Necla Kelek
Necla Kelek / J. Marguier

Necla Kelek im Gespräch mit Clemens Traub - Cicero Podcast Politik: „Wir säkularen Deutsch-Türken wurden im Stich gelassen“ 

Die Soziologin Necla Kelek über ihr Aufwachsen als Kind türkischer Gastarbeiter, ihre Wut über die Fehler der deutschen Integrationspolitik und ihr neues Buch.

Clemens Traub

Autoreninfo

Clemens Traub ist Cicero-Redakteur. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Future For Fridays?“ im Quadriga-Verlag (Bastei Lübbe).

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Necla Kelek erzählt in ihrem neuen Buch „Glückskind: Aufwachsen zwischen Istanbul und Bückeburg“ von ihrem Aufwachsen als Kind türkischer Gastarbeiter. Die Soziologin erinnert sich im Cicero Podcast Politik mit Clemens Traub an ihre Kindheit und Jugend im niedersächsischen Bückeburg. Anfangs von ihrer neuen Heimat Deutschland begeistert, änderte sich der Alltag der türkischen Gastarbeiter zunehmend. Durch den Zuzug konservativer Familien aus Anatolien sei der soziale Druck durch die Regeln des Islams immer größer geworden. „Aus Türken wurden in dieser Zeit Muslime“, so die 68-Jährige.

Kelek spricht auch über ihre Wut. Ihre Wut darüber, dass säkulare Deutsch-Türken damals im Stich gelassen wurden. Anstatt Allianzen mit den säkularen Türken zu bilden, habe sich die Politik vor allem konservative Organisation als Ansprechpartner gesucht. Für Kelek steht fest: Das sind die eigentlichen Fehler der deutschen Integrationspolitik gewesen.

Clemens Traub und Necla Kelek
Clemens Traub (li.) und Necla Kelek in der Cicero-Redaktion / J. Marguier

Das Gespräch wurde am 13. August 2026 aufgezeichnet.

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Achim Koester | Fr., 21. August 2026 - 16:55

und muss daher von den zu Integrierenden ausgehen, nicht von dem Aufnahmeland.
Wer das nicht begreifen will, gehört nicht hierher.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa., 22. August 2026 - 10:15

die Bundesrepublik in Bezug auf die Gastarbeiter, der muss auch für Gastlichkeit sorgen.
Mit Frau Merkel geriet mir dieser Prozess und willkommene Migration zu sehr evtl. in den Bereich der eigenen Befindlichkeit, bzw. nicht mehr zu Hinterfragenden.
Hat das das Christentum in der Bundesrepublik konsolidiert oder befördert?
Vielleicht auch nur ebenfalls befindlich oder nicht mehr zu hinterfragen?
Eine ähnliche Schwierigkeit sehe ich für die Türkei mit Herrn Erdogan.
Hat er den Islam befestigt und weiterentwickelt?.
Nun muss man attestieren, dass es in der Türkei Aufholbedarf für den Islam gab, angesichts der Atatürk-Linie, die evtl. nicht einmal säkular war in Bezug auf den Islam, sondern modern und national?
Ich hoffe, dass die Linien wieder zusammenfinden und der Türkei insgesamt wieder Halt geben.
Die Bundesrepublik ist historisch m.M.n. säkular in Bezug auf das Christentum, mit zahlreichen Einflüssen von Hinzugekommenen.
Das Christentum kam ja selbst "hinzu".
Alle und alles "fließt"

zu wollen:
Sogenannte "Säkulare" verkennen leicht die Bedeutung des Christentums für die Bundesrepublik und im Zuge dessen die eigentlich "Akzeptanz" anderer Religionen?
Säkulare werden in der Bundesrepublik evtl. gerne als "Selbst-Denker" gesehen, jedenfalls nicht als Leute, um die man sich kümmern müßte?
So gesehen gut, wenn Frau Kelek auf ihre Belange aufmerksam macht.
Die vielleicht übermäßig erscheinende Beschäftigung mit dem Islam hat sich nun mal historisch so ergeben.
Ich finde dies, auch in Bezug auf alle anderen Religionen sinnvoll.