AKK bei „Anne Will“ - Die Neue kann auch austeilen

Die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer stellte sich bei „Anne Will“ der Frage, ob sie wirklich für eine Neuausrichtung der CDU steht oder ob sie die Politik Merkels fortsetzt. Neue Erkenntnisse gab es kaum, doch AKK konnte an ihre rhetorische Leistung vom Parteitag anknüpfen

Annegret Kramp-Karrenbauer in der Talkshow "Anne Will"
„Ich bin nicht das pure Weiter so. Die Reformagenda wird kommen“, kündigte AKK an / Screenshot Ard Mediathek

Autoreninfo

Ulrich Thiele lebt und arbeitet als Journalist in Hamburg. Er schreibt für Cicero Online.

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Denkbar knapp wurde Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) also auf dem historischen Parteitag in Hamburg zur neuen CDU-Vorsitzenden gewählt und setzte sich mit 517 zu 482 Stimmen gegen Friedrich Merz durch. Die Spaltung der CDU, die diese knapp 52 Prozent symbolisieren, ist offensichtlich. Aber wofür steht AKK eigentlich? Schafft sie es, der inhaltlich ausgehöhlten Partei ein neues Profil zu verschaffen und sowohl den konservativ-wirtschaftsliberalen Flügel der Merz- und Spahn-Anhänger als auch die eher linksliberalen Anhänger zu vereinen?

Diesen Fragen setzte sich AKK im ARD-Talk von Anne Will“ aus, und es kann konstatiert werden: Zumindest rhetorisch scheint die oft als „Mini-Merkel“ Verpönte nicht das Programm von Merkel fortzusetzen, die klare Worte meist verweigerte. Zunächst plätscherte die Gesprächsrunde belanglos vor sich hin, geladen waren der ehemalige SPD-Vorsitzende Martin Schulz, FDP-Vize Wolfgang Kubicki, Spiegel-Redakteurin Christiane Hoffmann und Journalist Gabor Steingart. Doch dann zeigte AKK – wie schon in ihrer beeindruckenden Rede auf dem Parteitag –, wozu sie rhetorisch fähig ist.

AKK wehr sich gegen Frauenfeindlichkeit

In einem Einspieler behauptet Friedrich Merz, er habe vor 20 Jahren Angela Merkel als Generalsekretärin vorgeschlagen, weil es der Partei gut anstünde, eine Frau zu nehmen, die zudem noch aus dem Osten kommt. Wütend holt Kramp-Karrenbauer zum Angriff aus, als Wolfgang Kubicki anschließend noch anmerkt, er habe ihr eine solch „geniale Rede“ wie jene auf dem Parteitag nicht zugetraut. Diese Art, setzte sie an, wie über Frauen geredet wird, begleite sie schon ihr ganzes Leben. „Ich habe noch nie erlebt, dass gesagt wurde: 'Ein Mann stünde uns gut zu Gesicht.' Als ob man als Frau eine zu bemitleidende Minderheit in diesem Land wäre. Wir sind mehr als die Hälfte der Bevölkerung.“ Gerade im linksliberalen Milieu dürfte sie mit solch emotionalen Reden Pluspunkte sammeln – über ihre konservativen Standpunkte etwa in puncto Homo-Ehe wird man dort wohl wie auch schon bei Merkel hinwegsehen.

Auch für ihren Einsatz für das Saarland, das ihrer Meinung nach zu oft herablassend als Provinz verpönt wird, heimste AKK lauten Applaus ein. Der Wirtschaftsjournalist Gabor Steingart setzte nach und attackierte die ehemalige Ministerpräsidentin scharf. Das Saarland sei bei der Verschuldung hinter den Stadtstaaten ganz vorn dabei, monierte Steingart: „Es ist armselig, Frau Kramp-Karrenbauer.“ Diese setzte zum Gegenschlag an: „Ich finde das jetzt wirklich despektierlich den Saarländern gegenüber. Wir haben über eine lange Strecke und zwar gemeinsam mit allen Sozialpartnern im Saarland einen beinharten Sparkurs gefahren.“ Nun könne man erstmals Schulden abbauen und stünde gut da. 40 Prozent der Kitas seien bilingual ausgerichtet, es gebe eine der besten Universitäten im Saarland. „Darauf bin stolz, und das lass ich mir von Ihnen hier auch im Namen der Saarländerinnen und Saarländer nicht kaputt reden.“ Unabhängig davon, wie man inhaltlich zu Kramp-Karrenbauer steht: Ihre hin und wieder leidenschaftliche Art, sich gegen Angriffe zu verteidigen ist eine erfrischende Abwechslung nach 13 Jahren narkotisierender Monotonie.

Schulz erstaunlich harmlos

Begeistert, allzu verzückt zeigte sich davon auch Martin Schulz. Der ehemalige SPD-Vorsitzende fand durchweg versöhnliche Wort für die neue CDU-Vorsitzende und lobte glühend ihre Emotionalität nach ihrer Wahl am Freitag und während der Talkrunde. „Ich finde es toll“, sagt er, „wie eine ehemalige Ministerpräsidentin für ihr Land kämpft.“ Schön und gut, aber hat ihm niemand gesagt, dass die Vertreterin der Katholischen Soziallehre zum Todesurteil für die sich ohnehin im Niedergang befindenden Sozialdemokraten werden kann? Die erhoffte Polarisierung, die ein klar greifbarer Gegner wie der Finanzmarktlobbyist Friedrich Merz hätte bedeuten können (vorausgesetzt, die SPD gewönne wieder an sozialdemokratischem Profil), ist mit der deutlich weiter links von Merz zu verortenden AKK nicht gegeben. Im Gegenteil, sie wird den Sozialdemokraten wohl Wähler abluchsen und der Partei eine Neuausrichtung mit Konturschärfung erschweren. Kurios: Während die anderen Talk-Gäste über das Potential von „AKK“ diskutierten, verschwand der Ex-SPD-Chef einfach mal kurz. Nach einem Einspieler zur Parteitagsrede von Kramp-Karrenbauer war sein Platz plötzlich leer. Dann lief er einfach durch das Bild und setzte sich wieder hin.

So ist es erstaunlich, dass Schulz die großen SPD-Themen – Pflegenotstand, explodierende Mieten, Kita-Gebühren, Niedriglohnsektor, Abstiegsängste der Mittelschicht, soziale Spaltung zwischen Kleinbürgertum und Funktionseliten – wenn überhaupt nur am Rande ansprach und sich stattdessen relativ lange mit dem Paragraphen 219a aufhielt. Im Streit über das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche sprach sich Kramp-Karrenbauer nach langem Drumherumgerede und mehrmaligem Nachhaken der Moderatorin – man fühlte sich in diesen Momenten an die Kanzlerin erinnert – gegen eine Aufhebung des Verbots auf. Schulz hingegen plädierte für eine Abstimmung unter den Abgeordneten, er selbst finde die stattfindende Kriminalisierung ethisch nicht vertretbar. Ohne Zweifel ein wichtiges Thema, doch es bleibt zu hoffen, dass die SPD nicht den Fehler macht, sich nur mit Nebenthemen abgrenzen zu wollen und somit ihre sich verraten fühlende Wählerschaft weiter zu vergraulen.

Wird AKK auch die Konservativen für sich gewinnen?

Bleibt noch der für die CDU wichtigste Punkt zu erwähnen: Kann AKK die enttäuschten Konservativen für sich gewinnen und davon überzeugen, dass es unter ihr kein „Weiter so“ gibt? Oder wird ihr das Image der Merkel-Kopie zum Verhängnis? „Ich bin nicht das pure Weiter so“, grenzte sie sich gleich zu Beginn der Sendung von dem Vorwurf ab und kündigte für Januar ein Gespräch zur Flüchtlings- und Sicherheitspolitik an – wofür sie auch mit Kritikern des bisherigen Kurses wie Merz und Spahn zusammenarbeiten will. „Die Reformagenda wird kommen.“ Es blieb aber bei Ankündigungen, wie konkret die Agenda oder die Zusammenarbeit mit Merz aussehen soll, wollte sie auf Nachfrage der Moderatorin noch nicht sagen.

Ihre Aussage „Nicht das pure Weiter so“ – mit Betonung auf „pure“ – impliziert aber, dass es eben doch ein bisschen „Weiter so“ geben soll. Dementsprechend attestierte Gabor Steingart der CDU Schizophrenie: „Sie will Modernität und nicht das Erbe Merkel abwickeln“, so der ehemalige Handelsblatt-Chefredakteur. Aber sie wolle eben auch Korrekturen, etwa im Bereich der Inneren Sicherheit. Dass Paul Ziemiak mit nur knapp 63 Prozent als Nachfolger zum Generalsekretär gewählt worden sei, zeige ebenfalls, wie gespalten die CDU ist.

Große Herausforderungen

Fazit: Nach der Sendung weiß man so viel wie vorher. AKK wird keine Probleme haben, den eher linken Flügel der CDU für sich zu gewinnen. Beim konservativen Flügel steht sie vor großen Herausforderungen auf dem Weg ins Kanzleramt, die Wahlen in Ostdeutschland nächstes Jahr werden sie auf eine harte Probe stellen. Was konkret ihr Plan ist, hat sie nicht gesagt, es bleibt bis jetzt bei Ankündigungen, dass etwas passieren wird. Der Mini-Merkel-Vorwurf ist in der Tat nicht ganz berechtigt, AKK versucht sich abzugrenzen, auch rhetorisch – auch wenn sie, verglichen mit Merz und Spahn, weiterhin am ehesten für ein „Weiter so“ steht und somit vermutlich nicht die Spaltung des Landes wird aufheben können. Ob Merz, der quasi kein sozialpolitisches Profil hat, die Spaltung zwischen sozialem und wirtschaftsliberalem Flügel der CDU – geschweige denn die soziale Spaltung des Landes – hätte überwinden können, darf jedoch auch bezweifelt werden.

Eines wird sich mit Sicherheit niemals ändern: die Talkshows dieser Republik und die Reaktionen der TV-Rezensenten, die sich darüber echauffieren.

Rita Pabst | Mo, 10. Dezember 2018 - 08:37

Eine beeindruckende Rede habe ich von Frau Karrenabuer noch nie gehört, optisch ist sie allerdings eine legitime Nachfolgerin der aktuellen Vorsitzenden. Haben wir den nur dieses "Personal" quer durch alle Parteien ? Ich beabsichtige aus Protest an keiner Wahl mehr teil zu nehmen. Nichtwähler 90% ! Vielleicht werden sie dann wach !

Dann wird einfach die Wähler-Kopfprämie und Parteienfinanzierung erhöht. Klar, es wird scheinbar sehr enteuscht darüber ganz groß geredet, in allen Programmen und Plauderrunden aber im Prinzip ist es denen wurst.

Die Höhe der Wahlbeteiligung ändert nichts an der Anzahl der Mandate (Posten).

Romuald Veselic | Mo, 10. Dezember 2018 - 08:53

und reflektieren nur das Wünschdenken der Politiker und der Eliten, zum Nachteil des Ottonormalsteuerzahlers. Zumal sind es immer die gleichen Gestalten, die diesen Talkshows beiwohnen oder sie durchrotieren. Man könnte sogar daraus ein Beruf machen - Profitalkshowsparlierer. Es ist kein Nicht-Eliten Typ dabei, wie U-Bahnfahrer, Kassiererin, Müllmann, Lagerist, Straßenfeger, Hartz 4 - Rentner, ...
Die Talkshow sind nur Krypto Benennungen für zwei Arten der "Kommunikation" - im Sinne von Fanklubs oder als Tribunal, indem einer der anwesenden Teilnehmer, auf Pranger gestellt wird und der Rest versucht ihn zu diffamieren u. lächerlich machen. Dabei sind es die Grünen u. die Linken/SPD in ihrem Ideologiemuster, die sich über diese Person inquisitorisch hermachen. Die Moderatorin ist immer voreingenommen in eigener Sache. Es sind keine Talkshows, es sind korrektive Meetings, die nicht repräsentativ sind u. reflektieren die moralische Sackgasse auf dem pseudo intellektuellem Level.

Gerdi Franke | Mo, 10. Dezember 2018 - 08:54

Was hat sie erwartet? Wollte sie provozieren? Zum jetzigen Zeitpunkt kann es nur eine Wiederholung der Wahlreden geben! Ein Veränderungsprozess wird nur langsam einsetzen und nur zusammen mit der derzeitigen Noch-Kanzlerin funktionieren. Die muss bereit sein das in der Partei beschlossene umzusetzen.

Willi Mathes | Mo, 10. Dezember 2018 - 08:54

Sie haben Recht !
Diese Art von Polit-Talkshow`s hat sich überlebt !

Erkenntnisse für " Unbedarfte " gleich Null !

Weiter so - ist in diesem Lande offensichtlich alternativlos !

Freundliche Grüsse

Eduard Milke | Mo, 10. Dezember 2018 - 08:59

AKK betont so gerne ihre Regierungserfahrung im Saarland und dann kommt Gabor Steingart tatsächlich daher und hinterfragt mal kritisch. Und schon hat er sie auf die Palme gebracht.

Das Saarland hatte bei Amtsübergabe an AKKs Nachfolger das zweitschlechteste Wachstum des BIP im Vergleich zu allen 16 Bundesländern aufzuweisen. Es wird immer deutlicher, dass Merkel 2.0 keine wirtschaftlichen Kompetenzen aufweisen kann.

AKK wird wohl in Zukunft ihre linke Ader fliesen lassen (Koalition mit Rot/Grün) und unser Sozialstaat wird immer mehr aufgebläht. Dadurch wird es für den deutschen Bürger nur noch 2 Varianten geben: Einmal diejenigen, die nur noch für den Staat arbeiten oder diejenigen, die von ihm leben.

Joachim Baumeister | Mo, 10. Dezember 2018 - 09:24

Eines wird sich auch nicht ändern: Die handverlesenen Claqeure, die immer nur bei links-grünen Positionen klatschen, aber nie bei Merkelkritikern oder konservativen Meinungen. Dass Merkel ohne Ergeiz sei, wie AKK bei Anne Will meinte und dass sie vollkommen uneitel sei, ist übrigens eines der großen Trugschlüsse über diese Frau. Hinter ihrer bleiernen und scheinbar so ruhigen Haltung, die dem Volk so angenehm und sicher erscheint, steckt Kalkül. Es ist der Wille zur Macht und der Wille zu internationalen Anerkennung. Die, da bin ich mir sicher, ist ihr vorrangiges Ziel immer gewesen. Die deutsche Bevölkerung stand nie in ihrem Fokus. Das zeigen die großen Probleme die sich in den Jahren iherer Kanzerschaft angehäuft haben.
AKK muss ganz klar eine andere Linie verfolgen, deutlicher als bisher. Nur so kann die große alte CDU wieder reüssieren! Aber ich bin mir nicht sicher, ob sie das will und kann.

Dr. Werner Görlich | Mo, 10. Dezember 2018 - 09:30

Na ja, eine „Ex-Bürgermeisterin“ in zu großen Schuhen und
ihr 2X durchs juristische Examen gerauschter Generalsekretär,
haben wir denn keine Politiker von Format mehr?
(Annen, 28 Semester ohne Abschluss, Göring-Eckardt, Abi mit Führerschein, usw. usw.)

Detlev Flott | Mo, 10. Dezember 2018 - 10:12

Auch diese Diskussion zeigt: Die CDU ist gespalten ....Punkt aus. Entweder man ist schwanger oder nicht. Einen sinnvollen Kompromiss gibt es nicht.
Was spricht dagegen, eine wirtschaftsliberale konservative März Union unter dem gemeinsamen Dach der Union zu gründen und im AfD Lager zu wildern? Gleichzeitig könnte die AKK Union im „fortschrittlichen“ grünen Milieu absahnen. Gemeinsam mit der CSU könnte die neue Union wieder zu einer echten Volkspartei auferstehen, in der 3 gleichberechtigte Partner wieder um die beste Lösung ringen?
Wer in der ansonsten zur Bedeutungslosigkeit zusammenschrumpfenden Alt CDU hat den Mut die Spaltung konkret zu vollziehen und somit die Union zu retten?

helmut armbruster | Mo, 10. Dezember 2018 - 10:16

Akk ist die Fortsetzung von AM mit anderen Mitteln (frei nach Carl von Clausewitz).
...und das ist sehr, sehr schade.

Karl Heinz Jennen | Mo, 10. Dezember 2018 - 10:43

Die übliche bla-bla-bla Sendung.
Das Einzige was AKK kann, eine rhetorisch gute Selbstdarstellung geben.
Wenn das der CDU genügt, kann es nur weiter abwärts gehen.

Wilhelm Maier | Mo, 10. Dezember 2018 - 11:02

doch bei dem Herrn Ziemiak sowie eine magische Obergrenze. Oder zugelassene "Stolperzahl?"... Magische.
„Ziemiaks Parteikollegen klatschen danach jedenfalls euphorisch, 63 Prozent der Delegierten wählen „ihren Paul“ damals bei einer Kampfabstimmung zum Vorsitzenden der Jugendorganisation von CDU und CSU. Drei Jahre später zieht der JU-Chef in den Bundestag ein. Seine Geschichte ist die eines Aufsteigers.“-
https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Wie-Paul-Ziemiak-zum-Aufst…

Sepp Kneip | Mo, 10. Dezember 2018 - 11:11

Eines sei festgehalten, freches drauflosreden ohne Substanz, auch wenn man es als rhetorische Leistung bezeichnet, hilft dem Bürger überhaupt nicht. Wir haben in der deutschen Politik viel zu viele "rhetorische Sprachgenies", die den Bürger mit ihrer Dialektik einlullen und ihn samt Deutschland in den Dreck fahren. Wie die Leute auf diese "Heilsbringer" hereinfallen, zeigen die Erfolge von Habeck, Baerbock und Genossen. Wenn AKK sich genau so von Merkel gängeln lässt, wie diese die CDU gegängelt und nach links/grün geführt hat, wird sich in der Tat nichts ändern.

Es ist abzuwarten, wie lange die beim Parteitag "Abgehängten" still halten und eine AKK/Merkel-Politik weiter mitmachen. Sollte Karrenbauer nicht auf diese Leute zuzugehen, wird der der Partei von Merkel aufoktroierte Burgfrieden bald vorbei sein. Mindestens die Hälfte der Partei sehnt sich nach alten CDU-Werten zurück. Wenn ihr AKK die verweigert, könnte es sein, dass sich manche bei der AfD besser aufgehoben fühlen.

Fritz Gessler | Mo, 10. Dezember 2018 - 11:13

wie es im ami-neusprech heisst: gefühle vor realitäten. darauf wurde madame AKK gecoacht: beleidigte frau und beleidigte provinzlerin mimen. und DAS gilt schon als rhetorische höchstleistung hierzulande heutzutage :))
ist es auch: nach mutti merkels langen stammel-seifenblasenjahren.
die einzigen der politikerkaste, die noch halbwegs klar ihre gedanken formulieren können, scheinen herr gauland und herr gysi zu sein:))

Paul J. Meier | Mo, 10. Dezember 2018 - 11:15

Emotionen sind nur dann wirklich hilfreich, wenn sie den Keim der Wahrheit in sich tragen. Wenn AKK so emotional reagiert, wie sie es geschildert haben und der Kontrahent Gabor Steingart veröffentlicht am anderen Tag die Fakten: https://www.focus.de/politik/experten/gastbeitrag-von-gabor-steingart-i…
dann ist Emotionalität eher kontraproduktiv.
Dieser Schuss ging nach hinten los.

Petra Horn | Mo, 10. Dezember 2018 - 11:31

die jeden Haushalt mittels der "Demokratieabgabe" Millionen kosten, mögen bitte in Zukunft nur noch von denen bezahlt werden, die dafür explizit Geld ausgeben wollen.
Ich möchte Will, Maischberger, Illner und Hayali nicht für ihr linkes, nennen wir es mal, "Talken" reich machen.
Die österreichischen Shows Im Zentrum und Hangar 7, sind politisch ausgewogener und daher ergiebiger.

Alfred Sörgel | Mo, 10. Dezember 2018 - 12:41

Steingart und Kubicki waren für meinen Geschmack die falschen Teilnehmer. Beide haben keinen verwertbaren Beitrag zum Thema geleistet, sondern der Verlierer - Klientel der sie anscheinend selbst angehören einen Bärendienst erwiesen. Gute Demokraten sehen anders aus , selbst bei knapp ausgehenden Abstimmungen . Abitur ist eben doch nicht alles wird Herr Steingart auch für sich festgestellt haben .

Hannes Köppl | Mo, 10. Dezember 2018 - 13:19

Auch bei dieser Runde wird wieder der Boykott der ÖR gegen die stärkste Oppositionspartei zelebriert. Martin Schulz der 100%-Verlierer darf mal wieder nichts sagend dabei sein. Zwei Journalisten sind auch dabei. Nur die AfD fehlt; wer hat sie verhindert, AKK ode AW?

Wilhelm Maier | Mo, 10. Dezember 2018 - 15:52

In reply to by Hannes Köppl

Martin Schulz... mal wieder nichts sagen darf?
Konnte er nicht. Diesmal nicht.
Durchfall oder so... Der war einfach nicht ganz da...
"Nur die AfD fehlt; wer hat sie verhindert, AKK ode AW?" Ich glaube, dieses mal alle...

dieter schimanek | Mo, 10. Dezember 2018 - 13:53

Wer von Schulz gelobt wird, von dem ist nicht viel zu erwarten. Das Saarland wollten nicht einmal die Franzosen haben und das zu einer Zeit als Kohle und Stahl noch Motor der Wirtschaft waren. Die Regierungszeit von Kramp-Karrenbauer, in verschiedenen Positionen, hat daran nichts geändert. Diese Erkenntnis scheint auch Annegret gehabt zu haben, als sie sich Merkel angedient hat. Wer sonst gibt ein Ministerpräsidenten Amt auf um den Büttel für Mutti zu machen.

ingrid Dietz | Mo, 10. Dezember 2018 - 14:09

wehe, wenn es jemand einfällt, irgend etwas zu hinterfragen und/oder zu kritisieren:
A.K.K. geht "hoch wie ein H-B-Männchen" und verbietet sich jegliche Kritik !

Lothar Thürmer | Mo, 10. Dezember 2018 - 16:26

Richtig, AKK kann attackieren. Gewundert hat mich nur, dass sie damit durchkam. Lag's an der Moderation?

Erkennbar hat Steingart die Leistung der saarländischen Politik kritisiert. Ein rhetorischer Kniff von AKK, diese Kritik als Angriff auf die Menschen im Saarland umzudeuten, den es dann im Namen der Saarländerinnen und Saarländer natürlich mit aller Entschiedenheit zurückzuweisen galt.

Die Attacke bei Anne Will erinnert etwas an die Reaktion von AKK auf den Vorwurf von Merz, die CDU habe achselzuckend auf das Erstarken der AfD reagiert. Merz hat da wohl weniger das Parteivolk gemeint. Und doch hat sich AKK genau vor dieses gestellt, sich entrüstet gezeigt und damit Merz in die Defensive gedrängt.

Wer AKK unterschätzt, macht einen großen Fehler.

Michael von Ketteler | Mo, 10. Dezember 2018 - 16:37

Ach ja, erfrischend energisch hat sich AKK gegen die Angriffe gg das Saarland gewehrt, fast persönlich getroffen. Interessant, daß die Fakten keine Rolle spielten und das übliche Anne-Will-Klasch-Publikum kräftig Stimmung machte. Wo war ihr ähnlich emotionales Einsetzen für die Wehrlosesten dieser Gesellschaft, den Ungeborenen? Ein Mann (G.Steingart) mußte darauf hinweisen, daß ihm ein geborenes Kind lieber sei als ein abgetriebenes - ohne Applaus der Claqueure... - Von Anne Will selbst kann diese talk-Runde nichts mehr erwarten. Besser abschalten, auch wenn unserer Zwangsabgabe zu den öffentl.recht. TV-Sendern leider auch diese Sendung mitbezahlt. Das muss sich eines Tages ändern, aber Heiko Mass läßt grüßen: mainstream pushen, "keine fake news", d.h. willkürlicher Filter, "anti-rechts" mit links-radikalen Musik-Bands... Gute Nacht Deutschland, gute Nacht ARD/ZDF...

Wilhelm Maier | Mo, 10. Dezember 2018 - 18:31

In reply to by Michael von Ketteler

"Gibt es nur eigentlich nur noch Hitzköpfe in der Politik?"
Sigmar Gabriel hatte Recht: JA!. Und auch nicht nur!.
Leider."Heiko Mass läßt grüßen", La France envoie ses salutations.
Alles Gute.

Heinrich Jäger | Mo, 10. Dezember 2018 - 16:42

rieb Merkels kleiner Kopie ihre mäßigen Erfolge während ihrer Regierungszeit im Saarland unter die Nase, daraufhin wurde sie sofort stutenbissig .
Um sich selber besser dastehen zu lassen brachte sie die Saarländer und Saarländerinnen ins Spiel fand ich sehr durchschaubar und unsympathisch.

Frederik Weiss | Mo, 10. Dezember 2018 - 19:58

Steingart hat zielsicher den wunden Punkt getroffen. Die wochenlangen Erzählungen Karrenbauers über "Regierungsleistungen" im 900.000 Einwohner zählenden, ständig vom Bund mit zusätzlichen Hilfszahlungen unterstützten Saarland, taugen einfach nicht als Referenz für wichtige Aufgaben in einem 82-Millionen Land mitten in Europa.
Mit Merkels Hilfe in Form eines 8-monatigen Parteipraktikums als Generalsekretärin in der CDU-Zentrale und der damit zusammenhängenden "Zuhörtour" konnte Karrenbauer mit der Hauptüberschrift "Frauen für eine Frau" eine knappe Parteitagsmehrheit hinter sich versammeln. Ihr massiver Widerspruch gegen die Steingart-Wortmeldung ist bereits heute morgen in sich zusammengefallen, nachdem Steingart den "Saarland-Faktencheck" in seinem Morning-Briefing nachgeschoben hat. Widerspruch hat kurze Beine - oder wie war der Spruch noch gleich?

Klaus Gerster | Mo, 10. Dezember 2018 - 20:05

Ein Land, indem sich die Parteien eine Polarisierung erhoffen, um Ihr Profil zu schärfen, bzw. überhaupt eine Legitimation zu haben, ist nicht mehr zu helfen!

Ingrid Kolb | Di, 11. Dezember 2018 - 00:16

AKK ist eine Zumutung. Ich achte Herrn Steingart und seine journalistische Arbeit sehr. Selbstverständlich war es richtig, auf die Verschuldung des kleinen Saarlandes hinzuweisen und nachzufragen. Da sich AKK mit Ihrem Ministeramt im Saarland und ihrer damit verbundenen politischen Erfahrung brüstet, dürfen und müssen Fragen an die zu dieser Zeit verantwortlichen Ministerpräsidentin gestellt werden.
AKK hat aufgebracht geantwortet und mir erschien sie wie der saarländische Pumuckl, auf keinen Fall geeignet für das von ihr angestrebte Kanzleramt. Diese Schuhe sind dieser Frau eindeutig zu groß!

Michaela Diederichs | Di, 11. Dezember 2018 - 04:29

Sie müssen gucken und dürfen dann schreiben und werden dafür sogar noch bezahlt. Wir dürfen Sie lesen und müssen nicht gucken. Eine andere Form des Pay TV, die mir durchaus gefällt. Ihre Zusammenfassungen reichen vollkommen.

ingrid Dietz | Di, 11. Dezember 2018 - 08:41

Wer heute ausgiebig die SBR-Saarbrücken gelesen hat, konnte diese Schlagzeile lesen !
Saarland - incl. "soziale Brennpunkte" und "Brennpunkt--Schulen" sind auch das Ergebnis von A.K.K. Politik !
Und diese Dame glaubt wirklich, dass sie das Saarland "erstklassig" hinterlassen hat ?