AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund / picture alliance / Chris Emil Janßen | Chris Emil Janssen

AfD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt - Die Maschine hinter „Uli“

Ulrich Siegmund führt in Sachsen-Anhalt keinen gewöhnlichen AfD-Wahlkampf: Kandidatenmarke, Familienveranstaltungen, eigene Kanäle und ein rechtes Medienökosystem greifen ineinander. Die Konkurrenz hat Mühe, seinen über Jahre aufgebauten Vorsprung einzuholen.

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Jan Uphoff studiert Politikwissenschaft in Bremen.

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Clemens Traub

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Ulrich Siegmund ist an diesem Abend nicht allein zum MDR gekommen. Während sich der AfD-Spitzenkandidat auf den „Schlagabtausch“ mit seinen Konkurrenten vorbereitet, begleitet ihn ein Kamerateam von Compact zum Landesfunkhaus. Ins Gebäude darf das Team zwar nicht, doch auch draußen läuft die Kamera unbeirrt weiter: Treue Anhänger Siegmunds berichten, wie sie dessen Ankunft vor dem „MDR-Palast“ erlebt haben. Nach der Runde kommt der Spitzenkandidat selbst vor die Kamera und erzählt von der Begegnung mit der politischen Konkurrenz. „Es war genau wie erwartet. Alle arbeiten sich wie immer an der AfD ab, haben weniger eigene Ideen, eigene Positionen. Keiner will’s gewesen sein, was aktuell politisch passiert“, sagt er leicht amüsiert und lächelt in die Kamera.

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Harald Escher | Fr., 4. September 2026 - 08:23

Eigentlich besteht eine interessante Parallele zu Merkels "Wir schaffen das"-Kampagne 2015 mit Flüchtlings-Selfies, geschürten Nöchstenliebe-Emotionen, verzückter Presse und einem riesigen (vor allem auch weiblichen) Unterstützervorfeld treuer SZ-, Spiegel-, und ZEIT-Lesern + NGO-Komplex und Kirche, die die selbstschädigend-weltfremd-naive Weltrettungskampagne begeistert unterstützten. Das hatte großen Erfolg und schreckliche Konsequenzen.
Jetzt stellt man erstaunt (und manche erschreckt) fest: Man kann - gottseidank- so eine Kampagne auch erfolgreich von rechts aufziehen: bodenständig, realistisch, volksverbunden, zupackend und selbstbewusst das Eigene betonend, liebend und bewahrend. Man kann die Ergebnisse und riesigen Probleme der selbstzerstörerischen linken Kampagnen der letzten 20 Jahre ablehnen und somit einen anderen Weg befördern wollen und weite Teile der Bevölkerung mitnehmen.

Dabei kann man Ulrich Siegmund nur alles Gute wünschen!

Achim Koester | Fr., 4. September 2026 - 08:39

um Herrn Siegmund Erfolg zu wünschen, aber jemand muss unbedingt die verkrusteten Strukturen der Politik seit Merkel aufbrechen und neue Wege gehen. Das Tribunal gestern bei Illner war schon entlarvend.

Walter Bühler | Fr., 4. September 2026 - 09:09

Gott sei Dank ist auch im deutschen Wahlvolk die Hoffnung nicht totzukriegen, dass wahre Demokratie nicht in der Herrschaft einer kleinen Kaste von Besserwissern über das Volk besteht.
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Wie in den übrigen "westlichen" Parteiendemokratien und wie in der deutschen "Bundesversammlung" umfasst die herrschende Kaste vier Berufsgruppen: (1) lebenslängliche Berufspolitiker der Parteien (Parteifunktionäre), (2) Medienleute, (3) Unterhaltungskünstler und (4) "Sozialwissenschaftler". Sie garantieren sich gegenseitig die profitable individuelle Karriere.

Die Gruppe (4), die "Sozialwissenschaftler" (oder besser die Theoretiker der Manipulations- und Herrschaftstechniken) bilden die drei anderen Gruppen von "Prominenten" aus. Zusammen halten sie sich für die natürliche, von Gott gegebene Kaste, die das Volk zu führen hat.
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In schwierigen Zeiten wird aber die Inkompetenz der Kaste sichtbar, und es taucht der Gedanke auf: "Das kann doch nicht alles gewesen sein ..."

Nix für ungut.

Walter Bühler | Fr., 4. September 2026 - 09:46

Es ist unmöglich, über eine gewisse Bevölkerungszahl hinaus eine echte "direkte Demokratie" zu verwirklichen.

Größere Länder brauchen eine führende Elite, aber es ist notwendig, dass diese Elite gut in der Geschichte und gut in der Kenntnis sozialer Mechanismen ausgebildet ist.

Sozialwissenschaften sind daher nicht überflüssig.

Sie müssen denen, die sie ausbilden, neben reinem Wissen zweifellos auch eine "Haltung" vermitteln.

Diese notwendige moralische Haltung muss aber vordringlich im Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Volk und Land bestehen, in dem man sich wählen lässt.

In einer idealen Demokratie arbeitet die Elite immer nur im respektvollen Interesse aller Menschen, die in dem Lande leben, und nicht im kurzfristigen Interesse für sich selbst oder für seine Partei- und Gesinnungsgenossen.

Günter Johannsen | Fr., 4. September 2026 - 10:13

Warum nicht "die rotbraune Maschine hinter Reichineck und Co"?!
Heute geht von dieser Linken und deren NGOs (Antifa & Campact etc.) die größere Gewalt/Gefahr aus! Bitte ehrlich-demokratisch bleiben und auch Kommentare veröffentlichen, die offen zeigen, wer in unsern Landen wieder mit aller Macht und Gewalt nach Allmacht streben!

Armin Latell | Fr., 4. September 2026 - 11:11

sympathisch, alles, was der Feind nicht zu bieten hat. Der arbeitet mit Denunziation, Arroganz, absoluter Intoleranz, Lügen, vollkommener Realitätsimmunität. Vor allem arbeitet er erkennbar gegen den Willen der Wähler und Bürger. Passt perfekt zusammen. Der Feind delegitimiert sich selbst!

Markus Michaelis | Fr., 4. September 2026 - 12:56

Frischer Wind in den Botschaften, ausholend integrierend, den Einen über die Politik, den Anderen über gemeinsame Feste, ja, das hat schon etwas volksmäßig Verbindendes. Nur ist das natürlich so nicht haltbar, wenn Siegmund wirklich MP würde. Er kann weder zeitlich noch inhaltlich das Land so zusammenhalten. Das "Familienkonzept" ist nicht auf die anderen, sich gegenseitig misstrauenden Bevölkerungsteile skalierbar, die aber auch groß sind. Die nette, nahbare Politik für alle ist in D auf absehbare Zeit kaum möglich. Dafür ist es zu vielfältig, offen, dynamisch geworden, die Welt ändert sich. Für alle nett wird kaum gehen. Signale, wie wenigstens gangbare Wege aussehen könnten, die für >90% akzeptabel wären, fehlen bei der AfD.

Das Problem liegt darin, dass das genauso für die alte Mitte gilt. Sie wird schon demografisch zu schwach, ihr "Menschheitsansatz" steht hilflos vor einer zu gegensätzlichen Vielfalt.

Markus Michaelis | Fr., 4. September 2026 - 13:05

Die Mitte will die universelle Menschheitsgesellschaft, ist aber schon mit einer Integration einer Petry-AfD oder eines Orban-Ungarn eher hilflos gescheitert. Was aus Sicht der Mitte nicht schlimm ist: was sind diese paar Millionen, wenn man jetzt dabei ist, die Welt zu integrieren - Milliarden Menschen, zusammengehalten durch eine universelle Werteorientierung. Die Gegensätze zu einer demokratischen Gesellschaft sind einem nicht bewusst, man hält das sogar eher für identisch. Es geht dabei auch nicht nur, auch nicht zu >>50% um Migration und Vielfalt in der Welt. Auch andere Fragen, auch in begrenzten Gesellschaften, lassen sich mit diesen Ansätzen nicht nachhaltig in gangbare Wege überführen.

Wie dem auch sei: die AfD lässt keine Ansätze für ein ganzes Deutschland erkennen, die Mitte hat sich in weltfremde Ideale und Selbstbilder verrannt, die EU ist auch keine Lösung. Wohin es in D gehen wird, wird noch eine ganze Weile eher offen bleiben.

Urban Will | Fr., 4. September 2026 - 14:02

„Kampa“ von Schröder 1998. Soziale Medien gab es damals noch keine, aber man nutzte alles, was medial möglich war.
Die Alten werden sich noch daran erinnern, dass es mal eine SPD gab, die große Teile des Landes mobilisieren konnte, weil sie für gute Politik stand. Schröder holte damals über 40%, ein Ergebnis, das auch Siegmund wohl locker schaffen wird.
Und man kann die Wahl in SA, auch wenn es ich nur um ein „kleines“ Bundesland handelt, durchaus ebenfalls als richtungsweisend betrachten. Das System Kohl galt als eingerostet, langsam, reformunfähig.
Das gleiche gilt für das System Altparteien. Und mit Siegmund kann eine Wende eingeleitet werden, die von SA aus auf das gesamte Land einwirkt.
Endlich einmal würde in Deutschland eine Wahl auch etwas ändern. Seit Merkel waren die Ergebnisse von Wahlen immer die gleichen: linke Politik. Das Resultat kennen wir: Wirtschaftlicher Abstieg, Verwahrlosung vieler Orte, Spaltung der Gesellschaft.

Herbert Schultz-Gora | Fr., 4. September 2026 - 20:55

Mein Verdacht: die Damen haben keine Lust auf diese perfekte Inszenierung auf der Grundlage des heutigen Marketing.
Früher hätte man gesagt "geh mir weg mit dem Lackaffen".... oder im Münsterland bei dem "Bunken" hätte man gesagt "A.... lecken, Rasieren... drei Fuffzig".

Jens Böhme | Sa., 5. September 2026 - 22:33

Da sind Profis am Werk. Schlimm. Das dürfen doch nur andere Parteien, so erfolgreich sein.