Eva von Angern
Linke-Spitzenkandidatin Eva von Angern / picture alliance; bek

Serie: Kampagnenanalyse Sachsen-Anhalt - Teil 3: Die Linkspartei und die geliehene Heimat

Mit „Heimat ist für alle da“ greift die Linke nach einem Begriff, den die AfD über Jahre markenpolitisch besetzt hat. Warum dieser Versuch aus Sicht der Markensoziologie kaum gelingen kann. Teil 3 der Cicero-Kampagnenanalyse für Sachsen-Anhalt.

Oliver Errichiello

Autoreninfo

Prof. Dr. Oliver Errichiello ist Markensoziologe und lehrt an Universitäten in Deutschland und der Schweiz. Er leitet das Büro für Markenentwicklung in Hamburg. Sein Buch „Werbung für den Zeitgeist“ sorgte für kontroverse Diskussionen in der Branche.

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Programme werden geschrieben, um vergessen zu werden. Marken bleiben, weil sie orientieren sollten und im besten Fall Sicherheit bieten. In vier Teilen analysiert diese Serie die Parteien Sachsen-Anhalts als Marken im Überzeugungswettbewerb. Der dritte Teil untersucht die Linke, die zwischen vertrauter Bindung und schwindender Anziehungskraft um ihren Markenkern ringt. 

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Es gibt im Markenwesen einen Fehler, der so verbreitet ist, dass er einen eigenen Namen verdient hat, der hiermit festgesetzt wird: Konkurrenzmimikry. Gemeint ist die Versuchung, das zu werden, was der erfolgreiche Wettbewerber ist. Wenn ein Konkurrent vermeintlich mit einem Attribut reüssiert, liegt der Gedanke nahe, dieses Attribut zu übernehmen und zu bespielen. Genau ab dort beginnt der Niedergang vieler Marken. Denn eine Marke, die das Kernversprechen einer anderen kopiert, verkauft den Kunden zwar dieselbe Botschaft, aber ohne die Glaubwürdigkeit, die nur aus der eigenen Geschichte erwächst. Sie wird zum Plagiat ihrer selbst.

Der Grund für dieses Scheitern liegt tiefer, als es die Wahlkampfrhetorik ahnen lässt, nämlich im Wesen des Vertrauens selbst. Die deutsche Sprache weiß es wortgeschichtlich schon längst: Vertrauen kommt von Treue. Sie ist gebunden an eine konkrete Gestalt und an ein über Jahre gehaltenes Versprechen konkreter und leistungsgebundener Zusageverlässlichkeiten. Man kann ein Logo kopieren oder einen Slogan, notfalls ein ganzes Programm, aber das spezifische Ver-, eher Zutrauen, das der Konkurrent genießt, wandert nicht mit. Es bleibt dort, wo es gewachsen ist. Nun hat sich Die Linke in Sachsen-Anhalt für den Weg der „Kopie“ entschieden. Ihr zentrales Plakatmotiv, enthüllt Mitte Juni 2026, lautet: „Heimat ist für alle da.“

Das Wort, das der anderen Marke gehört

Man muss sich die Tragweite dieser Entscheidung vor Augen führen. „Heimat“ ist, ob man es mag oder nicht, in der politischen Markenlandschaft kein neutrales Wort. Es ist über Jahre hinweg von der AfD besetzt und aufgeladen worden. Heimat ist, markensoziologisch gesprochen, ein positives Vorurteil, das einer anderen Marke gehört. Es ist geistiges Eigentum geworden, fest verwoben in den Köpfen der Öffentlichkeit, erarbeitet durch jahrelange konsequente Besetzung durch einen Anbieter. 

Wie solches Eigentum entsteht, lehrt die Werbegeschichte: Auf die Qualität des Wortes oder die Genialität der Kreation kommt es eben nicht an. Selbst der schlechteste Slogan wird gut, wenn man ihn nur lange genug durchhält. „Nichts ist unmöglich“ ist ein Satz, der das Nichts ins Extreme treibt. Er könnte über jeder Muckibude oder einer Daddelhalle stehen, und doch antwortet bis heute ein ganzes Land wie aus der Pistole geschossen: „Toyota!“, und das, obwohl der Konzern den Spruch seit zwanzig Jahren nicht mehr führt. Worte werden nicht durch Brillanz „kollektiviert“, sondern durch schiere Dauer, die man stur, unbeirrt und gegen den Spott der Feuilletons und den Widerwillen der eigenen Marketingabteilung durchsetzt.

Die Linke begründet ihren Griff nach der „Heimat“ taktisch: Man wolle den Begriff, wie es Spitzenkandidatin Eva von Angern sagt, „keiner rechtsextremen Partei überlassen“. Das ist eine ehrenwerte und edle Absicht. Markenstrategisch aber ist es ein Eingeständnis von Schwäche. Wer den Begriff des Gegners aufnimmt, um ihn ihm zu entreißen, kämpft fortan auf dem Spielfeld des Gegners. Jedes Mal, wenn der Wähler „Heimat“ liest, wird im Hintergrund die Marke mitaktiviert, die das Wort geprägt hat. „Für mich ist der Begriff total positiv besetzt“, sagt von Angern. Das mag für sie persönlich stimmen, aber Marken sind stets größer als ihre Manager, selbst wenn sie Fraktionsvorsitzende sind.

Hier liegt ein zutiefst zeitgenössisches Missverständnis vor, das weit über diesen Wahlkampf hinausreicht: die Vorstellung, eine Marke oder ein Begriff sei frei verfügbar und nach Belieben definierbar. Man könne eine Marke also mal eben „umpositionieren“, wie man einen Schrank von der einen Wand an die andere rückt. Das ist kommunikative Hybris in Reinform. Es ist der Glaube, ein Beschluss im Konferenzraum könne überschreiben, was Jahre der Erfahrung und Wiedergabe in Millionen Köpfen bestimmt haben.

Dahinter steht das eigentliche Dogma unserer Zeit, nämlich dass alles eine Frage der richtigen Kommunikation sei. Wer nur das – Achtung, Worthülse! – „Narrativ“ definiere, ändere die Wirklichkeit. Man ändert im besten Fall die Überschrift in einer PowerPoint-Präsentation … Eine Marke ist soziales Gedächtnis, und eben dieses Gedächtnis lässt sich nicht per Vorstandsbeschluss löschen. Das Gegenteil ist der Fall. Eine Marke, die über Jahre in den Köpfen gewachsen ist, gehört irgendwann nicht mehr denen, die sie zu führen glauben, sondern denen, die mit ihr leben. Sie ist eingewoben in kulturelle Muster und soziale Gewohnheiten, in Gespräche am oftmals bemühten „Küchentisch“ und Erinnerungen. 

Émile Durkheim, einer der Gründerväter der Soziologie, hätte in der Marke einen klassischen Fall dessen erkannt, was er „soziale Tatsache“ nannte: ein Gebilde, das dem Einzelnen äußerlich gegenübertritt und ihn (ver-)bindet, ob er will oder nicht. Soziale Tatsachen fragen nicht nach unseren Absichten. Man kann gegen sie anreden, vielleicht sogar anplakatieren, aber ihre normative Bestimmtheit bleibt. Wenn Eva von Angern sagt, für sie sei der Begriff positiv besetzt, dann ist das ungefähr so von Belang, wie wenn jemand erklärt, für ihn persönlich sei der Montag ein Feiertag.

Wo die Selbstähnlichkeit verloren geht

Die Herkunftsmarke der Linken über ihre gesamte Geschichte, von der PDS bis heute, war der Internationalismus. Der Heimatbegriff war in diesem Markenkern abwesend. Wenn also ausgerechnet diese Marke „Heimat“ auf die rote Fahne schreibt, dann vollzieht sie keinen organischen Schritt aus der eigenen Tradition heraus, sondern einen Bruch mit ihr. Sie ist sich selbst nicht mehr ähnlich. Nun ließe sich einwenden, die Linke fülle den Begriff andersartig („Heimat ist für alle da“). Das ist ohne Zweifel intellektuell sauber und programmatisch ambitioniert, nur funktioniert eine Marke nicht über einen Beipackzettel, sondern allenfalls über höchstens drei Begriffe, die wir mit ihr verbinden. Die Umdeutung eines Begriffs ist eine Aufgabe für Generationen, und ein Wahlkampf dauert sechs Wochen.

Betrachtet man die übrigen Plakate, tritt das wahre, das selbstähnliche Leistungscluster dieser Marke hervor: „Bus. Arzt. Schule. Nicht länger warten.“ Oder: „Krankenhäuser retten Leben, Profite nicht.“ Das sind linke Botschaften in ihrer reinsten, gelernten und damit glaubwürdigsten Form. Die Linke ist die Anwältin des konkreten, alltäglichen Mangels in einem Flächenland. Hier verfügt die Marke über ein positives Vorurteil, das ihr tatsächlich gehört. Die Linke besäße mit ihrem sozialen Leistungscluster eigentlich die konkrete Antwort auf die Wahrnehmung des Verlustes. Sie müsste den Heimatbegriff der AfD gar nicht erobern (und scheitern). Stattdessen müsste sie das stärkere Versprechen dagegensetzen: Statt der großen „Heimat“ müsste der profane, aber lebenswichtige „Bus“ oder die „Schule“ thematisiert werden.

Und damit ist das letzte Wort dieser Betrachtung erreicht, denn Markenführung ist am Ende keine Frage der Technik, sondern des Charakters. Die Linke aber ist die einzige Partei dieser Wahl, die erkennbar nicht an sich selbst glaubt. Eine Marke kann vieles überleben: Niederlagen, sogar jahrelange Bedeutungslosigkeit. Was sie nicht überlebt, ist die eigene Unsicherheit.

Wie es besser ginge, führt seit Jahrzehnten ausgerechnet ein Katzenfutter vor. „Katzen würden Whiskas kaufen“ … das ist für jeden Menschen bei Verstand ein vollkommen unbeweisbarer Satz, denn keine Katze hat je an einer Kasse gestanden und der Salatgurke und der Nasi-Goreng-Dose beim Rollen über das Laufband nachgeschaut. Aber der Katzenfutterslogan strahlt heitere Gewissheit und bornierte Fröhlichkeit aus, die das Wesen jeder starken Marke kennzeichnet: „Wir sind so sehr wir selbst, dass sogar die Umworbenen keine Wahl haben!“ Genau das Selbstbewusstsein eines sicherlich leckeren Katzenfutters wäre der Linken zu wünschen.

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Thomas Hechinger | Fr., 28. August 2026 - 12:51

„Katzen würden Whiskas kaufen.“
Aber selbstverständlich, Herr Errichiello!

Oder etwa Chappi?
Dann müßte man besorgt feststellen: Betroffene Katzen bellen.

Gar Trill?
Dann pfiffen sie aber wirklich aus dem letzten Loch.

Geben wir unseren Katzen also das, was sie selbst kaufen würden, wenn sie denn kaufen würden. Geben wir ihnen Whiskey!

Dr. Oliver Strebel | Fr., 28. August 2026 - 13:10

Antwort auf von Thomas Hechinger

Danke für den amüsant-beschwipsten Beitrag. Mein Humor!

Ingbert Jüdt | Fr., 28. August 2026 - 13:30

Wenn wir uns auf die These einlassen, dass der Markenkern der Linken in »Internationalismus« besteht, dann wurde dieser schon beginnend mit dem Fall des Eisernen Vorhangs ausgehöhlt. Denn von da an hat der Westen seine Elitenrekrutierung im Sinne der transatlantischen Ideologie vervollkommnet. Als paradigmatisches Beispiel kann Ralf Fücks zählen, der bei einer linken Splittergruppe, dem KBW, politisch gesprungen und am Ende mit dem »Institut Liberale Moderne« als lupenreiner Bettvorleger des Transatlantismus gelandet ist. Diese Ideologie ist aber per definitionem, indem sie den politischen Schwerpunkt des Westens in das Gewässer zwischen den Erdteilen verschiebt, das Gegenteil von Internationalismus, weil das gespaltene Europa ihr als Kehrseite angehört. Der Ukraine-Krieg war kein Zufall.

Damals wurde die westliche Linke (im weiteren Sinne) von einer Liberalismus-Mimikry ergriffen, mit der sie vergessen hat, dass dieser Liberalismus eben auch für neoliberalen Turbokapitalismus stand.

Ingo Frank | Fr., 28. August 2026 - 13:56

zu beschreiben und deren Hilfslisigkeit zu erkennen wie das Sehen & das Hören des zweiten Teil des „Duell“ an dem der Personenkreis neben AfD & CDU erweitert wurde durch SPD, Grüne, BSW und die SED Erben deren Spitzenkandidatin in einem Nebensatz bemerkte, dass Sie die Vergabe von Zensuren überaus Kritisch sieht…… m M nach dem Mottto, machi ihr Sie arm, wir machen sie dumm !
Tja, und mit solchen Genossen wird die CDU zusammenarbeiten …… von den „anderen Ideen“ einmal ganz abgesehen.
Ich wiederhole mich gern, man sollte sie die beiden Teile des Duell unbedingt ansehen, um zu verstehen was da z Zt. In SA abläuft auch aber nicht nur seitens des ÖRR beim Faktencheck z.B Energiepreise im internationalen Vergleich 😂
Mit freundlichen Grüßen a d Erf. Republik

Walter Bühler | Fr., 28. August 2026 - 14:05

... leidige "Flachzangen-Syndrom" bei den dominierenden Parteifunktionäre stehen nach meinem Eindruck in einem recht engen Zusammenhang.

Denn bei den meisten Funktionären und ihren medialen Helferlein schimmert überall der Mangel an Qualifikation durch, auch bei den Manipulationstechniken, die sie zur Sicherung ihrer gewohnten Privilegien einsetzen. Mangelnde Qualifikation führt auch dazu, dass man allzuleicht auf simple Manipulationsmethoden setzt, eben Nivea und Katzenfutter usw.
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Die Vorauswahl der Kandidaten in den trüben Hinterzimmern unseres Landes führt eben zu dem genannetn Flachzangen-Syndrom.

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr., 28. August 2026 - 14:06

und kann irren.
Meine zunehmende Erfahrung mit chinesischen Filmen und Serien hat mich auch wieder erinnert an das DDR-Programm in den 60ern ff.
Man höre sich die russische Nationalhymne an.
"Heimat" ist ein Begriff der Linken, auch der des "Volkes".
Ich verstehe jetzt, warum sich die SPD im Osten evtl. schwertut, andererseits sind ihre Ergebnisse angesichts des Befundes eigentlich nicht schlecht.
"Heimat" und "Volk" sind evtl. keine Begriffe des Westens, aber in der DDR hat die Linke vielleicht diese Begriffe geschützt und eingelöst?
Die AfD hingegen scheint mir diesbezüglich eher eine Partei des "Mangels".
Es ist eine gewagte These, aber ich vermute hinter diesen Begriffen bei der AfD eher alte Westkader der "Rechtsnationalen".
Die Linke kann hingegen nicht viel von linker Solidarität des Westens erzählen?
Gleichwie, der Artikel zeigt mir die Authentizität dieser Begriffe für die Linke im Osten.
Sie kann nicht wirklich zurück, denn die Moderne fordert ihren Preis?
# für Alle?

der Weimarer Republik bedienten den Volksbegriff evtl. anders.
Es war, wie in Ernst Jüngers "Marmorklippen" das Opfer bzw. die Entscheidungen für das Volk?
Keinesfalls kam damit das Volk an die Macht und dann teils doch.
Die Möglichkeiten der Demokratie brachten auch die NSAP nach vorne, im Sinne von Görings Satz in "Nürnberg" 2025:
Wir wurden gewählt.
Hitler hielt sich evtl. auch für erwählt.
Göring entstammt anders als Hitler einer Elite.
Vielleicht stimmt, was der Film sagt: Mit ihm steht und fällt die Eite.
Ich empfehle sehr den Film "Nürnberg" mit Russel Crowe und Rami Said Malek.

Markus Michaelis | Fr., 28. August 2026 - 14:23

Ja, das trifft es glaube ich. Ich würde es allerdings mehr so ausdrücken: die Linke steht für die Menschheit, alle Menschen. Sie steht auch für DIE Menschheitswerte.

Bei allen Markengedanken sind es aber am Ende manchmal doch nicht nur Markenfehler, sondern die Realität und reale Menschen, die den Erfolg verhindern. Als langjähriger Linken-Wähler würde ich es so sehen: der Anspruch für die Menschheit zu sprechen, klingt super. Bei näherem Hinsehen gibt es aber ein tiefliegendes Problem: wenn die Menschen nicht alle von sich aus zustimmen und sich unter DIE universellen Werte einsortieren lassen, kommt die Linke kaum umhin einen Großteil der Menschen als Menschenfeinde zu erklären. Sonst müsste sie ihren Anspruch aufgeben, was gegen ihren Markenkern wäre. Auch der Einsatz für Busse und Krankenhäuser klingt toll, heißt aber in der Realität auch oft andere Menschen als Kapitalisten und Menschenfeinde zu erklären, was auch nicht mehr Busse fahren lässt.

Für manche klingt Heimat da besser

dieser Kommentar soll uns vermitteln, dass die Linke , angeblich den Menscheheitsideal entspricht, und bestrebt ist andere Menschen auch dieses Ideal näher zu bringen, aber dieses wills es nicht begreifen!

Da kann ich nur sagen: Humor ist, wenn man bei lesen solchen weltfremdes Kommentars trotzdem lacht.

Übrigens, solchen kruden Vorstellungen hängen intolerante Ideologen aus allen Richtungen nach, und hoffentlich vergebens!!!

Ernst-Günther Konrad | Fr., 28. August 2026 - 16:02

Genauso wenig die Hitlerzeit richtig aufgearbeitet wurde, genauso wenig hat man das mit der DDR-Zeit getan. Man sieht es allein daran, dass Leute wie Hüber Gewerkschaftsvize in der (noch) größten Polizeigewerkschaft werden konnte. Während die NPD und vergleichbare neonazistische Bewegungen letztlich ausstarben, verboten wurden oder schlichtweg unbedeutend klein geschrumpft sind, lebt die SED mit einigen Namensänderungen weiter und wird inzwischen als demokratische Partei gesehen und bis zur CDU hin hofiert. Diese Partei ist für mich eine demokratiefeindliche linksfaschistische Partei, die uns den Sozialismus und Marxismus bringen will. Ich kann nicht verstehen, dass die immer noch in einigen Parlamenten über 5% kommen.

Es gibt kaum einen Abschnitt der europäischen und deutschen Geschichte, der so umfassend aufgearbeitet worden ist wie die Zeit zwischen 1933 und 1945. Gleich danach kommt die Zeit zwischen 1914 bis 1933. Auch die Geschichte der DDR ist gut erforscht, trotz der Stasi Aktenvernichtung.
Es ist leider eine Tatsache, dass einige fragwürdige Gestalten aus diesen Zeiten den Systemkollaps gut überstanden haben. Globke ging 1946 nahtlos in die Demokratie über, weil er abseits seiner politischen Vergangenheit fachlich sehr gut und damit nützlich war. So ist das nun mal. Im aktuellen Fall könnte das ähnlich sein, wer weiß.
Das Überleben der SED Nachfolgeparteien wird vermutlich durch das 1990 verschwundene Vermögen ermöglicht. Auch hier: wer weiß..
Den letzten beiden Sätze Ihres Kommentars kann ich jedoch nur zustimmen!

diese Abschnitte der deutschen Geschichte scheinen zwar gut erforscht zu sein, aber die gesellschaftliche Aufarbeitung, die fand kaum statt, und so kommt es, dass hierzulande inzwischen als normal gilt: "Fast jeder dritter Einwohner wird als "NazI" stigmatisiert, und andereseits erfreut sich gleichzeitig die SED-Nachvolge politischer "Salonfähigkeit" samt Zulaufs der Wählerschaft."

Johannes Renz | Fr., 28. August 2026 - 16:26

...wurde wohl vergessen "Haribo macht Kinder froh..." Den können wohl auch nicht nur alle hierzulande, die jemals einen Fernseher belassen, im Schlaf ergänzen. Weder Melodie noch Sound haben sich m. W. from the very beginning jemals verändert und es gab ihn gefühlt schon Jahrzehnte, bevor Thomas Gottschalk beim bekannten Bonner Süßwarenhersteller zum "Aufstocker" wurde. Übrigens haben auch die Grünen in BW unter Kretschmann über den Heimatbegriff debattiert. Die Linke in Sachsen-Anhalt ist da also kein Vorreiter im linken Spektrum. Ganz selbstverständlich ist der Begriff dort nun wirklich nicht, siehe entsprechende Aussagen von Robert Habeck, zumindest in der Vergangenheit.

Heidemarie Heim | Fr., 28. August 2026 - 16:29

Loriot hätte wahrscheinlich mit seinem `Ach?Ach was!" geantwortet. Ich dagegen frage "Seit wann?" ist es wieder positiv besetzt oder eben total normal den Begriff Heimat zu verwenden? Ohne eine in manchen Kreisen zumindest hochgezogene Braue zu ernten o. in die nationalistische Ecke gestellt zu werden bzw. der Deutschtümelei bezichtigt zu werden. Auch wenn man wie ich aussprach, wie sehr mich eine Bundeskanzlerin irritierte, die unsere Flagge, wenn auch in Miniformat auf offener Bühne in die Ecke pfefferte, die Idee in unserer Hymne das Wort Vaterland durch was auch immer genderkompatibel? zu ersetzen o. der Inschrift "Dem deutschen Volke" wahrscheinlich durch Streichung des "deutschen" einen neuen touch zu verleihen,für nicht nur übergriffig, sondern als Angriff auf meine ganz individuelle "Heimatliebe" u. Cave! "Heimatstolz" begriff! Und da wir ja von Marken sprechen, "Wer hat`s erfunden?" Liebe Linke! So was nenne ich eine spontane "kulturelle Aneignung" o. "Markenklau";) MfG