Ulrich Thiele
Ulrich Thiele / J. Marguier

Investigativjournalist Ulrich Thiele im Gespräch mit Clemens Traub - Cicero Podcast Politik: „Die Nord-Stream-Saboteure sind Kinder der CIA“

Ein mutmaßlicher Nord-Stream-Koordinator sitzt in Hamburg in Untersuchungshaft. Der Prozess führt in ein Geflecht aus ukrainischen Netzwerken, bis in die Schattenwelt der CIA und ins Zentrum der deutschen Politik. Im Podcast spricht Ulrich Thiele über seine hochbrisanten Recherchen.

Clemens Traub

Autoreninfo

Clemens Traub ist Cicero-Redakteur. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Future For Fridays?“ im Quadriga-Verlag (Bastei Lübbe).

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Der Fall um die Sabotage der Nord-Stream-Pipelines bleibt politisch hochbrisant – und gewinnt durch neue Recherchen weiter an Schärfe. Ein mutmaßlicher Koordinator sitzt inzwischen in Hamburg in Untersuchungshaft, während Hinweise auf internationale Verflechtungen, mögliche ukrainische Netzwerke und Geheimdienstkontakte für anhaltende Diskussionen sorgen.

Im Cicero Podcast Politik spricht Investigativjournalist Ulrich Thiele im Gespräch mit Cicero-Redakteur Clemens Traub über Hintergründe, politische Dimensionen und offene Fragen. Dabei schildert Thiele, wie offen einige der mutmaßlich Beteiligten mit der Tat umgehen. „Die Saboteure in der Ukraine […] sind sehr redewillig“, sagt er. Sie betrachteten die Aktion als „patriotischen Akt“ und seien „stolz darauf“. Diese Wahrnehmung sei in der Ukraine offenbar weit verbreitet, Kritik daran gebe es kaum.

Zugleich verweist Thiele im Gespräch mit Traub auf Kontakte zu hochrangigen Quellen in den USA, die Einblicke in mögliche Geheimdienstverbindungen ermöglicht hätten. Die Rede ist von der CIA. Entscheidend seien dabei journalistische Netzwerke gewesen: „Da braucht man Türöffner.“ 

Politisch wird der Fall zunehmend instrumentalisiert. Parteien wie AfD, BSW und SPD greifen die mutmaßliche ukrainische Beteiligung auf, um die deutsche Unterstützung für die Ukraine infrage zu stellen. Thiele betont im Gespräch, dass die Sabotage längst zu einem „großen Politikum“ geworden sei, an dem sich grundlegende außenpolitische Konfliktlinien entzünden.

Clemens Traub und Ulrich Thiele
Clemens Traub (li.) und Ulrich Thiele in der Cicero-Redaktion / J. Marguier

Das Gespräch wurde am 22. April 2026 als Video-Podcast in der Cicero-Redaktion aufgezeichnet.

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soistes | Fr., 1. Mai 2026 - 15:33

Wie das alles passieren konnte & welche Staaten mit hoher Wahrscheinlichkeit zusammen gewirkt haben.

Und welche Rolle wichtige deutsche Staatsakteure hier gespielt haben. Und weshalb gegen diese nicht ermittelt wird.

Mist ich habe jetzt schon wieder vergessen, was ich jetzt weiter schreiben wollte.

Ob das nochmal gut werden wird hier in unserem Land, bei soviel "Vergesslichkeit & Blindheit"?

Zum Glück sind wir militärisch sehr gut aufgestellt & niemand kann uns das Wasser hier reichen. Das beruhigt mich sehr.

Danke Ulrich Thiele für die sehr gute Recherche.

Manch einer wird jetzt vielleicht echauffieren das russisches Gas so beschmutzt wurde, wo wir das so dringend von denen benötigen.

Wie wäre es mit Fracking im eigenen Land? Bis zu 40 % des jährlichen Verbrauchs könnten wir selbst heben. Oder lieber doch wieder verschenken, wie den überflüssige Strom in unserem Netz?

Walter Buehler | Fr., 1. Mai 2026 - 15:47

..., dass es Herrn Thiele nicht um den Terrorakt der Sprengung einer internationalen Pipeline geht, sondern letztlich nur um die publizistische Unterstützung der ukrainischen Nationalisten, die gesprengt haben.

Bei den Fakten verlässt er sich in erstaunlich blinder Gläubigkeit ganz auf ausländische Geheimdienstler. Mit Sympathie und ohne jede Kritik referiert er ihre bunten Geschichtchen.

Für Thiele ist Kusnezow ein sympathischer ukrainischer Patriot, fromm und vorbildlich, dessen "sportliche Leistung" in der Ostsee er bewundert.

Daneben gibt er sich die größte Mühe, Selenski von jeder Verantwortung frei zu schaufeln.

Denn dieser Terrorakt (den er für berechtigt hält) darf die deutsche Hilfeleistung für die Nationalisten in der Ukraine auf gar keinen Fall beeinträchtigen. Das ist sein Ziel.
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Er predigt Sympathie für die mutigen Täter und kritisiert nur die, die den Terrorakt bestrafen wollen.

Einen solchen sympathisierenden Journalismus gab es einst auch bei der RAF.

Walter Bühler der Mann von der alten Schule der SPD. Glauben ist das neue Wissen & Russland ist gut, das Völkerrecht natürlich auch, aber nur für Russland. Habe ich noch was vergessen? Das Olaf Syndrom hat wieder zugeschlagen ;)

Es ist schon erstaunlich, wie das russische Politsystem, hier in Europa vom politischen Außenrand bewundert wird. Wir wissen ja, Wladimir ist ein "lupenreiner Demokrat". Und wenn "Gas Gerd" & "Alice im Wunderland" das sagt wird es bestimmt stimmen. Nach der SPD kommt der neue "Reimport" AFD made in Russia nach Deutschland. Weil gute Freunde kann niemand trennen & der deutsche Staat muss besonders stark mit hoher Staatsquote sein.

Da lobe ich mir Wolfgang Kubicki & die neue FDP. Der wesentlich bessere Weg für Deutschland.

Aber das ist natürlich verpönt in neuen Deutschland der Gegenwart. Weil wir Glauben als neues Wissen angesehen wird. Und dort schlägt die kollektive Denkstörung zu. Im Gaslighting. Lecker ;)

Walter Buehler | Fr., 1. Mai 2026 - 19:34

Antwort auf von soistes

... wenn ein Funktionär aus der alten Ampel-FDP, also vom innersten politischen Innenrand aus, seinen Blick rundherum in die Welt schweifen lässt, und dabei wirklich glaubt, er sitze mit der Kubicki-FDP im Nabel der Welt und ER ALLEIN wisse über alles Bescheid, wie es ist.

Es ist bedauerlich, gerade beim Themenkreis Wissen, Überzeugung und Toleranz falsch verstanden zu werden.

Aber überraschend ist es von einem derartigen Walkämpfer nicht.
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Wer in vollem Ernste glaubt, alles zu wissen, wird sowieso niemals begreifen, was Toleranz ist, und kann sie natürlich auch nicht praktizieren.

Er merkt ja nicht einmal, dass er unvermerkt selbst auf den Schienen der bolschewistischen Theorie unterwegs ist, die der eigenen Partei oder Fraktion zubilligt, immer und überall recht zu haben.

Lenin hätte wohl seine Freude daran, wenn er sehen könnte, welche absurden Revivals seine Lehre von der Partei und von ihren allwissenden Funktionären heute noch erlebt.

Walter Bühler ich billige Ihnen sehr wohl das "Timmy Syndrom" zu, Till Backhaus, der Sozialisten Papst aus Meck-Pomm, der den Weg für die "Stiftung" Nord Stream 2 mit auf den Weg gebracht hat. Da haben die Genossen tollste Arbeit geleistet, mit verantwortlich für eine größten Energiekrisen der jüngsten Vergangenheit hier in Deutschland. Plus Weitergabe von Militärgeheimnissen der Nato, über den Bergamtsleiter von Schwerin. Zusammen mit den Stasi Größen der Vergangenheit & so einigen Ministerpräsidenten von Meck-Pomm. Alle waren sie dabei die Rang & Namen in den letzten 28 Jahren in der SPD hatten. Und großer Applaus für die tollen Sozen der Neuzeit. Oder doch lieber "Bullshit"?

Ein Helmut Schmidt wäre heute bestimmt kein SPD Mitglied mehr, er wäre bestimmt zu Rechts für die Linken. So verkehrt ist die Welt das Toleranz gefordert wird, aber selbst kein Funke von dieser zu sehen ist. So ist auch manches Mitglied davon, Vorwärts nimmer, Bremsen immer.

Walter Buehler | Sa., 2. Mai 2026 - 12:55

Antwort auf von soistes

Ein walkämpfender Funktionär denkt, alle anderen Menschen müssten so sein, wie er sich das vorstellt. So ist es eben nicht.

Ich bin vor 20 Jahren aus der SPD ausgetreten, weil ich gesehen habe, dass die SPD von den Profis, von ihren Funktionären, in der Bildungspolitik auf den falschen Weg geführt worden ist.

Aber nicht nur SPD-Funktionäre haben die deutsche Demokratie in die jetzige gefährliche Lage gebracht. Die Funktionäre der CDU, CSU und auch der famosen FDP haben kräftig dazu beigetragen, bisher auch Ihr Herr Kubicki. Ich finde es aber toll, dass er jetzt im Alter merkt, welche Fehler auch von ihm gemacht worden sind.

Ich pflege Freundschaft und Gespräche mit zahlreichen Menschen, die mir sympathisch sind. Einige davon sind Mitglieder bei den Grünen, bei der SPD und bei der CDU. Ich achte ihre Überzeugungen, und ich versuche - wie von allen vernünftigen Menschen - auch von ihnen zu lernen, obwohl ich andere Überzeugungen habe.

G. Fischer | Sa., 2. Mai 2026 - 13:23

Gut, jetzt sind Details zu dem Angriff auf deutsche Infrastruktur bekannt, die bereits seit Langem vermutet wurden. Dass die Ukraine bereits seit 2005, als die Russen die alten postsowjetischen Transitbedingungen an die international übliche Preisgestaltung anpassen wollten, ein unsicherer Transitpartner wurde, ist nicht erwähnt. Dass der Bau einer direkten Pipeline zwischen Russland und Deutschland nicht als europäisches Projekt begriffen wurde, sondern alte Ressentiments gegenüber Russland und Deutschland hervorgerufen haben, tritt bei der Aufarbeitung des Angriffs auf die Pipeline offen zu Tage. Nun gut, jetzt haben wir uns um eine neue Energiepolitik und neue Abhängigkeiten bemüht. Gibt der Erfolg uns Recht?