SPD-Plakat
Zerstörtes SPD-Wahlplakat / picture alliance / imageBROKER | Stefan Ziese

Mainstream-Politik in der Krise - „Populisten benennen die Probleme“

Fedor Rose (SPD) ist Staatssekretär in Rheinland Pfalz. Im Interview spricht der Autor des Buches „All in: Wie Mainstream-Politik wieder Mehrheiten gewinnen kann“ über die Fehler der etablierten Politik – und wie sich Vertrauen zurückgewinnen lässt.

Ilgin Seren Evisen

Autoreninfo

Ilgin Seren Evisen schreibt als freiberufliche Journalistin über die politischen Entwicklungen in der Türkei und im Nahen Osten sowie über tagesaktuelle Politik in Deutschland. 

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Fedor Rose ist SPD-Politiker und hauptberuflich Staatssekretär im Finanzministerium Rheinland-Pfalz. Er war bis Mai 2026 Chef der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz und ist Policy Fellow am Berliner Thinktank „Das Progressive Zentrum“. 2026 erschien im Westend-Verlag sein Buch „All in: Wie Mainstream-Politik wieder Mehrheiten gewinnen kann“.

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Walter Bühler | So., 30. August 2026 - 12:49

... Parteifunktionäre des "Mainstreams" (?der SPD!) und "der Mitte"(?der SPD!) herumlavieren und herumschleichen müssen, einfach nur, um einen Blick auf die soziale und politische Wirklichkeit unseres Landes zu erhaschen.

Offenbar kann nichts die ideologische Starrheit von Berufspolitikern "der Mitte" oder des "Mainstreams" beeinflussen, auch nicht die Tatsache, dass ihre Wahlergebnisse immer tiefer unter 10% fallen.
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Was die geheimnisvolle (?), mir nicht bekannte "Föderale Modernisierungsagenda" angeht: Will die SPD etwa das Land Berlin mit Brandenburg vereinigen, Hamburg mit Schleswig-Holstein, Bremen mit Niedersachsen und das Saarland mit Rheinland-Pfalz?

Nee, davon habe ich nichts gehört, und ich glaube auch nicht, dass die SPD-Funktionäre der lebensuntüchtigen Mini-Bundesländer das mittragen - schließlich betrifft es ja die letzten Pfründe der SPD.
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Also nur ein heiterer Artikel an einem heiteren Spätsommertag.

Klaus Elbert | So., 30. August 2026 - 12:53

Wenn sich der Herr Staatssekretär schon auf Kurt Schumacher und dessen Satz beruft: "Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit", dann hätte man erwarten dürfen, dass das seit Jahren, auch unter der Mitverantwortung der SPD, aus dem Ruder laufende Migrationsgeschehen etwas ausführlicher behandelt wird. Fehlanzeige, wie so oft, wenn Politiker aus einer Partei mit Regierungsverantwortung, vor einem Mikrophon stehen oder vor einem Notizblock sitzen. Die Interviewerin hätte da ruhig mal nachhaken können. So richtig schlau bin ich aus dem typischen Politsprech nicht geworden.

Klaus Elbert | So., 30. August 2026 - 12:54

Wenn sich der Herr Staatssekretär schon auf Kurt Schumacher und dessen Satz beruft: "Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit", dann hätte man erwarten dürfen, dass das seit Jahren, auch unter der Mitverantwortung der SPD, aus dem Ruder laufende Migrationsgeschehen etwas ausführlicher behandelt wird. Fehlanzeige, wie so oft, wenn Politiker aus einer Partei mit Regierungsverantwortung, vor einem Mikrophon stehen oder vor einem Notizblock sitzen. Die Interviewerin hätte da ruhig mal nachhaken können. So richtig schlau bin ich aus dem typischen Politsprech nicht geworden.

C. Schnörr | So., 30. August 2026 - 12:58

unglaubwürdiger Gesprächspartner, der unmittelbar mit seinen Antworten exakt das Gegenteil demonstriert von dem, was er fordert ("klare Sprache", etc.). Zitat: "Ich habe mich bewußt entschieden über Aufgaben ... nachzudenken". Wow, diese "Tatkraft" haut mich wirklich vom Hocker! Ebenso vermisse ich klare Fragen wie: Wie hält der Herr es mit dem durch die SPD lancierten antidemokratischen Umgang mit dem AFD Politiker Paul aus Ludwigshafen? Er hat noch gar nicht realisiert, dass sein Trugbild "Wir sind die Mitte, die anderen sind Populisten" speziell für die SPD schon lange vorbei ist.

Rolf Schmidt | So., 30. August 2026 - 12:59

Auf der einen Seite die bösen "Populisten", auf der anderen die vertrauenswürdige, selbsterklärte "politische Mitte", die sich selbst als inhärent "gut" darstellt. An echter Selbstkritik fehlt es völlig. Etwa beim pauschalen Abstempeln politischer Gegner als "Nazis", während man sich selbst, im besten Doublethink, als frei von Feindbildern wähnt. Auch bei der Regulierungswut heißt die Devise offenbar: Bürokratie beschleunigen, statt Vorschriften abzubauen. Beim Thema Sicherheit verengt sich das Konzept auf das Verbarrikadieren des öffentlichen Raums. Hauptsache, die eigenen Dogmen bleiben unantastbar, ungeachtet der wirtschaftlichen Realität und der außenpolitischen Verhärtung.

Thorwald Franke | So., 30. August 2026 - 13:14

Habe das ganze Interview gelesen, weil ich hoffte, dass er irgendwann Butter bei die Fische tut. Leider kam nichts. Am Ende dann die Vision einer funktionierenden Gesellschaft, ohne jede Analyse, warum sie denn jetzt gerade nicht mehr funktioniert.

Der Mann ist damit im Grunde immer noch auf dem Trip, dass man die Politik nur besser erklären müsse. Das Bild von einer funktionierenden Gesellschaft am Ende des Interviews erscheint als Potemkinsches Dorf, als Kulisse ohne echten Hintergrund, weil er nicht erklären kann, was es dazu alles braucht, um das herzustellen.

Ein weiterer Beweis, dass die Altparteien es nicht mehr schaffen werden. Wir brauchen neue Parteien. Mehr als nur eine. Schaut Euch um! Team Freiheit bietet sich an!

Rainer Mrochen | So., 30. August 2026 - 13:33

Dieser Typ (SPD in RPf.)verortet sich in der politischen "Mitte" und labert über Populismus als wäre nicht ausgerechnet die SPD die schlimmste Populistenpartei. Rheinland/Pfalz und ausgrenzen der AfD war da nicht was aus der "demokratischen Mitte" heraus? Ausser Werbung für ein Buch und verbalen Allgemeinheiten (Plattitüden) ist hier nichts zu holen. Es sei denn, daß ein unfähiger SPD`ler selbstentlarvend, an falscher Stelle, ein Interview gibt.

Wolfgang Borchardt | So., 30. August 2026 - 14:06

und der "Kampf gegen Rechts" werden die Probleme dieses Landes nicht lösen. Die Angst vor der Realität und Realitätspolitik, dafür lächerliche Verunglimpfungen ("der gefährlichste Mann...", "schön ist das Leben nur ohne Nazis"..) liefern der AfD täglich neuen Nährboden. Den Altparteien gelingt es nicht, glaubhaft gegen die von ihnen selbst angehäuften Probleme anzugehen. Es wäre d i e Möglichkeit, Wähler zurückzugewinnen. Das geschieht mit erstaunlicher Beharrlichkeit nicht. Die ständig beschworene Demokratie kommt ohne Opposition nicht aus. Außer AfD ist da niemand mehr, sei die sich vorsichtshalber selbst aufgelöst hat. Wer am lautesten schreit, darf die Demokratie für sich allein beanspruchen? Andersdenkende sind Antidemokraten und Nazis? Wenn es so einfach wäre und mit der Rettung "unserer" Demokratie alles besser würde...

Dorothee Sehrt-Irrek | So., 30. August 2026 - 14:36

verloren hat gegenüber nationaleren Kräften, wenn man auf die Idee kommt, Probleme lösen zu wollen.
Der "Nürnbergfilm" hat mich wieder erinnert, ohne dass ich jetzt direkte Parallelen ziehen würde.
Die NSDAP hat die Probleme nicht als Probleme anerkannt, sie hat sie für ihr Klientel einfach anders organisiert.
Sie organisierte Krieg, weil die Versailler Verträge nicht akzeptiert wurden?
Deutschland hatte nicht verloren, sondern war niedergerungen worden?
Das erinnert mich mehr an Alexander den Großen, den ja auch Göring im Film als Vorbild anführt.
Der löste nicht den gordischen Knoten, der kappte ihn.
Ich würde mich also in Bezug auf die Probleme auch eher kurz fassen und nicht anfangen zu jammern, wie schwer zu lösen sie seien.
Man hätte das evtl. nicht so machen müssen wie Frau Merkel, wir wollen es aber auch nicht ganz anders machen PUNKT.
Verantwortliches Handeln und Zuversicht in Bezug auf die Möglichkeiten der Bundesrepublik.
Es gibt ganz viele Stellschrauben.
Packen wir es an!

den Foristen hier zu sagen, dass die Bundesrepublik die sogenannten Probleme stemmen kann.
Aufgepasst:
Es geht auch nur um begrenzte Krisen-Zeiten, denn durch Schröder wurde die Bundesrepublik Deutschland zum Motor Europas.
Deutschland wurde stark durch Schröder und nicht arm, weil evtl. Schmidt und Genscher die Wiedervereinigung "managten"?
Wir haben allen Grund auf genau uns selbst zu setzen.
Wir sind KLASSE!
Wer helfen möchte, auch aus der EU ist aber willkommen, hoffe ich.
Man kann auch sagen, dass sich die etablierten Parteien schlicht schlecht verkaufen und ich sage es mal ganz ohne Eitelkeit, mit "Verkaufen" kenne ich mich aus.
Die Boomergeneration hat auch gut verdient, irgendwann werden sie vererben und bis dahin werden sie anstehende Kosten als Rentner schultern können, mit ein bisschen Hilfe des Staates.
Die Wiedervereinigung kann langsam Gewinne erwirtschaften.
Es wird nicht für jeden Menschen passgenau sein, aber ich möchte derzeit nicht woanders leben PUNKT
Es wird blühen

recht. Schröder hat dies getan, Merkel und dann die Ampel haben es vernichtet.
Es gibt aber Probleme, die kann man nicht so einfach lösen. Das größte davon ist das, was in Sachen Migration angerichtet wurde.
Julian Reichelt nennt sie völlig zu recht Eroberungsmigration und wer die Bilder, bspw. in Ceuta gesehen hat und noch immer glaubt, es kämen „Schutzsuchende“, der glaubt auch an den Osterhasen.
Die hierdurch verursachten Probleme kann man nicht so einfach lösen. In Teilen gar nicht mehr. Viele Hundert Menschen sind bereits tot. Ermordert von „Schutzsuchenden“, zu großen Teilen sogar ohne Aufenthaltserlaubnis. Viele geschändet. Immer mehr Orte verwahrlost.

Das schleichende Ende unserer Kultur (massiv zu sichernde oder bereits abgesagte Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte, etc.) muss schon in dümmlichster Weise geleugnet werden, damit die Schafe es nicht merken (und doch tun es immer mehr).
Hier versagt Ihre Prognose, wenn sich nicht fundamental (mit d SPD unmöglich) etwas ändert.

irgendwie beschlich mich das Gefühl, dass sich Teile der "Rebellenarmeen" nach Europa, bevorzugt Deutschland absetzten.
Im Syrienkrieg war ich zwar nicht explizit für Assad, aber den Krieg hielt ich persönlich für einen schweren strategischen Fehler Erdogans und nicht unbedingt für einen "arabischen Frühling".
Araber mögen in Nordafrika leben, aber ihre Heimat ist eher Saudi-Arabien ff.
Ich konnte dort keinen "Frühling" entdecken.
Wie auch immer, ehemalige Kämpfer können, auch wenn sie sich völlig ruhig verhalten, doch Empfindsame/Gestörte zu Gewalt triggern?
Ich hoffe, wir werden irgendwann klarer sehen.
Was Frau Merkel gesehen hat...?
Ich weiss noch, dass ich Unmut auf mich zog, als ich bei der ZEIT meine These brachte, dass Amokläufe eventuell auch etwas mit in der Nähe befindlichen "Thinktanks" oder strategischen Organisationen zutun haben könnten.
Ich habe relativ viel Phantasie in vielen Bereichen.
Wie auch immer.
Bedürftige und Kriegsflüchtlinge kamen sicher auch.
KONTROLLEN

auskennen.
Ich kenne mich gut im Lösen von Problemen aus. Es ist der wichtigste Teil meines Jobs.
Und Problemlösen beginnt immer beim Benennen von Fakten. Immer. Alles andere ist Ideologie und wohin die führt, wissen wir beide.
Und zu den Fakten gehört ein Erkennen. (Und hierzu wiederum ein sich entschuldigen (zumindest sollte das i d Politik so sein))
Ich erkenne bei Ihnen ein darum herum reden. Ja, es mögen nicht nur Eroberer gekommen sein, aber in Ceuta waren es zu 99,9% Eroberer.
2015 waren viele echte Flüchtlinge dabei, das leugne ich nicht, aber wir haben nicht mehr 2015 und der Krieg in Syrien ist vorbei, in Afghanistan herrschen Verhältnisse, die man dort zu wünschen scheint, sonst hätten die Taliban nicht wieder übernommen.
Egal. Ich möchte definitiv nicht mehr, dass alle, denen es in ihrem Land nicht mehr gefällt, bei uns unterkommen. Das ist schlicht nicht möglich und wird uns umbringen.
Kontrollen: von mir aus, aber nur außerhalb der EU.

"Verkaufen" eher im Sinne von "Werben für die SPD", aber auch seriöse Politik überhaupt.
Verkaufen allgemeiner eher in der Familie.
ABER, Einkaufen/Konsumieren sagt einem auch sehr viel über Marken...
"Eroberer" würde ich nicht benutzen als Wort, ich hoffe doch, ich drücke mich klar aus.
Es handelt sich evtl. um Abenteurer, Migranten ff.
Summa Summarum eher um Leute, die sich bei uns dann aber doch ein besseres Leben wünschen?
Ich bin nicht der Meinung, dass sie dies von ihrer Seite aus entscheiden sollten.
Solange ihr Leben nicht gefährdet ist, denke ich eher an Hilfe vor Ort, soweit wir helfen können.
Das soll jetzt kein Vorwurf an die Menschen sein, aber wie kann das sein, dass Afrika evtl. nicht auf eigenen Beinen stehen kann?
Andere ehemalige "unterentwickelte" Staaten "fliegen mitlerweile zum Mond"?
Aber da können andere europäische "Mächte" sicher mehr zu erzählen...

Urban Will | Mo., 31. August 2026 - 21:13

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

in andere Länder ziehen, um sie kennenzulernen. Keine „Allahu akbar“ schreienden Männer, die in großer Zahl gewalttätig werden und – sobald sie es können – anderen ihren wirren Glauben aufzwingen, bzw. „Ungläubige“ töten wollen. Auf jeden Fall aber einen Herrschaftsanspruch anmelden.
Das sind natürlich nicht alle, die da kamen, aber die Bilder von Ceuta haben mir gereicht.
Wie ich schon sagte, Sie scheinen gerne um die Dinge herum zu reden. Verstehe ich ja, zumal Ihre Partei nach wie vor nicht genug Migranten ins Land holen kann (alles andere, was sie sagen ist gelogen, ausschlaggebend ist die Politik, die sie machen und daher ist auch Merz ein Lügner, da nach wie vor viel mehr Menschen ins Land strömen als ausgewiesen werden).
Und dass Afrika nicht auf eigenen Beinen stehen kann (zumindest Teile davon) ist die Schuld der Afrikaner. Ganz einfach. Würden sie es wollen, dann könnten sie es auch.
Reden Sie einfach mal mit Menschen, die dort gearbeitet haben.

Markus Michaelis | So., 30. August 2026 - 16:30

Die Mitte orientiert sich am Zusammenleben aller Menschen. Das ist kompliziert, schafft aber eine diskriminierungsfreie Welt für alle. Populisten vereinfachen, grenzen solange andere aus, oder beuten sie gleich noch aus, bis ihre vereinfachte Weltsicht funktioniert.

Soweit die Sichtweise unserer Mitte. Die ist auch nicht falsch, es gibt sicher viele Beispiele, wo diese Sicht eher zutrifft. Für mich gibt es aber viel mehr Beispiele, wo es eher nicht zutrifft und diese Sicht der Mitte eher zeigt, dass die Mitte zu weltfremd und selbstgerecht geworden ist. Mir ist es dabei wichtig, dass das nicht zuerst gegen die Fehler der Parteien und Politiker geht - die schwimmen einfach in der "Mitte" der Bevölkerung mit.

Wir, die Mitte, kritisieren alle anderen, früheren deutschen Gesellschaften, feiern deren Kritiker, aber selber sehen wir uns über alle Kritik erhaben. Wer uns grundsätzlich kritisiert ist ein Menschenfeind !!

Markus Michaelis | So., 30. August 2026 - 16:38

Dabei zerfällt die Mitte selber in immer mehr Sichtweisen, die sich gegenseitig immer weniger ertragen. Aus der EU, regelbasierten Welt, Migration kommen nochmal mehr Stimmen mit anderen Sichtweisen und harten Forderungen dazu. Die Mitte steht davor immer hilfloser oder sich selber zerstreitender.

Die Mitte ist auch zunehmend werteorientiert. Die Gesellschaft (der Mensch - alle, global) soll durch die Verfassung festgelegt werden - welche weltfremde und menschenfremde Anmaßung. Menschenrechte sollen alle gesellschaftlichen Fragen regeln, Interessenkonflikte werden aufgelöst, indem man die Menschenfeinde identifiziert. Demokratie wird als Durchsetzung der richtigen Werte und Weltsichten verstanden. Solidarität steht über allem, nicht als Zusammenhalt von Gruppen gegeneinander, sondern als der Zusammenhalt aller Menschen gegen die Menschenfeinde. Alles nur universal. Demokratische Interessenausgleiche werden suspekter.

Es braucht eine grundsätzliche Kritik der Mitte.

H. Stellbrink | So., 30. August 2026 - 16:50

Das Problem mit der politischen Mitte ist, dass die gesellschaftliche politische Mitte deutlich weiter rechts verortet ist als die der Parteien, die weit nach links gerückt sind. Deshalb ist der Begriff der "Mitte" heute ein Wieselwort geworden, das nur noch für die Herrschaft des linksgrünen politmedialen Mainstreams steht.
Je länger diese "Mitte" bei der Verschärfung der von ihr zu verantwortenden Probleme tatenlos zusieht oder sie sogar weitertreibt, desto heftiger wird sich diese Spannung zwischen Mitte der Bevölkerung und "Mitte" der Parteien entladen müssen.
Es ist außer aus verachtenswerten reinen parteitaktischen Erwägungen heraus nicht nachzuvollziehen, warum die "Mitte" die Chance verstreichen lässt, diesen Prozess noch so zu gestalten, dass er nicht das Parteiensystem ingesamt sprengt. Um mehr geht es nämlich nicht, auf keinen Fall um die Demokratie an sich. Nur um den Teil, den die Parteien der Mitte zu ihrem Eigentum erklärt haben: "Unsere Demokratie".

Ja, das ist wohl so, dass die Wähler im Moment etwas weiter Rechts stehen, als die Parteien. Aber auch nicht in der Weise, dass es klare Mehrheiten Rechts, jenseits von Einzelfragen, für eine konsistente andere Politik gäbe. Der politisch-gesellschaftlich dominierende Aspekt ist nicht rechte Bevölkerung gegen linke Parteien sondern eine in mehrere Lager zerfallende Bevölkerung, die keine Mehrheiten mehr finden, gegen Parteien, die immer fester bestimmte Wahrheiten verteidigen.

Brigitte Miller | So., 30. August 2026 - 18:09

"zentralen Grundlagen unserer Demokratie" stellt die AfD in Frage?

Dorothee Sehrt-Irrek | So., 30. August 2026 - 19:31

Antwort auf von Brigitte Miller

Ist das eine These der AfD, die Bundesrepublik könnte auch mit 60 Millionen Menschen gedeihen?
Könnte sie sicherlich, aber dann möchte ich von der Partei wissen, wie sie dahinkommen will oder ich könnte auch ganz flott behaupten, die Bundesrepublik käme auch ohne AfD prima über die Runden?
Da ich aber strikt verfassungskonform an ein mögliches AfD-Verbot herangehe, würde ich mir selbst antworten: Möglich, aber die AfD und ihre Wähler sind Teile der Bundesrepublik Deutschland. Ich habe kein Recht, über ihre Existenz grundlegend nachzudenken.
Denkt die AfD etwa anders über ein ca. Drittel der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland, also 30 Millionen Menschen?
Ich hoffe sehr, dass wir friedlich miteinander auskommen.
Freundlichst

nachdenken, werte Frau Sehrt-Irrek, was Ihre Partei, bzw. die mit ihr koalierenden und sie somit unterstützenden Linken (und Grünen) in Richtung AfD anrichten?
Nicht nur verbal ("Nazis!").
Der Parteitag in Erfurt, den man mit Gewalt verhindern wollte (welchem die AfD-Deligierten durch kluges Handeln zuvor kamen), wäre der bisherige „Höhepunkt“ geworden. Brennende Autos (die von Baumann in Hamburg) und andere, auch körperliche Angriffe ( mit großer Mehrheit in Richtung AfD-Leute) werden gar nicht mehr berichtet.

Ich vermute, dass nächsten Sonntag dann wieder die brutale Gewalt auf die Straße geholt wird (die linke TAZ ruft bereits dazu auf), auch von Ihrer Partei, sollte Siegmund gewinnen.
Man wird dümmliche Worte sprechen, dass man dies „verurteile“, sie aber hintenrum weiter fördern. Über "NGOs" tut man dies bereits seit Jahren.

Wenn Sie also von „friedlich“ sprechen, dann hoffe ich, dass Sie innerhalb Ihrer Partei ab und zu mal auf den Tisch hauen?

Ebenso Danke für Ihre Bitte, Frieden für ALLE zu gewährleisten.
Ich sehe mich da auch in der SPD in die Pflicht genommen.
Warum "ängstigen" wir uns eventuell gegenseitig?
SPD-ler wurden im 3. Reich verfolgt und saßen in KZ´s.
Ich sehe mich aber angesichts unserer jüngeren Geschichte und des Anteils meiner Familie daran, ebenfalls in die Pflicht genommen.
Ich gebe ALLE Namen ein zu den Akten von SA- und SS, sowie NSDAP.
Ich forsche aber nicht in Bezug auf die einzelnen Personen, sondern überschlage nur den Anteil mit dem der Namen in den auch ehemaligen deutschen Gebieten.
Ich wollte Frau Miller nicht erschrecken, aber ich würde mich angesichts der Debatten um die AfD jedenfalls nicht nur auf den Standpunkt stellen, in etwa, "die bellen nur, die beissen nicht".
Die Linke hat da evtl. auch Schwachstellen, deshalb gibt es ja das BSW?
Herr Will, ich habe Ihre Botschaft verstanden, denke ich mal...

Hans Süßenguth-Großmann | So., 30. August 2026 - 20:14

ist ein Punkt, ist also mathematisch gesehen ohne Dimension. (Linie, Fläche, Volumen) Man kann natürlich statistisch rangehen und dann ist die Mitte dort wo die Meisten sind. Und da liegt das Problem, was wollen die Meisten? Ihr Steuergeld in die UA geben? Weltrettungsphantasien tatkräftig unterstützen? Alle Migranten begeistert begrüßen und Nanni Funktionen übernehmen? Dies wollen die linksgrünen Parteien der Mitte (rot,rot, grün) in ihrer Mehrheit und die CDU mit guter Miene zum bösen Spiel, weil sie nicht anders kann. Dabei kommt es jedoch zur Deckungsungleichheit zwischen der Sitzordnung und Bundestag und der statischen Mitte der Bevölkerung.
Die Berufspolitiker, die wir nun mal haben, kommen in Schwierigkeiten, wenn sie keiner wählt, wie der Verfasser des Artikels selbst erlebt hat.
Also Frau Sehrt-Irrek soll ihren Optimismus behalten, aber die Dinge werden sich nicht so entwickeln, wenn es den Meisten wirtschaftlich schlechter gehen wird und das ist absehbar.

Dorothee Sehrt-Irrek | So., 30. August 2026 - 21:25

Antwort auf von Hans Süßenguth…

Man braucht wohl auch Plan B und C.
Danke Herr Süßenguth-Großmann für Ihre freundlichen Anmerkungen.
Ich würde es fast eher Gottvertrauen bei mir nennen.
Aber ob Gott nun alles passgenau für mich regeln kann...
Das erwarte ich allerdings auch nicht.
Liebe Grüße

Urban Will | Mo., 31. August 2026 - 08:51

Schon vor der Hälfte dieses inhaltsleeren Geschwurbels war meine Geduld zu Ende. Nicht ein konkreter Satz, was zu tun wäre, um wieder das Vertrauen der Wähler zu gewinnen (meines ist in Bezug auf CDU und SPD sowieso dauerhaft weg).
Wenn er wirklich glaubt, die Probleme wären gelöst, wenn Behörden wieder schneller funktionieren und Busse pünktlich kommen, dann sollte er als Sandkastenwächter im Kindergarten anheuern.
Die Sozen werden abgewählt, weil sie das Land verkaufen und ihre Stammwähler belogen haben, das weiß jeder Esel, nur offenbar keiner in der SPD.

Geradezu ekelhaft, wenn er als Vertreter einer Partei, die andere (in LU oder in Niedersachsen) mit billigsten Mitteln von der Wahl abhält, die Andersdenkende aus Ehrenämtern schmeißen möchte, etc. hier in Sachen AfD davon spricht, sie würde die „zentralen Grundlagen unserer Demokratie“ in Frage stellen.
Rose ist ein Dampfplauderer, ich frage mich ernsthaft, wer auch nur einen Cent für sein Buch ausgibt.

Ernst-Günther Konrad | Mo., 31. August 2026 - 08:59

Warum hat man davon nichts von Ihnen lautstark bislang gehört? Warum sind Sie überhaupt noch in der SPD, wenn sie solche Grunderkenntnisse haben? Ich sage Ihnen was. Sie hoffen mit ihrem allgemeinen Blablabla, dass jemand Ihr Buch kauft, weil sie *sanfte* Kritik üben. Alles was Sie schreiben ist längst Schnee von gestern. Das wissen aufgeklärte Bürger längst und deshalb wählt sie fast keiner mehr. Obwohl, es sind noch immer zu viel.