Ausgebrannter VW-Bus steht am Straßenrand, rot-weißes Absperrband, viel Grün im Hintergrund. Foto.
Der Zustand der deutschen Autoindustrie / picture alliance / imageBROKER | Ian Murray

„Grüne“ Politik, Managementversagen, technologischer Wandel - Der Niedergang der Autoindustrie hat gerade erst begonnen

Die Autoindustrie war eine der wichtigsten Stützen der deutschen Wirtschaft. Nun beschleunigt sich ihr Niedergang: „Grüne“ Politik, Managementversagen und technologischer Wandel setzen der Branche zu – mit weitreichenden Folgen für Wohlstand und Arbeitsplätze.

Stefan_Laurin

Autoreninfo

Stefan Laurin ist freier Journalist und Herausgeber des Blogs Ruhrbarone. 2020 erschien sein Buch „Beten Sie für uns!: Der Untergang der SPD“.

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Viele Jahrzehnte lang waren Autos aus Wolfsburg, München und Stuttgart auf der ganzen Welt begehrt: Hippies fuhren Käfer und Bulli, Apple-Gründer Steve Jobs Mercedes-Cabriolets, und immer mehr Chinesen nahmen in den 80er Jahren im VW Santana Platz. Von einem Porsche träumten Jungs auf der ganzen Welt, und BMW und Audi setzten Maßstäbe in luxuriöser Sportlichkeit. Deutschland zerstörte seine Kernkrafttechnik, Stahlwerke schlossen, deutsche Unternehmen entwickelten Gentechnik im Ausland, und Computer kamen aus den USA, aber eine Branche überlebte alle Industrialisierungswellen und grünen Hysterien, wuchs, stellte ein und sorgte dafür, dass der Mythos des „Made in Germany“ lebendig blieb: die Autoindustrie.

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Rainer Mrochen | Fr., 31. Juli 2026 - 15:25

...der Wiederholung. Die Verantwortlichen dieses desaströsen Niedergangs sind immer abgesichert. Na klar; mit Steuergeld zu spielen Ist immer auch so etwas wie gewollte Dekonstruktion. Verschwörung, Verschwörung! Der "große Sprung nach vorn", Deutschlands Energie-Mentalitäts- und Kulturwende endet als Bettvorleger. Zum "Glück" sind wir diesmal nicht allein. Ganz Europa scheint gleich verblödet zu sein. Hallo, wir begrüßen alle Meerenge-Schwimmer. Danke für diese Goldstücke. Alles ist gut oder wird besser oder auch nicht.

Markus Michaelis | Fr., 31. Juli 2026 - 15:46

Wochenstunden, sind andererseits auch eine der Achillesfersen Chinas, weil es strukturell nicht in der Lage ist, seiner eigenen Produktion einen Markt zu bieten: wer soll die Produkte kaufen, wenn die Leute weder Geld noch Zeit haben?

Insgesamt ist es wohl so, das dieses Mischmasch aus Technologie, Politik, Wirtschaft, Finanzen so komplex ist, dass es nicht durchgeplant werden kann.

Einer der größten Fehler in D war es vielleicht, dass zuviele Menschen (nicht nur Theatermacher) geglaubt haben, alles zu verstehen (Klima, Energie, faire Löhne, Technologien, EU ... alles klar) und irgendwas politisch durchsetzen wollten (und auch haben), statt offen genug zu sein, nach jedem Schritt wieder neu zu schauen und zu fragen, welches der nächste Schritt sein könnte?

Karl-Heinz Weiß | Fr., 31. Juli 2026 - 17:30

Der Hinweis auf die zwangsläufig mit einem Strukturwandel verbundenen Probleme ist wichtig. Hochbezahlte Manager dachten jahrelang nur linear (Luxusstrategie Mercedes; nur ein CEO für VW und Porsche). Vor wenigen Jahren wurden Porsche-Aktien zu Höchstpreisen an die Börse gebracht. Kommen die aktuellen Absatzprobleme in China tatsächlich so überraschend ?

Im Gegensatz zu Europa und seinen "Nationen" haben die Chinesen noch (verordneten) Nationalstolz. Wenn Xi sagt, kauf chinesische Autos, dann folgt man dem. Wenn Xi den chinesischen Markt abschottet, die Lieferanten zum Know-how-Transfer "verdonnert", dann folgt man dem, die $-Zeichen in den Augen und gefördert von der Politik.
Dafür finanzieren wir deutschen Steuerzahler auch noch den Bonus für die chinesischen E-Autos. Die Franzosen machen es besser, die subventionieren ihre E-Auto Produktion.
Nach der Autoindustrie ist die einst ebenso fortschrittliche Heizungsindustrie an der Reihe, die ebenfalls in die "moderne Wärmepumpe investieren musste und jetzt keine Abnehmer für die riesigen Kapazitäten findet, womit die getätigten Investitionen zum Verlustgeschäft wurden. Was war Viessmann clever, das gesamte Geschäft an Amerikaner abzustoßen.
Die staatlich gelenkte Wirtschaft war noch in keinem Land erfolgreich, weshalb es regelmäßig in Autokratien / Diktaturen und Elend der Bürger endete.

Achim Koester | Fr., 31. Juli 2026 - 19:08

Da werden Verbrenner hoch besteuert, um die E-Karren beim Kauf und auch im Betrieb hoch zu subventionieren. Warum kaufen die Chinesen und Norweger Elektroautos? Weil der Strom billig ist. Aber dazu hätte man statt der sinnfreien „Energiewende“ grundlastfähige Kraftwerke gebraucht, aber die haben Merkel und Habeck in blindem Eifer vernichtet.

Ein Wolfsburger | Fr., 31. Juli 2026 - 19:17

Einer der wenigen Artikel im dt. Blätterwald der die meisten Aspekte des Niedergangs der EU-Automobilindustrie beleuchtet. Der politisch gewollte, schnelle Umstieg auf die Elektromobilität verband sich speziell bei VW in einem Zusammenspiel von Politik und Gewerkschaft. Nachdem man kurz vor dem Abgasskandal den „Patriarchen Piëch (mit seiner geplanten VW-Stiftung zur Konzernsicherung)“ rausgemobbt hatte, haben Anfang der 20er Jahre die niedersächsische Landesregierung und die IG-Metall über den Aufsichtsrat riesige Investitionen in die Fertigung von E-Autos gesteckt, ganze Werke wurden auf die, wie hier richtig beschrieben, unausgereifte Technologie umgerüstet, genau jene, die heute vor Schließung stehen. Hinzu kommt ein ruinöser, vom Staat angestachelter Wettbewerb. Diesem werden für die Entwicklung neuer Technologien wie autonomes Fahren erforderliche Spielräume (Datenschutz), denen die chin. Konkurrenz nicht unterliegt, versagt.

Ingo Frank | Fr., 31. Juli 2026 - 19:51

Industrie nicht selbst Schuld ?
Gerade die Top- Manager von VW, BMW & Mercedes sind doch den hippen und woken Klimaaktivisten von grüner und linker Seite quasi in den Hintern gekrochen ! War es nicht Kaeser der der Klimakleberin Neubauer einen Vosstandsposten bei Simens anbot ? Oder der Boss von Audi Werbung fürs Rad fahren machte als wir uns gerade einen (fast) neuen Audi zugelegt hatten ? Was war mit den Bossen der grünen Stahlkocher außer heißer Luft und ein Milliarden- Grab ? Wo der Wiederspruch der Industriebosse BM Merkelschen endgültigen Atomausstieg ?
Und heute ? Wie dumm ist denn unser Umweltminister bei der E Auto Prämie bei der 75% der Zuschüsse nach vorrangig nach China und andere ausländische Autobauer geht ?
Aber egal, Deutschland hat der II. WK überlebt und wird den wieder erstarken Sozialismus auch überleben. Der Markt wird’s endgültig wieder richten.
Mit freundlichen Grüßen a d Erf. Republik

Herbert Schultz-Gora | Sa., 1. August 2026 - 13:37

Und wer ist "schuld"... hat "Fehler" gemacht"...?
Die Industrialisierung hat der Menschheit Wohlstand gebracht... und weil das so war, brauchen wir noch mehr davon...?

Weil das Essen so gut schmeckt und gute Laune macht, frißt der adipöse Mensch jeden Tag mehr als er braucht bis der wachsende Ranzen ihm die Mobilität kostet, weil das Skelett und die Muskulatur an die Grenzen ihrer Kompensationsmöglichkeiten stoßen.

Industrie (von lat. industria = Fleiß) und Wachstum sind keine Werte an sich, sondern nur so lange nützlich, wie sie einem Leben dienen, das dem Menschen adäquat ist.

Was ist mit "tempora mutantur" oder "alles fließt"... und vielleicht ist "weniger" auch "mehr"...?
Das Automobil wurde in Deutschland erfunden und ich möchte auf diese großartige individuelle Mobilität nicht verzichten... Bahnfahren ist als "Land-Ei" nicht mein Ding, aber das e-Bike für die Kurzstrecke optimal.
Automatisiertes Fahren ist nicht Mensch-gemäß, auch wenn die KI-Fuzzis davon träumen.