- Trotz allem: Ein Plädoyer für die Kirche
Die evangelische Kirche vernachlässigt immer öfter nicht nur ihre verbliebenen Mitglieder, sondern auch Gott. Statt den Menschen unentwegt ihr Besserseinsollen zu predigen, muss der Zuspruch des barmherzigen Gottes im Zentrum der Verkündigung stehen.
Es ist schon wahr. Der deutsche Protestantismus wirkt oft eher untot als lebendig. Ja, es gibt blühende, intakte und vitale, geerdete und gehimmelte evangelische Kirchenlandschaften. In einer heillosen Welt zeugen sie allen Unkenrufen und aller religiösen Gleichgültigkeit zum Trotz noch immer heilsam unverzagt von jener ganz anderen Wirklichkeit, die der christliche Glaube Heiland nennt.
Aber leider gibt es eben auch eine heillos desorientierte evangelische Kirche. Sie scheint nicht mehr zu wissen, wo sie herkommt, wofür sie steht, wo sie ist, wo sie hinwill und warum es sie eigentlich noch geben soll. Und weil sie das nicht mehr weiß, ergreift sie verzweifelt die Flucht nach vorn und kompensiert ihre metaphysische Obdachlosigkeit mit gesellschafts- und identitätspolitischer Überidentifikation.
Genau dadurch aber droht die einstige Volkskirche zu einer Kirche ohne Volk zu werden. Denn Teile des öffentlichen, medial sichtbaren Protestantismus und seiner Kirchenleitungen haben sich mindestens so weit von den Menschen entkoppelt, die noch immer treu ihre Kirchensteuer zahlen, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk von der Mehrheit derer, die ihn finanzieren. Die monokulturelle Milieuverengung einer basisvergessenen evangelischen Kirche zur geschlossenen, im bunten Flecktarn der Diversität daherkommenden politmoralischen Gesinnungsgesellschaft ist unübersehbar.
Kirche ohne Gott?
Betrieben wird die Transformation der Volkskirche zur NGO-Kirche von Kulturkämpferinnen und Kulturkämpfern, die sich als Propheten gerieren und die Kirche in ein kleines gallisches Dorf verwandeln. Dieses kleine gallische Kirchendorf leistet dem Imperium Widerstand und wäre doch am liebsten selbst Imperium. Allerdings ist die Mitte des Dorfs leer. Schon lange wird dort kein spiritueller Zaubertrank mehr gebraut.
Dafür umgibt das Dorf ein umso sichtbarerer Schutzwall, sprich eine Brandmauer gegen die weniger Guten und gegen Gesinnungsentzündungen aller Art. Zwar schreiben sich die Dorfbewohner Demokratie und Diversität auf ihre Fahnen. Aber es ist „ihre“ Demokratie und „ihre“ Diversität. Anders Andersdenkende scheuen sie wie der Teufel das Weihwasser und exkludieren sie unter dem Deckmantel der Menschenfreundlichkeit zunehmend selbstgerechter und ungerührter.
Hinsichtlich des politischen Bekenntnisses herrscht im kleinen gallisch-evangelischen Dorf also das Gesetz des Entweder-Oder. In theologischer Hinsicht dagegen dominiert das Sowohl-als-auch einer großen geistlichen Vergleichgültigung und Selbstbanalisierung. Der Protestantismus der moralveredelnden Schwundstufenmetaphysik und der spirituellen Frisörzeitschriftenbinsenweisheiten hat die theologischen Eigenschaften von Vaseline. Er will schmerzhafte Reibung humanistisch reduzieren, nur ja keinen religiösen Anstoß erregen und niemandem dogmatisch zu nahe treten, um nicht noch mehr Kirchenaustritte zu provozieren.
Ob jemand an Gott glaubt, ist also im Grunde zweitrangig. Es fehlt diesem Protestantismus nichts, wenn Gott fehlt. Und in der Tat kann man in der moralisch scharfgestellten, theologisch umso konturloseren Kirche des Sowohl-als-auch-Christentums Gott getrost einen guten, ja toten Mann sein lassen, solange man nur an den guten Menschen glaubt.
Eigentlich gibt es in der politisch linken, theologisch liberalen Oben-ohne-Kirche nur noch eine einzige dogmatische Häresie: das Bekenntnis zu Gott. Je machtvoller das Gottesbild, desto verdächtiger. In Zeiten des Kulturkampfs riechen eigentlich alle, die Gott für einen realen Akteur halten, nach trumpistischem Fundamentalismus und nach theologischer AfD. Und so empört man sich in der politischen Bekenntniskirche eher über öffentlich im Mittelkreis von WM-Spielen betende Mitchristen als über Barbareien von Nichtchristen. Nicht so recht geheuer ist so manchem auch der Lümmel Volk, von dessen Kirchensteuern man zwar lebt, dem man aber politisch misstraut, weil seine vermeintlich hinterwäldlerische Stammtischweisheit es wagt, mit weitem Herzen zwischen religiöser und moralischer Kommunikation zu unterscheiden, die Kirche im Dorf zu lassen und über die technokratische Verwandlung der Gemeinden in zombifizierte, VEB-ähnliche LPG-Großgebilde den Kopf zu schütteln.
Vom Anbeginn der Kirche an liegen zwei Gestalten von Kirche im Clinch: die schwärmerische Vorstellung einer Kirche der Reinen – sei es der moralisch Reinen oder der reinen Frommen – und die illusionslos realistische Vorstellung einer Kirche des Volkes, die eine durchaus durchwachsene Angelegenheit ist und weder aus der Kraft des spirituellen und moralischen Heldentums, sondern aus dem weiten Herzen Gottes lebt. Im kirchlichen Überlebenskampf der Gegenwart, der immer mehr zum Kampf zwischen Wokeness und Nichtwokeness und zwischen Selbstsäkularisierung und sichtbarer Frömmigkeit wird, feiert dieser uralte Clinch düstere, hoffentlich nicht kirchenzersetzende Urständ.
Wer wollte angesichts dieser Situation noch eine Lanze für die Fortexistenz der evangelischen Kirche brechen? Wer würde noch auf die Idee kommen, ein gutes Wort für eine Kirche einzulegen, die alles unternimmt, den Unterschied zwischen Kirche und Nichtkirche zu nivellieren und nicht mehr als Kirche erkannt zu werden, um irgendwie zu überleben?
Die Rettung der Kirche
Ich jedenfalls nicht. Eine Lanze für die Kirche breche ich trotzdem, und zwar von Herzen, aus Vernunft und aus Liebe. Allerdings breche ich diese Lanze für eine Kirche, die ihren Namen verdient. Ich breche sie für eine Kirche, die nicht kulturkämpferisch mit dem Finger auf andere, sondern nach oben zeigt – also dorthin, wohin von jeher die Türme der Kirchen zeigen und von woher einzig die Rettung der Kirche und der Welt zu erwarten ist.
Der große Theologe Eberhard Jüngel bemerkte einmal, der Sinn von Gottesdiensten bestehe darin, sich darüber klar zu werden, dass wir nicht Gott, sondern Menschen sind. Niklas Luhmann, einer der scharfsinnigsten Soziologen des 20. Jahrhunderts, sagte es anders und doch ähnlich. Theologie, so Luhmann, mache zwischen Mensch und Gott den Unterschied, der den Unterschied macht. Immer dann, wenn Menschen egal welcher politischen Couleur diesen Unterschied zwischen Mensch und Gott und mit ihm auch die Gesinnungsunterschiede zwischen Menschen zu beseitigen suchen, um den Himmel auf die Erde zu holen, machen sie sich und anderen die Welt zur Hölle. Sobald Menschen sich zu quasigöttlichen moralischen Letztinstanzen aufblähen, die unablässig aneinander das Jüngste Gericht der selbstgerechten Totalverurteilung vollstrecken, kommt es zum erbarmungslosen Hauen und Stechen ersatzreligiöser, über jeden Selbstzweifel erhabener toxischer Ideologien.
„Wie sollen“, fragte Dietrich Bonhoeffer, „Menschen innerweltliche Spannungen aushalten, wenn sie von der Spannung zwischen Himmel und Erde nichts wissen?“ Wie sollen Menschen für den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt sorgen, wenn sie von dem Gott nichts mehr wissen wollen, der die Welt im Innersten und Äußersten zusammenhält und in Christus zur Welt gekommen ist, um sie von ihrer Heillosigkeit zu erlösen? Wie soll das Leben im Lot sein, wenn die Vertikale nicht mehr im Lot ist, weil ein säkularisierter Zeitgeist es will, dass Gott den Geist aufgegeben hat und für keinen ernsthaften Menschen mehr ernsthaft in Frage kommt?
Der Zuspruch des barmherzigen Gottes
Vielleicht bin ich ja ein Träumer. Aber ich träume tatsächlich von einer Kirche, die den Menschen nicht unentwegt den Anspruch ihres Anders- und Besserseinsollens vorhält, sondern den Zuspruch des barmherzigen Gottes ins Zentrum ihrer Verkündigung stellt. Ich träume von einer Kirche, deren Mauern keine Brandmauern, sondern Umfriedungen von Zufluchtsorten sind. Ich träume von einer Kirche, hinter deren Türen für alle Mühseligen und Beladenen und für alle armen und reichen Seelen ein Safe Space des Seindürfens und Seinlassens beginnt. Ich träume von einer Kirche, die kein moralistisches Fitnessstudio, sondern ein Raum der barmherzigen Weltlockerung und der Unbedingtheitsverzichtskultur ist. Ich träume von einer Kirche, die sich und andere daran erinnert, dass der Glaube an die rettende Nichtidentität von Welt und Gott der Garant für zwischenmenschliche Offenheit, Güte und Nachsicht, vor allem aber für eine ambiguitätstolerante Kultur der Freiheit ist.
Wer sich also inmitten der Welt nach einem andersweltlichen Ort sehnt, an dem die Menschen vor sich selbst und vor der Versuchung in Sicherheit gebracht werden, zu viel oder gar nichts mehr von sich und der Welt zu erwarten, sollte die Kirche noch auf dem Schirm haben. Wer ahnt, dass Transzendenztransparenz der einzig wahre Tranquilizer einer aufgekratzten Menschheit ist, sollte die Kirche nicht abschreiben. Wer genug von der Politisierung der Religion hat, sollte im besten urlutherischen und urdemokratischen Sinn des Priestertums aller Gläubigen die Definitionshoheit über die Kirche nicht denjenigen überlassen, die ihr entgegen ihrer Absicht womöglich mehr schaden als nützen.
Der „altböse Feind“
Und so plädiere ich trotz aller nachvollziehbaren antikirchlichen Affekte und trotz allen berechtigten Kopfschüttelns über unterschiedlichste Formen kirchlicher Selbstveruntreuung dafür, den noch immer großen Kirchen die Treue zu halten, statt ihnen den Rücken zu kehren. Es könnte nämlich der Tag anbrechen, an dem den Kindern der Aufklärung und der Säkularisierung zu dämmern beginnt, dass sie diese Kirchen schmerzlich vermissen werden – spätestens dann, wenn in Europa nichts mehr an den Geist des christlichen Abendlands und dessen jüdische Wurzeln erinnert, wenn ins spirituelle Vakuum dieses Abendlands skrupellosere religiöse und pseudoreligiöse Ideologien vorstoßen und wenn dort unübersehbar und militant die Ungeheuer ihr Unwesen treiben, die der Schlaf der christlichen Vernunft hervorgebracht hat.
Martin Luther nannte diese Ungeheuer in seinem berühmtesten Reformationslied den „altbösen Feind“. Ich wäre kein Christ und kein Lutheraner, wenn ich nicht glauben würde, dass dieser Feind letztlich machtlos ist. Und weil ich das glaube, glaube ich, dass die Kirche Zukunft haben wird. Ebenso glaube ich, dass das Abendland Zukunft haben wird. Ich glaube allerdings auch, dass das Schicksal der Kirche und das Schicksal des Abendlands aneinandergekettet sind – auf Verderb und Gedeih.
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Der Artikel ist sicher sinnvoll als innerkirchliches Plädoyer. Aber die meisten Menschen sind längst draußen, selbst wenn sie auf dem Papier noch drin sind.
Was in dieser Gesellschaft fehlt, sind sichtbare Angebote und Prägungen für Menschen, die weder mit dem platten Atheismus noch mit den Christenkirchen etwas anfangen können. Gott philosophisch suchen. Eine Tradition des Humanismus, die sich von der christlichen Umarmung wieder löst. Die westliche Welt ist mehr als nur Christentum. Viel mehr.
Ich halte es jedenfalls für aussichtslos, das Christentum als breite Bewegung wiederbeleben zu wollen. Wer glauben kann, soll glauben, aber für die meisten geht das nicht mehr. Wir brauchen Lösungen für die Realität, nicht Wunschdenken.
Vielen Dank lieber Herr Franke! Sie haben den Zwiespalt zwischen Glauben und Wissen,den Selbstzweifeln, unter denen ich bisweilen ebenfalls leide sehr gut in Worte gefasst. Bin ich Christin, obwohl aus der protestantischen Kirche ausgetreten, wenn ich mich an die 10 Gebote, sozusagen für mich ein Leitfaden gottgefälligen Lebens halte?Oder in puncto Barmherzigkeit, Anteilnahme,Empathie versage, z.B. wenn es um die unbegrenzte Aufnahme von Flüchtlingen geht? Was habe ich von einer Kirche zu halten, die mich und andere ähnlich "Fehlende" daraufhin ausgrenzt u. verurteilt im Namen Gottes? Oder wie bei den Katholiken eigene schlimme Missetaten unter dem Deckmantel des Glaubens geleugnet, verdeckt u. nicht gesühnt wurden?Ich weiß, Fragen über Fragen, die schwer zu beantworten sind. Meine Suche,besser meine dergestalt ziemliche Mixtur aus kindlicher Prägung u. erwachsener Logik einer 68jährigen bestimmten Auseinandersetzung mit dem Herrn wird wohl noch ein wenig weiter gehen. MfG
Sehr geehrter Herr Frisch, ich träume auch von einer ehrlichen Regierung und einem Parlament, die ihrem grundgesetzlichen Auftrag nachkommen und für die Bürger tätig sind und die Lobbyisten ignorieren. Genauso träume ich von einer korruptionsfreien FIFA, von objektiven und unabhängigen Medien, einem Unternehmertum, das seine Beschäftigten achtet und nicht nur monetär ausgerichtet ist, einer Ärzteschaft, für die der hyppokratische Eid wieder im Vordergrund steht und die in eine vernünftige Versorgung kranker Menschen eingebettet ist und nicht zuletzt von solidarischen, rücksichtsvollen und zufriedenen Bürgern.
Und welche dieser Träume werden sich erfüllen?
Ihnen wird aber zumindest suggeriert, dass sie nur fest daran glauben müssen. Und das tun sie ja vorbildlich.
Ja, es stimmt, Herr Frisch:
Das Schicksal der abendländischen Kultur und das Schicksal der Kirchen sind aneinandergekettet - auf Gedeih und Verderb.
Das sehe ich genauso.
Zwar wird der christliche Gaube auch in Europa überleben, aber mit einer Marginalisierung der Amtskirchen infolge ihrer totalen Anpassung an den Zeitgeist wird gleichzeitig die abendländische Kultur von einer ganz anderen - wahrscheinlich muslimisch geprägten - Kultur abgelöst werden. Da gibt es kein Vertun.
Von daher kann ich nur an alle Gläubigen appellieren:
Wenden Sie sich aktiv gegen die
Tendenzen in ihren Kirchen, GOTT u. das Evangelium Jesu Christi nicht mehr in den Mittelpunkt zu stellen. Und an alle Nichtgläubigen richte ich die herzliche Bitte, dies ebenfalls zu tun, weil es um nichts weniger geht, als um den Erhalt der in zwei Jahrtausenden in Europa gewachsenen Hochkultur - i h r e r Kultur!
Bringen Sie sich aktiv ein! Wenn wir Europäer kampflos aufgeben, wird das "Abendland" bald Geschichte sein.
@Christa Wallau, ein starkes Plädoyer! Der Protestantismus ist als Bewegung gegen die Vorstellung "Was ist zu glauben" entstanden, als Ermutigung, den eigenen Glaubensweg zu gehen. Die Evangelische Kirche praktiziert seit einiger Zeit genau das Gegenteil - einen Kurs des Ausschlusses, der Verunglimpfung anderer Vorstellungen. Noch schlimmer: solche Vorgehensweisen in anderen Religionen werden verharmlost.
Danke für den Artikel. "sich darüber klar zu werden, dass wir nicht Gott, sondern Menschen sind": damit kann ich viel anfangen. Demokratie und Menschenrechte (zu denen ich sehr stehe) sind als Basis des Menschseins nicht besser oder schlechter als Nation und Volk oder anderes. Menschsein ist immer offen und voller Widersprüche. Wenn ich Verfassungen (oder deren Gerichte) anfange zu verheiligen wird es genauso abstrus wie beim grenzenlosen Niederknien vor irgendeinem imaginierten Volk. Was beides nicht schlecht macht, weil alles offen und voller Widersprüche ist. Menschsein ist nicht durch drei heilige Sätze und Stichworte festgezurrt. Wer Menschenrechte verheiligt, will über die dazugehörigen Pflichten nicht mehr reden.
Ein Bekenntnis zur Kirche kann auch ein Erkennen dieser widersprüchlichen Offenheit des Menschseins sein. Ich würde auch Kirche nicht verheiligen, aber die transzendente Einbettung scheint mir wichtig. Mehrheiten gibt es im Moment nicht oder sind volatil.
Die jetzige (oder besser bisherige, im Moment sind unklare Umbrüche) Gesellschaft hat irgendwelche Dinge als schädlich erkannt (Nation, Volk ...), andere Dinge als richtig (Verfassung, Menschenrechte). Wir alle bekennen das Richtige, und "jagen" die Menschen, die sich nicht dazu bekennen. Für einen Staat ist das ok, es gibt Regeln, auch grundlegendere. Menschsein an sich ist aber nicht durch endlich viele Sätze/feste Regeln fixierbar, die auch noch in sich widerspruchsfrei wären. Kirchen könnten sich in diesem querliegenden Raum bewegen, aber gerade die ev. Kirche schließt sich ohne Nachdenken den gerade geltenden Maximen an. Es geht nicht darum, ob andere Maximen besser wären, es geht darum anzuerkennen, dass der Mensch sich nicht durch irgendeinen Regelsatz letzt-festlegen kann, aber auch nicht Gott ist und seinen Kosmos frei selber definieren kann.
... Anspruch, aber gleichzeitig auch beide eine extrem tiefe Wahlbeteiligung.
Darum wird in der Kirche, in den Hochschulen, in den Parteien und in den Gewerkschaften zwar viel von demokratischen Zuständen geredet. Aber wegen der Abwesenheit des Volkes setzen sich in den gewählten Gremien Sektierer immer durch und erringen ohne große Mühe jede Position. Dabei ist es völlig unwichtig, ob das jeweilige Sektierertum politisch oder etwa sexuell begründet wird. So setzt sich fast überall jene redselige, aber kompetenzarme Funktionärsschicht durch, die unser Land in einheitliches Grau taucht.
Dieses "Networking" bekommen junge Menschen in den Bildungseinrichtungen eingetrichtert. Der so gebildete Networker braucht keine weitere Kompetenz: die Intrige ist sein Lebenselement, und so ekelt er mehr oder weniger die "Normalmenschen" aus der Organisation hinaus.
Am Anfang waren weltliche und geistliche Macht nicht getrennt. Seitdem das der Fall ist, hat aber die geistliche Macht immer eine große Nähe zur weltlichen gepflegt. So wurden im I. Weltkrieg die Waffen gesegnet. Und heute sind die Kirchen ein Hort der gesellschaftsbestimmenden rotgrünen Ideologie.
Dass genau dadurch die Kirchen rapide Mitglieder verlieren, ist nur logisch. Ich erinnere an die großartige Zeit der Wende in der DDR, als die Kirche in der DDR eine nie wieder erreichte Bedeutung und Zustimmung in der Bevölkerung hatte. Die Leipziger Nikolaikirche unter Pfarrer Christian Führer war die Keimzelle der friedlichen Revolution in der DDR.
Wenn sie eines Tages beschließen sollte, sich wieder auf diesem Weg zu begeben, wird sie einen ungeahnten neuerlichen Aufschwung erreichen.
Wenn sie es nicht tut, wird sie vom Islam verdrängt. Denn der ist die aggressivere und expansivere Religion. Nur WIR SELBER können unsere abendländisch-christliche Tradition retten.
Livestyle Sozialismus mutiert. Das hat weder etwas mit Gott, noch mit Glauben zu tun. Lediglich nur ein hinter her hecheln hinter dem grün linken Zeitgeist ….
Es braucht sich niemand von den Pfaffen wundern, wenn immer mehr Gläubige der Kirche den Rücken kehren wenn Haltung groß und Glauben klein geschrieben werden.
MfG a d Erf. Rep.
Bei "Kulturkämpferinnen und Kulturkämpfern" habe ich aufgehört zu lesen.
So ist das manchmal wenn man nur die ersten Silben liest
Das Verschwinden des generischen Substantivs ist ein trauriges Beispiel für die Wirkungsmacht dieser aufgegezwungenen linken Kulturrevolution.
zur Kirche Gottes, auch zu der der Menschen?
Ich habe nach wie vor Probleme mit der Identifizierung Gottes als einm der Welt "Nicht-Identischen".
Ist das Adorno?
Wenn Gott nicht in der Welt ist, sehe ich nicht so recht die Freiheit des Menschen, die der Autor zurecht so hochhält und ich befürchte auch, dass Gott nicht mehr hineinkommt, in diese Welt.
Ich sehe die Transzendenz auch eher gegeben in der Bewegung Gottes als Offenbarung/Welt.
"Der böse Feind" , was soll Christus über "ihn" gesagt haben "Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun".
Diese E i n s i c h t machte Christus nicht zu einem Nicht-Identischen, sondern zu einem liebendenden "Lehrenden".
Ein "machtvoller Gott" oder ein "liebender Lehrer"?
"Ich bete an die Macht der Liebe"
Im AT findet sich Gott als der Ur-grund aller Existenz, wie in wohl allen anderen Religionen auch?
In Christus zeigt er sich vielleicht als das Leben/Erlösung selbst?
Das entfaltet in Europa die Aufklärung, die Renaissance, den Humanismus..
auch seine gewaltigen inneren Hemmnisse, muss man vielleicht verstehen, dass er der Sohn eines praktizierenden Theologen (Pfarrer) war.
Für mich ist sein Werk Theologie in all ihren Facetten.
Renaissance - Wiedergeburt
So sehr hat Nietzsche seinen Gott geliebt, dass er sein ewiges Leben feierte, ja, auch vor diesem selbst, wie, um ihn zu erinnern, ihn wachzurufen.
Der "Zarathustra" hat mich zutiefst erschüttert, seine Liebe, seine Hoffnung, sein Vertrauen und doch sein großes Bangen vor dem Tode.
Kannte Nietzsche die Kantate "Ich hatte viel Bekümmernis"?
Ich bin mit Bach aufgewachsen und fand deshalb zu Nietzsche, dann also JA
Ich liebe diese Kantate besonders in der Aufführung von Günther Ramin.
Wie kann das weitergehen?
Das ist keine rhetorische Frage...
wenn Sie jetzt noch ein bisschen weniger unabweislich schreiben könnten?
Wieso sind Kirche und Abendland "auf Gedeih und Verderb" auch noch "aneinandergekettet"?
Das Abendland war nie ohne Kirche, da immerhin würde ich Richard Wagner Recht geben wollen, meine Frage lautet also, wie entwickelt sich Kirche im Abendland weiter.
Die Kirche des Abendlandes war evtl. immer die Kirche als Transzendenz, deswegen ist es das Abendland.
Jetzt haben wir die Quantenphysik im Anschluß an große Physik und Astronomie.
Ich würde vorschlage, dass wir schauen, was sich entwickelt.
Nu
