- Hat Selenskyj den Anschlag genehmigt?
Die Behauptung, Wolodymyr Selenskyj habe die Nord-Stream-Sprengung abgesegnet, ist längst zu einem politischen Kampfmittel geworden. Doch je genauer man hinsieht, desto widersprüchlicher erscheint die vielzitierte Recherche des „Wall Street Journal“.
Russland kündigt eine neue Offensive gegen die Ukraine an. Die USA haben unter Donald Trump ihre Unterstützung zurückgefahren. Der Druck auf die Bundesregierung steigt. In dieser geopolitisch explosiven Lage hängt die deutsche Ukraine-Politik plötzlich auch an einer Frage, die wie Stoff für einen Agententhriller klingt: Hat Wolodymyr Selenskyj die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines genehmigt?
Für AfD und BSW scheint die Sache längst entschieden. „Selenskyj selbst hat den Nord-Stream-Anschlag genehmigt“, kommentierte Alice Weidel kürzlich auf X. „Merz überweist trotz des Staatsterrors gegen deutsche Interessen weiter Milliarden an Kiew. Konsequenzen daraus und Stopp aller Zahlungen wann?“ Sahra Wagenknecht formulierte es ähnlich drastisch: „Unfassbar! Ukraines Präsident Selenskyj soll die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines persönlich genehmigt haben“, schrieb sie – verbunden mit der Forderung: „Keinen Cent mehr für die korrupten Nord-Stream-Terroristen in der Ukraine!“
Die politische Wucht dieser Aussagen speist sich aus einer Recherche des Wall Street Journal. Bojan Pancevski, Chefeuropakorrespondent der US-Zeitung, auf den Weidel und Wagenknecht sich berufen, veröffentlichte im August 2024 den vielbeachteten Artikel „A Drunken Evening, a Rented Yacht: The Real Story of the Nord Stream Pipeline Sabotage“.
Darin beschreibt er ein Treffen in Kiew im Mai 2022, bei dem hochrangige ukrainische Militärs und Unternehmer angeblich bei einer feuchtfröhlichen Runde beschlossen hätten, Nord Stream mit einer gecharterten Segelyacht zu sprengen. Die spektakulärste Sabotage der jüngeren Geschichte sozusagen eine Schnapsidee. Aber der Journalist, der von Berlin aus arbeitet, überraschte auch noch mit einem Scoop von großer Tragweite: Selenskyj habe den Plan zunächst genehmigt, heißt es im Vorspann des Artikels.
Der Autor berief sich auf anonyme Quellen, ließ aber keine Zweifel, dass es sich um Fakten handelt: „Der musste das genehmigen und der hat das auch genehmigt“, sagte er im September 2024 bei Markus Lanz über Selenskyj. Auf Nachfrage ergänzte er: „Ja. Das ist sicher.“
Vergangene Woche stellte die AfD im Bundestag unter Verweis auf Pancevskis jüngst erschienenes Buch zum Thema sogar einen Antrag auf einen Untersuchungsausschuss. Er habe nicht geschrieben, dass Selenskyj den Anschlag angeordnet habe, kommentierte der WSJ-Autor die dazu geführte Diskussion im Bundestag. „Ich habe geschrieben, dass er vom Armeechef darüber informiert wurde. Selenskyj bestreitet das.“ Als hätte es seinen Artikel und Talkshow-Auftritt nie gegeben, empfiehlt er der AfD-Chefin auf X: „Liebe Frau Weidel, bitte lesen Sie zuerst mein Buch. Ich bestätige nichts – ich berichte lediglich.“
Wegen der enormen politischen Tragweite wäre diese Zurückhaltung bereits vor zwei Jahren angebracht gewesen. Die Geschichte im Wall Street Journal hatte internationale Wirkung, gerade weil sie bereits in der Überschrift den Anspruch erhob, „the real story“ der Sabotage zu erzählen. Dabei weist sie bei genauerem Hinsehen erhebliche Widersprüche auf.
Selenskyjs Feinde
Ukrainische Geheimdienstkreise beschäftigten sich bereits um 2018 mit der Pipeline – also noch vor Selenskyjs Amtsantritt. Damals existierte kein konkreter Sabotageplan für eine Operation auf hoher See. Erst nach Beginn des russischen Großangriffs wurde die Idee im April 2022 wieder aufgegriffen und bei einem Treffen in Kiew konkretisiert. Hintermänner der Operation schildern dieses Treffen auf Nachfrage von Cicero allerdings deutlich nüchterner als das Wall Street Journal: Von einer alkoholgetriebenen „Schnapsidee“ könne keine Rede sein. Tatsächlich ist es bemerkenswert still geworden um genau diesen Teil der Geschichte.
Noch zweifelhafter wird die Darstellung durch die inzwischen bekannten Hintermänner der Operation: die ehemaligen Geheimdienstagenten Roman Cherwinsky und Wassyl Burba – zwei Männer, die seit Jahren in offenem Konflikt mit Selenskyj und seinem Umfeld stehen.
Beide entstammen jenem geheimdienstlichen Milieu, das nach Beginn des Donbass-Krieges mit Unterstützung westlicher Dienste aufgebaut wurde. Sie galten als offensiv agierende Hardliner gegen Russland. Mit Selenskyjs Amtsantritt 2019 änderte sich jedoch die politische Linie in Kiew. Anders als sein Vorgänger Petro Poroschenko setzte Selenskyj zunächst auf Deeskalation. Für Männer wie Cherwinsky und Burba bedeutete das Machtverlust.
Spätestens 2020 nach einer gescheiterten Geheimdienstoperation gegen russische Wagner-Söldner eskalierte der Streit. Beide Männer wurden entlassen – und gingen anschließend in ukrainische Talkshows, wo sie Selenskyj vorwarfen, die Operation sabotiert und einen pro-russischen Agenten in seinem Umfeld zu haben.
Auch nach Beginn der russischen Invasion blieben beide erbitterte Gegner des Präsidentenumfelds. Während Selenskyj im Westen als Kriegspräsident gefeiert wurde, machten ihm die ehemaligen Geheimdienstler schwere Vorwürfe. Er habe die Gefahr der Invasion geleugnet und das Land unzureichend vorbereitet. Roman Cherwinsky sprach im Frühjahr 2022 sogar von „krimineller Fahrlässigkeit“.
Machtkampf in Kiew
Unstrittig ist, dass die Hintermänner der Nord-Stream-Operation im April 2022 den damaligen Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Walerij Saluschnyj, informierten. Dieser soll keine Einwände erhoben haben. Nach übereinstimmenden Darstellungen sicherte er vielmehr zu, Selenskyj nicht einzuweihen. Nicht, um den Präsidenten politisch zu schützen. Sondern aufgrund eines tiefen Misstrauens. Die Beteiligten hielten Selenskyj demnach für jemanden, der die Operation verhindern würde, so wie er aus ihrer Sicht bereits die Wagner-Operation sabotiert habe.
Auch zwischen Selenskyj und seinem damaligen Oberbefehlshaber Saluschnyj hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits ein Machtkampf entwickelt. Der General galt nach der Verteidigung Kiews als Nationalheld und potenzieller politischer Rivale des Präsidenten. Und Saluschnyj hatte nicht vergessen, dass seine Warnungen vor einer russischen Großinvasion von Selenskyj zuvor weitgehend ignoriert worden waren. Zugleich misstraute Saluschnyj Teilen des Präsidentenumfelds und hatte den Verdacht, dort könnten prorussische Informanten sitzen.
Genau hier liegt das zentrale Problem der WSJ-Darstellung. Denn wenn die Initiatoren wie auch der Oberbefehlshaber Selenskyj so sehr misstrauten: Warum sollten sie ihn dann ausgerechnet bei einer politisch hochbrisanten Sabotageoperation einbeziehen wollen?
Bojan Pancevski schreibt inzwischen in seinem neuen Buch, Saluschnyj habe Selenskyj trotz der anfänglichen Zusicherung, ihn nicht einzuweihen, schließlich doch informiert – und beruft sich bei Talkshow- und Podcast-Auftritten mal auf eine oder mehrere anonymen Quellen aus dem Umfeld des Generals, mal auch auf „Leute um Selenskyj herum“.
Saluschnyj reagiert auf Anfragen nicht. Die Drahtzieher erklären gegenüber Cicero, sie seien überzeugt, dass Selenskyj nichts wusste. Der Präsident habe nicht „die Eier“ für so eine Operation, meinen sie. Auch US-Geheimdienste, die Selenksyj laut Cicero vorliegenden Unterlagen abhörten, haben keine Beweise für seine Mitwisserschaft.
Während Pancevski auf X zurückrudert, hält er in seinem Buch an seinen früheren Veröffentlichungen fest. Als sein Artikel mit der Behauptung über Selenskyjs Rolle im Wall Street Journal „als erster umfassender Bericht über die Planung und Durchführung der Operation“ veröffentlich war, schreibt er in seinem Buch, hätten danach „deutsche Behördenvertreter, auch Diplomanten“ erklärt, „sie seien erleichtert gewesen, dass die Geschichte endlich in allen Details ans Licht kam“.
Die unbelegte Behauptung, Selenskyj habe den Anschlag genehmigt, machen sich anscheinend nicht nur die Köpfe der AfD und des BSW zu eigen.
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...davon hört man gar nichts.
Ich glaube nach wie vor nicht, dass da ein Segelboot mit einen Haufen zusammengewürfelter "Patrioten" so eine Aktion durchführen konnte. Das sind Röhren auf dem Meeresgrund, dick von Beton ummandelt. Die Sprengung hatte dazu geführt, dass die gesamte Röhren-Konstruktion auf einer Länge von 100m in den Boden gedrückt wurde. Zudem an einer Stelle, die eben nicht die flachste Stelle ist. Vorstellbar wäre, dass man parallel zum Anschlag eine Menge darauf verwendet hat, falsche Spuren zu legen.
Das wäre durchaus denkbar, man beachte die Auswirkungen des Anschlages - insbesondere de positiven. Es geht um sehr viel Geld.
Ob nun Präsident Selenskyj von dem Anschlag wußte oder ob das ohne sein Wissen vonstatten ging – es ist auf jeden Fall ein kriegerischer Akt, der die Energieversorgung und Infrastruktur Deutschlands geschädigt hat. Und das ist mehr als unfreundlich und muß Konsequenzen haben. Ich habe eine Grundsympathie dafür, daß sich die Ukraine gegen den Angreifer Rußland wehrt und achte den heldenhaften Kampf der Ukrainer gegen die russische Übermacht. Dennoch bleibt der Anschlag auf Nordstream und damit auf einen Verbündeten unverzeihlich. Wenn der Krieg einmal beendet sein wird, hoffentlich einigermaßen günstig für die Ukraine, muß Deutschland von der Ukraine Entschädigung verlangen. Sonst macht es sich lächerlich, soweit das sowieso nicht längst geschehen ist.
Mein Kommentar steht unter dem Vorbehalt, daß die Ukraine tatsächlich hinter dem Anschlag auf Nordstream steht. Vieles ist da nur schwer zu glauben, da gebe ich Herrn Straube recht.
dass der amerikanische Geheimdienst bis in das kleinste Detail weiß, wer wann was gemacht hat und wer darüber Bescheid wusste. Und welch ein Zufall, dass Biden im Beisein von Scholz und den Medien der Welt den Terroranschlag angekündigt hatte. Aus einer dementen Laune heraus konnte er das sicher nicht behaupten.
die Deutschen Milliarden die Scholz & Merz dem
„Reichsten Bettler der Welt“ Jahr für Jahr ohne irgend eine Gegenleistung auf den Tisch packen
sind verloren. Verlogen genau so wie die Argumentation, dass unsere Freiheit früher am Hindukusch oder heute in der Ukraine verteidigt wird.
„Unserer Freiheit“ wird mittlerweile schon nicht mehr im eigenen Land verteidigt dank selbst auferlegter Brandmauern der etablierten Parteien und Ausgrenzung der größten Oppositionspartei …… Von Redefreiheit und und grün links dominierten Medien ganz abgesehen.
Mit freundlichen Grüßen a d Erfurter Republik
Wieder und wieder wird Widersprüchliches über den Nordstream-Anschlag berichtet. Das ist ganz klar Absicht. Die Wahrheit soll im Dunkeln bleiben. Dass die deutsche Bundesregierung auf diesen Anschlag nicht oder nur sehr schwach reagiert, ist ebenfalls Absicht. Wir sollen vom russischen Gas und Öl abgeschnitten werden und dafür teures amerikanisches kaufen. Eine Abhängigkeit wird durch eine andere ersetzt. Dabei wäre dieser Anschlag ein echter Kriegsgrund. Man hat den wichtigsten Staat in Europa ins Mark getroffen, treffen wollen, um ein für allemal die Beziehung zu Russland zu zerstören. Eine kriegerische Absicht. Da sind Kriege schon wegen weniger Anlass geführt worden. Wir aber, oder besser unser politisch abhängige Führungsriege, ließ alles geschehen und kauft nun treu und brav beim Ami ein. Für viel mehr Geld und mit deutlich umweltbelastenden Mitteln. Eine Schande. Die deutsche Regierung, die so handelt, gehört vor Gericht gestellt.
Es geht um die Schlüsselfrage, wie lange Deutschland (und Europa) noch in der Illusion verharren will, es könne immer noch die »transatlantische« Ideologie fortsetzen, die nach 1990 mit der Ideologie einer globalen Suprematie des Westens identisch geworden ist.
Man projiziert ein »imperiales Denken« auf Russland, um sich nicht eingestehen zu müssen, dass es die dreißigjährige neo-imperiale (»Neo-Reaganite« nach Kristol und Kagan) Ideologie der USA gewesen ist, die die Weltordnung sukzessive bis an den Rand des Abgrunds destabilisiert hat.
Im Zentrum dieser Ideologie lebt die groteske Hybris (die sich Borrell noch 2022 zu eigen gemacht hat), mit der die Welt als »Dschungel« und der Westen als »Garten« hypostasiert wird.
Die Schurkereien der USA, die selbst in der Mainstream-Politikwissenschaft gründlich dokumentiert sind, will man in Europa nicht wahrnehmen, weil die idealisierte Selbstwahrnehmung davon existenziell bedroht wäre.
»Nordstream« ist ein Fall für die Kulturpsychologie.
Ich stimme zu, dass AfD und BSW die Geschichte opportunistisch einsetzen. Es gibt dringendere Gründe als diesen, Selenskyi zu ersetzen und den Krieg endlich zu beenden.
Aber hinter der hier fachgerecht gelegten Rauchwand verschwindet erneut und sicher nicht zufällig die Frage nach der Urheberschaft der USA. Die ausführlichen Argumente eines Seymour Hersh oder Ola Tunander für eine Präparierung der Pipelines von Bord amerikanischer Kriegsschiffe während BALTOPS 22 kommen ebensowenig zur Sprache wie Joe Bidens Drohung, man habe »the means to do it«.
Nicht, dass das irgendwie überraschend käme. Man kann an diesem Vermeidungsverhalten des Mainstreams sehr schön die geistige Brandmauer studieren, die unsere Eliten gegen Realitäten bauen, von denen sie überfordert sind. Es ist ja nicht so, dass ukrainische Soldaten für »westliche Werte« stürben.
Sie sterben allein, weil Europa sich nicht einzugestehen vermag, sich durch eigene Dummheit in selbstgeschaffene Feindbilder verrannt zu haben.
Ich stimme Ihren Überlegungen zu, sie sind schlüssig und überzeugend. Aber man kommt eben wieder drauf, dass die dt. Parteien CDU, SPD und besonders die Grünen im Grunde feindliche Sekten sind, die ihrem Stammland massiv schaden. Diese Politgruppen haben uns in dieses Dilemma manövriert, und das Schlimme ist, sie werden straffrei herauskommen. Aber auch die AfD, so sehr ich ihr zuneige, wird diese Höllenverdammnis nicht auflösen können. Wir sind verloren und dies auf unabsehbare Zeit. Einer der Gründe ist unsere sklavisch hündische Ergebenheit zu den USA, die im Grunde niemals etwas übrighaben oder -hatten für uns, denen es völlig schnurz ist, was aus Europa und was aus Deutschland wird, außer, dass man unbedingt verhüten will, dass Deutschland jemals wieder groß werden wird. Bismarck hatte Recht: Unser natürlicher Partner in Europa ist und bleibt Russland. Aber leider ist unser politisches Personal dazu einfach zu blöd, zu dumm und zu vernagelt.
Sie schreiben, dass hochrangige ukrainische Militärs und Unternehmer angeblich bei einer feuchtfröhlichen Runde beschlossen hätten, Nord Stream mit einer gecharterten Segelyacht zu sprengen. Ich kann mir das nicht vorstellen. Wie bekommt man die Segelyacht auf den Grund der Ostsee, sprengt mit dieser die Röhren und taucht danach mit dieser wieder auf?
Dieser Schmierenkomödiant meint, dass er wieder und wieder straflos durchkäme, wenn er russisches Kernland angreift, so wie sie mit dem Nord-Stream-Anschlag straffrei durchgekommen sind (wobei ich in diesem Fall glaube, dass die Ukrainer hier für die USA in die Bresche gesprungen sind. Vielleicht gab es für diese Lüge eine große Belohnung!?). Ein Irrtum. Die Russen haben viel Geduld, aber wenn es ihnen zu viel wird schlagen sie mit äußerster Brutalität zu. Und dieser Punkt scheint jetzt erreicht. Wir werden in allernächster Zeit erleben, dass Russland gegen die Ukraine einen Atomschlag mit einer oder mehreren Oreschniks durchführen wird, Und dieser Schlag wird die gesamte ukrainische Führungsriege auslöschen. Ich kann mich täuschen, aber ich glaube nicht. Den Russen langt es jetzt! The point no turn arround - ist erreicht. Hallo KI hier ist wieder etwas zu löschen bzw. nicht zu veröffentlichen!!
Glücklicherweise ist Präsident Putin viel vernünftiger als Herr Funke, der ihn als charmante und gebildete Person kennengelernt hat. Wladimir Putin wird Herrn Funkes abartige Atomkriegs-Horror-Wahnwünsche nicht erfüllen. Präsident Putin ist vielleicht psychotisch, aber nicht verrückt. Und glücklicherweise wird Herr Funke niemals russischer Präsident werden. Die Zeiten, als man in Rußland Herrscherinnen aus Deutschland importierte, sind vorbei. Es ist nicht alles schlecht in Rußland.
Weil nichts verstanden und nur auf primitive persönliche Kontras aus. Sehr billig. Schade, Herr Hechinger, dass Sie mich offenbar ganz bewusst falsch verstehen und fehlinterpretieren. Aber wir werden uns, falls es dann noch möglich ist, wiedersprechen. Gern hätte ich Unrecht, aber, es wird so kommen. Und wenn, was durchaus eine reale Option ist, Medwedjew Präsident wird, dann knallt es, aber kräftig. Ich weiß, Sie wollen mir widersprechen und mich reizen, das scheint ein Motiv bei Ihnen zu sein, aber ich wiederhole mich gern, Sie sind kein adäquater Diskussionspartner für mich. Ihre Motive sind nicht ehrenwert und kindisch. Deshalb werde ich Ihnen auf Ihre erwartbaren Kaskaden nicht mehr antworten. Das war definitiv auf alle Ihre Entgegnungen in allen Foren meine letzte Reaktion. Ende! Und Tschüss!
Sie haben unter diesem Artikel mehrere Kommentare verfaßt. Ich kann Ihren Ansichten oft nicht zustimmen, akzeptiere sie aber, wenn sie in sich stimmig sind und Sie einen vernünftigen und menschlichen Ton anschlagen und nicht eins zu eins russische Propaganda wiedergeben. Wenn Sie aber nach einem Atomkrieg gieren und sich als his master's voice von Herrn Medwedjew geben, dürfen Sie meinen Widerspruch erwarten. Vielleicht ist Ihnen nicht bewußt, daß Ihre Worte nicht nur die Gefahr eines russischen Atomschlags beschreiben, die durchaus nicht null ist, sondern ihn geradezu herbeizusehnen scheinen.
Und zum Schluß noch etwas zu Medwedjew. Er ist ein Geschöpf Putins. Er steigt mit ihm auf und geht mit ihm unter. Ein selbständiger Akteur ist er nicht.
Wagenknecht und Weidel werden, ohne genau hinzusehen , in einen Sack gesteckt und Selenskyi wird von einem Verbrechen reingewaschen, das in anderen Zeiten enorme wirtschaftliche, juristische und politische Folgen für die Ukraine gehabt hätte. „Mission accomplished“ hätte George W. Bush der Jüngere zu diesem Artikel wohl gesagt.
Der Autor versucht, Selenskyi als ahnunglos hinzustellen, um ihn als Partner für den Westen überhaupt noch akzeptabel erscheinen zu lassen. Daher werden die Drahtzieher des Anschlags auf die Nord-Stream-Pipeline in einem finsteren Geheimdienst-Milieu verortet.
Das ändert aber nichts an der politischen Verantwortung, die Selenskyi für diesen Anschlag trägt – unabhängig, ob er davon gewusst, die Tat gebilligt oder gar angestiftet hat. Er ist für das Handeln seiner Regierung und deren Organe verantwortlich, auch wenn er persönlich keine Schuld trägt.
Wer die technischen Realitäten rund um die Sprengung einzuschätzen weiß, kann hier mal wieder nur lachen. Auch Hitzköpfe können nützliche Idioten sein. Das fällt dann unter die Kategorien „cut-out“, „rogue-operation“, „plausible deniability“, „red herring“ und ist letztlich eine „diversionary operation“. Was zahlt eine CIA eigentlich für die multi-mediale Verbreitung solcher Desinformationen. Wahrscheinlich gut! Cicero würde heulen vor Wut!
