Friedrich Merz
Friedrich Merz Ende Juli im Kanzleramt / picture alliance / Chris Emil Janßen

AfD vor CDU/CSU - Merkels Erbe und Merzens Fehler

Laut Forsa-Umfrage liegt die AfD zum dritten Mal in diesem Jahr vor der Union. Darin spiegelt sich immer noch das verhängnisvolle Merkel-Erbe in der Flüchtlingspolitik wider. Aber auch Friedrich Merz hat mit seinen Fehlern seinen Beitrag geliefert.

Hugo Müller-Vogg

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu politischen und wirtschaftlichen Fragen, darunter einen Interviewband mit Angela Merkel. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Das Meinungsforschungsinstitut Forsa fällt bisweilen auf, weil es mit seinen Prognosen zur „Sonntagsfrage“ aus der Reihe tanzt. Weder Allensbach noch die Forschungsgruppe Wahlen (FGW) noch Insa sehen aktuell die AfD vor der CDU. Nicht so Forsa. Dieses Institut notiert für die AfD aktuell 26 Prozent und nur 24 Prozent für die Union. Bereits im April hatte Forsa die AfD zwei Mal auf dem ersten Platz gesehen. Bei Allensbach war das noch nie der Fall, ebenso wenig bei der Forschungsgruppe. Insa hatte dagegen im Frühjahr zwei Mal einen Gleichstand zwischen Union und der in Teilen rechtsextremen größten Oppositionspartei ermittelt.

Ob Weidel, Höcke und ihre Mitstreiter derzeit mehr Wähler anziehen als CDU und CSU oder knapp hinter der Union zurückbleiben, hat allerdings eher symbolische Bedeutung. Viel gravierender ist, dass diese Rechtsaußenpartei unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stetig an Boden gewinnt – was fatal an die Ampel-Zeiten unter Olaf Scholz (SPD) erinnert. Während dessen Regierungszeit hat sich die AfD von 10,4 auf 20,8 Prozent verdoppelt – an der Wahlurne, nicht nur in Umfragen. Jetzt, nach 100 Tagen Schwarz-Rot, hat sie mit 26 Prozent abermals einen großen Sprung nach vorn gemacht.

AfD schrumpfen durch „gute Politik“?

Als Merz die Politik der damaligen Kanzlerin Angela Merkel noch von der Seitenlinie aus hart kritisierte („grottenschlecht“), traute er sich zu, die AfD zu halbieren. Nun kündigte Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) an, die unbequeme Konkurrenz „wegzuregieren“, also durch gute Politik zu schrumpfen. Von halbieren spricht in der Union niemand mehr. Man wäre wohl schon froh, wenn man den stetigen Zuwachs am ganz rechten Rand wenigstens stoppen könnte. Falls dies nicht gelingt, drohen der CDU bei den vier Landtagswahlen im nächsten Jahr (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Berlin) unerfreuliche Ergebnisse.

Von nichts kommt bekanntlich nichts. So sind es keineswegs finstere Mächte, die die CDU weit unter den von der Merz-Union einst angestrebten 35 Prozent halten und der AfD Auftrieb geben. Schon vor der Bundestagswahl hatte Merz die AfD aufgewertet, als er versuchte, mit deren Stimmen die Ampel zu einem anderen Kurs in der Migrationspolitik zu zwingen. Als Merz sagte, „ich gucke nicht rechts und nicht links. Ich gucke in diesen Fragen nur geradeaus“, dürfte mancher bürgerliche Wähler ihm beigepflichtet und sein Kreuz bei der Alternative gemacht haben.

Wasser auf die Mühlen der Konkurrenz

Der Koalitionsvertrag und das Regierungshandeln unter Merz waren, jedenfalls in der Innenpolitik, Wasser auf die Mühlen der unbequemen Konkurrenz. Die schärferen Grenzkontrollen werden von verunsicherten Wählern rechts der Mitte bestenfalls als längst überfällige Teil-Korrektur der Merkelschen „Wir schaffen das“-Politik gesehen: too little and too late. Hinzu kam eine Politik nach dem Motto, es gilt das gebrochene Wort. Ausgerechnet Merz verscherbelte die Schuldenbremse, um der SPD das Mitregieren zu erleichtern. Und ließ zu, dass Finanzminister Lars Klingbeil die versprochene Senkung der Stromsteuer für die Bürgerinnen und Bürger wieder kassierte. Das Durcheinander bei der gescheiterten Wahl neuer Verfassungsrichter war ebenfalls kein Ruhmesblatt dieser Koalition.

Hinzu kommt, dass Schwarz-Rot keineswegs den Eindruck macht, hier sei eine „Arbeitskoalition“ (Merz) dabei, die Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte gemeinsam und gezielt aufzuarbeiten. Was aber noch wichtiger ist: Die wirtschaftlichen Daten – Wachstum, Insolvenzen, Stellenabbau – lassen keine große Hoffnung auf eine Wende aufkommen. Die Ankündigung des Kanzlers, „Menschen sollen schon im Sommer spüren, es geht voran“, blieb es leeres Versprechen. Dass es wirtschaftlich „voran“ ginge, spüren die Menschen eben gerade nicht.

In der CDU/CSU tröstet man sich gern damit, die Stärke der AfD gehöre halt zum Erbe Merkels. Anders als Privatleute können Parteien ein Erbe nicht ausschlagen. Zumal die Menschen wissen, dass Merkel ihre Politik der weit geöffneten Grenzen nicht im Alleingang praktiziert hat, sondern dabei von CDU und CSU getragen wurde – gelegentliches Grummeln sowie von der CSU immer neu gezogene, aber nie beachtete rote Linien eingeschlossen. Im Flüchtlingskrisen-Jahr 2015 lag die CDU auf dem Karlsruher Parteitag ihrer Kanzlerin zu Füßen. Ihre Kritiker wagten nicht die offene Konfrontation.

Hochmut kommt vor dem Fall

So was kommt von so was, kann man da nur feststellen. Auch hat sich bitter gerächt, dass die CDU nach 2013 die neue Konkurrenz von ganz rechts nicht ernst genommen hat. Anfang September 2014, die „Alternative für Deutschland“ hatte bei der Landtagswahl in Sachsen stolze 9,7 Prozent erzielt, wagte der damalige CDU-Generalsekretär Peter Tauber eine Prognose zur Zukunft der neuen Partei: „Jetzt mag sie vielleicht noch in ein oder zwei Landtage einziehen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie den Weg der Piraten gehen wird.“

Nun ja, Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Die AfD verschwand anders als die Piraten nicht wieder, sondern eilte bei allen folgenden Landtagswahlen von Erfolg zu Erfolg. Diese Selbsttäuschung der CDU im Umgang mit der AfD basierte nicht nur auf der Fehleinschätzung des überforderten Peter Tauber. Dies alles fußte auf den Einschätzungen von Matthias Jung, dem Chef der Forschungsgruppe Wahlen und Hausdemoskopen Merkels. Jung hatte schon vor der Gründung der AfD stets die These vertreten, die konservativen Wähler würden mehr oder wenig „automatisch“ CDU wählen, allem Grummeln über die „Sozialdemokratisierung“ ihrer Partei zum Trotz.

Im Oktober 2014 stellte Jung in einem Vortrag bei der Konrad-Adenauer-Stiftung sogar die gewagte These auf, durch das Auftreten der AfD entstünden „Chancen für die Union“. Der Wahlforscher begründete das mit zwei Argumenten. Erstens: Durch die Existenz der AfD gewönnen der „Modernisierungsprozess“ der CDU und ihr „Kurs der Mitte“ eine „größere Glaubwürdigkeit“. Zweitens würden Mehrheiten ohne die Union schwieriger werden. In der Tat hatte die CDU darauf spekuliert, „dank“ der AfD könnten SPD und Grüne kaum noch Mehrheiten gegen die CDU zustande bringen. Auch das erwies sich als Trugschluss.

Das alles ist Vergangenheit. Aber ohne die strategischen Fehler der Merkel-CDU hätte die AfD nicht so schnell so groß werden können. Unter Merkel ist eben passiert, wovor Strauß und Kohl immer gewarnt hatten: die Etablierung einer Kraft rechts von der Union. Die Ampel-Politik wirkte dann wie ein Wachstumsbeschleuniger. Und jetzt leistet Merz zu Merkels Werk seinen eigenen, nicht gerade rühmlichen Beitrag.

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Stefan | Di., 12. August 2025 - 17:46

Mit der Brandmauer des Herrn Merz, steht und fällt die gesamte Republik.
Sie ist die Sollbruchstelle, die das linke Regierungsspektrum zwecks Machterhalt installiert hat.
Friedrich Merz wird genau daran scheitern.

Keppelen Juliana | Mi., 13. August 2025 - 12:41

Antwort auf von Stefan

der hat nichts kapiert und wird auch nix mehr kapieren. Der hat nichts besseres zu tun als Selenskyi zu pampern mit dem Sondervermögen und gegen Trump zu opponieren in der Hoffnung er kann punkten, selbst da liegt er falsch. Ich habe mir ausnahmsweise das Sommerinterview im ZDF mit Herrn Chupralla angehört und er konnte punkten. Heute habe ich gelesen, dass die Informationen über das Bürgergeld in 9 in Worten neun Sprachen gedruckt und ausgegeben wurden wahrhaft so ein Land ist nicht mehr zu retten und schon gar nicht von Fritz dem Schwätzer.

Konstantin Richter | Di., 12. August 2025 - 18:02

Die Wirtschaft und das Bildungssystem sind krank. Das Renten- und das Gesundheitssystem stehen vor dem Kollaps. Die AfD wird also verboten werden müssen. Mit linker Politik wurde aber noch nie ein Blumentopf gewonnen. Diesbezüglich zeichnet sich die Masse des Volkes aber leider durch eine gewisse geistige Stumpfheit aus.

1989 die Wende kommt und zigtausende Deutsche demonstrieren gegen das linke DDR Regime.
Anscheinend warten Merz und die roten Genossen von der SPD auf ein "Remake".
Anders kann ich mir deren Politik beim besten Willen nicht erklären.

Wolfgang Borchardt | Di., 12. August 2025 - 18:12

Herr Merz hatte u.a. vollmundig angekündigt, die AfD halbieren zu wollen. Die richtigen Schritte ist er nicht gegangen, nicht einmal wollen hat er können. Denn da ist die SPD, die das verhindert. Die außerhalb des Schutzraum hinter der Brandmauer den Kopf schon nicht mehr über Wasser halten könnte.

Markus Michaelis | Di., 12. August 2025 - 19:21

Vergangenheit dar. Aber was ist jetzt zu tun?

Welche breiteren Konzepte, nicht nur isolierte Ideen, können mehr als 30% der Menschen hinter sich vereinen? Hat jemand Vorschläge?

30%+ Partei der Mitte' zu bleiben hat die CDU/CSU mMn nur noch wenn sie schnellstmöglich! die Kernthemen der AfD aktiv aufnimmt, die da sind Migration/EU/Identität, sie selbst zu ihren Kernthemen erklärt und unter Einriss der Brandmauer! diese Themen im Sinne der AfD-Wählerschaft abarbeitet, und zwar konsequent und zügig, aus einer Minderheitsregierung heraus oder in einer Koalition mit der AfD.

Schafft sie das NICHT kurzfristig in einer 'spektakulären Hau-Ruck-Aktion' und sie macht weiter wie bisher, dann wird über kurz oder lang die AfD die Rolle der 30%+ konservativen Kraft in Deutschland einnehmen..., und zwar zu Recht.

Die unsägliche und nicht zielführende (Anstands-) Koalition mit der SPD darf die CDU NICHT WEITER FÜHREN!! Das wäre ihr Bedeutungsende..., wie bereits ja schon zu sehen ist... ...

>> Jetzt! wirklich UMSCHALTEN, OHNE RÜCKSICHT AUF VERLUSTE (Kettensägen-Konzept) - oder den Weg der SPD in die Kleinparteienriege gehen... ...

Mein Vorschlag (vom Küchentisch)... 😀👍

@TVeit: ja vielleicht. Alles ist offen und vielleicht wäre das ein Weg, vielleicht nicht. Wenn es ein Weg ist, dann sicher mit schwersten Verwerfungen (wie wohl alle anderen Wege auch) und Millionen Menschen wären sehr vor den Kopf gestoßen. Das spricht nicht dagegen, weil alle anderen Wege auch Menschen vor den Kopf stoßen. Nur: wenn man einen dieser Wege gehen will, etwa den von Ihnen skizzierten, braucht man eine Menge intellektuelle Kraft gesellschaftliche Diskussionen so zu führen, dass man eine ausreichende Zahl Menschen mitnimmt und andere Teile wenigstens nicht so vor den Kopf stößt, dass sie in eine undemokratische Extremopposition gehen.

Im Moment kann ich das noch nicht sehen. Ich sehe sehr unverträgliche Bevölkerungsteile (auch mehr als zwei, was es schwierig macht) und nirgendwo in der etablierten Politik eine intellektuelle Flughöhe, die das auf dem richtigen Niveau irgendwo zusammenführen könnte. Es wird wohl chaotischer ablaufen - dann wird man sehen, welche Kräfte ...

Das ganze könnte man auch gut als 'konsequente Flucht nach Vorne', und zwar ohne Rücksicht auf (politische) Kollatteralschäden... (>> Kettensäge!) bezeichnen bzw. begreifen, die CDU.

Die CDU müsste praktisch im Turbogang die Fehlentwicklungen der letzten 20 Jahre rückgängig machen..., auch die wirtschaftlichen - Energie zuerst.

Geld ist ja gerade genug da im Augenblick..., für DIE RICHTIGEN Transformationen und Reformen... - weg von der 'Pipi-Langstrumpf-' hin zu realer Politik, für den Großteil der normalen Bevölkerung... ... -- genau was die AfD auch so sagt... ... ..., den ganzen Tag lang... 🤔

Funktioniert aber nicht, wenn die FDP an der 5% Hürde scheitert.
Statt einer Partei wie der FDP, die auch die Selbstbestimmung stark betont, scheint sich mindestens im Osten die AfD durchgesetzt zu haben?
Gut, wenn so ein Artikel zeigt, wo die Stärken auch der FDP liegen könnten.
Aber die evtl. extrem hohe Logik Merz´scher Politik, samt "Sprüngen" ist für Wähler nicht besonders vertrauenserweckend?
Selbst wenn Merz an seinen Steuerbescheid "auf dem Bierdeckel" anknüpfen möchte, das war er wohl doch, so heisst das noch lange nicht, dass er zu solchen Strategien nicht massiven Widerspruch ernten wird?

Urban Will | Di., 12. August 2025 - 19:45

AfD gewann, als „Aufwertung“ dieser Partei zu sehen, halte ich für unsinnig. Die „Aufwertung“ der AfD ist die Folge einer volksfeindlichen und -verdummenden Politik seit über 10 Jahren.
Und was Merz, der mit Abstand noch schlechtere Kanzler als Merkel und Scholz es waren, in dieser kurzen Zeit an Unsinn und Lügen fabriziert hat, toppt alles.
Ich hatte zwar nur wenig Hoffnung, dass der Mützenmichel wirklich mal aufwacht, aber es scheint sich etwas zu tun.
Der totalitäre, widerliche Auftritt der Altparteien ggü den Blauen(Ludwigshafen,Faeser, die ganzen lächerlichen Gutachten des „Verf.schutzes“, etc.)scheint auch bei den Wahlschafen so langsam anzukommen.
Hinzu kommt eben die Tatsache, dass das Land im freien Fall ist und diese ihr Volk hassende Regierung nicht nur nichts tut, sondern das ganze noch beschleunigt.
Je früher dieser verlogene Totalversager Merz sein Amt zur Verfügung stellt,desto besser.Ich denke mal, wenn die Blauen über 30% gehen,bricht bei d Union die Revolution aus.

dazu führen, dass die CDU von der AfD als konservative Volkspartei abgelöst wird. Könnte ich sehr gut mit leben, zumal viele aus den Reihen der Schwarzen dann in die Reihen der Blauen kämen, was den Anteil der Radikalen dort in Relation verkleinern würde.
Der einstige Abtrünnling hätte dann folgerichtig, da die „Mutter“ zu dumm, arrogant, unfähig, naiv oder alles zusammen war, sich an ihre Wurzeln und an die Säulen ihrer politischen Überzeugung zu erinnern, diese übernommen.
Charismatische Führungsfiguren gibt mit Frau Weidel, die nun schon seit Jahren all dem Dreck, der über sie ausgekippt wurde, standhielt. Niemand hat wie sie den Mut, sich dem linksgrünwoken Mainstream entgegenzustellen.
Ich wäre sehr froh, wenn wir sie als Kanzlerin hätten.

Christoph Kuhlmann | Di., 12. August 2025 - 20:18

Vor der Wahl werden sie dreist belogen und nach der Wahl sind sie mal wieder die Gelackmeierten. Lein Fortschritt bei hunderttausenden Abschiebungen, keine Rückweisung sämtlicher illegaler Migranten an den Grenzen. Stattdessen passiert nichts. Die Schulden werden in exorbitante Höhen geschraubt und die Bürger werden geschröpft bis zum geht nicht mehr. Das ist nicht nur die Gassteuer, dass ist auch der Staatsanteil für Bürgergeldempfänger, die noch keinen Cent in die KKV eingezahlt haben. Da greift der Staat direkt in die Taschen der Bürger. Wenn Merz dann noch von Eigenverantwortung und Leistungskürzungen schwadroniert, ohne Ross und Reiter zu nennen kommt da schon eine stille Wut hoch. Zudem werden da abstruse Zahlen bei der Rüstung 1000 Leopard und 2000 Radpanzer. Damit kann man 100 Divisionen ausrüsten. Das würde bis zur Taiga reichen. Die Bundeswehr baut gerade die 10. auf. Die CDU hat den Merkelflügel noch nicht zerstört. 5 schwarz-grüne Koalitionen müssen ohne SPD beendet werde.

Gisela Hachenberg | Di., 12. August 2025 - 20:41

Wieder ein typischer Müller-Vogg Artikel! Er kann es nicht lassen. Kann nicht einfach schreiben“…die AfD…“. Immerzu sein „…der in Teilen rechtsextremen Partei…“ Was wäre es mühsam und ätzend langweilig, wenn seine Kollegen bei anderen Medien immerzu schreiben würden „die in Teilen linksextreme SPD“, oder „in Teilen linksextremen Grünen“. Man stelle sich vor, ein AfDler hätte, wie die Linke Göre Nietzard, solche Dinge rausgehauen! Deutsche linke Medien würden rotieren. Und noch eins, Herr Müller-Vogg: Nicht nur die CDU lag ihrer Kanzlerin bei… zu Füßen. Auch Sie waren ein glühender Merkel Fan! Davon wollen Sie jetzt nichts mehr wissen. Kommt halt inzwischen nicht mehr so gut an. Also, Fähnchen in die andere Richtung. Aber leider sind Sie auch kein Merz Fan, wie man Ihren Kommentaren gut entnehmen kann. Aber irgendwie haben Sie, wahrscheinlich aus Ihrer FAZ Zeit , noch einen guten Draht zu einigen Medienchefs. Cicero, Focus…Ja, irgendwo muss die Knete ja herkommen.

Aussagen oder Bekenntnisse halt nicht zu, deshalb 'die in Teilen rechtsextreme Partei...', das (gesellschaftliche) Feigenblatt halt... - Sie haben vollkommen Recht!!

PS: die Sozialisierung in der Bonner (Medien-) Republik hinterlassen halt auch ihre Spuren..., dann noch 16 Jahre alzernativlos Merkel. Hätte Müller-Vogg im Osten gelebt wäre er da auch schon ein bisschen weiter... - loslassen fällt halt manchmal auch schwer... ... (weil nicht sein kann was nicht sein darf...) 😉

christoph ernst | Di., 12. August 2025 - 20:42

und man kann nur hoffen, dass das Elend jetzt nicht wieder so lange dauert wie bei der Ampel. Hätte er wirklich etwas ändern wollen, wäre im letzten Herbst nach dem Kollaps der Ampel möglich gewesen. Durch ein konstruktives Misstrauensvotum und seine Duldung als Kanzler seitens der FDP und AfD. Dazu fehllte Merz der Mut. Er zog das Kungeln mit SPD und Grünen in Hinterzimmern vor.
Diese Feigheit rächt sich jetzt. Klingbeil führt ihn wie einen Tanzbären durch die Manege. Derweil kackt das Land ab.

Volker Peters | Di., 12. August 2025 - 20:55

„Als Merz sagte, „ich gucke nicht rechts und nicht links. Ich gucke in diesen Fragen nur geradeaus“, dürfte mancher bürgerliche Wähler ihm beigepflichtet und sein Kreuz bei der Alternative gemacht haben.“

Seltsame und irritierende Aussage. Ich denke eher, dass Merz immer dann Stimmen an die AfD verlieret, wenn er linke Politik (mit)macht: die Aktion vor der Bundestagswahl hat all die Altmerkelianer ins Rampenlich geholt, und die Affäre um Brosius-Gersdorf hat gezeigt, dass Merz für den Machterhalt sogar auf Richterinnen setzt, welche die AfD verbieten wollen. Dass man die AfD stärkt, wenn man über ihre Themen redet, ist auch Quatsch. Die Wahl hat ja gezeigt, wie die Parteien, die die Migrationskrise am liebsten totschweigen wollen, abgeschitten haben.

Dr. Armin Schmid | Di., 12. August 2025 - 21:29

Wenn das Koalitionselend weiter seinen Lauf nehmen und die Mauer nicht geschleift werden sollte, stehen uns zwei mögliche Szenarien bevor.
1. Eine rot-rot-grüne Regierung à la Nationale Front der DDR unter Einbeziehung der Union als Blockflöte, die noch weniger zu sagen hätte als heute, oder
2. Eine Alleinregierung der AfD, bei der mit Nato-Austritt und Beendigung der EU-Mitgliedschaft de facto Putin und Trump die Ziele vorgeben.

Davor könnte nur noch eine schwarz-blaue Koalition uns bewahren. In allen Belangen außer Nato und EU würde sofort große Übereinstimmung bestehen, wenn man den Einfluss der Merkelianer Richtung Null zurückfährt und sich von braunen Rändern trennt.

Klingt utopisch. Genauso wie der im Artikel beschriebene Aufstieg der AfD von damals bis heute.

Heinrich Dompfaff | Mi., 13. August 2025 - 07:38

Schon vor der Bundestagswahl hatte Merz die AfD aufgewertet, als er versuchte, mit deren Stimmen die Ampel zu einem anderen Kurs in der Migrationspolitik zu zwingen. Als Merz sagte, „ich gucke nicht rechts und nicht links. Ich gucke in diesen Fragen nur geradeaus“, dürfte mancher bürgerliche Wähler ihm beigepflichtet und sein Kreuz bei der Alternative gemacht haben.
Im Gegenteil, die Umfallaktion von cdufdp vor der Wahl hat jedem Denkenden ( also leider offensichtlich nicht Ihnen) gezeigt, dass man die cdu geschweige denn fdp nicht wählen konnte. Verschonen Sie uns mit ihren Kindergartenanalysen.

Ernst-Günther Konrad | Mi., 13. August 2025 - 08:59

Lt. Insa wird der AFD durchaus ein Wählerpotential von 30+ zugetraut. Und das sehe ich genauso. Den besten Wahlkampf für die AFD machen die Altparteien und jetzt, nachdem Scholz schon sehr hilfreich war, setzt Merz noch einiges oben drauf. Sie können sich noch so die Finger wund schreiben Herr Dr. M.-V. und ie viele andere bessere Politik zu Eindämmung der AFD fordern, da wird nichts passieren. Warum? Merzel hängt am Gängelbändchen der SPD, der Linken und der Grünen. Wir alle sehen den Elefant im Raum, nur ein Teil der UNION nicht. Im Osten wissen die das und knüpfen bereits zarte Bande an die AFD. Im Westen brauchen die einfach noch etliche Tritte in den Allerwertesten. Gute Politik geht nur mit einer satten, ungefährdeten und vor allem sicheren Mehrheit. Und die hätte die UNION mit der AFD. Und wenn die nicht bald in die Pötte kommen, sieht sich die UNUION als Juniorpartner wieder. Und wie lange Merz noch geduldet wird ist fraglich. Der Nebel des Unterganges zieht auf. Uh, Uh, Uh.

Heidemarie Heim | Mi., 13. August 2025 - 10:23

Was mir zugegebenermaßen, niemand weiß dies besser als meine hiesigen "Mitschreibenden;)", so Einiges abverlangt geehrter Herr Dr. Müller-Vogg! Vor etwa 12 Stunden kam zur Panik auf der Titanic-Meldung der Etablierten, allem voran die Union betreffend ein Kurzinterview auf Welt-TV mit Herrn Prof. Dr. Patzelt, welcher sehr zum Bedauern nicht weniger Kollegen sowie linkerer Medien dafür bekannt ist Klartext zu sprechen. Und was er da gestern zum Thema kurz und knapp aber eindrücklich losließ an Analyse, war nichts anderes als ein Donnerschlag hinsichtlich der aktuellen Entwicklungen!
Ich denke, er beschrieb die künftigen Abläufe und was den Niedergang der politischen "Mitte"
angeht äußerst glaubhaft. MfG

A. Krüger | Mi., 13. August 2025 - 11:18

Und immer wieder wird in den Analysen von "Mitte" und "rechtem Rand" phantasiert. Weder gibt es im Parteienspektrum eine Mitte noch einen rechten Rand, wohl aber ist die Politik nach "links" gerückt und hat sich von den "linken Rändern "vereinnahmen lassen. Ein gefährlicher Trend.

Heidemarie Heim | Mi., 13. August 2025 - 12:33

Antwort auf von A. Krüger

Ich muss Ihnen geehrte(r) Frau oder Herr Krüger recht geben! Denn wenn man es genau überlegt sind die inzwischen gebräuchlichen politischen "Standortzuweisungen" außerhalb der Mitte nichts anderes mehr als das man Parteien und deren Wähler sozusagen theoretisch wie praktisch als mehr oder weniger "Randerscheinungen" abqualifizieren kann. Zu Zeiten von lediglich 3 Volksvertreter-Parteien brauchte man keine Phantastereien und Mythen bezüglich des eigenen Standortes und seiner Herkunft. Nämlich weil kein Mensch oder Wähler aller zur Wahl stehenden Parteien sich Gedanken machen musste als Randerscheinung sich außerhalb der heute postulierten "Mitte" wiederzufinden. Entweder man tendierte zur Arbeiterpartei SPD, war scherzhaft ausgedrückt "Apotheker, Anwalt etc." und wählte FDP als Koalitionspartner der beiden anderen Volksparteien oder man war Sinne nach unverdächtig konservativ und machte sein Kreuz bei CDU/CSU. Letztendlich je nach Wahlausgang ein Parlament als Abbild aller Bürger? MfG

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi., 13. August 2025 - 11:28

nachgedacht, aber wohl eher Richtung Mitte, als Richtung CDU/CSU-Kernthemen?
Ich hatte den Eindruck, dass Grün-Schwarz vielen CDU/CSU´lern mehr als recht war/ist.
Hätte doch auch fast geklappt?
Mittlerweile könnte aber die Abneigung gegen Klimaaktivismus zu groß geworden sein?
Ich halte Frau Merkel nach wie vor für evtl. "grenzwertig" in der CDU, fand aber schon Helmut Kohl eher politisch "nichtssagend".
CDU/CSU müssen sich besser absprechen und ich könnte mir denken, dass bei Streichung des Bürgergeldes für nur Ukrainer, entsprechende Politiker dort auf die Verwüstungen in der Ukraine durch Nazideutschland hinweisen werden.
Deshalb hat Deutschland auch eine besondere Verantwortung für Israel.
Ich nehme an, dass jetzt auch viele Bälle im Ausland liegen.
...und sagen wir es mal so, wahrscheinlich hätte dieser Mitte-Kurs der CDU/CSU auch geklappt, denn auch die SPD war für die entsprechende Politik.
Mit Merkel war aber jemand Kanzlerin, der Nähe zur SED "angedichtet" werden konnte->AfD?

Robert Hans Stein | Mi., 13. August 2025 - 12:00

Kein Gesundbeten des innenpolitischen Handelns, eher Nichthandelns, von Merz? Auch wenn ich Musk nicht zu viel politischen Sachverstand zutraue, er wird wohl richtig gelegen haben mit seiner Ansage, nur die AfD könne Deutschland noch retten. Langsam schwant auch mir, was ich lange nicht wahr haben wollte: Wenn es überhaupt noch etwas zu retten gibt, wird das nicht die Union in's Werk setzen. In grenzenloser Arroganz ließ sie eine Gelegenheit nach der anderen verstreichen, sich aus der Bindung an das linke Lager zu befreien. Jetzt ist es dafür wohl zu spät; der Union bliebe sehr wahrscheinlich nur die Rolle des Juniorpartners in einer von der AfD geführten Koalition. Dass sie sich dazu bereit findet, erwartet wohl niemand ernsthaft - also dann eher keine Rettung vor weiterem Niedergang und Zuständen, die nur linke Chaoten glücklich machen dürften. Quo vadis Deutschland?