Björn Höcke
Björn Höcke / picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Björn Höcke - Oberflächlich, spießig, unpolitisch

Björn Höckes Aussage, die Westdeutschen seien eigentlich keine Deutschen, ist ein Kondensat seiner Ressentiments. Es zeigt: Höcke ist ein durch und durch apolitischer Mensch, getrieben von biederen Klischees und intellektuellem Kitsch.

Alexander Grau

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Zuletzt erschien von ihm „Die Zukunft des Protestantismus“ bei Claudius.

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„Im Westen wohnen Deutsch sprechende Amerikaner, im Osten der Republik wohnen Deutsch sprechende Deutsche“ – so der bekanntermaßen umstrittene Co-Vorsitzende der Thüringer AfD Björn Höcke in einem Gespräch mit Roger Köppel, Chefredakteur der Schweizer Weltwoche.

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Thomas Hechinger | Sa., 13. Juni 2026 - 11:42

Herr Höcke bringt die tiefe Entfremdung vieler Menschen in diesem Land zu Deutschland korrekt zum Ausdruck. Sein Bedürfnis, sich wieder auf die eigene Geschichte und Kultur zurückzubesinnen, empfinde ich ähnlich. Aber ich stimme auch Herrn Grau zu, daß das kein kitschiges Idyll sein kann, in dem wir uns nur wiedereinrichten müssen. Für mich gehören, um das mal ein wenig platt zu sagen, neben Goethe, Schiller und Wagner auch Cola und Ketchup, auch Pizza und Döner zu Deutschland. Und nicht einmal gegen ein arabisches Schawarma habe ich etwas einzuwenden. Wir sollten uns nicht gegen fremde Kulturen abschotten. Oder müssen wir nun alle Weinberge herausreißen und die Met-Produktion wieder hochfahren? Wir sollten uns nur nicht von fremden Kulturen übernehmen lassen. Messermänner, Enthaupter, Muezzin-Heuler und Sozialschmarotzer gehören nicht zu Deutschland. Gegen den syrischen Arzt, so es den tatsächlich irgendwo gibt, und den Kellner aus Afghanistan habe ich nichts.

gehören heute vielleicht zu Deutschland..., machen aber Deutschland oder eine deutsche Identität NICHT aus, auch heute nicht... - auch wenn uns das 'die Multikulti-Kunterbund-KommtAlleHer!-Genossi:nnnen' wie KGE, Baerbock und andere Minderheitenführer:innen an der Macht nach-wie-vor einreden wollen..., um ihre (ungebremste) Einwanderungsideologie gegen alle Fakten rechtfertigen zu können... 🤔

"Cola und Ketchup, auch Pizza und Döner" und auch andere neuerdingszeiten zu uns gekommene fremdländische kulinarische Spezialitäten sind bedeutungslos für die deutsche Identität und den gesellschaftlichen Zusammenhalt... - Schweinefleischverbot in Schulkantinen, getrennter Sportunterricht und verbreitet arabische Clanstrukturen etc. aber schon.

Ich selbst esse z.B. SEHR GERNE indisch oder persisch... ... - und natürlich Th. Bratwurst - als echte Thüringerin... 😉

Dann wäre indes der Vorname "Thomas" irreführend. Oder haben Sie aktiv im Rahmen des Selbstbestimmungsgesetz Ihr Geschlecht geändert??? Pardon, ich rede Blödsinn, ist ja Ihre absolute Privatsache und Sie brauchen darauf selbstredend nicht zu Antworten. Ich war nur bei Ihren Essensgewohnheiten und wo Sie sich "als echte Thüringerin" outen, drauf gestoßen. Nicht aufregen oder übelnehmen, ist ja nur eine Frage, weiter nichts. Also, nichts für ungut. Adios!

Wir haben einen in einem Krankenhaus vor Ort als Facharzt arbeitenden syrischen Arzt im Bekanntenkreis, oder besser gesagt, wir hatten einen syrischen Arzt im Bekanntenkreis. Wir haben den Kontakt abgebrochen, weil dieser syrische Arzt und seine Familie eine aus unserer Sicht hoch problematische, weil extremistische Auffassung des gesellschaftlichen Zusammenlebens haben.

Bildung ist kein Garant, sie täuscht nur besser über die wahren Absichten hinweg.

Thomas Veit | Mo., 15. Juni 2026 - 11:02

Antwort auf von Herr B.

das deutsche Gesundheitswesen wohl zusammenbrechen würde...' als gut gepflegte Monstranz von linksgrünwoken Kreisen (namentlich z.B. von KGE und Baerbock...) vor sich her zu tragen u d als klassisches 'Totschlagargument' gegen Kritiker ihrer offensichtlich völlig verfehlten Einwanderungspolitik zu benutzen - ohne Hemmungen...

Tatsächlich sieht die Realität aber viel differenzierter aus, im Krankenhausalltag, wie ich aus eigenen Erfahrungen vom Herbst vergangenen Herbst berichten kann. Das betrifft zum einen klar die fachliche Eignung dieser 'Importärzte', was auch tragisch und zum Nachteil der Patienten enden kann..., und zum anderen die Einordnung männlicher syrischen Ärzte in ein frauengeführtes deutsches Stationsteam >> konkret: was die Oberärztin (weiblich!) anordnet wird einfach ignoriert, Aussagen und Anweisungen anderer weiblicher Ärzte ebenso..., gleichzeitig ist/war der 'syrische Arzt-Kollege' nicht in der Lage das Laborprotokoll zu lesen und Werte zu interpretieren... ... 🤔

Urban Will | Sa., 13. Juni 2026 - 11:59

auch nicht. So wie man das bei allen Meinungen können dürfen sollte (was im Irrenhaus Deutschland schon lange nicht mehr der Fall ist, siehe Lügenfritz, Pinocchio, Schwachkopf, etc.).

Höcke mag hier ein etwas schräges Weltbild haben, aber „gefährlich“ würde ich das nicht nennen.
Wenn Linke daher schwafeln, so etwas wie eine spezifisch deutsche Kultur existiere nicht, sagt ja auch niemand, das sei „gefährlich“.
Und wenn eine Bas die Deutschen pauschal zu Nazis erklärt, bleibt es auch recht ruhig. Oder Merz die AfD in direkter Linie zum Holocaust und Nazi-Barbarei sieht. Geradezu ekelhaft.

Also Herr Grau, senken Sie die Geschütze. Höcke ist auf seine Art ein Exot. Ich bezeichne ihn als national-romantisch. Das ist harmlos.

Und ich hoffe noch immer, dass er diesen Tro...el Voigt bald ablöst.
Denn eines ist sicher: Höcke ließ sich diese Aussagen gewiss nicht von der KI diktieren.
Besser authentisch und klar als unfähig und verlogen.

Die mediale Offensive, die Höcke gerade gestartet hat, offenbart tatsächlich Spiessigkeit, gedankliche Enge und jede Menge Resentment. Schwer erträglich anzuhören, was die allermeisten hier wohl gar nicht gemacht haben, auch sprachlich kritikwürdig. Man kann nur froh sein, dass er nicht mehr unterrichtet. Was aber nicht heißt, dass er in seiner jetzigen Tätigkeit nicht weniger gefährlich ist. Das zeigen leider viele der unten folgenden Kommentare, die teilweise von einer erschreckenden Naivität sind. Höcke transportiert sehr geschickt und juristisch offensichtlich gut beraten nichts anderes als völkisches Gedankengut. Schnellroda lässt grüßen. Nebenbei führt er die Gemässigten in der AfD vor. Warum wohl?
Die unverschämten Dummheiten vom anderen Ende des politischen Spektrums mit seinen Äusserungen aufzurechnen bringt nicht weiter, beides ist inakzeptabel.

Übrigens: genau das National- Romantische hat Deutschland ab 1933 ins Verderben geführt.

Armin Latell | Sa., 13. Juni 2026 - 19:54

Antwort auf von Angelika Sehnert

so alles wissen. Faszinierend. Es geht doch nichts über fundierte Küchenpsychologie.

Angelika Sehnert | So., 14. Juni 2026 - 11:00

Antwort auf von Armin Latell

Ich bin immer wieder überrascht , wie schnell es hier ins Unsachliche und Persönliche kippen kann, wenn etwas geschrieben wird, was das eigene Meinungsbild gefährden könnte. Sind doch alle so für Meinungsfreiheit! Dazu gehört aber auch der Respekt vor anderen Meinungen- den wir ja zu Recht bei Linken vermissen- und der Wille , sich sachlich auseinander zusetzen.

Es ist nun mal so, dass gerade die Höcke-AfD ein rückwärtsgewandtes Gesellschaftsbild und, was viel bedeutender ist, eine kollektivistisches Wirtschaftssystem vertritt. Gerade damit sollte man sich kritisch beschäftigen. Im Übrigen demontiert Höcke ziemlich destruktiv die zaghaften Versuche der Bundes-AfD anschlussfähig zu werden. Andere Länder haben deutlich modernere Rechtsparteien als es die AfD ist. Zum Modernsein reicht es nicht , das Internet erfolgreich zu bespielen. Die Inhalte müssen auch stimmen. Genau da schiesst Höcke quer.
Solche Fakten sollte man als aufgeschlossener Bürger auch kritisch zur Kenntnis nehmen.

Langsam fühle ich mich nicht mehr einsam in diesem Forum. Zu vielen waren schwer vertretbare AfD-Positionen, v.a. des "rechten" Flügels um Höcke, sakrosankt.

Klaus Funke | So., 14. Juni 2026 - 17:02

Antwort auf von Robert Hans Stein

Er hat kein Regierungsamt und scheint ein friedlicher Zeitgenosse zu sein. Warum empört sich niemand z.B. über Herrn Stegner und seine an Dummheit kaum zu übertreffenden Angriffe und Äußerungen zur Oppositionspartei AfD, oder über Frau Bas oder Frau Göring-Eckert oder über so viele hochdotierte Abgeordnete von SPD und CDU. Oder über das linke "Sturmgeschütz" Reichinnek? Mein Gott, da hat man sich auf den armen Höcke eingeschossen und selbst die Blödlinge vom Zentrum für politische Schönheit haben ihn in übelster Manier belästigt und beleidigt. Warum die z.B. ebenso wie der Blödel-Barde Böhmermann noch ungestraft ihren Unflat verbreiten dürfen, erschließt sich mir nur sehr schwer. Gut, die handeln letzten Endes im Regierungsauftrag. Jedenfalls hat man dem Höcke, völlig unverdient wie ich finde, einen Nimbus verliehen, den er nicht verdient, er ist zum bundesdeutschen Buh-Mann aufgestiegen, einen Platz, den andere sich längst redlich verdient haben. Aber, in diesem Staat wundert nichts..

Armin Latell | Mo., 15. Juni 2026 - 08:01

Antwort auf von Robert Hans Stein

dysfunktionale System hier, Tendenz steigend, sehr wahrscheinlich noch länger ertragen müssen. Sie können dafür gerne alle Daumen hoch heben, Sie scheinen damit zufrieden. Meine Daumen werden noch lange nach unten zeigen, denn das aktuelle System, die Positionen dieser Regierung (hat die überhaupt welche?) sind nicht nur schwer, sondern gar nicht vertretbar.

ich meine. Für mich ist dieses Geschwafel über ein "rückwärtsgewandtes Gesellschaftsbild" einfach nur unerträglich, da reißt die Hutschnur. Rückwärtsgewandt ist ja wohl eine Frage der eigenen Position. Vorwärtsgerichtet ist dann 77 Geschlechter, gendern bis der Tod eintritt, divers bis wir uns nicht mehr selbst erkennen, vielfältig bis es uns nicht mehr gibt, Bürokratie bis gar nichts mehr geht? Da bin ich lieber rückwärtsgewandt. Im Übrigen, liebe Frau Sehnert: würde die Demokratie hier noch funktionieren, wäre meine Meinung in den Parlamenten anteilig vertreten, die Luft aus dem Kessel entwichen und die Emotionen im "normalen Level". Sie können sicher nicht behaupten, dass hier noch irgendetwas "normal" funktioniert. Ich will das wieder zurück und mit Ihnen geht es leider nicht.

dennoch kann ich Ihnen nicht widersprechen, daß Höcke sicher in der ein oder anderen Weise problematische Ansichten vertritt, die nicht ansatzweise mehrheitsfähig sein dürften.

Ich halte sehr viel von Weidel und Chrupalla und ich hoffe, daß sie ALLE Extremisten aus der AfD schmeißen.

Anders als bei der AfD wimmelt es bei SED/PDS/Linke und Grünen nur so vor Extremisten. Zitat Habeck:

„Ich will einmal sagen, dass ich glaube, dass es eine liberale Kraft in Deutschland
braucht und die haben wir nicht und die können auch andere Parteien, es gibt schon eine Aufgabe für eine liberale Partei in Deutschland, weil bestimmte andere Parteien sozusagen diese Lücke nicht so gut schließen können. Ich würde sagen, immer wieder kann man es versuchen und im gewissen Sinne gibt es ja auch in meiner Partei eine starke rechtsstaatliche Strömung oder ein Flügel, aber natürlich haben wir wegen anderen Prägung sozusagen auch gegenläufige Tendenzen. Das ist auch eine Frage so.“

Thomas Veit | Sa., 13. Juni 2026 - 20:17

Antwort auf von Angelika Sehnert

äußerst gut tun hierzulande..., schon alleine als natürliches Gegegewicht zum linksgrünwoken Haltungsfetischismus und seinen destruktiven Auswüchsen wie z.B. 'Correctiv' und dem 'Zentrum für politische Kultur', einer vollkommenen realitätsverbiegenden KGE oder A. Baerbock, den Klimaklebern, der Hammerbande, der Vulkangruppe und den ganzen linksextremen Spinner:innen in Connewitz und Kreuzberg/Neukölln etc.. Und natürlich als Gegengewicht zu politischen Islamismus, islamistischen Aktivisten, dem Kalifat und Radikalisierungstendenzen durch ausl. Organisationen hier in D (DITIP z.B.). Usw-usw-usw...

Apropos Schnellroda: Sie werfen 'den a,Lehrmeister hier' vor, sehr geehrte Frau Sehnert, sie hätten Höcke garnicht angehört, in ihrer Naivität...? Meine Frage an Sie wäre sozusagen als Gegenfrage: haben SIE sich mal grundlegend mit Schnellroda und dem Leben dort befasst..., in Ihrer Naivität, welche ich Ihren Äußerungen hier entnehmen muß... ...!??

Würde mich mal interessieren inwiefern?

Ich habe, damals angestiftet von einem Freund aus dem heute migrantisch tief verwandelten Ludwigshafen, Kubitscheks »Sezession« seit nunmehr fast 25 Jahren im Abo, und habe mich auch aus dem Verlagsprogramm regelmäßig bedient (und gedenke dies bei gegebenem Interesse auch weiterhin zu tun). Ich habe dort zahlreiche sehr lesenswerte Artikel gefunden, insbesondere da, wo es um den Blick auf anderswo verleugnete Details ging, und wo die Verbohrtheiten und die symbolische Gewalt postmoderner Ideologien zu Recht gegeißelt wurden. Ich bin deswegen nicht am Aussatz gestorben und habe mich auch nicht in einen »White Walker« verwandelt.

Auf der anderen Seite hat mich in all diesen Jahren kein Autor und kein Text davon überzeugt, dass das große Gesamtbild dieser Rechtsintellektuellen einen brauchbaren Entwurf für die Zukunft enthält. Das Geschichtsbild fand ich dort immer am schwächsten, bis hin zur revisionistischen Klitterung. Ich bleibe somit ein linkshegelianischer »Linkskonservativer«.

... dieser Ihr letzter Begriff wäre vielleicht geeignet, diese für mich selbst im Laufe der Jahre in großen Teilen so unsäglich gewordene Kategorie "links/Linker" zu befreien.
Zu befreien von dieser nachhaltigen Verirrung der Altlinken und ihrer Neugründung der "Grünen" nach Auflösung des KBW Anfang der 80er, mit Antiatom und Ökologie im neuen Panier, statt bewaffneter Revolution und Diktatur des Proletariats.
Wahrscheinlich waren da nach dem Niedergang der Sowjetunion und der DDR viele froh, von den amerikanischen Unis ein neues Ideologiekonstrukt eilfertig aufschlabbern und vehement vertreten zu können: Gendern, Identitätsgedöns, dutzende Geschlechter, dreierlei Toiletten und Opfer, Opfer, Opfer allenthalben im Land und in der Welt. Und nicht nur als intellektuelle Haar-, sondern als direkte Spalterei in der Bevölkerung fungierend.
Dass diese Art von links auf den Müllhaufen der Geschichte gehört, ist für mich keine Frage - die nach "Was dann?" stattdessen beschäftigt mich wie Sie!

In Schnellroda wird ein rückwärtsgewandtes.Gesellschaftsbild beschworen, was es so in der Breite nicht mehr gegeben wird. Die Gesellschaft hat sich nun mal verändert, das zu leugnen oder gar zu revidieren ist doch Unsinn. Das Bild von Wirtschaft ist eher kollektivistisch, da sollten sich die AFD Fans mal einlesen. Das wird den meisten nicht so gefallen.
Es ist eben nicht alles Gold , was glänzt, auch bei der AfD nicht. Eine gesunde Skepsis und Kritikfähigkeit sollte man, trotz allen Verdrusses über die „Altparteien“ haben.
Höcke ist und bleibt eine schräge Person. Er verfolgt seine eigene Agenda. Seine unterkomplexe Äußerung, Westdeutsche seien gar keine richtigen Deutschen zeigt, wie eng sein Weltbild ist. Die von ihm bespöttelte Amerikanisierung war und ist eine Modernisierung, auch ein Freiheitsversprechen.
Die Fehlentwicklungen, die wir derzeit erleben , werden mit den Rezepten aus Schnellroda nicht aus der Welt zu schaffen sein. Wir brauchen Fortschritt nicht Rückschritt.

Thomas Veit | So., 14. Juni 2026 - 12:33

Antwort auf von Angelika Sehnert

gesellschaftspolitischen Entwürfe und Ideen interessant und auch wichtig in einer funktionierenden! Demokratie, dazu gehören linke Entwürfe genau so dazu wie rechte/Höckes - gleichberechtigt nebeneinander - von extremistischen mal abgesehen.

Leider wurden und werden! eher rechte Gesellschaftsentwürfe oder Ideen in den letzten 25+ Jahren hier in Deutschland systematisch stigmatisiert und auch staatlicherseits aktiv zurück gedrängt... - muss ich nicht beweisen?

Höcke/Schnellroda genießen alleine aus diesem Grunde bei mir Sympathie, die des Underdogs bzw. Außenseiters..., ebenso wie auch das BSW und die FDP. Ich habe auch schon in Schnellroda Literatur bestellt..., und bin auch nicht 'tot vom Stuhl gefallen', ähnlich wie Herr Jüdt oben...

Und auch in der Konsequenz bzw. der Erkenntnis aus diesen Kontakten erging es mir so wie Herrn Jüdt. Aber Schnellroda und/oder Herrn Höckes Meinung(en) pauschal zu missachten oder zu verunglimpfen halte ich in diesem o.g. Sinne für politisch dumm.

Urban Will | So., 14. Juni 2026 - 09:22

Antwort auf von Angelika Sehnert

ins Verderben geführt, es war das Duckmäusertum. Die Untertänigkeit. Und die Blindheit, bzw. Naivität. Und wohl die Tatsache, dass niemand vor Hitler mit einem Hitler gerechnet hat.

Sie machen hier den gleichen Fehler und setzen Höcke/die AfD gleich mit Hitler/NSDAP. So wie Merz das jetzt auch gemacht hat. Würden Sie das ernst meinen, müssten Sie von morgens bis abends für ein AfD-Verbot demonstrieren oder gar den Gregor Elser machen.
Tun Sie aber wohl nicht, oder? Sie laufen mit im Strom des Mainstreams, so mein Eindruck. Und zeigen so genau die Naivität, die Sie anderen hier vorwerfen.
Glauben Sie denn wirklich, hier laufen Millionen Menschen im Lande herum, die wieder nach Gaskammern und Krieg lechzen?

Machen Sie sich doch einfach mal die Mühe und recherchieren Sie die Aussagen Hitlers zur Demokratie und die Höckes.
Wenn man sich Sorgen über unsere (in meinen Augen seit Merkel nur gespielten) Demokratie machen muss, dann wegen des Gebarens der Altparteien in Richtung AfD.

Die Katastrophe des Nationalsozialismus beruhte tatsächlich zum Teil auf Mitläufertum, da haben Sie durchaus recht. Die Mitläufer waren aber eben genau dieser National- Romanik verfallen, die durch den als schmachvoll empfunden und wirtschaftlich für das Land katastrophalen Frieden von Versailles befördert worden ist.
Was ich bei der Höcke AfD, Schnellroda und vielen Kommentatoren hier feststelle,ist eine romantisierende Rückwärtsgewandtheit.Deutschland und vor allem die Welt hat sich aber in den letzten 20 Jahren rasant verändert, viele Entwicklungen werden sich nicht zurückdrehen lassen. Gerade die AfD suggeriert, sie könne das alles ganz schnell, liesse man sie nur.Das stimmt jedoch nicht, denn die Fehlentwicklungen sind durch Gesetze zementiert,die erst einmal mühsam geändert werden müssen.Ich sehe derzeit leider bei keiner Partei,auch und gerade nicht bei der AfD,wie sie sich Zukunft vorstellt. Derweil wird Zukunft in Asien gemacht,dynamisch und voller Begeisterung am Fortschritt.

Urban Will | So., 14. Juni 2026 - 11:13

Antwort auf von Angelika Sehnert

wissen,dass sie das Rad nicht neu erfinden kann. Es geht aber derzeit in erster Linie um dieses Land und die ganzen Fehlentwicklungen (Migration, Energie, Wirtschaft, Klimawahn),die es an die Wand fahren.
Und da setzt einzig und nur die AfD an, um Lösungen zu finden. Alle anderen, allen voran der Kanzler und seine unfähige Regierung, reden nur, machen aber nichts. Nennen Sie mir eine wesentliche, spürbare Reform seit Merz.
Vergessen Sie National-Romantik und deren angeblich so schlimme Folgen. Sie gibt es in jedem Land und wird dort sogar gelebt. In Deutschland kommt die Polizei, wenn Abgeordnete vom BT herab anlässlich einer Demo die Deutschlandfahne schwenken.
Selbst beim Hambacher Fest, der ersten demokratischen Bewegung, ging es um Nationalstaat. Man kann den Menschen dieses Gefühl nicht austreiben.
Linksgrünwoke möchte dies aber. Möchte dieses Land in ein Multikultiprojekt umbauen. Auf Kosten der Leitungsträger.
Und dagegen erhebt sich so langsam der Widerstand. Völlig zu Recht.

Michael Klein | So., 14. Juni 2026 - 11:58

Antwort auf von Angelika Sehnert

Liebe Frau Sehnert, ohne Menschen wie Sie wäre es in einem Forum wie diesem nicht auszuhalten. Vielen Dank dafür!!

Dorothee Sehrt-Irrek | So., 14. Juni 2026 - 10:41

Antwort auf von Angelika Sehnert

dann war es evtl. gar nicht zu verhindern?
Man kann Menschen nicht daran hindern, es sich zu Hause gemütlich zu machen?
Vernunft ist für manche eben doch ein unbehaustes Versprechen?
...und warum sollte Vernunft in einem Haus nicht möglich sein?
Es war dieses Gedicht von Eichendorff "Die zwei Gesellen", das mich stutzig machte.
Es war mir klar, dass mein Vater sich zu den Schiffbrüchigen zählte, aber zumindest innerlich habe ich ihm nie durchgehen lassen, wenn er etwa die Heimeligkeit "schmähte".
Ich "erhebe" mich nicht über Herrn Höcke, weil er vlt. "oberflächlich, spiessig und unpolitisch" sein könnte, sondern weil er evtl. "Tiefe, Weite und das große Politische" damit "an die Wand malt".
Seine Wähler wollen nur eine verantwortliche Politik und ich bezweifle, dass sie sie mit ihm bekommen.
Helmut Kohl empfand ich nicht soviel anders, da ich ihn mit Helmut Schmidt verglich.
Kohl konnte Schmidt zwar "stürzen", nicht aber gegen Schmidt und auch Genscher regieren.
Schmidt blieb bei uns!

Dorothee Sehrt-Irrek | So., 14. Juni 2026 - 11:04

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

wohlgefühlt hätte - s. Nicolas Mahler "Partyspass mit Kant", Suhrkamp - für mich war das ein Haus, von den Grundfesten bis zum Giebel.
Ich bin übrigens nicht sonderlich belesen, ich unterhalte mich nur gerne, vielleicht in der Art von Rahel Varnhagen
"Was machen Sie?
Nichts.
Ich lasse das Leben
auf mich
regnen".
Im Übrigen bedeutet Kants "Sapere aude" nicht unbedingt, ihn besonders gründlich gelesen zu haben.
Deshalb sollte Schule nicht "knechten" oder "ängstigen" sondern Freude und Mut zum Leben bringen. "Non scholae, sed vitae discimus"
Hey, wir wollen euch helfen, ins Leben zu kommen...
Etwaige "Coronaschäden" auf dem Bildungsweg sollten ganz lieb und verständnisvoll behoben werden.
Es hätte ja wirklich sehr schlimm kommen können, deshalb verurteile ich auch nicht unsere Politik.
Ich möchte aber wissen, "wie es kam", damit wir das nächste Mal besser vorbereitet sind.
...und wenn ich dann "mit" Christa Wolf "zwischen allen Stühlen stehe", "So be it".
Ich versuche es halt.

Bernd Windisch | So., 14. Juni 2026 - 15:58

Antwort auf von Angelika Sehnert

Übrigens: genau das National- Romantische hat Deutschland ab 1933 ins Verderben geführt. Das ist mit Verlaub reichlich unterkomplex.

Sie vertreten eine verbreitete Interpretation, aber man sollte schon etwas differenzieren. Die Katastrophe ab 1933 wurde nicht einfach durch Romantik oder Nationalgefühl verursacht. Nationales Bewusstsein gab es in Deutschland schon lange zuvor und auch in vielen anderen Ländern Europas. Entscheidend war vielmehr die Verbindung mehrerer Faktoren:

Extremer Nationalismus (die Vorstellung der Überlegenheit der eigenen Nation),
völkisches und rassistisches Denken, Antisemitismus, autoritäre Politik und Führerkult,
Die Ablehnung von Demokratie und Liberalismus und vor allem die Folgen von Krieg, Wirtschaftskrisen und politischer Instabilität. Versailler Vertrag etc.

Stay cool and keep calm

Angelika Sehnert | So., 14. Juni 2026 - 16:59

Antwort auf von Bernd Windisch

Sie haben vollkommen recht . Es gibt nicht umsonst ca. 100 Regalmeter an wissenschaftlicher Literatur zu dem Thema. 2000 Zeichen sind etwas knapp um diese wiederzugeben. Vielleicht hätte ein „Auch ein Grund“ nicht ganz so monokausal gewirkt. Mein Fehler.

Dorothee Sehrt-Irrek | So., 14. Juni 2026 - 19:07

Antwort auf von Bernd Windisch

Vielleicht trifft der Begriff "Nation" nicht die Bedürfnisse und Gefühle der Menschen, gleichwohl war es das Einzige, das man ihnen anbot in der extrem schweren Zeit der Weimarer Republik, incl. Weltwirtschaftskrise...
Die evtl. "Mutti-Huldigung" an Frau Merkel wirkte auf mich "hausbacken", aber es zeigt das Dilemma, wenn man die offizielle politische Sprache verlässt.
Ich empfinde den Begriff "Nationalismus" für mindestens den deutschsprachigen Raum Europas "doppelt gemoppelt".
"Zusammengehörigkeitsgefühl" trifft es besser.
Von der SPD her mag ich das Wort "Solidarität" und ich glaube fast, darauf können sich alle "Deutschen" einigen.
Bei den sogenannten Rechten erhebt sich das eventuell als Verpflichtung/Zusammenstehen so in Richtung "Kadavergehorsam" für die richtige Sache und bei den Konservativen und Adel wuchs es gar empor zum "Opfer", siehe Ernst Jünger "Auf den Marmorklippen".
Ich vermute, dass der Osten diese Gesten nach der Wiedervereinigung vermisste?
Es ist aber doch da...

Klaus Funke | Sa., 13. Juni 2026 - 12:20

Allmählich, verehrter Herr Grau, werde ich Sie bei mir ausbuchen. Sie sind kein neutraler Journalist mehr. Sie marschieren im Gleichschritt des Mainstreams wacker mit. Was den Ausspruch Herrn Höckes zur Amerikanisierung von Westdeutschen angeht, so muss ich Höcke absolut beipflichten. Und viele Westdeutsche sehen dies übrigens selber so. Ich kenne ein paar durchaus näher. Auch Herr Höcke ist bekanntermaßen ein Westdeutscher. Der Durchschnittswessi ist inzwischen ideologisch, kulturell und im Denken soweit amerikanisiert (oft merken sie es selber gar nicht), dass man ihm das Deutsche fast schon "ausgetrieben" hat. Da ist der Ostdeutsche viel deutscher und damit ursprünglicher, was ihm aus dem Westen als nationalsozialistisches Verhalten zugeschrieben wird. Von daher ergibt sich die These, dass Deutschland noch lange nicht zusammengewachsen ist, vielleicht sogar niemals richtig zusammenwachsen wird. Und mal ehrlich: Ich möchte niemals so werden wie die meisten Westdeutschen geworden sind

Wie ein Lehrer vergibt Herr Funke Fleißkärtchen: Du bist schon richtig deutsch, zwei Fleißkärtchen, du dagegen müßtest noch ein weniger deutscher werden, bekommst aber trotzdem schon mal ein kleines Kärtchen, du dahinten aber bist vollkommen undeutsch, du gehst mal in die Ecke, und alle andern rufen „bäh, bäh“! Auch lernen wir von ihm in seinen Kommentaren, daß man „deutsch“ steigern kann: deutsch, deutscher, am deutschesten, russisch. Ob damit die Endstufe des Homo sapiens erreicht ist, ist wissenschaftlich noch nicht letztlich geklärt.

Armin Latell | Sa., 13. Juni 2026 - 13:20

Antwort auf von Thomas Hechinger

ist jetzt die Quintessenz Ihrer Meinung zum Artikel von Grau? Eine Linksextremistin im Ministeramt nennt Sie, mich und die Deutschen schlechthin Natsie und Sie echauffieren sich per "Fleißkärtchen"? Und: Unterschiede im "Deutsch sein" sind mittlerweile mediale Markenzeichen, juristisch voll wirksam, politisch herbeigeführt. Und wer in die Ecke gehen soll, ist wer? Und wer entscheidet das? Warum lassen Sie es nicht einfach mal gutsein, oder wie heißt es so schön, fünfe gerade sein?

Mein Kommentar ist längst erstellt, hängt aber in der Zensur. Mal schauen...

Armin Latell | Sa., 13. Juni 2026 - 14:41

Antwort auf von Thomas Hechinger

in dem Moment können Sie zu 100% davon ausgehen, dass ihr Kommentar gecancelt ist. Der wird niemals erscheinen!!! Ich habe meine Kommentare auch schon so aufgeteilt, dass ich die "buzzwords" identifizieren und dann "umformulieren" konnte. Lästig!

Die KI ist leicht auszutricksen, die schöne deutsche Sprache ist sehr reichhaltig und vielfältig. Man kann mit "anderen" Worten dasselbe sagen. Ist bloß ein wenig zeitraubend.

Eine Kritik an der selbstgefälligen, dominanten Besserwessi-Kultur nach 1990 ist notwendig! Aber wie Herr Grau sehr zu Recht herausstellt, ist das deutsche Verhältnis zu den USA viel älter als die deutsche Teilung. Mein Referenzpunkt – mit einem Quantum badischem Lokalpatriotismus, aber auch Dresden hatte seinen Maiaufstand – sind die deutschen Emigranten der Revolution von 1848/49, von denen der größte Teil als »Fourty-Eighter« in die USA emigriert ist.

Ich weigere mich, die Schwundstufe der deutschen Kultur von 1945, die seit 1849 durch die sukzessive Ächtung, Vertreibung und Ermordung von Demokraten, Sozialdemokraten, Kommunisten und Juden entstanden ist, zum Maßstab irgendeines Deutschtums zu erheben. (Nicht nur) Höcke will mir diese Schwundstufe als Norm verkaufen!

So sehr ich den amerikanischen Neoimperialismus nach der Weichenstellung der 90er Jahre verachte (als es anders hätte laufen sollen), so sehr bin in erweiterter historischer Perspektive mit Emphase pro-amerikanisch!

darf ich Ihnen einen Rat geben? Antworten Sie auf Herrn Graus Einlassungen zu AfD u. Höcke nicht mehr! Es bringt nichts.
M. E. fehlt dem - zweifellos gebildeten - Philosophen Alexander Grau (Doktortitel hat er nicht; habe extra nachgeschaut) etwas, das schwer zu beschreiben ist, aber im Leben vieler Leute eine wichtige Rolle spielt:
Liebe zum "Eigenen", zur "Heimat".
Björn Hocke hat sehr viel davon.
So wie es Kinder gibt, die gern ins Elternhaus zurückzukehren, in dem sie alles an früher erinnert u. in dem sie eine Atmosphäre u. einen Geruch wahrnehmen, der einzigartig ist auf der Welt, gibt es andere, welche nichts dergleichen verspüren u. sich am liebsten als "Weltbürger" definieren.
Rein gefühlsmäßig trennen diese Kinder Welten!
So ist es mit Grau u. Höcke: Dieser ist nicht "spießig, oberflächlich, unpolitisch", sondern schlicht ein Mensch mit Heimatliebe, während jener sich im Elfenbeinturm wohlfühlt. Beide haben ihre Existenzberechtigung u. sollten einander nicht schmähen.

manche können nicht raus aus ihrer Haut. Deshalb (und vielem Anderen) könnte und wollte ich nicht Politiker werden. Gute Miene zum bösen Spiel setzt große Selbstdisziplin voraus. Bei existentiellen Themen geht sie mir völlig ab.

Herr Funke, das sehen Sie glaube ich etwas einseitig nur aus ihrem Blickwinkel. Wie Sie sich selber, Westdeutsche und Ostdeutsche sehen, ist ja ok, aber für mich offensichtlich auch nur eine von vielen möglichen und auch real vorhandenen Sichtweisen. Viele sind ja gerade massiv gegen die USA, weil die nicht mehr "woke" genug sind, Sie meinen eher eine andere Richtung. Ich glaube nicht, dass man das auf so einfache gemeinsame Nenner bringen kann.

Nur gut, dass es inzwischen auch Kommentare gibt, die sich zwar gegeen die derzeitige Politik unserer "Eliten" richten, dabei aber nicht wie Sie in dümmlichen Nationalismus verfallen.
Vielleicht hilft es Ihnen ja, wenn Sie sich mal ein paar Gedanken darüber machen, ob Deutschland ohne die von Ihnen gehassten Amerikaner nach dem 2. Weltkrieg Bestand gehabt hätte. Auf Russen und Franzosen durfte man in dieser Beziehung kaum rechnen. Sie sind wohl nicht allzugut informiert, für mich definitiv ein hoffnungsloser Fall.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa., 13. Juni 2026 - 12:22

"Oberflächlich, spiessig, unpolitisch", raten Sie, wen ich darunter subsummiere?
Wohlgemerkt ziehe ich damit keine inhaltlichen Vergleiche oder Ähnliches: Der berüchtigte A.H. gehört meiner unmassgeblichen Meinung nach in so eine Kategorie.
Haben Sie sich den mal angehört oder angesehen?
Glücklich war er, "wenn er einen Zipfel einer Fahne des Deutschen Reiches halten durfte" oder "in den Spiegel schauen konnte", sehr überspitzt formuliert?
Besonders problematisch finde ich die Beschreibung "unpolitisch", obwohl ich sie für "zutreffend" halte, aber eher im Sinne von "Versatzstücken".
Diese LEERSTELLE kann dann nämlich leicht mit Versatzstücken gleich welcher Art gefüllt werden?
Ich entnehme den Kommentaren hier im Forum ein meist sehr viel höheres Niveau.
Ansonsten durchaus Zustimmung, ja, die USA sind evtl. stark von deutscher Kultur geprägt, den Osten halte ich durchaus für noch "genuiner" in Bezug auf frühere deutsche Kultur, vermute aber auch einen hohen Abgang nach Westdeutschland?

das "uns" evtl. bevorsteht:
Die politischen Eliten haben evtl. mittlerweile die AfD verlassen, jetzt geben sich vlt. die durchaus intelligenten Wählenden Mühe, die AfD aufzuwerten, um nur ja nicht Westparteien wählen zu müssen?
Dann wäre etwas mächtig schief gelaufen, evtl. war es aber auch nur fehlender Respekt den Wählenden gegenüber?
Ich glaube, ich hatte immer Respekt und sehe überhaupt nicht ein, diese Wählenden oder gar die AfD aus der politischen Verantwortlichkeit zu nehmen.
Diese Verantwortlichkeit beginnt meines Erachtens bei den Äußerungen.

ggü. dem Wähler, auf den Sie immer pochen, geht den vermeintlichen Polieliten vollkommen am Allerwertesten vorbei! Erkennbar an der steigenden Anzahl von Sonderregelungen und Fakes im polit. Betrieb, die den Einfluss der AfD, und damit deren Wähler, nichtig machen wollen. Ich als Wähler möchte in die Verantwortung genommen werden. Dieses Recht wird mir und Millionen Wählern verwehrt. Die AfD IST übrigens eine Westpartei!

wenn ich Sie für eine gebildete und v.a. belesene Frau halte. „Wählend“ bin ich, wenn ich mein Kreuz setze und den Zettel in die Urne werfe. Danach bin ich ein... „gewählt habender“ oder eben schlicht: Wähler. Sie sind eine Wählerin.
Ich weiß, es ist Parteilinie, zu „gendern“ oder wie man diese Sprach-Vergewaltigung auch nennen mag. Und man ist halt gerne auf Linie in der SPD?
Nun denn.
„A.H.“, wenn Sie den meinen, den ich hier vermute, war „oberflächlich, spießig und unpolitisch?“. Mit Verlaub, das sehe ich komplett anders. Aber darüber könnte man wohl Romane schreiben. Nur eine Frage: wenn er so war, warum setzte er sich nicht, wie so viele andere, im Frühjahr 1945 in ein U-Boot und fuhr nach Südamerika?
Haben Sie „H.“ wirklich angehört und angesehen? Aber gut,hier kann man nicht über so was diskutieren, da fehlen Zeichen und v.a. das Gegenübersitzen.
Ach ja: ich wähle die AfD nicht, um sie aufzuwerten, sondern weil ich keine andere Partei wählen kann, da ich deren Politik ablehne.

das ich schon lange nicht mehr hatte:
Ich hörte Herrn Henryk M. Broder zu und es war mir völlig egal, ob ich Deutsche oder sonst etwas wäre.
Ich stimme nicht einmal so sehr mit ihm überein, aber darin war es für mich eine Therapiestunde.
Danke dafür Herr Broder
Ich verneige mich

ihnen wurde diesmal bei zuhören egal, ob Sie Deutsche oder sonst was sind. Nun, dem Henryk M. Broder ist dies grundsätzlich egal, außerdem ist dieser Herr ein kluger Beobachter, der mit viel Humor ausgestattet seine Beobachtungen darbietet, und darüberhinaus hat er sich von Jugend anbeginn als links denkend verortet.
Alles Gründe für mich, sich zu verneigen, dies tue ich auch, und finde es unendlich schade das dieser kluger erfrischender Mann nicht mehr in den ÖR vorkommt.

oder woher auch immer.
Ich bin nur komplett anderer Meinung wie Sie, der Sie behaupten, er sei unpolitisch, spießig und oberflächlich gewesen und er würde komplett überschätzt.
Von wem denn?
Den Historikern?

Oder gar denjenigen, die ihn 1933 „sich engagierten“? Ich glaube, die haben ihn komplett unterschätzt.

Seine Gegner im Krieg? Nun denn, es bedurfte ziemlicher Anstrengungen, die Wehrmacht (die er nun mal aufbauen ließ, die er sogar dann irgendwann alleine befehligte) zu besiegen und es stand Ende 1941 kurz vor knapp (wäre Moskau gefallen, dann weiß ich nicht, ob der Krieg so ausgegangen wäre wie er ist, aber das sind jetzt alles Spekulationen).
Ich denke, man wird den vielen Millionen Opfern seiner Barbarei nicht gerecht, wenn man ihn als kleinen, unbedeutenden, überschätzten Spießer hinstellt.
Wie gesagt, nur meine Meinung, ich akzeptiere die Ihrige.

wie aber herleiten und einordnen?
Ich tue mich zum Beispiel schwer mit den Tschechen und Slowaken.
Packe ich die kulturell zur k. u. k. Monarchie oder zu Po-mmern(am Meer) und Po-len(an Land)?
Von der Oberfläche her hatte ich sie Polen zugerechnet, denn wenn man so begnadet Eishockey spielen kann, dann darf das wohl sein.
Wenn nun Herr Höcke sich fragen würde, von woher er Deutschland betrachten und aufschlüsseln möchte, so würde ich auch sagen vom Osten gen Westen und nicht umgekehrt.
Es beträfe die Tiefe, siehe Fontane und Schwermütigkeit, siehe Christa Wolf.
Heine hat das auch, Herr Broder auch...
Deswegen sehe ich dem Osten trotzdem nicht alles nach.
Weder der 1., noch der 2. Weltkrieg wurde gewonnen und welche Neu-ordnung hätten die nachhaltig begründen können?
Aber deshalb darf man Ostdeutschland keinesfalls unterschätzen.
Wenn der Osten die Produktivität und den Reichtum des Westens will, sollte er sich einmal anschauen, woher der kommt: m. E. aus Vielfalt und Förderalismus!

Ich drösele Deutschland von Nord-Osten her auf, also z.B. auch der Hanse, dem Magdeburger Recht, der Reformation , dem Deutschen Idealismus ff.
Der Nord-Osten muss sich doch nun wirklich nicht verstecken...

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo., 15. Juni 2026 - 11:02

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

anwenden will, ist übrigens sehr schwer.
Ich empfehle einmal, einen sagen wir "Wurf" von 20 Labradoren beim Mittagsschläfchen zu beobachten.
So viel anders geht es evtl. auf der Erde auch nicht zu.
Unschwer zu erkennen, ich sehe so gerne auf Youtube die Tierclips.

Hans-Hasso Stamer | Sa., 13. Juni 2026 - 12:40

Propaganda tut unter anderem Folgendes: Sie nimmt einen zugeschickten Ausspruch, den man skandieren möchte, als Grundlage. Dann baut sie, unabhängig von dem Originalzusammenhang, eine oft von Ressentiments geprägte geistige Heimat, stellt praktisch ein neues Framing bereit und weist nur anhand dieses Framings nach, um was für einen schlimmen Finger es sich handelt. Wer diese Verschiebung nicht wahrnimmt oder nicht wahrnehmen will aus eigener politischer Überzeugung, hält das für wahr. In Wirklichkeit ist es aber Manipulation.

Leider Ihr schlechtester Beitrag bisher, Herr Grau.

Höcke hat mit dieser zugespitzten Äußerung nur darauf hingewiesen, dass die Westdeutschen jahrzehntelang zu unkritisch fremde, vor allem US-Interessen bedient haben. Sie müssen sich endlich wieder auf ihre eigene Interessen besinnen. Und damit hat Höcke recht.

Sonst bin ich, werter Herr Stamer, ganz bei Ihnen. Hier nicht. Ein diesbezüglicher Kommentar ist von der Zensur nicht oder noch nicht freigegeben. Herr Höcke artikuliert eine Entfremdung der Deutschen von ihrem eigenen Land und ihrer eigenen Geschichte. Da stimme ich ihm zu. Pauschal die Westdeutschen aber als gar keine echten Deutschen, sondern Amerikaner zu bezeichnen, ist eine grobe Verdrehung und schadet dem Ansinnen von Herrn Höcke, die Deutschen wieder zu sich zu führen. Geschichte entwickelt sich. Und im Westen spielten eben die USA nach dem Zweiten Weltkrieg die entscheidende Rolle. Und dafür bin ich tatsächlich dankbar. Das macht mich aber nicht blind, in den USA eine imperiale Macht zu sehen, die zunächst ihrem eigenen Vorteil folgt. Solange Deutschland ein machtloses Land in der Mitte Europas ist, sollten wir uns auf die Seite der USA stellen und dennoch versuchen, mit Rußland ein gutes Auskommen zu finden. Im Moment steht da noch der Machthaber in Moskau entgegen.

oder ihr bedingungslos die "Rosette zu veredeln" sind verschiedene Paar Schuhe. Und vollkommen unverständlich: wem oder was genau steht der Machthaber in Moskau entgegen? Unseren Leoparden, Geschützen, Kampfflugzeugen,
Kanonen, Mardern, Geparden unseren Mrd. Steuergeld? Ich erkenne nicht, welches Problem Sie da ansprechen. Der Machthaber im Moskau will von Ihnen genau: überhaupt nichts! Dem "guten Auskommen" steht das Trio Infernale entgegen, + UvdL, die alle ihr Totalversagen in einem gewünschten Krieg auflösen wollen. War schon immer das Mittel der Wahl, wen man innenpolitisch versagt hat.

Der Machthaber in Moskau steht dem Frieden entgegen. Seit 2014 spätestens hat er einen Krieg gegen das Nachbarland begonnen, erst hybrid, hinter angeblichen Separatisten versteckt, die aber zum großen Teil getarnte russische Truppen waren, seit 2022 offen und mit voller Brutalität. Wenn er diesen Krieg beendet, kann man mit Rußland neu beginnen. Ich halte in dieser Hinsicht die Außenpolitik von Bundeskanzler Kohl für ein Vorbild: fest im Westen verankert und deshalb in der Lage, mit Rußland ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis zum Nutzen beider und ganz Europas einzugehen. Die Kriegsrhetorik vieler maßgeblicher deutscher Politiker ist hochgefährlich und dumm, dennoch verstellt sie mir nicht den Blick auf die wahren Ursachen des Konflikts: Es ist der Schmerz Rußlands über den Verlust des Imperiums und der krampfhafte Versuch zurückzuholen, was längst verloren ist. Dabei besteht die Gefahr, daß auch noch Rußland, wie es heute ist, zerfällt.

würden ich anders urteilen als Sie..., da müsste man zurück zu den Anfängen von Putins Amtszeit gehen..., eigentlich aber bis zu Zerfall der UdSSR unter Gorbatschow. Ein guter Startpunkt für eine objektive Ursachenanalyse wäre mE auch die Rede Putins vor dem Bundestag im Sep 2001, incl. der 'standing ovations' - zu 100% übrigens..., und WAS WARUM DARAUS GEWORDEN IST... Hier geben u.a. Zeitzeugen wie z.B. Horst Teltschik gelegentlich direkte oder indirekte Auskunft (Dokus und Interviews). Dazu nur soviel: Europa hat seitdem (2001) das Verhältnis zu Russland jedenfalls NICHT selbst bestimmt... 🤔

Ausgehend vom Status Quo im UA-Konflikt möchte ich Ihnen allerdings ausdrücklich zustimmen, dass BK Merz bisher! nicht die schlechteste Außenpolitik gemacht hat, ausgehend von dem was Deutschland überhaupt angesichts seines (Gesamt-) Zustands hier leisten kann.

Ob Merz je ein adäquater Verhandlungspartner für Putin wäre bzw. sein könnte - theoretisch - bleibt trotzdem abzuwarten, mMn.

Putin ist der Aggressor - spätestens seit 2022!! DAS hätte er sich sparen können...👎👎👎

Das hätte man/ALLE BETEILIGTEN! komplett auch anders lösen können..., nach 2014 spätestens..., aber eigentlich schon nach der MSC 2007... Da, 2007, ist 'man' falsch abgebogen..., mit all den Folgen die wir heute sehen können... ... Die Ukraine wurde zum Spielball... ...

M.E. ein GROßES! KOMPLETTVERSAGEN westlicher und europäischer Außenpolitik seit 1990+ ...

Manfred Hettling | Sa., 13. Juni 2026 - 13:43

Nach Höckes Logik müssten die Ostdeutschen ja russfiziert oder sowjetisiert sein. Komisch, das will keiner sein ...

Hans-Hasso Stamer | Sa., 13. Juni 2026 - 14:22

Antwort auf von Manfred Hettling

Nein, das will auf beiden Seiten keiner. Aber trotzdem ist es nicht von der Hand zu weisen, dass die Tendenzen da sind. Und das sage ich als Ostdeutscher, der durchaus für eine Zusammenarbeit mit Russland plädiert.

Höcker hat sich überspitzt ausgedrückt, um einen Mechanismus zu verdeutlichen. Und der ist real, oder was meinen Sie, warum viele Deutsche am liebsten gar keine sein wollen und nicht einmal die deutsche Nationalflagge akzeptieren?

Das ist kein Zufall, das ist das Produkt jahrzehntelanger Erziehung.

Karl-Heinz Weiß | Sa., 13. Juni 2026 - 13:57

Was ist für den Gymnasiallehrer für Geschichte Björn Höcke "Deutsch" ? Nach eigenem Bekunden ist er stark von der Geschichte Ostpreußens geprägt. Eine Gegend mit starken Bezügen zu Russland und Initiativen zu den Befreiungskriegen gegen Napoleon. Für einen Geschichtslehrer ein erstaunlich verkürztes Bild der deutschen Geschichte, die man nicht auf "Preußen" oder den auch in der DDR anerkannten Feldmarschall Graf Yorck verkürzen sollte.

komplette Interview gehört? Wenn ja, frage ich mich, wie Sie auf ein "verkürztes Bild" kommen. Die Ossis sind stark geprägt von Russland, haben aber trotzdem nicht ihren gesunden Menschenverstand verloren. Deshalb steht Höcke in deren Gunst auch ganz vorne. Fakt!

Thomas Veit | Sa., 13. Juni 2026 - 21:34

Antwort auf von Armin Latell

von Russland' sind..., das ist eine Falschanalyse - Fakt! Praktisch kein (Ost-) Deutscher hat 'das Russische' je wirklich verinnerlicht..., das lief trotz entsprechender Staatspropaganda für 98% der Bevölkerung 'eher so nebenher im Alltag'..., ganz anders als die Amerikanisierung in Westdeutschland, welche tief ins Durchschnittsleben eingriff.

Die Ostdeutschen haben halt 'nur' konkrete praktische Erfahrungen mit den Russen..., kennen den ein oder anderen..., haben dies oder jenes Positive oder Negative erlebt diesbezüglich... - und wissen deshalb AUS EIGENER ERFAHRUNG!! daß die Russen auch nur Menschen sind, wie es sprichwörtlich so schön heißt. Diese Erfahrung und das daraus resultierende gewisse Vertrauen in und das Verständnis für das Handeln und die Rhetorik der Russen..., DAS FEHLT 'dem amerikanisierten Wessi' - logischerweise... (der Führungselite sowieso - praktisch alles Wessis OHNE RussenERFAHRUNG!). Deshalb...

Das mit dem 'gesunden Menschenverstand' kommt dann noch dazu. 😉

dass die Mangel- und Planwirtschaft, die Unterdrückung jeglicher kritischer Gedanken oder gar Äußerungen definitiv das Leben der Ostdeutschen geprägt hat. Das war nur möglich, weil die Russen über das Regime ihre schützende Hand gehalten hatten. Im Übrigen hat der ddr Staat zum großen Teil unentgeltlich für den "großen Bruder" produziert, was das Leben dort mit Sicherheit nicht leichter gemacht hat. Und den russ. Waffenbruder zu lieben war bestimmt auch nicht jedermanns Sache...Interessant: das Buch Wohn-Haft von Manfred Haferburg. Der gelernte Ossi würde wohl sagen: so war das damals

'wie es wirklich war'..., in der DDR. Ich halte mich mit solchen absoluten Aussagen immer lieber zurück..., als gelernter Ossi...

Es gab ca. 17 Mio Einwohner in der DDR - fragt man diese danach "Wie es denn (wirklich) war in der DDR?" erhält man min. 10 Mio unterschiedliche Antworten... ... 🤔

Und Ihr 'mit Sicherheit' und 'Fakt' ist mir grundsätzlich suspekt diesbezüglich..., insbesondere wenn es dazu noch von einem gelernten Wessi kommt, aus Erzählungen Dritter... - ist nicht bös gemeint.

Günther Anderer | Sa., 13. Juni 2026 - 14:02

für unser Land geht derzeit von Herrn Höcke aus. Dieser Satz hätte gereicht und mich auch beruhigt.

ist der Punkt! Über die echten, realen Gefahren verliert er kein Wort.

Sie stehen bzw. man steht...

>> Die einen sagen so..., die anderen so... ...? 😉

Für Linksgrünwoke ist er sicher 'gefährlich'..., wenn man sich in ihre (verfahrene) Lage versetzt, für Deutschland sicher eher weniger...

Armin Latell | Sa., 13. Juni 2026 - 14:09

sind für mich Pseudointellektuelle und erst recht diejenigen, die sich selbst für intellektuell oder für den Stein der Weisen halten. Das Höckeinterview dauerte über 2 Stunden, und ein Küchenphilosoph glaubt, seine Meinung, die er sich aus einem Bruchteil des Gesagten gebildet hat, anderen aufs Auge drücken zu müssen. Ich glaube nicht, dass er sich alles angehört hat im Gegensatz zu mir. Deshalb komme zu dem Entschluss: Höcke ist ein Mann mit Steherqualitäten, intellektuell und in Bildung können aktuelle Blockparteifunktionäre nicht ansatzweise mithalten. Grau ignoriert geflissentlich, dass die "Ossies" noch deutsch und patriotisch ticken, anders als die Wessies (wie ich einer bin), die achtzigjährige Hirnwäsche, induziert durch die Sieger, hat erfolgreich gewirkt. Auch bei ihm! Nochmal: Die wirkliche Gefahr sind diejenigen, die mit Nebenkriegsschauplätze die realen Gefahren verschleiern. Ob absichtlich oder aus Dummheit!

Von Logik und Herz herrlich abgeleitet. Ich freue mich, Ihre erquicklichen Kommentare zu lesen. 👍👍

Pseudointellektuell, Stein der Weisen, Küchenphilosoph – eine Flut von Verächtlichmachungen ohne Argument. Der Vorwurf, der Autor habe das Interview gar nicht vollständig angehört, ohne zu wissen, ob er es sich für eine genaue Analyse nicht dreimal angehört hat. Beschimpfung statt Auseinandersetzung in der Sache.

Armin Latell | Sa., 13. Juni 2026 - 17:22

Antwort auf von Thomas Hechinger

die Ehre zu geben: ich hatte geschrieben, und so steht es auch noch nachlesbar, " ich glaube(!!) nicht, dass" . Wie heißt es so schön? Glauben heißt, nicht wissen. Sie und ich werden da nicht ansatzweise übereinkommen, obwohl die Unterschiede prinzipiell gar nicht so groß sind. Außer beim Thema Ukrainekrieg. Ja, den lehne ich ab und seine Unterstützung sowieso! Und bevor Sie es jetzt behaupten: nein, Sie wollen ihn, weil Sie ihn unterstützen (klar, wieder eine unbewiesene Behauptung. Aber so ist das eben mit Meinung)

Thomas Hechinger | Sa., 13. Juni 2026 - 18:09

Antwort auf von Armin Latell

„Und bevor Sie es jetzt behaupten: nein, Sie wollen ihn, weil Sie ihn unterstützen (klar, wieder eine unbewiesene Behauptung. Aber so ist das eben mit Meinung)“

Jetzt wende ich denselben Trick auf Sie an:

Sie wollen den Ukraine-Krieg, weil Sie Putins Anspruch auf die Ukraine und seine gewaltsame Durchsetzung für berechtigt halten. (Das ist nur ein Spiegelargument. Und es ist nicht meine Meinung.)

Danke, Herr Latell. So manchen Kommentar empfinde ich wie Sie. Aber, was soll man machen. Hier bei CICERO kann jeder nach seiner Fasson "selig werden". Das ist gut oder schlecht, je nachdem. Es ist wie in der Schule, da schnellte, wenn der Lehrer was fragte oder auch wenn er nichts fragte, so mancher Arm sogleich in die Höhe, um seine Weisheiten loszuwerden. Wir sagten mit Spott dazu: "Ein typischer Einsenanwärter!" Das Strebertum ist den Deutschen wie keinem anderen Volk in die Wiege gelegt. Immer will einer schlauer sein als sein Nachbar. Mir egal. Soll ´n se doch. "Die Sonne scheint ins Kellerloch - soll sie doch!" Und Sie haben völlig recht, Herr Latell. Pseudointellektuelle! Sogenannte Enzyklopädiker. Da geh´n wir locker oben lang und lächeln milde vor uns hin.

ist es so, dass ich von Grau einfach nur enttäuscht bin. In der Weltwoche hat er dazu ähnlichen Sermon geschrieben. Wenn er persönliche Aversionen hat, meinetwegen. Aber seine Artikel sind ja qualitativ beinahe nicht mehr von denen Hugo Müller-Voggs zu unterscheiden. Ich bin sicher, Höcke würde dem Philosophen rethorisch und inhaltlich ordentlich paroli bieten können. Wie so oft, macht der Ton die Musik- und da höre ich diesbezüglich nur noch die Kithara...

Walter Buehler | Sa., 13. Juni 2026 - 14:14

... ist nichts neues unter der Sonne, Herr Grau, dafür gibt es viele Beispiele. Nicht nur in den USA, auch bei uns, auch bei unseren Kommunisten und Radikalen. Es ist traurig, wenn sich auch kluge Journalisten dem Calumniatoren-Gehabe finanzstarker Wahlkampfmaschinen anschließen.
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Meine Eltern schickten mich als Kind zum Verkauf von Backwaren aus der französischen in die Kaserne in der amerikianischen Zone. Bei den Amis habe ich nicht nur Kaugummi und Freundlichkeit, sondern auch Spirituals, Unverkrampftheit und Technikbegeisterung kennengelernt.
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Meine späteren Reisen in die DDR habe ich auch als Reise in die Vergangenheit erlebt, in ein nicht-verwestlichtes Deutschland. Das hatte manchmal auch unangenehme Seiten, aber ich habe auch kluge und aufrechte Menschen kennengelernt.
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Warum sind Antifaschisten in Westdeutschland so beleidigt, wenn ihnen im Vergleich mit dem Osten eine stärkere Abwendung von der deutschen Geschichte attestiert wird?

Ich habe diese Freundlichkeit und Großzügigkeit in der sowjetischen Kommandantur durch die russischen Offizierseltern als Kind kennen gelernt, wohin ich eingeladen war, weil der Sohn Boris bei derselben Klavierlehrerin Unterricht hatte. Dieser Nachmittag gehört zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen. Deshalb unterscheide ich noch heute sehr genau zwischen Führung und Volk.

Da waren Sie mit Ihrer Amerikanisierung ganz schön spät dran lieber Herr Buehler. Meine Freundin brachte mir immer Kaugummi von Tante Anna aus ihrem Ferienziel Zwickau mit. Der hieß dort allerdings bereits "Dubble Bubble".
Das nenne ich Fortschritt.

Markus Michaelis | Sa., 13. Juni 2026 - 14:18

Ja, die USA sind in komplexeren Verbindungen ein Teil des "Deutschtums". Ja, die AfD ist in vielen Analysen zu flach, allerdings wie andere Parteien auch. Jeder versucht Absolutheiten zu verkaufen, die so absolut nicht sind. Zum neueren Deutschtum gehört auch das Türkentum, Arabsich, vielleicht löst sich das wirklich in irgendwas größeres auf. Ich glaube trotzdem, dass es ein Fehler wäre zu sagen, dass es soetwas wie Deutschtum nicht gäbe. Es kommen neue Elemente dazu, vielleicht wird man rückblickend sagen, dass es hier geendet hat, aber das widerspricht nicht dem, dass "Deutschtum" ein sinnvoller Begriff war.

Würde man ein Deutschtum ablehnen (was man machen kann), kann man mit demselben Recht Türkisch, Rechtsstaat, Demokratie, Menschenrechte, Religion, Familie ... als nicht existent sehen. Es sind letztlich alles Entscheidungen bestimmte unscharfe, dauernd veränderliche, widersprüchliche Dinge in Begriffen zusammenzufassen. Alle ablehnen bringt auch nicht weiter.

Als intellektuelle Übung sollte man alle Begriffe mal auflösen. Beethoven ist Musik, Technogerumse auch. Bei letzterem sehen manche nur noch die Bewegung von Luftteilchen. Das könnte man dann etwa mit dem Entwurf von Kinderschaukeln zusammenfassen - da werden auch Teilchen bewegt. Musik als Begriff lassen wir fallen. Ja interessant, aber wirklich relevant?

Es geht oft um politische Ziele: kann es einen antimuslimischen Rassismus geben, wenn es gar keinen Islam gibt, weil der in so viele widersprüchliche, sich verändernde und befeindende Richtungen zerfällt, dass es kein sinnvoller Begriff ist. Hier geht es natürlich um politische Präferenzen und Ziele. Kolonialismus sei kurz erwähnt, andere Begriffe erwähne ich noch nicht mal kurz, weil es Menschen und politische Fragen zu tief erschüttert, Menschen im Innersten trifft. Dekonstruierbar, in neuen Begriffen sortierbar wäre natürlich alles, oder auch nicht.

Vielleicht sollten wir ehrlicher direkt politisch reden?

Den gibt es per se nicht. Und aus einem ganz klaren und einleuchtenden Grund.
Der Islam in all seinen Ausprägungen ist keine Ethnie, er ist eine Religion. Dass irgendwann vor wenigen Jahrzehnten dazu übergegangen wurde, diese saubere Trennung der Begriffe aufzugeben, geschah wohl schon in der Absicht, Leute, die den Islam eher kritisch hinterfragten, als Rassisten abstempeln zu können. So wird ein Atheist oder Agnostiker unversehens zum Rassisten. Wer hat's erfunden? Eine links-grün angehauchte Islamwissenschaft hat's erfunden.

angesprochen?
Jehova, als Gott seines Volkes belässt es denn auch bei der "Ethnie"?
Die Vertreibung aus Israel verdoppelte den evtl. "isolierten" Staus "der Juden" egal wo?
Der Staat Israel nimmt "Juden" zunächst einmal nachhaltig so etwas wie "Heimatlosigkeit", weil das Leben anderswo zur Wahl wird?
Zur jüdischen Religion wurde/wird man frei zugelassen?
Ich war zwar eine zeitlang in der christ.-jüdischen Gesellschaft, aber ich habe eher die Nähe gesucht, weil mein Vater so früh verstarb.
Die nordischen Götter sind Altvordere und darin ebenfalls exclusiv, es dauerte auch lange, bis das Christentum angenommen wurde.
Das Religionsbild Jesu Christi habe ich für mich eher als europäisch "dechiffriert", deshalb wurde es schlussendlich auch angenommen, aber immer nach vorne blickend und also auch zur Reformation.
Um es der Welt/dem Universum ganz unabhängig davon einfacher zu machen, habe ich sie/es/Alle von Prussen her geleitet..
Ich höre den ohrenbetäubenden Aufschrei und dann doch nicht?

ist es mir seither ein Bedürfnis, aller Welt und dem Universum zu erzählen, wie schön ALLE/S sind/ist.
Bin ich deshalb eine Märchenerzählerin, man erinnert sich vielleicht, mein frühester Berufswunsch...

... auch das von Ihnen geforderte "politische" Reden. Ihr Beispiel von "Musik" zeigt sehr schön, dass es ganz individuelle und unterschiedliche Färbungen der Begriffe gibt. Das macht echte Gespräche ja oft so schwierig, auch und gerade das politische Reden.
---
In der Mathematik ist man auf eindeutige Begriffe angewiesen, die durch allgemein anerkannte Definitionen oder Axiome von ihren individuellen Färbungen befreit und gewissermaßen in schwarz-weiß dargestellt werden können.

Erstaunlich ist es, dass man seit Galileo Galilei diese "monochromatische" Begrifflichkeit der Mathematik mit ungeheuerem Erfolg als "Sprache der Natur" anwenden kann. Die Mathematik ist auch die Basis der Informatik und damit auch der KI, die nun wiederum in der Lage ist, unsere bunte und farbige Alltagsbegrifflichkeit zu simulieren.
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"Ehrlich Reden" setzt die EINIGUNG auf einige gemeinsame Begriffe voraus, glaube ich. Darin besteht das Reden.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa., 13. Juni 2026 - 14:27

europäischer Geschichte in alle Richtungen, man denke nur an die europäischen Kolonialmächte?
Natürlich haben die massgeblich die entsprechenden Länder beeinflusst et vice versa?
Rom vor allem Richtung Nordafrika und Kleinasien?
...und unsere Historiker schwärmen doch noch heute von der römischen Hochkultur?
Was war Hermann der Cherusker in deren Augen, ein Barbar?
Russland, Belarus und die Ukraine sind ebenfalls stark polnisch, deutsch und skandinavisch geprägt?
Wir sprechen doch auch von Eurasien?
Demnach wären die Deutschen nicht entweder Deutsche oder ...
Es gab unterschiedliche Einflüsse in die eine oder andere Richtung und genau deshalb stimme ich Herrn Graus Bewertung der Aussagen von Herrn Höcke zu.
Herrn Grau schätze ich als Kulturkonservativen ein.
Die USA sind evtl. nicht europäischer als Russland, obwohl die Kolonialzeit dort nachhaltiger war?
Nur weil eine zeitlang evtl. die "blauen Augen" von Frau Merkel "durch den Blätterwald rauschten", hat Herr Trump etwa grüne?

Brigitte Miller | Sa., 13. Juni 2026 - 14:27

zu erfahren, empfehle ich das Interview Koppel/Höcke auf youtube
«Westdeutsche sind deutsch sprechende Amerikaner»: Björn Höcke über Identität und die Zukunft "

Ingo Frank | Sa., 13. Juni 2026 - 14:40

Ich für meine Person sehe das etwas differenzierter mit dem „deutschen Amerukanismus“
Als Beispiel gehen mir bei alle Amerikanismen in der deutschen Sprache schon der Hut hoch zumal die deutsche Sprache so reichhaltig ist den passenden deutschen Ausdruck zu verwenden. Natürlich ist Englisch Weltsprache aber die eigene national gesprochene Sprache sollte in ihrer Vielfalt erhalten bleiben.
Niemand wäre im Osten auf die Idee gekommen, russische Wörter „einzudeutschen“
Und zum Abschluss eine Bemerkung. Höcke hat den Thüringer AfD Verband aus ersten über die 30% Zustimmung gehoben. Die Frage ist genau wie auf Bundesebene …durch welche Ursachen?
Ist es möglich, das das seine Ursachen 1. in der Rückabwicklung der demokratischen MP Wahl hat & der Kungelei der CDU mit den SED Erben die einen Rammelow ohne Mehrheit stütze, oder gar an Prof.Dr. mett‘ KI generierten Reden wie jüngst bekannt wurde oder an der Aberkennung seiner akademischen Grade, Vielleicht auch nur am regieren?
MfG a d E R
.

"Niemand wäre im Osten auf die Idee gekommen, russische Wörter „einzudeutschen“ - ein herrlicher Satz, der verdeutlicht wie man westdeutschen Amerikanismus deuten sollte. Das ist nämlich das typisch deutsche Vasallentum. Nachzulesen bei Heinrich Heine im "Wintermärchen". Wir haben die Russen hier nicht nachgeäfft, auch nicht verehrt, aber respektiert und achten gelernt. Das ist ein gewaltiger Unterschied zu dem, was in Westdeutschland mit dem Amerikanismus geschah. Nein, ich sage, wir sind noch lange nicht eine geeinte Nation und wir werden es wahrscheinlich niemals werden. Schuld daran ist A.H., der von ihm verursachte Krieg und der von den Siegermächten verwaltete Nachkrieg mit all seinen Folgen. Und um hier noch zu Putin etwas zu sagen. Er war ein echter Freund der Deutschen und ist es noch. Er hasst indes die derzeitigen dt. Politiker und er wurde uns vom Westen und den USA als Bösewicht und Popanz dargestellt. Auch hier wieder die Deutschen als Oberverräter, in Gestalt d. Merkel

ja, Putin sehe ich persönlich auch so.
Bitte bedenken Sie aber, dass wir nicht wirklich "Amerikanisch" "nachäffen", sondern dass der amerikanische Kontinent noch immer die jeweiligen Sprachen der europäischen Kolonialmächte spricht.
Englisch und Deutsch liegen aber wohl sehr nah beieinander.
Ich konnte auch auf Englisch träumen.
Bin traurig, dass mir das Polnische so weit wegliegt.
Muss an meiner frühen Konditionierung auf Deutsch und Englisch liegen...

Gendern ist sprachzerstörend und überflüssig, die Anglizismen sind nervig. Kürzlich gehört: "Ich hab sehr damit gestruggled und mit der Transischn wars schwierig. " Oder: man muss die Anzeichen des Alters embracen"🤬

Jens Böhme | Sa., 13. Juni 2026 - 15:31

Die Unterteilung der Deutschen in Elite und Rest muss sein, damit niemand später sagen könne, man habe das alles nicht geahnt oder kommen sehen, obwohl Björn Höcke doch so eine friedfertige und intelligente Ausstrahlung hat.

auch nicht passieren... - falls doch dann doch.

Erfahrungen liegen ja aus der jüngeren Geschichte gut dokumentiert und für jeden einsehbar reichlich vor - das gesamte letzte Jahrhundert praktisch...

WAS soll da also schief laufen..., mit mündigen und aufgeklärten Bürger:innen...(in Ost UND West)!?? 🤔

Achim Koester | Sa., 13. Juni 2026 - 16:05

von Höckes Spruch. Gleichwohl hat er eine gewisse Berechtigung, was den politischen und medialen Mainstream betrifft. Allerdings muss auch gesagt werden, dass der derzeitige POTUS der aufkommenden Amerikaphilie deutlich entgegenwirkt.

der derzeitige POTUS polarisiert, da muss man sich entscheiden. Aber genaugenommen ist das Sache des US amerikanischen Wählers. Viele hier glauben, sie müssten dem Wähler dort die Welt erklären. Dabei haben sie die hiesige nicht im geringsten verstanden.

Bernd Windisch | Sa., 13. Juni 2026 - 16:40

Höckes These – deklariert als Netzfund mit unklarer Datierung („… ein paar Monate oder Jahre her…“)

Als geneigter Leser frage ich mich, was soll das? Jeder hat mal schwächere und mal stärkere Momente. Das Thema irrelevant und von der Realität längst überholt.

Deutschland hat sich seit den 1950er und 1960er Jahren verändert. Es ist ein völlig anderes Deutschland geworden.

Würde Herrn Höcke nicht der angedichtete Schwefelgeruch umwehen müsste man nicht unbedingt eine solche Nonsensdiskussion führen.

Die deutschen "Sekundärtugenden"

Pünktlichkeit
Fleiß
Disziplin
Ordnungssinn
Zuverlässigkeit
Pflichtbewusstsein
Genauigkeit
Gründlichkeit
Sauberkeit
Ausdauer
Sparsamkeit
Selbstbeherrschung

sind in den Hintergrund getreten. Sogenannte Primärtugenden

Ehrlichkeit
Gerechtigkeit
Mitgefühl
Menschlichkeit
Toleranz
Mut zur Verantwortung
Respekt

haben an Gewicht gewonnen. Zumindest in der Breite der Bevölkerung. Das Land funktioniert schlechter. Ist es deshalb schlechter geworden?

Bernd Windisch | Sa., 13. Juni 2026 - 16:57

Antwort auf von Bernd Windisch

Also lieber Herr Grau, machen wir uns doch einfach mal locker. Oberflächlich, spießig, unpolitisch – meinetwegen. Aber die behauptete Gefährlichkeit erschließt sich mir nicht.

Das Deutschland, das Herr Höcke gern beschwört, wird nicht wieder auferstehen. Wahrscheinlich schon deshalb nicht, weil es in dieser idealisierten Form nie existiert hat. Eine Diskussion darüber sollte eine Demokratie jedenfalls verkraften können.

Das Land von Alfred Tetzlaff ist nur im Fernsehen lustig gewesen. Auch Helmut Schmidt würde heute als Politiker nicht mehr funktionieren.

Also, lieber Herr Grau: Etwas weniger Alarmismus und etwas mehr Gelassenheit wären vielleicht kein schlechter Anfang. Nicht hinter jeder Meinungsäußerung lauert bereits die Weimarer Republik im Endstadium.

Ingo Frank | Sa., 13. Juni 2026 - 20:22

Antwort auf von Bernd Windisch

Wird es nicht geben weil gleich zwei fundamentale Voraussetzungen fehlen:
1. Ein verlorener Krieg den Deutschland nicht gewonnen aber auch nicht verlor aber als Alleiniger Verantwortlicher gebrandmarkt wurde mit der damit verbundenen Frage nach dem Sinn des Sterbens der vielen deutschen Soldaten.
2 Eine mehr oder minder nach Staaten gegliederte und orientierte Wirtschaft die im krassen Gegensatz zu globalen Wirtschaft von heute steht.
MfG a d Erf. Rep.

Jens Böhme | So., 14. Juni 2026 - 00:01

Antwort auf von Bernd Windisch

Zu der Aufzählung sämtlicher Wörterbuch-Tugenden der Deutschen gebe ich gerne ein Extra: Als Deutscher habe ich alle Sinne beisammen - Blödsinn, Unsinn, Schwachsinn, Starrsinn.

Bernd Windisch | So., 14. Juni 2026 - 16:11

Antwort auf von Jens Böhme

Das hoffe ich doch! Für Sie!

Ob die Deutschen aktuell alle Sinne beisammen haben möchte ich jedoch stark anzweifeln. Migrationspolitik, Energiewende und Deindustrialisierung sind keine Belege für Geistesblitz oder besondere Einsichtsfähigkeit.

Aber nachher will es natürlich wieder keiner gewesen sein. Auch so eine DEUTSCHE!?! Tugend.

Dagmar Lubig | So., 14. Juni 2026 - 19:22

Antwort auf von Bernd Windisch

oder war es etwa kein Witz, sondern ernst gemeint, insbesondere das mit den angeblich vorhandenen Primärtugenden heutzutage?
Viel Geschwafel, und nichts dahinter, noch vor 30 Jahren war es anders herum.

Ihnen fehlt lediglich der Vergleich. 2 Wochen Kaiserreich und sie wären geheilt.

Mit dem Wort von den "Sekundärtugenden" war das Tischtuch zerschnitten zwischen Helmut Schmidt und Oskar Lafontaine. Während der Altbundeskanzler für Ehrlichkeit und Fleiß warb, sah Lafontaine darin "Sekundärtugenden", mit denen man auch Konzentrationslager betreiben könne.

Ganz Unrecht hatte Oskar nicht. Die deutsche Barbarei war erschreckend gut organisiert. Schmidt lamentiert: Mit der "weit gehend verbrecherischen Ausbeutung des Pflichtbewusstseins" im Nationalsozialismus seien im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts "für manche Deutsche die Begriffe Pflichten und Pflichtbewusstsein, Verantwortung und Verantwortungsbewusstsein unter Verdacht geraten". Der Altbundeskanzler sieht "seit den sechziger Jahren eine zunehmend bewusste Ablehnung des Prinzips der Autorität".

Ich selbst neige auch eher dem Prinzip des "Dolce Vita" zu und bin froh, dass viele Italiener dieses Land dahingehend verändert haben!

Rainer Mrochen | Sa., 13. Juni 2026 - 19:25

"Der Text versammelt Leserkommentare zu einem Artikel über Björn Höcke, seine Aussagen zu deutscher Identität, zur angeblichen Amerikanisierung Westdeutschlands und zur Frage, ob seine Positionen gefährlich seien.
Die Diskussion verläuft entlang mehrerer Konfliktlinien:
Ein Teil der Kommentierenden verteidigt Höcke oder hält seine Aussagen zumindest für legitim zugespitzt. Sie sehen in ihm einen Sprecher für Heimatliebe, kulturelle Selbstbehauptung und Kritik an westdeutscher bzw. US-geprägter Entwicklung.
Ein anderer Teil warnt vor Höckes Denken und erkennt darin völkische, nationalromantische oder historisch belastete Muster. Diese Stimmen halten seine Rhetorik für politisch gefährlich, auch wenn sie nicht offen extrem formuliert sei usw. Der eigentliche Kern ist ein Streit um deutsche Identität." Soweit KI. Habe mich heute mal bewusst aus der Diskussion herausgehalten weil ich mir schon dachte das es sehr kontrovers wird. Weder oberflächlich, noch spießig und gar nicht unpolitisch.

da platzt das Forum geradezu. Absolut vorhersehbar. Wie im echten Leben. Jedes Lager ist überzeugt von seiner Meinung. Möglicherweise statistisch auswertbar. Niemand überzeugt hier den Gegenpart. Eine echte Demokratie könnte das aushalten, weil jede Stimme berücksichtigt wird. Trotzdem ein Erfolg für den Cicero.

Rainer Mrochen | Sa., 13. Juni 2026 - 20:43

Antwort auf von Armin Latell

Ich dachte mir eine brauchbare Moderation könnte für Entspannung sorgen. Mir viel halt KI ein. Ich sag ihnen was Herr Latell; heute bester Stammtisch. So soll es sein. Das Leben geht weiter.

Thorwald Franke | Sa., 13. Juni 2026 - 21:10

Zustimmung, Herr Grau! Sie haben es auf den Punkt gebracht.

Thomas Veit | So., 14. Juni 2026 - 09:43

Antwort auf von Thorwald Franke

dann Herr Höcke von den Kartellparteien links der Brandmauer ALLESAMT als der personifizierte 'politische Teufel' betrachtet und auch zweifelsfrei so behandelt wird..., vom staatlichen ÖRR im 100%-igen Gleichklang sowieso...!?? 🤔 ...und z.B. seine Interviews und der Ben-Podcast derartige politische Wellen schlägt - bis in den Bundestag...!???

Wenn er doch nur 'ein sozialromantischer unrealistischer verbrämter und fehlgeleiteter Spinnerter' ist...??? 🤔

>> Irgendwie komisch..., oder?

Es wurde evtl. Politik im 3. Reich mit insgesamt Abermillionen Toten und Ermordeten.
NIE WIEDER KRIEG, NIE WIEDER FASCHISMUS, auch keine DDR 2.O oder wie man da sagt.
Alle Parteien werden daraufhin geprüft und bei den "Kriegbegeisterten" schaue ich nicht zuerst auf die Sozialdemokraten PUNKT
Übrigens auch deshalb meine masslose Enttäuschung in Bezug auf die Grünen.
und und und
Herr Höcke wird nur nicht von dieser Prüfung ausgenommen und nicht Wenige werden bei ihm fündig...

G. Fischer | So., 14. Juni 2026 - 11:39

Wow, was fliegen hier die Fetzen, weil Herr Grau einen vielleicht etwas missglückten Satz von Herrn Höcke (von denen es im Interview noch mehrere gibt, insbesondere wenn man sie aus dem Zusammenhang reißt) nutzt, um die Amis als beliebteste Besatzungsmacht zu feiern, von denen die Ossis "leider" nicht profitieren konnten. Er vergisst, dass es auch in den alten Bundesländern eine massive Friedensinitiative gab, die in den Worten "Amis go home" gipfelte. Aber darum geht es überhaupt nicht, es geht um das Feindbild Russen/Amerikaner, was in West und Ost 40 Jahre lang gelebt wurde. Und da haben die Ossis einen Vorsprung, denn sie haben die Russen als Besatzungsmacht in der Realität erlebt und konnten ihre eigenen Erfahrungen machen. Der sang- und klanglose Abzug der Russen, dem leider kein Abzug der Amis folgte, hat leider nicht für einen neuen erfolgreichen Friedensprozess gereicht, und das ist das Drama.

Robert Hans Stein | So., 14. Juni 2026 - 11:53

da stechen Sie, zumindest in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt in ein Wespennest. Aber sei es drum, mir gefällt Ihr Klarheit und Klarsicht. Als Mehrheitsbeschaffer und Rattenfänger mag Höcke für die AfD nützlich sein - ob langfristig ist eher unklar - als Realpolitiker ist er eine Katastrophe. 2015 im Herbst hatte ich anlässlich der in Erfurt organisierten AfD-Demos genug Gelegenheit, die unterkomplexen Auftritte Höckes zu genießen. Dachte damals schon, das wird nichts. Nationalromantiker halt, bestens geeignet, Wirrköpfe zu bedienen.
Sie werden hier im Forum Prügel beziehen, geht mir auch oft so. Geschenkt. Was Frau Sehnert zu diesem Thema schreibt, trifft es und muss nicht wiederholt werden.

m.hengstenberg | So., 14. Juni 2026 - 15:37

Mir fiel sofort der Kampfbegriff der 60er Jahre ein: KULTURIMPERIALISMUS.
Und habe die KI befragt :
"In den 1960er Jahren verstand die politische Linke unter Kulturimperialismus die weltweite Ausbreitung des westlichen (vor allem US-amerikanischen) Kapitalismus durch Massenmedien, Konsumgüter und Werte. Linke Denker kritisierten, dass diese Kultur nicht freiwillig entstand, sondern gezielt als Herrschaftsinstrument diente."
Ich ging in den 50ern zur Schule. Wir wollten Hemingway , nicht Heine.

Sabine Lehmann | So., 14. Juni 2026 - 17:47

Höcke. Einer, den man am besten rechts liegen lässt. Einer, der für mich zu dem Unsympathischsten gehört, was ich aus der Politszene kenne. Einer, dem ich nicht zuhören kann, nicht zuhören will. Genug weiß ich über sein Auftreten, seinen Gestus, seine Geisteshaltung, seine ganz spezielle Rhetorik u. Tonalität, um mich abgestoßen zu fühlen u. das nicht nur emotional, sondern vor allem auch intellektuell.
Auch ich finde es gut, dass er kein Lehrer mehr ist. Zu gut noch habe ich Menschen seines Schlages in Erinnerung, als ich als junger Mensch eines dieses altehrwürdigen Gymnasien besuchte, dessen Lehrkörper sich fast ausnahmslos für Gottes Geschenk an die Menschheit hielten, Kinder für achtlosen Tand u. deren Vita sicher noch sehr viel mit dem Dritten Reich zu tun hatten. Das "Völkische", es widert mich an, und von daher ist es mir auch egal, ob es ein paar Halbwahrheiten in Höckes politischer Rhetorik gibt. Demokratie muss aber auch einen Höcke aushalten! Dennoch: Rechts liegen lassen.

Dagmar Lubig | So., 14. Juni 2026 - 19:51

Antwort auf von Sabine Lehmann

In Deutschland war der Spruch "links liegen lassen" als deutscher Spruch gängig, und diese (Ihre)Version, die lese ich zum erstenmal.
Tja, das mit rechts und links, das eignet sich schlecht für solche Sprüche, da man sieht, so wie der Wind so der Mantel.

Der Spruch eignet sich m.E. ganz hervorragend, werte Frau Lubig. Und dass er eigentlich "links liegen lassen" heißt, stellen Sie sich vor, das weiß ich. Mit etwas Ironie und Humor betrachtet, verstehen Sie aber vielleicht meine Verballhornung. Was ICH allerdings nicht verstehe, ist Ihre Begründung: "da man sieht, so wie der Wind so der Mantel". Bitte um Erläuterung.

P.S. Ich vermute mal, dass Deutsch vielleicht nicht Ihre Muttersprache ist, liebe Frau Lubig? Ich möchte allerdings nicht unhöflich erscheinen, aber ich denke, dass Sie in dem Fall dieses doppelsinnige Wortspiel von mir nicht richtig einordnen könnten......

denoch der Spruch "links liegen lassen" ist mir sehr wohl bekannt, und früher bedeutete er Personen mit Nichtachtung "strafen" oder Geschehenes ignorieren, übrigens auch im allgemeinem politischen Kontext.

Sie brauchen mir die Redewendung nun wirklich kein zweites Mal erläutern, Frau Lubig. Wäre sie mir nicht geläufig, könnte ich kein Wortspiel mit ihr treiben. Da Ihnen aber offenbar der Zugang fehlt zu Ironie und Wortspielereien, sollten wir es jetzt dabei belassen. Denn was ich zum Ausdruck bringen wollte, dürfte(fast;-)) jedem hier klar geworden sein, bei Ihnen bin ich mir da nicht so sicher. Guten Abend.

Welches Fragezeichen? Außer der Sache mit dem Wind und dem Mantel, die auch von Herrn Veit nachgefragt wird, sehe ich keines. Aber wir reden eh aneinander vorbei und das Eigentliche blieb unbeantwortet. Belassen wir es dabei, das wird sonst nur eine von diesen Redundanzschleifen, werte Frau Lubig.

...und was ist jetzt mit "so wie der Wind so der Mantel."?

Interessiert mich wirklich - kenne ich nicht, bisher... [...als Muttersprachler]

Dagmar Lubig | Mo., 15. Juni 2026 - 11:16

Antwort auf von Thomas Veit

Weil der neue "erfundene" Spruch "rechts liegen lassen" insbesondere von der Bundeszentrale für politische Bildung weit und breit abgehandelt wird, gewinnt dieser Spruch an überragender politische Bedeutung, die den alten guten Spruch "links liegen lassen" niemals zukam.
Ehrlich gesagt, aus dem Stehgreif fiel mir hierbei die passende Ironie-Pointe nicht ein, und deswegen der Spruch "so wie der Wind, so der Mantel".
Warum so ein aufheben?

Angelika von der Beek | So., 14. Juni 2026 - 22:36

Ich finde das Bild, das Höcke entwirft, eindrücklich: Ein wichtiger Unterschied zwischen West und Ost in Deutschland? Die Einen sind massiv von den USA, dem Westen, beeinflusst und die Anderen kaum von den Russen. Das ist doch ein Bonmot! Und der arrogante Herr Grau, der zunächst wortgewaltig die Amerikanisierung der Westdeutschen schildert, also mit der von ihm beschriebenen "Empirie" Höcke recht gibt, verfällt dann in billigste Polemik, wenn er von "kitschigen nationalromantischen Kategorien", "süßlichen Klischees und schwülstigen Stereotypen". Es folgt kein Argument, nur noch nicht ganz so eklige Begriffe, wie "unpolitisch", oberflächlich und intellektuell spießig. Und diese Eigenschaften sollen "seine eigentliche Gefahr" darstellen. Ein unpolitischer Politiker stellt eine Gefahr dar! Wirklich? Höcke bezieht sich wohl auf Dr. Hauke Ritz, mit seiner Unterscheidung zwischen Europa und Deutschland und dem Westen "Vom Niedergang des Westens zur Neuerfindung Europas".Lesenswert Herr Grau