Drei junge Männer auf einem Motorrad am Strand, Traktor im Hintergrund, mehrere Schiffe auf dem Meer. Foto.
Im Hintergrund liegen Handelsschiffe in der Straße von Hormus vor Anker / picture alliance/dpa/ISNA/AP | Razieh Poudat

Iran-Krieg, Straße von Hormus, Libanon - Abkommen in Sicht?

Vermittlungsbemühungen zwischen dem Iran und den USA gehen weiter – der US-Finanzminister spricht von einer baldigen Lösung. Stimmen im Verteidigungsministerium warnen vor einer Kapitulation gegenüber Teheran.

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Nach der jüngsten Drohung von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran gehen Bemühungen um eine diplomatische Beilegung des Konflikts weiter. „Alle in der Region arbeiten gemeinsam, um eine Eskalation zu vermeiden“, sagte der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Madschid al-Ansari, in der Hauptstadt Doha. Er sprach von laufenden diplomatischen Bemühungen, die „bereits weit fortgeschritten“ seien. Eine Lösung für die Schifffahrt in der Straße von Hormus wird Angaben aus Katar und den USA zufolge in Kürze erwartet. In Rom gingen unterdessen Gespräche zwischen Israel und dem Libanon zur weiteren Umsetzung ihres Sicherheitsabkommens weiter. 

Einigung zur Schifffahrt könnte bald kommen

US-Finanzminister Scott Bessent stellte eine mögliche Wiedereröffnung der Meerenge für heute oder morgen in Aussicht. „Wir befinden uns in Gesprächen mit den Iranern, und ich denke, es besteht die Chance, dass wir heute oder morgen eine Einigung erzielen, um die Meerenge zu öffnen“, sagte er in einem Interview mit dem US-Sender CNBC. Angesprochen auf eine mögliche Gebührenerhebung entgegnete er, er gehe von einer freien Durchfahrt aus. Auch der katarische Außenamtssprecher al-Ansari sagte, eine Einigung zur Meerenge sei bisher nicht erreicht – dies könne sich jedoch „in den nächsten Tagen oder Stunden ändern“.

Noch am Montag hatte US-Präsident Donald Trump Teheran erneut gedroht, um eine Verhandlungslösung zu erreichen. Im Weißen Haus sagte er: „Ich möchte ihnen jede letzte Chance vor der Enthauptung geben.“ Zuerst solle es um eine Öffnung der wichtigen Meerenge zwischen dem Iran und Oman gehen, dann um eine Lösung im Streit um das iranische Atomprogramm. Angaben aus dem Iran zufolge gibt es derzeit nur Gespräche über Vermittler, aber keine direkten Kontakte zwischen beiden Ländern.

Iran bringt Rundkurs für Schiffe ins Spiel

Der Iran hatte eine Art Rundkurs für die für den internationalen Handel wichtige Meerenge ins Spiel gebracht: Gemeinsam mit dem Anrainerstaat Oman könnten Frachter auf einer nördlichen Route durch iranische Hoheitsgewässer in die Straße von Hormus einfahren. Nachdem die Schiffe Häfen im Iran oder in arabischen Golfstaaten angelaufen hätten, könnten sie für die Rückfahrt eine südliche Route durch omanische Hoheitsgewässer nutzen.

Auch die New York Times berichtet unter Berufung auf iranische und US-Beamte über die Pläne. Demnach gebe es im US-Verteidigungsministerium jedoch Vorbehalte gegen die Lösung. Einerseits stelle dies fast eine Kapitulation gegenüber dem Iran dar. Andererseits seien derzeit immer noch so viele iranische Seeminen in den omanischen Gewässern verlegt, dass Passagen dort Koordination mit der Islamischen Republik erforderten.

Die Lösung würde dem Iran erlauben, zu kontrollieren, welche Schiffe in den Persischen Golf einfahren, und etwa Kriegsschiffen die Passage zu verwehren. Zudem ermöglicht die Regelung der Islamischen Republik, Gebühren für die Einfahrt zu kassieren.

Schifffahrt in Nahen Osten weiter unter Druck

Trotz ausbleibender direkter Angriffe zwischen den USA und dem Iran kam auch in der Nacht auf Dienstag wieder ein Frachter in der Straße von Hormus unter Beschuss. Wie die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitteilte, ereignete sich der Vorfall rund 37 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Al Chasab. Die Behörde machte zunächst keine Angaben zu möglichen Schäden oder Verletzten auf dem Frachter.

Die anhaltenden Spannungen in der Region setzen den Schiffsverkehr im Nahen Osten weiterhin unter Druck: Die Straße von Hormus passierten am Montag lediglich neun Schiffe, wie aus Informationen des Datenanbieters Kpler hervorgeht. In der vergangenen Woche durchfuhren demnach täglich im Durchschnitt etwa 16 Schiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Durch Drohungen und Angriffe der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz im Jemen gegenüber Saudi-Arabien ist zudem die Schifffahrt durch den Seeweg Bab al-Mandab am Ausgang des Roten Meers beeinträchtigt. 

Weitere Gespräche zwischen Israel und Libanon

Der Iran-Krieg führte Anfang März auch zu einer erneuten Eskalation zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon. Seit April führen die libanesische und die israelische Regierung nun erstmals seit Jahrzehnten direkte politische Gespräche. Am Dienstag gingen diese in Rom in eine neue Runde, wie Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete. Dabei geht es um die weitere Umsetzung ihres Sicherheitsabkommens. Ein unterirdisches Tunnelsystem der Hisbollah soll dabei nach Angaben von libanesischen Regierungskreisen ein zentrales Thema sein. 

Washington vermittelt in dem Konflikt. Dabei geht es auch darum, eine Konfliktlösung unabhängig vom Iran zu erzielen, der ein wichtiger Verbündeter der Hisbollah ist. Die Hisbollah selbst ist nicht an den Gesprächen beteiligt. 

Das jüngste Rahmenabkommen sieht sowohl den Rückzug israelischer Truppen aus dem Südlibanon als auch eine Entwaffnung der Hisbollah vor. Beide Punkte sind bislang nicht umgesetzt. Es ist die siebte Gesprächsrunde. Sie soll bis Donnerstag fortgesetzt werden.

Quelle: dpa

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Thomas Veit | Di., 4. August 2026 - 16:32

diesen Konflikt 'gewonnen'..., würden sie dem Iran diktieren was er zu tun hat und was nicht... - Die Straße von Hormus wäre 100% frei.

Die 'Verhandlungen' an sich sind bereits das Eingeständnis des Verlierens..., insb. bei diesen mehrfach 'Siegankündigungen' des größten Dealmaker aller Zeiten (Grödaz)... ...

>> das ganze Theater ist nur noch peinlich für Trump/Hegseth bzw. die USA... ...

Achim Koester | Di., 4. August 2026 - 16:35

wenn der Ölhandel durch die Straße von Hormus baldmöglichst wieder normalisiert werden könnte. Auch der Iran profitiert davon, sein Öl wieder (fast) ungehindert verkaufen zu können, ganz zu schweigen vom Rest der Welt.

Ja, das ist eine verworrene Sache, aber gab es nicht seit 2015 ein Atomabkommen mit dem Iran, das 2018 von Donald Trump einseitig beendet wurde? Korrekte Informationen sind ja bei uns nicht zu bekommen, da unsere Nachrichtenmedien die Welt in Gut und Böse eingeteilt haben und Nachrichten dementsprechend filtern.

Thomas Veit | Di., 4. August 2026 - 17:56

wenn ich heute Abend Zeit und Lust habe schicke ich Ihnen was dazu...

Aber Ihr Hinweis 'auf Vorgestern' (😉) sagt ja nix über die aktuelle! Problemlage aus... ...??

Da Trump himself das alte Abkommen höchstpersönlich gekündigt hat..., und im gleichen Atemzug seiner Nation einen viel-viel besseren 'Deal' durch seine Verhandlungen versprochen hat... ... - da wird er jetzt! wohl kaum den alten Vertrag wieder aus der Schublade holen (können), zumal Israel selbigen auch schlecht fand..., und Iran offensichtlich aktuell in einer Situation ist fordern zu können - d.h. die Mullahs würden den alten Vertag mit 99.98% Wahrscheinlichkeit auch nicht mehr wollen... ...

>> Wie also jetzt!! weiter, in Sachen iranisches Atomprogramm?

PS: ich erwarte jetzt hier keinen tatsächlichen Plan dafür von Ihnen... - logisch! 😉

Hans Süßenguth-Großmann | Mi., 5. August 2026 - 07:59

spielt über Bande und die Schäden für die Golfstaaten können so groß werden, dass ein Sieg der USA deren Exitus einleiten könnte. Das hatten die Planer nicht auf dem Schirm. Netanjahu muss leider zurück ins Glied.

Thomas Veit | Mi., 5. August 2026 - 09:27

Antwort auf von Hans Süßenguth…

keine Kriege führen sollten mit 'heilig-Testosteron gesteuerten' Kriegsminister:innen... ...

Diese Erkenntnis sollte man/USA in Form einer Bronzetafel an's Weiße Haus pinnen (in Englisch natürlich...), gemeinsam mit den Erkenntnissen aus anderen US-Kriegen und 'Volksbefreiungen' der jüngeren Geschichte... (Afghanistan und Irak z.B.)

'gemeine MAGA-Freak' ja Trump eigentlich gewählt, u.a. in großen Teilen zumindest, um diesen Geldverpulverungswahnsinn zu beenden... ... 🤔, muss man fairerweise zugunsten des 'gemeinen MAGA-Freaks' hinzufügen... ... - aber leider... wurden mittlerweile auch unter Trump II erstenmal 'alle teuren Raketen verschossen'... ...

>> "Make Rüstungsindustrie Great Again!" /Ironie