Fake News - Der Verlust der Realität

Kolumne: Grauzone. Die Grenzen von objektiver Realität und subjektiver Weltinterpretation verschwimmen zunehmend – mit fatalen Folgen: Bizarre Fernsehdokumentationen über Geister und Untote werden beliebter, Verschwörungstheorien salonfähig und politische Realitätsverweigerung Alltag

Wolken, die an Chemtrails erinnern
Sehen so etwa normale Wolken aus oder sind das Chemtrails? / picture alliance

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Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Vor Kurzem erschien sein Buch „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ beim Claudius Verlag München.

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Alexander Grau

Das Dumme an der Wirklichkeit ist, dass jeder in seiner eigenen lebt. Und mit der Realität haben diese Wirklichkeiten nicht immer etwas zu tun. Das ist der einfache Grund dafür, dass die Geschichte eine Geschichte von Fake News ist und das postfaktische Zeitalter in dem Moment begann, als der erste steinzeitliche Erzähler seinen Jagdbericht allzu farbig ausschmückte.

Ein Zeichen, so lautet daher eine bekannte Definition von Schriftsteller Umberto Eco, ist alles, was man zum Lügen verwenden kann. Denn Zeichen suggerieren, dass sie Dinge bezeichnen. Doch nicht alles, wofür es ein Zeichen gibt, existiert auch. Und hier beginnt das Problem: Über die Frage, ob es Einhörner gibt oder nicht, kann man unter halbwegs rational denkenden Menschen vielleicht noch einen gewissen Konsens herstellen. Anders sieht es vermutlich schon beim Yeti aus. Und spätestens bei einer Diskussion über Ufos und Aliens erweisen sich erstaunlich viele Zeitgenossen als Feierabend-Dänikens.

Kurz: Der Mensch hat sich eine Wirklichkeit geschaffen, in der es deutlich mehr Dinge gibt, als tatsächlich existieren. Und nicht selten verwechselt er fiktionale und reale Gegenstände. Das Ergebnis: In seiner grandiosen Geschichte hat Homo Sapiens vermutlich mehr Bullshit hervorgebracht als belastbare wissenschaftliche Theorien. Man vermutete etwa einen Äther, ein Phlogiston oder irgendwelche spirituellen Energien. Und so verwundert es nicht, dass auch noch in unserer so aufgeklärten Gesellschaft Astrologie, Homöopathie, Reiki, Reinkarnationstherapie und anderer Unfug gedeihen.

Es gehört offensichtlich zur Dialektik der Aufklärung, dass nicht der Unsinn selbst verschwindet, sondern er lediglich seinen Jargon ändert und das Vokabular annimmt, das in der jeweiligen Zeit als irgendwie wissenschaftlich gilt.

Objektive Interpretation? Das ist natürlich geschwindelt!

Aktuell wird dieser Trend durch eine selbstverschuldete Krise der Institutionen und des wissenschaftlichen Diskurses befeuert. In dem volkspädagogischen Bemühen, ein ideologisch konformes Bild von Kultur, Geschichte und normativen Einstellungen zu zeichnen, suggerieren insbesondere die traditionellen Medien und die in ihnen zu Worte kommenden Experten, es gäbe so etwas wie objektive Interpretationen historischer oder soziale Abläufe und Ereignisse.

Das ist natürlich geschwindelt. Objektive normative Wertungen gibt es nicht. Normative Einstellungen sind immer ideologisch. In dieser Hinsicht sind wir zur Ideologie verdammt. Das ist nicht weiter tragisch. Man muss es nur eben deutlich benennen.

Unterlässt man das, beginnen die Grenzen zwischen der objektiven Realität und den subjektiven Weltinterpretationen zu verschwimmen. Mit fatalen Effekten. Den einen – vorzugsweise auf der linken Seite des politischen Spektrums Angesiedelten – wird alles zu Interpretation beziehungsweise zur Konstruktion: etwa das Geschlecht, die Rationalität, letztlich die Wissenschaftlichkeit selbst. Die anderen erheben alle möglichen Hirngespinste zu objektiven Tatsachen und investigativ herausgearbeiteten Wahrheiten. Das Ergebnis sind Verschwörungstheorien, Esoterik und anderer Irrsinn.

Und so geht – zumal in Zeiten von Internet, Blogs und sozialen Medien – zunehmend der Kontakt zur Realität verloren und das Gespür für das rational Begründbare. Das ist nicht nur ablesbar an den Fake News und kruden Theorien, die im Netz die Runde machen. Sehr viel bedenklicher ist, dass auch etablierte Medien sich zunehmend an der Vermischung von Realität und Fiktion beteiligen.

Dokumentationen über Untote und Geister liegen im Trend

Ein besonders bizarres, aber eben auch prägnantes Beispiel für diesen medialen Trend sind etwa Dokumentationsreihen, die bezeichnenderweise aus den USA auf den europäischen Medienmarkt schwappen und bierernst und mit wissenschaftlichem Duktus die Existenz von Geistern und Untoten beglaubigen. Diese Formate tragen reißerische Namen wie „Ghost Hunters“, „Verflucht“, „Scariest Night of my Life“ oder „Ruhelosen Seelen“. In der Anmutung einer seriösen Reportage fahnden dort angebliche Experten mit wissenschaftlichem Equipment nach übernatürlichen Erscheinungen, die dann von Exorzisten beseitigt werden. Wohlgemerkt: Dabei handelt es sich nicht um so genannte „Mockumentaries“, also Formate die satirisch mit dem Eindruck des Dokumentarischen spielen, sondern um Sendungen, die mit dem dokumentarischen Duktus von Wissenschaftsmagazinen auftreten.

Verschwörungstheorien, alter und neuer Aberglaube, pseudowissenschaftliche Scharlatanerie: Wir mutierend zunehmend zu einer Gesellschaft, die nicht mehr in der Lage ist, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Doch intellektueller Eskapismus als gesellschaftlicher Dauerzustand ist brandgefährlich, da er der politischen Realitätsverweigerung Vorschub leistet. Die letzte Legislaturperiode hat bedrückende Beispiele dafür geliefert. Und es sieht nicht so aus, als ob es in der kommenden besser würde.

Achim Scharelmann | Sa, 13. Januar 2018 - 07:09

So wie sich die Zuwanderer ihre eigene Welt hier im Lande aufbauen, so verbarrikadieren sich die Deutschen in ihrer Scheinwelt und deswegen haben auch die Baumärkte seit Jahren Hochkonjunktur. Hier passiert das gleiche paralell, indem man sich seine eigene heile Welt bis zum Gartenzaun schafft und alles darüber hinaus verdrängt, weil die Ohnmacht so groß und der Mut und die Entscheidungskraft so klein ist, daß man diese Art des Rückzuges vorzieht, in der Hoffnung, daß dieser Kelch irgendwann an uns vorübergeht. Wegschauen und ignorieren ist allerdings der falsche Weg, denn es liegt in unserer Hand, welchen Weg wir beschreiten wollen und wer nicht mit den politische Akteuren einverstanden ist, kann sich ja für andere entscheiden, man muß nur wollen und auch die Fähigkeit besitzen vorausschauend zu denken um dann vorsichtshalber etwas entgegen zu setzen. NIchts kommt über Nacht und die heutige Entwicklung ist nur die Fortsetzung dessen, was sich seit über 40 Jahren bereits angebahnt hat.

Albert Schaller | Di, 16. Januar 2018 - 21:25

In reply to by Achim Scharelmann

...Herr Scharelmann! Man darf jedoch ergänzen, dass diese Scheinwelten keineswegs bereits am Gartenzaun des Baumarktkunden enden; vielmehr reichen sie bis tief hineine in die 'seriöse' Wissenschaft: Faselte diese vordem über den 'Äther', um zu erklären, was sie damals eben nicht erklären konnte, so faselt sie heute über 'Superstrings in X-Dimensionen, 'Dunkle Materie' und 'Dunkle Energie'. Und überhaupt: Vorsicht ist immer dann geboten wenn der Begriff 'Dunkel' in die Waagschale geworfen wird; schwadronierte nicht erst in jüngster Zeit ein religions- und moralgesättigter Bundespräsident über 'Dunkel'-Deutsche?! Und nur wenige Monate später tun sich genau jene Abgründe auf, vor denen all diese 'Dunkel'-Deutschen (allesamt Nazis, Rassisten und Fremdenphobiker, versteht sich) völlig zu recht gewarnt hatten. Man sieht also: Die Halbwertszeiten der Fasler werden kürzer und ihr Wahnsinn zerbröselt immer schneller; und auch dies ist den modernen Medien und dem Internet geschuldet!

Gerdi Franke | Sa, 13. Januar 2018 - 09:00

Das was uns diese Eliten als Realität vermitteln wollen interessiert nun mal keinen Bürger. Weil er diese Märchen zu genüge kennt. Und Fernsehdokumentationen über Geister und Untote bestätigen das Bild der Bürger von "seinen" Eliten.

Reiner Jornitz | Sa, 13. Januar 2018 - 09:24

Sehr geehrter Herr Kraus, das was man denkt , das ist man oder das was der menschliche Glaube du erfassen kann das kann er auch erreichen. Das hat schon der alte Dale Carnegie gewusst. Ist es nicht so das unsere Politik zu großen Teil auf Lüge und Desinformation aufgebaut ist? Werden nicht bei uns Lügenkonstruktionen im Bereich Flüchtlinge und deren Vergehen angestellt oder manipuliert. Wie ist es , wenn die Menschen offensichtlich merken , das sie von den Medien nicht informiert sondern manipuliert werden? Entscheidungen der Politik ein böses System erahnen lässt was dahinter steckt. Baron Münchhausen hätte seine Freude gehabt und selbst ER wäre, wenn er das mitbekäme was heute abläuft freiwillig in psychiatrische Behandlung gegangen was gesellschaftlich und politisch bei uns abläuft. Es ist schlechthin das große Unbehagen einer verunsicherten Gesellschaft

aus uralten zeiten...
Es kann eben doch von Vorteil sein, wenn man einen gut trainierten Körper hat!
Seit Jahren...
Was da abläuft ist doch kein Märchen:
„Mein Pferd und ich wären hoffnungslos versunken, wenn ich es nicht geschafft hätte, mich an meinem eigenen Haarschopf aus dem Sumpf zu ziehen. Dass ich dadurch auch mein treues Pferd gerettet habe, versteht sich ja von selbst. Es kann eben doch von Vorteil sein, wenn man einen gut trainierten Körper hat.“
versteht sich ja von selbst...

Detlev Flott | Sa, 13. Januar 2018 - 10:31

Kein Wunder, dass sich Menschen irrational verhalten und Wirklichkeit von Fiktion nicht unterscheiden können.
Der überwiegende Teil der Menschheit wurde von Kindesbeinen an durch Religion konditioniert.
Die Basis ist immer irrationaler Glaube an das Überirdische, Metaphysische...
Da es kein in sich geschlossenes logisch aufgebautes Gedankengebäude geben kann, kämpfen im Islam Schiiten gegen Suniten , Hindus gegen Moslems und fundamentale Christen , die die Bibel wörtlich auslegen, gegen den Rest der Welt......
Dabei soll man sich dann nicht wundern, dass es bei einer explosiv ansteigenden Weltbevölkerung überall kracht und rationales Handeln und Denken nicht angesagt sind!
Der Alleinvertretungsanspruch von RELIGIONEN, insbesondere des Islams, ist die Keimzelle unlösbarer Konflikte!

Wie recht Sie doch haben! Die Religionen sind doch eindeutig die bei weitem ältesten, mächtigsten und gewalttätigsten Verblödungsmaschinerien, denen die meisten Menschen von Kindesbeinen an vollkommen hilflos ausgeliefert sind und von denen in der Folge ihr gesamtes weiteres Leben geprägt wird.
Ich muss immer herzlich lachen, wenn sich ein Mensch, der felsenfest an die Jungfräulichkeit einer (mehrfachen) Mutter glaubt, über Zeitgenossen lustig macht, die an die Existenz von 72 Jungfrauen im Jenseits glauben.

Dirk Manke | Sa, 13. Januar 2018 - 10:33

Verehrter Herr Grau,
wie sie sehr schön formuliert haben, sind objektive Realität und persönliche Wirklichkeit 2 verschiedenen Dinge.
Ist Ihnen beim Schreiben Ihres Artikels eigentlich bewusst gewesen, dass Sie Ihren Lesern Ihre eigene persönliche Wirklichkeit als objektive Realität präsentieren?

Bernhard Jasper | Sa, 13. Januar 2018 - 10:37

Nach Nietzsche gibt keine Fakten, es gibt nur Interpretationen. Die Interpretation ist ja immer ein herausgreifen einer Reihe von Elementen aus dem Ganzen. Die ersten Beispiele tauchen in der klassischen Antike auf, da die Glaubwürdigkeit des Mythos durch eine realistische Betrachtung der Welt (naturwissenschaftliche Aufklärung) abgelöst wurde. Vieles war plötzlich nicht mehr tragbar. Nietzsche: „Alle Götter sind von Dichtern gemacht. Ich bin dieser Dichter müde. Der alten und neuen. Oberflächlich sind sie mir alle.“

Um zu verstehen brauchen wir jedoch die Interpretation (auch den richtigen Interpretationsschlüssel). Und so sind in bestimmten kulturellen Umgebungen Interpretationen ein befreiender Akt. In anderen kulturellen Zusammenhängen ist sie reaktionär, trivial, erbärmlich und stickig.

P.S.: Heute vergiften Medien aller Art mit „Fake-News“ das Verstehen. Wie eine Art Rache an der Welt, wird sie arm und leer gemacht. Sie errichten eine Schattenwelt.

Sepp Kneip | Sa, 13. Januar 2018 - 11:16

Realität? Wo findet man in der heutigen Politik unseres Landes noch Realität? Sie ist einer zerstörerischen Ideologie gewichen. Einer Ideologie, die auch den Bürgern durch das Polit/Medien-Kartell in die Köpfe gepflanzt wurde. Nur, ein Großteil der Bürger hat das noch gar nicht bemerkt. Er wurde zu einer politisch leicht manövrierbaren Masse manipuliert.

Früher hat man über den Sinn oder Unsinn irgend eines Phänomens mit dem gesunden Menschverstand geurteilt. Aber dieser ist mittlerweile verkümmert. Das Gutmenschentum hat das ideologische Regiment übernommen und die Objektivität verdrängt. Das ist gewollt. Ohne diese Entwicklung, das heißt, mit einem gesunden Menschenverstand, dürfte es eine GroKo nicht wieder geben. Dass es sie wohl wieder gibt, ist dieser ideologisch gewollten Verblendung zu verdanken.

"Wir mutieren zunehmend zu einer Gesellschaft, die nicht mehr in der Lage ist, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden." So ist es. "Dank" Merkel.

Ralph lewenhardt | Sa, 13. Januar 2018 - 11:17

Die kommenden Regierungsparteien sind nicht einmal von der Hälfte der Wahlberechtigten gewählt worden. Das zu erwartenden Koalitionsprogramm strotzt vor Parteien- und Funktionärseinigung am Wahlprogramm vorbei. Die Hauptursache der Spaltung der Gesellschaft, der Ausschluss der Volksmehrheit von der Richtungsbestimmung der Gesellschaft, vertieft sich noch mehr. Da selbst Wähler dieser Parteien sich von dieser Koalition und ihrem Ergebnis empört abwenden, verbliebe ein Volkskonsens zu dieser Regierung von unter 30 %! Die erste unpopuläre Maßnahme reicht also und es geht da weiter, wo es aufgehört hat. Sie können die Ränder ihrer Mottenkiste einfach nicht überklettern und scheuen vor einem neuen Demokratiesystem in dem ihre ausgeleierten Nichtssagehülsen gnadenlos entlarft würden.
So wollen sie nun auch Europa reformieren-Junker ist begeistert.

gabriele bondzio | Sa, 13. Januar 2018 - 11:25

obwohl ich ihnen recht gebe, Herr Grau, das die Realität allgemein den Bach runter geht. Sind die Symtome doch vorallem in der Politik zu beobachten. Beispielsweise im Groko-Papier, Begrenzung der Migration. Wie kann man etwas begrenzen, wenn es keine Grenzen gibt? Die Realität (wenn sie denn erwünscht ist) wird wiederspiegeln, dass es dann eben eine illigale Migration über die grüne Grenze in den Untergrund gibt. Das Schlepper sehr einfallsreich sind, hat sich doch in der Vergangenheit sehr gut gezeigt. Ein weiteres Beispiel. Die Nichtabsenkung Spitzensteuersatz, wird nicht nur die Mittelschicht weiter ausplündern, sondern steht auch konträr gegen eine qualifizierte Einwanderung, eher für weiter Abwanderung. Und wenn sich die Mittelschicht (auch durch explodierende Kosten auf dem Wohnungsmarkt) weiter verdünnt, leiden automatisch die Sozialkassen.Die in Folge unqualifizierter Einwanderung aber immer mehr Ausgaben stemmen müssen.

Hayo Schmidt | Sa, 13. Januar 2018 - 12:22

Ich bin schon lange der Meinung, dass derartige Beiträge ohne Realitätsbezug verpflichtend mit einer Beschriftung "Achtung Esoterik", "Achtung Satire" oder "Achtung Religion" gekennzeichnet werden sollten.

H. Schmidt

*** Achtung Satire ***

Axel Kreissl | Sa, 13. Januar 2018 - 13:54

Bei realistischen Physikprofessoren haben wir vor 40 Jahren gelernt: auf die Größenordnung kommt es an! Man wußte damals noch, wo das Koordinatensystem seinen Ursprung hat. Heute sind daraus Nanowelten verschiedener Expertengruppen geworden, die Netzgemeinde, die Ökobewegung oder die Medien und zwar weltweit, die alle für sich den Anspruch der absoluten Wahrheit haben, aber in Wirklichkeit nur Fake News verbreiten. Wichtigste Begleiterscheinung: Was sie machen, kostet unendlich viel Geld, bringt aber nichts ein, führt zu keiner grundlegenden zukunftsweisenden Entscheidung. Es ist eben NANO, ohne Effekt. Regierungsprogramme, die darauf aufbauen, sind Seifenblasen, die zerplatzen müssen. Keine Koalition im Bundestag, keine Regierung der Welt kann so etwas Sinnvolles bewirken. Es ist alles auf Sand gebaut. Es ändert sich erst, wenn die Führer der westlichen Welt den Mut haben, ihren Bevölkerungen zu sagen, daß sie umkehren müssen zum Ursprung des Koordinatensystems!

Harro Meyer | Sa, 13. Januar 2018 - 16:02

Das war den alten Griechen schon bekannt und hat die ersten geschriebenen Geschichten wie den Kampf um Sparta und die Odyssee beflutet. Die Wahrheit ist immer eine persöhnliche Reflexion der Wirklichkeit. Schon Freud hat nachgewiesen, dass man die Wahrheit nur selber kennt und kein anderer. Später wurden sie in verschieden Versionen zu Papier gebracht
Ein Vorteil für die Bänkelsänger damals, die diese damals (500v.C) mit bis zu 400 (Hexameter)Strophen langen Geschichten aus dem Kopf vortrugen.
Die Darstellung des Christentums wurde um 350 durch den hl. Hieronimus und die Vulgata der Wirklichkeit angepasst. Um in unserer unübersichtlichen Zeit im volkspädagogischen Bemühen zumindest ein zumindest ideologisch konformes Bild von Kultur, Geschichte und anderen normativen Standards zu zeichnen suggeriert uns die Journaille, es gäbe bei uns so etwas wie eine objektive Interpretation der politischen Abläufe. Weit gefehlt. So ging's schon immer. Nur hat man's bisher vertuscht.

Christa Wallau | Sa, 13. Januar 2018 - 16:31

Die Gefahr, sich von der Realität zu entfernen, ist da am größten, wo Arbeit u. Umfeld immer weniger erdgebunden u. handgreiflich sind.
Bauer, Gärtner, Metzger o. Bergmann früherer Zeiten waren kaum gefährdet (wenn es nicht um's
Jenseits ging!), während die am Computer tätigen Menschen heutzutage in hohem Maße dazu verführt werden, allerlei Theorien pseudowissenschaftlicher Art u. sonderbaren
Heilslehren Glauben zu schenken.

Das seltsame Verständnis, das "Grüne" von der Natur haben, zeugt z. B. davon, wie weit sie sich mit ihren Ideen zu Landwirtschaft u. Forsten von Menschen entfernt haben, die täglich in u. mit der Natur arbeiten.

Kurz: Menschen entscheiden politisch über real-existierende Zustände und Vorgänge, die nur noch magere, theoret. Kenntnisse davon besitzen.
Dieser politische Realitätsverlust (= null praktische Erfahrung u. Leugnung unangenehmer
Wahrheiten) ist eine Hauptursache für die
krassen Fehlentscheidungen der letzten Jahre.
Richtig, lieber Herr Grau!

Theoretiker, da bin ich sicher, denken das die Kartoffeln auf den Bäumen wachsen und die Milch vom Supermarkt kommt. Die können nicht mal eine Kuh von einer Ziege unterscheiden.
Welches Gemüse ober oder unterirdisch wächst, können die natürlich nicht beantworten.
Null praktische Erfahrung. Das trifft zu. Aber Arrogant und Besserwissend.
Jeder einfache Landwirt kann besser regieren als diese Amateure.

Matthias Schnitzler | Sa, 13. Januar 2018 - 16:32

Früher hielten die Menschen in Deutschland das, was sie im ZDF und in der ARD sahen, für die Wirklichkeit und die Wahrheit. Heute weiß man durch das Internet, dass deutsche Rundfunkanstalten in etwa so viel lügen wie RT News oder die Washington Post. Natürlich ist es anstrengend, wenn man heute etwa zehn Medien (Rundfunk, Fernsehen, Internet, Zeitung, Zeitschrift etc.) konsumieren muss, um so etwas wie Wirklichkeit oder Wahrheit zu etablieren. Wie sagte schon Paul Celan: "Wirklichkeit ist nicht. Wirklichkeit will gesucht und gefunden werden."

Dieter Freundlieb | Sa, 13. Januar 2018 - 17:25

"Das Dumme an der Wirklichkeit ist, dass jeder in seiner eigenen lebt. Und mit der Realität haben diese Wirklichkeiten nicht immer etwas zu tun." Das ist ein außerordentlich problematischer Satz. Die erste Proposition setzt nämlich etwas als wissbar voraus, was der Autor gar nicht wissen kann. Wenn JEDER in seiner eigenen Wirklichkeit lebt, dann schließt das den Autor ja mit ein. Wie soll er dann aber wissen können, dass das, was er 'Realität' nennt, grundsätzlich ANDERS sein kann, als was er und andere für die Wirklichkeit halten? Ein Vergleich zwischen Wirklichkeit und Realität muss möglich sein.

Problematisch ist auch seine These, dass es keine objektiven Wertungen gibt. In der Diskursethik von Apel und Habermas wird das mit guten Gründen bestritten. Die Argumentation für oder gegen bestimmte Wertungen setzt nämlich die stillschweigende Anerkennung bestimmter Grundwerte bei den Argumentierenden bereits voraus. Andernfalls kommt es zu einem performativen Selbstwiderspruch.

Karoline Vomich | Sa, 13. Januar 2018 - 17:39

In einer immer komplexer werdenden Welt, wird von Politik und Medien die aktiv die allgemeine "Entbildung" weiter Bevölkerungschichten betrieben!

Diese Entbildung ist die Basis der hier beschriebenen Entwicklung! Bliebe noch die Frage nach den Motiven!

Ruth Müller | Sa, 13. Januar 2018 - 17:50

[ ohne AKW und Dieselabgase! ]

Das Herrschafts-Konstrukt „Brot und Spiele“, dient seit Rom, immer nur zum Machterhalt einer bestimmten Borderline-Gruppe, die sich in eingebilderter göttlicher Bestimmung genötigt sieht den "Pöbel" zu erziehen.

Dieses Konstrukt ist altbewährt und funktioniert(e) zu allen Zeiten. Brot und Spiele - verhalten sich direkt proportional zu - Fernsehen und Eventgesellschaft.

Die erzielte/gewollte Wirkung ist die Selbe.

Marcus Cornelius Fronto (* um 100; † um 170) schrieb: „dass es für den Kaiser vor allem darauf ankomme, sich die Gunst des Volkes durch Schauspiele, Kornverteilungen und Geldgeschenke zu sichern“.

Kaiser-Varianten im moralischen Liberalismus:

Rot-Grün
Schwarz-Grün
Schwarz-Gelb
Rot-Gelb-Grün
usw.

"Noch in der Spätantike musste der präsumtive Nachfolger bereits zu Lebzeiten des Vorgängers dessen Mitkaiser werden, um eine reibungslose Thronfolge zu gewährleisten."

Das schliesst LINKE und AFD per Definition aus.

Volker Leyendecker | Sa, 13. Januar 2018 - 17:52

Herr Grau, der Verlust der Realität begann mit dem aufkommen der Religionen. Seit jeher gab es Menschen die sich auf Kosten anderer ein gutes Leben machten. Alle Religionen oder auch Sekten genannt leben doch von Ereignissen die nicht zu erklären waren. In grauer Vorzeit waren Sonnenfinsternis oder ähnliches nicht erklärbar. Die Erde war eine Scheibe, es wurde mit Fegefeuer oder ewiger Verdammnis gedroht. Erst die Aufklärung hat die Religionen in ihre Schranken gewiesen. Es gibt immer noch viele Menschen die sogenannten Hellsehern oder Gurus alles Glauben. Doch wenn diese Religionen ganze Staaten in ihre Gewalt bringen ist das normale Zusammen Leben der Menschen nicht mehr möglich ( siehe den Islam ) Der Religion ist reine Privatsache und wer Glaubt er sei etwas Besseres als die Anderen ( Ungläubige ) dann ist die Religion eine Sekte und gehört verboten. Stricke Trennung: Staat -- Religion.

Konrad Schiemert | Sa, 13. Januar 2018 - 19:10

"Wir mutierend zunehmend zu einer Gesellschaft, die nicht mehr in der Lage ist, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden."
Ich habe darüber eine "Theorie". Ich denke nicht, dass eine deutliche Zunahme in der beschriebenen Richtung existiert. Ich denke eher, dass fast jeder Mensch (genetisch bedingt?) ein Bedarf an Mysterium braucht, also sucht immer nach dem Unerklärlichen und wird freut sich sogar, wenn etwas findet. Ich würde sagen, dass sogar ein Wettbewerb in diese Richtung zu beobachten ist. Früher, als noch die Religionen eine entscheidende Rolle im Legen gespielt haben, war der Mysteríum-Bedarf durch sie bedeckt. Heute werden die Religionen und ihre Wundergeschichten weniger ernst genommen. Es ensteht also ein Bedarf an anderen Mysterien. Und so können Ersatzreligionen (im weitesten Sinn des Wortes) entstehen und sich kräftig entwickeln. Es wird also die Maria-Erscheinung durch eine UFO-Erscheinung ersetzt.

Dimitri Gales | Sa, 13. Januar 2018 - 19:26

Man erinnere sich an einen Mann names Däniken, der mit seinen Absurden Behauptungen viel Geld und Beachtung scheffelte, oder an den Dauerbrenner "Ufos" und dergleichen. Heute kommt noch ein manipulativer Aspekt hinzu: Teile der Öffentlichkeitkeit lassen sich durch irrationalen Unsinn lenken. Bemerkenswert ist, dass laut Aussage von Experten der Bildungsgrad hierbei keine Rolle spielt, was insbesondere die Verschwörungstheorien betrifft.

Holger Stockinger | Sa, 13. Januar 2018 - 19:31

(vierte Groko) bei etwas Leselust des Manns "ohne Eigenschaften" könnte mit Interpretationslust auch gelesen werden.

Mit #meTo Tom und Jerris wie vor dem 1. Weltkrieg.

"Völker hört die Signale!" scheint ein guter Song zu sein ...

... Parallel-Gesellschaften wie auch Links-Rechts-Denken ist ein Nährboden für noch mehr Hass, der nicht unbedingt in der Breisach endet ...

Alexander Oswald | Sa, 13. Januar 2018 - 20:21

Das Dogma des "Zählen, Wiegen, Messen - und alles andere existiert nicht", war schon in den 1920ern mit der Quantenphysik am Ende. Graus Text liest sich, mit Verlaub, wie der Versuch aus der geistesgeschichtlichen Gruft, das Überkommene zu retten. Auch politisch. Naheliegend ist da natürlich der Hinweis auf Dinge wie den Yetiglauben. Doch dass man selbst mit dem Metermaß vor jeder Wirklichkeit steht, die geistiger ist als die Tischbreite, blendet man aus. In den Diskussionen der zeitgenössischen Philosophie (bspw. über Panentheismus vs. Panendeismus) ist man als Verbalvertreter eines dogmatischen Naturalismus natürlich vollständig außen vor. Und ad absurdum führt man sich zuletzt nicht, weil man allen Fakultäten außer der Naturwissenschaft den Gegenstand abspricht, das ist nur "vermessen", sondern weil man auch jene naturwissenschaftlichen Erkenntnisse, die - seit 90 Jahren - das Gegenteil bezeugen, konsequent ausblendet. Rational und naturalistisch sind zweierlei, Herr Grau.

Einer der schönsten Sätze ist für mich der von Immanuel Kant:
"Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht ...: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir."
Beides nicht rational zu erklären, zu vermessen, auszuloten ...

Art Vanderley | Sa, 13. Januar 2018 - 22:57

Treffend, vor allem der Hinweis auf das bedenkliche Vorbild etablierter Kreise. Die zeigen gerne auf Verschwörungstheorien, die oft auch welche sind, lenken damit aber gerne ab vom gleichen eigenen Verhalten. Auch hatespeech ist dem Establishment nicht fremd, sie verpacken es nur vornehmer, indem Kritiker mit Schlagworten diffarmiert und so viele Kanäle wie möglich verstopft werden, in denen konstruktive Kritik möglich wäre.
Pauschal links ist das jedoch nicht, es ist vielmehr ein bestimmtes Denken, das sich im linken Bereich breitgemacht hat, mit linkem Denken hat das nichts zu tun.

Klaus Dittrich | Sa, 13. Januar 2018 - 23:06

„Kurz: Der Mensch hat sich eine Wirklichkeit geschaffen, in der es deutlich mehr Dinge gibt, als tatsächlich existieren.“
Vorsicht: Nur weil der Mensch noch nicht in alle Tiefen – Ozean, Weltall etc. – vorgedrungen ist, kann nicht per se behauptet werden, dort gäbe es weder Anorganisches noch Organisches. Die Aussage, es existiert nur, was ich mit meinen Sinnen aufnehme, sollte überwunden sein.

Alexander Till | So, 14. Januar 2018 - 09:52

Sehr seltsam Herr Grau, dass Sie das Fakewort Nummer 1, nämlich "Gott" nicht aufführen.

Angela Seegers | So, 14. Januar 2018 - 10:23

Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Seit Menschengedenken hat es Irritationen gegeben, die gesellschaftliche Gleichgewichte empfindlich gestört und schließlich zum Entgleisen gebracht haben (immer wiederkehrende Kriege, die aus - modern gesprochen - teils fakes entstanden und ein völlig irres Handeln nach sich zogen). Heute haben wir eine ganz andere Qualität in Friedenszeiten. Den einer gleichgültigen, gelangweilten Welt ohne Ziel und mit dem verheerenden Wunsch nach übersteigerter Existenzberechtigung. Was ist besser, was ist wirklicher, was ist wissenschaftlicher? Ich spiele neuerdings vermehrt Gesellschaftsspiele nach alter Art, Karten- und Brettspiele, das tut gut, fördert es vieles gleichzeitig. Echte Kommunikation, Lachen, Fairness usw. Nur sorgen bringt mich nicht weiter in meiner persönlichen Entwicklung.

Ursula Schneider | So, 14. Januar 2018 - 11:36

"Der Mensch hat sich eine Wirklichkeit geschaffen, in der es deutlich mehr Dinge gibt, als tatsächlich existieren." Aber wer will genau wissen, was tatsächlich existiert, was fiktional, was real ist? Wie wirken Energien, z. B. bei der Homöopathie, beim Handauflegen oder bei Placebos? Bekanntlich gibt es viele Dinge zwischen Himmel u. Erde, die nicht stofflich, berechenbar, rational erklärbar sind. Alles Unfug? Zur menschlichen Natur gehören auch Fantasie, Ideen, Träume ... Davon leben u. a. Kunst, Musik, die Liebe zum Schönen ...

Wer das alles als Unsinn abtut, macht leicht den Fehler der Ideologen mit ihrer Intoleranz. Und wie kann es objektive Realität ohne "objektive normative Wertungen" geben?

Die politische Realitätsverweigerung steht m. E. auf einem ganz anderen Blatt. Hier ist Pragmatismus gefragt, offener Wettstreit der Konzepte, die ständig realitätsnah überprüft werden müssen (vgl. Karl Popper). Daran mangelt es bei uns in der Tat.

Winfried Sautter | So, 14. Januar 2018 - 16:05

Die politischen Messianisten, ob links oder rechts, oder einfach nur "alternativlos", mögen an Karl Popper erinnert werden: "Wir wissen nicht, wir raten". Alles andere ist Aberglaube.

Romuald Veselic | So, 14. Januar 2018 - 17:38

wie man die Begriffe und Idiome löscht und durch aerodynamische Worthülse ersetzt. Man versucht, aus dem Planeten einen septischen Ort für alle zu erschaffen, in dem man unter kulturellen, gleichwertigen Diversität, alles akzeptiert, um die totale Harmonie herbeizuführen, auch wenn die Hälfte am Besagten, ein massiver Sagen-Humbug/Unsinn ist.
Ebenso versucht man Sprichworte/Klischees als Unfug abzustempeln, wobei diese Begriffe nicht im luftleeren Raum entstanden sind, sondern durch Erfahrungen der vorherigen Generationen.
Als Beispiel aus dem sog. Klischee-Komplex:
"Ein Weib kannst immer verdreschen, es wird schon wissen warum". Dabei handelt sich nicht um eine Sprachgroteske, sondern um ein arabisches Sprichwort, das man sehr ernst nehmen sollte.

Wolfgang Schneider | So, 14. Januar 2018 - 19:29

Sehr geehrter Herr Grau!
Als begeisterter Leser des Cicero und Ihrer Kolumne stimme ich unbedingt dem Gedanken zu, dass unsere Politik und Gesellschaft an grandiosem Realitätsverlust leidet. Dennoch musste ich beim Lesen dieses Artikels mit dem Gedanken an den griechischen Philosophen Heraklit ringen, den man ja auch den Dunklen nannte, weil seine Gedanken nur schwer entschlüsselbar schienen. Vielleicht bin ich der einzige, dem es so geht, und ich komme noch drauf. Trotzdem erwarte ich Ihre weiteren Beiträge mit Spannung.

André Oldenburg | So, 14. Januar 2018 - 19:37

Es sind nicht nur die Dokumentationen, es sind auch die Bücher, Filme und Serien, die sich von der Realität total gelöst haben. So ist alles nur noch Fantasie, ein hauch Realität stört dort nur, warum soll es also in anderen Bereichen anders sein. Wir haben eine Bundeskanzlerin, die ihre Politik als alternativlos tituliert hat (und damit eine neue Partei geschaffen hat), welches im Grunde eine Abschaffung der Demokratie gleichkommt, wenn nur die eigene Realität richtig ist.
Wir haben keine Politiker mehr einer bestimmten Richtung, sondern es gibt Messias (Heilsbringer, Befreier, Erlöser) für die einen ist es Trump für die anderen Obama. Aber wenn man sich die Ergebnisse eines Messias ansieht und es mit den Erfolgen vergleicht, dann ist Obama ein mittelmäßiger Politiker und Gerhard Schröder, der aus dem kranken, alten Mann Europas die Lokomotive Europas gemacht hat, wohl eher Schröder der einige, der auch nur ansatzweise solche Verehrung verdienen würde, aber der Prophet im eigenen ...

Markus Andel | So, 14. Januar 2018 - 22:20

Der Artikel trifft den Nagel auf den Kopf. Leider offenbar nicht das Wohlwollen der Leser, was man leicht an der Anzahl der Kommentare ablesen kann. Viele, der hier üblichen Verdächtigen haben sich hoffentlich beim lesen wiedererkannt.

Elke Utecht | Mo, 15. Januar 2018 - 08:05

Guten Morgen, Herr Dr. Grau,
Ist es ein Versehen, dass Sie in Ihrer Aufzählung die Glaubensinhalte der Religionen vergessen haben?

Willi Mathes | Mo, 15. Januar 2018 - 10:09

Stimmt, Herr Grau !

Viel Nonsens - ist der Sieg des Geistes - über die Vernunft ! Aber das ist natürlich alles Nonsens !

Danke und freundliche Grüsse

Marianne Bernstein | Mo, 15. Januar 2018 - 11:39

Sie können heute zu vielen, vielen Themen "Studien" finden, die mal das eine verdammen und dann genau diese richtig finden. Alle berufen sich darauf "objektiv" zu sein.
Auch die Politik und vorallem die Zeitungen sind an der Vertrauenskrise selbst schuld. Heute kann sich eben jeder selbst ein Bild machen und die meisten Dinge sind nicht so eindeutig wie man sie darstellt und im Brustton der Überheblichkeit dann auch noch verteidigt.
Viele Dinge, die der normale Bürger für unmöglich gehalten hätte sind heute klar und eindeutig bewiesen.
Das Problem ist nicht, dass der Mensch Fehler macht und auch mal falsche Theorien aufstellt, dass Problem ist die zunehmende Rechthaberei.

Wilhelm Maier | Mo, 15. Januar 2018 - 12:41

„Wir mutierend zunehmend zu einer Gesellschaft“ die schon in Science-Fiction-Kriminalromanen
des Autors Isaac Asimov ziemlich ausführlich in sienen Werken dargestellt worden ist.
Und Kontakt zu anderen Menschen wird bald über holographische Telepräsenz hergestellt.
„Sehr viel bedenklicher ist, dass auch etablierte Medien...“ für mich ist das Sehr! beängstigend und Furcht erregend.
Die Medien diehnen zur Zeit meist zu Befriedigung affektiver Bedürfnisse.
Kognitive Bedürfnisse, Bedürfnis nach Wissen, Verstehen, nach Neuem und nach Fortschritt lassen sich eventuell nicht so gut verkaufen. Marktwirtschaft halt. Auch bei ARD fehlen Milliarden...
„Anders sieht es vermutlich schon beim Yeti aus.“: ob ich heute einen Yeti bei Spaziergang treffen kann ist doch fif­ty at fif­ty, oder ich treffe ihn oder auch nicht. :-) .
Was Sehr erfreulich ist: „Der Witz umarmt die Wirklichkeit.“ Karl Kraus
In dem Sinne, in dem wir uns die Wirklichkeit naiverweise meist vorstellen, Alles Gute.

Wilhelm Maier | Mo, 15. Januar 2018 - 12:45

Was Verschwörungstheorien betrifft, die sind doch wirklich immer öfter glaubwürdiger als Realität. Wenn man sich einfach ein bischen umschaut. Leider. Realitätsverlust oder Realitätsverweigerung ist doch einfache Schizophrenie. Und das noch: „Charakteristisch für die Wirkung von Cannabis ist das breite Spektrum psychischer Effekte. So werden das Fühlen, das Denken, das Gedächtnis und die Wahrnehmung beeinflusst. Der intensive Konsum von Cannabis in jungen Jahren kann möglicherweise das Auftreten von Psychosen fördern.“ https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/
Cannabis in Deutschland...
Ist auch schon bekannt, das
"Philosophie ist dazu da, daß man sich nicht dumm machen läßt."
„In Wirklichkeit ist sogar die Wirklichkeit ganz anders.“
Wolfgang Mocker
Alles Gute.

Alessandro LaPorta | Mo, 15. Januar 2018 - 13:46

Lieber Herr Grau,

dass das Zurückbleiben des subjektiven Bewusstseins hinter der objektiven Wirklichkeit eine Konstante in der Geschichte der Menschheit ist, ist ja wahrlich nichts Neues. Es scheint wohl, dass es immer einen bestimmten Typus von Mensch unter uns geben wird, der der Vernunft nicht zugänglich wird und aus welchen Gründen auch immer, lieber das Absurde und Groteske bevorzugt. Insofern haben Sie natürlich recht, wenn Sie behaupten, dass solche Eskapaden als Dauerzustand für jede Gesellschaft hochgefährlich sind. Realitätsverweigerungen politischer wie auch gesellschaftlicher Art, haben in der Geschichte über kurz oder lang nie gut geendet. Leider befürchte ich auch, dass es nicht besser wird!

Bernhard Jasper | Mo, 15. Januar 2018 - 14:59

„Der Mensch kann sich Dinge, welche nicht wirklich sind, vorstellen, als wenn sie wirklich wären.“ Und „die Einbildungskraft ist das Hervorgehen der Bilder aus der eigenen Innerlichkeit des Ich, welches nunmehr deren Macht ist“. Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Und für Esoteriker ist die Imagination eines der wichtigsten Mittel zur Erkenntnisgewinnung. Wissenschaftliche Beweise werden nicht gefordert.

Und von Albert Einstein stammt der bekannte Satz: „Phantasie ist wichtiger als Wissen. […] Sie ist, im wahrsten Sinne des Wortes, ein realer Faktor der wissenschaftlichen Forschung.“

Elke Utecht | Mo, 15. Januar 2018 - 15:43

2 Versuch. Solange , unterstützt vom Staat, in Schulen, Kirchen und Elternhäusern, den Kindern nicht nahe gebracht wird, dass es auf der Erde mit " rechten Dingen"zugeht und Glaubensinhalte sich nicht von Esoterischem Gedankengut unterscheiden, hat dieser Unsinn einen Nährboden. Spaghetti-Monster oder doch Jesus, Buddha oder Allah, wer weiß das schon. Seltsam nur, dass die Religionen nicht in der Auflistung im Artikel
auftauchen.

Robert of Venice | Mo, 15. Januar 2018 - 15:49

"Über die Frage, ob es Einhörner gibt oder nicht, kann man unter halbwegs rational denkenden Menschen vielleicht noch einen gewissen Konsens herstellen."
Selbstverständlich gibt es Einhörner oder ist Großbrittanien etwa eine Fiktion ?

Alf Torsten Werner | Di, 16. Januar 2018 - 19:50

Da gäbe es nur einen Ausweg: Die Welt muß von Autisten regiert werden. Ist jedoch unrealistisch!

Hans Otto Arnold | Mi, 17. Januar 2018 - 11:35

Die Kommentare zu diesem Artikel bringen mehr Klarsicht als der ursprüngliche Artikel - quasi ein Staubkorn, um den sich ein Schneekristall gebildet hat.
Es ist unerträglich, wie hier unter dem Respekt heischenden Etikett "Philosophie" Kraut und Rüben vermischt werden. Nur ein einziges Beispiel: Das Phlogistontheorie war ein naturwissenschaftliches Modell, mit der Verbrennungsvorgänge erklärt wurden, bevor man wußte, wie und womit eine Oxidation abläuft. Also handelt es sich nicht um eine "fake news", sondern ein durch spätere Erkenntnis widerlegtes Denkmodell.
Vielleicht kann man den Elite-Begriff neu fassen: Das sind Leute, die auf fake news und das zeitmodische Geschwurbel darum nicht so einfach hereinfallen.

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