Fassade der Agentur für Arbeit in Dresden
Fassade der Agentur für Arbeit in Dresden / picture alliance / ZB | Arno Burgi

Bürgergeld im Ausland? - Der „Portugal-Schmarotzer“ – und wie eine Medienerzählung in sich zusammenfällt

Der Fall eines Bürgergeldempfängers in Portugal wurde bundesweit zum Symbol für Sozialstaatsmissbrauch erklärt. Doch nun hat die Bild-Zeitung eine Unterlassungserklärung unterschrieben. Neue Recherchen werfen ein anderes Licht auf den Fall – und auf die Rolle von Gerichten und Medien.

Ulrich Thiele

Autoreninfo

Ulrich Thiele ist Investigativjournalist bei Cicero und Autor des Bestsellers "Nord Stream. Wie Deutschland Putins Krieg bezahlt". Zuletzt erschien von ihm "Die Sprengung" über die Nord-Stream-Sabotage (mehr Infos unter www.nord-stream-sprengung.de). Threema-ID: 82PEBDW9

So erreichen Sie Ulrich Thiele:

Der Bürgergeldfall aus Portugal war eine dieser Geschichten, die sich wie von selbst erzählen. Ein Mann lebt monatelang im Ausland, kassiert weiter Leistungen vom deutschen Staat – und ein Gericht gibt ihm auch noch recht. Die Empörung folgte prompt. „So zerstört man die Akzeptanz des Sozialstaats“, titelte die Bild. Andere Medien zogen nach, mal subtiler, mal offener. Der Grundton war fast überall derselbe: Wieder einer, der es sich auf Kosten der Allgemeinheit gutgehen lässt.

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Thomas Hechinger | Fr., 8. Mai 2026 - 11:20

Gerade weil es so viel Mißbrauch gibt, etwa daß Millionen Menschen, die nie in die Sozialsysteme einbezahlt haben, Bürgergeld bekommen, ist man gerne empört, wenn man von diesem Einzelfall liest, bei dem sich jemand auf Kosten des Staates eine schöne Auszeit an Portugals Stränden zu gönnen scheint. Es paßt so gut zum dysfunktionalen Staat, den man vor Augen hat, also will man es glauben. Und wenn ich „man“ sage, müßte ich ehrlicherweise auch „ich“ sagen. Es ist schon schwer, an sich zu halten und nicht gleich loszupoltern, wenn wieder irgendwo jemand in eine Menschenmenge fährt oder ein scheinbar unverhältnismäßiges „Gehalt“ vom Staat bekommt. Man sollte sich selbst zwingen, immer erst mal tief durchzuatmen, bevor man in die Tasten haut.

Der portugiesische Patient | Sa., 9. Mai 2026 - 11:46

Antwort auf von Thomas Hechinger

Hier ist eine geglättete, pointiertere Fassung als Antwort auf den Kommentar „Durchatmen“:

Man sollte tatsächlich einmal durchatmen — vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass der „Mann aus Portugal“ mit dem schwarzen Balken vor den Augen bis vor Kurzem noch ein gesundes mittelständisches Unternehmen geführt hat, das er aus dem Nichts aufgebaut hatte.

Die Luft bleibt einem allerdings gleich wieder weg, wenn man versteht, dass dieser Betrieb offenbar von der AOK PLUS als federführender Kasse für die gesetzlichen Krankenkassen in Sachsen ohne erkennbaren rechtlichen Grund in die Insolvenz getrieben wurde — und das mitten in laufenden Vergütungsverhandlungen.

Die Folge: Ein Unternehmen, das von der IHK Dresden noch 2025 mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet wurde, ist zerstört. Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gingen verloren. Dem Staat und den Krankenkassen entgingen Einnahmen in Millionenhöhe.

Aber das scheint die Stammtischfraktion aller Couleur deutlich weniger zu e

Der portugiesische Patient | Sa., 9. Mai 2026 - 13:15

Antwort auf von Thomas Hechinger

Einfach mal reinschauen — und die Taschentücher bereitlegen:

https://vm.tiktok.com/ZGdH5LKDL/

Die Dame spricht bemerkenswert gelassen aus, was Deutschland — und offenbar auch Herrn Hechinger — im Jahr 2026 so umtreibt.

Schade eigentlich, dass Timmy, der Wal, das nicht mehr miterleben kann. Nach seiner Begegnung mit den Deutschen hätte er vermutlich endgültig verstanden, was hierzulande unter „gesellschaftlicher Debatte“ verstanden wird: maximale Empörung, minimale Selbstreflexion.

Experten vermuten, dass er den Freitot durch Ertrinken in der Nordsee gewählt haben könnte , um sicherzustellen, nicht noch einmal - ausversehen - an einer deutschen Küste zu strandet.

Vielleicht ist genau das der Zustand dieses Landes: Man zeigt mit dem Finger auf Einzelne, inszeniert moralische Überlegenheit — und merkt nicht einmal mehr, wie erbärmlich das eigene Schauspiel geworden ist.

soistes | Fr., 8. Mai 2026 - 11:31

kollektive Denkstörung in der Bevölkerung.
Was nicht sein darf, darf nicht sein.

Tja der Springer Verlag berichtet gerne mit "gespaltenen Zunge", obwohl die Recherchen zum Teil sehr gut waren.

Der grundsätzliche Unternehmererfolg lässt in Deutschland zu wünschen übrig.

Ein anderes aber genauso interessantes Thema ist die Rückzahlung von Corona Hilfen für KMU´s.

Es gibt hier schon zahlreiche Urteile zu Gunsten für die Unternehmer. Aber der Staat geht hier von einer Instanz in die nächste. Bis dieser sehr wahrscheinlich verlieren wird. Das weiß er auch.

Viele KMU´s sind auch hier von der Insolvenz bedroht oder mussten schließen. Mit gleichen Konsequenzen wie dieser Artikel hier aufzeigt.

Ulrich Thiele übernehmen Sie bitte um hier zu recherchieren. Vielen Dank

Bei diesem Fall geht es um weit mehr und um unsere Grundrechte. Diese sind nachweislich nicht gehört worden. Der Fall beschreibt Krankenkassen, Insolvenzen, Gerichte, Rechtsanwälte, Insolvenzverwalter. Ich bitte um dringende weitere Berichterstattung.
Denn es betrifft uns alle!!!!

Es zeigt aber auch sehr deutlich, wie sich die Massen auf eine völlig verzerrte
Berichterstattung werfen. Dieser Journalist recherchiert zuerst und dann kommt ein sehr gut ausgearbeiteter Artikel. So sollte Journalismus sein.

Hier geht es um ein wirtschaftspolitisches Ereignis, welches das Land Sachsen betrifft und ein unvorstellbarer Ausmaß aufzeigt.

Ulrich Thiele hat sich in seinem Beitrag vor allem auf die manipulative Berichterstattung von WELT und BILD konzentriert.

Diese Berichterstattung war jedoch nicht der eigentliche Kern des Vorgangs, sondern diente aus meiner Sicht vor allem der Ablenkung und Diffamierung des Betroffenen.

Denn hinter der medialen Erzählung vom „Bürgergeldempfänger in Portugal“ steht ein wesentlich gravierenderer Vorgang: ein möglicher Justiz- und Verwaltungsskandal in Sachsen.

Das zutage getretene Ausmaß an Missständen hätte den Rahmen eines einzelnen Beitrags bei Weitem gesprengt. Deshalb lag der Schwerpunkt des Cicero-Artikels nachvollziehbar zunächst auf der bisherigen Berichterstattung und der Frage, wie aus einem komplexen Fall eine öffentlich wirksame Diffamierungserzählung entstehen konnte.

Die eigentlichen Fragen beginnen damit aber erst: Welche Rolle spielten Verwaltung, GKV und sächsische Justiz? Warum wurde der wirtschaftliche und persönliche Hintergrund des Betroffenen ausgeblendet ?!

Markus Michaelis | Fr., 8. Mai 2026 - 11:43

Das es sich bei diesem Fall um einen solchen Unternehmer handelt, konnte man bereits lesen (wohl nicht in der Bild). Für die Diskussion zu "gerechten" (bezahlbaren) Sozialausgaben, könnte man mehr Verständnis für Unternehmer haben: Unternehmertum ist die Basis von Wohlstand, aber mit erheblichem persönlichem Einsatz und Risiken verbunden. Das wird mEn von der Gesellschaft/Politik zu sehr ausgeblendet. Vermögen von Unternehmern, oft gleich mit Firmenanteilen, wird in Diskussionen schnell so bewertet, als hätte ein bereits hinten und vorne abgesicherter Staatspensionär noch diese Summe zum Verjuxen oben drauf.

Auf der anderen Seite scheint mir die Begründung des Gerichts nicht daran zu hängen, was der Mann vorher geleistet hat. Sein Millionenbeitrag zu Staat und Gesellschaft sind diesen nichts extra wert. Im Gegenteil: es wird Wert darauf gelegt, dass jeder, der nie Steuern/sonstiges gezahlt hat, bei "Bedarf" (Psyche) genauso behandelt würde, und dass als stark erklärte Schultern ...

Dr. Michael Bauer | Fr., 8. Mai 2026 - 12:00

für diese sachliche Klarstellung.

Herr B. | Fr., 8. Mai 2026 - 13:17

Antwort auf von Dr. Michael Bauer

differenzierte Betrachtung leider nein. Was führt zu diesen Zuständen, warum treffen solche Artikel auf ein solch breites Interesse? Weil das System maximal ungerecht ist, es belohnt Faulheit und bestraft Fleiß! Und es lädt Menschen aus allen Ländern zum Mißbrauch ein.

Die arbeitenden Menschen sehen das, Wut und Frust stauen sich seit 15 Jahren auf, das ist normal, verständlich, nachvollziehbar. Keiner arbeitet gerne dafür, daß es sich andere in der „sozialen“ Hängematte bequem machen! Entladung finden sie dann an solchen Berichten/Beispielen.

Ich vermisse diese differenzierte Betrachtung im Artikel, die Reaktionen sind nachvollziehbar, Wut und Ärger über das System sind mehr als berechtigt! Das wäre die andere Seite einer differenzierten Betrachtung gewesen.

Auch Ihre Begründung dafür.Was uns,und da bin ich eher bei Herrn Hechinger,jedoch nicht davon befreit selbst zu differenzieren bzw. unsere Reaktionen gerade im Hinblick auf ordentlich arbeitende Medien und denen,die wie in diesem Sonderfall reißerisch notfalls über Leichen gehen zumindest erst mal durchatmend zu überprüfen.Und ich denke,Herr Thiele hat mit seiner Art der Darstellung und deutlichen Kritik an Kollegen und den persönlich im Gespräch mit dem Betroffenen Schilderungen ziemlich genau herausgearbeitet,was wie Sie es auch nennen, im System u. ich möchte ergänzen,auch gesellschaftlich schief läuft.Dieser einstmals für unser marodes Gesundheitssystem (ich vermute,seine Mitarbeiter kümmerten sich um beatmungspflichtige Patienten o. ähnlichem Pflegebedarf) tätige Mann ist für uns verloren,u. wird sich nach Wiederherstellung seiner Ehre,ein ich weiß ebenfalls verloren gegangener Begriff!, eine andere Gesellschaft u. System als das unsere ansteuern.Wozu ich ihm alles Glück wünsche!

Zum Schluss haben 90 Mitarbeiter verteilt über Sachsen genau diese dringend benötigten Stellen für Intensivpflegepatienten verloren . Aber auch das Grundrecht zu Hause und nicht in einer WG versorgt zu werden .
Denn darum geht es den Krankenkassen im Grunde.

Der Unternehmer kämpfte seit über 10 Jahren für genau diese Versorgung und die entsprechende Bezahlung der Mitarbeiter.

Viele Intensivpflegen sind leise untergegangen ….und keinen Bürger hat es interessiert…es wird erst interessant, wenn ich selbst beatmet werden müsste . Aber da gibt es ja mittlerweile die Großraum WG‘s…..

Heidemarie Heim | Sa., 9. Mai 2026 - 15:08

Antwort auf von Clair-Toma

Vielen Dank liebe Clair-Toma für diese erhellende wie befürchtete Info!Selbst aus einem medizinischen Beruf stammend könnte ich anhand der im Artikel gemachten Schilderungen nur vermuten oder eine Vorstellung davon bekommen,was zu diesem weiteren Versagen auf dem Rücken schwerst hilfebedürftiger Mitmenschen und ihrer Pflegenden führte!Und ja,man ignoriert die Verhältnisse bzw. schiebt es lieber von sich,solange es einen nicht selbst betrifft.Traurig aber wahr.Deshalb wäre ich dafür,das jeder Entscheider,egal welcher Gesundheitsinstitution oder Politik angehoerend bevor er seine Funktion einnimmt verschiedene Praktika absolvieren müsste!Und zwar als "Patient" und "Pflegehilfskraft".Ich weiß,ich träume, aber nur so wüssten diese,was ihre Entscheidungen mitunter anrichten. MfG

Heidemarie Heim | Fr., 8. Mai 2026 - 12:23

Hier und da eine kleine Unterlassungserklärung,den versemmelten Datenschutz bezüglich Beklagten einfach offline stellen und den schwarzen Peter geflissentlich weiter schieben,und sich darauf verlassen,dass der seiner ohnehin Existenz beraubte keine Kraft,Geld und Mut mehr hat sich durchzuklagen gegen den Staat und seine Gehilfen,die sonst bei jeder Kritik bezüglich "normaler Hilfebedürftiger",wie wir sie im TV bei RTL und anderen Sendern fröhlich in die Kamera sprechend begründen,dass Sie noch nie einen Tag ernsthaft gearbeitet haben,und auch nicht beabsichtigen dies in Zukunft zu tun, einen Aufstand machen von wegen Hass,Hetze oder menschenverachtender Äußerungen und Polarisierung der Gesellschaft!Und wie so oft stellt man sich auch in diesem Fall unterirdirsch journalistischem Aufriss und auch Versagen staatlicher
Institutionen was den Schutz u. die Unversehrtheit eines unbescholtenen Bürgers, Steuerzahlers u. Ex-AG anging, ob da nicht wieder wie üblich 2erlei Maß zum Zuge kam. MfG

Herr B. | Fr., 8. Mai 2026 - 13:07

Das ist das Ergebnis eines millionenfachen Mißbrauchs von „Sozialleistungen“ oft mit Ermutigung der Behörden. Unter Mißbrauch verstehe ich auch, Leistungen zu beanspruchen, weil man keine Lust hat zu arbeiten!

Die Wut und der Frust über die Ohnmacht gegenüber einem mittlerweile zutiefst ungerechten linken Massenumverteilungssystem, das von den hart Arbeitenden nimmt und es den Faulen gibt, stauen sich auf und entladen sich dann an solchen Fällen. Hier zu Unrecht, das ändert aber nichts an der Norm und da ist massive Kritik dringend nötig!

Allein die Bundesagentur für Arbeit hat knapp 115.000 Beschäftigte die den Steuerzahler über 8,3 Milliarden Euro/a kosten, nur für Gehälter! Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bekommt mit knapp 200 Milliarden Euro knapp 40% des Bundeshaushalts, der mit Abstand größte Posten! Davon gehen rund 55 Milliarden in Leistungen nach SGB II & SGB III!

Das System ist schwer krank, ohne Reformen stirbt es!

Es stirbt nicht. Es ist längst tot.

Todesursache: moralisch verkommen.

Ein Sozialstaat, der echte Leistungsträger nach Jahrzehnten Arbeit, Risiko, Steuern, Abgaben und geschaffenen Jobs öffentlich als „Schmarotzer“ vorführen lässt, hat jeden moralischen Anspruch verloren.

Ja, es gibt Missbrauch. Ja, es gibt falsche Anreize. Ja, die Bürokratie frisst Milliarden. Aber wer seine Wut ausgerechnet an einem Mann ablädt, der Millionen in dieses Land eingezahlt hat, bekämpft nicht das kranke System — er ist dessen Symptom.

Der Portugal-Fall zeigt nicht, dass der Sozialstaat zu großzügig ist. Er zeigt, dass er blind, bequem und feige geworden ist: hart gegen die Falschen, weich gegen die Strukturen, die ihn ruinieren.

Wenn Leistung nichts mehr zählt, sobald der Leistende selbst fällt, ist das kein Sozialstaat mehr.

Dann ist es nur noch Umverteilung ohne Moral, Verwaltung ohne Verantwortung und Empörung ohne Fakten.

Todesursache: das System ist in den letzten Jahren moralisch verkommen.

komplett nachvollziehen. Ja leider es ist so. Die "Reise nach Jerusalem" ist in diesem Land in vollem Gange. Leistungsträger werden diskreditiert, weil man selbst nichts mehr leisten mag.

Ich nenne es die kollektive Denkstörung oder die einfachste Intelligenz die sich in diesem Lande verfestigt hat. Egal wie man es nennt. Das wird vermutlich nichts mehr hier.

Hut ab wie Sie die staatlichen Institutionen vorführen. Ich hoffe Sie gewinnen letztinstanzlich vor Gericht, so das der wirtschaftliche Schaden der Ihnen entstanden ist, vollends zurück gezahlt wird. Eine Empfehlung an Sie:

Schließen Sie soweit als möglich Frieden mit sich & der Sache. Nobody told me that Life is so short. John Mayall Britischer Bluesmusiker. Es war einer seiner letzten CD´s bevor er abtreten musste. Nix für ungut. Alles Liebe & Gute für Sie. Hut ab vor Ihrer Lebens & derzeitige Leidensgeschichte. Starten Sie woanders wieder richtig durch.

Jens Böhme | Fr., 8. Mai 2026 - 16:11

1630 Euro Mietkosten und Heizung in Dresden in Ostdeutschland. Da wird jeder durchschnittliche Bürgergeld-Bezieher in Ostdeutschland neidisch.

Wären Sie Unternehmer gewesen , wäre eine solche Wohnung kein Problem. Wenn Sie dann auch daa müssten unternehmerisches Risiko eingehen, 15 Stunden Tage…..

Und eben als Unternehmer keinen Anspruch auf AG zu haben, da alleiniger Gesellschafter und alleiniger Gesellschafter.

Wer die monatliche Miete von 1.630 Euro ins Verhältnis zu den 5,2 Millionen Euro setzt, die der Betroffene allein im Zeitraum 2021 bis 2024 persönlich und über sein Unternehmen in die deutschen Sozial-, Steuer- und Abgabensysteme eingezahlt hat, merkt sehr schnell, wie absurd diese öffentliche Empörung verschoben wurde.

Rein rechnerisch könnte der Betroffene für diesen Betrag fast 266 Jahre mietfrei wohnen — oder rund 160 Jahre Bürgergeld beziehen.

Wer solche Relationen nicht zur Kenntnis nehmen kann oder will, sollte sich fragen, ob er sich nicht lieber weiter an die BILD-Erzählung klammert. Dort scheint es bekanntlich weniger auf belastbare Fakten anzukommen als auf maximale Empörung.

Bemerkenswert ist außerdem:

Das Jobcenter Dresden hat dem Mann bislang kein einziges konkretes Stellenangebot unterbreitet.

Die eigentliche Pointe des Falls liegt in der Erkenntnis, dass die Leistung des Unternehmer 25 Jahre von der Gesellschaft abkassiert wird - aber wehe er fordert etwas zurück

Lieber Portugiesischer Patient!Ein weiterer Grund für solcherart Kommentare und Reaktionen unserer Mitmenschen dürfte m.E. auch darin bestehen, dass a) die meisten Bürger gar keine Vorstellung davon haben,was es in Deutschlands Bürokratie-Monsterstaat heißt selbstständig (hatte selbst eine allerdings kleine medizinische Praxis)zu sein,geschweige ein Unternehmen mit vollem Haftungsrisiko, Verantwortlichkeit für seine Mitarbeiter und einer 60 Std.-Woche noch nebenher die "Büro-Arbeit",Dokumentationen usw. zu führen.Ein Finanzbeamter unterstellte mir z.B.,da er ja nicht wüsste,ob ich mit dem Waschpulver für die Praxiswäsche nicht auch meine Unterwäsche;) usw.Weswegen ich ihm anbot demnächst an eine Wäscherei outzusourcen u. ihm die höhere Quittung zu präsentieren!Das glaubt einem keiner mit was für Dingen man sich beschaeftigten muss! b)Auch ein Grund,Sozialneid u.eine ganz andere Fallhöhe,als z.B. in den USA etc.,wo man nach einem Scheitern nicht stigmatisiert neu starten kann. MfG