30 Jahre Mauerfall - „Schlangestehen verrät nicht Mangel, sondern Sehnsucht nach Qualität“

Erst der Mauerfall vor 30 Jahren hat vielen Westdeutschen die Augen für die Lebensverhältnisse in der DDR geöffnet. Schuld waren westdeutsche Medien, die den Arbeiter- und Bauernstaat als Schrebergarten-Idyll verklärten. Eine Reportage aus der renommierten „Zeit“ liest sich heute wie Satire

Dresden (Sachsen): "Schlangestehen" wie zu DDR-Zeiten können Dresdner derzeit an einem Geschäft für Werkzeuge, Spielwaren und Elektrotechnik im Zentrum der Elbestadt. Beim Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe hat der Laden seine Preis um 50 Prozent gesenkt.
Drüben war es auch ganz schön: Eine DDR-freundliche Berichterstattung im Westen schönte die Mangelwirtschaft/ picture alliance

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der F.A.Z. Sein aktuelles Buch „Wolfgang Bosbach: Endspurt. Wie Politik tatsächlich ist – und wie sie sein sollte” ist im Herbst 2016 erschienen.

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Hugo Müller-Vogg

Vor 30 Jahren fiel die Mauer; ein Jahr später kam es zur Wiedervereinigung. Für die Ostdeutschen bedeutete dies plötzlich Freiheit und die Hoffnung auf Wohlstand, es erforderte aber auch eine enorme Anpassungsleistung an die neuen Bedingungen. Die meisten Westdeutschen staunten, als sie plötzlich mehr über den real existierenden Sozialismus erfuhren – über den niedrigen Lebensstandard, die desolate Infrastruktur, die Umweltbelastungen und nicht zuletzt über Unfreiheit und Unterdrückung im Zeichen des Sozialismus.

Was hinter Mauer und Stacheldraht vor sich ging, interessierte Ende der 1980er-Jahre im Westen immer weniger Menschen. Dazu trugen auch die meisten westdeutschen Medien bei, die die DDR als eine Art sozialistische Schrebergarten-Idylle darstellten – nicht ganz so modern wie die Bundesrepublik, dafür aber mit mehr menschlicher Wärme. 

Korrektur des DDR-Bildes

Zu den Zeitungen, die die DDR in einem positiven Licht darstellten, gehörte Die Zeit. Vor allem ihr damaliger Chefredakteur Theo Sommer focht publizistisch dafür, sich mit der Teilung abzufinden, zumal es den Menschen in der DDR viel besser gehe, als die „kalten Krieger“ in Bonn es darstellten. 1986 reiste Sommer mit fünf weiteren Zeit-Redakteuren kreuz  und quer durch die DDR, bestens betreut von der Presseabteilung des Ostberliner Außenministeriums. Das Ergebnis der Reise waren eine Artikelserie sowie ein Buch – inhaltlich ganz im Sinne der DDR. Die Hauptabteilung Presse im DDR-Außenministerium jedenfalls war voll des Lobes: Die Zeitung habe „die großartige Entwicklung der DDR“ hervorgehoben und dazu beigetragen, „das Bild der DDR im Bewusstsein der Menschen in der DDR weiter zu unseren Gunsten zu verändern, antikommunistische Vorurteile abzubauen und der ‚Bedrohungslüge‘ entgegenzuwirken.“ Die DDR-Propagandisten lobten die Zeit-Serie deshalb als „die bisher umfassendste Korrektur des DDR-Bildes durch ein großbürgerliches Massenmedium in der Bundesrepublik.“ 

In der DDR-Führung konnte man mit der Arbeit der Zeit in der Tat sehr zufrieden sein. Vor allem Sommers teilweise schwärmerische Beschreibung der DDR muss bei den Genossen geradezu Glückgefühle ausgelöst haben. Wer Sommers Elogen heute nochmals liest und sie nicht für Satire hält, muss sich schon fragen, ob die Zeit-Redakteure tatsächlich in jenem Land waren, dessen Bürger nur drei Jahre später in Scharen flohen, weil sie die Kombination aus fehlender Freiheit und niedrigem Lebensstandard nicht länger ertragen wollten. 

Verlautbarungen der SED 

Manche Passagen aus der Zeit-Reportage lesen sich heute fast wie amtliche Verlautbarungen des SED-Regimes. Vor allem Sommers Elogen auf die DDR-Nomenklatura, „deren Führung Gelassenheit gelernt und Selbstbewusstsein entwickelt hat“, würden heute wohl nicht einmal mehr jüngere Funktionäre der „Die Linken“ unterschreiben. Aber sie belegen die krampfhaften Versuche linksliberaler Kreise, die Forderungen nach einer Wiedervereinigung durch eine Idealisierung des „anderen Deutschland“ für obsolet zu erklären. 

Theo Sommer zum Warenangebot in der DDR:

„Heutzutage gibt es ziemlich alles in der DDR, wenngleich nicht nimmer und nicht überall – oder nur als „Bückware“, die unter dem Ladentisch hervorgeholt wird. Da hat jeder seine Beziehungen, ob es nun um Wasserhähne geht, die ein Kneipenbesucher feilbietet, oder um frischen Spargel, den der Lastwagenfahrer für seine Freunde abzweigt.“

„Oft genug, wenn man Menschen vor Geschäften Schlangestehen sieht, verrät dies nicht grundsätzlichen Mangel, sondern Sehnsucht nach Qualität. Die Leute stehen beim Privatbäcker an (…), beim HO-Bäcker eine Ecke weiter drängelt niemand.“

Theo Sommer über Mode und Wohnungsbau:

„So verlangt denn die Parteitags-Direktive zum neuen Fünfjahresplan bessere Ausstattung, modernen Wohnkomfort, hochmodische Sortimente. (…) Die Menschen hören’s gern und warten ab, was daraus wird. Sogar ganz wohlgemut; auf anderen Gebieten haben sie ja erlebt, dass die Partei ihre Versprechen einlöst. Das gilt zumal für den Wohnungsbau.“

„Der Wohnungsbau ist Erich Honeckers ureigenes Anliegen. (…) Bis 1990 will er das Wohnungsproblem „gelöst“ haben. (…) Die Bürger sehen, dass es vorangeht.“

Theo Sommer über DDR-Manager:

„Die neue Führungselite ist eine Leistungselite von Fachleuten. Sie qualifiziert sich ständig weiter wie alle anderen DDR-Bürger; die DDR ist ein einziges, riesiges Fortbildungsinstitut. Ihre Angehörigen unterscheiden sich von westdeutschen Politikern und Spitzenbeamten vor allem dadurch, dass sie viel mehr wie Technokraten reden. Jeder Parteisekretär ein Wohnungsbauexperte, jeder Ratsvorsitzende ein Rationalisierungsfachmann.“

Theo Sommer über den betreuenden Staat:

„Sie (die Menschen) glauben an das, was sie sehen: die Aufbauleistung ringsum, ihren verbesserten Lebensstandard, die Geborgenheit auch, die ihnen ihr Staat bei allen Kümmerlichkeiten und Kümmernissen bietet, die menschliche Wärme.“

„Die Menschen in der DDR haben, was manche, die in die Bundesrepublik ausreisen, bald schon bitterlich vermissen: Sicherheit. Viel Gängelung, Planung, Fremdbestimmung bis tief hinein in den Lebensentwurf des Einzelnen – aber eben auch Zuwendung, Fürsorge, eine Biografie ohne Knick, solange sie nicht aufmüpfig werden.“

Theo Sommer über Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik der DDR:

„Und es ist drüben ja in der Tat ein soziales System entstanden, das unseres in mancher Hinsicht in den Schatten stellt. Arbeitslosigkeit gibt es nirgends.“

„Die Renten sind niedrig, mindestens 300 Mark, im Schnitt 500 Mark, doch Zweifel, ob sie auch sicher sind, gibt es nicht.“

„Niedrig sind auch die Mieten.“ 

„Die Preise für Grundnahrungsmittel (…) sind seit über einem Vierteljahrhundert nicht erhöht worden; das einfache Brötchen kostet immer noch fünf Pfennig.“ 

„Wenn ein Arbeiter bei Carl Zeiss Jena im Monat 900 Mark nach Hause bringt (Spitzenverdienst: über 2000 Mark), so ist das erheblich mehr als in der Bundesrepublik.“

Theo Sommer über Erich Honecker:

„Leben in der DDR – das heißt Leben in der Knautschzone. Es heißt auch: Leben unter Erich Honecker. Die Bürger des anderen deutschen Staates bringen ihm fast so etwas wie stille Verehrung entgegen; in vielen Gebieten schlägt sie immer wieder durch.“

„Drüben hat sich ein zweites deutsches Wunder vollzogen – ein gedämpftes, gebremstes Wunder, aber dennoch. Und für die siebzehn Millionen Deutschen in der DDR liegt Hoffnung in Honeckers Wort: „Das Erreichte ist noch lange nicht das Erreichbare“.“ 

Versuchslabor für Sozialismus 

Bei aller Schwärmerei über das von ihm entdeckte „wahre“ Leben in der DDR kommt Sommer in seinem Schlussartikel doch zu dem Ergebnis, dass er dieses Paradies nicht als neue Heimat haben möchte: „Nein, keiner von uns möchte in der DDR leben.“ Auch damit stand der „Zeit“-Chefredakteur in der westdeutschen Medienlandschaft nicht allein. Er und all die  anderen DDR-Schönschreiber wollten ihren bundesrepublikanischen Wohlstand ebenso wenig aufgeben wie ihre Freiheiten. Aber ein sozialistisches Groß-Experiment am lebenden Menschen hinter Mauer und Stacheldraht fanden sie doch ganz interessant. 

Hätten Publizisten wie Sommer oder Politiker wie Oskar Lafontaine 1989 das Sagen gehabt, gäbe es wohl noch immer eine eigenständige DDR. Sie wäre ein mit West-Milliarden finanziertes Versuchslabor für einen Sozialismus „mit menschlichem Antlitz“. Auch das gehört zur Geschichte der Wiedervereinigung und sollte beim Blick zurück auf 1989 nicht vergessen werden. 

Christa Wallau | Sa, 9. November 2019 - 11:23

Herr Müller-Vogg. Danke.
Wie sehr sich Menschen etwas schönreden können,
ist am Beispiel DDR wirklich gut nachzuvollziehen.
"Drüben hat sich ein deutsches Wunder vollzogen - ein gedämpftes, gebremstes Wunder, aber dennoch."
Dieses Fazit von Theo Sommer belegt die totale Verkennung der harten Realität in der DDR durch ein sog. deutsches Qualitätsmagazin, die "ZEIT".
Daß alle Ruhe und Behaglichkeit in der DDR auf völliger Unfreiheit und Bespitzelung beruhte und zudem die wirtschaftlichen Grundlagen dieses Staates völlig marode waren, das hätte man wissen können bei der "Zeit", aber man w o l l t e es eben nicht klar benennen.
Genauso ist es heute wieder:
Die Medien spielen katastrophale Vorgänge u. Zustände z. B. im Migrationsbereich herunter, weil sie es so w o l l e n, und berichten stattdessen überwiegend über Fälle von gelungener Integration.
Motto:"Male dir deine Ideologie schön!"

Das Aufwachen in der Realität kommt allerdings irgendwann immer - mit tödlicher Sicherheit.

So sehr Müller-Vogg sonst schätze, da liegt er genau so schief wie der Sommer aus der Zeit. Honnecker genoß eine gewisse Achtung, da er nach Ulbricht eine andere, Konsum orientierte Politik betrieb. Die Wohnungsfrage war da ein Bestandteil. Andererseits hat er aber die Wirtschaft auf Verschleiß gefahren, war zunehmend schlechter über die Zustände in der DDR informiert und hat Reform unfähig an der Macht geklebt. Während dessen haben uns unsere sowjetischen Freunde an den Westen verkauft. Damit ist der größte Mangel der DDR erhalten geblieben: Die Fremdherrschaft. Einst habe mich die Russen nach den Grundsätzen der Leninschen Nationalitätenpolitik regiert: Schaffe dir Leute, die das Volk in deinem Sinne unterdücken und bleibe selber im Hintergrund so lange das geht. (Das ging z.B. am 17.6. nicht.) Jetzt sagen mir Wessis und Amerikaner was ich zu denken und zu tun habe. Wieder Fremdherrschaft.
Die Besiegten werden beklaut und ausgerottet. Seit den Jägern und Sammlern ist das so.

Im intellektuellen und moralischen Sinne (nicht im strafrechtlichen) muß man das, was Sommer und viele seiner roten Genossen getrieben haben, als LANDES-VERRAT bezeichnen. Es war einer der großen Fehler des Einigungsprozesses, daß diese verhängigsvolle Rolle eines großen Teils der west-deutschen Linken nie auch nur angesprochen, geschweige denn 'bewältigt' wurde.
Welche segensreiche Fügung, daß als Sündenböcke genug angebliche und tatsächliche 'Stasi-Spitzel' Ost zur Verfügung standen!
Ich habe von linken 'West-Intellektuellen auch nur äußerst selten selbstkritische Beiträge registriert. Statt eigene Fehler, Irrtümer etc. einzugestehen, arbeitete man sich an BK Kohl ab. Ralph Giordano hat es formuliert:
Die deutsche Linke ist 'trauerunfähig' - und selbstgerecht dazu.
Warum soll ich der linken Qualitätspresse heute glauben, wenn sie ihr (seltsamerweise oft einstimmiges) Urteil abgibt:
über Putins Rußland, über Trump, über die AfD, über Polen.
Wer einmal lügt - dem glaubt man nicht.

Werner Peters | Sa, 9. November 2019 - 13:00

"Reise ins andere Deutschland" von Theo Sommer (Hrsg) ist wirklich mit Abstand der Tiefpunkt des westdeutschen Journalismus. Relotius hätte sein Freude daran gehabt. Aber so viel geändert hat sich seitdem bei der ZEIT auch nicht.

Ich habe mich schon lange von der "Zeit" verabschiedet. Wer ihre Meinung nicht heftig abnickt, wird soz. ausgeladen. Regelmäßig zu beobachten bei der Leser-Kommentaren. Sobald man gegenteiliger Meinung ist und diese in einem Kommentar äußert, wird man von der Redaktion "kaltgestellt". Heißt: Beitrag wird nicht veröffentlich und/oder der Kommentator bekommt eine "Rüge" bzw. einen Tadel.
Aber mal abgesehen davon: Die FAZ steht dem in vielem nichts nach.
Schönen Sonntag noch.

Heidrun Schuppan | So, 10. November 2019 - 14:04

In reply to by Werner Peters

die ZEIT ist heute mehr denn je nur noch ein Wellness-Medium. Es waren nach Zeiten (70er Jahre etwa), als es als Aufmacher statt Fotos aus dem Wohlfühlbereich Karikaturen mit der spitzen Feder eines Luis Murschetz und Paul Flora platziert wurden.

Joachim Meyer | Sa, 9. November 2019 - 15:02

Diese Art von Journalismus gab es nicht nur in der BRD. Seumas Milne, langjähriger Journalist des Guardians and heute Strategieberater Jeremy Corbyns, sah in einem Interview 2009 die Umbrüche im November 1989 initiiert von einer mächtigen Gruppe mit Interesse an der Wiederherstellung des Kapitalismus, während der gemeine Bürger staunend danebenstand und nicht sah was vor sich ging. Die meisten ehemaligen Bürger würden der DDR heute noch nachtrauern (ist zum Teil nicht ganz verkehrt, aber ob Ostalgie auch bedeutet, dass man gleich die DDR wiederhaben möchte, ist wiederum zweifelhaft).

Siehe dazu auch das recht lesenswerte „Socialism: The failed idea that never dies“ von Kristian Niemietz.

Hans Page | Sa, 9. November 2019 - 16:09

Das beweist vor allem Eines: auf Journalisten ist kein Verlass und man muss sich sein Urteil als mündiger Bürger selbst bilden. Journalistische Produkte sprich Medien sind vor allem heutzutage manipulativ und versuchen die Bürger in bestimmte Denktichtungen zu lenken. Ich denke das ist einer der Gründe für das Entstehen der AfD, das Gefühl gegängelt und manipuliert zu werden durch implizite Denkverbote oder -tabus.

Bernhard K. Kopp | Sa, 9. November 2019 - 19:25

In reply to by Hans Page

Es scheint charakteristisch für linke Intellektuelle zu sein, auch wenn sie sich links-liberal nennen, dass sie " Reportage " nicht können und nicht wollen. Sie wollen immer eine Geschichte erzählen, notfalls auch erfinden, die zu ihren ideologischen Zielen passt. Die Ziele sind meist nicht transparent. Auch schon 1986.

...wo liegt der Unterschied?

Merkel äußerte in ihrer Rede zum 30jährigen Mauerfall nachstehendes: "Daß es auch in einer Diktatur, DDR, ein gelungenes Leben gibt. Sie fühlte sich auch gut.
Das erzählt die deutsche Bundeskanzlerin.
Ihr langjähriger Biograph Gerd Langguth, leider bereits verstorben, beschreibt Merkels Tätigkeit während ihrer FDJ-Zeit, als Sekretärin für Agitation und Propaganda zuständig, lebte vor 1989 sehr gut systemkonform. Für Gysi nicht
unbekannt.
Für Irritationen sorgt in mir die Frage: Warum wechselte sie mit ihrer Familie von Hamburg in die DDR"? Eine gewisse Parallelität mit Herrn Sommer könnte ich durchaus erkennen, vorsichtigst formuliert.

Merkels Vater war überzeugter Sozialist, daher ging die Familie in den Osten, um dort am Aufbau der DDR mitzuwirken. Die Mutter war Englischlehrerin, durfte ihren Beruf aber nicht ausüben, da sie im Westen ausgebildet worden war. Die Familie war privilegiert, durfte ins Ausland reisen. Angela bekam eine ausgezeichnete Bildung, war in der FdJ, weil sie dazu gehören wollte. Sie war zurückhaltend, beobachtete aber gut,wusste ihren Vorteil daraus zu ziehen. Sie gehörte später zu einer Gruppe, die einen "anderen" Sozialismus wollte.
Das ist ihr auch gut gelungen. Leider.

Stefan Teschner | Sa, 9. November 2019 - 22:46

Das war mir gar nicht so bewusst: Schon damals schwärmten offenbar westdeutsche Freilandhühner von der ostdeutschen Käfighaltung. Wir hatten damals einige progressive Lehrer, die ähnlich Zweifelhaftes von sich gaben.
Propaganda für einen Unrechtsstaat. Das ist der Beweis dafür, dass Fake-News keine Erfindung des neuen Jahrtausends sind...

Ingo Kampf | Sa, 9. November 2019 - 23:18

Dazu passt folgende Begebenheit: Für den Deutsch-Unterricht gab es 1990 keine geeigneten Lesematerialien mehr. Woher nehmen? Da sprang der damalige, umtriebige Bundesbildungsminister Möllemann ein. An der KMK vorbei gab er bei Schulbuchautoren im Westen Lesestoff in Auftrag , um in einem Buch zusammenfassen. Da kam natürlich das Konterfei von Möllemann mit Unterschrift drauf und wurde in zig-tausenden von Exemplaren gedruckt, um es den Schulen der DDR als klinisch-politisch reine Wahre zur Verfügung zu stellen. Was nicht sofort auffiel: In einigen Lesebeiträgen wurde die DDR als diskutierenswertes Beispiel für ein sozialistische Experiment dargestellt. Peinlich für den Bundesminister, der doch ein harter Antikommunist war.
Die ZEIT übrigens ist ein pseudo-intellektuelles Kampfblatt für den grün-linken Zeitgenossen mit Abitur und sozialwissenschftlichem oder pädagogischen Studium. In jedem Fall weit weg von der Wertschöpfungskette dieses Landes. Die Linken wollten keine Vereinigung!

auch und im besonderen die GRÜNEN. Mit meiner Ergänzung Ihres guten Kom-mentars entferne ich mich etwas vom Artikel Hugo Müller-Vogg´s "Schlangeste-hen...". Dennoch ist es mir ein wichtiges Anliegen, die Antihaltung der GRÜNEN
zur Wiedervereinigung. Auch das wird von den Medien unter den Tisch gekehrt.
Die grüne Partei wird nur verständlich, wenn man ihre Geschichte aus ihren ge-walttätigen Taten von ihren, teils D D R -unterwanderten Anfängen, dabei denke ich an Joschka Fischer, Daniel Cohn Bendit, Trittin nach wie vor GRÜNE Vorzeige-Mitglieder. Jedes sogenannte Großprojekt ist unerwünscht. Nach der
Devise: "Wir sind dafür, daß wir dagegen sind". Die DDR läßt grüßen. Diese Tat-sachen werden in der Medienlandschaft ignoriert. Der GRÜNE Höhenflug ver-bietet das. So sieht das auch DIE ZEIT, so sieht das auch Theo Sommer.

dieter schimanek | Sa, 9. November 2019 - 23:57

.....wie die Zeit, die Süddeutsche, die Rheinische Post, der Spiegel und viele andere, die verdrehen, verniedlichen und verklären. Wesentlich mehr Einfluß hat aber der ÖRR. Ich hätte nie gedacht, daß die BILD eines tages zu den objektiveren Medien gehören würde, ausgerechnet die BILD!

Ein ausgezeichneter Artikel von Hugo Müller-Vogg. Dieser belegt die noch vor-handene Objektivität des Qualitätsjournalismus. Für Theo Sommer, Journalist
DER ZEIT, kann die linksliberale Position dieser Zeitung keine Entschuldigung sein.

Meine Kenntnisse der ehemaligen DDR waren bis vor kurzem, leider nicht allum-fassend ausgeprägt. Das Lesen des Buches "Das erste Leben der A. Merkel" der Journalisten Georg Reuth und Günter Bachmann vermittelte mir wichtige Infor-mationen. Die Vita Angela Merkels, ihr Umgang und Annahme des Systems DDR ironischerweise "Deutsche Demokratische Republik" genannt, konnte für mich nicht aufklärerischer gewesen sein.

Tomas Poth | So, 10. November 2019 - 16:58

Diese Geister gibt es heute immer noch, hüben wie drüben. Dieser Unverstand/Ungeist läßt sich anscheinend nicht ausrotten, trotz der vielen weltweiten, negativen Erfahrungen.
Für 1989 hatte ich aus beruflichen Gründen ein Dauervisum für die DDR. Ich war vor der Grenzöffnung im Gebiet Halle, Leuna, Buna, Lützgendorf unterwegs, um die Montage und Inbetriebnahme unserer Apparate zu begleiten.
Ich fühlte mich in die Nachkriegszeit meiner zerstörten Großstadt zurück versetzt.
Später war ich dann in Dresden, Staßfurt, Frankfurt (Oder), Rostock unterwegs um zu prüfen wo wir Kooperationen, Geschäftsverbindungen, Produktionsverlagerungen eingehen konnten.
Den Staßfurtern und Dresdnern konnten wir dann eine zeitlang mit Aufträgen die Existenz sichern, reichte aber nur für wenige Jahre.
Es fehlte letztlich die Substanz, auch mit unseren Aufträgen, um eine nachhaltige moderne Fertigung aufzubauen, um im Wettbewerb zu bestehen.

Ernst-Günther Konrad | So, 10. November 2019 - 19:24

Guter Artikel Herr Dr. M.-V. Was Sie da schreiben und von Herrn Sommer berichten erleben wir doch gerade wieder oder?
Eine vom Volk verehrte, inzwischen ehem Vorsitzende, aber noch Kanzlerin. Eine weitgehend gleichgeschaltete, zumindestens aber unkritische und wohlgefällige Presse. Unsere Straßen, Schulen, öffentlichen Ei nrichtungen zum Teil marode. Der ÖPNV überlastet. Flughäfen und andere Projekte werden nicht fertig. Die BW ist marode, personelll abgewrackt und die Ausrüstung schrottreif.
Unsere Steuergelder gehen ins Ausland, werden für alles und jeden, nur nicht für das eigene Volk genutzt. Wissenschaft wurde politideologisch zu eigenen Interessen genutzt und die Systemkritiker werden ausgegrenzt, sozial geächtet, beruflich eingeschränkt und öffentlich diffamiert.
Wie hieß es früher bei Krimis immer: " Diese Handlungen sind fei erfunden.
Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig."
Da dieser Satz im Artikel fehlt, schreiben Sie wohl die Wahrheit.