Tino Chrupalla und Alice Weidel
Tino Chrupalla und Alice Weidel nach ihrer Wiederwahl / picture alliance / dpa / Sebastian Kahnert

Parteitag der AfD - „Werden immer stärker und größer“

Alice Weidel und Tino Chrupalla in Erfurt als Parteivorsitzende wiedergewählt / Kampfkandidaturen um weitere AfD-Spitzenposten / Höcke feiert Brandmauer

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Alice Weidel und Tino Chrupalla bleiben an der Spitze der AfD. Der Parteitag in Erfurt bestätigte beide für die kommenden zwei Jahre als Vorsitzende im Amt. Weidel erhielt 81,3 Prozent, Chrupalla 70 Prozent - für Chrupalla ein deutlicher Dämpfer, für Weidel ein leichtes Plus. Beim Parteitag in Essen 2024 hatten Chrupalla knapp 83 und Weidel rund 80 Prozent geholt.

Gegenkandidaten gab es auch dieses Mal nicht. Beide schlugen sich gegenseitig vor. Zuvor hatten sich die Delegierten mit deutlicher Mehrheit dafür entschieden, dass die Partei weiterhin von einer Doppelspitze geführt werden soll. Auch eine Einzelspitze wäre laut Satzung möglich.

„Wir werden rigoros abschieben“

Weidel griff Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) scharf an. Dieser sei der Vivaldi unter den Regierungschefs – „für alle vier Jahreszeiten eine Reformankündigung“. „Jedes Mal haut er kräftig auf die Pauke und danach folgt ein Streichkonzert.“ Gestrichen würden Versprechen, warf sie Merz vor. Lauten Jubel gab es im Saal für den Ausruf: „Wir werden rigoros abschieben!“

Chrupalla betonte in seiner Bewerbungsrede den Machtanspruch der AfD: „Wir wollen regieren“, sagte er. Man sei zu einer Volkspartei gewachsen. Dass man Oppositionsarbeit beherrsche, habe man bewiesen. „Und wir werden regieren, zuerst in einem Land, dann im Bund.“ Man müsse gut vorbereitet sein.

Weidel: Superwahjahr für AfD

Der Parteitag findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die AfD in bundesweiten Umfragen so stark ist wie nie zuvor. Mit den Landtagswahlen im Osten des Landes im September verbindet die Partei zudem Hoffnungen auf eine erste Regierungsbeteiligung. Das Jahr 2026 sei das Superwahljahr für die AfD, sagte Weidel.

Womöglich um die Aussichten nicht zu gefährden, erstickte Weidel eine vom Thüringer Landeschef Björn Höcke und einigen Mitstreitern vorgeschlagene Debatte im Keim. Dabei ging es um eine Lockerung der Regeln für die Nichtaufnahme von Menschen in die AfD, die vormals Mitglieder einer extremistischen Partei waren. Weidel sicherte zu, der neue Bundesvorstand werde die sogenannte Unvereinbarkeitsliste überarbeiten.

Chrupalla, 51-jähriger Malermeister aus Sachsen, und die 47-jährige Wirtschaftswissenschaftlerin Weidel führen die AfD seit Sommer 2022 gemeinsam. Weidel hat sich zur prominenten AfD-Führungsfigur entwickelt und war im Bundestagswahlkampf 2025 zur Kanzlerkandidatin ausgerufen worden.

Chrupalla, einst gefördert von AfD-Mitgründer Alexander Gauland, steht schon seit November 2019 an der Spitze der AfD, zunächst an der Seite von Jörg Meuthen, der später die AfD verließ, weil diese ihm zu radikal wurde. Chrupalla ist damit der inzwischen dienstälteste Chef, den die AfD seit ihrer Gründung 2013 hatte.

AfD umgeht Blockaden mit früher Anreise

Der Parteitag wurde wie erwartet von umfangreichen Protesten begleitet. Zehntausende Demonstranten waren in Erfurt unterwegs. Trotz Blockaden von Zufahrtsstraßen begann das Delegiertentreffen aber ohne Verzögerungen, da die meisten der rund 600 AfD-Mitglieder bereits in den frühen Morgenstunden angereist waren. Begleitet von der Polizei wurden sie in Bussen zur Messe Erfurt gebracht. Einem Sprecher zufolge waren vor 5.00 Uhr bereits 540 Delegierte auf dem Gelände.

Chrupalla eröffnete das Treffen mit den Worten: „Der frühe Vogel fängt den Wurm. Die Randalierer von der Antifa haben ihr eigenes Störmanöver verschlafen.“ Weidel richtete sich an politische Gegner und Demonstranten mit den Worten: „Ihr werdet uns nicht kleinkriegen, ganz im Gegenteil, wir werden immer stärker und größer.“ Ihre Partei rief sie unter großem Jubel dazu auf, „das gesamte Land“ in Schwarz-Rot-Gold zu tauchen.

Kampfkandidaturen um weitere AfD-Spitzenposten

Neben der Wahl der Parteichefs stehen in Erfurt zwölf weitere Posten des Vorstandes zur Abstimmung. Dabei kommt es auf mehreren Positionen, etwa bei den Stellvertreterposten, zu Kampfkandidaturen. Teilweise treten AfD-Politiker aus demselben Landesverband gegeneinander an. Neu in die Führungsriege aufrücken soll der Thüringer Stefan Möller, Co-Chef und Vertrauter von Höcke. Beide stuft der Thüringer Verfassungsschutz als Rechtsextremisten ein. Die AfD an sich wird vom Verfassungsschutz unter anderem in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestuft.

„Wir sind auf der Siegesstraße der Geschichte unterwegs“, sagte Höcke als Gastgeber des Parteitages vor den Delegierten. Die sogenannte Brandmauer habe die AfD groß gemacht. dpa

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Christa Wallau | Sa., 4. Juli 2026 - 16:03

was in Deutschland los wäre, wenn es die AfD nicht gäbe, und ich erschrecke vor den Bildern, die da vor meinem geistigen Auge auftauchen.

Faktisch würden wir Deutschen o h n e jede Opposition regiert!
Das bedeutete ein "Weiter so!" wie unter Angela Merkel; denn die vergrünte u. nach links gerückte CDU würde weiterhin die Bürger mit
schönen Worten sedieren u. alle Entscheidungen von der Zustimmung der Grünen und Linken abhängig machen.

Gott-sei-Dank gibt es die AfD seit 2013!!!
Seit diesem Datum kann sich niemand mehr damit herausreden, daß er nichts hätte daran ändern können, daß Deutschland immer mehr abrutscht in die Drittklassigkeit.
Nein, mit j e d e r Wahl seit diesem Zeitpunkt
(es waren v i e r Bundestagswahlen!) hatte jeder Deutsche die Gelegenheit, seinen Beitrag zur Rettung unseres Landes zu leisten.
Jedem, der sich j e t z t über die Zustände bei uns beklagt, dem stelle ich nur eine einzige Frage: "Wen hast du gewählt?"

Dann ist das Gespräch meist schnell beendet.

Frau Wallau, Ihr Alptraum wird immer eine Utopie bleiben. Für solchen Alp muss der Mensch gehirngewaschen werden - und das auf ewig. Das gibt die Evolution des Menschen und dessen erfolgreiche Emanzipation von der Natur nicht her.

Ich stimme Ihnen absolut zu. Wir hier im Osten, werden es Deutschland vormachen, so wie wir das schon 1989 taten, als es um die deutsche Einheit ging und darum ein Unrechtsregime zu beerdigen, wir werden die ersten Landesregierungen mit AfD-Beteiligung oder AfD-Alleinregierungen bilden. Wir hier im Osten sind der Freiheitsmotor für Deutschland, wir werden die noch Verschlafenen im Westen unseres Vaterlandes aufwecken. Deutschland wird sein "Blaues Wunder" erleben, so wie bei uns in Dresden die erste Stahlbrücke genannt wurde "Das Blaue Wunder". Wir werden den Leuten um Merz und Klingbeil das Fürchten lehren, ganz legal und ohne Gewalt, wir werden wieder Frieden mit Russland und allen Nachbarn herstellen und wir werden die Wiedererweckung unseres Vaterlandes anstoßen, hin zu alter wirtschaftlicher und kultureller Größe. Deutschland in Schwarz-Rot-Gold ist alle Mühe wert.

Mitbürger in den sog. "neuen" Bundesländern!
Sie sind eindeutig die politisch erfahreneren unter den Deutschen.
Ihnen kann man nicht - wie leider so Vielen im Westen - ein X für ein U vormachen. Sie haben in harten Jahren gelernt, "zwischen den Zeilen" zu lesen und billige Propaganda von Realität zu unterscheiden.
Sie sind mutig - das haben Sie 1989 bewiesen.
Ich wünschte mir nur einen Bruchteil von diesem Mut für die wohlstandsverblödete Mehrheit im Westen, deren "Haltung" mich nur noch
anwidert. Statt nachzudenken wollen viele Menschen hier sich nur "wohlfühlen" in der Zugehörigkeit zu den "Guten". Was "gut" ist, bestimmen dabei die Grünen und die Linken.
Von Kants Forderung: "Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" sind in den "alten" Bundesländern Millionen von Bürgern weit entfernt! Deshalb dauert es so lange, bis sich etwas Entscheidendes
tut in unserem gebeutelten Land.

Herzliche Grüße an Sie nach Dresden u. an alle ehem. DDR-ler in diesem Forum!

Armin Latell | So., 5. Juli 2026 - 01:03

dass eine von der Regierung weisungsgebunde Behörde irgendwen als rechtsextremistisch eingestuft wird? Dass eine von Linksextremisten abhängige Regierung so etwas anordnet, und der sogenannte Verfassungsschutz gehorchen muss, ist doch offensichtlich. Man schaue sich nur den völlig unqualifizierten, linksradikalen Kramer an. Also, liebe Cicero Redaktion, warum spart ihr euch nicht endlich diese lächerlichen "Spitzen"? Wen wollt ihr hier davon überzeugen? Von wem erwartet ihr Pluspunkte? Die von denen ihr das mutmaßlich erhofft, werden euch was pfeifen!

Da gebe ich ihnen vollkommen Recht zumal die „Gegenargumente“ sich in immer den gleichen Worthülsen verlieren …..
Es gibt keinen Inhaltlichen Unterschiede von „wir schaffen das“ als die zum
„All- Jahreszeiten verkommene Merzsche Reformversprechen x, y, oder z“. ! ! !
Die Argumentation des Links Grünen Blocks verfängt einfach nicht mehr. Sie wird immer mehr und mehr durchschaut und vom Grundsatz her abgelehnt.
Und vor allem, wird das Plündern des eigenen Portmonee von der Regierung für jeden einzelnen mehr und mehr sichtbar. Hinzu kommt die Angst vor dem Verlust des eigenen Arbeitsplatzes.
Die Bürger haben ganz einfach die „Schnauze“ Voll von 20 Jahren linker Politik und das mit steigender Tendenz.
Wurstel diese Regierung bis 2029 durch, wird Weidel Kanzler. Kommt es Nikolaus zum GroKo- Aus wird’s noch für schwarz, rot und der Grünen Sekte reichen. Da wäre Weidel „aufgeschoben“ mehr aber auch nicht……
MfG a d Erf. Republik

Gerd Runge | So., 5. Juli 2026 - 12:18

Man muß nur blind oder naiv oder beides sein.
Lächerlich sind allerdings die Floskeln "rechtsextrem" oder besser "gesichert rechtsextrem" als Begründung.
Damit kann man eigentlich keinen Hund mehr
hinter dem Ofen hervorlocken.
Warum bedient sich Cicero dieser Rohrkrepierer?