VW-Konzern
Dunkle Wolken ziehen über das Markenhochhaus von Volkswagen auf dem Gelände vom VW Stammwerk hinweg / picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte

Krise der Autoindustrie - Es droht der Abstieg aus der ersten Liga der Wirtschaftsmächte

Die Krise der Autoindustrie ist mehr als eine Branchenkrise. Sie stellt das wirtschaftliche Selbstverständnis Deutschlands infrage. Die notwendige Erneuerung gelingt nur, wenn Unternehmen, Beschäftigte, Gewerkschaften und Politik an einem Strang ziehen.

Thomas Mayer

Autoreninfo

Thomas Mayer ist Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institute mit Sitz in Köln. Zuvor war er Chefvolkswirt der Deutsche Bank Gruppe und Leiter von Deutsche Bank Research. Davor bekleidete er verschiedene Funktionen bei Goldman Sachs, Salomon Brothers und – bevor er in die Privatwirtschaft wechselte – beim Internationalen Währungsfonds in Washington und Institut für Weltwirtschaft in Kiel. Thomas Mayer promovierte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und hält (seit 2003) die CFA Charter des CFA Institute. Seit 2015 ist er Honorarprofessor an der Universität Witten-Herdecke. Seine jüngsten Buchveröffentlichungen sind „Die Vermessung des Unbekannten“ (2021) und „Das Inflationsgespenst“ (2022).

So erreichen Sie Thomas Mayer:

In den 1970er Jahren warb Audi mit dem Slogan „Vorsprung durch Technik“. Der Werbespruch wurde weltweit zum Emblem nicht nur für die deutschen Autobauer, sondern für die deutsche Industrie insgesamt. Damit ist es vorbei. Die Krisenmeldungen häufen sich. 

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Pamina | Sa., 1. August 2026 - 12:32

Die Elektrmobilitat ist nicht die Erneuerung. Nach 8-10 Jahren ist der Akku hinüber und die Karre nur noch Sondermüll. Schuld an diesem Niedergang ist das Verbrennerverbot und die sinnlose Klimaideologie der EU ohne jede Vernunft und Verstand. Der Untergang ist selbst gewählt.

Rainer Mrochen | Sa., 1. August 2026 - 12:43

Ist das etwa der Strang an dem bisher alle gemeinsam gezogen haben? Na dann gute Nacht.

Ernst-Günther Konrad | Sa., 1. August 2026 - 13:00

So recht sie haben, so bewerte ich jedoch in meiner Analyse die Konsequenz dieser Politik anders.
Es droht kein Abstieg, wir stehen nicht vor dem Abgrund, nein, wir sind bereits einen weiteren Schritt weiter. Wir sind im freien Fall und nur das schnelle spannen eines Auffangnetzes kann uns retten.
Nur, die Politik will nicht und die es wollten, regieren derzeit nicht.

Urban Will | Sa., 1. August 2026 - 13:02

und das neueste Wahlergebnis in BW hat gezeigt, dass der Wähler das weiterhin so möchte.
Dann soll es so sein.
Der Autor suggeriert, die Zukunft der Automobilität sei rein elektrisch. Das glaube ich nicht. In den Bereichen Landwirtschaft, Fernverkehr und, weiter ausgeholt, Luft- und Schiffsverkehr werden wohl noch sehr lange oder immer Flüssigbrennstoffe benötigt werden. Unseren Vorsprung bei der Verbrennertechnologie hätten wir nicht aufgeben müssen.
Die Frage, die sich stellt, ist die, wie wir den endlichen fossilen Ursprung ersetzen zu können, und diese sollte schneller und effizienter angegangen werden.
Sonnenenergie (oder effiziente, kaum Rückstände verursachende Fussionsenergie, wenn entwickelt) umwandeln in Bio-Sprit. Da sehe ich einen riesigen Zukunftsmarkt.
Und weiter an noch besseren Verbrennern arbeiten.
Auch da schauen wir wohl wieder nur blöde zu, während andere davon ziehen.
Daher: erst mal die politische Wende, dann mit Vollgas nach vorne.

Rainer Mrochen | Sa., 1. August 2026 - 13:08

Die blinde Hybris einer Politiker/Industriellen/Gewerkschafts/Arbeitnemer- Truppe gegenüber einer Wirklichkeit deren Gestaltung nicht mehr in ihren Händen liegt. Diese schon säuglingshafte Hilflosigkeit im Umgang mit den den neuen Realitäten lässt tief blicken. Dem ganzen liegt ein Fatalismus zu Grunde der seinen Ursprung im Anspruch eines "geeinten Europas" ( ist ja lächerlich ), hat und auf nationaler Ebene als geheiligt betrachtet wird. Um mit Sören Kierkegaard zu formulieren:" Das Leben muß vorwärts gelebt werden und rückwärts gedacht werden." Und wie immer gilt, rückwärts gedacht>>ein leerer Topf am meisten klappert, ein leerer Kopf ein meisten plappert. Sind sie nicht irgendwie so die sogenannten "Eliten."

Ingo Frank | Sa., 1. August 2026 - 14:01

So wie die Firmenbosse sich mit dem Bau des KdF Wagens dem NS Regime andienten, genau so dienten sich ihre Nachfolger der politischen Parteien an, die für das Verbrenner- Aus & einer Marktregulierung vom Verbrenner, hin zum E- Auto, verantwortlich sind ….. und dies mit absehbar den gleichen Ergebnissen, dem Niedergang der Automobilindustrie zum „Ende“ hin.
Mit besten Grüßen a d Erfurter Republik

Ein Wolfsburger | Sa., 1. August 2026 - 14:20

Zitat: „Mit dem Aufstieg des Elektroantriebs ging der … Vorsprung … des Verbrennungsmotors verloren.“ Es gibt keinen „AUFSTIEG“ des Elektromotors im PKW, er wurde gegen den Kundenwunsch politisch VERORDNET!

Zitat: „Hinzu kommt, dass die … deutschen Autobauer den Verbrennungsmotor noch für geraume Zeit … anbieten müssen, um ihre Kunden nicht zu verprellen.“ Gerade die Chinesen verwenden überwiegend PKW mit Hybrid-Antrieb oder Range-Extender (Verbrenner zur Stromerzeugung), Daimler verlagert seine Verbrennungsmotoren-Entwicklung nach China!

Die EU-Klimapolitik hat den Umbau nicht „regulatorisch beschleunigt, sondern den Käufern eine unausgereifte Technologie VERORDNET, die noch schnelle Entwicklungen durchmachte, weshalb Produkte von heute schon morgen veraltet sind. Politisch wurden gewaltige Investitionen ausgelöst, die sich nicht rentierten, weil die Käufer ausblieben.

Man sollte nicht nur bei den Autobauern nach Fehlern suchen, sondern auch in der Politik!

Allerdings wo blieb die Gegenwehr der deutschen Bosse von VW, BMW & Mercedes ? Da ist mir nichts in Erinnerung außer Beifallsbekundungen gegenüber der Merkelschen Verbrenner- Aus- Strategie samt ihrer grünen roten Helfer. Wo waren die warnenden Stimmen & der Widerstand z.B. auch der Aktionäre od. dem BL Niedersachsen bis hin zu den roten Gewerkschaften die sich liber. um diverse Toiletten kümmerten ?
MfG a d Erfurter Republik

Angelika Sehnert | So., 2. August 2026 - 10:15

In der Geschichte der Menschheit, schon gar nicht in der Geschichte der demokratischen Industriegesellschaften gibt es kein Beispiel, dass auf Anordnung von oben eine erfolgreiche Technologie und damit die mit ihr verbundene Industrie mehr oder weniger verboten wurde. Auf der Basis von Horrorszenarien, die derzeit Schritt für Schritt relativiert werden. Das trifft übrigens nicht nur für die Autoindustrie zu, sondern auch für Zukunftstechnologien wie Pharma, Chemie, Kern- und Gentechnik. Alle spielen in Deutschland keine Rolle mehr. Ich bin kein Ökonom,
aber ziemlich sicher,in China hätte man nie so aggressiv das E-Auto promotet, wäre in Europa nicht künstlich der Markt dafür geschaffen worden. Bei der relativ simplen technischen Anforderung kann man den Kostenvorteil voll ausspielen. Wenn man sich dann noch die für die Batterien benötigten Rohstoffe exklusiv gesichert hat,um so mehr. Übrigens entwickelt China in aller Ruhe Verbrenner weiter,mit europäischen Ingenieuren.

Walter Bühler | Mo., 3. August 2026 - 10:43

Kleine Drohnen können wohl schon elektrisch betrieben werden.

Aber wie ist es mit Kampfflugzeugen? Mit Panzern?

Atom-U-Boote nutzen nukleare Energie schon lange zum eigenen Antrieb und bei der Wirkung ihrer Bomben. Aber die Raketen, die die Bomben transportieren, müssen mW zu ihrem Flug "Verbrennungsmotoren" benutzen (Rückstoß!).

Das Forschungsschiff "Otto Hahn" ist nach elf Jahren "Atomantrieb" wieder zum Diesel-Motor zurückgekehrt.

Der umweltzerstörende Verbrennungsmotor scheint mir daher in der Militärtechnik nach wie vor unverzichtbar zu sein.

Für die "konventionellen" Explosivstoffe in Munitionen und Bomben gibt es noch keinen umweltgerechten Ersatz. Bis es endlich so kleine Kernreaktoren gibt, die man auch in Panzern und kleineren Militärfahrzeugen zum Antrieb nutzen kann, ist man wohl weiterhin auf unsaubere Diesel-Motoren angewiesen.

Von umweltfreundlicheren Kampf-Fahrrädern und blitzeschleudernde Elektro-Tanks weiß ich bisher nichts.

Militär brauch Diesel und Uran.