- FCAS: Das multiple Scheitern
Beim Kampfflugzeugprojekt FCAS prallten politische Versprechen, nationale Interessen und wirtschaftliche Machtansprüche aufeinander. Am Ende gingen Milliarden an Steuergeldern und wertvolle Zeit verloren. Was verrät das über den Zustand der europäischen Verteidigungspolitik?
Wir haben es mit einer Zeitenwende zu tun, so sagt man. Duch den Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 hat sich vieles gewendet. Die Gesellschaft besinnt sich wieder darauf, dass sie verteidigungsfähig sein muss. Der alte Gedanke des Gesellschaftsvertrags – Bürger tun sich zusammen, um sich gegen äußere Gefahren wehren zu können – ist wieder en vogue. Die sogenannte Friedensdividende, also die Abkehr von der Verteidigungsfähigkeit unseres Landes und das Kaputtsparen der Streitkräfte, hat seit einigen Jahren ein Ende. Rüstungspolitik, die bisher eher im Verborgenen stattgefunden hat und mit der sich nur ein kleiner Kreis von Industriellen, Politikern und Lobbyisten beschäftigt hatte, ist groß im Kommen. Es ist jetzt auch wieder ethisch in Ordnung, in Rüstungsaktien zu investieren; Rheinmetall boomt und Industriezweige wie Heidelberger Druck oder Volkswagen steigen in das Rüstungsgeschäft ein.
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...soll man gerne ziehen. Aber was waren denn die konkreten Gründe für das Scheitern? Der Artikel schweigt sich daüber aus.
Mangelnde Zieldefinitionen gab und gibt es ja bei rein nationalen Projekten auch, bringen aber das Projekt nicht zum Scheitern (wenn auch nur mit erheblichen Mehrkosten).?
Der Autor hat einen brillanten Vorschlag unterbreitet;
"...ob man nicht bemannte Flugzeuge durch <Drohen> ersetzen kann.
Das wäre wahrlich eine preiswerte Lösung.
Ll
Auch was Kriegswaffen angeht wird Europa nie mit den USA gleichziehen können. Die USA sind ein einheitlicher Wirtschaftsraum, Europa ist immer noch von nationalen Interessen geprägt, was gerade Frankreich im vorliegenden Fall sehr deutlich macht. Es ging letztlich wieder sehr einseitig um französische Interessen. Hinzu kommen die sehr unterschiedlichen, kaum
kompatiblen Unternehmenskulturen.
Das Pentagon hat als Auftraggeber eine ganz andere Stellung, außerdem agiert es eher wie ein Wirtschaftsunternehmen.Es war das Pentagon, das vor 40 Jahre Start-ups, die Computer entwickelten, finanzierte und beauftragte.Aus einigen wurden Weltunternehmen, andere verschwanden.Das Budget des Pentagons verkraftet Fehlschläge.
Europa scheitert an sich selbst, an seinen Egoismen, an seinen Regulierungen.Beispiel: ein deutscher Panzer wird als normaler Arbeitsplatz definiert,daher gelten die üblichen Arbeitsplatzverordnungen.Er muss auch für Schwangere (!) geeignet sein. Verteidigungsfähig?Eher nicht.
... weil bei der Auswahl des Leitungspersonals Sachkompetenz, natürliche Intelligenz, Leistungsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Führungskraft eines Kandidaten keine Rolle mehr spielt.
Stattdessen beherrschen ideologisch kostümierte Karriere-Netzwerke das Feld, nicht nur in der Politik, und die quälend graue Mittelmäßigkeit lässt ganz EU-Europa samt England immer grauer aussehen.
Dieser graue Film liegt über ganz Deutschland, von der Bundesbahn über die Bundeswehr, von der Bildungspolitik bis zum Sport.
