CDU-Abgeordneter Andreas Mattfeldt - „Das politische Handeln wurde immer stärker am Mainstream ausgerichtet“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt spricht im Cicero-Interview über das Entstehen von „Werteunion“ und „Union der Mitte“. Sein Vorwurf: Die Parteiführung der Union richte sich zu sehr nach den Themen, die en vogue sind

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Andreas Mattfeldt fordert konkrete Antworten von seiner Partei

Autoreninfo

Bastian Brauns leitet das Wirtschaftsressort „Kapital“ bei Cicero und die Onlineredaktion von cicero.de. Zuvor war er Wirtschaftsredakteur bei Zeit Online. Seine journalistische Ausbildung absolvierte er an der Henri-Nannen-Schule.

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Bastian Brauns

Andreas Mattfeldt ist seit 2009 CDU-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Osterholz-Verden.

Herr Mattfeldt, das Thema Klima spielt derzeit die größte Rolle in der Bundespolitik. Halten Sie das für richtig?
Wir müssen angesichts der Debatte um die Klimakrise aufpassen, dass wir nicht den Blick fürs Ganze verlieren. Es gibt auch noch andere, genauso wichtige Themen. Leider wird man häufig nicht mehr gehört, wenn man zum Beispiel die kritische Lage im Pflegebereich anspricht, gerade auch mit Blick auf die Zukunft. Gerade der älteren Generation ist dies besonders wichtig. Ich will, dass wir in Würde alt werden können. Dafür halte ich es hier für zwingend erforderlich, Pflegekräfte besser zu entlohnen.

Der Klimawandel gilt als gefährlich für die Menschheit und ist wohl auch deshalb oberste Priorität.
Natürlich ist der Klimawandel ein wichtiges Thema. Aber wir stoßen auch in anderen Bereichen, wie im eben erwähnten Gesundheitsbereich, inzwischen an Grenzen. Hier wird es sogar gefährlich, denn es geht um Menschenleben. Erst kürzlich musste, wie ich einem Fernsehbeitrag entnehmen musste, die Intensivstation für Kinder an der Medizinischen Hochschule Hannover schließen, weil nicht genügend Pflegepersonal da war.

Wo kommen dann die schwerkranken Kinder hin?
Das bedeutet vermutlich dann weitere Wege. Je nachdem, was die Kinder für Erkrankungen haben, müssen sie dann nach Bremen, Oldenburg, Salzgitter oder gar nach Leipzig gebracht werden.

Über Pflege wurde und wird aber doch viel berichtet.
Wir verlieren aber den Blick fürs Ganze, weil deutschlandweit medial derzeit fast ausschließlich über den Klimawandel und nicht mehr über andere Themen gesprochen wird, die den Menschen auch unter den Nägeln brennen. Auch wenn ich kein Gesundheitspolitiker bin, bin ich nicht erst seit meine Tochter eine Ausbildung zur Krankenschwester macht für das Gesundheitsthema sensibilisiert. Aber die Gespräche, die ich seither mitbekomme, zeigen mir, dass wir hier auf einen Supergau zulaufen, weil nicht genügend junge Menschen aufgrund zu geringer Bezahlung bei zu hoher Belastung den Pflegeberuf erlernen. Angebot und Nachfrage müssen auch den Preis auf dem Arbeitsmarkt bestimmen.

Dass viele Medien sich mit dem Klimathema beschäftigen, heißt aber doch nicht, dass es auch Politiker tun müssen. Sie könnten doch andere Themen setzen?
Es liegt in der Genetik der Politiker, dass sie Themen in den Blickpunkt rücken, die medial von Interesse sind. Hiervor ist auch unsere Bundeskanzlerin nicht gefeit, die naturgemäß sehr medienaffin sein muss und sich deshalb an Themen ausrichtet, die gerade en vogue sind.

Nur wer beliebt ist, wird wiedergewählt und kann so auch gestalten. Dies scheint Angela Merkel seit 16 Jahren ganz gut gelungen zu sein.
Ich mache jetzt seit mehr als 30 Jahren Politik und bin gleichzeitig noch Unternehmer. Ich stelle aber fest, dass gerade in den vergangenen zehn Jahren das politische Handeln immer stärker am Mainstream ausgerichtet wurde. Natürlich spielen auch die sozialen Medien hier eine Rolle. Man möchte möglichst viele Likes bekommen. Ich glaube, Franz Josef Strauß sagte mal, er mache das, worauf es ankommt und nicht das, was ankommt. Ich glaube das trifft es.

Was stört sie konkret?
Wir Politiker handeln eben nicht nach Franz Josef Strauß, sondern machen häufig nur das, was ankommt. Vielen ist wichtig, dass ihr Name irgendwo auftaucht. Dafür macht man häufig jeden Quatsch mit. Man geht in Comedy-Sendungen und lässt sich durch den Kakao ziehen. Gerade junge Abgeordnete sind dafür anfällig. Ob das dem Land und den Wählern zuträglich ist, bezweifle ich.

Glauben Sie, dass dieses sich nach dem Wind Drehen dazu geführt hat, dass innerhalb der Union nun Gruppierungen wie die Werteunion oder die Union der Mitte entstanden sind?
Ich gehöre keiner dieser Gruppierungen an, weil ich glaube, dass die Union das nicht braucht. Ich halte das für albern. Wir haben in den letzten Jahrzehnten immer unterschiedliche Sichtweisen manchmal auch verbal hart diskutiert, haben aber immer einen Kompromiss gefunden. Das zeichnet die Union aus. Und ich bin sicher, hier kommen wir auch wieder hin.

Jetzt finden Sie aber offensichtlich keinen Kompromiss mehr.
Wir erleben, dass einige konservative Kräfte sich nicht mehr mitgenommen fühlen. Ich meine ganz normal in der Mittelschicht der Gesellschaft verortete Menschen, die etwa in Fragen der inneren Sicherheit härtere politische Entscheidungen fordern. Natürlich steht das alles auch in einem Zusammenhang mit dem Jahr 2015, wo täglich zigtausend Menschen unsere Grenze passieren konnten, ohne kontrolliert zu werden. Dies war mit der DNA der CDU-Wählerschaft nicht mehr vereinbar. Wenn wir ehrlich sind, hat sich die Partei bis heute davon nicht wieder komplett erholt, obwohl wir vieles im Nachhinein korrigiert haben.

Eine Antwort will nun die Werteunion geben.
Ja, natürlich hat sich die Werteunion gegründet, um gerade auch Menschen, die ich zu unserer Stammwählerschaft zähle, nicht zu verlieren. Ich sehe diese Gründung als Weckruf, stellenweise sogar als Hilferuf: Vergesst uns nicht! Es ist für einen CDU-Wähler unvorstellbar, sein Kreuz bei der AfD zu machen oder gar dorthin zu wechseln. Als Antwort auf die Werteunion hat es dann den Anschein, dass die sogenannte Union der Mitte aus Kreisen gebildet wurde, denen das Parteiprogramm der Grünen vielfach sehr nahe ist. Zur Wahrheit gehört aber: Beides sind Gruppierungen, die eher schmal organisiert sind und die der Organisationsstruktur der Unionsparteien nicht als offizielle Gliederungen angehören.

Aber sie sagen selbst, Ihre Basis tickt deutlich konservativer. Zugleich zieht die Parteiführung in Richtung grün. Zeigen diese Gruppierungen nicht, dass die blau-grünen Polaritäten auch quer durch ihre Partei gehen?
Genau das ist es. Und dieser Riss geht auch durch die ehemalige Volkspartei SPD. Auch dort hat man den Eindruck, dass die Partei folgendes diskutiert: Gehen wir nach ganz linksgrün oder müssen wir populistischer in Richtung rechts agieren? Genauso wie wir es in der Gesellschaft erleben, spiegelt es sich auch in den Volksparteien wider. Bei mir im Wahlkreis habe ich das Gefühl, dass sich ein großer Teil der Parteibasis der Werteunion näher fühlt als der Union der Mitte.

Warum gelingt Ihnen heute nicht mehr, was in den letzten Jahrzehnten offenbar gelungen ist?
Wer sich an das Aufkommen der Republikaner in den 80er Jahren erinnert, weiß, dass wir auch seinerzeit heftigste Diskussionen geführt hatten. Damals ging es immer darum, dass rechts von der Union kein Platz für eine andere Partei vorhanden sein darf. Leider haben wir der Alternative für Deutschland in bestimmten Themen einfach zu viel Platz gelassen und ganz pragmatisch denkende Bürger nicht mitgenommen, beziehungsweise haben diese unser Handeln nicht mehr verstehen können. Vielfach wundere ich mich allerdings auch, dass viele Kollegen in der Union heute nicht mehr das aussprechen mögen, was sie über viele Jahre hinweg auf Basis unseres CDU-Parteiprogrammes richtig fanden.

Was meinen Sie?
Ich selbst habe mal in einer Bundestagsrede gesagt, dass viele Menschen in Deutschland den Eindruck haben, dass wir die Kontrolle über unsere Grenzen verloren haben und wir Grenzkontrollen als souveräner Staat wieder einführen müssen. Ich wurde von da an als Konservativer unserer Partei dargestellt, zu denen ich mich bis dahin eigentlich überhaupt nicht zählte. Meine ganze Vita und wie ich meine mein Leben als wirtschaftsliberaler Unternehmer passen hierzu zwar nicht, aber das ist auch egal. Leider führt eine solche Einordnung dazu, dass man häufig nicht mehr das sagt, was man denkt, sondern fast schon unnatürlich abwägt, was man denn ausspricht. Als direkt gewählter und wirtschaftlich unabhängiger Abgeordneter lasse ich mir das nicht nehmen.

Nicht nur Sie beklagen fehlende innerparteiliche Diskussionen. Aber passt das überhaupt zur Union?
Gerade innerparteiliche Diskussion ist zwingend erforderlich. Wenn wir innerhalb der Parteien nicht mehr intensiv Meinungen abwägen, weil man Angst hat, dass eine zu konservative Meinung oder Äußerungen einer politischen Karriere nicht förderlich sind, haben wir ein echtes Problem. Ich bleibe dabei, wer sich innerparteilich nicht mehr streiten kann, wird auch keinen klaren Kompass für die Ziele der Partei entwickeln können. Im Übrigen kann man dann auch in der verbalen Auseinandersetzung mit dem politischen Mitbewerber nur noch schwerlich bestehen. Es ist Aufgabe der Parteiführung, diese innerparteilichen Diskussionen intern zu fördern. Der neue Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus lässt dieses zu und dies hat bereits innerhalb der Unionsfraktionen zu einer besseren Diskussionskultur geführt. So sieht Führung aus.

Ihre Partei wirkt beim Thema Klimaschutz dennoch nach wie vor so, als würde sie nur reagieren, aber nicht agieren. Wie klug stellt sich Ihre Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer da an?
Leider sehe ich bei allen Parteien bislang nur zu viel Aktionismus und keine Strategie mit rotem Faden, die langfristig einen Ausgleich zwischen dem wirtschaftlich machbaren und klimapolitisch notwendigen aufzeigt. Man hat den Eindruck, nahezu alle Parteien überbieten sich beim Thema Klima gegenseitig. Dabei dürfen wir nicht immer nur sagen, aus welchen versorgungssicheren Energiequellen wir aussteigen wollen, sondern wir müssen den Bürgern auch sagen, in welche modernen Energiequellen wir zukünftig einsteigen werden. Wir müssen immer ganz konkret schauen, was wir tun können und in welcher Region.

Was schwebt Ihnen den konkret vor?
Ich bin überzeugt, wir brauchen eine Wasserstoffstrategie genauso wie eine Energiespeicherstrategie. In den vergangenen Jahren haben wir Milliarden Euro in Forschung gesteckt. Das war auch vernünftig so. Seit letztem Jahr, übrigens schon vor Greta, setzen wir diese Forschungen um. Beim Thema Wasserstoff als Speicher- und Treibstoffmedium sind wir zum Beispiel heute viel weiter als vor zwei Jahren. Gerade weil ich glaube, dass die Aufgabe der Energiewende so riesig ist, kann es klug sein, ein eigenes Energieministerium für diese Aufgabe einzusetzen. Diesen Vorschlag habe ich der Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer auch unterbreitet.

Die Elektrifizierung des Verkehrs, aber auch die Herstellung von Wasserstoff wird unseren Strombedarf massiv erhöhen. Schon jetzt sind die Strompreise die höchsten Europas. Wenn wir aus der Kohle rausgehen, müssten wir dann nicht eigentlich in der Kernkraft bleiben vorerst? Die AfD zumindest fordert das inzwischen.
Wenn es wirklich so schlimm um uns steht, wie die Klima-Aktivisten und auch die angebliche Mehrheit der Wissenschaftler sagen, dann stirbt die Menschheit ja anscheinend sehr bald den CO2-Tod. Deshalb kann es nur klug sein, CO2-arme- oder CO2-neutrale Energien einzusetzen. Nur erneuerbare Energien alleine, das sagen selbst Grüne in der Kohlekommission, werden nicht ausreichen. Neue hochmoderne Kernkraftwerke mit weniger Endmüll können natürlich eine Lösung sein. Wenn Sie so etwas aber aussprechen, bekommen Sie einen Shitstorm. Das musste selbst Greta erleben. Die Grünen sind immer gut, wenn es um Ausstiege geht, aber nicht wenn es um Einstiege geht. Wir müssen uns schon die Frage stellen, woher denn der Strom, wenn wir ihn nicht selbst produzieren, kommen soll? Wenn er dann aus polnischen Kohlekraftwerken kommt, mag zwar die deutsche Seele beruhigt sein, die CO2-Bilanz hat sich damit aber nicht verändert.

Dr. Georg Steger | Mi, 18. September 2019 - 21:24

dass Sie aus den CDU-Reihen heraus etwas sagen, was man von dieser Partei unter Merkel schon lange nicht mehr erwartet hat.
Aber die Glaubwürdigkeit der Partei ist nun mal dahin - und so schnell lässt sich diese wohl kaum zurückholen.
Sie waren ja wohl auch bei den 998 Klatschern (von 1000 Delegierten) am Parteitag 2015 und Sie scheinen ja relativ unabhängig zu sein - warum meldeten Sie sich nicht schon früher, warum erst dann, wenn Sie merken, dass die Kanzlerin inzwischen relativ schwach und eigentlich nur noch eine "lame duck" ist?

Warum haben Sie sich 2011 wie viele Ihrer Parteifreunde ins gleiche argumentative Boot der Grünen und Roten gesetzt und die Abschaltung der Kraftwerke mit betrieben: weil wir in D Taifune mit meterhohen Wellen haben? Weil wir hier ständige Erdbeben haben?
Warum haben Sie sukzessive eine ideologisch begründete Energiewende mitgetragen, von der man damals schon wusste, dass sie konzeptlos undurchdacht ist und dass sie scheitern wird?

Dr. Georg Steger | Mi, 18. September 2019 - 21:50

...bedeutet nicht einer Hysteriewelle nachzulaufen (was ja derzeit wieder in der kopflosen deutschen Politik unter Ihrer Kanzlerin passiert), sondern kontinuierlich ein Konzept aufzubauen (und das besteht aus sukzessiven, nicht ideologisch vereinfachten Schritten).

Einerseits den Elektromotor als die Lösung unserer "CO2-Probleme" hinzustellen und zu pushen oder wie jetzt die sehr energieaufwändige H2-Technik ins Gespräch zu bringen und dann gleichzeitig die dafür benötigten Energieerzeuger zurückzufahren: ist das die Logik à la Grün = Logik à la CDU = Logik à la SPD?

Und nennen Sie doch bitte nicht die Kernkraft:
1. Die Deutschen wissen inzwischen durch hinreichende "Aufklärung", dass Radioaktivität an den deutschen Grenzen (im Gegensatz zu den Immigranten) halt macht und wir uns deshalb mit Strom besser aus ausländischen KKW (Tschechien bspw.) bedienen lassen.
2. Woher wollen Sie die wegen Zukunftslosigkeit inzwischen abgewanderte Betriebsmannschaft nehmen?

Dr. Georg Steger | Mi, 18. September 2019 - 22:14

Die CDU ist - aufgrund einer verantwortungslosen Politik - hauptverantwortlich dafür, dass deutsche Technologie ins Ausland "verscherbelt" wurde und dass auch derzeit, von der Politik verschwiegen, deutsche Firmen (z.B. die Automobilindustrie) verstärkt ins umliegende Ausland gehen. Als Unternehmer werden Sie das selbst wissen!

Gleiches gilt auch für die Kernkraft: deutsche Firmen bauten in D (heute im Ausland) die weltweit anerkannt leistungsstärksten, zuverlässigsten und sichersten Reaktoren, die wir abschalten um uns vom umgebenden Ausland versorgen zu lassen!
Wir hatten vor Jahren lange Gespräche mit japanischen Kraftwerksbauern. Eine Kooperation scheiterte daran, dass den Japanern die hochqualitative dt. Sicherheitstechnik zu teuer war!
Wissen Sie wie weit es von einem russischen KKW in Tschechien bis München ist? Etwa soweit wie vom KKW Isar-II, das demnächst abgeschaltet wird.
Ein Vergleich beider Sicherheitstechniken zeigt den Irrsinn, den Sie mitverschuldet haben!

Norbert Heyer | Do, 19. September 2019 - 06:21

Hier soll wieder durch Herrn Mattfeldt, den kaum jemand kennt, der Eindruck erweckt werden, dass die CDU noch konservative Politiker hat. Nein, die hat sich spätestens seit der Grenzöffnung nicht mehr, als massiv gegen Recht und Gesetz verstoßen wurde. Einige haben leise protestiert - Herr Bosbach, Herr Willsch - wurden aber immer wieder auf Linie gebracht. Am schlimmsten von der Union ist mir da noch ein anderer in Erinnerung ... groß ankündigen, das Gegenteil machen. Die CDU, eigentlich immer ein Vertreter realer Politik von Mitte rechts wurde durch Frau Merkel aller ihrer Werte beraubt. Sie hat einer Politik der Beliebigkeit den Vorzug gegeben, hat gegen Gesetze verstoßen, den Bundestag übergangen, in Europa und bei Verbündeten Hass und Zwietracht gesät und die Deutschen
gespalten. Nein und nochmals nein, diese CDU kann von konservativen und liberalen Menschen nicht mehr gewählt werden. Sie hat sich jetzt für eine Richtung entschieden, die unser Land im Endeffekt abschaffen wird.

dieter schimanek | Do, 19. September 2019 - 07:20

"Es ist für einen CDU-Wähler unvorstellbar, sein Kreuz bei der AfD zu machen oder gar dorthin zu wechseln."
Aha, so ist das also. Woher kommen dann die meisten Wähler und Mitglieder der AFD? Die Wählerwanderung zeigt ein anderes Bild. Auch hier zeigt sich wieder Wunschdenken und Realitätsverlust. Das hinterher hecheln von aktuellen Themen, seien sie auch noch so dubios ist natürlich Fakt und mit ein Grund für den Abwärtstrend. Mal abwarten wie viele Wähler glauben, das Umweltsteuern das Klima retten.

Ernst-Günther Konrad | Do, 19. September 2019 - 07:44

Ich kenne Sie nicht, habe nie etwas von Ihnen gehört. Ihre Ansichten stimmen in fast allen Bereichen. Wo findet die öffentliche Diskussion der CDU über ihre Werte statt?
Was ist konservativ? Was ist Liberal? Was ist Rechts? Was ist Volk? Was ist Heimat? Was ist Schutz der Bevölkerung? Aha, wegen einer Äußerung sind sie also "rechts" bzw. konservativ eingestuft worden. Schämen Sie sich jetzt?
Genau das ist das Problem der CDU. Und hat wozu geführt?
"Leider führt eine solche Einordnung dazu, dass man häufig nicht mehr das sagt, was man denkt,....". Ach, Sie auch? Wenn das die Bürger sagen, stimmt es nicht.
Es ist für einen CDU-Wähler unvorstellbar, sein Kreuz bei der AfD zu machen oder gar dorthin zu wechseln. Genau das ist 100000fach passiert. Die AFD gibt es genau deswegen. Schon mal überlegt?
Auch Sie rechne ich zu den bislang sedierten Klatschhasen von AM. Ich erkenne aber an, dass Sie nachgedacht haben und für sich persönlich ein umdenken stattfindet. Sie müssen "lauter" werden.

Lieber Herr Konrad,
Herr Mattfeldt ist einer von den "berühmten" Hinterbänkler in der CDU. Der darf hin und wieder seinen"Senf" dazugeben, nur intressiert das keinen da oben in der Partei!
Mein "Alternativer" Vorschlag zur Unwählbarkeit der AfD: Gründen wir Foristen hier im Cicero doch eine Partei. Irgenwie ticken (mit Ausnahmen)wir ja ziemlich auf einer Welle.
Parteiname: Die Foristen (klingt irgendwie umschuldig & unverdächtig)
Sie und Frau Wallau als Parteivorsitzende.
Frau D. Sehrt-Irrek als Generalsekretärin & Pressesprecherin
Fr. Bondzio, Fr. Heim, Fr. Fimiani & andere weibliche Foristinnen sowie Hr. Will, Hr. Düring, Hr.Muhlack sowie auch hier weitere Foristen in den Vorstand.
Bei Intresse bitte anmelden.
Es müssen natürlich auch einige Abweichler & "Dagegensein" (der Form halber) in die Partei integriert werden! Vorschläge?
Bei der verkauften Auflage des Cicero von ca. 60.000 und einer Reichweite von ca. 400.000 Lesern sind uns diese Stimmen schon mal sicher.
Packen Wir´s an!

Heidemarie Heim | Di, 24. September 2019 - 15:19

In reply to by Roland Völkel

Leider zu spät gelesen, Ihren Vorschlag lieber Herr Völkel! Bevor geschlossen wird;-),schnell noch meine Antwort. Gar keine schlechte Idee! Am Namen könnte man noch etwas feilen bzw. Vorschläge aus unseren Reihen per "Volksentscheid" oh!böses Wort;)! Ihr Vorschlag mich und andere in den Vorstand zu bringen schmeichelt mir außerordentlich. Auch die anderen Personalien. Von V(o)rstand kam ich beim "Verschreiben" gerade auf V(e)rstand und da war mein erster Gedanke, das man z.B. unserem verehrten Dr.Kissler und einigen anderen Persönlichkeiten des Ciceros eine Mitgliedschaft schmackhaft machen sollte. So sie uns eigentlich gut kennen;-) und nicht abgeschreckt/abgeneigt sein. Aber natürlich würden wir andererseits das von den mir Angesprochenen verlangen, was wir vielfach schon selbst hier anprangerten was "werteneutralen" Journalismus betrifft. Schade! Was die Partei an "Integrationsbereitschaft/-Fähigkeit" anbelangt, wären wir wahrscheinlich eine "angenehme Überraschung" für manchen! MfG

gerhard hellriegel | Do, 19. September 2019 - 08:42

Na, endlich mal ein punkt, wo ich mit der AfD einig bin. Ohne den einsatz von kernkraftwerken werden wir unseren beitrag zu den klimazielen nicht leisten können. Nur seltsam, die AfD ist doch der meinung, dass es einen menschengemachten klimawandel gar nicht gebe, dass CO2 damit gar nichts zu tun habe, warum sollen wir dann nicht lustig weiter fossile energien nutzen? Oder meinen sie, das eine zu tun und das andere nicht lassen?

Tomas Poth | Fr, 20. September 2019 - 21:01

In reply to by gerhard hellriegel

angeblichen Widerspruch.
Aber wenn alle Welt über Reduktion der CO2-Emission redet wäre längere Nutzung der Kernkraft eine Alternative. Das heißt noch lange nicht dass der CO2-Hypothese das Wort geredet wird.
Warum sollen wir denn lustig fossile Energieträger weiter verheizen? Das ist doch nicht die Alternative!
Die Frage ist doch, kommen wir nicht mit weniger Energie- und Ressourcenverbrauch aus. Wieviel ist genug um ein auskömmliches Leben zu führen?
Wieviel Bewohner trägt unser Planet. Wenn der Welterschöpfunstag im July war, müßten wir die Weltbevölkerung halbieren oder den derzeitigen Energie- und Ressourcenverbrauch.

Kurt Walther | Do, 19. September 2019 - 09:44

Ausgehend von einigen Artikeln könnte man den Eindruck gewinnen, dass in letzter Zeit innerhalb der CDU an verschiedenen Stellen und Orten der Widerstand gegen die von A. Merkel vollzogene Linksverschiebung der Partei wächst. Das Konservative soll wieder mehr zur Geltung kommen und die innerparteiliche Diskussion, sofern es so etwas jemals in der CDU als Kanzlerwahlverein überhaupt gab.
Als ehemaliger Nachwende-Ost-CDU-Wähler verfolge ich das Innenleben der CDU nur noch am Rande. Die CDU ist für viele Konservative spätestens seit 2015 nicht mehr wählbar. Für mich begann das schon mit der katastrophalen Eurorettung. Es folgte die ebenso katastrophale Energiewende (Abschaltung der AKWs, Verspargelung der Landschaft). Die Öffnung der Grenzen für die Dritte-Welt-Armut gab mir den Rest. Und nun der Doppelausstieg (AKW, Kohle) betreffs Stromerzeugung: Wahnsinn. Ich befürchte, wir schaffen es nicht, jedenfalls nicht so. Es sei denn, mit erheblichen Wohlstandsverlusten.

Urban Will | Do, 19. September 2019 - 10:14

werden solche „Qualitiätsartikel“ geschrieben?

Man kann es langsam nicht mehr hören...
Der Mainstream bestimmt die Politik, 2015 lief einiges falsch, man soll es nicht übertreiben mit dem Klima, die Basis denkt anders als die Spitze... bla bla bla, ein Sammelsurium von Binsenweisheiten.

Und dann noch der Oberwitz: es sei „unvorstellbar“ für einen CDU – Wähler, sein Kreuz bei der AfD zu machen.
Wie kommt Herr Mattfeldt auf solch einen Quatsch?

Gerade wieder bei den Ostwahlen haben wir hunderttausendfach das „Unvorstellbare“ erlebt und werden es in noch in ganz anderen Dimensionen erleben.

Die „CDU – Basis“, zu der auch Herr Mattfeldt gehört, ist ein Verein von Duckmäusern, in mehrfacher Hinsicht hat sie bewiesen, dass Huldigen,Wegschauen und Pöstchen - Halten ihr mehr bedeuten als das Wohl des Landes.
Die Unantastbare bleibt und da ändert auch diese Scheinveranstaltung „Werte – Union“ nichts.

Den „Aufstand“ machen die Wähler und das ist gut so.

Hans Schäfer | Sa, 21. September 2019 - 12:53

In reply to by Urban Will

Deshalb sage ich seit langem: Unsere Abgeordneten vertreten nicht das Volk sondern die Partei. Wie ist M. in den BT gekommen durch Direktwahl oder über die Liste.

gabriele bondzio | Do, 19. September 2019 - 10:37

Herr MATTFELDT, wie man sie von einen CDU-Mitglied ja gar nicht mehr gewohnt ist! Leider ist es nur eine kleine Gruppe innerhalb der CDU, welche noch realitätsnah redet. Weil man Angst hat, das Diesbezügliches einer politischen Karriere nicht förderlich ist. Was ich auch als größtes Problem überhaupt sehe. Was auch weitere Wählerwanderung nach sich ziehen wird.
Bleibe mal beim Pflegebereich, da ich mich hier (pflege meine Mutter und greife auf einen ambulanten Pflegedienst zurück) halbwegs auskenne. Und sehe/höre wie die vorhandenen Ressourcen bei Pflegepersonal von Jahr zu Jahr knapper werden. Das treibt aber nicht nur älterwerdende Menschen um. Auch jüngere Angehörige dürften Sorgen haben, ob ihre pflegebedürftigen Angehörigen, Pflege(wie und wo) bekommen. Spahn (CDU) wirbt wegen des Pflegenotstandes Fachkräfte aus Mexiko an. Natürlich ist die Bezahlung misserabel, aber ich fürchte es ist auch ein Motivierungsfaktor der Jugend(statt immer nur Klima) notwendig.

Maria Fischer | Do, 19. September 2019 - 10:48

Das Klimathema würde als Solcher sachgerecht behandelt werden, wenn es nicht zur Verdrängung und Vertuschung der Migrationspolitik benötigt würde.

Zu:
"Leider führt eine solche Einordnung dazu, dass man häufig nicht mehr das sagt, was man denkt, sondern fast schon unnatürlich abwägt, was man denn ausspricht."

Herr Mattfeld, solche Erfahrungen teilen Sie mit einem Großteil der Bevölkerung in Deutschland.
Soziale Ächtung bei Verstoß gegen den links/grünen/Merkel Mainstream.
Ein zutiefst Demokratie feindlicher Vorgang.
Dass Frau Merkel die Einschränkung der Meinungsfreiheit bei jeder Gelegenheit negiert ist zynisch und perfide zugleich.
Sie und die CDU/CSU Fraktion unterstützen dieses Vorgehen Tag für Tag, in dem sie Frau Merkel nicht das Vertrauen entziehen.
Die AfD lag im April 2015 in Thüringen bei 7 %. Laut Prognosen liegen sie derzeit bei 25 %.
Dass das so ist, ist Ihr Verschulden, Ihr Versagen und Ihrer Feigheit zuzuschreiben.

Dr. Georg Steger | Do, 19. September 2019 - 11:08

Interessant ist es, wie Sie von gestern auf heute die Überschrift Ihres Artikels geändert haben. Wurde der sich doch als so unabhängig rühmende Interviewte von seiner Partei zurückgepfiffen, weil er die sakrosankte Regierungsmeinung nur leicht in Frage stellte?
Oder konnte er dem Druck seiner politischen Freunde nicht standhalten?
Oder hat er sich von einem bestimmt erfolgten Shitstorm (auch aus eigenen Reihen!) beeinflussen lassen?
Naja ganz so unabhängig scheint Herr Mattfeldt meinungsmäßig nicht zu sein, wie er gerne glauben machen möchte!

Hans Schäfer | Do, 19. September 2019 - 12:20

<<Es ist für einen CDU-Wähler unvorstellbar, sein Kreuz bei der AfD zu machen oder gar dorthin zu wechseln. >>
Herr Mattfeld, haben Sie mal recheriert wieviel ehemalige CDU-Mitglieder mittlerweile zur AfD gewechselt sind? Aber wahrscheinlich schliesen Sie sich dem Mainstream an: Die haben gewechselt, weil sie bei der CDU nichts geworden sind!

Das ist aber zu kurz gesprungen und Populismus pur. Diese Begründung soll nur die Fehler -man macht ja keine- kaschieren.

Tomas Poth | Do, 19. September 2019 - 12:33

Das Problem hat einen Namen und heißt Merkel, eine Frau die auf Mainstream-Wellen unsere Republik in die Grütze reitet (vergurgter Atomausstieg , Euro-Rettung, Migration).
Die Leitmedien tragen mit ihrer RotGrün-Verstrahlten Meinungsbildung den wesentlichen Anteil dazu bei, leiten die Politik auf falsche Pfade.
Mit Merkel kann man das machen, ihre Schwäche ist die Sucht nach medialen Streicheleinheiten.
An einem kantigen Schröder haben sich die Medien gerieben.

Gerhard Schwedes | Do, 19. September 2019 - 13:05

Zitat: "Es ist für einen CDU-Wähler unvorstellbar, sein Kreuz bei der AfD zu machen oder gar dorthin zu wechseln." Diese Bemerkung ist nichts anderes eine Art pädagogischer Geisterbeschwörung, mit der man verhindern will, dass die Geister, sprich der Wähler, nicht sein Unwesen treibt. Solche pädagogischen Tricks mögen bei Kindern verfangen, aber nicht bei ernstzunehmenden Wählern. Ich selbst bin der beste Beweise dafür: Bei der letzten Bundestagswahl noch CDU gewählt, beim nächsten Mal garantiert blau. Frei nach dem Motto: Bewegt sich die CDU nicht vom Fleck, so wird es der Wähler tun. So einfach ist das. Eine Partei, die gegen den Willen der Mehrheit der Wähler handelt - 70 Prozent wünschen sich eine strengeres Migrationsregime - muss nicht den Wähler, mithin den eigentlichen Souverän, erziehen wollen. In diesem Metier haben sich schon die Grünen eine blutige Nase geholt. Herrn Mattfeldt ist dringend zu raten, der Werte-Union beizutreten. Von dorther weht der Wind der Veränderung.

Stefan Jurisch | Do, 19. September 2019 - 13:40

klar und sachlich denkenden Menschen in der Politik. Eine sehr erfrischende Abwechslung im dichten Gewühl der opportunen Mehrheit von Berufspolitikern, denen wichtiger ist, was man gerade jetzt von ihnen hält als das, was in der Zukunft, die sie gestalten sollen, mal sein wird.

Hans Schäfer | Sa, 21. September 2019 - 13:23

Ihr Traum wird nicht in Erfüllung gehen. Sehen Sie einen klar, sachlich, denkenden Politiker in der Regierung. Um Minister zu werden bedarf es keiner Befähigung. Alleine eine jahrelange Parteizugehörigkeit befähigt -nicht nur ein Ministerium, sondernz.B., heute Verteidigung morgen Gesundheit ect.- zu führen. Fähigkeiten sind nicht gefordert, die kaufen sie bei Lobbyisten-Beraterfirmen teuer ein. Ist ja nicht ihr Geld und die Ministerialbeamten will man damit nicht belasten. Stress, könnte zum Burnout führen. Fachkenntnisse kauft man bei Lobbyisten-Beraterfirmen teuer ein. Die Lobbyisten haben doch ein berechtigtes Interesse daran, das Entscheidungen in ihrem Sinne getroffen werden.