Blick in den Plenarsaal des Deutschen Bundestags
Blick in den Plenarsaal des Deutschen Bundestags / picture alliance / Chris Emil Janßen | Chris Emil Janssen

Demokratie - Die Fünfprozenthürde ist kein Dogma

Mit dem Vorschlag, die Fünfprozenthürde bei Bundestagswahlen auf drei Prozent abzusenken, hat Ex-Bundesverfassungsrichter Hans-Jürgen Papier eine wichtige Diskussion losgetreten. Denn nicht repräsentierter Wählerwille ist undemokratisch.

Alexander Grau

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Zuletzt erschien von ihm „Die Zukunft des Protestantismus“ bei Claudius.

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Der entscheidende Satz findet sich im Bundeswahlgesetz § 4, Absatz 2, Satz 2. Dort kann man lesen, dass nach einer Wahl die Sitze im Bundestag im Verhältnis der Zahl der Zweitstimmen zwischen den Parteien verteilt werden. Nicht berücksichtigt werden dabei jedoch „Parteien, die weniger als 5 Prozent der im Wahlgebiet abgegebenen gültigen Zweitstimmen erhalten haben“.

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Rolf | Sa., 1. August 2026 - 14:24

„Der rheinland-pfälzische Landtag hat am 6. Mai 2026 das notwendige Minderheitenquorum zur Einsetzung eines Untersuchungsausschusses von bisher einem Fünftel auf ein Viertel der Abgeordneten angehoben.“

Und genau jetzt kommt der Vorschlag, die Fünf-Prozent-Hürde anzutasten – zufälligerweise genau dann, wenn die FDP draußen ist und die SPD in einigen Bundesländern selbst an der Grenze kratzt. Es ist nachgerade eine Komödie, wie die mediale und politische Blase ihre Panik vor der AfD so öffentlich zur Schau trägt. Und wie transparent das Muster ist: Kaum geht es den etablierten Parteien selbst ans Leder, muss man plötzlich die Regeln ändern.

Rolf Schmidt

Armin Latell | Sa., 1. August 2026 - 16:21

Antwort auf von Rolf

Da wird mal eben mit dem abgewählten Parlament aufs Schändlichste das Grundgesetz geändert, da muss eine demokratische Wahl wiederholt werden, weil das Ergebnis nicht genehm ist, "falschen" Leuten wird das passive Wahlrecht entzogen, jahrzehntelang gültige Regeln des Bundestages geändert, weil eine konservative Opposition ins Parlament gewählt wurde. Ich bin gespannt, welche Sauereien die Politgangster sich noch alles einfallen lassen.

Hans Jürgen Wienroth | Sa., 1. August 2026 - 19:47

Antwort auf von Rolf

Ich kann Ihren Worten nur zustimmen, Herr Schmidt. Wo ziehen wir die Grenze, bei 3% oder bei 1%? Was ist mit der nächsten Forderung, dass jedes „Partikularinteresse“ im Parlament vertreten sein muss, weil Männer keine Frauen, Erwachsene keine Kinder und Normale nicht Multi-Kulti-Interessen vertreten können? Also braucht jede Gruppe ihre Interessen-Vertreter im Parlament?

Nur, wo zieht Politik die Grenze und wie werden damit stabile Regierungen gebildet? Italien hat dank der großen Mehrheit von Melonis Partei endlich eine stabile, über eine Legislatur haltende Regierung. Wollen wir frühere italienische Verhältnisse?

Heidemarie Heim | Sa., 1. August 2026 - 20:54

Antwort auf von Rolf

Das meinte Herr Grau wahrscheinlich mit die Koordinaten verschieben sich und "plötzlich scheint das Unvorstellbare möglich".Das die hinter der bis dato funktionierenden Sperrklausel von 20-40% namens "Brandmauer" kalt gestellte AfD die Mehrheit stellen könnte.Ob deren Wähler sich vertreten fühlen oder sich von der Teilnahme an demokratischen Prozessen und Entscheidungen bisher ernst genommen fühlten von all den anderen Parteien,wage ich mal zu bezweifeln.Auch der Nicht-AfD-Waehler könnte doch wählen wie er lustig war und bekam wenn er die sogenannte Mitte wählte links und ein undemokratisches Bauwerk,hinter dem sich alle angeblich lupenreine;) Demokraten verschanzen und Pläne schmieden oder am Passivwahlrecht rumschrauben um das "Unvorstellbare?" zu verhindern. Und wie sogar Herr Krings von der Union sagt,der Zeitpunkt für eine solche Diskussion vor den Wahlen im
Osten wäre denkbar ungünstig.Da hat er m.E. den richtigen Riecher.Denn das könnte für die CDU böse nach hinten los gehen!

Ingo Frank | Sa., 1. August 2026 - 14:36

Würde beispielsweise sofort in SA die 5% Hürde auf 3% abgesengt, wären die Grünen & die SPD im Parlament vertreten um eine Alleinregierung der AfD zu verhindern bzw. eine Minderheitsregierung unter der Führung der CDU mit SPD & Grünen samt Tolerierung der SED Erben aufs „demokratische Schild“ zu heben.
Welch ein „ genialer Einfall“ den Machterhalt der etablierten Parteien fortzuschreiben.
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik

Sunstreet | Sa., 1. August 2026 - 14:52

Gottseidank sind die Parteien in Deutschland stark genug ihre Macht und ihre Willkür beliebig auszuweiten, auch wenn es einmal eng wird an den geliebten Macht- und Finanzquellen zu bleiben. Plötzlich schwurbeln Politiker und willfährige Journalisten, dass eine 5%-Hürde nicht repräsentativ und demokratiefeindlich ist. Es wird wirklich langsam immer lächerlicher und auch für Nicht-AfD-Fans ist diese Schmierenkomödie immer schwerer zu ertragen. Herr Grau, vielleicht analysieren Sie zur Abwechslung mal Pippi Langstrumpfs Lied „ Zwei mal drei macht vier
Widde-widde-witt und drei macht neune
Ich mach mir die Welt
Widde-widde, wie sie mir gefällt

Hey, Pippi Langstrumpf
Tralla-li, tralla-he, tralla-hopsasa
Hey, Pippi Langstrumpf
Die macht, was ihr gefällt“.

Das beschreibt nämlich das, was Sie hier propagieren und die Parteiwn seit Jahren immer dreister betreiben.

Urban Will | Sa., 1. August 2026 - 15:21

vernehmlich danach schreien, sind die absaufenden Sozen. Und nur aus einem Grund: ein Aufrechterhalten der demokratieverachtenden Brandmauer in SA.
Solange durch diese die gespielte Demokratei in diesem Lande zelebriert wird, sollten die 5 bleiben. Zumal die Splitterpartei SPD dann weiterhin die Politik bestimmen wird.
Es liegt an der Union, hier endlich mal Realismus und Wählerachtung zu zeigen.
Macht ein Ende mit stumpfsinnigen, die schlimmsten Verbrechen unserer Geschichte auch noch kolossal verharmlosenden Ausgrenzungen politischer Gegner.
Macht das, was ihr den Menschen versprochen habt und hört mit den stumpfsinnigen Spielchen auf.
Eine stabile Demokratie braucht in der Tat keine 5%-Hürde. Sie braucht nur vernünftige Politiker und Wähler. Und gegenseitigen Respekt.

Was ich so las lieber Herr Will soll der lauteste bzw. eifrigste Vertreter dieser Idee Herr Ramelow sein.Und der gehört doch zu den Linken.Was sagt mir das?Das die Linken, die ja wohl keine niedrigere Hürde brauchen und im Osten mitregieren oder dulden sich deshalb so um andere bemühen,um der Union zu signalisieren, "Seht her wie demokratisch wir in Wirklichkeit alle sind! Und zum Glück braucht es nur noch die Aufgabe Eures dämlichen Parteitagsbeschlusses bezüglich unserer künftigen Zusammenarbeit!"
"Komm in meine gute Stube sagte die Spinne zur Fliege;)"
LG

Ist aus machtpolitischen Gründen bei den SED Erben, ist aber im Grunde seines Herzens, inkl. seiner Gewerkschaftsherkunft als Wessi, ein absolut linkslastiger Sozialdemokrat.
Damit ist seine „Sorge“ um die niedergehende SPD absolut logisch & erklärbar.
Und nur darum gehts, die Sozen in den (Ostdeutschen) Parlamenten zu halten wobei die Tendenz der Einstelligkeit der SPD punktuell auch im Westteil des Landes langsam ankommt. I.ü. wie die Zunahme der Zustimmungswerte der AfD wie z.B. in Schleswig Hollstein, die sich von rd. 4% bei der letzten LT Wahl bis zur aktuellen Umfrage sich mehr als das 4 fach vergrößert hat.
MfG a d Erf. Rep.

Heidemarie Heim | So., 2. August 2026 - 15:34

Antwort auf von Ingo Frank

Schon klar,dass man alle im Team Brandmauer halten möchte lieber Herr Frank! Meine Vermutungen gehen aber in die Richtung bzw. Bemühen,die linken SED-Nachfolger nicht nur im Osten,wo sie immer geduldet wurden,ob gerade unter einer Regierung eines doch "moderaten MP Ramelow" o. weil es noch mehr Nostalgiker;)gibt was diese Partei betrifft,sozusagen demokratisch
"salonfähig" zu machen.Damit die Union besser erklären kann,warum sie was deren Beschluss auf den besonders Merz besteht,weder mit den ganz Linken noch Rechten zur Rettung der Demokratie "gezwungen;)" waren aufzugeben!Kann sein,dass ich da voll daneben liege,aber wenn man wie z.B. einige der Union unguten Zeitpunkt sprechen o. selten darüber warum sie die Linken nicht zus. mit der AfD strikt hinter der Brandmauer aussetzen u. sogar den "Fall Kemmerichs" zuließen, misstraue ich solchen Ansinnen zutiefst.Das alles erinnert mich zu sehr an "Parteien, die sich den Staat untertan zu machen gedenken" bzw. an simplen Machterhalt. LG

Ingo Frank | So., 2. August 2026 - 19:28

Antwort auf von Heidemarie Heim

Bestand mehrheitlich nach 89 aus überzeugten SED Kadern die entweder Verlierer oder absolute Gewinner (Stichwort Treuhandverkäufe) der Einheit waren, oder eben West Import Karrieristen wie Ramelow die i ü. mit der Vereinigung der West Linken unter Lafontaine immer mehr den pol.. Kurs der Linkspartei bestimmten, aber den „realen Sozialismus“ nie erlebten und nun auch im Gegensatz zur AfD einen anderes System wollen d h eine Rückabwicklung der BRD hin zu einem sozialistischen Staat mit Planwirtschaft, Umverteilung und Überwachung usw.
Außerdem war der Unvereinbarkeitsbeschluss gegen die AfD & die Linken einfach „nur“ ein strategischer Fehler von Merkel.
In D hatten sowohl Linke als auch Rechtsextreme nie eine Chance.
Das die AfD keine Extreme Partei ist war ihr erster Trugschluss. Das sie sich quasi von selbst erledigt, der Zweite und Entschedende. Und der dritte, sie hat nie in Erwägung gezogen, das die etablierten Parteien sooo schwach werden.
MfG aus Thüringen

Dagmar Lubig | So., 2. August 2026 - 18:48

Antwort auf von Ingo Frank

vereinnahmen sie die "waschechten" Wessi- Kommunisten, die nur durch freundliche Unterstützung der SED aus dem Osten, im Westen gut überleben konnten, bitte nicht für die SPD, da diese Partei war auch in diesen Jahren immer noch der Hauptgegner der Kommunisten, so wie vor dem zweitem Weltkrieg, und das Ganze war selbstverständlich im Sinne der SED!
Kurzum, sie waren verbitterte Gegner der SPD, und selbst unter Gewerkschaftern gab es Kommunisten, insbesondere bei der IG-Metall.

Ingo Frank | So., 2. August 2026 - 21:46

Antwort auf von Dagmar Lubig

Nur weil ich der Meinung bin, Rameelow ist aus Karriere Gründen zu den Linken gegangen und sein „Herz“ für die SPD schlägt 😂😂😂
Hatten Sie, sehr geehrte Frau Lubig, mir nicht empfohlen, mich an die Bundeszentrale für politische Bildung zu wenden um meine Ansichten zur NATO Osterweiterung zu erhellen ?
Nun ja …,, dem Innenministerium unterstellt, dessen letzter President, ,ehemals langjähriger SPD BT Abgeordneter & stellvertretender SPD Fraktionschef und dem linken Flügel der SDP zugehörig. Und wie letztlich gelesen habe, auspersönlichen Gründen zurückgetreten….. Daraus folgend, habe ich mir weitere Mühen gespart……
I.ü. Habe ich nur angemerkt, das die Beitritte durch Zugeständnisse der verschiedensten Arten herbeigeführt wurden. Wenn das in Ihrem Sinn freiwillig & demokratisch ist, akzeptiere ich das auch. Meine Meinung ist zu dem Thema eine andere.
Mit besten Gruß a d Erfurter Republik

Ihre Meinung zum Herrn Ramelow, die bleibt Ihnen nach wie vor unbenommen,
ich wollte nur ein paar Infos zu Verhältnissen in der alt BRD weiterreichen, was Sie damit anfangen wollen, das ist mir "Wurscht".

Ingo Frank | Mo., 3. August 2026 - 12:33

Antwort auf von Dagmar Lubig

Unterstützte, hat schon glaube ich bereits „Kennzeichen D“ berichtet.
bzw. war mir aus dem „Westfernsehen“ bekannt da wir Thüringer bekanntlich Rundfunk & TV vom hohen Meißner der schätzungsweise nur ca.50 Km von meiner thüringischen Heimat liegt empfangen konnten und von dieser Möglichkeit auch regen Gebrauch machten. Der internationale Frühschoppen mit Höfer gehörte zum Sonntag wie die Thüringer Klöße
Nein, ich bin nur der Auffassung, ohne Zustimmung der SU unter Gorbatschow zur Deutschen Einheit hätte es diese nicht gegeben. Und auch da hat Kohl die dicke Marie geöffnet und z.B. ein Wohnungsbauprogramm für russische Offiziere und deren Familien nach dem Verlassen der DDR finanziert. Was da schlußendlich alles gelaufen ist, werden Historiker irgend wann herausfinden.
Was ich damit sagen will, so ganz stimmt es m M nach nicht mit der „Freiwilligkeit“ der NATO Osterweiterung wie vom „Westen“ dessen Zauberwort die EU + NATO Mitglidschaft f d Staaten in Aussicht stellte, behauptet wird

Achim Koester | Sa., 1. August 2026 - 15:28

soll mit Sicherheit dazu dienen, in den Ostländern die Sozen und Grünen im Parlament zu halten, damit die linke Präsenz nicht gefährdet ist. Ich wäre eher dafür, die Hürde auf 10% zu erhöhen.

Armin Latell | Sa., 1. August 2026 - 16:11

dabei jedoch „Parteien, die weniger als 5 Prozent der im Wahlgebiet abgegebenen gültigen Zweitstimmen erhalten haben“. So, so! Faktisch wird aber nicht berücksichtigt die Partei (genaugenommen deren Wähler!!!), die 20% und mehr Stimmanteile hat. Was ich als Bürger in Schland merke, ist, dass es völlig egal ist, was ich wähle: ich bekomme immer links! Was ich merke, ist, dass jetzt plötzlich, wo die Feinde der Demokratie langsam aber sicher ihre Pfründe verlieren, sie kurz vor der 5% Hürde stehen, diese in Frage gestellt wird. Das war jahrzehntelang kein Problem, jetzt soll es eines sein? Verarschen kann ich mich selbst.

Rainer Mrochen | Sa., 1. August 2026 - 16:33

Ich denke jedoch sie greifen sehr weit vor, Herr Grau wenn sie Reformen der Gestalt ihres Textes einfordern oder mindestens als Gedankengang sehen. Die derzeitige Koalition ist schon nicht in der Lage selbstgeschaffene Probleme zu lösen. X Parteien, so berechtigt die Anliegen ihrer Wähler sein mögen, werden wohl kaum Abhilfe schaffen.

Markus Michaelis | Sa., 1. August 2026 - 17:36

Gefährlich ist sie, wie alle guten Diskussionen, weil es kein richtig und falsch gibt, und daher Chaos droht. Wenn man ewig anliegende Diskussionen scheut, droht aber auch Chaos.

Die Argumente für eine Absenkung der 5% sind bekannt und spätestens wenn die jetzige Entwicklung noch etwas weitergeht, würde ich das auch für richtig halten, allerdings eher auf 3% als 0,3%. Der Hauptzweck der Demokratie ist ja nicht alle Stimmen zu repräsentieren. Wäre es das, würden wir alle unsere Ansichten auf Zettel schreiben, die schmeißen wir alle zusammen, Politik folgt daraus nicht. Demokratie ist dazu da Entscheidungen herbeizuführen, die notwendig gerade nicht alle Stimmen berücksichtigen, nur eben nach Regeln, die alle einhalten. Wir Deutschen sehen die Verfassung, die diese Regeln festlegt, als heilig an. In dem Moment, in dem jemand sagt, dass die Verfassung nicht heilig ist, sondern Regeln festlegt, die auch anders sein könnten, weiß man nicht genau, wohin das geht?

Sunstreet | Sa., 1. August 2026 - 18:55

Antwort auf von Markus Michaelis

Wenn ich Ihren Ausführungen versuche zu folgen, suggerieren Sie, dass die Senkung der 5%-Hürde schon länger Thema ist und diskutiert wurde. Falls das so sein sollte, ist mir bei den Zeitungslektüren der letzten Jahre etwas total entgangen! Das Ganze ist doch eine Lex Sachsen-Anhalt der angeblichen „Demokratieschützer“ in diesem Land! Nur noch verachtenswert! Auf jedes Lügengebilde wird ein Neues gesetzt!

Jens Böhme | Sa., 1. August 2026 - 19:52

Grundsätzlich ist die Absenkung einer Grenze völlig in Ordnung, schafft sie dadurch mehr Stimmen für die bisherigen Parteien, die den Anstrich einer freien Wahl dokumentierten, wie z.B. Tierschutzpartei, MLPD, oder Ähnliche, die nie die fünf Prozent schaffen. Mit der Absenkung ist die Wahrscheinlichkeit größer, mehr Prozentpunkte als Partei als bisher zu erreichen, da die Chance in Parlamente zu kommen gesteigert werden. Der Nachteil der Absenkung ist eine weitere Scheindemokratie. Man schaue in das EU-Parlament. Dort muss jede gewählte Partei aus Europa einer politischen Fraktion (Parteifamilie) angehören. In Deutschland gibt es sowas Ähnliches bereits mit der "Brandmauer" auf Bundes- und Länderebene.

Die 5%-Hürde wurde wegen der Erfahrungen aus der Weimarer Republik geschaffen. Aufgrund der vielen kleinen im damaligen Parlament vertretenen Splitterparteien war ein Regieren bzw. eine Regierungsbildung nicht mehr möglich und oft nur noch über Notverordnungen etc. möglich. Die Folge war eine Partei, die D wieder kriegstüchtig machte.
Noch Fragen offen?

Nein, keine Fragen, weil der Cicero-Artikel ein aktuelles Thema (Dreiprozenthürde bei EU-Wahlen auch bei innerdeutschen Wahlen?) diskutiert.

Angelika Sehnert | So., 2. August 2026 - 07:59

Die Diskussion verliert ihre Legitimation, da sie just vom Zaun gebrochen wird, da der SPD droht, aus einem Landesparlament zu fliegen-vollkommen selbstverschuldet übrigens.
Die Diskussion ist letztlich eine Bankrotterklärung der Parteien. Sie schaffen es intern nicht mehr ihre Flügel und Untergruppen zu einem inneren demokratischen Konsens zusammenzubringen.Gutes Beispiel ist die FDP, deren marktwirtschaftlich orientierter Teil und der sog. Bürgerrechtsflügel immer unvereinbarerer Positionen vertreten haben, die teilweise in anderen Parteien wiederum Konsens wären. Das hat Wähler vertrieben. Noch besser: die CDU, die sich himmelweit von dem entfernt hat, was Durchschnittsbürger und -wähler von der Partei erwarten: Pragmatische Problemlösungen!
Das alles hat viel damit zu tun, dass in Parteien nur noch Funktionärseliten das Sagen haben. So gelingt Kommunalpolitikern mit Erfahrung kaum noch der Sprung in Parlamente, Menschen mit echter Berufserfahrung so gut wie nie.

Ingo Frank | So., 2. August 2026 - 09:32

der 5% Regel der Gefahr entgegen gewirkt werden sollte, um nicht wieder auf deutschem Boden zu hören, in dem da einer kommt, um „die 30 Parteien aus dem Reichstag zu fegen“ ? ….. weil sie letztendlich sich nicht einigen konnten, und damit die Republik aufs Spiel stellten ?
Haben die Befürworter aus der „demokratischen Mitte“ mit der SPD an aller erster Stelle, so ein historisches Kurzzeitgedächtnis ?
Statt über die 5% Hürde zu fabulieren, sollten die Genossen sich lieber die Frage stellen, warum sie möglicherweise erstmalig in einem deutschen Parlament in SA. nach 45 rausfliegen könnten und lieber ihre politische Agenda hinterfragen, statt an der 5% Hürde zu rütteln.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

G. Fischer | So., 2. August 2026 - 11:36

Jede Idee ist willkommen, die mit jetzigen Mehrheiten und einfachem Federstrich umzusetzen ist, um dem drohenden Wahldebakel im September zu entkommen. Und gerade dafür die Umsetzung einer "demokratische Teilhabe" als Grund zu nennen, ist in einem Land, wo mehr als 20% der Wählerstimmen hinter einer Brandmauer von der demokratischen Teilhabe ausgeschlossen werden, lächerlich und wird von jedem Normalbürger durchschaut. Aber der Souverän ist ja offenbar nicht das Maß der Dinge.

Klaus Funke | So., 2. August 2026 - 15:30

Begründen kann man alles, auch dass 3% der Gipfel der Demokratie sind. In Wahrheit geht es um den Machterhalt in erster Linie der Sozen, denn die wissen, sind sie erstmal drin im Parlament, tanzen alle nach ihrer Pfeife. Die SPD ist trickreich, dabei moralisch verkommen wie nichts sonst, es wäre ein Segen für die Demokratie, wenn diese ehemalige Arbeiterpartei sich auch einmal außerparlamentarisch erneuern müsste. Ich muss immer an Georg Schramm, den Kabarettisten, denken, wie der den Gefühlssozialdemokraten vorgeführt hat. Einmalig. Und ich kenne ein paar Alte, wie z.B. einen emeritierten Psychologieprofessor hier in DD, die immer noch glauben, sie verkörperten mit der Sozialdemokratie das soziale Gewissen unseres Landes. Und die vor diesem Hintergrund jede Schweinerei dieser Funktionärspartei gutheißen. In S.A. werden sie "absaufen", die einst stolze Partei, deshalb muss das 3% Ziel her, damit man weiter mitmischen kann und die Brandmauer erhalten bleibt. Weg mit dieser SPD! Abwählen

Günther Anderer | So., 2. August 2026 - 15:41

das Nachzählen verweigert, der sollte nicht über die 5-Prozent-Hürde klagen. Und wenn "unsere Demokratie" beim Wähler keine Mehrheit mehr findet, dann bekommen wir wieder Demokratie. Ich freu' mich drauf.

Klaus Funke | So., 2. August 2026 - 15:50

Antwort auf von Günther Anderer

Ich danke Ihnen.

Armin Latell | Mo., 3. August 2026 - 13:06

Antwort auf von Günther Anderer

Einwand!