- Europas Richter verurteilen Deutschlands Asyl-Verschärfung
Der EuGH verlangt von Deutschland selbst für ausreisepflichtige Dublin-Migranten unbedingt Geldzahlungen. Die konkreten Auswirkungen auf die deutsche Praxis bleiben offen. Aber wo die mächtigsten Verhinderer der Migrationswende sitzen, ist nun klar.
Deutschlands Steuerzahler müssen auch abgelehnten, ausreisepflichtigen Asylbewerbern einen „angemessenen Lebensstandard“ verschaffen. Das ist in aller Kürze die Botschaft der Richter des Europäischen Gerichtshofs mit ihrem Urteil vom Donnerstag (Urt. v. 04.06.2026, Az. C-621/24). Regelungen im deutschen Asylrecht, wonach keine Geldleistungen gewährt werden an sogenannte Dublin-Fälle, sind demnach unionsrechtswidrig.
Für die Bundesregierung und die Steuerzahler ist das Urteil aus Luxemburg eine bittere Nachricht, die die Bemühungen um die Migrationswende und die Absenkung der Pullfaktoren, also der Attraktivität Deutschlands für Armutsmigranten, konterkariert.
Geldzahlungen sind „unverzichtbar“
Dublin-Fälle sind Migranten, die bereits in einem anderen EU-Land einen Asylantrag gestellt hatten, bevor sie in Deutschland einen weiteren stellten, und daher gemäß der Dublin-III-Verordnung in das betreffende EU-Land überstellt werden sollten. Da diese Abschiebungen in den meisten Fällen lange nicht oder überhaupt nicht stattfinden können, bleiben diese Migranten aber meist in Deutschland und werden weiter versorgt. Geklagt hatte 2024 ein Afghane, der schon einen Antrag in Rumänien gestellt hatte und seit 2022 dahin ausreisepflichtig ist. Er wird zwar mit Essen, einer beheizten Unterkunft und auch bezüglich Hygiene und Gesundheit versorgt („Bett, Brot, Seife“). Geldleistungen für Kleidung und Haushaltsprodukte bekommt er nicht mehr. Das Bundessozialgericht hatte den Fall (Az. B 8 AY 6/23 RBSG) schließlich dem EuGH zur Klärung vorgelegt.
Konkret geht es um eine Regelung im deutschen Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG): Dublin-Fälle haben nur Anspruch auf Sachleistungen nach dem „Bett, Brot, Seife“-Prinzip, aber nicht auf Kleidung und Geldleistungen. Inzwischen wurde die Regelung auf Initiative des neuen Bundesinnenministers Alexander Dobrindt noch verschärft: Leistungen dürfen nach deutschem Recht nun komplett entzogen werden, wenn feststeht, dass ein anderer EU-Staat zuständig ist.
Nach Auffassung der Richter verlangt aber die EU-Aufnahmerichtlinie von den Mitgliedstaaten, dass die Leistungen einem „angemessenen Lebensstandard“ entsprechen. Und diese Pflicht – das ist entscheidend – gelte in vollem Umfang auch gegenüber Asylbewerbern, die ausreisepflichtig ins Land ihres Erstantrag sind. Und zwar in Form von Geldzahlungen oder Gutscheinen. Die sind laut Urteil „unverzichtbar“.
Orientierung am Lebensstandard der Staatsangehörigen
Denn nur sie ermöglichten es, Güter des täglichen Bedarfs zu beschaffen. Im Urteil werden diese konkret benannt: „Fahrkarten, Kommunikationsmittel oder Körperpflegeprodukte“, außerdem „ein Mindestmaß an Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben des Mitgliedstaats, in dessen Hoheitsgebiet er wohnt“.
Diese Zahlungen sind allerdings innerhalb der EU sehr verschieden, was die höhere Attraktivität Deutschlands gegenüber Rumänien und letztlich das Phänomen Dublin-Fälle überhaupt erklärt. Und diese Unterschiede sind sogar nach EU-Recht verpflichtend. Denn die Zahlungen bemessen sich laut Richtlinie 2013/33 „auf Grundlage des Leistungsniveaus, das der betreffende Mitgliedstaat nach Maßgabe der einzelstaatlichen Rechtsvorschriften oder nach den Gepflogenheiten anwendet, um eigenen Staatsangehörigen einen angemessenen Lebensstandard zu gewährleisten“.
Migranten, auch illegale, haben also letztlich nach Auffassung der obersten europäischen Richter fast dieselben Versorgungsrechte wie Staatsbürger. Dass das für die Mehrheit der Menschen außerhalb der EU und sogar manche innerhalb der EU ausgesprochen anziehend wirkt, liegt auf der Hand.
Diese Rechte der Migranten und somit die Verpflichtung der sie versorgenden EU-Mitgliedstaaten seien nicht durch die Ausreisepflicht eingeschränkt, sondern endeten erst mit der „tatsächlichen Überstellung in den ersuchten Mitgliedstaat“.
Inwiefern das EuGH-Urteil von Deutschland konkret umgesetzt werden muss, ist allerdings durchaus fraglich. Denn die besagte EU-Aufnahmerichtlinie, auf die es sich vor allem beruft, gilt nur noch wenige Tage. Ab dem 12. Juni tritt die Reform des Gemeinsamen Asylsystems (GEAS) in Kraft. Und dann gilt, wie Migrationsrechtler Winfried Kluth gegenüber dem Juristenportal LTO erläutert, die neue Aufnahmerichtlinie 2024/1346. In Artikel 23 ist da festgelegt, „dass die Mitgliedstaaten die Zuwendung zur Deckung des täglichen Bedarfs kürzen oder entziehen“ können. Die Leitungsuntergrenze wird in Absatz 4 so bezeichnet: „Zugang zur medizinischen Versorgung“ und ein „Lebensstandard für alle Antragsteller, der mit dem Unionsrecht, einschließlich der Charta, und internationalen Verpflichtungen in Einklang steht“.
Der unmittelbare Bezug zu den eigenen Staatsangehörigen fällt also weg. Kluth rechnet damit, dass der Geldbetrag zur freien Verfügung geringer sein wird. Aber die Auslegung des Lebensstandards wird wohl weiter Klagemöglichkeiten bieten. Der von der dpa zitierte Asylrechtsexperte Constantin Hruschka, Professor für Sozialrecht an der Evangelischen Hochschule Freiburg, deutet das indirekt schon an. „Auch in der neuen Regelung steht drin, dass ein Mindeststandard im Einklang mit dem Unionsrecht gewährleistet sein muss.“ Und vor allem könnten Nachzahlungsansprüche wegen gekürzter oder entzogener Leistungen eingeklagt werden.
Dobrindts Reaktion
Und die Bundesregierung? Aus dem für die Auszahlung zuständigen Bundesministerium für Arbeit und Soziales von SPD-Ministerin Bärbel Bas heißt es, man müsse nun prüfen, ob es nötig sei, Gesetze anzupassen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), dessen Migrationswende-Politik von den Richtern unmittelbar angegriffen wird, reagierte kühl und sprach von einer sehr beschränkten Wirkung durch die künftige neue Rechtslage.
Dobrindt und alle politischen Kräfte, die die Pullfaktoren der illegalen Migration absenken wollen, wissen nun noch deutlicher als ohnehin schon, wo die Beharrungskräfte gegen die Migrationswende zu verorten sind. Längst nicht nur in Politik und Zivilgesellschaft, sondern nicht zuletzt in der Judikative.
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Wieder ein überzeugendes Beispiel für die destruktive Anlage der Europäischen Union insgesamt. Wie aus, eigeninitiativ, handelnden Nationalstaaten, zum Wohl der Ursprungsbevölkerung, europäische Nationalstaatlichkeit zur Erlangung "universeller" Menschenrechte erzwungen werden soll, sprengt jegliches Mass der Vernunft. Es ist genau diese Form von Judikative (Befehl und Gehorsam) die offensichtlich notwendig und Voraussetzung ist, um den Bürgern Europas ein starres Korsett aufzuzwingen. So wird dieses Europa (Eu) zu einer Zwangsveranstaltung die letztlich in völliger Unfreiheit für dessen Bürger enden wird. Ich bleibe daher bei meiner Forderung: Maximale Nationalstaatlichkeit, somit Souveränität, bei geringsten Brüsseler Vorgaben. Nur wer souverän ist entscheidet nicht nur über seine eigene Freiheit, sondern über seine möglichen Entwicklungsfähigkeiten. In diesem Sinne ist die EU ein Gefängnis jeglichen liberal, demokratischen Gedankens. Auch damit wird keine Welt gerettet. Weg damit!
gehen ?
Wenn Deutschland als größter Nettozahler geht oder vielleicht reicht es auch, VdL die Pistole auf die Brust zu legen und 70% der EU Beiträge Deutschlands z.B. wegen „Verschwendungssucht“ der EU einzufrieren. Der schöne Franzuse schleppt seinen Insolvenzantrag schon Jahre mit sich herum und Meloni denkt ehr national als europäisch I.ü. mit großem Erfolg. Also, wer soll es bezahlen ? Wer hat so viel Geld ? Wer hat so viel Pnke Punke, wer hat so viel Geld ?
Ich jedenfalls nicht, zumal mich niemand gefragt hat 🤮🤮🤮
MfG a d Erfurter Republik
In der EU werden die Rechtsnormen dergestalt angelegt, dass sie einer europäischen Staatlichkeit entsprechen. Das ist im übrigen auch bei deutscher „Rechtsprechung“ zu beobachten. Was nicht gefällt dafür wird ein Paragraph (188) geschaffen. Die Fälle politischer Sanktionierung, auf EU Ebene, ( Baud, Dogrü) sind exemplarisch.
Nur, Ingo Frank, da bin ich mir sicher; Deutschland marschiert stramm weiter gegen die eigenen Interessen. Der Fall UN-Mandat und Zahlungen sind beispielhaft. Mir ist absolut klar, dass ohne absolute Verschiebung der Machinteressen das Desaster programmiert ist. Nur leider sehen das zuwenig.
(auf Grün linken Pfaden) gegen seine eigenen Interessen.
Das ist wohl war und wird in naher Zukunft auch so weiter gehen !
Dennoch, es ist schon eine erhebliche Panik & Angst aus dem Adenauer- & Brandt -Haus zu spüren …… Es scheint, das Merz die gleiche Erfahrung machen muß zu der Lindner 3 Jahre brauchte. SPD & Grüne sind dermaßen in ihrer eigenen parteipolitischen Blase gefangen, die ein sinnvolles Regieren unmöglich macht.
Hinzu kommt die eigene Kastration der Union durch das Festhalten an der Brandmauer die ihren Schrecken auch erheblich verloren hat. Anders sind die über 40% der AfD in Sachsen und Sachsen Anhalt ( es fehlen noch 2% Euro absoluten Mehrheit) und die gut über 35% in Thüringen und MV nicht zu erklären zumal die CDU in MV nur auf rd. 1/3 der AfD Zustimmung kommt. & im Bundestrend ? Haben sich die Ergebnisse der BTWahl zwischen Union & AfD quasi umgekehrt. Und dies Ist m M nun wohl kein Ruhmesblatt der GroKo im Bund. Der Druck im Kessel steigt permanent
MfG a d E Rep
zu der die Justiz keinen Zutritt hat.
(Friedrich Dürrenmatt)
Stimmt unkommentiert!
Es wäre dringend geboten, die Funktion und Kompetenz des EuGH zu diskutieren. Hier findet eine ständige Überdehnung statt. Der Gerichtshof sollte ursprünglich Vertragsstreitigkeiten verhandeln. Eingriffe in die zivile, nationale Rechtssprechung sind völlig unangebracht und greifen in die nationale Souveränität ein. Die Verfahren sind wegen der völlig unterschiedlichen Rechtgebräuche, den unterschiedlichen Rechtsauffassungen und der Schwierigkeit , diese überhaupt aus den verschiedene Sprachen zu übersetzen,hochkomplex und unvernünftig teuer.
Es ist erkennbar,dass Deutschland unter der Last der illegalen Migration schweren wirtschaftlichenSchaden nimmt. Ein Schaden, den jeder Steuerzahler zu tragen hat. Die teure Rundum- Versorgung von ausreisepflichtigen Migranten ist den Bürgern nicht mehr vermittelbar, wenn deswegen für sie z.B. Sozialbeiträge steigen und Leistungen gestrichen werden.Es sein denn man will eine politische Mehrheit für die AfD herbeiurteilen.
„Macht“ man aber…… & das wiederum, mit vollem Erfolg, wenn man sich die Meinung der Demoskopen im Bund und den Ländern im Blick hat.
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik
Angelika Sehnert, jedes Urteil findet in zukünftiger Rechtsprechung seine nachhaltige Bedeutung, getreu dem Motto: „ Wir berufen uns.“ Um eine politische Mehrheit herbeizurufen bedarf es sicherlich keiner Fehlurteile. Es ist völlig ausreichend klug zu argumentieren; und das wird ja, in entsprechenden Kreisen, mehr oder weniger klug, genug getan. Jedenfalls ist ihr Gedankenansatz schon interessant.
Führung, ihrer Rechtsprechung und ihrem aufgeblähtem Apparatismus nur noch Schaden anrichtet. Ein Land wird verpflichtet, illegale Einwanderer, man kann sie auch Eindringlinge nennen, mit Geld zuzuwerfen.
Ein Land, das sich illegaler Eindringlinge nicht mit allen Mitteln erwehren darf (denn Geldentzug wäre ein ziemlich gutes Druckmittel, diese Leute zum Abreisen zu bewegen), hat keine Souveränität. Der EuGH nimmt Deutschland somit einen weiteren Teil seiner Souveränität.
Nach der hoffentlich bald erfolgenden Politikwende mit einer AfD in der Regierung werden da andere Töne nach Brüssel erklingen, da bin ich mir sicher.
Diesem Monster selbst muss man das Geld entziehen.
Es schreit einfach aus allen Ecken nach einem Befreiungsschlag. Von dieser verlogenen Regierung, dem linksgrünwoken Irrsinn und eben dieser zerstörerischen EU.
Ja, Befreiung, Urban Will ist (die Mutter) das Geschlecht des Gedankens. Aber wie sind die Menschen zu überzeugen die ihre eigene, zukünftige Knechtschaft nicht erkennen wollen oder können ? Für mich ein echtes Problem.
hat doch damals unsere allseits verehrte Dame aus der Uckermark geöffnet, oder besser noch gesprengt! Von da an wurden die allermeißten Neusiedler aus aller Welt nach Schland weitergelotst. Das war ja auch sehr komfortabel für den Rest der eu Staaten, musste man doch nur in Bahnfahrkarten investieren. Klar, dass da jetzt niemand eine Änderung will. Das ist nach über 10 Jahren wohl Gewohnheitsrecht.
Energiewende hin zu 80% brauner Energie. Und dafür gibt's Medaillen. Stärke Kräfte, nein, nicht von rechts, erodieren dieses Land.
lieber Herr Will, es ist nicht die EU-Rechtsprechung, sondern vielmehr die hiesige Gesetzesausgestaltung, wie mit Steuergeldern umgegangen wird, das beginnt mit Kindergeld und endet bei abgelehnten Asylbewerbern.
Fazit: Andere EU-Länder, die sind nicht für gesetzlich verankerten Ausgaben "alla Gießkanne", dies ist eine deutsche "Spezialität".
Merkel, der politische Urknall, die Chef-Oma gegen Rächts und gegen alles was vernünftig wäre, stellte diese Republik vom Kopf auf die Füße und umgekehrt, machte aus Wohlstand eine Pleite-Orgie, aus westlicher Kultur eine deutsche Scharia und stellt sich allen Ernstes wie die Heilige Dreifaltigkeit an Aschermittwoch in irgendein Kloster und fabuliert über ihre "ehrenhaften" Motive. Keine Figur der deutschen Nachkriegsgeschichte hat mehr elementare und nachhaltigere Schäden angerichtet, aber statt sich zu verantworten, lädt sie die linke und woke Bagage ein zu Ehrung, Preisverleihung und sonstigen Lobhudeleien. So folgt auch die Justiz, und nicht nur die deutsche, inzwischen dem Credo, Moralvorstellungen zu vollstrecken statt Recht und Gesetz, so auch der Europäische Gerichtshof, der Gestank aus der Uckermark reicht auch bis Den Haag.
P.S.: Seinen schlimmsten Feind zu hofieren, ist das eigentlich reine Verblödung, das Stockholm-Syndrom oder nur Masochismus?
Es ist alles zusammen in jeweils bester Kombination.
Klappt doch mit dem kommentieren!
Auch blinde Hühner finden hin und wieder mal ein Korn, lieber Herr Mrochen;-)
Wenn die Hegemonie linker Entscheider auf allen Ebenen - in Medien, in der Judikative, in der Kultur, in der Politik - fortbesteht, wird es keine politische Wende im Sinne von "Links ist vorbei" geben. Aber Leute, das ist ein europaweites Problem. Man schaue auf das UK, wo mit Ausnahmerechten ausgestattete Sikhs entgegen den landesüblichen Gesetzen Messer tragen dürfen (und diese dann auch gebrauchen). Dass überall rechte Parteien erstarken, ist ein Symptom falscher Politk. Wenn linke Ignoranten das nicht erkennen, dann dürfen sie sich auch nicht beklagen, sollten sie von Realisten verdrängt werden, die dann hoffentlich den überfälligen Job erledigen und mit dem europäischen Kolonialismusknacks und Schuldkult aufräumen. Ja, Schuldkult, ich wiederhole es, weil mir kein griffigerer Terminus einfällt für das dümmliche Bemühen, die Geschichte im Nachgang korrigieren zu wollen.
