Kaja Kallas
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas beim Außenministertreffen auf Zypern / picture alliance / AP Photo/Petros Karadjias | Petros Karadjias

Europäisches Außenministertreffen - EU und Russland: Konfrontation oder Verhandlungen?

Die Außenminister der EU haben bei ihrem informellen Treffen auf Zypern die Berufung eines Sondergesandten für Russland abgelehnt. Wiederum scheinen sich diejenigen durchgesetzt zu haben, die auf eine konfrontative Haltung und auf eine bloße Ausgrenzung Russlands setzen.

Autoreninfo

Botschafter a.D. Rüdiger Lüdeking war während seiner Zeit im Auswärtigen Dienst (1980-2018) in verschiedenen Verwendungen, u.a. als stv. Beauftragter der Bundesregierung für Abrüstung und Rüstungskontrolle und Botschafter bei der OSZE, mit Fragen der Sicherheits- und Rüstungskontrollpolitik intensiv befasst.

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Gegenüber der Presse argumentierte die Außenbeauftragte der EU, Kaja Kallas, damit, dass statt über Personen zunächst über Strategiefragen geredet werden müsse. Beim Ministertreffen soll sie gesagt haben, zunächst sei zu klären, was die Kerninteressen und die zentralen Forderungen der EU seien. Dabei könne es neben der Ukraine auch um andere Dinge wie etwa die russische Truppenpräsenz in Georgien oder Moldau oder die Einmischung Moskaus in Wahlen gehen. „Natürlich ist das ein maximalistischer Ansatz, aber auch Russlands Ansatz hat bislang maximalistische Forderungen vertreten“, sagte Kallas. 

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MarAurel | Fr., 29. Mai 2026 - 14:07

Ja, Frau Kallas wird als eine der Personen benannt werden können, die die Europäer in den Krieg getrieben haben....
Ich fürchte, der wird kommen.

Klaus Funke | Fr., 29. Mai 2026 - 14:48

Antwort auf von MarAurel

Und es geschieht, weil hier ein Maß an Unprofessionalität und vernagelter Borniertheit vorherrscht, dass jede Vorstellung übersteigt. Wer und warum hat diese Person auf diese Posten gehievt. Habe die Balten einen derartigen Einfluss? Dass sie russophob sind lässt sich historisch zwar erklären, bleibt aber trotzdem ohne praktischen Sinn. Derartige Zwergstaaten sollen den Kurs bestimmen dürfen? Das ist unvernünftig und zeigt wie groß die Schieflage in der EU ist. Diese Institution verschlingt Unsummen, ohne dass es von Vorteil für die Mitgliedsländer wäre. Ein Monster in jeder Hinsicht, das uns womöglich sogar noch in einen Krieg manövrieren wird. Im Übrigen ist die tatsächliche Unbildung dieser Dame offenkundig, zahllose sprachliche Entgleisungen können nicht mehr mit Übersetzungsfehlern begründet werden. Inzwischen wissen wir auch auf welche Weise sie zu ihrem Posten gekommen ist. Das Wort Vetternwirtschaft beschreibt den Vorgang noch relativ harmlos. Nun mal sehen, was CICEROS KI ...

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr., 29. Mai 2026 - 14:33

nach dem "Krieg" der EU und USA? gegen Serbien, um die Selbständigkeit des Kosovo?
Anders als sehr viele, auch Weizsäcker zweifelte doch wohl stark, war ich für den "Eingriff", da ich mir ein einvernehmliches Zusammenleben dort nicht vorstellen konnte.
Ich war für die SEPARATION und bin es auch für den Donbas und die Krim von der Ukraine.
Mir scheint, nach den Informationen des Artikels, dass Putin soweit zurückwich, wie für Russland nur denkbar?
Weiterhin "erinnert" mich das derzeitige Gebaren der EU evtl. an
den 1. und 2. Weltkrieg und den Raum im Osten, jetzt als "Ansinnen" der EU?
Ich bin nicht dafür, dass der Donbas und die Krim gegen den Westen und die USA verlieren.
Ein wahrlich vermessener Wunsch.
Nach zwei Weltkriegen und evtl. "Erweiterungen" gen Osten, hat Russland hoffentlich begriffen, was es evtl. vom Westen und den USA erwarten kann.
Die Bonner Republik war vielleicht nur ein schöner Traum?
Die EU doch expansiv angedacht?
Das Leben ist "Kunst" und kommt nicht von Wollen

meiner persönlichen Meinung, in der SPD, Bundesrepublik und Europa in der minimalsten Minderheit bin.
Mein Motto wäre schon "Leben und Leben lassen".
Wie schon mal geschrieben, wenn z.B. Bayern und Baden-Württemberg sich irgendwann einmal selbständig machen wollten, wovon ich aber nicht ausgehe, dann würde ich das akzeptieren.
Ich halte nichts von Imperien, sehr wohl aber etwas von Zusammenleben, wo und wie es gewünscht wird.
Das Elsass wollte zu Frankreich, das Saarland zur Bundesrepublik usw.
Die Angebote an Belarus, die Ukraine und andere kamen von der EU?
Ist das, wenn, mit den europäischen Bevölkerungen abgestimmt, bzw. diskutiert worden?
Ich hätte ja gerne ein souveränes Prussen, aber ohne Krieg.

Ingbert Jüdt | Fr., 29. Mai 2026 - 14:43

In welcher Weise westliche Staaten faktisch längst am Krieg beteiligt sind, konnte man vor einiger Zeit sogar in der New York Times ausführlich nachlesen, und es konnte kaum überraschen, dass Stützpunkte der USA in Deutschland hier eine Schlüsselrolle spielen.

Herr Lüdeking spricht in diesem Zusammenhang einen zentralen Punkt an: wenn Europa an seinen bisherigen Deutungsprämissen dieses Kriegs festhalten will, dann ist nur eine direkte, offene Kriegsbeteiligung wirklich konsequent. Und umgekehrt: zieht Europa diese Konsequenz nicht, dann steht letztlich das ganze System dieser Prämissen in Frage: dass nämlich Russland, angeleitet von einem »imperialen Denken«, der primäre Treiber dieses Kriegs sei.

Anders formuliert: in der Ukraine werden weder die ukrainische Souveränität noch irgendwelche westlichen Werte verteidigt, sondern das System europäischer Selbsttäuschungen über die Kriegsursachen - mit anderen Worten: allein die wahnhafte Selbstwahrnehmung unserer politischen Eliten.

Dr. Oliver Strebel | Fr., 29. Mai 2026 - 14:50

Womöglich stehen wir an der Schwelle des dritten Weltkriegs. Daher sollten wir darauf achten, möglichst viele Trumpfkarten in der Hand zu halten. Eine solche Karte ist das Erscheinungsbild als Friedensunion bei Ländern wie Indien, Brasilien, Indonesien uvam. Das Bild wird beschädigt durch die Verweigerung von Verhandlungen.

Es kostet die EU nichts, den von Putin gewünschten Schröder als Verhandler zu ernennen und ihn mit ein paar EU-Beamten zu unterstützen. Schröder wird mE. zwar genau so wenig erreichen wie Trump. Aber der Geruch der Kriegstreiberei wird von der EU fern gehalten.

Jürgen Goldack | Fr., 29. Mai 2026 - 21:32

Es ist erschreckend wie geschichtsvergessen von "tonangebenden" Protagonisten, vorrangig zwei Frauen, v. d. Leyen und Frau Kallas, mit Unterstützung von so scheint es zwei Russenhassern, Merz und Macron, an diesen menschenmordenden und Unsummen verschlingenden Krieg heran gehen. Die Initiatoren waren Obama/Biden in Kooperation mit willigen und. fürstlich finanzierten Aufständischen in Kiew siehe Maidan-Revolution 2012. Russland hatte praktisch nichts mit dem Regimesturz in Kiew zu tun. Dann eskalierte diese "Meinungsverschiedenheit" durch Provokation Russlands mit widerlichen Methoden, die Russischstämmigen in den Ostoblasten der Ukraine übelst zu malträtieren bis Putin diesem unseligen Treiben durch den Einmarsch 2022 nach schriftlicher Vorwarnung versuchte ein Ende setzten. Da sich EU-"Grandinen" einen Teufel um die Geschichte kümmern sondern sich lieber mit Selenskyj Händchen haltend ablichten lassen , wird nun die Wahrheit total verzerrt. Resultat: evlt. der 3. Weltkrieg! Irre.

mit dem Regimesturz in Kiew zu tun..." - ist wohl doch etwas 'zu einfach'... (naiv)

Russland hat die Ukraine seit 1990 als neutrales Nicht-Nato-Land u d 'Bruderland' betrachtet, was immer unter letzterem zu verstehen ist. Entsprechend war der russische Einfluss auf Politik und Gesellschaft der Ukraine..., das war allerdings seit 90 bekannt...

Henry Kissinger hat, in bester Kenntnis der jüngeren europäischen UND russischen Geschichte..., geäußert: "Der Ukraine kommt innerhalb Europas die Funktion eines Brückenstaates [zu Russland] zu." - und genau so ist es auch, faktisch sinnvoll...

Wir, der Nato-Westen allen voran die USA unter seinerzeit George W. Bush, wollten/wollen? jedoch die Ukraine zu einem VORGESCHOBEN NATO-POSTEN GEGEN RUSSLAND entwickeln, trotz Putins Brandrede auf der MSC 2007...☝ - INTERESSIERT NICHT!!!

Das war genau zur Nato-Konferenz Anfang 2008 in Bukarest, GEGEN den Willen Deutschlands und Frankreichs übrigens..., damals.

Brigitte Miller | Sa., 30. Mai 2026 - 06:51

immer wieder als solches propagierte "Friedensprojekt" EU ist gescheitert.

Klaus Funke | Sa., 30. Mai 2026 - 09:15

Gerade ist eine deutsche Panzerbrigade an die russische Grenze verlegt worden. Nur so zum Spaß, um die Russen zu ärgern, die beim Anblick deutscher Panzer ungute Erinnerungen kriegen dürften? Oder will man sich tatsächlich mit den Russen anlegen? Nicht irgendwann, auch nicht 2029, sondern bald. Jetzt! Was wird diese Politik der EU und Deutschlands bringen? Einen Waffengang? Ist Merz und die EU sowieso tatsächlich von allen guten Geistern verlassen? Sollte es zu einem Krieg mit der stärksten Atommacht der Welt kommen, glaubt man im ernst, die Russen würden ihre Atomraketen unbenutzt liegen lassen? Nein, die Zerstörung Europas und Deutschlands wären unausweichlich. Und dann? Die dt. Kriegsparteien CDU/CSU, SPD und Grüne wären auf sehr lange Zeit erledigt. Und zwar komplett. Während die AfD der große Sieger werden würde. Haben sich das diese Pappnasen in Berlin und in Brüssel überlegt? Krieg, bei dem die EU und Deutschland krachend verlieren, denn die USA hielte sich raus, ist ihr Ende.

Ich hatte im Ernst nur Frau Merkel zugetraut, zu Russland auf evtl. "Konfrontationskurs" zu gehen.
Ihre "Sozialisation" in der DDR überzeugte mich nicht, dann eher ihr "Trainee-Programm" "Young Global Leaders" beim
Weltwirtschaftsforum.
Ich hatte gedacht, dass sich Macron und Obama, bei Boris Johnson war ich mir nicht sicher, "quälen" mußten in der Allianz mit der Bundesrepublik Deutschland.
Was für ein grandioser Irrtum?
Politik kommt von Polis, Stadt und nicht von "verbrannter Erde".
Abbitte also dahingehend, dass unser derzeitiges politisches Desaster, so wie ich es sehe - die meisten bewerten ganz anders - wohl nicht allein auf Frau Merkel zurückgeführt werden kann.
Tja, meine Damen und Herren ff, "Was kostet die Welt"?
Wäre der eine oder die andere doch besser bei "Monopoly" geblieben...

Robert Hans Stein | Sa., 30. Mai 2026 - 12:05

Genau darauf läuft es aber hinaus, wenn Personen abgelehnt oder nicht benannt werden, die solche führen könnten - und sei es Schröder. Nichts sollte unversucht bleiben, das dazu beitragen könnte, weitere Opfer an Menschen und Material zu vermeiden. Insofern stimme ich mit Herrn Lüdeking überein, auch in einigen anderen Punkten will ich gerne zustimmen.
Problematisch wird es für mich IMMER, wenn von (russischen) Interessen die Rede ist, damit aber Einflusssphären gemeint sind, hinter denen die Interessen anderer SOUVERÄNER Staaten zurückzustehen hätten. Sie, geehrter Herr Lüdeking, schreiben: "Gleichzeitig hat die Nato – vor allem die USA – jedoch die Interessen Russlands durch die Osterweiterung des Bündnisses unberücksichtigt gelassen." Die NATO, die USA? Die Ukraine und die Vorstellungen von ihrer Zukunft spielen für Sie offensichtlich keine erwähnenswerte Rolle. Gehören Sie zu denen, für die Billigend in Kauf nehmen, dass Großmachtinteressen das Weltgeschehen bestimmen?

Was soll das Waffengerassel gegenüber Russland? Glaubt man in Berlin oder Brüssel tatsächlich gegen Russland gewinnen zu können? Was soll das? Bismarck hatte recht, es muss mit Russland, nicht gegen dieses Land gehen. Wären unsere Politiker klug, bauten sie eine politische und wirtschaftliche Allianz zusammen mit Russland auf: Wir wären in alle Richtungen unschlagbar. Nur absolute Dummlinge legen sich mit den Russen an. Die Russen wollen nicht expandieren, schon gar nicht nach Westeuropa. Die wollen ihr Riesenreich gut verwalten, am liebsten mit deutscher Technologie. Und wir könnten uns dumm und dämlich verdienen und den Amerikanern eine Nase drehen. Natürlich wollen die Amerikaner dieses Szenario um jeden Preis verhindern. Sie wissen warum. Warum sind wir so blöd? Ein Krieg gegen Russland ist für uns und für Westeuropa niemals zu gewinnen. Und die Amis machen da nicht mit. Die wollen wie immer abstauben und ohne Risiko gewinnen. Ein Russlandkrieg ist maximal ein Sandkastenspiel.

Großmachtinteressen bestimmen das Weltgeschehen - seit es Großmächte, wahre oder vermeintliche..., gibt. Alles andere ist naiv.

Geht es um Krieg und Frieden im Grossen sind diese Interessen - ob gefällig oder nicht - zu berücksichtigen, im Atomzeitalter...

Am besten natürlich auf dem Verhandlungs- bzw. Ausgleichsweg... 🤔 Im Falle der Ukraine wurde diese Chance sehenden Auges - gezielt? - nach der MSC 2007 vertan. Das Ergebnis dieser Ignoranz, nicht mehr und nicht weniger..., liegt JETZT real vor... ..., mit der realen Option zur atomaren Eskalation.

>> Ein Vollversagen westlicher (Nato-) Politik der letzten 25 Jahre - mMn. Absolut!