Friedrich Merz
Gibt die Richtung vor und segelt dann ganz woanders hin: Steuermann Merz / picture alliance / Chris Emil Janßen | Chris Emil Janssen

Politische Kommunikation - Der gestrandete Merz

Die Rettung des Buckelwals Timmy liefert ein Lehrstück über moderne Kommunikation: Während die Ränder klare Projekte verkaufen, verfängt sich die politische Mitte in endlosen Prozessen und Relativierungen. Friedrich Merz verpasste in seinem ersten Jahr Kanzlerschaft die „Timmy-Momente“.

Henning Beck

Autoreninfo

Henning Beck, geboren 1983, studierte Biochemie in Tübingen und wurde im Fach Neurowissenschaften promoviert. Er arbeitete an der University of California in Berkeley, hält Vorträge zu Themen wie Hirnforschung und Kreativität und ist Bestsellerautor und Kolumnist. Gemeinsam mit Quiz-Champion Sebastian Klussmann produziert er jeden Dienstag den Podcast „Das Duell der Besserwisser“. 

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Nun ist er frei! Hoffentlich, denn so ganz klar ist nicht, wo sich der geschwächte Buckelwal Timmy aktuell befindet. Der GPS-Sender ist unzuverlässig, und auch der Drohnenüberwachung entzieht sich das geschwächte Tier. Über einen Monat lang lag der Wal auf Grund, bevor er schließlich in einer privaten „Rettungsmission“ befreit und in einer der meistbefahrenen Schifffahrtsrouten entlassen wurde. 

Als gäbe es sonst keine Probleme auf der Welt, dominierte Timmy die Schlagzeilen: Ticker der Walrettung, Livestream des gestrandeten Wals, aus Übersee eingeflogene Walexperten, „Walflüsterer“ und Bergungsexperten vor Ort, ein Umweltminister, der mutmaßt, Timmy bekomme „Ärger von seiner Mutter“, weil er „falsch abgebogen“ sei. Als ich vor wenigen Tagen eine morgendliche Nachrichtensendung einschaltete, war Timmy die Top-Meldung, noch vor der aktuellen Gesundheitsreform. Dass ein Wal die Sozialstaatsreformen aus den Nachrichten verdrängt, ist ein Lehrstück moderner medialer Kommunikation. Und eine exemplarische Beschreibung der Logik, nach der politische Öffentlichkeit heute funktioniert.

Die politische Kommunikation im Social-Media-Zeitalter folgt einer einfachen Regel: erst maximal zuspitzen und dann liefern. Friedrich Merz verkörpert derzeit das Gegenteil dieses Prinzips. Er setzt Signale, nur um sie kurz darauf wieder einzukassieren. Er provoziert und relativiert. Er will führen und wirkt doch getrieben. Damit scheitert er an einer politischen Öffentlichkeit, die längst nach anderen Regeln funktioniert. Wie unter einem Brennglas wurde das bei der Rettung von Timmy deutlich. Denn Timmy lieferte das perfekte Bild: der gestrandete Wal, hilflos, monumental, emotional aufgeladen. Es ist ein Symbol, das ohne Erklärung funktioniert. Die Gesundheitsreform liefert hingegen kein Bild. Im besten Fall sieht man ein paar Geldscheine: abstrakt und austauschbar.

Ein Wal hat ein Ende – unser Sozialsystem nicht

Der Unterschied ist entscheidend: Timmy ist ein Projekt. Die Gesundheitsreform ist ein Prozess. Projekte haben einen Anfang, einen Höhepunkt und ein Ende. Auf diese Weise erzeugen sie Spannung, Aufmerksamkeit und im besten Fall ein Happy End. Prozesse hingegen sind endlos, widersprüchlich und schwer vermittelbar. Sie lassen sich kaum in einer packenden Erfolgsstory zusammenfassen. Deshalb war Timmy eine Top-Meldung in den Nachrichten. Denn ein Wal hat ein Ende – unser Sozialsystem nicht.

Timmy bot alles, was moderne Öffentlichkeit verlangt: Greifbarkeit statt Wichtigkeit, eine klare Botschaft inklusive Rettungs- und Erlösungsmotiv. Vor allem aber ein Wirksamkeitserlebnis: Für einen kurzen Moment konnte man medial erleben, dass Handeln überhaupt noch etwas bewirkt und dass es einen Unterschied macht, ob man eingreift oder nicht. In einer Welt permanenter Krisen, in denen wir uns viel zu oft ohnmächtig fühlen, ist das ein rares Gut.

Die mediale Wucht dieses Ereignisses sagt deshalb weniger über den Wal aus als über uns. Wir verlangen nach Eindeutigkeit, selbst um den Preis der Wirklichkeit. Dass die Rettung aus Tierschutzgründen von Anfang an umstritten war – geschenkt. Dass viele solcher Eingriffe langfristig scheitern, ist bekannt. Der als „Free Willy“ ausgewilderte Schwertwal Keiko überlebte nur kurze Zeit in Freiheit, weil er nie gelernt hatte, selbst zu jagen. Auch der Eisbär Knut wurde zur Projektionsfläche einer Öffentlichkeit, die weniger am Tier als an der eigenen Rührung interessiert war. Ob Timmy überlebt, ist daher fast nebensächlich. Entscheidend ist, dass er etwas liefert, was Politik immer seltener bietet: Eindeutigkeit.

Wer behauptet, er löse Probleme, muss sich daran messen lassen

In einer immer komplexeren Welt wächst nämlich nicht unsere Bereitschaft, Widersprüche auszuhalten, sondern unsere Sehnsucht nach Einfachheit und Griffigkeit. Wer diese Klarheit liefert, gewinnt – unabhängig davon, ob sie stimmt. Die politischen Ränder setzen dieses Prinzip längst um: Ein Problem wird zugespitzt und eine einfache Lösung angeboten. Je eindeutiger das Problem erscheint, desto plausibler wird die Antwort. Dass Alice Weidel derzeit als politische Alternative wahrgenommen wird, hat kaum mit der Substanz ihrer Vorschläge zu tun, sondern mit der Form ihrer Kommunikation. Sie bietet Eindeutigkeit in einer Welt, die als unübersichtlich empfunden wird. Für viele reicht das längst, denn Substanz ist optional geworden. Die Linke will einen Mietendeckel einführen, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, die AfD den Euro abschaffen, um die deutsche Wirtschaft zu stärken. Beides sind klare Projekte, allerdings ökonomisch hochproblematische Verkürzungen.

Gute Politik muss beides bieten: eine klare Benennung von Problemen und eine greifbare Lösung. Wenn Lars Klingbeil betont, dass man Probleme löse, es „aber am Ende keiner mitkriegt“, erinnert das fatal an die Endphase von Olaf Scholz‘ Kanzlerschaft. Auch Scholz beteuerte, die Regierung habe kein Erkenntnisproblem, sondern ein Kommunikationsproblem. Das ist jedoch nicht nur eine Fehleinschätzung, sondern eine bequeme Form politischer Selbstberuhigung. Denn gute Politik geht über klare Kommunikation hinaus: Wird überhaupt etwas geliefert?

Wer behauptet, er löse Probleme, muss sich daran messen lassen. Die Gesundheitsreform ist zu einem Sparprogramm geschrumpft. Die langfristige Finanzierung der Rente bleibt ein vages Versprechen. Wie man die deutsche Wirtschaft strukturell zukunftsfest macht, ist unklar. In dieser Lage wirkt der Hinweis auf unzureichende Kommunikation wie ein Ausweichmanöver. Auch Friedrich Merz argumentiert in diese Richtung („Unsere Kommunikationsstrategie ist nicht gut genug gewesen“). Doch sein Problem ist nicht nur eine falsche Kommunikation, sondern eine Frage der Haltung. Merz betreibt Politik wie einen Entwurf: Nichts ist final, alles ist widerrufbar. Mal zeichnet er ein provokantes Bild, indem er behauptet, mit Viertagewoche und Work-Life-Balance „den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten“ zu können, um dann wieder zurückzurudern und flexible Arbeitszeitmodelle zu betonen. Er steht damit zwischen allen Stühlen: zu unklar für die, die Orientierung suchen, und zu inkonsistent für die, die auf Führung hoffen. In einer Öffentlichkeit, die Klarheit belohnt, ist das tödlich.

Was medial funktioniert, ist nicht zwangsläufig das, was sachlich richtig ist

Andere haben das Prinzip verstanden. Donald Trump ist so US-Präsident geworden. Aber auch in Deutschland gibt es Politik-Profis, die verstanden haben: Wolfgang Kubicki etwa. Sein polemisches Urteil über Merz als „Eierarsch“ ist keine politische Analyse, aber immerhin eine perfekte Botschaft: klar, zugespitzt, anschlussfähig. Ob sie erfolgreich ist, wird sich noch zeigen. Wer einmal hinter den Kulissen von Politik-Talkshows gesessen hat, erkennt immer wieder das gleiche Muster: Pressesprecher suchen nicht mehr nach der besten Argumentation, sondern nach der klarsten Botschaft. Nach dem einen Satz, der sich verbreiten lässt und die Echokammern von Social Media durchdringt. Kurzum: Man sucht den „Timmy-Moment“.

Doch darin liegt die Falle. Denn Eindeutigkeit allein genügt nicht. Wer Aufmerksamkeit erzeugt, muss sie auch einlösen. Eine erfolgreiche Geschichte braucht ein gutes Ende. Wer maximale Aufmerksamkeit erzeugt und dann scheitert, verliert doppelt: inhaltlich und an Glaubwürdigkeit. Das ist die zweite Lehre von Timmy: Die Rettung folgte einer Logik der Sichtbarkeit und nicht der ökologischen Vernunft. Das dänische Umweltministerium ließ letzte Woche mitteilen, dass Walstrandungen „ein natürlich vorkommendes Phänomen“ seien und Wale daher „nicht durch menschliches Eingreifen gerettet oder gestört“ werden sollten. Tierschützer kritisierten die Walrettung aufs Schärfste, und ob er nicht schon längst in der Nordsee ertrunken ist, geschwächt von einem tagelangen Tiertransport, wissen wir momentan nicht.

Timmy wird bald vergessen sein. Die Logik, die ihn groß gemacht hat, bleibt. Hier zeigt sich das eigentliche Dilemma: Was medial funktioniert, ist nicht zwangsläufig das, was sachlich richtig ist. Und was sachlich richtig ist, lässt sich oft nur schwer vermitteln. Ein Anfang wäre es zumindest, dass man die Probleme nicht nur klar benennt, sondern auch löst. Quasi eine Timmy-Geschichte, nur diesmal mit echtem Happy End.

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Alex | Di., 5. Mai 2026 - 11:46

Ich lehne den Euro von Anfang an ab, weil er schlecht für Europa ist, ich sehe aber nicht, daß die AfD den Euro abschaffen wird. Die deutsche Industrie gehört zu den wenigen großen Profiteuren des für deutsche Verhältnisse zu schwachen Euros, die Zeche zahlt der Bürger. Die schwächelnde Industrie wird die Abschaffung verhindern, ich glaube nicht einmal an einen Nord-/Süd-Euro.

Einfache Lösungen sind i.d.R. die besten, der linke Mietendeckel ist keine Lösung, sondern eine populistische Unterdrückung der Symptome. Die Komplexität ist eine Erfindung von Politik & Medien, um den Bürger von Entscheidungen auszuschließen bzw. die eigene Entscheidungsunfähigkeit zu begründen.

Merz Hauptproblem ist, daß er für nichts und zu/hinter nichts steht, nicht einmal zu seinem eigenen Wort. Die GroKo hat auf ganzer Linie versagt, weil der feige Merz das Szepter an die linksextreme SPD übergeben hat, statt eigene Inhalte umzusetzen!

Zu dem infantilen Schwachsinn um „Timmy“ spare ich mir die Worte.

Die Abschaffung des Euros würde viele Probleme der EU lösen. Der bankrotte Süden inkl. Frankreich leidet unter dem für ihre Verhältnisse zu starken Euro. Die Bürger der wirtschaftlich stärkeren Nordstaaten finanzieren diese Schieflage über ihre Steuern quer, ohne daß dies zu einer Erstarkung der Südstaaten führt. Die deutsche Industrie profitiert vom schwachen Euro, denn sie kann „billig“ exportieren, es findet eine Umverteilung vom Bürger zur Industrie statt, ohne daß die Industrie etwas zurückgibt.

Der Mietendeckel ist ein populistischer Vorschlag der Linken, der ihre Dummheit unterstreicht und der das eigentliche Problem nicht löst, sondern massiv verschärft. Duch den Mietendeckel wird es weniger Mietimmobilien geben da es sich nicht mehr lohnt. Dadurch steigen die Mieten erst recht, ein Teufelskreis!

Die „einfache“ Lösung wäre es, das Bauen zu vereinfachen, die Anforderungen für Neubauten zu senken und Anreize für Eigentum zu schaffen! Alles Dinge die an den Grünen scheitern!

Heidemarie Heim | Di., 5. Mai 2026 - 13:45

Antwort auf von Alex

Also das die EU den Euro oder sonst was abschafft lieber Alex! Die schaffen es ja noch nicht mal seit wieviel Jahren?, ich weiss gar nicht mehr vor wie langer Zeit ich sogar an einer europaweiten Bürgerbefragung/Abstimmung teilnahm zum Thema "Sommerzeit" ,auf eine gemeinsame Zeit zu einigen!!! Wahrscheinlich werde ich noch jedes Jahr bis zu meinem Ende an den verdammten analogen Uhren in meinem Haushalt rumkurbeln oder die Fingernägel dabei ruinieren;). Soviel zu einfachen Lösungen! Und so viel ich Ihnen auch zustimme bezüglich Mietendeckel oder vereinfachtes Bauen wie es z.B. bei unseren Nachbarn in den Niederlanden modellhaft geschieht, dürfen wir getrost davon ausgehen, dass solch niederschwellige Lösungsansätze so gar nichts für unsere überqualifizierten Volksvertreter sind oder infrage kommen;). Und die einzig "echte" Anteilnahme der anderen EU-Mitglieder an unserer derzeitigen deutschen Malaise gilt wenn überhaupt unserer Liquidität als Nettohauptzahler für den Verein. MfG

ich glaube nicht daran, daß die EU irgend etwas zustande bringen kann, daß man auch nur ansatzweise vernünftig nennen könnte.

Meine Kommentare bezogen sich auf die Aussage des Artikels, daß die (extremen) Ränder „einfache“ Lösungen bieten, um Menschen zu ködern, diese „einfachen“ Lösungen aber nicht praktikabel wären. Dem stimme ich nur bedingt zu wie ich anhand meiner Beispiele darstelle, den Mietendeckel sehe ich dabei nicht als Lösung, sondern als dummen/kurzfristigen Linkspopulismus.

Auch glaube ich in keiner Weise an eine Euroabschaffung, auch wenn ich diese sehr befürworten würde, mindestens einen Nord-/Süd-Euro. Meine Argumentation bezog sich auf das Beispiel des Artikels die AfD/Weidel wolle den Euro abschaffen.

Ich sehne mich ebenfalls nach einer Abschaffung der sinnlosen Zeitumstellung, denn auch ich verfüge über diverse mechanische Uhren, die umgestellt werden wollen. Allerdings habe ich daran den Glauben verloren, die EU ist nicht einmal zu etwas derartig Banalem fähig!

Na da sind wir doch schon zwei liebe(r) Alex! Und vielleicht lag unsere mangelnde Übereinstimmung bzw. Missverständnis an meinen der heutigen schlechten Laune geschuldeten sarkastischen Schreibweise.Das mit den Rändern, Populismus der einfachen Antworten ficht mich wie viele andere inzwischen nicht mehr an. Scheint zum üblichen journalistischen Repertoire zu gehören wenn man darauf aufmerksam machen möchte, dass die politischen "Schmuddelkinder" genauso unvermögend wären wie man selbst.
Doch ein jeder nach seiner Fasson. MfG

Ingo Frank | Di., 5. Mai 2026 - 11:47

verlangt“
Falsch ! !
Was die geistig minderbemittelte, genau dahin erzogene große Teil d Öffentlichkeit verlangt …..
Wie dämlich der derzeitige woke Journalismus ist, wie oberflächlich in Teilen sarkastisch, dieser Quoten- Journalismus ist, zeigt diese Berichterstattung über den gestrandeten Wahl der es fast jeden Tag auf die Titelseiten geschafft hat.
Das hat einfach nur System nach dem Motto macht ihr sie dumm, (gemeint ist die Journaille) Ich mach sie arm ( gemeint ist der Staat) .
Die Story ist doch dermaßen aufgebläht und gepuscht, das sich mehr als das halbe Volk gedanklich mit dem Wahl beschäftigt ist, als einen Gedanken z.B. an die „Reform“ der Gesundheitswesens zu verschwenden.
So konnte es beim Pauschalbetrag unserer Gäste bleiben und alles was darüber hinaus fällig wird die die Kosten der Arztpraxentür öffnen & schließen übersteigt, der „Solidargemeinschaft“ aufoktruiert wird.
Dazu Schweigen im Qualitätsmedien Blätterwald !
MfG a d Erf. Republik
MfG a d Erf. Rep.

Heidemarie Heim | Di., 5. Mai 2026 - 13:12

Weder eine bildhafte noch sonstwie für die Galerie oder Talkshow ausgetüftelte Art von Kommunikation. Das EINZIGE was ich seitens der Regierung dieses Landes erwarte ist eine zu 100% "ehrliche" wenngleich mitunter "schonungslose" geehrter Herr Dr.Beck! Ein winziges Beispiel dafür lieferte Herr Prof. Streeck gestern Abend als Gast bei Hart aber Fair, als er durch den Moderator in die Enge getrieben bei der Frage "Warum werden die versicherungsfremden Leistungen in der GKV nur den zwangsversicherten arbeitenden Beitragszahlern, Rentnern und freiwillig Versicherten aufgebürdet und nicht wie es das Gesetz vorsieht vollständig aus Steuermitteln und somit von JEDEM erbracht?" ziemlich leise zugab, dass dafür einfach kein Geld mehr da wäre! Um gleich danach die übliche Story von "Alle Ministerien sind von Einsparungen betroffen, jeder muss seinen Teil leisten" usw.
loszuwerden. Obwohl jeder weiss, dass die Pharmaindustrie einen Teufel tut den Krankenkassen mit besseren Rabattverträgen entgegen zu kommen und auch alle anderen von Einsparungen betroffene dem St. Floriansprinzip "Verschon`mein Haus, zünd andere an" huldigen. "Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit!" wie es so schön heisst will ich aus dem Munde unserer Politdarsteller hören! Sonst nichts! Denn für dumm verkaufen kann ich mich schon selbst! MfG

Inana | Di., 5. Mai 2026 - 13:13

Nach meinem Eindruck liest sich das etwas, als wenn der Autor - bestenfalls - etwas auf die PR-Strategie unserer Politiker reingefallen ist. Ihre Politik ist eigentlich toll und v.a. "alternativlos", müsste nur besser kommuniziert werden. Nur das ist doch gerade ihre PR-Strategie. Real ist das Problem nämlich nicht, dass ihre Politik so toll und komplex ist, sondern dass sie oft für die Bürger fragwürdig ist. Darum wird sie - bewusst - kommunikativ verschleiert. Und danach erklärt man, die Leute sind eben zu blöd und müssen die Dinge "besser erklärt" kriegen.
Merz' Problem ist im Kern, dass das immer weniger zieht. Die Strategie ist zu alt, zu oft waren die Entscheidungen sichtbar zum Nachteil der Bürger und dazu kommt, dass Merz dann noch wirklich ungeschickt kommuniziert. Das ist aber nicht das eigentliche Problem.

Klaus Funke | Di., 5. Mai 2026 - 16:49

und ein großer Kanzler sein und wird doch nur eine Fußnote bleiben, mit vielen negativen Etiketten. Warum? Sein Hauptmerkmal ist die Feigheit. Er ist zu feige, um sich gegen Klingbeil und die SPD durchzusetzen. Er ist zu feige, um mit Putin direkt über ein Ende des Ukrainekrieges zu reden. Lieber stopft er dem korrupten Kiewer Regime den nimmersatten Rachen. Er ist zu feige, um sich für ein Ende des Verbrennerverbotes und für den Wiedereinstieg in die Atomkraft stark zu machen. So lang er ist, so feige ist er auch. Der schlechteste Kanzler der Bundesrepublik wird sein Markenzeichen werden. Schade. Als Tiger gestartet und als Bettvorleger vor den Füßen der SPD gelandet. Er wird die Legislaturperiode nicht mal bis zur Hälfte schaffen. Nein, er kann es nicht. Merkel hatte recht - und das ist das Schlimmste, was man zugeben muss.

Klaus Funke | Mi., 6. Mai 2026 - 09:40

Antwort auf von Klaus Funke

Ab sofort werde ich jeden meiner Kommentare mit dem Kürzel beenden: Mmw - heißt: Merz muss weg! Und ich belebe damit eine alte römische Tradition, welche der römische Senator Cato d. Ä. einführte, indem er jede Senatsrede mit dem Satz: "Cetero censeo, Cartaginem esse delendam!" - Im Übrigen meine ich, dass wir Kartago zerstören müssen - beendete. Bekannrlich fruchtete diese Masche, denn Rom har Kartago tatsächlich zerstört und die Stadt dem Erdboden gleichgemacht. Nein, es ist keine Hybris von mir, ich vergleiche mich nicht mit dem altömischen Senator Cato, es ist nur eine propagandistische Geste. Vielleicht schließen sich ein paar Foristen an. Danke schon im Voraus.

Christa Wallau | Mi., 6. Mai 2026 - 13:05

Antwort auf von Klaus Funke

hat uns ein gutes Beispiel für Überzeugungskraft gegeben, das mich schon in meiner Jugend beeindruckt hat, als ich im Geschichtsunterricht davon erfuhr.
Ich schließe mich Ihnen daher gern an, lieber Herr Funke.
Herzliche Grüße!

P. S. Kennen Sie übrigens das Magazin "CATO"? Es erscheint alle zwei Monate.
Mein Mann, unser Sohn (Germanist u. Historiker) und ich beziehen es schon länger und sind von den meisten Beiträgen sehr angetan.

Alex | Mi., 6. Mai 2026 - 13:54

Antwort auf von Klaus Funke

dem Erdboden gleich gemacht hat, bezweifle ich, für Rom war es damals aber vermutlich die richtige Entscheidung.

Was Merz angeht, so stimme ich Ihnen zu 100% zu, Merz muß weg! Eigentlich, denn was kommt nach Merz? Die Chancen auf einen Wechsel zum Guten stehen denkbar schlecht. Der wüste Wüst und der grünrote Daniel, seines Zeichens Vernichter der Pressefreiheit, stehen in den Startlöchern! Und was kommt bei der aktuellen Union außer SPD und oder Grüne als Koalitionspartner in Frage? Nichts!

Es kann also nur schlimmer werden, oder wie Poschardt es sagt, es MUSS erst noch schlimmer werden, bevor die Schlafschafe aufwachen! Die Frage ist nur, ob es dann nicht schon zu spät ist……..

unterstellt, Ambitionen aufs Kanzleramt zu haben, das kann ich mir auch sehr gut vorstellen.

Die Positionen die Spahn vertritt sind ungefähr konservativ, auch hält er nicht sonderlich viel von der „Brandmauer“. Ob man ihm trauen kann, weiß ich nicht, ich bin mir da unsicher. Aber tendenziell zeigt er in die richtige Richtung, anders als die grünlinken Irrläufer Wüst & Günter.

Zusammen mit dem Opportunist Söder kann ich mir vorstellen, daß die Union auf die AfD zugeht, Söder macht alles, von dem er glaubt, es könne ihm nutzen.

Es besteht daher evtl. noch ein klein wenig Hoffnung.

Was mich in diesem Zusammenhang sehr interessiert, ist wie sich das Tabubruchinterview mit Höcke auf das Ergebnis der AfD auswirken wird. Da sich nun deutlich gezeigt hat, daß Höcke zwar eine streng-konservative, aber ganz sicher nicht radikale Meinung vertritt, kann ich mir vorstellen, daß die AfD bald bei > 30% liegt. Irgendwann bleibt der Union nichts anderes übrig, als mit der AfD zu reden.

Sehe ich auch so. Zumal für die Union der Machterhalt immer das Wichtigste war. Also, zur Not mit der AfD, Hauptsache, man bleibt an der Macht und wenn es nur zu 47% ist. Mmw. Geht tatsächlich nur ohne Merz, vielleicht mit dem Spahn.

Jens Böhme | Di., 5. Mai 2026 - 16:57

...ist tot. Er wurde zu Tode geliebt.