- Selbstmord ist kein Argument
Nach seinem Tod gilt der Rassismusforscher Jason Arday Freunden wie Gegnern als Opfer – entweder einer rechten Kampagne oder eines linken Universitätsbetriebs. Arday selbst gerät dabei als handelndes Subjekt völlig aus dem Blick.
Der ehemalige Cambridge-Professor Jason Arday, der vor einigen Tagen von seinem Posten zurückgetreten ist, nachdem Journalisten ihm zahlreiche Lügen zu seiner Biografie sowie Plagiarismus und wissenschaftliche Hochstapelei nachgewiesen hatten, ist tot aufgefunden worden. Obwohl die offizielle Todesursache nicht bekannt ist, geht die Öffentlichkeit von Selbstmord aus.
Und schon geht die Welle der Schuldzuweisungen los. Stellvertretend für viele schrieb Londons Bürgermeister Sadiq Khan auf Facebook: „Ich bin tief erschüttert und fühle mit der Familie und den Freunden von Jason Arday. Er war einer inakzeptablen öffentlichen Hetzjagd und einer Kampagne voller Anfeindungen ausgesetzt. ... Jason Arday wurde Opfer einer perfiden öffentlichen Bloßstellung, wie sie andere Menschen in seiner Position schlichtweg nicht hätten erleiden müssen. Sein Tod ist eine Tragödie, sollte uns aber zugleich erneut ein Weckruf sein.“
Damit insinuiert Khan nicht nur, dass es sich bei der sachlich begründeten Kritik an Arday um nichts als eine Hetzkampagne gehandelt habe, sondern auch, dass sie rassistisch motiviert gewesen sei. Nur so lässt sich Khans Formulierung verstehen, „andere Menschen in seiner Position“ hätten nichts ähnliches erleiden müssen – eine bloße Unterstellung ohne jede Begründung. Und Jason Arday steht als reines Opfer da, dessen eigenes Tun keinerlei Konsequenzen hätte nach sich ziehen dürfen.
Moralische Erpressung
Haben die Medien einen psychisch labilen schwarzen Akademiker durch ihre Berichterstattung also in den Selbstmord getrieben? Derartige Vorwürfe sind scharf zurückzuweisen. Die Gründe, warum sich jemand das Leben nimmt, sind vielfältig. Auch Psychologen raten in solchen Fällen von Schuldzuweisungen an Dritte dringend ab.
Zudem waren die Vorwürfe gegen Arday wohlbegründet und die Berichterstattung darüber inhaltlich einwandfrei. Was würde denn daraus folgen, wenn man die Verantwortung für einen Selbstmord den Journalisten vor die Füße legte, die zu Lebzeiten des Suizidierten über dessen Verfehlungen berichtet haben? Soll nun über Lügner, Hochstapler und Plagiatoren etwa nicht mehr berichtet werden? Das wäre das Ende jeder Kritik. Eine solche Forderung ist nichts anderes als moralische Erpressung.
Ob und warum der 41-Jährige sich das Leben genommen hat, ist bisher noch gar nicht geklärt. Ob er suizidgefährdet war, konnten die berichtenden Journalisten nicht wissen. Und es läge auch nicht in ihrer Verantwortung, das herauszufinden, bevor sie berichten.
Für seine Lügen und Plagiate war Arday selbst verantwortlich
Genauso verfehlt ist es allerdings, den Spieß einfach umzudrehen und diejenigen, die Arday zu seiner unverdienten wissenschaftlichen Karriere verholfen haben – sprich: die Berufungskommission von Cambridge –, für dessen Suizid verantwortlich zu machen. Sie hätten in woker Verblendung einen offensichtlich ungeeigneten Kandidaten auf einen Professorenposten gehievt, um Diversity-Vorgaben zu erfüllen, und ihn damit einer Situation ausgesetzt, der er nicht gewachsen war, heißt es. So steht Arday auch in dieser Sichtweise am Ende wieder als Opfer da, nicht mehr einer rechten Medienmeute, sondern eines linken Universitätsestablishments.
Nun ist die Berufungskommission durch die Untergrabung wissenschaftlicher Standards zwar für den Schaden verantwortlich, den sie der Wissenschaft im Allgemeinen und ihrer Institution im Besonderen zugefügt hat, nicht aber für den (vermuteten) Selbstmord von Jason Arday. Will man dessen Würde auch im Tod gewahrt wissen, muss man ihn als handelndes Subjekt ernst nehmen. Für seine Lügen und Plagiate war er in erster Linie selbst verantwortlich – und für seinen Suizid, falls es denn einer war, ebenfalls.
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darf auch künftig über Lügner, Betrüger und Aufschneider berichtet werden. Vorausgesetzt, sie sind "Weiß".
Liebe Frau Arenz, das sehe ich genau wie Sie.
Man treibt wen in den Suizid, wenn dieser von einer hohen Klippe springen muss, vor einen fahrenden Zug laufen muss, in ein offenes Messer laufen muss oder ähnliches. Alle anderen Suizide sind selbstbestimmt, so z.B. der Suizid im Alter wegen Krankheiten, wahrnehmbarer Demenz oder theoretischer Ausweglosigkeit, weil das Eingeständnis zu Versagen oder Hilfsbedürftigkeit den berühmten Zacken aus der Krone einbetonierte. Diesen Menschen die Selbstbestimmung und Entscheidungen zu Leben und Tod abzusprechen, ist menschenverachtend.
die Verantwortung jedes Einzelnen für sich selbst und für andere wieder in den Mittelpunkt jeder
Erziehung zu stellen.
In der sog. westlichen Gesellschaft haben viele Menschen keine Fähigkeit zu einer gesunden Selbstkritik mehr entwickelt, weil es nicht von ihnen verlangt wurde. Ohne diese verliert man jedoch auch die Maßstäbe für eine vernünftige Kritik an anderen Menschen.
Noch in meiner Jugend war dies ganz anders.
Die heutige Pädagogik hat weitgehend ein falsches Menschenbild.
Jedes Mensch muß von klein auf zur Eigenverantwortung in Freiheit erzogen werden und darf nicht leichtfertig andere (z. B. die Eltern, seine Herkunft, den Staat) für seine Lebensumstände verantwortlich machen.
So lange sich daran grundlegend nichts ändert, bleibt es bei den verrückten Zuständen, die wir
heute erleben.
wenn der mündige, alte Bürger keine Lust auf heruntergewirtschaftete Altenheime oder genervtes überfordertes Personal hat, und dafür sein ganzes Lebenswerk opfern muss .. Warum wird diesbezüglich der freie Willen mit Bürokratie und Geld versperrt ? Anstatt einem die Möglichkeit zu geben sich die Pille auf den Nachttisch zu legen um selbst entscheiden zu Können, Morgen will ich nicht wieder aufwachen ? Ethische oder religiöse Vorbehalte sind immer vom einzelnen abhängig und nicht vorschreibbar sondern ebenso selbstbestimmt.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik
Es ist tragisch für Jason Arday. Er ist für mich vor allem Opfer eines Systems, welches nicht ehrlich und kritisch, sondern moralisch aufgeheizt Karrieren aufbaut und öffentlich instrumentalisiert, um der eigenen Agenda zu dienen. Schuldig sind die, die solche Entwicklungen zulassen und befördern. Die, die dieses System für sich nutzen und erfolgreich sind, müssen immer mit einer Demontage rechnen, auch wenn man nicht mehr damit rechnet. Ruhm, Ehre, Anerkennung und Unterstützung sind heutzutage so flüchtig wie Nebel an einem Sonnentag, manchmal reicht eine falsche Äußerung oder die bloße Mitgliedschaft in einer Partei...
"Ihn als handelndes Subjekt ernst nehmen" - das trifft den Kern. Nicht Wunschvorstellungen oder Feindbilder auf andere projizieren. Bisher waren "Schuldzuweisungen " ein eher deutsches Phänomen. Der angelsächsische Raum war für nüchternes, pragmatisches Argumentieren bekannt.
eines 'vermuteten', wäre ich persönlich sehr-sehr vorsichtig, so kein eindeutiger Hinweis wie z.B. ein klärender Abschiedsbrief o.ä. vorliegt. In einer so komplexen Situation wie der in welcher sich Arday aktuell befand noch einmal extra...!! Ebenso mit 'Schuldzuweisungen'...
>> Besser: Klappe halten!..., zu 'Ursachen' und 'Schuld'..., wäre mein Tipp.
Jedenfalls keine Tragik die nicht an jeder X-beliebig anderen Stelle auch zu finden wäre. Die Welt dreht sich weiter und in der Retrospektive aller Ereignisse ist aus diesen entweder gelernt oder nicht gelernt worden. Nächstes Thema bitte.
meines Vaters..., oder jedes anderen Menschen...
Das ganze Konstrukt DEI funktioniert nur, wenn man diejenigen,die man angeblich aus ihrer unterprivilegierten Existenz befreien will, zu Opfern macht. Das alles hat wenig mit „empowerment“ zu tun, es ist die paternalistische Selbstbeweihräucherung einer sich moralisch überlegenen fühlenden Kaste, die sehr wohl privilegiert und überwiegend weiß ist, das aber gern kaschieren möchte. Die Privilegien hat man sich durch lange aufgebaute, dichte Netzwerke verschafft,als da sind : Schier unbegrenzter Zugang zu Steuermitteln und der diese verteilenden Politik, um in den sog. Gesellschaftswissenschaften mit Jobs und Projekten irgendwelche bullshit - Themen selbstreferentiell zu beackern. Da kommt jemand wie Arday gerade recht. Nach seiner Entarnung hat man ihn wohl allein im Regen stehen lassen. Jetzt, nach seinem Tod, heult die Meute und versucht , den eigentlichen Skandal, nämlich, dass er niemals auf Basis der bekannten Leistungen in diese Position hätte kommen dürfen, zu übertönen.
Das Muster kennen wir doch: Eine vorhandene Hierarchie trifft auf einen Hochstapler. Dessen Hochstapelei lässt sich wunderbar verwerten, die Organisation, in diesem Fall der linke Universitätsbetrieb, profitiert davon.
Deshalb sieht angeblich niemand den nackten Kaiser.
Dafür gibt es unzählige weitere Beispiele:
„Dr. Google“ in Sachsen-Anhalt, der als angeblicher Arzt nicht wusste, was eine Thrombose ist,
Dissertationen, die in Wirklichkeit Gegenleistungen von Unis an entscheidunsberechtigte Politiker für zugeschanzte Geldmittel sind und kaum das Niveau einer studentischen Hausarbeit erreichen, dennoch durchgewinkt,
Ein afrikanischer „Ingenieur“, der einen Fernseher erfand, der wie ein Perpetuum mobile seine eigene Energie erzeugte - die ARD übernahm begeistert,
Professorentitel für Pharma-Lobbyisten,
Wirtschaftsminister mit der Qualifikation eines Märchenonkels,
Ministerin, deren Vita das Druckerpapier nicht wert war und die nach einem London-Studium kaum Englisch sprach…
... und nur gut, sich das und vieles andere immer wieder vor Augen zu halten!
Immer sind es die anderen, selten derjenige, der gehandelt oder unterlassen hat. Es war doch dieser Mensch Arday selbst, der für sich entschieden hat, ob nun gewollt oder ungewollt, ob für ihn ersichtlich oder nicht ersichtlich, der diesen Weg gegangen ist. Ja, Menschen lassen sich aus jeder ideologischen Richtung beeinflussen und lenken. Und dennoch sind es sie selbst die Verantwortung tragen für den Teil ihres Lebens, den sie selbst bestimmt festgelegt haben. Und wer sich fehl verhält, muss sich im Klaren sein, dass es heraus kommt und die Gesellschaft dies entsprechend bewertet und urteilt. Hat die Gesellschaft ein Recht dazu? Kann man durchaus diskutieren. Hat der Betroffene das Recht dazu sein Umfeld, die Gesellschaft zu belügen und zu betrügen, nur um sich selbst aufzuwerten und entsprechend finanziell davon zu profitieren? Und natürlich wird dieser Fall von allen Seiten genutzt für die eigene Ideologie zu werben, sie zu verteidigen, den Meinungsgegner mit Vorwürfen zu begegnen.
"Hat der Betroffene das Recht dazu sein Umfeld, die Gesellschaft zu belügen und zu betrügen, nur um sich selbst aufzuwerten und entsprechend finanziell davon zu profitieren?" -- Nun ja, es passiert millionenfach täglich..., und überall... ...
macht es nicht besser und sollte von denen die es vorgegaukelt bekommen, keineswegs akzeptiert & toleriert werden …..wo kämen wir dahin ? Obwohl wir es fast täglich um 19.00 und 20.00 Uhr erleben dürfen …. Ist doch auch mehr oder weniger (die Betonung liegt bei mir zumindest auf dem „mehr“) als Ergebnis des „gelogenen und schöngeredeten, letztlich geflunkerten Zustand dieses Landes und der Protagonisten die dafür die Verantwortung tragen, zuzuschreiben.
Mit besten Grüßen ins Weimaer Land.
wirklich besser wird es dadurch nicht...
Grüße...
Danke, Herr Way! Sie haben das ausgesprochen bzw geschrieben, was ich seit Bekanntwerden des Todes der einst gefeierten Koryphäe und den nachfolgenden Veröffentlichungen gedacht habe, aber auch in den englischen Medien vermißt habe. Diese eine Täter-Opfer-Umkehr muß ein Ende haben.
Dieser Vorwurf der "Rassistischen Hetzkampagne" bestägt wieder die Richtigkeit meiner Entscheidung, abzuschalten, wenn "Rassismus" krakeelt wird.
Denn dann kommt zu 98% Schwachsinn.
Und mich durch 98% Schwachsinn zu umgeben, um zum Kern der restlichen diskussionswürdigen 2% vorzuarbeite, lehne ich ab.
Das ist zwar zum Schaden dieser 2%., was aber nicht von mir verbockt wurde und wird.
Meine geistige und kognitive Gesundheit ist mir zu wertvoll.
Tut mir leid... ich bin da also raus.
Der Londoner Bürgermeister hat schon recht: bei anderen wird das natürlich ganz anders gesehen: Frau Schavan, deren Wissenschaftliche "Leistungen" einer kritischen Prüfung nicht standhielten, wurde zwar zunächst, mehr symbolisch, ihres Amtes ledig, aber anschließend befördert, zur Botschafterin
Seine Beschreibung und Bewertung der Aufdeckung unglaublicher Lügen und Hochstapelei eines schwarzen Professors entspricht EXAKT der tyrannischen Natur der gesamten woken Bewegung unter dem irreführenden Label „DEI“ (diversity, Equity, Inclusion). Alles Kritische wird - trotz sachlicher Nachweise und Begründungen - zur Diskriminierung oder gar Hetzjagd umgedeutet - ohne sachliche Begründung. So erobern die modernen Jacobiner den Westen und seine Werte. So erobern sie unsere Gesellschaften und Staaten. Hiergegen ist öffentlicher Widerstand m.E. Bürgerpflicht.
Der Mann ist tot. Ich finde, man sollte die Causa "Jason Arday" aus Gründen der Pietät erstmal ruhen lassen, oder wenigstens aus Rücksicht auf seine Angehörigen.
