- Teil 2: Die AfD ist eine Marke, die vom Verlust lebt
Die AfD verkauft kein Zukunftsversprechen, sondern den Verlust einer besseren Vergangenheit. Genau darin liegt die Stärke ihrer Marke – und zugleich ihre größte Schwäche. Teil 2 der Cicero-Kampagnenanalyse für Sachsen-Anhalt.
Programme werden geschrieben, um vergessen zu werden. Marken bleiben, weil sie orientieren sollten und im besten Fall Sicherheit bieten. In vier Teilen analysiert diese Serie die Parteien Sachsen-Anhalts als Marken im Überzeugungswettbewerb. Der zweite Teil nimmt die AfD in den Blick, die alles anders machen will und dabei von dem Umstand profitiert, dass sie es noch nie beweisen musste.
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Eine Marke wird normalerweise gekauft, weil sie ein Versprechen einlöst: „Diese Bohrmaschine bohrt“ oder „Diese Versicherung zahlt schnell und unkompliziert“. Starke Marken kennzeichnet ein positives Leistungsversprechen. Die markensoziologisch faszinierendste Eigenschaft der AfD in Sachsen-Anhalt (aber nicht nur dort) ist, dass sie dieses Überzeugungsgebot auf den Kopf stellt.
Denn ihr Versprechen ist kein Angebot, sondern strukturell betrachtet eine Rücknahme, eher ein Blick in die Vergangenheit, was sich geradezu brachial bereits im Wahlkampfslogan der AfD Sachsen-Anhalt manifestiert: „Hol dir dein Land zurück“, steht auf den Plakaten. Nicht: Hier ist ein besseres Land. Sondern: „Du hattest eines, es wurde dir genommen, wir holen es dir wieder.“ Das ist, nüchtern und deskriptiv betrachtet, eine der bemerkenswertesten Markenkonstruktionen der gegenwärtigen deutschen Politik und verlangt eine gründliche Beschäftigung.
Das Versprechen, das aus einem Mangel besteht
Betrachten wir die Kampagne, die die AfD am 4. Juni 2026 in einem Magdeburger Hotel vorstellte: circa 50.000 Plakate und ein Kommunikationsbudget von etwa 1,5 Millionen Euro. Der Claim lautet „Alles ist möglich“ (was verdächtig nach einer japanischen Automarke klingt). Daneben, in harter Versalientype: „Das Land retten.“ Und eben: „Hol dir dein Land zurück.“ Die Motive zeigen Sonnenaufgänge über Landschaften, in einem warmen Orange-Rot, das mit dem üblichen Parteiblau bricht.
Markensoziologisch wirkt hier zweierlei. Zum einen setzt jede dieser Botschaften einen Verlust voraus, den sie zugleich behauptet und behebt. „Retten“ kann man nur, was bedroht ist, und „zurückholen“ nur, was verloren gegangen ist. Die Marke AfD beschwört also planvoll das Gefühl des Mangels und der Auflösung, das sie eigentlich zu lindern verspricht. Zum anderen, und das ist eine Referenz an den sogenannten „Awareness-Zeitgeist“, geht es um Aufmerksamkeit um jeden Preis: Alarm ist Produkt und kollektive Erregung Zweck.
Man nennt das im Marketingdeutsch „Emotionalisieren“ und übersieht dabei geflissentlich, dass echte Emotionen niemals aus dem bloßen Zeigen von Emotionen entstehen, sondern immer aus Fakten. Auch der Mythos Ferrari entsteht nicht in der Werbung, sondern nach wie vor in einer Werkshalle in Maranello. Wo aber Leistung fehlt, bleibt nur die Inszenierung des Gefühls. Und so passt es ins Bild, dass die Sonnenaufgangsmotive nach Angaben der Partei KI-generiert sind. Der Sonnenaufgang über Sachsen-Anhalt, mit dem hier eine neue Zeit anbrechen soll, hat schlicht nie stattgefunden. Eine Partei, die verspricht, das Eigene zurückzuholen, bewirbt es mit einer Landschaft, die es nicht gibt.
Die Bewirtschaftung des Verlusts
Nun wissen wir, dass, je näher der Wahltag rückt, desto inhaltsleerer die Kampagnen aller Parteien werden: Konkretes verschwindet und der Spitzenkandidat wird erlöserhaft ins Bild gerückt, damit ein Lächeln erreicht, was ein Argument leisten müsste. Die AfD betreibt dieses Geschäft konsequenter, vielleicht sogar ehrlicher, denn ihr Claim gibt offen zu, dass er im Alles nichts verspricht. Dementsprechend ist „Alles ist möglich“ die folgerichtige Krönung dieser Logik: Jeder kann seinen je eigenen Wunsch hineinlesen. Der eine hört: „Endlich harte Migrationspolitik“. Der andere: „Endlich wieder bezahlbares Leben“, und der dritte,** ohne Zweifel: „Jeden Tag leckere Bratwurst umsonst.“
Doch die Leere des Claims ist nur die Oberfläche. Darunter liegt das eigentliche Kernversprechen der Marke: das Misstrauen gegen den Status quo. Und diese Konstruktion hat einen strategischen Vorteil, um den sie jede Bohrmaschinenmarke beneiden muss. Denn einer Bohrmaschine, der man nachweist, dass sie nicht bohrt, ist innerhalb kurzer Zeit erledigt. Eine Marke aber, deren Produkt das Misstrauen selbst ist, wird von jeder schlechten Nachricht aufs Neue bestätigt. Jede Meldung über Bahnverspätungen und Behördenversagen ist kostenlose Markenpflege.
Das Scheitern der „anderen“ ist ihr Qualitätsnachweis. Warum funktioniert das? Der Soziologe Andreas Reckwitz hat den Verlust jüngst als das verdrängte Grundproblem der Moderne beschrieben. Die Moderne sei eine erbarmungslose „Fortschrittsmaschine“, die uns noch nicht einmal Zeit gibt, das Vergangene zu realisieren, weil permanent Neues auf uns einwirkt. Allerdings bemerken wir die Auswirkungen des Verlustes, indem Bekanntes verschwindet oder sich sicher geglaubte Bedingungen im Beruf, im Alltag, ja selbst im engsten Privatleben plötzlich auflösen.
Simson und gute Laune
Und dann ist da noch Ulrich Siegmund, der Spitzenkandidat: fünfunddreißig, studierter Wirtschaftspsychologe, seit 2016 im Landtag und damit, bei aller Jugendlichkeit, bereits ein Jahrzehnt im Geschäft. Auf den Plakaten tritt er auf wie der erfolgreiche Sohnemann der Nachbarn aus dem Reihenhaus nebenan: weißes Hemd, offener Kragen, gepflegter Sieben-Tage-Bart, dazu ein Lächeln von jener aufgeräumten Freundlichkeit, mit der einem sonst nur Zahnarzthelferinnen den nächsten Prophylaxe-Termin anbieten.
Seine Sneaker sind so weiß, dass man sich fragt, ob auch sie KI-generiert sind. Der Mann wirkt derartig freundlich, dass man ihm reflexhaft den Wohnungsschlüssel zum Blumengießen anvertrauen würde. Hängen die Plakate von Siegmund und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze an derselben Laterne, hat man das Duell dieser Wahl in einem Bild: oben der Mann, der aussieht, als käme er gerade von seinem Zehn-Kilometer-Lauf, darunter einer, der aussieht, als hätte er die Strecke im Bauamt geprüft.
Man erinnere sich: Im Jahr 2025 saß man im Berliner Willy-Brandt-Haus zusammen, die beauftragte Werbeagentur trug ihre Erkenntnis vor, und fortan galt als ausgemacht, die AfD sei als „Schlechte-Laune-Partei“ zu stellen. Die Strategie hat in Sachsen-Anhalt einen Schönheitsfehler: Siegmund ist die fleischgewordene Widerlegung und die Antithese zur „Schlechte-Laune-Partei“, denn dieser Mann sieht aus, als hätte er noch nie schlechte Laune gehabt, nicht einmal im Stau auf der A 14 zwischen Magdeburg und Leipzig am Schkeuditzer Kreuz.
„Ulli“, wie er sich auf den einschlägigen Kanälen selbst nennt, bereist während des Wahlkampfes jeden Landkreis des Landes mit seiner Simson. Was Milei die Kettensäge, Merkel ihre Raute und Scholz seine Aktentasche, ist Siegmund sein Kleinkraftrad. Die Simson, das Moped der DDR-Jugend, ist kein nostalgischer Gag, sondern ein äußerst präziser kultureller Code: Sie verweist direkt auf die ostdeutsche Erfahrungswelt und integriert eine beeindruckende kommunikative Feinmechanik.
Die Simson ist selbst ein Verlustobjekt. Sie stammt aus einem Land, das es nicht mehr gibt, und wurde in einem Werk produziert, das geschlossen wurde, und besteht dennoch, gerade als wertvolles Faszinosum, weiterhin. Der Kandidat fährt die Kernthese seiner Partei buchstäblich spazieren, auch wenn sich die Nachkommen der einstigen Gründer der Marke vehement dagegen verwahren.
Das Versprechen, das nie eingelöst werden darf
Aber ausgerechnet die Simson zeigt zugleich die strukturelle Sollbruchstelle der Kampagne: Das Krad lässt sich restaurieren, das Land, aus dem es stammt, kehrt trotzdem nicht zurück. Genau diese Differenz ist es, die dem Wahlkampfziel der Ministerpräsidentschaft im Kern widerspricht. Eine Marke, die vom Verlorenen lebt, braucht das Verlorene, und das Verlorene ist nun einmal dadurch definiert, dass es nicht wiederkehrt.
Das ist keine Besonderheit der AfD, sondern ein Grundgesetz aller Sehnsuchtsmarken. Der Reiseveranstalter verkauft nicht die Südsee, sondern das Träumen von ihr, und der Möbelkatalog verkauft nicht den Schrank, sondern das aufgeräumte Leben, das sich mit ihm einstellen soll. Solange die Verheißung Verheißung bleibt, ist sie unangreifbar. In dem Moment aber, in dem geliefert werden muss und Alltag herrscht, tritt die Marke aus dem Schutzraum des Versprechens heraus in die Zone der Überprüfbarkeit. Und dort gelten andere Gesetze: Dort gibt es Haushaltslöcher, Koalitionszwänge, Lehrermangel und kaputte Kreisstraßen, und keines dieser Probleme kann „Ulli“ mit einem KI-generierten Sonnenaufgang lösen.
Die größte Bedrohung für diese Marke sind daher nicht ihre Gegner, schon gar nicht die Brandmauer und nicht der Verfassungsschutz. Im Gegenteil: All das nährt sie. Es ist der Einzug in die Staatskanzlei von Magdeburg. Eine Protestmarke, die regiert, hat ihr wichtigstes Produkt aus dem Sortiment genommen: den diffusen Protest. Sie wird plötzlich zur Verantwortungsmarke …
Man kann sich die Szene nicht besser vorstellen: Ulrich Siegmund parkt am Wahlabend seine Simson vor der Staatskanzlei. Das Moped aus dem verschwundenen Land stünde dann vor dem Amtssitz „derer da oben“. Es wäre der Triumph der Kampagne und gleichzeitig ihr Ende. Denn von diesem Tag an wäre er selbst „der da oben“. Dann muss er nicht mehr versprechen, sondern machen. Und der nächste Sonnenaufgang ist dann keine Verheißung mehr, sondern nur noch der Beginn eines Arbeitstages.
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dass es nicht ganz so schlimm kommen könnte, wie allgemein erwartet, denn potenzielle Wähler und Wählerinnen der AfD durfte ich ja ausreichend hier im Forum kennenlernen.
Kein einzige/r von denen scheint mir auf dem Niveau unterwegs, das der Autor beschreibt.
Zurück will doch niemand hier?
Ich hoffe, dass politische Teilhabe noch stärker zur Selbstverständlichkeit wird im Osten.
Das habt IHR EUCH verdient.
Es sollte aber eigentlich klar sein, dass z.B. eine anwachsende und sich ausdifferenzierende Infrastruktur jede Menge neue Probleme mit sich bringt.
Wie heisst es über die Ehe?
Eine Beziehung, in der man zusammen Probleme bewältigen muss, die man alleine nie gehabt hätte?
Das kann noch richtig gut werden...
Jahren am Mitbestimmen gehindert wurde, vorzuhalten, sie verspreche, ohne bisher liefern zu müssen, ist ein wenig simpel.
Und ich erkenne durchaus viel an meinem Land (jetzt meine ich Deutschland und nicht nur SA), das ich „zurück haben“ möchte und mir mit der Wahl dieser Partei zurückzuholen erwünsche. Weihnachtsmärkte ohne Schutzmaßnahmen wie in Fort Knox, keine Messerstecher mehr frei auf der Straße, weg mit Illegalen Migranten , ein Ende der Förderung linksextremer „NGOs“, weg mit der Zwangsgebühr für Hofberichterstatter, weg mit blödsinnigen Steuern, weg mit unsinniger Energiebepreisung, Geldverschwendung ins Ausland, für Faulenzer aller Art, ich könnte noch viel mehr hinschreiben.
Wenn auch nur ein Teil dessen weg ist, ist ein großer Teil des „alten“ Landes wieder da.
Die AfD kann keine Wunder bewirken, aber sie wird die Wende einleiten.
Daran glaube ich.
Mal ganz abgesehen von der Absicherung wie Fort Knox …… wäre es auch nicht wieder an der Zeit statt „Lichterfest“, „Pfefferkuchenfest“ oder anderer absurder Begriffe, wieder das Wort Weihnachtsmarkt zu reanimieren bevor es endgültig aus dem deutschem Sprachgebrauch verschwindet ?
Und die hat wohl nichts mit „Rückwärtsträumereien zu tun, wenn der letzte deutscher Metzger in einer Großstadt seinen Laden schließt…… (den „Rest“ erspare ich mir & Ihnen) oder wenn ich es ablehne meinen Enkelkindern Berlin und die dortigen Sehenswürdigkeiten zu zeigen aus Angst, vor unserer,
und die Sicherheit meiner Enkelkinder ( 2 Mädchen, Zwilling, 10 Jahre)
Ich will mich in diesem Land ohne Angst & Schrecken wieder bewegen können. Stattdessen erklären mir diese Schwachmaten, dass ich mich mit allem dem abfinden soll. Niemals werde ich das tun ! Egal wie es letztendlich in SA ausgeht, 40% „+ x“ ist zweifelsfrei ein Statement….. und wohl nicht das Letzte.
MfG a d Erfurter Republ
Ich verstehe Ihre Beweggründe, würde aber meinen und nur so kann ich mir auch den "Widerstand" dagegen erklären, dass die Entscheidungen der großen Koalitionen unter Merkel von der Art waren, hinter die es evtl. kein Zurück mehr gib, sowohl in Bezug auf Migration, als auch Atomausstieg, Corona ff.
Gewissermaßen evtl. durchschlagend in ihren Auswirkungen.
Deshalb bewerte ich die aktuelle Politik, ja selbst die der Scholz-Regierung vlt. anders als Sie, Herr Will.
Es geht nicht mehr zurück und das werden viele in Deutschland begrüßen, aber man muss nicht so weitermachen.
Schon das trifft auf evtl. große Widerstände.
Egal, das meine ich immer mit konstruktiver Politik, weg von Befindlichkeit oder Ideologie.
In Nuce geschildert:
Was mache ich, wenn ich zuviel Geld ausgegeben habe?
Ich reduziere meine Ausgaben in der nächsten Zeit etwas, um die Ausnahme zu "glätten".
Der CDU/CSU und besorgten Bürgern sei gesagt, dass man sich nicht grundsätzlich "strangulieren" muss.
Intelligente Ökonomie...
Ich gehöre nicht zu denen, die kapitulieren.
Ich vin froh, dass 1945 Menschen Politik machten, die anders dachten als Sie und all diejenigen, die meinen, man könne Dinge nicht komplett neu machen und neu denken. Nichts in der Poliitik ist irreversibel.
Was Merkel und ihre Nachfolger an Irrsinn produzierten, lässt sich zwar nicht vollständig korrigieren, aber der Kurs in Sachen Migration, Energie, Klima, Wirtschaft, Steuern, , etc. sehr wohl korrigieren. Und wie ich schon schrieb: das wäre ein „Zurück“. Und zwar im Sinne con „nach vorne“. Zur Vernunft, zu Wachstum, Sicherheit und Wohlstand.
Ich gebe mich nicht zufrieden damit, dass unfähige Lügner mir mein Land zerstören und das irreversibel sein soll.
Ich möchte, dass meine Kinder und Enkel, sollte ich welche haben, wieder in einem anderen Deutschland leben.
vielen Schreibfehler. Ich hatte keine Brille auf.
Trotz Schreibfehlern, lieber Herr Will. Vollste Zustimmung! Ich gehöre auch nicht zu denjenigen, die kapitulieren!
Fuhr heute durch meine Stadt, wo am WE ein großes Volksfest stattfindet. Der Wahnsinn! Riesen-Pufferkissen (oder wie man die nennt!?) Sperren, wohin man blickt. Und das soll schön sein? Ich werde dieses „Fest“ nicht besuchen. Was nutzen all die Poller, wenn, wie die letzten Anschläge zeigen, ein Messer oder eine Machete genügen, Menschen zu töten. Aber es werden wieder Massen unterwegs sein. Denn es trifft ja immer nur die anderen.
Nein, ich will mich mit diesem Wahnsinn nicht abfinden. Auch wenn der Superpolitiker Radke anderer Meinung ist. Es muss sich etwas ändern! Auch wenn es nie wieder so frei und lebenswert wird, wie vor 2015. Leider! Dank an Merkel und ihre Jünger.
weil die Richtung der Massnahmen nicht verkehrt war.
In schweren Fällen Rückführungen und grundsätzliches Eindämmen der illegalen Migration ff.
Die Poller erschweren auch anderswo Zugänge.
Hiess es nicht auch in der DDR "Wintermarkt"? Jetzt gibt es Kombinationen.
Es war schon auch eine Ausnahmesituation während des Syrienkrieges.
Eine zeitlang befürchtete ich bei jeder Katastrophe, dass Frau Merkel ihr "freundliches Gesicht" zeigen würde.
Das hat sich gelegt, weil ich auch Frau Merkel für eine "Ausnahmeerscheinung" halte:
DDR-sozialisiert und politisch eher "schlicht" unterwegs?
Solche Leute gibt es gar nicht mehr in der Politik.
Die Globalisierung, die sozialen Medien, sie erfordern ganz allgemein hohe Qualifikationen und wenn die Leute sie nicht haben, müssen sie dazulernen oder gehen.
Die etablierten Parteien können das vorweisen.
Die Leute wollen Antworten.
Die Wiedervereinigung schlägt auch noch zu Buche.
Politik kommt hier jetzt aber in ruhigere Gewässer.
Bin zuversichtlich
Bilanz für NRW.
Die schweren Umstrukturierungen betrafen NRW schon lange.
Das "Tal der Tränen" scheint durchschritten.
So etwas braucht Zeit und handelnde Politik.
Der Osten steht insgesamt so schlecht nicht da?
Die AfD ist m.E. eher aus der jetzt kommenden Zeit gefallen!
Ich wollte mich mal entspannen.
Ich hoffe, dass ist nach den Wahlen noch möglich...
Das haben uns die SED-Genossen ( sagen Sie in der SPD auch nicht untereinander „Genosse“ 😂😂😂) in der DDR ebenfalls eingeredet. Und doch kam es ganz anders und das Volk verursachte zuerst den Sturz der Regierung und dann die Auflösung der DDR mit der Beitritts- Willensbekundung.
Und heute, gibt es die Möglichkeit die „Unfähigen Personen samt ihrer Parteien abzuwählen.
Das ist wohl nur noch der allerletzte verbleibende Unterschied zur DDR….. Wie es scheint !
Genau das hat der Osten erkannt und durch seine Erfahrung schon einmal ein
„Unliebsames Regime“ wem es besser gefällt, auch eine „Diktatur“ als Vergleich zu diesem Land, zu Fall gebracht.
Wen wundert’s das der Osten bis auf Berlin „blau“ wählt, wobei da das allerletzte Wort des Souverän auch noch nicht in der „Hauptstadt“ gesprochen ist.
Mit freundlichen Grüßen a. Erfurter Republik
In der Marke "Simson" lässt sich der Unterschied zwischen dem westdeutschen und dem ostdeutschen Lebensgefühl quer durch die Generationen sehr gut "emotionalisieren". Und die Umsetzung durch den AfD-Kandidaten scheint zu gelingen. Die DDR-sozialisierte Ex-Kanzlerin hatte 16 Jahre Zeit, daran zu arbeiten, diese Kluft zu überwinden. Nun nutzt die AfD perfekt "diese Lücke, diese entsetzliche Lücke".
Die Nivea-CDU war glaube ich gut getroffen - so schwierig es ist, Parteien auf zwei Schlagworte zu reduzieren. Bei der AfD-Charakterisierung hier bin ich nicht so überzeugt. Da sehe ich erstmal, dass die AfD, wie jede größere Partei, sehr unterschiedlich-gegensätzliche Strömungen vereint, daher es mit konkreten und auch noch realistischen Aussagen immer schwer hat. Das scheint mir erstmal für alle Parteien zu gelten.
Ich würde es so sehen: dass große Menschengruppen (etwa 80 Mio in D) in gegensätzliche Lager zerfallen, die sich gegenseitig kaum verstehen, ist wohl erstmal der Normalfall. Interessant ist die Frage, warum das manchmal nicht so ist.
Ich denke, der Hauptgrund für die AfD hat wenig mit der AfD zu tun, sondern damit, dass die bisherige Mitte (Parteien wie Bevölkerung) mit der Veränderung der Welt und Deutschlands überfordert war, man zu sehr in Werten und Idealen gedacht hat und nicht mehr auf die Vielfalt und Offenheit der realen Welt geschaut hat.
Die Massen der AfD-Wähler (jenseits der 10%) würde ich denken, kommen weniger aus dem, was die AfD sagt. Ich denke, die Masse kommt eher daher, dass die Parteien der Mitte (also die Mitte der Wähler selber, denn die werden gar nicht so schlecht durch ihre Parteien repräsentiert) irgendwann angefangen haben, das Blaue vom Himmel jedem zu versprechen, der nicht bei drei auf dem Baum war. Ein Teil der "Kunden" wurde dafür beschimpft, das war alles zu überdreht geworden.
Teile davon sind spezifisch Deutsch, es ist aber auch ein allgemein westliches Phänomen: der Westen war lange so erfolgreich, dass man etwas abgehoben ist. In der Phase, wo Asien jetzt auf- und überholt, demografisch die Welt überholt, unverhandelbare Werte auf die Welt treffen usw. sind alle etwas überfordert.
Mit der AfD so ganz direkt in dem Sinne, dass man ein gut funktionierendes, zufriedenes System hatte und irgendwie sind AfD und Trump da eingebrochen, hat das wenig zu tun. Denke ich.
Bin nicht sicher, ob die Analyse so treffend ist. Dass jetzt iein Sonnenuntergang auf einem Plakat KI-generiert ist, geschenkt, darüber muss man nicht ernsthaft reden.
Aber den Slogan „Alles ist möglich“ kann man auch als Counterclaim zu Merkels „Alternativlosigkeit“ sehen, die bereits namensgebend für die Partei war. Während Merkel postulierte, dass kein anderer Weg, keine andere Lösung möglich sei, ist hier eine folgerichtige Entgegnung: Doch, jeder kann (s)eine Alternative formulieren, insofern ist nichts mehr „alternativlos“, sondern „alles“ ist möglich.
Auch die Interpretation um die Simson halte ich weit für hergeholt. Siegmund ist nach dem Mauerfall geboren. Er verkörpert allein durch sein Alter die Post-Wendezeit. Wenn er eine Simson fährt, dann steht das für eine dezidiert ostdeutsche Identität, für Regionalität und für Heimatverbundenheit. Nicht für ein untergegangenes politisches System.
Kurzum, die Markenpositionierung und Kampagne scheint neutral betrachtet eher gelungen
... und an ähnlichen "Wissenschaften" mag veraltet und unmodern sein.
Ich bezweifle dabei nicht die große Wirksamkeit der Techniken (oder "Künste"), in denen man den Menschen als bloßen Konsumenten betrachtet, dem man ein bestimmtes Produkt aufschwatzen will.
Diese Techniken sind meines Erachtens äußerst eng mit den Methoden der Unterhaltungsindustrie verbunden und werden (unter der Bezeichnung "Rhetorik") seit der Antike in der Politik praktiziert.
Ich persönlich kann diese Manipulationstechniken jedenfalls nicht als Wisssenschaften bezeichnen, auch wenn sie heute an vielen Universitäten von "Professoren" gelehrt werden. Auch Frau Baerbocks und Herrn Habecks Ausflüge in den akademischen Raum führt in diese Welt der "akademischen" Manipulationstechniken, genau so wie die öden Politik-"Wissenschaften" i.d.R. eben nur Politikberatung im TV sind.
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Wissenschaften richten sich an intellektuelle, denkende Menschen, die nach moralischen Grundsätzen zu handeln versuchen.
... neben all diesen notwendigen Manipulationstechniken auf dem politischen Markt immer zusätzlich eine moralischen Grundhaltung erkennen lassen, mit welcher sie die anstehenden Probleme der jetzigen und der künftigen Generationen lösen wollen.
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Ich lasse mich nur ungern auf mein passives Konsument-Sein reduzieren, obwohl ich wie alle auch tatsächlich ein Konsument bin.
Parteien die Fortschrittserzählung oder neudeutsch Narrativ abhanden gekommen und so führen sie Wahlkampf mit Angstmache. Als ob Siegmund, Weidel u.a. selbst der "Obernazi" Höcke, irgendwie mit 1933 in Verbindung gebracht werden können, wenn man den gesunden Menschenverstand beibehält.
Aber der ist leider verloren gegangen. Merz scheibt "Slawa Ukraina" und Höcke wird für"Alles für Deutschland" verurteilt und Alle glauben an einen Sieg über Russland, wer nicht, ist Vaterlandsverräter. Das die AfD nur durch Taten oder deren Unterlassung in ein realistisches Licht gerückt werden kann, war bereits vor 10 Jahren klar. Aber " ..ich halbiere die AfD..." Merz hat sie verdoppelt.
"Dementsprechend ist „Alles ist möglich“ die folgerichtige Krönung dieser Logik: Jeder kann seinen je eigenen Wunsch hineinlesen. Der eine hört: „Endlich harte Migrationspolitik“. Der andere: „Endlich wieder bezahlbares Leben“, und der dritte,** ohne Zweifel: „Jeden Tag leckere Bratwurst umsonst.“" -- Sorry, das ist Unsinn in der Interpretation.
Jeder der AfD-like ist und denkt weiß, daß das eindeutig auf die MIGRATIONSPOLITIK bezogen ist..., auf alles das, was laut Linksgrünwoke eben angeblich NICHT möglich sein soll in der Migrationspolitik... - wegen irgendwelcher EU-Gesetze, internationaler Abkommen o.ä., Verhinderungen vor Ort, der allgemeinen Menschenrechte etc. und was auch immer...
Nur ausschreiben darf das die AfD natürlich NICHT auf ihren Wahlplakaten... - sonst kommt der linke Verfassungsschutz und das Verbot!!
>> Jeder 'gelernte DDR-Bürger' liest das richtig... - und zwar genau so!
[Sorry, Herr Prof. Dr. Oliver Errichiello... - 'kostenlose Bratwurst'..., ernstlich?]
Manipulationstechnik, die aber immer durch das zweite Grundprinzip der Manipulation vervollständigt wird: durch die Angstmache, die immer mit einer möglichst schrecklichen Katastrophe oder besser noch mit dem Weltuntergang droht.
In der Technik der Angst-Manipulation sind die linksgrünwoken Altparteien eindeutig führend: Russenangst, Klimakatastrophen aller Art, Angst vor Atomenergie, Angst vor Andersdenkenden (sog. "Nazis") usw. Aber auch die AfD kann in ihrem Wahlkampf trotz aller Frische keineswegs auf Angst verzichten.
Es bleibt zu hoffen, dass der "studierte Wirtschaftspsychologe" Siegmund mehr aufweisen kann als die gute und schlaue Beherrschung von Manipulationstechniken.
Klar ist das alles mit der AfD nur ersteinmal 'das Prinzip Hoffnung'... -- aber viele, so auch ich selbst..., sagen sich halt: viel schlimmer kann's auch nicht mehr kommen, mit der AfD... ...
Für mich persönlich wäre ein absoluter Wahlsieg des Siegmund in Sachsen-Anhalt zuallererst ein klares Signal gegen die allgemeine Linksdrift in unserem Land..., und zum zweiten eine Wiederherstellung des Wählerwillen allgemein..., letzteres halte ich für enorm wichtig mittel- und langfristig.
Ob die AfD wirklich 'bessere Politik' in Summe macht... ...? Ist vollkommen offen... ... 🤔
Vielleicht es es gerade deshalb gut/besser, wenn die AfD erst einmal ein oder zwei kleinere Bundesländer gewinnt, bevor sie auf Bundesebene 'ins kalte Wasser geschubst wird'...? 🤔
Die Moderne als Fortschrittsmaschine ist ein schönes Bild, das stimmt, solange es sich z.B. um technischen Fortschritt handelt, der quasi über uns kommt. Aktuell haben wir es aber mit einem ideologischen "Fortschritt" zu tun, der in Teilen ein Fortschreiten in Utopien ist ("Klimaneutralität","No Borders, no nations" etc.), zum anderen ein Rückschritt in die miefige Beschränktheit des sozialistischen Gesellschaftsmodells.
Beides ist nicht eine natürliche Entwicklung, sondern von einer gut organisierten Minderheit ideologisch oktroyiert. Der gesamten Gesellschaft sind Ziele verordnet worden, denen sich letztlich jeder unterzuordnen hat, also das absolute Gegenteil dessen, was sich Konservative und Liberale wünschen: Vom Staat so weit wie möglich in Ruhe gelassen zu werden.
Der Rückschritt, den die AfD angeblich anstreben soll, ist aktuell nur die überfällige Korrektur einer Entwicklung, die das Land zerstört. Sich das zu wünschen, dürfte doch eigentlich unverdächtig sein...?
Mediathek unter mdr von gestern den ersten Teil Siegmund gegen CDU- Schulze. Sollte man sich ansehen um die über 40% der AfD zu verstehen
MfG a d Erfurter Republik
... der Kanditaten.
... des Spitzenpersonals.
Die gruselige intellektuelle Erbärmlichkeit der Spitzenkandidaten bei Linken, Grünen und der SPD wird absolut deutlich. Man kann nur hoffen, dass diese Parteien nicht mehr in Regierungen auftreten können.
Nur weil die AFD vieles wieder rückgängig machen oder abschwächen oder neu ordnen will, ist die Partei nicht rückwärtsgewandt. Nur wer die Gegenwart beurteilen will, muss die Vergangenheit kennen und verstehen, um die Zukunft zu gestalten. Allein das die SAFD die vielen unzähligen Geldflüsse in NGOS, Stiftungen, überflüssige Ministerien und Projekte prüft und ggfls. streicht heißt doch nicht, dass sie nichts tun. Gerade das damit erlangte/gesparte Geld, soll dem deutschen Volk zugutekommen, Kommunen entlasten und wieder handlungsfähig machen, Rentenkasse sanieren, Gesundheitssystem stabilisieren und wirklich neu denken, soll die Bürger entlasten und eben nicht ausquetschen. Ich sage Ihnen was Herr Prof. Dr. Oliver Errichiello. Ja, manche haben Angst vor der Wahl der AFD, aber nicht weil das 4. Reich bevorsteht, sondern weil man Angst davor hat, das sie wirklich das umsetzen wird, was sie sagen, dass sie Erfolg haben, dass sie zeigen, was in diesem Land geht, wenn man will.
