- Thüringer BSW-Abtrünnige gründen eigene Partei
Aus einem Patt wird eine Minderheitsregierung: In Thüringen bröckelt die BSW-Fraktion. An der Mehrheitssuche ändert sich dadurch wenig. Die AfD will den Landtag jetzt dennoch auflösen und neu wählen lassen.
Der Knall kommt überraschend, zumindest der Zeitpunkt ist es: Wenige Tage vor der Landtagswahl im Nachbarbundesland Sachsen-Anhalt zerbricht die BSW-Fraktion in Thüringen. Die drei Abgeordneten Stefan Wogawa, Dirk Hoffmeister und Roberto Kobelt verlassen die Fraktion und die Partei, behalten aber ihre Mandate im Parlament. Sie gründen eine neue Partei mit Namen „Deine Stimme zählt“.
Er habe in letzter Zeit immer mehr Kraft und Energie darauf verwenden müssen, destruktive Angriffe aus der Bundesführung des BSW abzuwehren, sagte Wogawa. „Das hat mich in meiner parlamentarischen Arbeit behindert.“Der Schritt der drei Abgeordneten schüttelt die ohnehin mühsam zusammengenähte Patt-Koalition in Thüringen durch. Die oppositionelle Linke sprach von „Chaostagen in Thüringen“.
Die Austritte sind auch die Folge der seit 2024 immer wieder aufflammenden Konflikte zwischen dem BSW im Bund und dem Thüringer BSW-Landesverband mit seiner Vorsitzenden Katja Wolf. Der nächste Höhepunkt: Parallel zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist in Thüringen ein BSW-Sonderparteitag geplant. Dort könnte es auch um die Frage gehen, ob die Thüringer BSWler weiter an der Regierung beteiligt bleiben sollen. Parteigründerin Sahra Wagenknecht ist die Regierungsbeteiligung in Erfurt ein Dorn im Auge.
Zusammenhang mit Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) regiert im Freistaat mit einem Bündnis aus CDU, BSW und SPD, das im Landtag von Anfang an keine eigene Mehrheit hatte. Es bestand Stimmengleichheit, also ein Patt, zur Opposition aus Linken und AfD. Mehrheiten bildete die Koalition bislang mit der Hilfe der Linken. Nun wird aus der Patt-Regierung eine echte Minderheitsregierung, die theoretisch im Parlament von der Opposition überstimmt werden kann. Für das Land kein unbekanntes Modell: Bodo Ramelow (Linke) hatte in seiner zweiten Amtszeit eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung geführt.
Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke nutzt die Gelegenheit für einen weiteren Angriff auf Voigt und dessen Landesregierung. „So kann es nicht weitergehen“, sagte er in Kameras und Mikrofone bei der Landespressekonferenz im Thüringer Landtag. Er kündigte einen Antrag seiner Fraktion auf Auflösung des Landtags mit anschließender Neuwahl an. „Die Zukunft des Freistaats Thüringen muss jetzt zurückgelegt werden in die Hand des Souveräns“, sagte er.
Höcke erhöht damit weiter den Druck. Erst am Freitag sah sich Regierungschef Voigt einem von der AfD beantragten konstruktiven Misstrauensvotum ausgesetzt, das er überstand. Höcke hatte BSW-Gründerin Wagenknecht für den Ministerpräsidentenposten ins Spiel gebracht, die jedoch abwinkte. Letztlich stellte er sich selbst zur Wahl – und scheiterte.
Die Turbulenzen in Erfurt hängen eng mit der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zusammen. Dort wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Das BSW kämpft um einen Einzug ins Parlament. Wagenknecht hatte mit Andeutungen für Aufsehen gesorgt, dass ihre Partei durchaus einem AfD-Ministerpräsidenten zur Macht verhelfen könnte – durch Enthaltung im entscheidenden Wahlgang. Auch dieses Manöver brachte die Konflikte im BSW erneut zum Aufflammen.
Abtrünnige wollen keine Frontalopposition
Wogawa sagt nun, die BSW-Parteiführung habe die Thüringer Abgeordneten nicht nur permanent unter Generalverdacht gestellt, sondern auch mit Schmutz beworfen. Sie habe für „durchsichtige Wahlkampfmanöver in einem anderen Bundesland die politische Stabilität in Thüringen“ aufs Spiel gesetzt. „Dann war für mich ein Punkt erreicht, an dem ich das nicht mehr mitmachen wollte und nicht mehr mitmachen konnte.“ Wogawa war in der Thüringer BSW-Fraktion parlamentarischer Geschäftsführer.
Zuvor hatte bereits der BSW-Landtagsabgeordnete Matthias Herzog seinen Austritt aus der Partei erklärt. Herzog will aber weiter Mitglied der Fraktion bleiben.
Wogawa, Kobelt und Hoffmeister streben an, eine parlamentarische Gruppe zu formieren. Sie signalisierten, nicht in Frontalopposition zur Koalition gehen zu wollen. Man strebe keine 180-Grad-Wende in der parlamentarischen Arbeit an, sagte Wogawa. „Aktuell sehen wir die größten Übereinstimmungen mit der Regierungskoalition.“ Man wolle alle Anträge prüfen und dann mit den Antragstellern ins Gespräch kommen.
Wie genau sich die Abspaltung auf die Arbeit der Brombeer-Koalition auswirken wird, ist noch unklar. Innerhalb der BSW-Fraktion gelten Anke Wirsing und Sven Küntzel als Unterstützer des Kurses der Bundespartei. Von den einst 15 BSW-Stimmen im Parlament könnten nun also bis zu sechs zumindest als wackelig gelten.
Mehrheitsfindung wie bisher
Der Vorsitzende der Linksfraktion im Thüringer Landtag, Christian Schaft, sagte, an den Mehrheitsverhältnissen im Parlament ändere sich aus seiner Sicht durch die neuesten Entwicklungen nichts Grundlegendes. Die Koalition müsse sich auch weiterhin mit den Linken über Vorhaben verständigen, wenn sie eine parlamentarische Mehrheit wolle. „Wir stehen geschlossen als Fraktion.“
Es sei ohnehin nicht überraschend, dass es jetzt zu Austritten komme. Dafür, dass in Thüringen nun wieder über parlamentarische Abläufe statt über Sachpolitik gesprochen werde, dürften sich die Menschen im Land bei Wagenknecht bedanken. Ähnlich äußerte sich auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Bühl. Die Brombeer-Koalition habe schon in der Vergangenheit viele Gespräche mit den Linken führen müssen. „Wir werden diese Gespräche weiterführen.“
dpa
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Passt ohnehin besser zur Zuschreibung von außen! :-)
Fordern kann er das samt seiner Fraktion & seiner Partei.
Aber Herr Mett samt seiner linken Steigbügelhalter aus SPD & BSW samt den SED Erben werden seinen Forderungen in keiner Weise nachgeben. Die Gründe dafür liegen doch offensichtlich auf der Hand:
Niemand von den Brandmauer- Blockparteien kann Neuwahlen zum jetzigen Zeitpunkt gebrauchen, da anhaltinische Verhältnisse drohen. Eine CDU mit etwas über 20 % Linke gut 10% das BSW jetzt schon halbiert zwischen 4 & 7 % und ob die Genossen von der SPD ihre letzten gut 5% erreichen steht in den Sternen. FDP & Grüne sind dauerhaft in Thüringen pulverisiert und tauchen unter sonstigen Parteien unter. Bleibt noch die AfD mit derzeit 40% die durchaus noch einige % bekommen wird, wenn das erwartbare Ergebnis in einer „Einheitsfront“ gegen die AfD in SachsenAnhalt
wahr wird.
Und das, genau dieses Szenario, würde für die selbst ernannten „wahren Demokraten“ erhebliche Angstzustände erzeugen, die Jahrzehnte lange Macht zu verlieren.
MfG ad E R
Neuwahlen frei... - oder? /😉🤣🤣
Der Osten als Zoo (medial) - sehr gut, mMn.
>> https://youtu.be/iMimmaJXiHg 👍
Bitte weiter verteilen, falls Interesse.
wie der Teufel das Weihwasser, durch sie würden sie ihre mühsam zusammenhezimmerten Mehheiten, die, wie man in Thüringen gerade sieht, ohnehin auf wackligen Beinen stehen, ganz verlieren.
zusammengezimmerten Mehrheiten
und aufpassen, dass das Wahlsystem nicht manipuliert wird oder die Wahl selbst. Das ist jetzt wichtig..., ganz konkret. (siehe zuletzt Friesland etc.)
Ja, diese Angst habe ich auch:
Es muss, wenn Sozialisten siegen,
Nicht unbedingt am Wähler liegen.
Der ist gut..!! Ernstlich... /🤣🤣🤣
Den kannte ich noch nicht;).Kommt nah ran an Ekel Alfreds Spruch bzgl. "Pech beim Denken".Daeumchen auch von mir. LG
Das BSW ist ein linke Partei, die sind nicht besser als ihre Gesinnungsbrüder in der Ursprungspartei die LINKEN aus den heraus sie sich abgesondert haben. Alles was die machen, was hilft sie zu reduzieren und wenn es nur das Nichterreichen der
5% Hürde ist, begrüße ich. Und das die dort im Landtag jetzt faktisch keine Mehrheit mehr haben scheint diesen Plagiator der dort Ministerpräsident ist eh nicht zu interessieren. Immerhin haben diese Abtrünnigen noch für Voigt gestimmt als die AFD dessen Absetzung forderte. Wie ehrlich und konsequent in ihrer Haltung diese drei Abtrünnigen wirklich sind wirf sich zeigen, wenn es um die Abstimmung des neuerlichen AFD-Antrages geht. Denn da geht es ja auch um ihre eigenen Mandate.
stimmen - was sonst? Sagen sie ja auch: es wird sich nichts ändern...
DIE versuchen jetzt von der gut besoldeten und unangreifbaren Position eines Thüringer Landtagsabgeordneten mit Büro und Personal (!!) ihr eigenes unabhängiges Parteisüppchen zu kochen... ... ' und damit sie das ungestört tun können Verhalten sie sich erst einmal ganz einfach exakt wie BSW-Abgeordnete..., und genießen dabei gleichzeitig ihre klare 'Königsmacher-Position' bei Abstimmungen..., welche sie gleichzeitig perfekt und sehr effektiv vor allzu großer Kritik aus der Brandmauerkoalition schützt -- sie werden gebraucht... - dringend!! 🤔
Niemand wird sie ernsthaft angreifen oder kritisieren, auch die Presse nicht -- ZU GEFÄHRLICH!!
Zusammengefaßt: sie - die Abweichler - können jetzt machen was sie wollen..., ggf. auch garnichts..., bis zur nächsten Landtagswahl...!!
>> GENIAL!!! oder nicht? [PS: ...wer normal arbeiten geht ist doof!]
Thüringer Landtag durchhält erwirbt damit meines Wissens einen nicht unbedeutenden Rentenanspruch mit automatischem Inflationsausgleich... ..., wurde vor längerem so beschlossen... ..., deutlich!! über dem normalen gesetzlichen Rentenanspruch/Punkte. 🤔
Warum als gehen..., wenn's doch so schön 'warm' dort ist - jetzt wo der Winter bald kommt... ...?
wenn diese drei Personen nach ihrem Ausscheiden aus dem Thüringer Landtag (spätestens 2029) ganz einfach: verschwinden..., von der Politischen Bildfläche... ... 🤔
Diese 'neue Parte' "Deine Stimme zählt!" oder so ähnlich, hat objektiv NULL Chancen mit diesen drei Hanseln... ..., und das wissen die vermutlich acht...
Und mir geht es momentan ähnlich wie besagten intelligenten Tieren,die sich mit im Schlamm wühlen und baden bestens auskennen).Heute morgen sollen inklusive Wolfs,war die vor Tagen nicht erst bei Lanz?,10 weitere aus dem Verein ausgetreten sein ohne aber das Vereinsheim im Landtag vollends zu verlassen und sich dort weiter als "freie Mitarbeiter;)" zu verdingen?Oder warten die doch angeblich sorgfältigst von Frau Wagenknecht Ausgesuchten was den Zutritt auf ihr linksalternatives Betriebsgelände betraf eine angemessene Zeit ab,um entweder wieder in den Schoß der Linken zurück zu kehren?Um bis dahin,mal so oder so zu votieren bis spätestens der verwirrte Wähler die Faxen von innerparteilichen Auseinandersetzungen o. Wackelkoalitionen endgültig satt hat und handelt?
PS:Scheint,als haben wir hier nicht umsonst diskutiert was das BSW betrifft;). MfG
