 hat mir echt die Augen geöffnet. So muss die Gleichschaltung der Presse unter Hitler auf den Zeitungsleser gewirkt haben.

Gisela Fimiani | Fr, 6. Dezember 2019 - 20:30

Ihr Beitrag, Herr Meyer, erscheint mir in der Bewertung der GroKo Politiker oberflächlich. Dem Land ist enormer Schaden entstanden. Darüberhinaus machen Sie alles Übel an Frau Merkel fest. Wie aber wurde sie zu der „Monarchin“, als die Sie sie bezeichnen? Wie konnte ein demokratischer Staat das zulassen? Hier liegen die wahren, unbedingt zu beantwortenden Fragen, wenn wir über die Zukunft Deutschlands nachdenken. Welche Demokratie wollen wir: eine gelenkte oder eine freiheitlich bürgerliche res publica?

Susanne Dorn | Sa, 7. Dezember 2019 - 09:19

wacht in der Diktatur auf“ (dieses Zitat wird Tucholsky zugeschrieben, ist aber nicht verifiziert).

Wir, der Souverän, haben versagt, weil wir die Lügen und verdeckten perfiden Schachzüge des Sozialismus nicht durchschaut haben. Wir „Wessies“ wurden von Merkel betäubt. „Mutti“ wird es schon richten.

Aber in einer Demokratie stehen Wachsamkeit, Kontrolle der Politik durch den Souverän (da Medien versagen), gesunder Menschenverstand und der Wille des Volkes an erster Stelle.

Der deutsche Michel aber schläft, weil es ihm noch viel zu gut geht.

Demokratie ist jeden Tag sehr anstrengend - für alle Seiten - und nicht verhandelbar, aber spannend und lohnenswert, dieses System auch in der Zukunft weiter zu entwickeln (Grundgesetz muss heutigen Gegebenheiten angepasst werden) und sorgsam zu pflegen.…

Gerd Kistner | Sa, 7. Dezember 2019 - 20:13

Bündnis 90 hat die Grünen über die 5%-Hürde gerettet, wurde gekapert und dann abserviert. Seitdem gab es einen rasanten Marsch der 68-er und ihrer ideologischen Kinder und Enkel durch die Institutionen und Redaktionen, der nahezu abgeschlossen ist. Frau Merkel ist auf diesen Zug aufgesprungen und lenkt ihn geschickt. Herr Meyer, das Unheil kommt nicht aus Templin, es kommt von links - grünen Utopisten, die nicht wissen, wie man Verantwortungsethik buchstabiert, Wasser predigen und Schnaps trinken. Wir im Osten kennen das, deshalb können diese Schlafwandler uns nichts vormachen.

Dr. Roland Mock | Mo, 9. Dezember 2019 - 00:31

Schäuble als „brillanten Finanzminister“ zu bezeichnen, halte ich für abenteuerlich. Schäuble hat in seiner Zeit als Finanzminister jeden, aber auch jeden Versuch, die Menschen und Unternehmen steuerlich zu entlasten, mit dem Argument, es seien „ keine Spielräume“ vorhanden, fintenreich abgewehrt. Zur kalten Progression fiel ihm ein, es habe ihm noch nie jemand erklären können, inwiefern diese steuerlich belastend wirke. Ja, das ist es. Weil ihm - ehemaliger Finanzbeamter- schlicht das Grundverständnis für die Dynamik wirtschaftlicher Zusammenhänge fehlte. Dafür, daß sich Einnahmen aus Anreizen und Freiräumen, nicht aus hohen Steuersätzen, generieren. Und wie war es, als es um das „ Rettungsprogramm“ für Griechenland ging? Angeblich plädierte er für den Austritt der Griechen aus dem Euro. Tat er das? Gesichert ist nur, daß er jede Tranche an Zahlungen an Griechenland im Bundestag abgesegnet hat. Milliarden sinnlos verpulverter Steuergelder, welche wir niemals wiedersehen werden.

Tomas Poth | Mo, 9. Dezember 2019 - 17:59

Warum soll Deutschland die drittwichtigste Nation sein? Ist es weil es die Macht-Schnittstelle zwischen USA und Russland markiert?
Wirtschaftlich sind wir nur auf Platz 4 nach Japan!
Oder ist es weil Deutschland die Zahler-Nation ist?
Platz 1 bei der EU mit 13,41 Milliarden
Platz 2 bei der Entwicklungshilfe mit 22,18 Milliarden
Platz 2 bei der UN mit 3,43 Milliarden
Alles Jahresbeiträge 2017 oder 2018.
Das alles bei nur ca. 33 Mio. Vollzeit-Beschäftigten und 11. Mio Teilzeit-Beschäftigte und 82 Mio. Bevölkerung!