- Ein Machtwort gegen die Wirklichkeit
Lars Klingbeil pocht auf Koalitionstreue, Katherina Reiche auf eine solide Steuerpolitik. Ihr Brief an das Finanzministerium legt offen, wo die schwarz-rote Einigung in Sachen Einkommensteuerreform Schwächen hat – und könnte zum Auftakt eines neuen Machtkampfs in der Koalition werden.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) ist sauer. Das Wirtschaftsministerium hat seinem Haus ganz offiziell einen Brief geschrieben. Aus dem geht hervor, dass Ministerin Katherina Reiche (CDU) die geplante Einkommensteuer für unzureichend hält. Klingbeil verlangte vom Kanzler in dieser Angelegenheit gestern ein Machtwort ein. Öffentlich gemacht wurde das Schreiben von dem Journalisten Robin Alexander.
Man kann verstehen, dass Klingbeil sauer ist. Aber in der Sache hat Reiche recht. Sie lässt durch einen ihrer Staatssekretäre vor allem zwei Probleme adressieren. Die geplante Einkommensteuerreform gleicht die Effekte der Kalten Progression nicht vollständig aus. Heißt im Ergebnis: Was offiziell als Steuerentlastung verkauft wird, ist eher das Gegenteil. Das Wirtschaftsministerium spricht sich für die Zukunft daher auch für einen Steuertarif „auf Rädern“ aus. Dann würde das nicht mehr passieren können.
Und schließlich mahnt sie eine „Verbesserung der Thesaurierungsbegünstigung“ für kleine Unternehmen an, Personengesellschaften also. Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften werden auf unterschiedlichem Wege besteuert. Wenn, wie geplant, die Körperschaftsteuer für Großunternehmen in den nächsten Jahren von 15 auf 10 Prozent absinkt, geraten die kleineren Unternehmen ins Hintertreffen. Eine Anpassung der entsprechenden Steuergesetze wäre da zumindest naheliegend und diskussionswürdig.
Foulspiel unter Koalitionspartnern
Die vorgetragenen Argumente sind objektiv so korrekt, dass man gar nicht sinnvoll dagegen argumentieren kann. Klingbeil äußerte sich daher auch gar nicht in der Sache, sondern berief sich auf die Einigung in der Koalition. Er ist sauer, weil Reiche mit ihrem Schreiben offengelegt hat, dass bei der Koalitionspolitik Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Und das gilt als Foulspiel unter Koalitionspartnern. Oder in Klingbeils Worten gegenüber RTL: „Warum diese Opposition in der Regierung?“
Auf diese Frage gibt es wohl nur drei mögliche Antworten. Entweder ist die Ministerin zu unerfahren in der Frage, wie eine Koalition funktioniert. Man kann sein Ansehen, zumal nach einer koalitionsinternen Einigung, nicht dadurch erhöhen, dass man die Halbgarheit der eigenen Politik öffentlich macht.
Dann könnte es noch sein, dass Reiche einfach keine Teamplayerin ist. Auch das geht in einer Koalition selten gut. Vor allem der Kanzler wird dann auf die Dauer genervt sein. Oder Reiche ist in Wahrheit das Sturmgeschütz der Unionsfraktionen und soll einen ersten Fuß in die Tür stellen. Undenkbar ist das nicht. Erst vor ein paar Wochen stärkten die Unionsabgeordneten ihrer Ministerin demonstrativ den Rücken – gegen den eigenen Kanzler. Damals ging es um die Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Und nach dem jüngsten Tohuwabohu bei der Kabinettsumbildung sind Merzens Handlungsspielräume in Sachen Personal eingeschränkt.
In der Unionsfraktion haben sich längst Kräfte gesammelt
Zur dritten Option würde passen, was Fritz Güntzler, der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktionen, schon vor Wochen mitten in die Sommerpause platziert hatte. Auch er kritisierte die geplante Einkommensteuerreform – aus denselben Gründen wie seine Ministerin.
Er kündigte an, im parlamentarischen Verfahren noch etwa 8 Mrd. Euro einsammeln zu wollen, um die gesamte kalte Progression, also verdeckte Steuererhöhungen durch Lohnzuwachs, auszugleichen. In der Unionsfraktion haben sich längst jene Kräfte gesammelt, die den Inhalt von Reiches Brief Wirklichkeit werden lassen wollen.
Heute beschloss das Kabinett dennoch die von den Koalitionspartnern ursprünglich vereinbarte Steuerreform. Und zwar „1:1“ wie vereinbart, wie Klingbeil die Öffentlichkeit wissen ließ. Anderes war nicht zu erwarten. Aber das ist bloß die Ouvertüre. An der Coda wird schon längst gebastelt. Und Reiche hat dafür die nächsten Zeilen geschrieben.
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Das ist Lug und Trug. Wo ist hier überhaupt eine Reform? Das den Bürgern als Steuerreform zu verkaufen, ist schon die größte Frechheit. Dreiviertel der „Reformgelder“ bzw. Steuererleichterung sind gesetzlich geregelte Vorgaben wie die Erhöhung von Grundfreibetrag und Kindergeld. Frau Reiche ist voll zu unterstützen. Merz und hier besonders Klingbeil belügen und betrügen die Bürger. Hier gibt es weder etwas zu loben noch zu feiern auf Seiten der Regierung. Schämt euch!
für eine vierköpfige Familie als große Entlastung verkaufen zu wollen, bedeutet 50.-Euro im Monat.Dafür bekomme ich beim Stuttgarter Weindorf gerade mal ein Mittagessen- Wasser, ein Viertele, eine regionale Spezialität der mittleren Preisliga, einen Kaffee und einen Zwetschenkuchen. Dazu fällt mir an die Adresse von Inkasso-Lars dann wieder eine Weisheit meiner Großmutter sei: dumm darf man sein, aber dann nicht frech, auch frech darf man sein, aber dann nicht dumm. Nur eins darf man nicht sein: frech UND dumm.
Julius Böhm hat noch am Tag der Verkündung passend zur Sendung bereits vorgerechnet, warum das alles eine Lüge ist und in Wirklichkeit eine versteckte Steuererhöhung ist. Und jetzt hat Katharina Reiche offenbar Gewissensbisse, diese Lüge weiter zu vertreten, die seit Tagen von Klingbeil, Bas, Söder und Pinocchio verbreitet werden. Und jetzt? Wird Merz Reiche entlassen? Was wird der SPD Kanzler Merz tun? Oder bricht jetzt der offene Machtkampf in der UNION aus vor dem Hintergrund eines weiteren deutlichen Absinkens der Wählergunst. Und das Ganze drei Tage vor der Wahl in Sachsen Anhalt. Wer wird sich ins Lager Merz gesellen und wer probt mit Reiche den Aufstand? Sie und Dobrindt waren bislang die einzigen in dieser Regierung, denen man noch etwas glauben kann. In einigen Podcasts wird schon orakelt, das Reiche oder Dobrindt Merz ablösen könnte. Nur? Wie soll das konkret gehen. Die UNION hat sich in die Zwickmühle begeben und kommt darin um. Tja, kennen wir ja schon aus Italien.
Jetzt leben wir schon so lange mit unserer guten alten kalten Progression.Genau wie mit unserer guten alten Bürokratie, die trotz Alter sogar noch jährlich um einiges gewachsen ist. Nix da von wegen Verknöcherung der Wachstumsfugen;)! Das ist fast schon gar nicht mehr wahr,so lange ist es her, dass ich in jungen Jahren das erste Mal Bekanntschaft mit der kalten Progression im Zusammenhang mit einer Lohnerhöhung machte.Dazu noch in Lohnsteuerklasse V, wo ich mir sowieso bei fast 50% Abzügen wie ein Hungerleider auf der Karriereleiter vorkam;).Als mir mein damaliger Chef die gute Nachricht überbrachte,dass wenn er mir die Erhöhung gibt aber leider weniger Netto als bisher dabei herausspringt,lehnte ich dankend ab und kam mit ihm überein,dass er mir dafür ab sofort meine S-Bahn-Monatskarte finanziert.Was ein damals erklecklicher geldwerter Vorteil von ca. 100DM war. Ein guter Deal,oder? Aber daran sieht man,wie lange die jeweiligen Regierungen schon an dem Problem arbeiten;)
MfG
man all die anderen Abgaben, die kommen (Zuckersteuer, höhere Beiträge zur KV, etc.) mit einbezieht (für den Bürger ist Geld Geld, egal, wie es heißt), dann wird am Ende jeder weniger haben.
Merz und Konsorten lügen also erneut.
Und da der Lars eh nicht gewillt ist, zu sparen, wird sein Geldhunger noch weiter steigen. Und da es keine Worte mehr gibt, mit denen man Merzens Kanzlerschaft noch beschreiben kann, wird er auch alles abnicken, was der Lars haben möchte.
Und da die CDU immer nur so tut als ob man das nicht mit tragen wolle, aber am Ende doch brav das Fingerchen hebt, wird weiter abgezockt.
Aber da immer mehr Menschen so langsam kapieren, dass „Flachzangen“ für die gegenwärtige Obrigkeit noch das größtmögliche Lob war, gemessen an ihren Fähigkeiten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass dieser verlotterte Haufen es nicht mehr bis 2029 schaffen wird. Auch im Westen tut sich in Sachen AfD so langsam was.
Man merkt: Schwachköpfe und Lügner muss man abwählen, sonst tut sich nichts.
