Sven Schulze
Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze / picture alliance; bek

Serie: Kampagnenanalyse Sachsen-Anhalt - Teil 1: Die CDU ist die Nivea unter den Parteien

Die CDU wirkt wie eine Nivea-Dose: unspektakulär, verlässlich und gerade deshalb erfolgreich. Doch genau dieses Erfolgsmodell gerät in einer Zeit wachsender Unsicherheit an seine Grenzen. Teil 1 der Cicero-Kampagnenanalyse für Sachsen-Anhalt.

Oliver Errichiello

Autoreninfo

Prof. Dr. Oliver Errichiello ist Markensoziologe und lehrt an Universitäten in Deutschland und der Schweiz. Er leitet das Büro für Markenentwicklung in Hamburg. Sein Buch „Werbung für den Zeitgeist“ sorgte für kontroverse Diskussionen in der Branche.

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Programme werden geschrieben, um vergessen zu werden. Marken bleiben, weil sie orientieren sollten und im besten Fall Sicherheit bieten. In vier Teilen analysiert diese Serie die Parteien Sachsen-Anhalts als Marken im Überzeugungswettbewerb. Der erste Teil gilt der CDU, der etablierten Regierungsmarke, die aus dem Bedürfnis nach Absicherung gewählt wird und deren Versprechen schlicht Kontinuität und Sicherheit heißt. 

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Es gibt Produkte, über die niemand spricht und die trotzdem in jedem zweiten Badezimmer stehen. Die blaue Dose zum Beispiel: Nivea. Kaum ein Mensch schwärmt von ihr, und so gut wie niemand trägt sie als „Fashion-Statement“ spazieren. Man kauft sie, weil man sie immer gekauft hat und „weil man damit nichts falsch macht“. Ihr generationenübergreifendes Angebot ist von erfreulicher Schlichtheit: Nivea macht nichts besser als die Konkurrenz, aber eben auch nichts schlechter. Sie enttäuscht nicht, weil sie gar nichts verspricht, was über die Vernunft des Möglichen hinausginge.

Genau das ist die größte Stärke Niveas, und genau das ist die CDU in Sachsen-Anhalt. Man darf es mit einer gewissen Zärtlichkeit sagen: Die CDU ist die Nivea-Creme an der Wahlurne. Die weiße Creme wie die schwarze Partei trifft einen tiefen Nerv der deutschen Seele, die das Bewährte dem Verheißungsvollen vorzieht und sich nichts sehnlicher wünscht, als am Abend feststellen zu dürfen, dass alles seine Ordnung hatte und morgen früh genauso sein wird. 

Die einzige reale Gefahr für eine Marke dieses Typs liegt im Übermut. Die Geschichte der Marken ist angefüllt von Erzeugnissen, die irgendwann meinten, sie müssten jünger, frecher und vor allem relevanter werden. Prompt verschreckten sie jene Kundschaft, die genau deshalb gekommen war, weil sich oberflächlich eben nichts änderte, und bei den angepeilten „neuen Zielgruppen“ machten sie trotzdem keinen Stich, denn kollektive Erwartungshaltungen lassen sich nicht über ein paar Kampagnen umpolen.

Halten wir fest: Die CDU ist eine klassische Beruhigungsmarke. Ihre Aufgabe besteht nicht darin, zu begeistern, sondern verlässlich da zu sein und bloß nicht unerwartet zu handeln: professionelle Langeweile als Geschäftsmodell.

Die Marke, die sich selbst zum Inhalt hat

Die Kampagne der CDU zur Landtagswahl kreist um eine Aussage, die so kunstvoll kunstlos geraten ist, dass der Verdacht naheliegt, hier habe jemand sehr genau gewusst, was er tut. Es ist dort unter anderem zu lesen, dass das Land „weit gekommen“ sei, diesen Weg man nun weitergehe, und zwar „aus der Mitte heraus“, in wohltemperierter Abgrenzung gegen die „hitzigen und radikalen Forderungen von ganz links und ganz rechts“. Wer so viel Behäbigkeit verspricht, dem schwebt als Idealzustand des Landes offenbar exemplarisch die Ponyreitbahn vor: Ein paar gemächliche Runden im immer gleichen Kreis, und am Ende gibt es für alle unter 10 Jahren ein Wassereis im Plastikschlauch.

Man betrachte den Auftritt, mit dem die Landespartei im Internet für die Wahl wirbt. Auf einem warmen, von Orange zu Gelb verlaufenden Grund prangt in dunkelblauen Lettern die Losung „Sachsen-Anhalt stärker machen“, darunter, in einem Kasten und etwas trotzig in Großbuchstaben, das „NUR MIT UNS“. Daneben das Landeswappen mit dem tappsenden Bären, der über eine kleine Ziegelmauer klettert, als trage er die Aufbauleistung gleich höchstselbst auf dem Rücken (man beachte allerdings, dass Bären in unseren Breiten mit Zustimmung von Landesbehörden abgeschossen werden). 

Bezeichnend ist überdies die Farbgebung. Während die Berliner Zentrale vor einiger Zeit unter erheblichem Getöse und Auferbietung eines ratlos dreinblickenden Carsten Linnemann ihr neues, nach Adenauers italienischem Urlaubsort benanntes „Cadenabbia-Türkis“ ausgerufen hat, leuchtet die Kampagne des Landesverbandes unbeirrt im alten Orange der Merkel-Jahre.

Für diese possierliche Programmatik bedarf es eines passenden Gesichts, und insofern hat die CDU mit Sven Schulze ihren Spitzenkandidaten mit bemerkenswerter Konsequenz ausgewählt. Schulze bezeichnet sich als „Landeskind, wie es eigentlich mehr nicht geht“, und man muss ihm zugutehalten, dass er damit exakt die Tonlage trifft, die eine Beruhigungsmarke benötigt. Der Mann ist solide! Gelernter Ingenieur, war er Vertriebsleiter im Maschinenbau und tritt mit dem unaufgeregten Charisma eines Hausmeisters auf, der dafür Sorge trägt, dass die Heizung auch im Januar verlässlich läuft und der Gehweg exakt um 5.30 Uhr mit Granulat bestreut ist.

Man betrachte Sven Schulze auf Plakaten: Sakko und Krawatte korrekt, die Ärmel adrett hochgekrempelt, der Blick entschlossen nach oben in eine Zukunft gerichtet, ganz wie es das Genre der Spitzenkandidatenikonografie verlangt. Schulze verkörpert im besten Sinne, was die CDU ausstrahlt: nichts Besonderes. Ihre potenziellen Wähler kennen die Marke und wollen nicht überzeugt, sondern lediglich nicht vergrätzt werden. Eine etablierte Marke, deren positives Vorurteil so tief sitzt, kann sich diese Unaufgeregtheit leisten.

Das Dilemma der Erneuerung

Diese überaus komfortable Lage hat allerdings über die Jahre einen langen Riss bekommen. Eine Marke, die ausschließlich von der Bewahrung der Gewohnheiten lebt, ist nämlich genau in dem Augenblick wehrlos, in dem eben diese Gewohnheit zur Disposition steht.

Markensoziologisch übersetzt bedeutet dies: Das positive Vorurteil der Marke CDU erodiert, weil ein wachsender Teil der Öffentlichkeit das Vertrauen in das Verlässlichkeitsversprechen verloren hat. Genau hierin liegt das Dilemma, vor dem keine noch so geschickte Kampagne die Partei zu bewahren vermag: Die CDU verspricht Stabilität in einer Zeit, in der gerade die Stabilität – und wenn auch nur gefühlt – auf dem Spiel steht.

Die werbliche Antwort der CDU besteht erwartungsgemäß darin, die Tonlage zu verschärfen. Sie warnt davor, das Land werde zu einem „unberechenbaren Experimentierfeld“, und beschwört, man habe „auch durch schwierige Zeiten verlässlich“ geführt. Das ist konsequent gedacht und wäre gegen einen gewöhnlichen politischen Konkurrenten auch wirksam. Allerdings: Die Zeiten und Umstände sind nicht gewöhnlich. Wer Bewahren verspricht, muss beweisen, dass er sichern kann, und genau dieser Beweis fällt schwer, wenn ein wachsender Teil der Wähler den Eindruck gewonnen hat, das Bewahrenswerte sei längst im Schwinden begriffen.

Was also ist zu tun? Die Versuchung jedes Wahlkampfmanagers wird darin bestehen, die Marke „aufzuladen“: also neue Farben, neue Tonalität und ein frischer Claim aus der Agenturwerkstatt, ein Kandidat, der plötzlich „nahbar“ sein soll und auf Instagram unendlich viele Currywürste isst. Im Kampagnensprech heißt das dann, man müsse den enttäuschten Wähler „dort abholen, wo er steht“. Der deutsche Wähler sei ein flatterhaftes Wesen, das seine Treue nach Laune verschenkt und lediglich auf die richtige Ansprache wartet, um reumütig und dankbar zurückzukehren. Die Wahrheit ist unbequemer, und wir haben sie eingangs benannt: Wer abwandert, quittiert oftmals einen Bruch, den die Partei selbst begangen hat.

Für die Kampagne folgt daraus etwas zutiefst Ernüchterndes, das in keinem Agenturbriefing steht: Sie kann in sechs Wochen kein Vertrauen erzeugen, das in Jahren verspielt wurde. Sie kann nur sichtbar machen, was noch da sein sollte. Das ist weniger, als die Kreativbranche verspricht, aber es ist, richtig verstanden, mehr als genug.

Und doch griffe es zu kurz, der CDU einfach zu raten, sie möge bleiben, wie sie ist. Denn das eigentliche Problem liegt nicht bei ihr, sondern um sie herum. Die Marke hat sich kaum verändert, aber die Welt, in der sie steht, hat sich drastisch gewandelt. Dasselbe Versprechen, das vor zwanzig Jahren beruhigte, weil es das ohnehin Erwartbare noch einmal feierlich bekräftigte, klingt heute beinahe vermessen, weil das Erwartbare selbst fraglich geworden ist. Kontinuität war einmal die bescheidenste aller Zusagen, denn man versprach im Grunde nur, nicht zu stören. Wer dagegen heute Beständigkeit verspricht, der verspricht plötzlich sehr viel. Die CDU steht damit vor einer eigentümlichen Lage: Sie müsste nichts ändern und kann dennoch nicht mehr dieselbe sein. Ihr ältestes Versprechen ist, ohne ihr Zutun, zu ihrem kühnsten geworden.

Stillstand, der keiner ist

Wie sehr die Kampagne diese Logik verinnerlicht hat, verrät ausgerechnet jener Satz, mit dem Sven Schulze in den Wahlkampf gezogen ist: „Sie können sich auf mich, Sie können sich auf Sven Schulze verlassen!“ Der Kandidat spricht von sich selbst in der dritten Person. Das ist eine rhetorische Figur, die man sonst von Sportlern kennt, wenn „der Thomas“ nach dem Spiel erklärt, dass „der Thomas“ seine Leistung heute nicht auf den Punkt „abrufen“ konnte. Was wie eine stilistische Entgleisung wirkt, ist in Wahrheit ein Augenblick unfreiwilliger Ehrlichkeit. Denn hier spricht kein Mensch mehr, hier spricht ein Markenartikel. „Sven Schulze“ ist an dieser Stelle kein Mensch mehr, sondern ein Gattungsversprechen mit Gesicht: Ein Persil bleibt ein Persil … und ein Schulze bleibt ein Schulze.

Womit wir ein letztes Mal bei der blauen Dose wären. Wir haben den Eindruck, Nivea sei seit jeher dieselbe. Doch das ist eine wohlkomponierte Täuschung. In Wahrheit wurde die Rezeptur über die Jahrzehnte unablässig verändert, an neue Rohstoffe, neue Vorschriften, neue Hautbilder angepasst, und genau diese ständige Veränderung im Verborgenen ist es, die uns das beruhigende Gefühl beschert, es bleibe alles beim Alten. 

Das Gleichbleiben ist eben nichts Gegebenes, sondern vielmehr das Ergebnis einer fortwährenden, selbstähnlichen Anpassung. Die CDU hat lange darauf vertraut, dass das Vertraute von selbst vertraut bliebe: Bestandspflege durch Nichtstun, gewissermaßen. Aber wer wirklich bewahren will, darf nicht stillstehen. Er muss sich ununterbrochen verändern, damit am Ende alles so aussieht, als hätte sich nie etwas verändert. Dann, und nur dann, kann man sich tatsächlich auf Sven Schulze verlassen.

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Achim Koester | Mi., 26. August 2026 - 08:42

denn die Regierung ist aalglatt und schmierig, und von dem ähnlich geschrieben Wort "Niveau" keine Spur.

Wolfgang Borchardt | Mi., 26. August 2026 - 12:35

Antwort auf von Achim Koester

"verlässlich" - Es sei denn, man verwechselt "verlässlich" und " stationär". Nur in falsche Entscheidungen hat man gern investiert

Nun, nach der Wende hat der Ossi, auch ich, sehr viel der West Marken ausprobiert. Klar, was einem die Webung jahrelang vorgeflunkert hat mal selbst ausprobieren. U.a. auch Nivea . .. bloß mit der Erkenntnis, das die Nivea des Ostens unsere Florena Creme dem Original, nach zumindest meinem Empfinden nach, in nichts nachstand.
Übrigens habe ich unser Thüringer Mühlhäuser Pflaumenmus in beträchtlichen Mengen 1991 nach NRW „importiert“ 😂und heute, stehts in fast jedem deutschen Supermarkt, egal ob in Ost oder West 👍.
Besten Gruß

Thomas Hechinger | Mi., 26. August 2026 - 08:45

In Wahrheit hat die Marke CDU doch ihren Kern so verändert, daß sie eben nicht mehr vertrauenswürdig ist. Wer sich auf Sven Schulze verläßt, ist verlassen. Es ist, als hätte Nivea nicht nur unmerklich seine Rezeptur der Zeit angepaßt, sondern sie so verändert, daß jemand, der die Creme auf empfindliche Haut aufträgt, Pickel bekommt. Solch eine Nivea-Creme kaufen nur noch die, deren Arm beim Durchschreiten des Kosmetikgangs im Supermarkt automatisch nach dem Produkt greift.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi., 26. August 2026 - 08:54

Ich war noch nie so begeistert von der CDU, wie von dieser Marke.
Insgesamt beruhigend beschrieben, aber Sven Schulze scheint mir, wie Nivea eben, KEINE MARKE, sondern Lebensbestandteil.
Das wäre sehr viel für Jemanden, der so spät ins politische Rampenlicht trat.
Früher war es nicht nötig, denn Herr Haseloff und Frau strahlten über Jahre eben dies aus.
Sachsen-Anhalt über die Jahrzehnte eine "Insel der Glückseligen"?
Es gibt immer etwas zu meckern, aber ich glaube, an dem Befund ist etwas dran.
Und was war das für ein Spiel, Halle FC gegen Schalke.
4. Liga, aber unerschrocken, kämpferisch und sportlich überzeugend.
Da kann ich ruhig verraten, welche Überschrift ich las , irgendetwas mit "Niveau".
So war es, so ist es, so wird es hoffentlich sein.
Herr Jan Josef Liefers beruhigte micht, als ich zweifelte.

Ernst-Günther Konrad | Mi., 26. August 2026 - 10:20

*Die CDU wirkt wie eine Nivea-Dose: unspektakulär, verlässlich und gerade deshalb erfolgreich?* Sicher vor Merkel, oder?
Die UNION ist doch spektakulär am Absteigen. Ihre politischen Vertreter und die Partei in ihrer Gesamtheit ist doch derart unzuverlässig, dass sie zurecht ihren eigenen Abgang zelebriert und anstrebt. Nennen Sie 20,5% aktuell im Bund und in den Landtagen teils noch darunter wirklich erfolgreich? Sorry, aber leben Sie in Deutschland oder ist das der Schweizer Blick auf dieses Land, weit weg von der deutschen Realität. Also für mich ist diese Ihre Analyse nichtsagend, hat wenig Aussagekraft oder wiederholt Dinge, die wir alle schon wissen. Also, wenn ihre weiteren Analysen zu den Parteien so ausfällt wie diese, dann habe ich eine Verdacht, was Sie wählen. Mal schnell gegoogelt. Aha. Sie haben in Hamburg für die SPD kandidiert. Das erklärt mir einiges.

Sorry, das sehe ich bzw. war das in meiner Erinnerung gerade anders..., zu! Merkels Zeiten selbst... ... 🤔

Merkel zu ihren Hochzeiten ist ja nun auch schon 10+ Jahre her..., so ca., und 'spektakulär' war sie nie. Die durch sie eingeleitete Linksdrift der CDU und der gesamten Gesellschaft war für viele seinerzeit!! nicht soo deutlich erkennbar wie er heute durch den Verstärker 'Ampel' und das Totalversagen der Regierung Merz im Kontext des wirtschaftlichen Niedergangs und der politischen Verwerfungen heute!! als! Ergebnis! zu Tage tritt.

>> Merkel selbst war schon wie Nivea..., uns sie CDU selbst auch, solange sie regieren durften... ...

PS: Die Migrationskriese ab 2015 war das einzige was man 'spektakulär' nennen könnte in der Merkel-Ära..., mit 'spektakulärem Versagen' vielleicht..., aber in ihrer Entstehung auch wohl eher kein explizites 'Merkel-Projekt', würde ich behaupten wollen. Und auch da hat Merkel eher beruhigend auf die Massen eingewirkt - "Wir schaffen das!"

@Ernst-Günther Konrad, ich finde den "Nivea-Vergleich" bezüglich der Ex-Kanzlerin durchaus treffend ("Sie kennen mich"). Mich beschäftigt aber mehr die Frage, warum ihr die Wählerschaft 16 Jahre lang treu gefolgt ist und die meisten Medien sowieso. Die CDU wollte sogar mit AKK und Laschet so weitermachen, bis die Wähler endlich aufwachten und den sonst chancenlosen Scholz von 15 auf 25% hievten.

Thomas Veit | Mi., 26. August 2026 - 12:31

Antwort auf von Karl-Heinz Weiß

"bis die Wähler endlich aufwachten" -- Sie schreiben es ja selbst... ...

Man hat 'gut eingecremt' geschlafen/gedämmert...

Ernst-Günther Konrad | Mi., 26. August 2026 - 12:46

Antwort auf von Karl-Heinz Weiß

Ja, Sie haben beide auch recht, dass gerade die Merkel Zeit wie * Nivea geschmiert* für die UNION lief. Und sie fragen zurecht, warum ging das 16 Jahre so. Naja, Mutti hat sich um die *ihren* gekümmert, hat sie alle schön eingecremt, hat alle störende Element aussortiert oder gehirngewaschen in Amt un d Würden gebracht und hat niemandem neben sich hochkommen lassen. Und die devote und finanziell abhängigen Medien haben sich einkaufen lassen und müssen jetzt fürchten, ins Jenseits befördert zu werden. Und die Bürger haben sich einlullen lassen, immerhin hat Merkel alles drangesetzt, dass die Bürger ihre staatszerstörerische und CDU -vernichtende Politik nicht bemerken und das ist ihr ja anfangs auch gut gelungen. Und zu viele CDUler haben sich inzwischen an die Macht, das Geld und ihren Narzissmus gewöhnt. Die wollen lieb gewonnene Eigenschaften nicht ablegen, lieber wird die Realität ausgeblendet und ander -die AFD- zu den Schuldigen erklärt. Das ist meine kurze Idee zu Ihrer Frage.

Lisa W. | Mi., 26. August 2026 - 13:00

Das Beispiel 'Nivea' passt in Bezug auf die CDU ganz prima. Denn Nivea/Beiersdorf ist gerade zum Sanierungsfall geworden, laut Handelsblatt.

Markus Michaelis | Mi., 26. August 2026 - 15:38

Die CDU will Nivea sein. Richtig ist auch die Analyse, dass das schwieriger wird, weil die Welt, EU, unsere Gesellschaft sich sehr ändern.

Es kommt aber dazu, dass die CDU nicht konsequent war: der Merkel-Teil der CDU hat bei den progressiven Teilen der Gesellschaft mitgearbeitet. Die richtig Progressiven wollten ihre Politik so verkaufen, dass man erkannt hätte, wie grundfalsch unsere Gesellschaft bisher war (postkolonial etc.). Die Merkel-Nivea-CDU wollte das "Nivea-verpacken", indem sie sagte, wie menschheitsrichtig die ruhige Mitte liegt, und man daher jetzt die Aufgabe hätte, Welt und Menschheit zu retten und in diese Richtigkeit zu integrieren.

Getragen wurde das aber aus der Mitte, die sich selber so sah: eine ruhige, bleibende Menschheits-Nivea-Wahrheit, als Kern der universellen jetzt ganz richtigen Menschwerdung.

Dass das mit Anlauf gegen die Wand läuft, war absehbar, und kurz vor dem Aufprall hilft dann auch keine Nivea mehr.

Wolfgang Balzer | Mi., 26. August 2026 - 16:22

Vor einiger Zeit habe ich einen ähnlichen konzeptuellen Blickwinkel verwendet: Jede Partei hat, explizit oder implizit, ein bestimmtes Produktspektrum. Zum Beispiel "Ruhe", "Rettung der Welt" und so weiter. Entscheidend ist, den Kunden - also den Wählern - regelmäßig kleine "Goodies" zu liefern, die ihnen bestätigen, die richtige Wahl getroffen zu haben; das können auch Symbolhandlungen sein, wenn sie die richtige Botschaft senden. Erfolgreich ist eine Partei, wenn sie regelmäßig solche Goodies liefert und diese auch konsistent mit ihrem Produktversprechen sind - hier eine 30er-Zone, dort ein Beibehalten des Rentensystems, et cetera. Der Knackpunkt ist natürlich, daß es für manche Produkte/Parteien leichter und für andere schwieriger ist, Derartiges zu produzieren.

Sabine Lehmann | Do., 27. August 2026 - 04:37

Also ich stehe gar nicht, auch nicht an der Currywurstbude -leider-, ich liege, und zwar ständig und ausgiebig. Der Meniskus ist ab, der Lack auch und wenn ich mir das hier so in der Horizontalen durchlese (bitte jetzt keine geschmacklosen Kommentare;-)), dann gibt es da draußen, jenseits meiner persönlichen Donnerkuppel, auch nicht mehr viel zu lachen, weder für Wähler noch für all jene die gewählt werden möchten. Eingezwängt in selbst oder zwangsweise angelegte moralische und politische Korsette, völlig atemlos und meist lustlos, manövriert man sich so durch die Tage und Nächte, und kaum ist das alte Jahr schon wieder rum, stellt man fest, es ist wieder nichts passiert. Also passiert ist schon eine Menge, aber eben nichts Gutes und jeder Schritt zurück in bessere, ruhigere Fahrwasser scheint so beschwerlich zu sein wie ein Aufstieg zum Mount Everest ohne Sauerstoff-Flasche und Reinhold Messner.
+++Fortsetzung folgt+++

Sabine Lehmann | Do., 27. August 2026 - 04:39

Die Fakten liegen auf dem Tisch der Erkenntnis, 24/7, every day, die Erde hat sich seitdem schon zig mal um die Sonne gedreht, so Gott und Greta Thunberg wollen, wird sie das auch noch eine Zeit lang tun, aber das scheint momentan die einzig echte Bewegung in unserer Galaxie zu sein…….

Sebastian Habel | Do., 27. August 2026 - 16:23

„„Sven Schulze“ ist an dieser Stelle kein Mensch mehr...“
Ich sehe es schon Schlagzeile im Spiegel, Stern, bei Funke, beim RND oder beim ÖRR: "Menschenverachtender Kolumnist Errichiello spricht Sven Schulze im rechts-libertär-autoritären Schwurblermagazin "Cicero" die Menschlichkeit ab, haha."