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Heiliger Vater! Wie Papst Leo XIV. die Weltpolitik aufmischt – und was er mit der Kirche vorhat / Titelbild: Marco Wagner

Cicero im Juni - Papst mit Smartwatch

Ein Amerikaner auf dem Stuhl Petri, der Deutsch lernt, Tennis spielt – und Donald Trump die Stirn bietet. Leo XIV. ist kein frommer Grüßaugust, sondern ein hellwacher Stratege. Er mischt die Weltpolitik auf, trotzt dem mächtigsten Mann der Welt. Doch was hat er mit der Kirche wirklich vor?

Alexander Marguier

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Es gab schon den „deutschen Papst“, jetzt sitzt seit einem Jahr erstmals ein gebürtiger Amerikaner auf dem Stuhl Petri – und der lernt Deutsch, nämlich mit dem Sprachprogramm Duolingo. Außerdem spielt Leo XIV. in seiner Freizeit gern Tennis. So viel zu den profanen Besonderheiten des „Stellvertreters Christi auf Erden“. Bemerkenswerter ist indes sein Mut, dem amerikanischen Präsidenten entgegenzutreten, der sich bekanntlich selbst für unfehlbar hält. Jüngst tat Robert Francis Prevost dies im Zusammenhang mit der endzeitlichen Drohung Donald Trumps gegenüber der Staatsführung in Teheran. Dieser wiederum konterte auf seine gewohnte Art der Selbstüberhöhung: „Wenn ich nicht im Weißen Haus wäre, wäre Leo nicht im Vatikan.“

Doch mit dem Papst hat sich Trump einen Gegner auserkoren, dem mit den üblichen Mitteln der politischen Drangsalierung nicht beizukommen ist. Denn Leo XIV. steht einer Weltkirche vor, die erstens nach anderen Regeln tickt als weltliche Staatenlenker. Und zweitens ist der Katholizismus selbst in der amerikanischen Maga-Bewegung teilweise tief verankert: Man denke nur an den Vizepräsidenten J.D.Vance, einen zum katholischen Glauben konvertierten früheren Atheisten. 

Kein Wunder also, dass US-Außenminister Marco Rubio, ebenfalls Katholik, sich Anfang Mai auf diplomatische Mission an den Heiligen Stuhl begab, um die Wogen zu glätten. Was zwar aufs Erste gelungen zu sein scheint. Doch die charakterlichen – um nicht zu sagen: ethisch-moralischen – Unterschiede zwischen den Protagonisten in Rom und in Washington sind einfach zu groß, als dass nicht weitere Konflikte zu erwarten wären.

Leo XIV. ist Trumps mächtigster Gegner, konstatiert mein Kollege Volker Resing in unserer Titelgeschichte. Und der weiß, wovon er spricht, denn er ist in Kirchenfragen bestens vernetzt. Resing traf Prevost nur wenige Monate vor dessen Papstwahl persönlich und lernte einen Mann kennen, der keineswegs über den Dingen schwebte, sondern sich als konzentrierter, hellwacher Zuhörer erwies (und übrigens eine Smartwatch mit Silikon-Sportarmband am Handgelenk trug). Aber was hat der 70-Jährige überhaupt vor in seinem Amt? Wohin will er die 2000-Jahre-Institution steuern, die zwar im Westen beständig an Mitgliedern verliert, anderswo jedoch mehr Zulauf erfährt denn je? Und wie hält er es mit den deutschen Katholiken und ihren synodalen Sonderwegen? Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Mit Leo werden die Stadt und der Erdkreis noch so manche Überraschung erleben.

 

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Christa Wallau | Do., 28. Mai 2026 - 14:47

mit Donald Trump zu vergleichen, ist so, als würde man einen Menschen mit einem Primaten vergleichen.
Zwischen diesen Männern liegen Welten!
Daß es daher zu Problemen im gegenseitigen Verständnis kommen muß, ist selbstverständlich.
Ich hoffe, daß sich der neue Papst möglichst heraushält aus jeglicher Politik im Sinne von einseitiger Stellungnahme zu diesem oder jenem politischen Akteur. Einmischung der Kirche in die Politik hat sich in den meisten Fällen nicht zum Wohle der Kirche u. ihrer Gläubigen ausgewirkt. Im Gegenteil!
Auch Jesus hat sich herausgehalten aus jeglicher Politik seiner Zeit.

Was ich von Leo XIV. erwarte, das ist Stärkung des Glaubens an den dreieinigen Gott sowie Missionsarbeit im Sinne dieses Glaubens.
Es steht dem Hüter der Botschaft Jesu Christi nicht zu, alle anderen Religionen auf eine Stufe mit dem Christentum zu stellen, so sehr er auch
die Achtung vor jedem Menschen predigen muß. In dieser Hinsicht ist die Botschaft des Evangeliums absolut eindeutig!