Lars Klingbeil
Fühlt sich moralisch überlegen: Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) / picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

AfD im Aufwind - Die SPD wäscht sich die Hände in Unschuld

Die CDU wird ständig verdächtigt, mit der AfD gemeinsame Sache machen zu wollen. Die SPD macht es sich dagegen leicht: Sie trägt für das Erstarken des rechten Rands aus eigener Sicht nicht die geringste Mitverantwortung.

Hugo Müller-Vogg

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu politischen und wirtschaftlichen Fragen, darunter einen Interviewband mit Angela Merkel. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

So erreichen Sie Hugo Müller-Vogg:

Es muss ein gutes Gefühl sein, sich anderen moralisch überlegen zu fühlen und besserwisserisch über Entwicklungen urteilen zu können, mit denen man selbst – angeblich – nichts zu tun hat. Nur so sind die Reaktionen aus der SPD zu erklären, mit denen sie auf die Brandmauer-Bekräftigung durch den CDU-Vorsitzenden, Bundeskanzler Friedrich Merz, reagierte. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf betonte, die AfD „kann niemals ein Partner für Zusammenarbeiten mit den demokratischen Parteien sein“. Und fügte gönnerhaft hinzu: „Und ich möchte Friedrich Merz glauben, wenn er als Bundeskanzler und als CDU-Vorsitzender sagt, dass er das auch so sieht.“ Übersetzt heißt das: Natürlich trauen wir dem Merz mit Blick auf die AfD nicht über den Weg.

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Elisa Laubeth | Di., 21. Oktober 2025 - 11:26

Schlimm, dass man der SPD das Offensichtliche erklären muss. Die SPD Funktionäre leben in einer sich selbst bestätigenden Blase. Man hat kein Ohr mehr für die Malocher, wie die Wahlergebnisse im Ruhrgebiet gezeigt haben. Aber die Menschen sind nicht dumm. Und jetzt, da die Folgen der verfehlten Politik der letzten Jahre unübersehbar im Umfeld und , schlimmer noch, im eigenen Portemonnaie ankommen, da sucht man sich eben Alternativen. Gut nachvollziehbar. Demokratie ist schließlich auch ein Wettbewerb der Ideen. Schlimm, dass man diesen demokratischen Mechanismus den Funktionären erklären muss. Das lässt ziemlich tief blicken.

... wollen ihren Lebensunterhalt mit ihrer "politischen" oder "gesellschaftlichen" Arbeit sichern, nicht mit einer "gewöhnlichen" Arbeit.

Einen normalen, gewöhnlichen Beruf kann man in der Regel nur ausüben, wenn man nach einer Ausbildung öffentlich nachgewiesen hat, dass man die Fähigkeiten kennt und besitzt, die erfahrungsgemäß zu einer erfolgreichen Ausübung des Berufs notwendig sind.

Für Menschen, die die Mühe und den Stress scheuen, ihre Kompetenz für einen Beruf nachvollziehbar zu dokumentieren, ist das Funktionärsdasein in Parteien und "zivilgesellschaftlichen" Organisationen eine verlockende Alternative. Dort braucht man keine Qualifikationen. Es kommt nur auf die Kunst an, sich in Seilschaften und Netzwerken einzuschmeicheln, die einen auf gewisse Kandidatenlisten lotsen können. Dazu muss nur die eigene Hand bereit sein, zur rechten Zeit auch eine andere zu waschen.

Vielleicht ist das ein Grund, warum Politiker so schlechte Arbeit machen.

Nicht nur bei der SPD.

Thomas Veit | Di., 21. Oktober 2025 - 11:27

westdeutsche Wähler*innen: "Wer immer nur angestrengt nach rechts schaut, übersieht leicht die links begangenen Fehler. Das – immerhin – erleichtert es ungemein, mit Blick auf die AfD die eigene Unschuldsvermutung zu pflegen."

...um eine tatsächliche Politikwende (Versprechen F. Merz) umsetzen zu können.☝ Es funktioniert SO! einfach nicht...

Und es gilt ebenso für die aktuelle Union im Allgemeinen und Friedrich Merz himself im Speziellen...

Urban Will | Di., 21. Oktober 2025 - 11:30

Kinderkram auf, wer an was „schuld“ sein soll. Als wäre die AfD wie eine Seuche oder sonst was über uns gekommen...Es ist ein Segen, dass sie da ist.
Denn Fakt ist: dieses Land wird seit Jahrzehnten von vollkommenen Idioten regiert und liegt am Boden. Wirtschaftlich, kulturell, sozial. Immer mehr Menschen scheinen das zu erkennen. Und wählen nun die einzige Partei, mit der es diesen Irrsinn nie gegeben hätte und die heute als einzige bereit ist, konsequent die Probleme anzugehen anstatt linksgrünwoken Blödsinn zu fabrizieren.
Dieses Blabla von wegen „wer ist schuld“, ist so dermaßen hohl, dass man nur noch den Kopf schütteln kann.
Fragen Sie lieber, an wem es liegt, dass dieses Land zum shithole verkommen ist. Da werden Sie schnell fündig. Es ist die Union. Und zwar alleine. Das zu erklären, sollte sich so langsam erübrigt haben.
Und dass diese dumme, verlogene, duckmäuserische Union noch immer nicht kapiert hat, was zu tun wäre, macht das ganze fast schon zur Tragikomödie.

Herr Müller-Vogg weiß ganz genau, daß sich ohne AfD in diesem Land und im Bezug auf die beiden letzten Regierungen hierzulande gar nichts bewegt hätte.
Er bedient stets gerne die Narrative, besonders die der Genossen, denn es führt eben kein Weg an der AfD vorbei.
Das weiß jeder der Eins und Eins zusammenzählen kann.

Mit ist noch nicht aufgefallen, dass die AfD Probleme angeht. In erster Linie sagt sie Nein. Nein zur NATO, Nein zur EU, Nein zu einer nüchternen Russlandpolitik, die Gefahren benennt.
Wenn sie etwas vorschlägt, dann populistischen Unsinn. Z.B. Rentenniveau einfach mal auf 70% erhöhen. Klingt gut, bringt sicher Stimmen. Finanzierung? Schweigen im Wald. Kosten Pi mal Daumen ca. 180 Mrd. €/ per annum Bundesmittel, sprich Steuern, oder Beiträge auf ca. 23% rauf. Macht beim Durchschnittsverdiener etwa 100€/p.m., eher mehr.
Es wäre gut, man liesse die AfD ein bisschen mitmachen, dann wäre sie schnell entzaubert, wie einst Habeck, von Realität umzingelt.

Recht haben Sie allerdings, dass die CDU, wie in einer griechischen Tragödie, in völliger Verblendung in ihren Untergang tappt.
Es scheitert halt am Humanpotential. Ein guter Listenplatz und ein Studium der Politikwissenschaften macht eben noch lange keinen guten Politiker (m/w/d). Dem Zeitgeist hinterherrennen auch nicht.

... jedoch bei 40-50 Mrd. € Einsparung, gerechnet auf 4 Jahre, für Ausgaben bezüglich Migration wäre ihr Rechenbeispiel schnell widerlegt.
Lassen wir die AfD mit ans Ruder, aber bitte Blau/Schwarz anstatt Schwarz/Blau, denn wo die CDU vorne ist ist eigentlich nichts anderes zu erwarten, als das was dato abläuft.

Die AfD sagt nicht „nein“ zur NATO, sie möchte nur keine dummen Kriegsspielchen á la Merz.
Sie möchte diese (so nie gedachte) verlotterte EU reformieren und nur austreten, wenn das nicht möglich ist.

Sie sucht das Gespräch mit Russland und ich garantiere Ihnen, dass es diese Gespräche mit jeder anderen Regierung irgendwann auch geben wird. Die AfD ist nur mutig genug, das jetzt schon zu fordern.
Sie wissen selbst, dass die AfD noch nie regieren durfte (dank der undemokratischen Brandmauer, der Wähler möchte es längst) und aus vielen ihr zustehenden Ämtern (Ausschüsse) herausgehalten wird vom Altparteien-Komplott.
Sie kann also noch gar nicht gestalten.
Was sie machen würde und was einen dreistelligen Mrd-Betrag einsparen könnte: Änderungen beim Bürgergeld, dem Füllhorn für illegale Migranten, NGOs, blödsinnige Projekte im Ausland...

Ich bin mir sicher, sie würde nicht „entzaubert“, sollte sie (mit)regieren dürfen.
Ich denke eher, man fürchtet, dass sie erfolgreich sein könnte.

nach F. Merz und der Union geht bevorzugt in Gaza statt... ... 👍🤣

Hier in Deutschland wird selbst 'die Verbesserung des Stadtbildes' verschoben bzw. wieder 'einkassiert'... ..., um niemanden befreundetes zu verärgern..., 'den empfindsamen Lars' z.B., aber nicht nur den... ...

>> Innenpolitik ist eben viel zu kompliziert... ...

/Ironie und Sarkasmus

Wenn ich höre , dass sich in Deutschland eine Asyl Mafia aufgebaut hat bzw. aufbauen konnte, könnte ich weinen.
Die Kontrolle wer kommt in unser Land, wer betrügt uns deutsche Steuerzahler, ist komplett verloren gegangen.
Rumänie, Syrer, Afghane, Ukrainer, Russen, keiner weiß mehr ob die angegebene Staatsbürgerschaftstimmt. Scheinarbeitsverträge werden ausgestellt und nach bestimmter Zeit Bürgergeld beantragt und gewährt. Kindergeldzahlungen ohne Kontrolle.
Ich schätze, dass der Deutsche einen jährlichen Schaden von 1 Milliarde hat.
Renterarmut nimmt zu.
Über längere Arbeitzeit wird nachgedacht. Ich denke ob es nicht an der Zeit ist die Immunität der Politiker aufzuheben.
Die Sachbearbeiter in Haftung zu nehmen.
Die Kontrolle vom Missbrauch des Asyl Tourismus selbst in die Hand zu nehmen?
Sich Anschuldigungen von Rassismus lautstark entgegen zu treten. Die, die die Rassismuskeule schwingen genauer anzusehen wie sie mit im Parteiensumpf verdienen.

Maria Arenz | Di., 21. Oktober 2025 - 11:53

sagt mehr als tausend Worte. Dieser so unverschämt breitbeinig daherkommende Proll mit seinem Jodeldiplom in "Sozialwissenschaften" und einer beruflichen Vita, die nur aus Netzwerken und buckeln vor und für den/die gerade Richtigen" bestand, steht geradezu paradigmatisch für alles, was in der SPD seit Jahrzehnten schief läuft. Hätte allerdings nicht geklappt, wenn wenigstens unsere Medien ihren Job gemacht hätten. Deshalb kann dieser Prototyp eines Hütchenspielers heutzutage Finanzminister werden! Übernimmt also ein Ministerium, das bisher Leuten vorbehahlten war, denen man zumindest zutrauen konnte, die alles andere als trivialen Fallstricke der Fachmaterie zu verstehen und den Unterschied von Brutto und Netto im Portemonnaie der arbeitenden Wähler und was der am Ende mit Fall und Aufstieg von Parteien zu tun hat. Aber sich einen grinsen und auf die CDU zeigen ! Die allerdings hat sich das durch ihre Feigheit und strategische Dummheit redlich verdient.

Sebastian Habel | Di., 21. Oktober 2025 - 13:41

Antwort auf von Maria Arenz

Mit dem Bild haben Sie Recht Frau Arenz! Wenn man die Augen zusammenkneift sieht er aus wie Habeck: Das Jodeldiplom, der ganze Habitus, der ein "Anpacken" und "Machen" vorgaukelt und das Sauce-Bernaise-Gesicht würden ihn zu einem würdigen Mitglied im Habeck-Kellner-Graichen-Clan machen.

Bravo, liebe Frau Arenz, lieber Herr Habel! Tolle Kommentare, auf den Punkt! Der hämische Blick des „sensiblen“ Lars widert mich immer wieder an. Der ist so arrogant, so selbstverliebt! Er hat es ja auch so einfach mit Friedrich (sie duzen sich ja, wie aufregend!), der alles tut, was Lars ihm sagt. Sonst entzieht der ihm seine „Freundschaft“, und was noch schlimmer, er kündigt die Koalition auf. Wer‘s glaubt!?
Was ein Theater, ein Drama! Und die bräsigen Deutschen gucken zu. Man kuscht vor einer 13/14 % Loser Partei. Und das Land, es taumelt, es stürzt ab! Aber die Hauptsache ist, man beschäftigt sich 2 Tage damit, wie man mit der AfD weiter umgehen soll. 🥺😩

IngoFrank | Di., 21. Oktober 2025 - 11:59

Natürlich ist die SPD genau so an der Erstarkung
der AfD beteiligt wie die Grünen und die FDP,da alle etablierten Parteien mehr oder minder Regierungsverantwortung in der Vergangenheit trugen.
Das erstarken der AfD in der Vergangenheit und auch zukünftig ist im direkten Zusammenarbeit mit einer „grottenschlechten Regierungsarbeit“
Beginnend ab ca. 2015 zu sehen. Ein Ende dieser Regierungsarbeit die nicht im Interesse der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes steht,
Anders gesagt der grün links schwarze Irrweg der ab 2015 eingeschlagen wurde, wird unvermindert fortgesetzt. Dies mit der Konsequenz, das das Erstarken der AfD ebenso weiter gehen wird und die Zustimmung aller etablierten Parteien weiter abnehmen wird auch derer, die z.Zt. In Regierungsverantwortung stehen ….. und diese, in ganz besonders hohem Maße.
Die CDU muss sich entscheiden sonst geht sie den Weg der SPD die I.ü. bei der letzten LT Wahl in Thüringen 7 ! ! % erreichte.
MfG aus der Erfurter Republik

Markus Michaelis | Di., 21. Oktober 2025 - 12:03

Wie in Frankreich kann sich Deutschland zunehmend nicht mehr auf zwei Lager einigen, so dass politische Mehrheiten, also über 50%, zunehmend schwer und fragil werden.

Eine erneute Einigung auf Grundgemeinsamkeiten und innerhalb dieser auf zwei Lager kann ich im Moment auch am Horizont nicht erkennen. Die Kräfte ziehen in zuviele und verschiedene Richtungen und die Erzählungen in den einzelnen Lagern sind für jeweils Außenstehende kaum nachvollziehbar.

1. Läßt man den Unsinn einer „Rechten“ oder „Postfaschistischen“ Partei wie die AfD immer betitelt wird und legt die Programme von CDU, CSU & AfD Nebeneinander gibt es keine Parteienkoalition in D die mehr Schnittmengen haben.
Wen wundert da die Mehrheit von über 50% der Stimmen, die bei der BT Wahl erreicht wurden und heute genau so noch besteht. Nur die Wichtung der beiden Parteien hat sich in wenigen Monaten zu Gunsten der AfD gewandelt.
2. Die Kräfte die in verschiedene Richtungen ziehen …..sind doch offensichtlich lediglich in zwei Lager gespalten, Rechts und Links und das seit der Abschaffung der Monarchie in Deutschland. Allerdings nach WK II verloren die Linken durch den Erfolg der Marktwirtschaft an Bedeutung. Es ging immer weiter vorwärts …. Und wenns dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis tanzen und es erfolgte mit den 68 zigern eine Renaissance linker später noch grünen Ideen. Selbst der Schrecken DDR zog nicht, „das ist kein Sozialismus“ damals wie heute.
MfG a d Erf.Rep

Ernst-Günther Konrad | Di., 21. Oktober 2025 - 12:13

Wer hat denn die AFD überhaupt *gegründet*? Indirekt doch die UNION mit ihrer Europolitik 2013. unter einer Kanzlerin Merkel. Und woher kamen die Gründer? Zum Teil aus dem privaten Leben ohne politische Karriereweg, aber auch und vor allem aus den Reihen der UNION, weil immer mehr Konservative sich bei dieser Verräterpartei nicht mehr wiederfanden. Weil Merkel Kritiker wegbiss auf dem Weg, die Oartei zu entkernen und linksgrün umzufunktionieren. Und wer hat dann, als die AFD nach anfänglichem Schwächeln, ab 2015 begann zu expandieren und immer größer zu werden, immer mehr Zuspruch zuerlangen, wer hat denn dann den SED-Gedanken aufgegriffen und wieder eine Mauer errichtet? Diese Mauer er Diffamierung und Ausgrenzung hat die UNION gebaut und nicht die linken Parteien. Diese Mauer behauptet Merz ja immer wieder ist die UNION. Sie hat diese Mauer vor allem dort wieder ersetzt, wo sie mal erfolgreich niedergerissen wurde. Nur ist diese Mauer nie real geworden, der Osten ließ es nicht zu.

nach Helmut Kohl und also im Sinne Geissler/Merkels durchaus seinen Sinn hatte, aber m.E. nicht um den Preis einer Schleifung christdemokratischer "Vermögensbestände".
Dann traf sich Frau Merkel zwar mit der je Opposition, ausgenommen der evtl. von ihr verdrängten, aber das wirkte nicht wie eine neue CDU.
Es wirkte evtl. austauschbar und auch je dienlich.
Der einzige Garant der CDU wurde Frau Merkel, die jetzt hoffentlich noch viel Zeit hat, zu erklären, wer sie ist und was sie wollte?
Und wenn es am Ende dann doch eine nach fast allen Seiten hin offene One-Woman-Show war?
Ich persönlich sehe Frau Merkel an der Seite von Frau Clinton, die doch wohl nicht akzeptiert wurde von Konservativen?
Frau Merkel bekam die Chance so einer Anerkennung.
Reicht das aus, Frau Merkel evtl. als kleinster gemeinsamer Nenner* eines Universums?
Ich setze lieber auf ein blühendes Universum.
Daran versucht sich jetzt die Koalition.
Es wird "schwierig", auch weil ja plötzlich Geld da ist.
Was wird sich finden

Dorothee Sehrt-Irrek | Di., 21. Oktober 2025 - 12:51

Es gab wohl eine Art innerparteilichen "Putschversuch" gegen Kohl vor dem Bremer Parteitag?
Geissler meinte, er könne es besser und wollte die CDU nach links schieben?
Vielleicht eine Reaktion auf die Stärke der Linkspartei im Osten und auch der SPD im vereinigten Deutschland?
Da machten einige Politiker* wohl nicht mit, unter anderem die, die ich schätze.
Man "meuchelt" nicht mal eben einen Kohl, auch wenn der einem politisch nicht mehr gefällt!
Wer nun brachte die Linksverschiebung und schob Kohl beiseite?
Die Frage ist eine rhetorische.
Ich war von Beginn an der Meinung, dass der "Linkskurs" nicht gut sei für die CDU.
Das Ergebnis ist die evtl. schmeichelnde Nähe der Grünen ("Wir sind die Töchter") und die ausgestreckten Hände der Linken.
Beide waren und sind m.E. die große Herausforderung für die SPD,
aber dann auch deren Koalitionsmöglichkeiten.
Diese Seite hat Merkel für die CDU geöffnet, andere Türen evtl. verschlossen.
Die SPD hatte ihre Großen unter Merkel?
"Shit happens"

Helmut Kohl auch nicht im Umgang mit Helmut Schmidt.
Gleichwohl, damals kippte die politische Waagschale Westdeutschlands Richtung Konservatismus, vlt. auch wegen der RAF und anderem.
Schmidt trug es mit Fassung und gab sein bestes als Herausgeber der ZEIT, der für ihn gegründeten Zeitung?
Nach dem Fall der Mauer stand doch eher zu befürchten, dass der Konservatismus ewig währe, da schien mir eine "Linksverschiebung" der CDU nicht in der Bevölkerung gewünscht.
So zeigte sich Merkel anfangs auch nicht, sonst wäre sie sicher bald gescheitert?
Ich präferierte keine linke CDU, sondern eine staatstragende SPD.
Deshalb gab ich nicht so viel auf die m.E. nicht tragfähige Mehrheit im Parlament mit Linken und Grünen.
Deutschland brauchte staatstragende Politik und damit m.E. Schäuble, nicht Merkel.
Die Ampel hat dann auch nicht funktioniert.
"Revolution", ob grün, links oder anders funktioniert nicht in Deutschland.
Diktatur auch nicht, aber es dauert, so etwas wieder aus den Köpfen zu kriegen

... "Man "meuchelt" nicht mal eben einen Kohl, auch wenn der einem politisch nicht mehr gefällt!" Dass aber auch der selbst als Kanzler der Wiedervereinigung mit Schmiergeld- resp. Parteispendenaffären "im Westen" und zeitgleich dem Treuhandhammer "im Osten" für den Überdruss an seiner Person bei vielen Wählern gesorgt hat, sollte schon konstatiert werden.
Und dann die munter scheinende Äinschi, als Langzeit-Drögistin (der Doppelcharakter des Wortes ist beabsichtigt) 16 Jahre die mehrheitlich gewählte Mehrheitsbeschafferin für die CDU/CSU. Und, wie neulich schon geschrieben, sie wär´s den Umfragen nach noch eine fünfte! Amtszeit geworden - das MUSS man/frau "den Mehrheitsdeutschen" einfach immer wieder unter die jetzt gerümpfte Nase reiben.
Ansonsten auch allen anderen Foristenden Dank für Ihre Meinungen, und dem Cicero Dank für dieses Forum - dürfte in D einmalig sein ...

Wolfgang Borchardt | Di., 21. Oktober 2025 - 13:19

dass es um ihre Existenz geht. "Amboss oder Hammer sein" - und wenn sie nicht der Hammer sein will oder - Dank SPD - sein darf, wird sie mit ihrem großsprecherischen Vorsitzenden zu Grunde gehn, unter dem Beifall ihrer Mitglieder, die für ihre Bequemlichkeit schon unter Frau Merkel Zeugnis abgelegt. Und dann rappen sich SPD, Linke und Grüne zusammen, um i h r e Demokratie zu retten.

Peter Sommerhalder | Di., 21. Oktober 2025 - 13:52

Denn wenn es der CDU nicht mehr wichtig ist Mitte-Rechts zu sein, dann entsteht dadurch natürlich eine riesige Lücke. Denn nur weil es keine Mitte-Rechts Partei mehr gibt in Deutschland, verschwinden die Mitte-Rechts Wähler in Deutschland ja nicht.

Was sollen denn die Mitte-Rechts Wähler denn jetzt wählen: Etwa die Grünen, Die Linke oder die SPD…?

Die CDU hätte es nach wie vor in der Hand, aber sie will ja nicht….

großspurig versprochenen Politikwechsel umsetzen..., Merz möchte lieber 'im Warmen' hinter der Brandmauer gemeinsam mit den Linksgrünroten kuscheln... ..., anstatt sich der politischen Herausforderung (mannhaft) zu stellen... ... 🤔

"Der letzte Schuss...' von dem sie bedeutungsvoll bei Amtsantritt noch sprachen - CDU und SPD...! - ist längst nass und damit unbrauchbar geworden, er wird nie abgefeuert werden, mit diesem Personal... ...

>> Hauptsache Kanzlerin - jeder Tag zählt!! 🤣

S. Kaiser | Di., 21. Oktober 2025 - 15:20

Es ist doch nicht der Job der SPD, selbst auf ihre Fehler hinzuweisen, sondern der der Opposition und der freien Presse, also der wirklich freien, und nicht derer, die von der SPD mitgetragen wird, so wie das RND (den ÖRR klammern wir hier von vornherein mal aus).
Man braucht sich nur das Ergebnis in den ehemaligen SPD- Hochburgen anzuschauen, und dann noch die Wählerwanderungen zu analysieren, und dann kann man das alles der SPD einfach öffentlich genüsslich unter die Nase reiben – wo ist das Problem? Das ist doch der Job von Journalisten. Nicht kleckern, klotzen.
Also anstatt als CDUler missmutig am Rand zu stehen, weil der Konkurrent nicht fairplay spielt, einfach selbst mal ne Schaufel Sand in dessen Richtung schippen.
Mit distinguierten feinen Manieren wird man die Deutungshoheit nicht gewinnen. Manche haben das verstanden.

Dazu fehlen den Unions- Oberen die „Männlichkeismerkmale im Schritt“ Aber nicht nur ……Beginnt Merz politisch seinen Kopf zu benutzen, kommt der rote Zeigefinger und Merz knickt wieder ein. Will er Kanzler bleiben, ist er mit Muttis ersonnener Brandmauer auf Gedeih & Verderb der SPD am Koalitionstich und unter selbigen der Grünen Sekte und den SED Erben ausgeliefert.
Sich aus diesem Dilemma zu befreien, obliegt allein der CDU. Schafft sie das nicht, geht der Kontinuierliche Abstig weiter und die derzeitigen n o c h 25% Zustimmung lediglich ein Meilenstein auf dem Weg nach unten. SPD & Grüne Sekte lassen grüßen mit 15 & 12% …..Wohin die Wähler wandern werden dürfte auch dem letzten deutschen Deppen klar sein.
MfG aus der Erfurter Republik

Wer noch einigermaßen klar mit dem Kopf in der CDU denkt, hätte eine Koalition mit der SPD und dem daraus zu erwartendem Ergebnis von vorne herein ausschließen müssen.
Auch wenn dieses bedeutet hätte, Friedrich Merz nicht zum Kanzler zu machen.
Der Schaden jetzt, ist fast nicht mehr gut zu machen und die SPD ist trotz Niederlage im Wahlkampf der Gewinner.

Klaus Funke | Di., 21. Oktober 2025 - 15:55

Wenn ich die Visage von diesem Klingbeil, dem Antifa-Kämpfer, schon sehe: Satt, vollgefressen, zynisch, höhnisch, selbstgefällig, verlogen, falsch, im sicheren Gefühl der Macht, ein echter Fatzke. Von solchen Typen wird ein ganzes Volk verarscht. Wenn man bedenkt, wer dieser Partei mal angehört hat, wer sie groß gemacht hat - und jetzt? Eine Partei linksgrüner Karrieristen, ohne Bildung und Kultur. Pfui Teufel! Aber es gibt dennoch ein paar Volltrottel, die in Treu und Glauben zu dieser Verräterpartei stehen, die in Erinnerung an die einstige Größe immer noch romantisch verklärt ihr Kreuzchen bei diesen Lumpen machen. Professoren, Pfaffen, Künstler. Ich könnte Namen nennen. Nee, wer heute noch diese Verderber wählt, ist selbst nicht besser oder einfach nur naiv oder dumm. Aber solange diese Schurken in den Medien und in der Presse ihre Pfoten noch drin haben, solange rutschen die selbst einstellig in jede Landesregierung und in den Bundestag. Ja, ich gebe es zu: Ich hasse die SPD!!!

Straub Klaus Dieter | Di., 21. Oktober 2025 - 18:00

Man muss sie nicht hassen, aber verachten. Es ist nicht die Partei der ersten Republik mit Friedrich Ebert oder von 1949, Kurt Schumacher, Carlo Schmid, Herbert Wehner, Willy Brandt, Helmut Schmidt. Es sind nur armselige Gestalten, die sich SPD nennen.
Nach über 150 Jahren geht eine Ära zu Ende und man wird sie nicht vermissen!

Heidemarie Heim | Mi., 22. Oktober 2025 - 11:28

Und hauen sich gegenseitig ihre Förmchen, Schippchen um die Ohren und schreien nach Mutti, die dem ganzen Treiben in 16 endlos scheinenden Regierungsjahren sattsam Vorschub leistete unter dem Jubel der Union und der aller sogar in Opposition befindlicher etablierten Parteien! Eine stets von unseren ÖR-Medien verwöhnte Allrounderin, die ihrer Biographie sei Dank insbesondere dem Westen der Republik u. der sie damals total unterschätzenden Funktionären der eigenen Partei als Kohls Mädchen schnell beibrachte, wo ihr Frosch die Locken hat;)! Und nun aufs Höchste mit sich zufrieden, denn laut eigener Aussagen hätte sie nach einer 5. Thronbesteigung nichts Anderes gemacht, genießt sie ihre Meriten währenddessen einwöchige Empörungsarien über Aussagen ihres in ihren Augen unfähigen Nachfolgers stattfinden! Weil das Land und seine Bürger, also die hier schon länger Lebenden ja sonst Null Probleme bzw. Anlass zu klagen haben. Wären da nur nicht die Schlumpf-Blauen, es wäre paradiesisch! MfG