Felix Magath - „Jedes überlebte Jahr beim FC Bayern ist ein Gewinn“

Der ehemalige Bundesligatrainer Felix Magath trainiert in China den Super-Leage-Club Shandong Luneng. Mit dem Cicero sprach er über seine Zeit beim FC Bayern, emotionslosen deutschen Fußball und seine eigenen Integrationsbemühungen in Asien

Felix Magath sitzt am Schreibtisch in seinem Büro des chinesischen Fußballclubs Shandong Luneng
Gut gelaunt und arbeitsam sitzt Felix Magath an seinem Schreibtisch in China / Chi Yin Sim

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Der Fußballtrainer Felix Magath kritisiert im Monatsmagazin Cicero (Oktober-Ausgabe) den Leistungsstand der Ersten Bundesliga. Weil in den Vereinen und deren Nachwuchszentren überall nach den gleichen Prinzipien ausgebildet werde, „mehr Taktik, weniger Individualität“, werde auch „zunehmend ähnlicher Fußball“ gespielt: „Ich vermisse Spannung, Emotion, überraschende Einzelaktionen. (…) Ein junger Spieler muss auffallen wollen, muss mehr machen wollen als andere und nicht nur clever sein. Diesen Mut gibt es immer weniger. So werden wir mittelfristig Probleme bekommen, mit unseren Vereinen internationale Erfolge zu erringen.“ In dieser Woche haben erstmals alle sechs Teilnehmer der Bundesliga an Champions League und Europa League verloren.

„Leistung zu fordern ist fast unanständig“

Magath, der im ostchinesischen Jinan den derzeitigen Tabellenfünften der Super League trainiert, Shandong Luneng, äußert sich im Cicero auch über die mangelnde Leistungsbereitschaft von Fußballprofis: „Fußball ist für viele heute nur ein Job. Er sollte aber ein Beruf sein.“ Damit folge der Fußball einem gesellschaftlichen Trend, besonders in Deutschland: „Es ist heute fast unanständig, Leistung zu fordern. Leistung wird nur dann geschätzt, wenn es Leistungen zu verteilen gibt. (…) Unsere ganze Gesellschaft will am liebsten im Schongang zum Erfolg, ohne Risiken einzugehen. Das kann auf Dauer nicht funktionieren.“ Im Fußball und in der Gesellschaft gebe es eine „Kultur der organisierten Entscheidungsscheu.“ Magath weiter: „Weil es uns so gut geht, sind wir übervorsichtig. Wir wollen das Erreichte nicht riskieren.“

Über seine Zeit als Trainer des FC Bayern München sagt Magath, dass ihn das Ende im Januar 2007 „überhaupt nicht berührt“ habe. Den ursprünglich auf drei Jahre ausgelegte Vertrag habe er in dem Bewusstsein begonnen, dass jedes Jahr, das er bei den Bayern überlebe, ein Gewinn sei. Mit der Situation damals und mit sich sei deshalb im Reinen. „Schlechte Ergebnisse kann man immer leicht dem Trainer in die Schuhe schieben“, sagte er.

 

Das ganze Interview können Sie entweder im aktuellen Cicero Magazin lesen oder als Cicero-Plus-Artikel auch online.

Bernd Fischer | So, 1. Oktober 2017 - 22:24

nicht ( aus dem fernen China ) aufgefallen das zum Beispiel in der "Ostdeutschen Region" mehr für den Nachwuchs-Fußball getan wird?

Ein typischer Blick eines "Einsiedlers"

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