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Bei Albert Füracker gehen die Meinungen auseinander: Oberpfalz-Philosoph oder gesichtslose Arbeitsbiene in Söders Staat? / dpa

Albert Füracker - In Söders Windschatten

Wer folgt eigentlich auf Markus Söder, falls der Kurs aufs Kanzleramt nimmt? Albert Füracker ist ein heißer Anwärter und ein Vertrauer Söders – aber bislang praktisch unbekannt. Genau das könnte für ihn jedoch zum Problem werden.

Autoreninfo

Mike Schier (Foto MM) leitet das Politikressort des Münchner Merkur

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Corona hat Politikern etwas beschert, womit manche von ihnen nicht umgehen können: Freizeit. Kein Volks- oder Feuerwehrfest, keine Parteiklausur. Markus Söder und Albert Füracker nutzen die freien Samstage, um in der Oberpfalz auf Fahrradtour zu gehen. Man kann sich das lebhaft vorstellen: Bayerns Ministerpräsident braust vorneweg, seinen Finanzminister im Windschatten. Es wäre genauso wie in der Politik.

Die ungewöhnliche Fahrradgemeinschaft, an der Söder die Welt via Instagram teilhaben ließ, hat im Freistaat aufhorchen lassen. Sie dokumentiert nicht nur ein Männerbündnis, sondern heizt Spekulationen an. Schließlich stehen die Bayern vor einer unerwarteten Nachfolgedebatte: Je lauter über die Kanzlerambitionen Söders spekuliert wird, desto mehr tuschelt man in München, wer denn als Ministerpräsident bereitstünde. 

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Ernst-Günther Konrad | Fr, 4. September 2020 - 08:50

Sie haben von der Seite in die Kugel geschaut, ich schaue von oben und was sehe ich da? Eben erstmal nichts. Warum? Söder wird kein Kanzlerkandidat werden. Der hat dafür keine Zeit, der lebt doch in der 2. Corona Welle und da muss er aufpassen, in der selben nicht zu ertrinken. Jetzt, wo doch Spahn offenkundige Fehler zugeben muss, sind doch alle anderen Hysteriker mit im Boot. Mir als Hesse wäre egal, was die Bayern machen. Wenigstens solange sie den "Maggus" behalten. Der Bayernkönig gefällt sich selbst und in seiner Rolle als "Möchtegern". Ob die Partei den mir unbekannten Herrn Füracker absegnen würde, im Fall der Fälle wage ich zu bezweifeln. Die Ilse und der Achim haben auch ihre Netzwerke, sind auch schon lange im Geschäft und sind nicht irgendjemandem sein Dauerschatten. Herr Füracker hat wirklich das Problem, sollte er politisch nicht austherapiert sein, dass ihn eben keiner kennt. Ja, was wäre Söder im Politikzirkus ohne einen "Vertrauten", der auch noch das Geld verwaltet.

...sehr geehrter Herr Konrad, sich bei Ihnen in Hessen vorzustellen. Die Glaskugel wird für Sie noch transparenter.

Was heißt Geld verwalten. Das bräuchten viele in unserer sogenannten Regierung.
Merkel wirft unser Steuergeld in die EU, FM Scholz kokettiert mit Wirecard und Cum Ex, vdL versteckt die Verteidigungsmilliarden. Ihnen fallen, lieber Herr Kon-rad, mit Sicherheit noch mehr ein.
MfG

Christa Wallau | Fr, 4. September 2020 - 09:02

macht mich neugierig auf ihn.
Seine Herkunft und sein Werdegang scheinen mir
gute Voraussetzungen für einen Politiker zu sein:
Ein kluger Bauernsohn, der nicht nur intellektuell
(Einserjurist), sondern auch als Praktiker (Landwirt) seinen Mann stehen kann.
Hinzu kommt, daß er offensichtlich verläßlich, nicht eitel und finanziell nicht von seiner Arbeit im Bayerischen Landtag abhängig ist.

Solche bodenständigen Leute braucht's in der Politik! Leider ist jedoch der größte Teil unserer
deutschen Politiker heutzutage das genaue Gegenteil: Es sind Ideologen und Karrieristen, die sich niemals im Leben in anderen Berufen bewährt haben.
Dies ist einer der vielen Gründe dafür, daß
Deutschland so "grottenschlecht" regiert wird.

Sie sprechen mir aus der Seele, Frau Wallau. Ich bin selbst auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in einem Dorf aufgewachsen. Ich habe Füracker bei einigen Veranstaltungen erlebt und kann ihre positive Einschätzung über ihn bestätigen. Ich glaube, er würde in Bayern einen guten Landesvater abgeben. Mir persönlich ist er deutlich sympathischer als Söder. In meiner Heimat, der Oberpfalz, ist Füracker sehr beliebt und anerkannt. Seine Lieblingscomic-Figur ist „Wicki“, der sich nur an die Nase fassen muss, um kluge Ideen zu versprühen. In der heutigen Politik bräuchte es mehr „Wickis“ von der Sorte Fürackers, beginnend ganz oben. Unter den zehn CSU-„Bezirksfürsten“ zählt Füracker zu den Mächtigsten. In der Oberpfalz ist die CSU-Welt noch in Ordnung.

mit ganz wenigen Ausnahmen, wenn sie wenigstens zuweilen ein paar populistische Anflüge haben. Ansonsten alle untauglich, und nur die AfD kann uns retten, aber der Michel ist ja zu blöd, die zu wählen.

Copy - Paste - Copy - Paste - Copy - Paste..

Der tägliche Abgesang auf das angeblich so geliebte Vaterland, das einfach nicht so ist, wie es doch gefälligst sein sollte.

Heidemarie Heim | Fr, 4. September 2020 - 13:29

Danke dem Cicero und Herrn Schier für die hoffentlich nicht letzte "Vorstellung" von Politiker*Innen, die scheinbar Insider-Wissen;) erfordern! Auch in diesem Artikel erfährt man auf wohltuend differenzierte Weise, das Politik und Regieren keine one-man-woman-Veranstaltung ist, deren Gesichter und Auftreten bisweilen "über" ist!
Im Gegensatz zu anderen politischen, mir bekannteren Tandems scheinen diese Zwei sich weniger im politischen Vermögen, sondern lediglich
vom Charakter der Außendarstellung zu unterscheiden. Eine an sich perfekte Art der Ergänzung, um ein kraftvoll agierendes Duo zu bilden. Wenn schon der Griff Richtung Bundespolitik, könnte man Sorry! liebe Bayern doch besser das volle Gespann schicken!;)
Berlin könnte neben Bär durchaus auch eine solide bodenständige "Arbeitsbiene" mit Humor gebrauchen? Diese sind mir allenthalben lieber als die Phrasen dreschenden Polit-Poser*Innen aus der ersten Reihe! Bitte weiter so liebe Redaktion! MfG