Mustafa Baklan, Geschäftsführer der Suntat Europe GmbH in Mannheim (li.); Aziz Yüzer, Geschäftsführer der LY-Holding GmbH in Michelstadt (re.)
Mustafa Baklan, Geschäftsführer der Suntat Europe GmbH in Mannheim (l.); Aziz Yüzer, Geschäftsführer der LY-Holding GmbH in Michelstadt (r.) / Fotos: Markus Hintzen

Migrantische Selbstständigkeit - Schon da, aber noch nicht angekommen?

Stimmt es, dass Migranten nur Friseure, Kioske und Dönerläden aufmachen? Oder könnten sie der nächste Pfeiler des deutschen Unternehmertums werden? Die Analyse eines kaum beachteten Themas: migrantische Selbstständigkeit.

Ilgin Seren Evisen

Autoreninfo

Ilgin Seren Evisen schreibt als freiberufliche Journalistin über die politischen Entwicklungen in der Türkei und im Nahen Osten sowie über tagesaktuelle Politik in Deutschland. 

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Als Mustafa Baklan als Jugendlicher aus einem kleinen Dorf in Anatolien nach Mannheim kam, lebte er zunächst in einer Behausung für Gastarbeiter. Morgens um vier waren er und die anderen Bewohner der Unterkunft bereits unterwegs zur Arbeit. Es wurde hart gearbeitet, der Alltag war geprägt von Schichtbeginn und einem Leben zwischen zwei Welten. Sein Vater bezahlte ihm einen Deutschkurs – eine Entscheidung, die Baklan früh eine besondere Rolle innerhalb des türkischen Gastarbeitermilieus Mannheims verschaffte. 

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Chris Groll | Mo., 4. Mai 2026 - 15:22

Als ich das Bild der Mitarbeiter "Teamsitzung beim Mannheimer Unternehmen Suntat Europe GmbH" betrachtet habe, war mir alles klar. Das ist die viel gerühmte Intergration in Deutschland.

Mein erster Gedanke, als ich das Bild des Suntat-Teams sah, war, wo sind da die „Bio“-Deutschen frage ich mich? Ist das nicht Diskriminierung?

Aber so rum ist ja alles und noch viel mehr erlaubt, andersrum natürlich nicht!

Das ist ein völlig normaler Vorgang.

Ich kenne eine deutsche Informatikfirma, bei denen erst in den letzten Jahren mal Programmierer eingestellt wurden, die nicht aus der Verwandschaft des Gründers stammn, schlicht, weil niemand mehr mit den benötigten Fähigkeiten in der Familie vorhanden war.

Gerade für junge Unternehmen dürfte das Vertrauen in die eingestellten Mitarbeiter sehr wichtig sein, denn wegen des deutschen Arbeitsrechts wird man einen Schlechtleister oder Störenfried nur schwer (und meist teuer) wieder los.

Lustigerweise wird bei der AfD auch skandalisiert, dass deren Abgeordneten überwiegend Verwandte einstellen. Da sehen wir das gleiche Phänomen.

liebsten unter sich, ist auch gar kein Problem, zumindest für mich nicht. Zum Problem wird es für mich dann, wenn es von Linken zum Problem gemacht wird, allerdings selektiv, nur in eine Richtung, wir müssen, sie nicht. Das war gemeint, zumindest von mir.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo., 4. Mai 2026 - 15:48

Genauso hatte ich die Ausrichtung von Möllemanns Politik in Erinnerung.
Das ist nicht mein politischer Bereich, aber ich habe solche Schwerpunkte der FDP immer ein bisschen mitverfolgt.
Dazu würde sogar auch passen der Ausruf von Willy Brandt, etwas abgewandelt auf die migrantische Situation:
"Lassen wir bitte zusammenwachsen, was zusammengehören will und kann."
Danke für den Artikel

Alex | Mo., 4. Mai 2026 - 16:14

Die Probleme die migrantische Unternehmer haben, dürften weitestgehend die gleichen sein, vor denen nicht-migrantische Unternehmer oder solche die es werden wollen, stehen. Deutschland ist mittlerweile ein gründerfeindliches Land.

(Lebensmittel-)Großhändler sichern leider den Wohlstand nicht, was Deutschland braucht, ist High-Tech, das geht aber nicht mehr, weil dazu das Wissen fehlt, denn die Linken, die seit Jahrzehnten das Bildungssystem nach unten ziehen, haben es abgeschafft. Wissen wandert auch nicht mehr ein, weil die Rahmenbedingungen dank links zu schlecht sind.

Und wie ist die migrantische Gesamtbilanz? Viele tragen zum Wohlstand des Landes bei, das ist auch selbstverständlich, denn dazu ist jeder verpflichtet der hier lebt. Leider aber tragen viel zu viele eben gerade nicht zum Wohlstand bei sodaß die Gesamtbilanz eher schlecht sein dürfte. Aber daran sind dann natürlich die Deutschen schuld, so lese ich es im Artikel.

Sebastian Habel | Di., 5. Mai 2026 - 13:47

"Die meisten türkischen Gastarbeiter kauften damals noch ihre Lebensmittel bei einem griechischen Supermarkt in Mannheim ein". Das klingt ja, als sei das einem türkischen Gastarbeiter nicht zuzumuten. Nicht dass es dort zur Völkerverständigung kommt. Ist ja nicht so, dass es keine Konflikte zwischen Griechen und Türken gäbe, die weit über die Frage hinausgeht, ob nun das Gyros oder der Döner zuerst da war.