Foto: Menschen auf einem Platz, im Hintergrund steigt dunkler Rauch hinter historischen Gebäuden auf.
Über St. Petersburg war heute dunkler Rauch zu sehen / picture alliance / Anadolu | Ali Cura

Russisch-ukrainischer Krieg - Schwarze Wolken über St. Petersburg

Drohnen über St. Petersburg: Ausgerechnet zum internationalen Wirtschaftsforum erlebt Putin eine neue Demütigung. Während die Ukraine mit spektakulären Angriffen tief im russischen Hinterland Stärke demonstriert, mehren sich in Russland Zweifel an den Kriegszielen.

Thomas Urban

Autoreninfo

Thomas Urban ist Journalist und Sachbuchautor. Er war Korrespondent in Warschau, Moskau und Kiew. Zuletzt von ihm erschienen: „Lexikon für Putin-Versteher“.

So erreichen Sie Thomas Urban:

Es ist eine doppelte Schmach für Wladimir Putin: Ukrainische Drohnen haben erfolgreich ein Ölterminal bei St. Petersburg angegriffen, schwarze Rauchwolken stiegen über der Metropole an der Ostsee auf. Der Angriff trifft Putin doppelt: Zum einen ist es seine Heimatstadt, dort wurde er geboren, als sie noch Leningrad hieß, und dem Oberbolschewiken hat er ja auch seinen Vornamen zu verdanken. Zum anderen wollte er ausgerechnet an diesem Mittwoch auf dem von ihm ins Leben gerufenen internationalen Wirtschaftsforum der Welt vorführen, dass sein Land immer noch eine Supermacht ist, die zu großartigen technologischen Innovationen fähig und daher für potente Investoren nach wie vor interessant sei. Doch die jüngsten Wirtschaftszahlen, sogar die offiziellen aus Moskau, beglaubigen diesen Anspruch nicht.

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Klaus Funke | Mi., 3. Juni 2026 - 17:58

Da weiß man schon, was man zu lesen bekommt. Übelste Russenhetze und das Verschweigen der ukrainischen Kriegsverbrechen. Aber gemach, der Krug geht solange zu Wasser, bis er bricht. Und der ukrainische Krug wird demnächst zerbrechen. Was glauben Sie denn, Allerwertester, wie lange das noch so geht mit den ukrainischen Nadelstichen, über die überdimensioniert berichtet wird, ganz im Stile der dt. Wochenschau (es fehlt nur noch das Le Prelude von Franz Liszt)? Putin gerät mit seiner Strategie unter Druck, das stimmt wohl. Aber welche Alternativen werden wir erleben? Nicht unbedingt Medwedjew, sondern ein paar Generäle, denen die Kalaschnikow ganz locker sitzt. Auf Putin folgen Hardliner, und zwar von der ganz harten Sorte. Tabula rasa steht an, verehrter Herr Urban. Das ist Ihnen doch klar? Und Trump lässt die Russen dreinschlagen. Das werden wir erleben. Ich möchte derzeit kein ukrainischer Leader sein. Wehe, wenn der russische Bär sich auf seine Wut besinnt.

Vielleicht treten wir mal, werter Herr Funke, an die Redaktion des „Cicero“ heran, ob es ermöglicht werden könnte, auf Forumskommentare über einen Link zuzugreifen. Dann müßten Sie sich nicht immer wieder der Mühe unterziehen, die vielen Buchstaben einzutippen, sondern könnten einfach nur die Links Ihrer früheren Kommentare in Ihren neuen Kommentar kopieren. Dann hätten Sie mehr Zeit, sich einem neuen Literaturprojekt zuzuwenden: „Der Teufel in Moskau“ - Klavier mit zwei Fingern - Ein Putin-Roman.

Mein Gott wie primitiv. Fällt Ihnen nichts Besseres ein? Seien Sie doch ehrlich und sagen Sie, den Funke hasse ich, er ist mit zuwider, ich muss ihm einen bissigen Kommentar senden. Ehrlich, Ihre Kommentare und die des allerwertesten Herrn Veit, sind so unterirdisch kindisch, dass es einen schüttelt. Wenn Sie nichts Besseres zu bieten haben...

Abgleiten in nichtssagende, bis zur Beleidigung gehende Nichtigkeiten. Das kommt von der verletzten Eitelkeit, ich glaube auf beiden Seiten, wobei ein Jeder einem Jeden die Zunge herausstreckt. Ich hatte die Warnung bekommen: Legen Sie sich nicht mit Herrn X an, der verträgt nicht einmal den Anflug von Widerspruch. Es scheint zu stimmen. Aber, ich konnte mich nicht beherrschen und so wurde daraus ein an Geistlosigkeit unübertroffenes PingPong an Wortgeklingel. Wobei die Gegenseite immer wieder unter die Gürtellinie zielte und persönliche Beleidigungen hervorholte, die sonst nur unter Primanern üblich ist. Trotzdem Dank. Ich werde der sein, der sich zurückhält.

Inki | Mi., 3. Juni 2026 - 18:03

Offenbar ein weiterer Beitrag zum Umweltschutz!
Solange weiter dieser Krieg unterstützt und gefördert wird, kann man Umweltschutz vergessen. So viel können wir nicht Radfahren und kalt duschen, um
Diese Katastrophen wettzumachen.
Der Krieg soll ja weitergehen. 4 Jahre geht er schon. Länger als der 1. Weltkrieg. „ A War of Attrition“ wurde von Amerikanischer Seite angekündigt, ein Abnutzungskrieg. Das Ende kommt, wenn beide Seiten abgenutztsind, und die Unterstützer und die Umwelt auch.
Brillanter Plan. Wem nützt das?

Ein Krieg, der nicht entschieden werden kann, wird irgendwann zu einem sich selbst genügenden grausamen Spiel: Der Krieg ernährt den Krieg. Außer ein paar korrupten Geschäftemachern nützt er niemandem mehr, nicht einmal den Führern an der Spitze. Rußland und die Ukraine können diesen Krieg, wie es den Anschein hat, nicht entscheiden. Es geht nur noch darum, dem Gegner möglichst viel Schaden zuzufügen. Zu Beginn des Krieges war es Rußland, das dies bis zum Exzeß tat, jetzt zieht die Ukraine nach. Am liebsten wäre es mir, ein deus ex machina griffe in das schäbige Drama ein und würde die Hauptprotagonisten Putin und Selenskyj aus dem Spiel nehmen. Aber das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben.

als man denkt...!?" - trifft wohl auch für Putin & Selenskyj zu - in gewisser Weise...

Die EU/Selenskyj auf der einen..., Rusdland/Putin auf der anderen Seite... ... tun sich beide strategisch keinen Gefallen mit dieser vermeidbaren Konfrontation. Die EU hat im Schlepptau der USA seinerzeit die Ukraine in die Nato zu Drängen versucht und dabei offene Türen eingerannt, welche aber ohne ihr Zutun (Nato+EU) nie offengewesen wären und es hätten auch nicht sein dürfen/sollen..., und Russland/Putin hat unnötig überreagiert mit seiner Vollinvasion 2022, welche wohl nur 'ein paar Wochen" dauern sollte, ursprünglich.

Jetzt sind die Amis als klarer Hauptinitiator des Schlamassels (MSC 2007/Bukarest 2008) 'raus' - und Russland und die EU bekämpfen sich sinnlos..., wobei sie eigentlich beide andere gegenseitige Interessen (aneinander) haben sollten - historisch und strategisch-perspektivisch....

>> Blöd - oder? 🤔☹ - Wer lacht als Dritter...??

Hans Süßenguth-Großmann | Mi., 3. Juni 2026 - 22:45

folgen, dann kommt die "Bitte" aus Kiew nochmals Milliarden nachzuliefern. Selenksi will vor dem Winter Verhandlungen führen und die Russen wissen, dass die UA noch einen Kriegswinter vermeiden möchte , was macht man, man geht nicht auf die UA ein, weil das russische Angebot für den Frieden liegt ja vor.
Aber Hoffnung besteht für Kiew, wir schicken alle ukrainischen Männer denen wir habhaft werden in die Knochenmühle. Hinweis an Herrn Urban, der Heilige Wladimir ist der Namenspatron und nicht Lenin.

...dachte ich mir auch zuerst an dieser Stelle..., und wollte eigentlich nix dazu schreiben...

Aber tatsächlich ist es kein Ruhmesblatt für einen Autor, welcher insbesondere bevorzugt über Russland und den Osten schreibt..., derartige Grundkenntnisse nicht zu besitzen, zur russischen Namensgebung..., und selbige Nichtkenntnis unsachlich in seinen Artikeln zu verwenden... - oder ist etwa überliefert, dass Putins Eltern ihn ausdrücklich nach dem weltbekannten russischen Revolutionär Wladimir Iljitsch Lenin benannt haben...?? Da lasse ich mich gerne bekehren... ... - absolut!

>> Mir ist davon zumindest nichts bekannt... ...!? 🤔

"... seine Heimatstadt, dort wurde er [Putin] geboren, als sie noch Leningrad hieß, und dem Oberbolschewiken hat er ja auch seinen Vornamen zu verdanken."

Es ist halt auch nur mal ein gutes Beispiel, mit welcher Nonchalants heute (politische) Artikel verfasst werden... ...

Ingbert Jüdt | Mi., 3. Juni 2026 - 23:40

Darauf, dass die Drohnen eben auch im Westen entwickelt und gebaut werden, zum Beispiel in München. Darauf, dass sie über den baltischen Luftraum einfliegen, ohne dass die NATO dies der Ukraine schärfstens untersagt. So, wie keine ATACMS ein Ziel in Russland anfliegt, ohne dass die Koordinaten in Wiesbadener Lucius D. Clay-Kaserne freigegeben werden. Es sind westliche Nationen, die schon längst Krieg gegen Russland führen, aber sich bei jedem Treffer ins Gewand der Unschuld werfen.

Westliche Medien überschlagen sich bei jedem Erfolg vor Häme, die "WELT" untertitelt auf Youtube: »Jetzt verstehen sie, dass es Krieg ist!« Wann wird Deutschland verstehen, dass es Krieg ist? Wenn Russland den baltischen Luftraum zum Kriegsgebiet macht? Wenn die ersten russischen Hyperschallraketen in deutschen Rüstungsbetrieben einschlagen?

Dem kollektiven Unbewussten unserer politischen Klasse scheint es nur noch darum zu gehen, auch zur Abrissbirne unserer kaputten Republik zu sagen: »Der Russe war’s!«

„Darauf, dass sie über den baltischen Luftraum einfliegen, ohne dass die NATO dies der Ukraine schärfstens untersagt.“

Ist das so? Woher haben Sie diese Information? Ich bin kein Experte für Drohnenflugbahnen und werde mich auch nicht als solcher gerieren. Ich habe daher nur auf der Landkarte gerade Linien von Orten der Ukraine nach Sankt Petersburg gezogen. Daß ich die Erdkrümmung dabei nicht in Rechnung gestellt habe, ist mir bewußt, auch daß die Drohnen vielleicht gar nicht in gerader Linie fliegen. Aber ich bin, wie gesagt, kein Experte. Zieht man jedenfalls diese geraden Linien, so führen sie nur dann über das Baltikum, und auch nur am Rand im Osten von Lettland, wenn man ganz im Westen der Ukraine beginnt. Auf jeden Fall führen die Linien, wenn man zwischen Lwiw und Kiew anfängt, über Weißrußland. Östlich von Kiew beginnend, führen die Linien nur über russisches Territorium.

Woher kennen Sie also die Flugbahnen der ukrainischen Drohnen?

Ingbert Jüdt | Do., 4. Juni 2026 - 11:03

Antwort auf von Thomas Hechinger

Sie finden Artikel über Drohnenvorfälle im Baltikum z. B. bei apnews, defensenews, army-technology, deutschlandfunk. Die Wortwahl ist in der Regel »fehlgeleitet«, aber der Sachverhalt ist ein »string of airspace violations« (apnews), der als solcher nicht in Frage steht. Die dokumentierten Orte liegen teilweise so weit ab von den (von Ihnen korrekt bemerkten) direkten Fluglinien, nämlich im südöstliche Litauen, dass sie eine alternative Flugroute unter Umgehung des Belarus-Luftraums nahelegen.

Was die ideologische Deutung betrifft, haben Sie die Wahl zwischen »Russland lenkt ukrainischer Drohnen gezielt ins Baltikum ab« und »baltische Staaten öffnen Luftraum offiziell für ukrainische Drohnen«.

Ich empfehle jedem, der es genau wissen will, nachdrücklich, sich ein paar OSINT-Recherchetechniken zuzulegen, bei denen KI-Assistenten eine große Hilfe sind, wenn man die Ergebnisse anschließend überprüft.

Ich lasse mir von keinem »Experten« oder Gesinnungsjournalisten mehr die Hucke zulügen.

Eine Primärquelle ist er jedoch nur im Falle seiner eigenen Recherchen (dann aber oft vor Ort und sehr aufschlussreich). In vielen anderen Fällen muss man die Primärquellen, auf die er verweist, immer noch selbst einschätzen. Falls er nicht einfach bloß die TASS übersetzt, was heute auch direkt mit Deepl möglich ist.

so schön sagt, man muss auch die Propaganda der anderen Seite lesen. Mir persönlich. reicht es, wenn er die Artikel übersetzt. Seine eigenen Analysen sind m.M.n. immer schlüssig , ich halte sie für gut.

Mancher hier im Forum betreibt Sophisterei, man redet, um zu reden und um zu zeigen, dass man auch wer ist. Das ist Ihnen fremd, lieber Herr Jüdt. Dafür danke ich Ihnen. Sie wissen, wenn Sie was schreiben, worüber Sie schreiben. Dadurch gehören Sie hier im Forum zu den "Spitzenkolumnisten". Es ist immer wohltuend, von Ihnen zu lesen.

Ich folge der Maxime, lieber nichts zu sagen, wenn ich mir nicht hinreichend sicher bin, auf selbst recherchiertem Boden zu stehen. Das Leben ist zu ernst für Sophisterei. Leider muss man manche Autoren immer noch zu oft für ihr Framing bloßstellen. Aber jedes Framing ist eine Beleidigung des lesenden Publikums. Ich wünsche mir, dass es die »Experten« aus eigener Kraft schaffen, davon abzulassen. Beim SPIEGEL ist da Hopfen und Malz verloren, beim Cicero bin ich zumindest verhalten hoffungsvoll.

Herr Jüdt gibt sich immerhin Mühe, seine Thesen mit Argumenten zu untermauern, und hat eine klare, aber wohltuend angenehme Sprache. Das schätze ich, auch wenn ich seine Ansichten oft nicht teile. Er ist ein ernstzunehmender Diskussionspartner.

Thomas Hechinger | Do., 4. Juni 2026 - 12:36

Die von Ihnen genannten Quellen habe ich mit KI nach Informationen über Drohnenflüge im Baltikum durchsuchen lassen. Die dortigen Berichte belegen nur, daß Drohnen im Baltikum aufgetaucht oder abgestürzt sind. Die baltischen Staaten und die Ukraine weisen den russischen Vorwurf zurück, der baltische Luftraum werde bewußt für Angriffe auf Rußland genutzt. Die Ukraine erklärt die Vorfälle damit, Rußland würde die Drohnen mittels elektronischer Kriegsführung ins Baltikum ablenken. Mehr steht da nicht. Insbesondere steht da nichts über die Flugroute der Drohne, die die Raffinerie bei Sankt Petersburg angegriffen hat.
Das Auftauchen eines bestimmten Fluggeräts über einem gewissen Gebiet zeigt noch nicht, daß dieses Gebiet bewußt als Teil der Operationsplanung genutzt wird. Denken Sie an den amerikanischen Luftangriff auf Schaffhausen 1944, bei dem die neutrale Schweiz bombardiert wurde, weil die Stadt irrtümlich als deutsches Ziel eingeordnet wurde.

Ich konzediere Ihnen, dass eine zurückhaltende Interpretation der Vorfälle im Bereich des Möglichen liegt – manche Absturzorte fügen sich aber nicht in die Idee bloßen Versehens.

Würden Autoren wie Herr Urban oder solche bei WELT, BILD und SPIEGEL sich bemüßigt fühlen, abwägende Einordnungen aus eigener Kraft vorzunehmen, anstatt dem Leser propagandistisch gefönte Halbwahrheiten vorzusetzen, würde ich mich nicht veranlasst sehen, hier als Kommentator die fehlenden Kontrapunkte zu setzen.

Der Kern des Propagandanarrativs das in Deutschland viel stärker ausgeprägt ist als in den ohnehin selbstgerechten USA, besteht darin, die aktive Kriegsbeteiligung des Westens (»part of the kill chain«, Sie können das in aller Ausführlichkeit in der New York Times vom 29. März 2025 nachlesen) für den westlichen Leser unsichtbar zu machen, während sie aus russischer Sicht offensichtlich ist.

Und Selenskyis politisches Überleben hängt von weiterer Eskalation ab. Drohnen im Baltikum passen da ins Bild.

Deutschland..." - Ihr vorletzter Absatz... trifft 'des Pudels Kern'. Und auch ohne konkrete (aufwendige) Einzelrecherche merkt das der aufmerksame!! Leser und Zuhörer... >> aber der 'Informations-Schnellkonsument' (geschätzt [von mir] ca. 75% der Bevölkerung) eben nicht.

DAS ist erfolgreiche Propaganda - können 'wir' auch...!! 👍 /Ironie

Thomas Hechinger | Do., 4. Juni 2026 - 14:24

Als Mathematiker bin ich bei Beweisführungen besonders streng.

Was wir wissen:

Eine ukrainische Drohne ist bei Sankt Petersburg eingeschlagen und hat ein Ölterminal angegriffen.

Das war's.

Jetzt spekulieren Sie über die Flugroute. Und nur, weil irgendwann einmal ukrainische Drohnen im Baltikum heruntergekommen sind, ist das kein Beweis, daß die besagte Drohne über das Baltikum in die Leningrader Oblast eingedrungen ist. Es könnte auch sein, daß sie von ukrainischen Agenten in Rußland selbst abgeschossen wurde. Denn es ist bekannt, daß der ukrainische Geheimdienst sehr erfolgreich – im Sinne der Ukraine – im Innern Rußlands tätig ist. Würde ich jetzt Ihre Art der Argumentation anwenden, würde ich aus dieser Spekulation einen „Indizienbeweis“, wie Sie das nennen, machen: Die Drohne wurde innerhalb Rußlands von ukrainischen Agenten abgefeuert. Aber ich bin ehrlich: Es ist nur eine Spekulation. Ganz wie Ihre.

Mein Kommentar darüber bezieht sich auf den Kommentar von Herrn Jüdt von 13.04 Uhr. Es tut mir leid, daß ich den falsch eingeordnet habe. Das ist mir vorhin schon mal passiert.

Darum wäre ich bereits zufrieden, wenn ein journalistischer Artikel den gesamten Raum der (spekulativen) Möglichkeiten darstellt. Das will Herr Urban aber gar nicht. Er zelebriert genüßlich eine Rhetorik auftrumpfender Schadenfreude, bei der er systematisch unterschlägt, wieviel kinetische Energie solcher erfolgreichen Schläge aus westlicher Kriegsbeteiligung stammt. Seine Wertungen (»Demütigungen des Aggressors im Kreml«) sind so durchsichtig wie billig. Sie bieten keinen analytischen Mehrwert, sondern wollen den Leser »ideologisch festigen«, ob der Leser nun will oder nicht. Auch die Richtung des Technologieflusses bei der Drohnenentwicklung zwischen EU und Ukraine ist alles andere als gewiss.

Darum steht meine Einschätzung in einem Kontext, den ich klar dargelegt habe. Dass eine Veränderung des Kontextes die Spekulationen anders gewichtet, ist mir bewusst. Im Unterschied zu Herrn Urban folge ich aber immer noch einem selbstreflektierten Denkprozess, nicht bloß einer Haltung.

"Das will Herr Urban aber gar nicht." Richtig - macht nämlich Arbeit..., und kann jahrzehntelange Gewissheiten, wie z.B. 'WIR sind [per se] die Guten!!' zerstören oder ins Wanken bringen... ... - das tut/täte weh...

Allerdings wäre ich persönlich nicht böse, wenn außer Herrn Urban ab und zu ruhig hier mal 'ein linker Autor' seine Meinung abgibt..., in der ansonsten schon deutlich AfD-lastigen Cicero-Bubble... [schließe mich da garnicht aus...]

Herbert Schultz-Gora | Do., 4. Juni 2026 - 18:22

...des WK II vergegenwärtige, frage ich mich, ob das Kiew nicht bald ebenso treffen könnte... vielleicht auch St. Petersburg und bis zu einem gewissen Grad auch Moskau.
Wer kann denn einen so ignorant eskalierenden "Krieg" aufhalten, denn beide Seiten wollen "Siegen", d. h. man überschätzt die eigenen Möglichkeiten und fürchtet die Schmach einer Niederlage.
Menschen sind so... zumindest viele Männer... und die Frauen lassen sie machen, weil viele Männer "eben so sind"... kann man nix machen.

Pazifismus erscheint da langweilig und feige... und wenn ich mir überlege, daß ein Deutscher Aussenminister von der CDU noch vor kurzem sagte, daß "Russland unser Feind bleibe", wo könnte da der Ausweg sein...?
Freue mich über sachliche Antworten ohne Polemik.

Gesamtstrategisch vom Status Quo ausgehend(!!) aber auch suboptimal...

Da hätte man vor 2013 eine sinnvolle friedensgeleitete Aussen- und Nato-Politik machen müssen... ... - hat man/der Westen aber nicht.

>> JETZT sitzen wir in der Falle... - mit der Wahl zwischen Pest und Colera... 🤔

PS: ...und das bei Putin himself 'der Riemen runter ist,' ist ja wohl auch klar und offensichtlich..., zudem wird auch er immer älter und damit unflexibler... ... -- schlechte Aussichten, ALLES ist möglich aktuell...

ich unterstelle Ihnen, dass die NATO- Friedenspolitik vor 2013 nach Ihrem Gusto so auszusehen hätte: Die NATO hätte keine Staaten des ehemaligen Warschauer - Blocks aufnehmen sollen, natürlich die DDR ausgenommen!
Diese Arroganz, die von verursachern des ganzen europäischen Elend
des 20. Jahrhundert, samt den Nachkriegsfolgen für östlich liegende Länder, die von den Westallierten, auf Wunsch Stalins, zu seiner Einflusszone erklärt wurden, die soll auch Ihrer Meinung nach auf Ewigkeit sein?!
Damit unterstellen Sie, dass diese Länder, mit ihrer Entscheidung für die NATO, den Frieden in Europa gefährden haben!!!

Vieleicht, vor Sie schreiben, denken Sie einmal komplex- konstruktiv nach, und dann kommen nicht solche beleidigende Kommentare an europäische Nachbarn heraus.

Thomas Veit | Fr., 5. Juni 2026 - 14:13

Antwort auf von Dagmar Lubig

'meiner Meinung nach' die Nato-Politik vor 2013 auszusehen hätte ist genau das was Sie auch schreiben... - eine völlig an den Haaren herbeigezogene UNTERSTELLUNG, nicht mehr und nicht weniger..., IHRE! Unterstellung wohlgemerkt, und hat nichts mit dem zu tun was ich oben geschrieben habe. Ich gehe deshalb auch darauf inhaltlich nicht weiter ein.

Festhalten möchte ich, dass es hier und bezüglich der Nato-Politik eindeutig ausschließlich um die Ukraine und Russland geht... (nix Ost-Beitritte/DDR☝), und deshalb empfehle ich Ihnen einfach mal sich zu informieren was die Nato/die EU/der sog. Westen dort! (Kontext UA/RU) seit ca. 2001 für eine eine wie interessengeleitete Politik betrieben hat...?, die MSC 2007 und die Nato-Konferenz 2008 in Bukarest sind diesbezüglich m.E. Schlüsselereignisse... 🤔

Guten Tag...

eine 'Beleidigung an europäische Nachbarn' herauslesen möchten... ist mir ein Rätsel...?

Da war wohl eher der Wunsch der Vater des Gedanken denn das - wie Sie es so schön benennen - 'komplex-konstruktive Denken'...!? DEN gebe ich also gern an Sie zurück - paaast! /😄

in meinem Kommentar lesen sie Klartext, samt Begründungen, die Sie wohl übersehen haben. Bitte noch einmal durchlesen, das hilft.

Sie schrieben kurz und knapp von Friedenspolitikversagen der NATO - West
vor 3013, ohne näher darauf einzugehen, und was sollte man sich daruter sonst vorstellen als die in manchen Kreisen kursierende Meinung hierzulande, dass die NATO -Osterweiterung nicht hätte stattfinden sollen!
Allgemein gesehen, wenn eine gravierende Behauptung aufgestellt wird, dann sollte wenigstens eine kurze Begründung mitgeliefert werden, um Missverständnisse zu vermeiden.

Thomas Veit | Fr., 5. Juni 2026 - 18:20

Antwort auf von Dagmar Lubig

Wie kommen Sie darauf, Frau Lubig, dass ich zu Ihrer "in manchen Kreisen kursierende Meinung hierzulande, dass die NATO -Osterweiterung nicht hätte stattfinden sollen"... g2höre bzw. das ich dieser Meinung bin/wäre...?? Das ist rein Ihre GESANKENERFINDUNG..., und stimmt auch überhaupt nicht. Sie können das natürlich gerne weiter für sich über mich annehmen..., Ihr gutes Recht. Es hat aber eben nix mit der Realität zu tun..., und mich irgendwelchen 'fiktiven Kreisen' zuschlagen .. - wenn's enn hülft...!? /🤣 Sorry!

Auf dieser 'Grundlage' macht es keinen Sinn diese Konversation weiter zu führen..., wirklich nicht.

Ihnen noch einen angenehmen Abend.

Keiner im Sinne einer endgültigen Lösung!

Maximal so etwas wie 'die Zypern-Lösung'... 🤔 - heißt viel UN-Truppen in der jetzigen 'Todeszohne' (50-100 km Breite, besser 100 km), warten auf kommende Generationen, und natürlich NO-Nato! für die Ukraine..., und als Lock-Bonbon(!!) für die Russen die breite Wiederaufnahme der Energielieferungen nach Europa incl. der Reparatur und Inbetriebnahme von NS2...☝ (natürlich mit etriebsbereiten LNG-Terminals als Absicherung/Alternative)

Nicht optimal - hieße aber trotzdem 'den Fleischwolf abzuschalten'... ☝☝☝