- Die zarteste Versuchung, seit es christlichen Selbsthass gibt
Die evangelische Kirche leidet an einer Art intellektueller Autoimmunerkrankung. Der Krankheitserreger, die Liebe zum Anderen, war womöglich zu erregend, um ihr zu widerstehen. Aber die Kirche hat noch mehr als eine Überlebenschance.
Manchmal hat es den Anschein, als würde die evangelische Kirche in Deutschland an einer Autoimmunerkrankung leiden. Autoimmunerkrankungen, so eine bekannte Internetenzyklopädie, sind Krankheiten, denen eine gestörte Selbsttoleranz des Organismus zugrunde liegt. Die Intoleranz des Immunsystems gegenüber bestimmten körpereigenen Stoffen führt dabei zur Bildung von Antikörpern des Körpers gegen sich selbst. Der Organismus schafft sich also sozusagen selbst ab, ohne dies zu wollen.
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"Aber Gott sei Dank stimmt es ja eben nicht, dass die evangelische Kirche in Deutschland nur noch eine „Freakshow aus Wokeshithausen“ ist."
Leider ist sie das doch.
Mich erinnert das alles sehr an den Brief an die Gemeinde in Laodizea (Sieben Sendschreiben).
"Bekannteste Aussage: „Und an den Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Der, der treu ist, der vertrauenswürdige und zuverlässige Zeuge, der Ursprung von allem, was Gott geschaffen hat – der lässt ´der Gemeinde` sagen: Ich weiß, wie du lebst und was du tust; ich weiß, dass du weder kalt noch warm bist. Wenn du doch das eine oder das andere wärst! Aber weil du weder warm noch kalt bist, sondern lauwarm, werde ich dich aus meinem Mund ausspucken. (Offb 3,14–16 NGÜ)“ und „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an.“ (Offb 3,20 NGÜ).
In der Gemeinde von Laodizea war der geistliche Tod eingetreten, obwohl nach außen hin alles gut geregelt war."
Genau so ist es in der heutigen Kirche. Leider in beiden Konfessionen.
Es ist m.E. weniger die selbstlose Liebe zum (Über)Nächsten, die sich in der evangelischen Kirche viral verbreitet hat als die Selbsterhöhung durch den Tanz um das goldene Kalb des Opfer-Mythos. Der Fremde interessiert nicht als Person mit seiner Vorgeschichte, Charakter etc., sondenr nur als Träger des Opferstatus. Dieser ist heute eine soziale Währung. Wer kein Opfer ist, kann von dieser sozialen Aufwertung profitieren, wenn er die Nähe der Opfer sucht und sie (auch ohne Auftrag) beschützen will. Notwendigerweise wertet das die Nichtopfer ab, erzeugt "Täter" und ist so insbesondere bei der evangelischen Kirche zu einer rückhaltlosen Diskriminierung von AfD-Anhängern geworden, die sie sogar vom Heilsanspruch des Christentums ausschließen soll. Lukas 18: "Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute..."
Die Kirche hat sich wieder einmal weit vom Pfad Jesu Christi entfernt. Ob sie zurückfindet?
"Solang‘ du in dir selber nicht zu Hause bist, bist du nirgendwo zuhaus‘: der Liedermacher Peter Horton erkannte die Gefahren der Xenophilie schon in den 70er Jahren. Die Evangelische Kirche als Pendant zum weltweiten Massentourismus- überall alles toll finden, nur nicht sich selbst. In der Politik hat die SPD das Selbstzerstörungsgen, in der Glaubensauslegung die EKD.
an den Islam hat ihren Anfang mit der Geste des Kreuz-Ablegens seitens Bedford-Strohm und Marx genommen. Getreu dem biblischen Motto: dreimal krähte der Hahn. Ist es nur das Xenophilie-Virus, oder sieht man bei den Kirchen schon Resignation und Unterwerfung unter die Konkurrenz?
Viele Menschen wollen Bindung und Sicherheit, gleichzeitig aber auch Freiheit. Heute wollen viele Menschen mehr Gemeinschaft, Solidarität im Sinne einer Menschheitsgemeinschaft, werteorientiert an "den" Menschheitswerten. Wir waren aber auch schon mal demokratischer, wo der Grundgedanke eher ist, dass wir als Individuen oder Gruppen Interessen und Sichtweisen haben, die alle berechtigt sind, und wir nach Regeln zu gemeinsamen Entscheidungen kommen - offen, abgegrenzt zu Gruppen mit anderen Entscheidungen. All das und viel mehr streitet miteinander - das wird auch nie enden.
In der evang. Kirche, wie auch in der Gesellschaft, hat dieses streitende Ausbalancieren im Moment mal wieder ausgesetzt, man ist gerade mal wieder mehr auf der Seite irgendeiner höheren Wahrheit, Werten etc.
Manches davon ist nicht eine Überdosis Xenophilie, es ist auch manchmal eine Überdosis Selbstgerechtigkeit und nur noch das eigene Denken als Wahrheit und Wert anzuerkennen.
lautet das Problem des Menschen im Umgang mit dem anderen Menschen:
"Kann ich »ICH« sein, wenn du »DU« bist...?"
Lieber Herr Frisch, danke für den Aufsatz! Die evangelische Kirche braucht beide Überlebens-chancen! Allerdings ist von Bildungsbürgern in der EKD keine Spur.
Die Kirche hat fertig. Nein, nicht der Glaube ist am Ende, sondern die Amtskirche it ihren vielen unterwürfigen politisch ideologisierten und vom Glauben abgefallenen Kirchenfrevlern. Warum treten Menschen jedes Jahr zahlreich aus der Kirche aus? Nicht nur, wegen der Kirchensteuer. Nein, sie lassen sich nicht mehr bevormunden. Sie wollen nicht politisch gelenkt werden, sie wollen Glaubensfragen erörtern, sie brauchen Kirchenvertreter, die sich dem Glauben verpflichtet fühlen, die Kirche unter den Gläubigen diskutieren, in die Neuzeit führen im Glauben an Gott. Nein, sie brauchen eben keine Vertreter Gottes die von der Kanzel für oder gegen Parteien wettern, die sich anderen Glaubensrichtungen, insbesondere dem Islam unterwerfen und sich selbst und ihren Glauben und damit auch die Gläubigen verraten. Das gute ist. Man kann auch an Gott ohne Kirche glauben und wer sucht, wird gleichgesinnte finden und im Lichte der Wahrheit nach ABD-DRU-SHIN wandeln können, wenn er es will.
sehe ich das auch. Wenn ich einen Vertreter der Kirche sagen hörte, die Impfung sei Liebe und heute höre, wie sie davor warnen, die AfD zu wählen und mit ihren mahnenden Worten dieser die Menschlichkeit abspricht, dann wurde und wird mir ü b e l.
Ja, Herr Konrad, Sie treffen den Punkt: "Man kann auch an Gott ohne Kirche glauben und wer sucht, wird Gleichgesinnte finden und im Lichte der Wahrheit nach ABD-DRU-SHIN wandeln können" Ich sehe es an mir selbst. Ich bin als Kind durch meine Eltern aus der Kirche ausgetreten worden. Dennoch merke ich an mir, eine gewisse Sehnsucht nach dem Glauben, nein, nicht zur Kirche zieht es mich, denn die erinnert mich allzu sehr an eine "Partei" und an "Ideologie", es zieht mich - ich will es poetisch sagen - zu Gott. Ob es mit dem Älterwerden oder mit den zunehmenden Krankheiten oder den Tiefschlägen in der Familie zu tun hat, ich weiß es nicht. Die Kirche - die Amtskirche - widert mich zunehmend an, ihr Kniefall vor dem Islam oder den grünen Ideologien, ihre Zuneigung zu ihrem Geldgeber, dem Staat, oder neuerdings vor den Verirrungen im Zusammengang mit dem unseligen Selbstbestimmungsgesetz, die Amtskirche tut weiß Gott alles, um sich von seinem Glaubensvolk zu entfernen. Sie hat fertig.
...schon wieder vorbei, die groß angekündigte 'Enthaltsamkeit'... ..., mal wieder...?? 👍🤣
Ich sag's ja nur mal... - wie's ist... ... ..., und zwar lächerlich, Ihr Gedöns von gestern zum Beispiel.
[Entschuldigung!, an das Forum...]
Vieles davon könnte man auch auf den aktuellen Zustand der bürgerlichen Gesellschaft hierzulande sinngemäß übertragen... ...
Danke! Herr Prof. Frisch -- DAS ist 'Systematische Theologie und Philosophie'... [...glaube ich zu glauben 😉]
Ich halte es nicht für glücklich, einem Krankheitserreger eine menschliche, pseudohistorische Figur zuzuordnen.
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Im griechischen Denken war der Xenos immer der willkommene, interssante Fremde. Aber natürlich kannte man auch den Barbaros und den bösen Feind, der zwar auch fremd war, aber keineswegs "freundlich" willkommen geheißen oder idealisiert worden ist.
Die Bergpredigt spricht daher nicht von "Xenophilie", sondern dezidiert von der Liebe zum "bösen" Feind (agápe echthron hymon), egal woher.
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Die Art von falsch übertriebener Idealisierung, die Herr Frisch zu Recht als einen chronischen Infekt bei unseren deutschen Theologen diagnostizert, scheint mir eher von grün-romantischen Krankheitserregern (wie Karl May oder Albert Schweitzer), von irgendwelchen links-revolutionären Phantasien und hauptsächlich von der globalen Reis-Sehnsuchts-Industrie erzeugt worden zu sein.
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Der Verlauf dieser "geistlichen Krankheit" wird jedoch von Herrn Frisch gut beschrieben.
" Die Art von falsch übertriebener Idealisierung... scheint mir eher von grün-romantischen Krankheitserregern ..., von irgendwelchen links-revolutionären Phantasien und hauptsächlich von der globalen REISE-Sehnsuchts-Industrie erzeugt worden zu sein."
Nix für ungut!
welche Sie anführen, scheint mir aber eher nicht unbedingt von "Karl May oder Albert Schweitzer" oder einer "Reise-Sehnsuchts-Industrie erzeugt worden zu sein."..., sondern beruht doch wohl eher auf von der Kirchenführung! selbst falsch bzw. fehlgesteuertem Willen der Mitglieder ganz allgemein 'Gutes zu tun!'..., was ja an sich nichts schlechtes ist?
Frisch schreibt dazu u.a.: "Natürlich war es auch Xenophilos, der die evangelische Kirche mit der fixen Idee infizierte, alles andere sei attraktiver als ihr ureigenes Evangelium. Kein Wunder also, dass diese Kirche innerlich leer dazustehen begann, ALS ES DIE XENOPHILOS-POSITIVEN IN! KIRCHENLEITENDE! POSITIONEN! GEBRACHT HATTEN." -- logisch, das ergibt auch Sinn... - aus meiner Sicht,
und weiter unten "Die KIRCHENLEITUNGEN! und die ÖFFENTLICHE! THEOLOGIE! tun also gut daran,..." ff.
>> Nix 'Reise-Indistrie' oder 'Albert Schweitzer'... - oder sehe ich das doch falsch...?? 🤔
habe ich viele teils starke Verbindungen ins kirchliche evangelistische Millieu, durch kirchenaktive! Bekannte..., und meine Schwester ist seit langem Katechetin und betreut u.a. eine kleine Gemeinde im östlichen Sachsen... - nur damit ich nicht ganz als 'Kirchen-Depp' hier wahrgenommen werde... 😉
... Herr Veit! Ich bin halt noch einfaches Kirchenmitglied und Kirchensteuerzahler.
„Xenophilos“ als Schelersche Werttäuschung
Scheler unterscheidet die christliche Liebe von einer bestimmten modernen Humanitäts- bzw. Menschenliebe. Er vermutet, dass eine abstrakte Liebe zur „Menschheit“ mitunter gerade daraus entstehen kann, dass konkrete Bindungen und konkrete Wertordnungen abgelehnt werden.
Das Muster lautet vereinfacht: Liebe zum Fernen bei gleichzeitiger Abwertung des Nahen.
Genau diese Struktur beschreibt Frisch unter dem Namen „Xenophilie“: Das Fremde, Marginalisierte oder Andere erhält einen moralischen Bonus, während die eigene Tradition unter Generalverdacht gestellt wird.
Deshalb wäre Frischs „Xenophilos“ in Schelers Terminologie weniger eine übermäßige Liebe als eine durch Ressentiment verzerrte Ordnung der Liebe.
Der Unterschied ist erheblich.
Das Problem bestünde dann nicht darin, dass man den Fremden „zu viel“ liebt. Es bestünde darin, dass man ihn aus einem falschen Motiv liebt – nämlich als Instrument zur Abwertung des Eigenen.
