Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Kostenfalle Bundesamt für Migration und Flüchtlinge / picture alliance / ZUMAPRESS.com | Michael Kuenne

Flüchtlingskostenbericht - Der Bund zahlt mehr für Asyl als für Bildung und Forschung

Der Flüchtlingskostenbericht der Bundesregierung erfasst nur den unmittelbaren Bundesanteil. Doch allein diese Kosten sind konstant höher als die meisten Etat-Posten im Bundeshaushalt.

Ferdinand Knauß

Autoreninfo

Ferdinand Knauß ist Cicero-Redakteur. Im März erscheint sein Buch „Der gelähmte Westen. Chronik einer Selbstaufgabe“. 2018 erschien „Merkel am Ende“.

 

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An die Kabinettsitzung vom Mittwoch sollte man Bundesminister erinnern, wenn sie sich das nächste Mal gegen Reformen sperren mit dem Allerweltsargument, Steuerentlastungen seien nicht seriös gegenzufinanzieren. Ganz besonders gilt das für Bundessozialministerin Bärbel Bas, die jüngst behauptete, es finde keine Einwanderung in die Sozialsysteme statt, und schon im vergangenen Jahr die Sorgen um die dauerhafte Finanzierbarkeit des Sozialstaats als „Bullshit“ titulierte. Denn an diesem Mittwoch segnete das Kabinett den „Flüchtlingskostenbericht“ des Finanzministeriums für 2025 ab. 

Es geht darin nur um die „Maßnahmen des Bundes zur Unterstützung von Ländern und Kommunen im Bereich der Flüchtlings- und Integrationskosten“. Diese betrugen im vergangenen Jahr 24,8 Milliarden Euro. Das Pressereferat des Finanzministeriums, das nicht den gesamten Bericht, aber die wichtigsten Zahlen an die Presse herausgibt, betont dabei, dass diese Kosten gegenüber den Vorjahren rückläufig sind. Aber soll man diese Zahlenreihe wirklich mit Erleichterung wahrnehmen? 


Woran die Länderregierungen seit Jahren immer wieder erinnern und wie nun auch der Bericht selbst vermerkt, decken diese Zahlungen nicht einmal ansatzweise die Kosten, die in Ländern und Kommunen anfallen und in mehreren Bundesländern auch von 2024 auf 2025 deutlich gestiegen und nicht etwa gesunken sind. In Berlin zum Beispiel sind die Kosten für Unterbringung, Versorgung und Integration von „Geflüchteten“ von 2,107 Milliarden Euro auf 2,235 Milliarden gestiegen. Allein die UMF („unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“), die besonders umfassend versorgt werden, kosteten in Berlin 279 Millionen Euro. Nordrhein-Westfalen gab im vergangenen Jahr mit 667 Millionen Euro fast doppelt so viel für UMF aus wie 2024.

Die Landesregierungen fordern daher die deutliche Erhöhung der Zahlungen des Bundes. Hamburg mahnt zum Beispiel auch eine „Dynamisierung“ der Bundesbeteiligung an. Mit anderen Worten: Man ist sich sicher, dass die Kosten weiter steigen. Insofern ist auch schon der Titel des Berichts eine Beschönigung: Es geht längst nicht um alle Kosten „im Kontext Flucht und Migration“ sondern nur den unmittelbaren Teil, den der Bund vor allem in Form von Kopfpauschalen (pro Asylerstantrag 7500 Euro) für die Länder und Kommunen übernimmt. 

Die wirklichen Kosten kennt niemand genau

Die wirklichen Gesamtkosten der Asylmigration, die tatsächlich eher als Armutsmigration in die Sozialsysteme zu bezeichnen wäre, werden in keiner offiziellen Statistik erfasst. Sie sind daher umstritten. Eine Studie von Bernd Raffelhüschen für die Stiftung Marktwirtschaft kam 2024 zu einem desaströsen Fazit der real stattfindenden Zuwanderung, obwohl er recht optimistische Annahmen über die Qualifikation und die künftigen Erwerbsbiografien voraussetzte: „Der Barwert der fiskalischen Bilanz der zukünftigen Migration ist negativ und beträgt 149,7 Prozent des BIP. Obwohl die Altersstruktur der Migrantinnen und Migranten potentiell eine demografische Verjüngungsdividende birgt, führt dies in keinem der betrachteten Szenarien zu einer positiven fiskalischen Bilanz der Migration.“

Doch auch wenn man auf solche prognostischen Gesamtrechnungen verzichtet und die vielen Milliarden aus den Länderhaushalten und die noch viel höheren Folgekosten für legalisierte Migranten beiseitelässt, die bekanntlich etwa die Hälfte der Bürgergeld-/Grundsicherungsempfänger ausmachen, sind alleine diese 242,5 Milliarden Euro in den vergangenen zehn Jahren ein gewaltiger Negativbeitrag zur Schieflage der deutschen Staatsfinanzen. Zur Veranschaulichung der Größenordnung: Der Betrag ist fast anderthalb mal so hoch wie das Zeitenwende-Schuldenpaket für die Bundeswehr und in etwa halb so groß wie das riesige Schuldenpaket, das der Bund als „Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität“ mit Grundgesetzänderung zur Lockerung der Schuldenbremse aufnahm. 

Gäbe es einen eigenen Etat-Posten „Flüchtlingskosten“ im Bundeshaushalt, stünde er nach dem Bärbel-Bas-Ministerium für Soziales, dem Verteidigungsministerium, dem Verkehrsministerium, der Bundesschuld und der Finanzverwaltung 2025 schon an sechster Stelle. Zum Vergleich: Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt erhielt 2025 nur 22,4 Milliarden Euro von den deutschen Steuerzahlern, das Bundesgesundheitsministerium 19,3 Milliarden. Auch „Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ sind der Bundesregierung deutlich weniger wert (nämlich 14,2 Milliarden) als die Versorgung von Asylmigranten.  

Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, wieviel leichter die Stabilisierung der öffentlichen Haushalte und die gleichzeitige Investitionen in Infrastrukturen, Bildung und Forschung fiele, die zur Sicherung künftiger Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland notwendig sind, wenn die fiskalische Belastung durch den „Kontext Flucht und Migration“ nicht wäre. Sofern man realistischerweise davon ausgeht, dass die meisten per Asylantrag in die deutschen Sozialsysteme Einwandernden von genau dieser Aussicht auf Sozialtransfers angezogen werden, kann der Schlüssel zur Senkung der Zuzugszahlen und damit der enormen fiskalischen Belastungen nur in der Absenkung dieser Transfers liegen. 

Die Menschenwürde in Euro und Cent

Die Reform der sozialen Sicherungssysteme und der Migration ist längst eigentlich dasselbe Problem. Denn der deutsche Sozialstaat zieht sich durch seine abwegige Großzügigkeit dauernd neue Empfänger an und bläht sich damit selbst auf. Wenn Armutszuwanderer geringere Transfers zu erwarten hätten, kämen voraussichtlich auch weniger nach Deutschland, wie die geringen Zahlen etwa in den Ländern Ostmitteleuropas nahelegen. 

Dieser eigentlich naheliegenden Doppellösung zur Stabilisierung der öffentlichen Haushalte und Befriedung der längst vollständig überlasteten Aufnahmegesellschaft stehen hohe Hürden entgegen, juristische und mentale. Die Bundesverfassungsrichter haben seit 2012 die Versorgung jedes Zuwanderers auch mit noch so geringem Asylgrund unmittelbar mit Artikel 1 des Grundgesetzes, also mit der „Würde des Menschen“, verknüpft, die sie unmittelbar in Euro und Cent des Steuerzahlers übersetzen. Demnach verletzen die meisten anderen Staaten der Welt ohne Deutschlands hypermoralische Umverteilungsmaschinerie unablässig die Würde des Menschen. Zu dieser höchstinstanzlichen Hybris deutscher Verfassungsrichter kommt noch eine mindestens ebenso hohe Hürde der ideologischen Verdrehtheit von deutschen Sozial- und somit auch Einwanderungspolitikern. Für diese fand Sozialministerin Bärbel Bas in der vergangenen Woche ganz unmissverständliche Worte. Die 24,8 Milliarden Euro dienen, so weiß man nun, für sie auch dem Zweck, das deutsche „Einheitsbraun“ zu verdünnen.

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Ingo Frank | Do., 28. Mai 2026 - 13:30

Das war genau „Die“ Teilüberschrift die es mir, genau wie ihnen angetan hat….. Soll auch nicht vollkommen richtig ….
Aber was passiert, wenn es wirklich in SA für die AfD zur absoluten Mehrheit reicht und der Finanz und Sozialminister werden von AFD MP beauftragt, einmal nachzurechnen wohin das viele Geld fließt? Und es kommen die „echten“ Zahlen ans Tageslicht und werden z.B vom Wähler verglichen als pro Kopf Kosten, mit dem Eigenanteil der Pflegebedürftigen in deutschen Heimen ? Oder mit den Mehranteilen die aus den Portmonee‘s der „Nicht- Migranten“ infolge der „Gesundheitsreform“ abfließen ?
Das Problem in diesem Land ist das Gerechtigkeitsempfinden. Es kann doch nicht sein, das der Steuerzahler mehr und mehr zur Kasse gebeten wird um den Irrsinn der Migration zu finanzieren. Und wirklich niemand sollte die Lüge von dem „Arbeitskräftemangel“ in dem Mund nehmen um den Asylirrsinn zu begründen,
MfG a d Erfurter Republik

wie Frau Bas und anderen - z.B. Frau Baerbock und KGE - besetzt ist ist der Begriff 'Fachkräftemangel' wohl mit einer anderen inhaltlichen Deutung zu lesen als Sie und ich das normalerweise tun würden bzw. wir das einstmals gelernt haben... ...

>> 'Der Fisch stinkt vom Kopf...!' - heißt: entsprechend der 'Fachkräftebesetzung' an der Spitze kommen dann auch die entsprechenden 'Fachkräfte' zu uns... ... - offensichtlich...!? /🤣 - Ironie und Sarkasmus

>> Im Grunde ist unser 'sein' nur folgerichtig... ..., incl. des fulminanten Aufstiegs der AfD etc.. 🤔 - [oder dörflich: so was kommt von sowas...! Aber das wissen wir ja schon länger nun... ... ..., als 'alte weise Männer' 😉]

Wolfgang Borchardt | Do., 28. Mai 2026 - 14:54

Kosten der GKV sind dringliches Thema. Lösungsvorschläge beginnen nicht dort, wo die Ursachenforschung aufhört. Ursachen werden mit keinem Wort erwähnt. Egal woher das Geld kommt, am Ende kommt es immer von den Steuer- und Beitragszahlern und das sind immer die gleichen. Versicherungen beruhen auf Gegenseitigkeit. Leistungen erfordern Beitragszahlungen. Das wird gerade auf den Kopf gestellt.

Ich darf daran erinnern der „richtige Asyl- Irrsinn“ begab 2015 mit Merkels Willkommenskultur die die Sozen ebenfalls elektrisierten in dem Gabriel die demonstrierenden Ostdeutschen als „Pack“ bezeichnete und jeder der den kleinsten Finger hob und die allerkleinsten Bedenken anmeldete, es waren wenig genug, wurde, als „Nazi“ beschimpft. Und heute stehen die „Nichtmigranten“ des „braunen Deutschlands“ vor den Trümmern ihrer eigenen umlagefinanzierten Sozialstaates.
MfG a d Erf. Rep.

Ich darf daran erinnern der „richtige Asyl- Irrsinn“ begann 2015 mit Merkels Willkommenskultur die die Sozen ebenfalls elektrisierten, in dem Gabriel die demonstrierenden Ostdeutschen, als „Pack“ bezeichnete und jeder der den kleinsten Finger hob, und die allerkleinsten Bedenken anmeldete, es waren wenig genug, wurde, als „Nazi“ beschimpft.
Und heute stehen die „Nichtmigranten“ des „braunen Deutschlands“ vor den Trümmern ihres eigenen umlagefinanzierten Sozialstaates.
MfG a d Erf. Rep.

Maria Arenz | Do., 28. Mai 2026 - 15:05

Wasser auf die Mühlen der AFD und eine infame Delegitimierung des Staates Herr Knaus. Es ist einfach schäbig, die Leistungen für die ärmsten der Armen (Buntstifte) gegen die aufgezählten Etats für Dunkelbraune aufzurechnen. Frau Bas hat eben auch Herz und warum ich immer öfter an Oliver Hardy und Stan Laurel denken muß, wenn ich sie sehe, weiß ich auch nicht.

Markus Michaelis | Do., 28. Mai 2026 - 16:06

Das würde ich trennen. Asylmigration ist wohl ein großer Posten im Sozialetat (auch, wenn viele behaupten, dass der Nettoeffekt positiv sei, oder viele andere Sichtweisen), aber sicher nicht der einzige oder der dominierende.

Staatliche Versprechungen für Rente/Pensionen und alle möglichen Lagen der Bedürftigkeit stehen auch so einem kleiner werdenden Arbeitspotenzial und Arbeitsinteresse gegenüber, auch einer abnehmenden Wettbewerbsfähigkeit in der Welt. Ein nicht kleiner Beitrag ist die Asylmigration aber wohl schon.

Danke für die Kritik am BVerfG. Das Selbstverständnis und Menschenbild des BVerfG ist mir auch zunehmend aufgestoßen: aus allgemeinen Sätzen wie "Menschenrecht", werden universelle Forderungen abgeleitet, wer was bekommt und wer was dafür zu leisten hat. Demokratisch-politisch (d.h. auszuhandeln) soll daran nichts sein, das legen Richter fest. Alle haben entsprechend Leistung (+Werte) zu erbringen, andere zu bekommen.

Letztendlich hängt alles mit allem zusammen... - Herr Michaelis, tatsächlich.

Bei deutlich! über! 50%! migrantischer Bürgergeldbezieher, die u.a. auch alle zum Arzt gehen, vielfach Gerichte beanspruchen (kostenfrei) etc. und auch viele andere Betreuungsleistungen in Anspruchnehmen..., muss ich Ihre Frage aus Ihrer Überschrift eindeutig mit einem klaren 'JA' beantworten... - wenn auch nicht das einzige migrationsspezifische Problem...

Das volle Ausmaß werden wir erst in 10+ Jahren sehen..., aber es deutet sich bereits unübersehbar an, auf vielen Ebenen übrigens, als einfaches Ergebnis der letzten 10 Jahre... ...

>> Mein Tipp: lesen Sie den Sarrazin..., dann kommt Ihnen der Sellner garnicht mehr 'so schlimm' vor... /🤣

um 'Sichtweisen' oder 'Moral' und 'ein universelles Menschenbild' sondern hier geht es ganz trivial um Zahlen und den sich daraus ergebenden Zukunftsprognosen für Deutschland.

Dieses Zahlenwerk (u.a. Sarrazin) engt unter anderem durch seine sich daraus ergebenden Grenzen auch die politischen Möglichkeiten der Korrektur eindeutiger Fehlentwicklungen ein. Das ist ein Fakt. (sog. 'Kipppunkte' in der gesellschaftlichen Entwicklung...) >> Will man dann/danach noch etwas (ver-) ändern geht das nur noch mit Gewalt... ... (was ich niemals befürworte, aber nicht ausschließen kann - von meinem Küchentisch aus... 😉)

C. Schnörr | Do., 28. Mai 2026 - 19:34

… man sich mit Blick auf den Titel dieses Fakten-für-Frau-Bullshit Artikels vor Augen, dass das Schulsystem, als die Ausbildung des Nachwuchses an Forschern und Entwicklern, sich ebenfalls einschlägig bedingt im Sturzflug befindet (CM berichtet und belegt das regelmäßig), dann potenziert sich diese Negativbilanz.

Heinrich Donpaff | Do., 28. Mai 2026 - 22:04

Im Unterschied zu Forschung und Bildung bringt uns diese Ausgabe allerdings gar nichts, außer Ärger. Ich bin so froh, dass Herr Merz demnächst seinen Verrat an dieser Sache persönlich büßen wird.

Michael Kaufmann | Fr., 29. Mai 2026 - 06:15

Bitte verknüpfen sie diese Kosten mal noch mit den fehlenden bezahlbaren Wohnungen, das Desaster an den Schulen, die Kosten für Leistungen wie Müll und öffentliches Gut, Gerichtskosten, Polizei, usw.usw.
Wenn das alles mal Analysiert ausgesprochen und Debattiert wird. Dann wir ein Schuh draus.
Übrigens die in einem Kommentar gelesene Armutsbemitleidung ist geradezu Kindisch wenn nicht gar Verantwortungslos.
Jeder der schon mal geflogen ist lernt bei der Sicherheitseinweisung, zuerst die eigene Maske und dann erst der Nachbar-selbst wenn es das eigene Kind ist ! Warum sollte wirklich jedem einleuchten.
Besten Gruß
mk

Thomas Veit | Fr., 29. Mai 2026 - 09:29

Antwort auf von Michael Kaufmann

GROSSES PROBLEM war und ist, dass wir - Deutschland - NICHT IN DER LAGE SIND die tatsächlich dringend benötigten hochqualifizierte Fachkräfte aus Wissenschaft, Forschung, IT und Technik nach Deutschland zu holen bzw. für Deutschland 'zu begeistern' -- selbige gehen bevorzugt woanders hin im globalen Artbeitsmarkt... ... - WARUM...??

Diese selbige kommen natürlich nicht mit dem Schlauchboot... ... 😉

PetraKel | Fr., 29. Mai 2026 - 20:18

lieber kürzt man uns die Rente, die GKV, die Pflegeversicherung, etc.

Angelika Sehnert | Sa., 30. Mai 2026 - 09:00

Ich lese aus gegebenem Anlass gerade wieder Literatur zum Untergang der Römischen Republik. Zwar sind die kulturellen Vorraussetzungen völlig andere, aber gewisse Parallelen lassen sich finden. Auch damals kam ein recht gut funktionierendes System durch seine zunehmende Größe an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit. Auch damals war die soziale Frage ein treibender Faktor (Getreideversorgung für die Plebs,Veteranenansiedlung).Zu systemischen Reformen war man wegen widerstreitender Interessen nicht in der Lage. Also überdehnte man die vorhandenen Strukturen, verschob die Probleme ohne Ursachenbeseitigung auf andere Ebenen.Die Folgen waren Machtergreifung Caesars, Bürgerkrieg und an dessen Ende eine notdürftig republikanisch maskierte Monarchie,aber die Verwaltung des Reiches funktionierte wieder.Das ist zugegeben sehr verkürzt, aber
lernen kann man daraus, dass Ursachen offensichtlicher Probleme energisch angegangen werden müssen. Ihre Leugnung führt ins Chaos. Auf diesem Weg sind wir

Im Ben-Interview (Podcast) spricht Herr Björn Höcke von der Notwendigkeit einer 'Staatssystemreform'..., leider sehr unkonkret - aus gutem Grund sicher... ... (Bademantel).

Könnte eine 'Staatssystemreform' - oder wie Sie es nennen 'systemische Reformen' - unsere offensichtlichen Probleme lösen...?

Und wenn dann WIE??? 🤔

>> Gesagt ist das - systemische Reformen - ja leicht und schnell... - aber das Tun...!?

Angelika Sehnert | Sa., 30. Mai 2026 - 13:22

R. Seyme hat in seinen 1939 erschienenen, monumentalen und immer noch viel zitierten Werk Die Römische Revolution,1939, schon auf S. 13 (dt. Ausgabe 2003)Folgendes festgestellt:“… wie auch immer die Form und Bezeichnung einer Regierung sein mag, Monarchie, Republik oder Demokratie, zu allen Zeiten lauert eine Oligarchie hinter der Fassade.“
Sollte man nicht einmal darüber nachdenken, ob die Parteien mit ihrer abgehoben Nomenklatura nicht bereits eine Oligarchie in Ansätzen verkörpern? Parteien sind ja keineswegs offene Systeme, in denen jeder nach seinen Fähigkeiten zu Positionen kommen könnte. Entscheidend sind die Netzwerke, die man etablieren kann.
Der derzeitige, traurige Zustand des Landes hat viel damit zu tun, dass Parteienvertreter ihrer Ideologie und ihren Netzwerken mehr verpflichtet sind als dem Land und seinen Bürgern.
Die Politik verweigert die Umsetzung von Reformen, weil sie die grundlegenden Probleme als solche gar nicht anerkennt.
DAS ist ein fundamentales Problem.