- Warum Deutschland keine Reformen kann
Erfolgreiche Gesellschaften gehen oft an ihren eigenen Strukturen zugrunde. Organisierte Interessen blockieren Reformen – Veränderungen sind dann nur noch durch politische und wirtschaftliche Disruption möglich. Jedenfalls nicht durch einen „Gipfel der Sozialpartner“.
Der Wirtschaftswissenschaftler Mancur Olson beschrieb den Niedergang erfolgreicher Gesellschaften als Folge ihres eigenen Erfolgs. Mit wachsendem Wohlstand entstehen immer mehr organisierte Interessen, die den Status quo verteidigen. Reformen werden dadurch kaum noch möglich, Anpassungen bleiben auf der Strecke und die Fähigkeit zur Erneuerung schwindet. Probleme können nicht mehr einvernehmlich, sondern nur noch durch Disruption gelöst werden. Hätte Bundeskanzler Merz Olson gelesen, hätte er sich den „Gipfel der Sozialpartner“ ersparen können. Hat er aber nicht. „Gute Lösungen entstehen im Dialog“, schrieb er auf X – und will weitere Gespräche führen. Die werden vermutlich ebenso ergebnislos bleiben wie der „Gipfel“.
Tatsächlich ist die ganze jüngere Geschichte Deutschlands geradezu ein Lehrstück für Olsons Theorie. Blicken wir zurück in die achtziger Jahre. Als die DDR in ihre letzte Krise geriet, fehlte es ihren führenden Funktionären nicht an Informationen. Die Staatssicherheit berichtete detailliert über die wirtschaftlichen Probleme, die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung und die zunehmende Zahl der Ausreisewilligen. Die Parteiführung wusste, dass das Land vor gewaltigen Herausforderungen stand. Dennoch hielt sie am Bestehenden fest.
Dabei war der Reformbedarf offensichtlich. Die Sowjetunion unter Michail Gorbatschow hatte mit Glasnost und Perestroika einen Kurswechsel eingeleitet. In Polen und Ungarn entstanden neue politische Freiräume. Die technologische Entwicklung im Westen beschleunigte sich. Die DDR verlor wirtschaftlich und gesellschaftlich den Anschluss. Doch die SED-Führung zog aus diesen Entwicklungen nicht den Schluss, dass das eigene Modell grundlegend reformiert werden müsse. Stattdessen sah sie darin einen Grund, am bisherigen Kurs erst recht festzuhalten. Die Reformen der Nachbarn erschienen als Gefahr, nicht als Vorbild. Denn „den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf“, reimte Erich Honecker noch am 14. August 1989.
Interessen verteidigen das Bestehende selbst dann, wenn sich die Umwelt grundlegend verändert
Aus heutiger Sicht wirkt diese Haltung extrem kurzsichtig und verbohrt. Doch sie folgt einer Logik, die in Gesellschaften mit der Zeit immer wieder anzutreffen ist. Institutionen, die über Jahrzehnte Stabilität und vielleicht auch nur bescheidenen Wohlstand ermöglicht haben, erzeugen mächtige Interessen. Diese Interessen verteidigen das Bestehende selbst dann, wenn sich die Umwelt grundlegend verändert. Das macht das Beispiel der späten DDR für uns aktuell.
Natürlich ist die Bundesrepublik kein autoritärer Staat. Freie Wahlen, unabhängige Gerichte und eine freiheitliche Gesellschaftsordnung unterscheiden sie fundamental von der DDR. Dennoch gibt es deutliche Parallelen bei der Fähigkeit zur Anpassung. Auch die Bundesrepublik beruht auf einem Gesellschaftsmodell, das über Jahrzehnte erfolgreich war. Die soziale Marktwirtschaft, der ausgedehnte Wohlfahrtsstaat, die exportorientierte Industrie und die Einbindung in den amerikanischen Sicherheitsschirm bildeten die Grundlagen eines beispiellosen Wohlstands. Doch die Umwelt, in der dieses Modell entstand, existiert nicht mehr.
Die Bevölkerung altert. Die Globalisierung verändert sich. Neue Technologien stellen traditionelle Industrien infrage. Die geopolitische Lage verlangt deutlich höhere Verteidigungsausgaben. Gleichzeitig sind gewaltige Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und Bildung notwendig. Da die Einnahmen nicht mehr ausreichen, dies alles zusätzlich zu dem aufgeblähten Sozialstaat zu finanzieren, steigt die Staatsverschuldung rasant. Auch wenn Arbeitsministerin Bärbel Bas Einsparungen im Sozialstaat für „Bullshit“ hält (wie Erich Honecker früher grundlegende Veränderungen in der DDR), lautet die eigentliche Frage nicht, ob Deutschland Reformen braucht. Die eigentliche Frage ist, ob das politische System überhaupt noch in der Lage ist, die notwendigen Anpassungen durchzusetzen.
Die etablierten Parteien unterschätzen den Verlust ihrer eigenen Deutungshoheit
Olson hat das Dilemma treffend beschrieben. Nahezu jeder Bürger, der die Misere mit offenen Augen betrachtet, fordert Veränderungen. Bürokratie soll abgebaut, die Wirtschaft gestärkt, die Infrastruktur modernisiert und die Verteidigungsfähigkeit verbessert werden. Doch gleichzeitig existieren für nahezu jeden Reformschritt organisierte Gruppen, die ihre erworbenen Ansprüche verteidigen. Rentenansprüche, Sozialleistungen, Subventionen, Verwaltungsstrukturen und Regulierungen haben jeweils ihre politischen Schutzmächte in Verbänden und Funktionären der politischen Parteien. Die Folge ist eine Politik, die – falls sie sich überhaupt bewegen kann – allenfalls zu Minischritten fähig ist. Doch die Herausforderungen werden immer größer.
Auch die Diskussion über die AfD weist strukturelle Ähnlichkeiten zur früheren Krisensituation in der DDR auf. Die Partei gewinnt ihre Unterstützung nicht primär wegen ihrer Lösungsvorschläge. Viele ihrer Wähler bezweifeln selbst, ob sie für die brennenden Probleme überzeugende Antworten hat. Entscheidend ist vielmehr, dass sie Themen anspricht, bei denen viele Bürger den Eindruck haben, die etablierten Parteien würden sie verschweigen. Die Zustimmung speist sich daher weniger aus Vertrauen als aus Enttäuschung. Eine ähnliche Dynamik war Ende der achtziger Jahre in der DDR zu beobachten. Die Begeisterung vieler Ostdeutscher für Gorbatschow beruhte nicht auf einem überzeugenden Reformprogramm der Sowjetführung. Sie beruhte auf der Hoffnung, dass überhaupt wieder über Veränderungen gesprochen werden durfte.
Ob die AfD tragfähige Antworten auf die Herausforderungen Deutschlands besitzt, ist mehr als zweifelhaft. Doch ebenso wie die SED angesichts der immer brennenderen Probleme den Verlust ihrer politischen Bedeutung unterschätzte, könnten die etablierten Parteien den Verlust ihrer eigenen Deutungshoheit unterschätzen. Die „Brandmauer“ bröckelt schon, bald wird sie (wie die Berliner Mauer der DDR) nicht mehr zu halten sein. Natürlich sind die politischen Systeme der DDR im Jahr 1989 und der Bundesrepublik von heute sehr unterschiedlich, aber die Frage ihrer Anpassungsfähigkeit ist erschreckend ähnlich.
Ohne „schöpferische Zerstörung“ ist der Abstieg nicht mehr aufzuhalten
Gesellschaften scheitern selten daran, dass sie ihre Probleme nicht erkennen. Häufiger scheitern sie daran, dass die über die Zeit entstandenen Strukturen die Lösungen blockieren. Olson hätte darin kein deutsches Sonderproblem gesehen. Für ihn war es das Schicksal vieler erfolgreicher Gesellschaften. Besonders Erfolg erzeugt jene Verkrustungen, die später ihre Anpassungsfähigkeit schwächen. Die Blockade kann kaum überwunden werden, indem man die Blockierer hofiert. Denn der gesunde Menschenverstand sagt einem: Wer einen Sumpf trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen. Er muss handeln.
Die Zerschlagung der politischen und gesellschaftlichen Machstrukturen des Nationalsozialismus brachten den Westdeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg das Wirtschaftswunder, der Untergang der DDR den Ostdeutschen Reisefreiheit und – ja, trotz aller bis heute andauernden Mäkelei – Wohlstand. Die Reformen in Gerhard Schröders Agenda 2010 erneuerten die wirtschaftliche Dynamik des wiedervereinigten Deutschlands.
Ohne erneute Disruption und „schöpferische Zerstörung“ jetzt ist der Abstieg aus der Liga der führenden Industrieländer nicht mehr aufzuhalten. Wer zu lange davon ausgeht, dass die Institutionen von gestern auch die Probleme von morgen lösen werden, riskiert das Schicksal vieler ehemals erfolgreicher Gesellschaften: Nicht der Mangel an Wissen wird ihnen zum Verhängnis, sondern die Unfähigkeit zur Anpassung. Wie hätte man diese Unfähigkeit besser demonstrieren können als mit der Einberufung eines „Gipfels der Sozialpartner“?
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wie aus Ihrer Sicht die „Disruption“ oder „schöpferische Zerstörung“ aussehen soll. Wir kommen aufgrund unseres GG nicht darum herum, dass es Parteien sind, die Politik machen (müssen).
Dass D sich derzeit im freien Fall befindet, bedarf keines Beweises mehr. Und dass Treffen wie das gestern im Kanzleramt reine Show sind, weiß auch jeder (außer vielleicht dieser Kanzler, dessen geistige Verfassung mir zunehmend Sorge bereitet).
Merz hat sich mit der unsäglichen Behauptung, die AfD sei die direkte Fortsetzung von Holocaust und Nazibarbarei selbst aus dem Rennen genommen. Gleichzeitig hat er seine bedingungslose Unterwerfung unter die Linken nun zementiert. Merz muss weg.
Ob die AfD es wird besser machen können, wissen wir nicht, aber es geht kein Weg mehr daran vorbei, dass Merz und der linksgrünwoke Clan versagt haben und der Wähler hoffentlich bald dafür sorgen wird, dass andere regieren. Und da kommt nur noch eine Partei in Frage. Scheitert sie auch, scheitert das Land.
Denn mit den Schlagworten »Disruption« und »schöpferische Zerstörung« lässt sich vieles legitimieren, auch ein neuer marktradikaler Amoklauf. Ebensowenig sagt Herr Meyer, wen er denn mit der »Trockenlegung des Sumpfes« beauftragt wünscht. Angesichts dessen, dass der vom Autor gelobte Kanzler Schröder den globalisierten Finanzkapitalismus nach Deutschland gebracht hat und dieser sich seit 2008 in mühsam geflickter Dauerkrise befindet, könnte es gut sein, dass »Flossbach von Storch« und Herr Mayer selbst zu den Fröschen zählen, deren Sumpf der Trockenlegung bedarf.
"....die AfD sei die direkte Fortsetzung von Holocaust und Nazibarbarei"
Einerseits schwer vorstellbar, andererseits, der hat schon einige Parolen gucken lassen. Auseinandersetzung in der Sache sieht jedenfalls anders aus; das wäre eher "Hass und Hetze".
Sie schreiben, werter Herr Mayer, „ob die AfD tragfähige Antworten auf Herausforderungen Deutschlands besitzt, ist mehr als zweifelhaft“. Woher wollen Sie und alle die anderen „schlauen“ Köpfe, die das in diesen Tagen mantrahaft posaunen, wissen? Wir wissen es alle nicht, weil sie keine Möglichkeit hat, ihr (Un)vermögen zu beweisen. Ich habe den Eindruck, dass momentan alles aufgeboten wird, um die AfD, die in den Umfragen führt, schlechtzureden. Man kann sämtliche Gazetten aufschlagen: AfD-Bashing! Ist das eine konzertierte Aktion? Man glaubt es fast. Sogar Dieter Nuhr, der ja kein Blatt vor den Mund nimmt, „ist weg“, wenn Weidel Bundeskanzlerin wird. Ich sage langsam, sollen sie, die Angepassten, doch gehen… Es ist doch klar, dass Weidel keine BK wird. Dazu müsste die AfD die absolute Mehrheit bekommen. Was nicht abzusehen ist. Also, ruhig Blut, liebe Freunde. Viele werden Angst um ihre Pfründe haben.??Gut so!!! Am Wählerwillen ändern wird dieses lächerliche Bashing nichts.
Auch eine AfD wird es schwer haben gegen ein Verfassungsgericht und die EU Veränderungen durchzusetzen. Wir sollten daher nicht zu viel erwarten, auch wenn die Partei fähige Leute an die Spitze setzt.
und nicht die in Dauerschleife wiederholte Prophezeiung , dass die AfD keine Lösungsansätze oder "tragfähige Antworten" habe, selbst von Leuten, die einem sonst vernünftig vorkommen.
Sollte es der AfD jedoch gelingen, positive Veränderungen herbei zu führen, wird das ein gewaltiger Gesichtsverlust für die aktuellen Regierung sein.
Das ist der Grund, waum sie sich dermassen gegen die AfD wehren aber bereit sind, mit der Linken zusammen zu abeiten.
Das ist auch der Grund, warum Frau Merkel derzeit so vehement gegen die AfD spricht.
Neee, Frau Miller es ist die pure Angst und nichts weiter …..
Bis vielleicht auch auf einen Punkt, die Frage, ob eine konservativ rechte Regierung doch ein Erfolgsmodell werden könnte, und damit die Union samt allen anderen linken Parteien, sich auf lange Sicht hin quasi in der Opposition landen oder gar verschwinden. Sehen Sie sich doch die ehemaligen „Schwesterparteien“ der Union in Italien od. Frankreich an !
Auch wenn ich mich hier wiederhole, schauen Sie nach Italien.
Mit welchen Massen an Dreck wurde Meloni nach ihrem Wahlsieg von deutschen Politikern & Medien beworfen, der in einer Diskussion gipfelte, ob Scholz bei der ersten gemeinsamen Begegnung der „Post- Faschistin“ die Hbd geben soll, oder ihr den Handschlag verweigern ?
Und heute, glänzt Italien im Gegensatz zu Buntland mit Wirtschaftswachstum und geht die EU den Weg der Meloni andachte, Abschiebeeinrichtungen ins Ausland zu verlegen …..
MfG a d Erf. Rep.
auch wirtschaftlichen Erneuerung dieses Landes und dieser Kurs beginnt hoffentlich im September diesen Jahres ausgehend von den 2 Ostdeutschen Landtagswahlen.
Da kann sich Schwarz links drehen & wenden, noch nicht mal „Das“ bekommen sie hin da sie in Schockstarre verharren. !
Es wird, wenn überhaupt gegen die AfD, nur mit den SED Erben, den alten roten Socken, möglich sein Koalitionen zur Verhinderung AFD zu bilden.
Ob es besser wird, da gebe ich Hern Will zweifelsfrei Recht, wissen wir nicht, jedenfalls wird’s anders und das ist schon mal „besser“ als ein linker Block aus etablierten Parteien die 16 + 3 + bisher 1 Jahr gebraucht haben, Deutschland zu Grunde zu richten und vor allem, Union & SPD sowie die Güne. Sekte im Verbund mit den SED Erben, arbeiten weiter mit vereinter Kraft am Deutschen Abstieg.
MfG a d Erfurter Republik
Gerade das Bild zu diesem Artikel ist ein Hinweis, um eine Krise des politischen Systems selbst handeln könnte. Es sind die Regierungsvertreter abgebildet. Wie selbstverständlich gehört die SPD dazu. An fast allen Regierungen war sie in den letzten 20 Jahren beteiligt. Sie ist es auch weiterhin, obwohl sie ihr Ergebnis bei den Bundestagswahlen in der gleichen Zeit mehr als halbiert hat.
Es ist vielleicht nicht nur die Tatsache der Grund für die Blockaden, dass organisierte Gruppen ihre Interessen wirksam verteidigen. Sondern auch - wieder eine Parallele zur DDR - eine Frage von fehlender Legitimation und Vertrauen in die Entscheidungsträger.
Die Institutionen verselbstständigen sich natürlich auch, weil jede Institution erstmal sich selber am Leben erhalten will. Aber getragen wird es letztlich schon von Menschen. Auch die haben, wie die Institutionen, irgendein Bild von sich, der Welt und dem Menschen entwickelt, dass verteidigt wird.
Es ist wahrscheinlich richtig, dass inzwischen eine Mehrheit erkennt, dass das alte Bild von der Welt, dem Menschen, sich selber irgendwie nicht mehr richtig funktioniert. Nur ergibt sich daraus ja noch keine neue politische Richtung, weil es von alleine erstmal in viele Gruppen und Richtungen zerfällt.
In Deutschland ist es vielleicht nochmal einen Tick schwerer, weil wir kein Bild von uns und der Demokratie haben, dass wir Entscheidungen treffen und dann Wege und Entwicklungen gemeinsam gehen. Wir denken in D oft in absoluten Werten: wir wollen uns für DAS Richtige entscheiden.
"Freie Wahlen, unabhängige Gerichte und eine freiheitliche Gesellschaftsordnung unterscheiden sie fundamental von der DDR. "
Wirklich?
Genau das dachte ich auch. Und ich gehe noch weiter: Alles drei haben wir nicht mehr.
Freie Wahlen sind es nicht mehr durch die "Brandmauer", die (noch und leider schon viel zu lange) dafür sorgt, dass es keinen Politikwechsel mehr geben kann.
Unabhängig sind Gerichte nicht, denn die obersten Richter werden von der Politik eingesetzt.
Die freiheitliche Gesellschaftsordnung wird gerade immer weiter abgeschafft durch Meldestellen, Majestätsbeleidungsparagraphen und ähnliche Monstrositäten.
Jedenfalls hinsichtlich der Gerichte kommen mir da erhebliche Zweifel. Schon klar, die sind nicht weisungsgebunden. Aber die links-liberale Denkrichtung haben die doch schon lange so verinnerlicht (das beginnt schon an den Unis), dass sie aus eigener Überzeugung heraus und ohne es selbst zu merken zu echter Unabhängigkeit gar nicht mehr fähig sind.
Ansonsten ist m.E. kaum etwas an Herrn Mayers Einschätzung zu kritisieren. Anders als viele hier habe ich auch Zweifel, ob in einer Machtübernahme durch die AfD ein Segen liegt. Nicht, weil sie das personifizierte Böse ist (wenn Merz so einen "Bullshit" behauptet, dann ist ihm nicht mehr zu helfen). Die AfD in Verantwortung wäre gezwungen, unpopuläre Entscheidungen zu treffen oder mitzutragen - auf Kosten von Zuspruch beim Elektorat. Letzteres ist so stark fragmentiert, dass ein klarer Kurs keiner Regierung derzeit möglich ist. - Herr Michaelis sieht das völlig richtig.
der DDR Aufgewachsen nur zu bejahen. Insbesondere das Totschweigen der Realität durch die Regierenden incl. "Aktueller Kamera" und Verunglimpfung des politischen Gegners ("Schwarzer Kanal") wirken vertraut. Schließlich ist auch die Brandmauer, hinter der man sich versteckt nichts anderes, als eine Form, die Realität auszugrenzen. Der Autor verfügt über die insbesondere in der Politik seltene Fähigkeit, Symptom und Ursache zu verknüpfen. Das Symptom AfD wird sich solange verstärken, wie die Ursachen nicht angegangen werden. Dass die Altparteien nicht in der Lage sind, die Probleme von heute und morgen zu lösen, liegt auf der Hand und harrt der Widerlegung.. Insonderheit ist festzuhalten, dass Probleme nicht als solche, sondern als Wohltaten deklariert werden.
Zitat: "Bürokratie soll abgebaut, die Wirtschaft gestärkt, die Infrastruktur modernisiert und die Verteidigungsfähigkeit verbessert werden."
Genau das sind m.W. zentrale Punkte der AfD.
Zitat: "Ob die AfD tragfähige Antworten auf die Herausforderungen Deutschlands besitzt, ist mehr als zweifelhaft."
Vielleicht sollten Sie, werter Autor, einfach mal das Grundsatzprogramm der AfD lesen. Möglicherweise werden Sie dort diese Antworten -oder zumindest Ideen dazu- finden.
Vielleicht finden Sie solche Antworten auch in den Programmen anderer Parteien, ABER: Drei der anderen Parteien haben die derzeitigen Probleme verursacht. Wie kann man da Lösungen von denen erwarten? V.a., weil die Unfähigkeit zu Reformen inzwischen mehr als deutlich bewiesen wurde.
Letztlich ein etwas seltsamer Artikel. Einerseits interessant + richtig, andererseits -bzgl. AfD- "Mainstream".
Von wem sollen denn "Disruption und „schöpferische Zerstörung“" kommen, wenn nicht von der AfD? Niemand anderes ist dazu in der Lage.
Es ist zu erwarten - Herr Mayer äußert das "zwischen den Zeilen", aber dennoch klar und deutlich - dass zahlreiche AfD-Wähler die Disruption sich "anders" vorstellen, als sie dann wirklich aussieht. Entscheidet sich die Partei für einen klar marktliberalen Kurs, verprellt sie die, die kollektive Kuscheligkeit erwarten (das sind gar nicht so wenige, wie ich in diversen Infoveranstaltungen der AfD erfahren durfte). Geht sie den entgegengesetzten Weg, endet sie da, wo die anderen Parteien schon sind.
Letztlich entscheidet sich immer alles an der Wirtschaft.
das hoffe ich, so global beobachtet und gesehen, die Vernunft ist auch noch da.
