Straße von Hormuz
Ein Schnellboot der iranischen Revolutionsgarde nähert sich in der Straße von Hormuz dem Frachtschiff Epaminondas / picture alliance / dpa / Tasnim News Agency / AP / Meysam Mirzadeh

Konflikt zwischen Iran und den USA - Trumps Krieg ohne Ausgang

Iran hält die Straße von Hormuz besetzt, Washington blockiert iranische Häfen. Wer zuerst nachgibt, verliert. Eine nüchterne Bestandsaufnahme der amerikanischen Optionen – und ein Blick auf das Dilemma, das alle anderen überlagert: die Atomfrage.

Edlund

Autoreninfo

Jan Roy Edlund ist Professor für Change Management und Reengineering an der Steinbeis-Hochschule und lehrt an der Universität St. Gallen. Der Ökonom und Staatswissenschaftler ist seit 30 Jahren im Executive Development tätig.

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Wenn Donald Trump am 22. April vor laufenden Kameras erklärte, der Iran kollabiere finanziell und verliere täglich 500 Millionen Dollar, klang das nach einem Sieger, dem nur noch die Anerkennung fehlt. Doch wer den Tonfall vom Inhalt trennt, hört etwas anderes: Ungeduld. Zwei Monate nach Beginn der Operation „Epic Fury“, der gemeinsamen amerikanisch-israelischen Luftoperation gegen iranische Atomanlagen, sitzt die Supermacht in einer Zange, die sie selbst aufgestellt hat.

Die doppelte Blockade

Seit dem 28. Februar 2026 herrscht Krieg. Die USA und Israel hatten an jenem Tag iranische Atomanlagen, Führungseinrichtungen und militärische Ziele angegriffen; bei den Schlägen kam auch der oberste Führer Ali Chamenei ums Leben. Die iranische Antwort war asymmetrisch, aber wirksam: Teheran sperrte die Straße von Hormuz – jene 39 Kilometer breite Meerenge, durch die in Friedenszeiten ein Fünftel des weltweit verschifften Öls und des Flüssigerdgases fließt. Mit Seeminen, Drohnenangriffen auf Tanker und Raketenwarnungen brachte die Revolutionsgarde den maritimen Verkehr zum Erliegen.

Am 13. April reagierte Washington mit einer eigenen Blockade. Seither befindet sich die Region in dem, was Beobachter als „doppelte Blockade“ bezeichnen: Die US-Marine kontrolliert die iranischen Häfen, Iran kontrolliert die Meerenge. Beide Seiten bluten aus, aber unterschiedlich. Für die iranische Wirtschaft ist die Situation existenziell – Schiffsverfolger schätzen, dass die Lagerkapazitäten an Land etwa 20 Tage iranischer Produktion abdecken, danach müsste die Förderung gedrosselt werden. Für die Weltwirtschaft sind die Folgen diffuser, aber teurer: hohe Energiepreise, gestörte Lieferketten, eine inflationäre Welle, die ausgerechnet jene amerikanischen Konsumenten trifft, die Trump im November wählen sollen.

Die Frage ist nicht länger, ob die USA gewinnen, sondern wie lange Iran zu leiden bereit ist – und wie viel die Welt mitleidet, bis einer nachgibt.

Vier Optionen, alle schlecht

Eskalation: Das Pentagon arbeitet laut CNN an Plänen, iranische Anti-Schiffs-Fähigkeiten in Hormuz auszuschalten und gleichzeitig zivile Infrastruktur – Raffinerien, Kraftwerke, Häfen – zu treffen, um Teheran an den Verhandlungstisch zu zwingen. Der historische Befund ist ernüchternd. Strategisches Bombardement gegen ideologisch gefestigte Regime hat selten den erhofften Effekt: Vietnam, Serbien, Irak. Bevölkerungen rücken eher hinter ihre Führung zusammen als auseinander. Hinzu kommt das Risiko vertikaler Eskalation – iranische Vergeltungsschläge gegen saudische Ölanlagen oder amerikanische Basen in Bahrain und Katar wären eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich.

Aussitzen: Die mathematisch saubere Variante. Iran hat physische Grenzen. Gemeint sind: Lagerkapazität, Devisenreserven und Versorgungsketten. Wer rechnet, sieht Teheran zuerst kapitulieren. Doch Mathematik und Politik fallen selten zusammen. Der ehemalige US-Botschafter Adam Ereli formulierte es im Gespräch mit Al Jazeera so: Iran und die Revolutionsgarden hätten einen „revolutionären Eifer“, der eine Schmerztoleranz erzeuge, die amerikanische Planer regelmäßig unterschätzten. 1980 bis 1988 hielt Iran einen Krieg gegen den Irak durch, der eine halbe Million Iraner das Leben kostete. Die Annahme, eine Marineblockade könne ein Regime brechen, das einen achtjährigen Stellungskrieg überstanden hat, ist kühn.

Diplomatie: Hier liegt das politisch dornigste Terrain. Eine ausgehandelte Lösung würde Trump zwingen, Konzessionen zu machen – entweder durch Sanktionserleichterungen, Anerkennung iranischer Souveränitätsrechte in Hormuz oder eine Wiederbelebung des 2018 von ihm selbst gekündigten Atomabkommens. Jeder dieser Schritte würde eingestehen, dass der Krieg nicht den schnellen Sieg gebracht hat, den die Administration intern wie öffentlich erwartete. Großbritannien und Frankreich haben einen Ausweg skizziert: eine multinationale Mission zur Öffnung der Straße, die Trump das Gesicht wahren ließe. Doch das hieße, die Führung an Europäer abzugeben – im Moment ein psychologisch fast unmögliches Manöver für den Präsidenten.

Status quo: Theoretisch die wahrscheinlichste Variante – und gleichzeitig auch die teuerste. Jeder Tag dieses Stillstands erodiert mehr als nur Ölpreise. Er erodiert das Petrodollar-System. Daten des globalen Rohstoff-Beobachters Kpler zeigen, dass Iran weiterhin etwa 1,7 Millionen Barrel pro Tag exportiert, größtenteils nach China, abgerechnet – nach Berichten von Lloyd’s List – in chinesischen Yuan. Was als regionaler Krieg begann, beschleunigt damit eine strategische Verschiebung, die Washington seit Jahren fürchtet: die Internationalisierung der chinesischen Währung im Energiehandel. Es ist das schleichende Gegenstück zu jener „disorderly sale of US assets“, vor der Finanzminister Scott Bessent diese Woche öffentlich warnte.

Die vier Akteure und ihre Druckpunkte

Strategische Prognosen scheitern, wenn man von rationalen Akteuren mit klaren Präferenzen ausgeht. In dieser Krise sind aber sowohl Akteure als auch Präferenzen widersprüchlich. Trump selbst operiert unter zwei sich beißenden Imperativen: Vor November muss er einen Erfolg vorweisen, gleichzeitig darf der Krieg keine amerikanischen Verluste oder hohe Benzinpreise produzieren. Diese Quadratur des Kreises erklärt das rhetorische Pendeln zwischen „der Iran kollabiert“ und „wir verhandeln“. Innerhalb seiner Administration konkurrieren Bessents Finanzdiplomatie, Vances „Restrainer“-Linie und die maximalistische Haltung des State Department.

Teheran hat seit dem Tod Ali Chameneis kein klares Entscheidungszentrum mehr. Die Revolutionsgarde, faktisch nun eine eigenständige Wirtschafts- und Militärmacht, profitiert vom Krieg. Sie kontrolliert Schmuggel, Maut in Hormuz (offenbar eine Million Dollar pro Schiff) und den Sicherheitsapparat im Inneren. Pragmatischere Kräfte um den Außenminister Abbas Araghchi würden verhandeln, haben aber kein Mandat. Wenn radikale Kräfte diese Lücke nutzen, führt das zu besagtem Szenario „Status quo“: keine Bewegung bis November, Inkaufnahme des nationalen Ausblutens als Preis für ideologische Härte.

Die Verbündeten spielen eine ambivalente Rolle. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben – bemerkenswert für ein superreiches Land – Washington um eine Dollar-Swap-Linie gebeten. Dabei handelt es sich um eine Notfall-Liquiditätslinie der Federal Reserve, um die fehlenden Dollar aus dem Ölverkauf zu kompensieren. Der Vorgang ist symbolisch wichtiger als finanziell: Er zeigt, dass selbst engste Partner sich gegen ein längeres Dollar-Beben absichern wollen. Saudi-Arabien hält sich auffallend bedeckt, und das Wall Street Journal berichtete, die VAE hätten gewarnt, sie müssten allenfalls auf den Yuan ausweichen. Diese diskrete Drohung ist der eigentliche geopolitische Hebel der Region, denn er stellt das Petro-Dollar System und damit die Vormacht der USA in Frage.

China und Russland haben keinen Anlass zur Eile. Sie kaufen iranisches Öl über die verschlungene Wege der Schattenwirtschaft mit Rabatt. Gleichzeitig sehen sie die Kapazitäten der amerikanischen Marine in einem zermalmenden Einsatz gebunden und beobachten, wie das Dollarsystem an seinen Rändern bricht. Für Peking ist die Krise eine kostenlose Lektion über die Grenzen amerikanischer Macht – und auch darüber, was eine künftige Taiwan-Operation logistisch verlangen würde. Dass Peking die Krise mit fast schon demonstrativer Gelassenheit begleitet, hat strukturelle Gründe.

China im Vorteil

Während Washington in den vergangenen zwei Jahrzehnten primär in militärische Machtprojektion investiert hat, hat China seine Energieabhängigkeit systematisch neu vermessen. Die Rohöl-Bestände erreichen nach Schätzungen der EIA und der IEA rund 1,3 Milliarden Barrel – mehr als 100 Tage Importdeckung und ein Vielfaches dessen, was die meisten Industriestaaten vorhalten. Der Verbrauch von Verkehrskraftstoffen (Benzin, Diesel, Kerosin) hat 2023 seinen Höhepunkt erreicht und sinkt seither stetig, im Wesentlichen getrieben durch Elektrifizierung: 2024 waren rund die Hälfte aller in China verkauften Neuwagen Stromer, 2025 dürften es bereits mehr als 53 Prozent sein. Die Konsequenz: Jeder weitere Krisenmonat verschiebt das Kosten-Nutzen-Kalkül der Energiewende global zugunsten erneuerbarer Lösungen, die China der Welt in hoher Dominanz anbietet (Solar 80 Prozent, Batterien, 75 Prozent, Elektroautos 70 Prozent).

Was in Brüssel und Washington als Klimapolitik diskutiert wird, ist aus Pekinger Sicht zugleich Industriepolitik mit eingebauter geopolitischer Prämie. Hinzu kommt der innenpolitische Hebel beim Hauptrivalen USA: Je länger die Meerenge blockiert bleibt, desto höher die Benzinpreise an den amerikanischen Zapfsäulen, desto schlechter Trumps Aussichten im November. Und ein geschwächter Trump wäre für Peking strategisch wohl ein günstiger Ausgang dieser Krise.

Das wahrscheinlichste Szenario

Wer die Druckpunkte zusammenzählt, kommt zu einer wenig überraschenden, unbequemen Prognose: eine Mischung aus rhetorischer Eskalation, gelegentlichen begrenzten Luftschlägen zur Demonstration und stillen Rückkanal-Verhandlungen über Oman oder Katar. Im Grunde das, was schon zwischen 2013 und 2015 im Atomabkommen ausgehandelt wurde.

Im Hintergrund werden Bessent und seine Mannschaft das Dollarsystem mit Swap-Linien an Verbündete absichern, während gleichzeitig der Druck auf Saudi-Arabien zunimmt, mehr zu fördern und die Ölpreise zu dämpfen. Trump könnte innenpolitisch ablenken und zugleich versuchen, eine begrenzte „Erfolgsmeldung“ zu inszenieren – etwa eine teilweise Wiedereröffnung der Meerenge gegen ein Gesichtswahrungs-Paket für Teheran. Ob das vor November klappt, ist offen.

Was vermutlich nicht passieren wird: ein klarer Sieg, ein klarer Frieden, ein klares Atomabkommen. Was passieren könnte: ein Halbzustand, der beiderseits als „Erfolg“ verkauft wird, während die strukturellen Verschiebungen – Yuan-Ölhandel, Diversifikation aus Dollar-Reserven, regionale Sicherheitsarchitekturen ohne die USA – leise weiterlaufen.

Die Atomfrage

All diese Berechnungen werden von einer einzigen Größe erschwert, die jede Strategie unter Zeitdruck stellt: Iran hat 440,9 Kilogramm Uran auf 60 Prozent angereichert. Das geht aus dem jüngsten Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vom 27. Februar hervor. Für Waffenfähigkeit braucht es 90 Prozent – ein Schritt, der mit fortgeschrittenen Zentrifugen vom Typ IR-6 in Wochen, nicht Jahren, möglich wäre. Das reicht rechnerisch für rund zehn Sprengköpfe.

Die Schläge vom Februar haben das Programm beschädigt, aber nicht zerstört. Die Hauptanlage in Natanz ist zu rund drei Vierteln zerstört, der tiefer gelegene Bunker in Fordow nur zu rund 30 Prozent. Vor allem aber hat die IAEA seit dem 28. Februar keinen Zugang mehr, die Überwachungskameras sind ausgeschaltet, das Siegel entfernt. Es ist die schwerste Verifikationslücke seit Beginn des iranischen Atomprogramms. Niemand kann mit Gewissheit sagen, was Iran derzeit tut.

US-Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard erklärte am 18. März, Iran reichere derzeit nicht weiter an. IAEA-Chef Rafael Grossi bestätigte das implizit. Der Bericht des Institute for International Political Studies (ISPI) hingegen zitiert Quellen in Teheran, denen zufolge Chamenei bereits im Oktober 2025 die Entwicklung miniaturisierter Sprengköpfe autorisiert habe. Welche Version stimmt, weiß nur Teheran selbst.

Daraus ergibt sich das eigentliche Dilemma der amerikanischen Strategie. Wenn Washington abwartet, riskiert es, dass Iran während der Verifikationslücke eine Atomwaffe baut. Mehrere amerikanische Geheimdienstanalysen schätzen die „break-out time“, also die Zeit bis zu einem ersten Sprengkopf, derzeit auf rund zwölf Wochen. Nach dem Standard, den Israel seit Begins Doktrin von 1981 anwendet, wäre das ein Kriegsgrund – allerdings einer, der durch das Völkerrecht nicht gedeckt ist (UN-Charta, Art. 2 Ziff. 4 und Art. 51).

Wenn Washington dagegen präventiv weiter eskaliert, droht es, eine zweite Phase des Krieges auszulösen, die alle bisher diskutierten Probleme – Ölpreise, Wahlen, Bündnisstabilität – dramatisch verschärft. Ein zweiter Faktor kommt erschwerend hinzu: Auch Bunkerbrecher haben Grenzen. Die Lagerung des angereicherten Materials soll laut Berichten tief unter Isfahan liegen – damit möglicherweise zu tief für die schwerste konventionelle Waffe der USA, die GBU-57. Hinzu kommt der Verdacht, Iran könnte sein Uran rechtzeitig vor den Anschlägen abtransportiert haben; ein Zweifel, den auch das Pentagon nach den Juni-Schlägen 2025 nicht ausräumen konnte.

Die schwerste Bombe nützt nichts, wenn sie das Falsche trifft – oder das Richtige nicht erreicht. Damit steht die Administration vor einer Wahl, die kaum Wahl ist: schnelles Eingreifen mit allen Risiken eines Krieges, der dann nicht mehr zu kontrollieren wäre. Oder strategisches Aussitzen mit der Hoffnung, dass Teheran im eigenen Interesse keine Bombe bauen würde.

Handlungszwang ohne Handlungsraum

Der amerikanische Politikwissenschaftler und Harvard-Professor Graham Allison hat in seinem Standardwerk über die Kuba-Krise von 1962 darauf hingewiesen, dass Krisen dieser Art nie durch Brüllen gelöst werden, sondern durch geheime Vereinbarungen, in denen beide Seiten genügend bekommen, um mit erhobenem Haupt nach Hause zu gehen. Kennedy bekam den Abzug der sowjetischen Raketen aus Kuba; Chruschtschow bekam, weniger öffentlich, den Abzug amerikanischer Jupiter-Raketen aus der Türkei. Es war eine Lösung der Asymmetrie: laut auf der einen Seite, leise auf der anderen. Für eine solche Architektur bräuchte es allerdings drei Dinge, die heute fehlen: einen gedächtnisstabilen Verhandlungspartner in Teheran, eine außenpolitisch disziplinierte Administration in Washington – und genug Zeit. Alle drei sind knapp.

Wahrscheinlicher als Allisons Modell ist deshalb das, was in der internationalen Politik immer geschieht, wenn keine der Seiten wirklich gewinnen kann und keine wirklich verlieren darf: das Einfrieren des Konflikts auf niedrigem Schmerzniveau. Ein „frozen conflict“ wie Korea 1953, wie Zypern 1974, wie der Donbass zwischen 2014 und 2022. Keine Lösung, aber auch keine Eskalation. Das wäre ein Erfolg im Sinne politischer Schadensbegrenzung. Und ein Versagen im Sinne strategischer Voraussicht.

Die eigentliche Lehre aus den vergangenen acht Wochen ist alt, aber unbequem: Wer einen Krieg beginnt, ohne zu wissen, wie er ihn beendet, gibt dem Gegner die Definitionsmacht über das Ende – denn am Ende gewinnt nicht, wer mehr zerstört, sondern wer länger durchhält.

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Dr. Michael Bauer | Do., 30. April 2026 - 08:55

Mir fehlt in dieser Analyse ein Abschnitt, der den Nutzen aus der Blockade für die USA beschreibt. Dieser ist ganz wesentlich. Die USA können nur gewinnen. Der Petrodollar wird durch diesen Konflikt zudem gestärkt. Die USA konnten dadurch ihre Öl- und Gasexporte massiv steigern. Im Sinne von „America First“ macht Trump alles richtig.

Thomas Veit | Do., 30. April 2026 - 10:10

Antwort auf von Dr. Michael Bauer

zutreffen... Allerdings steigen die Preise und dadurch die Inflation in den USA nach meinen Informationen weiter deutlich an..., von einem bereits relativ hohem Niveau für den US-Normalbürger ausgehend. Trump verliert dadurch deutlich weiter an Zustimmung, eines seiner Hauptwahlversprechen war die Senkung der Lebenshaltungskosten allgemein... ...

Das könnte/wird IHN wohl letztendlich zum Verlierer der Situation machen... ...?

Der Wirtschaftsraum USA gewinnt... >> Trump und MAGA als Bewegung verlieren... - Ende offen, mMn.

Jan Roy Edlund | Do., 30. April 2026 - 17:28

Antwort auf von Dr. Michael Bauer

Da bin ich inzwischen genau Ihrer Meinung. Die Sachlage ändert sich ja praktisch täglich. Und das was noch vor einigen Tagen eine grosse Sorge war, ist jetzt - offenbar durch äusserst geschicktes Verhandeln - zu einem strategischen Wettbewerbsvorteil für die USA geworden. Es geht jetzt offenbar nicht mehr um die Verhinderung, dass in Yuan gehandelt wird sondern um die Androhung, die Opec zu demontieren, um so erhöhte Förderungsmengen zu erzwingen. Und das hebelt die Zeitproblematik in bezug auf die Rohstoffe aus. Das Zeitdruck/-problem (Verifikationslücke) beim Uran bleibt.

Markus Michaelis | Do., 30. April 2026 - 12:38

Ja, da ist sicher etwas dran (wobei man nach Truman (?) den Knüppel auch ab und an zeigen muss (von allen Seiten).

Die europäische internationale Mission als Lösung ist aber glaube ich nicht ernsthaft als leise Diplomatie aufzufassen. Das ist europäisches Brüllen. Wie weite Teile der anderen Welt glauben wir noch, dass die Dollar-militärische Ordnung der USA ewig weiterlaufen würde und man nur kommentieren müsse, wo unsere universellen Superwerte nicht richtig eingehalten werden.

Klar, Trump steckt in Sackgassen, weil die Macht der USA/des Westens endlich ist (was er glaube ich mehr begriffen hat, als manche andere) und der Wähler droht. Das gilt aber auch für Europa: wir brüllen unsere universell-völker-menschenrechtliches Bild so laut in die Welt, dass die eigenen Wähler das erwarten und andere uns nicht ernst nehmen. Wie man dann mit einer sich ändernden realen Welt umgehen soll, überfordert alle.

Ich stimme Ihnen zu: Europa scheint hier wieder mal am Katzentisch zu sitzen. "Wie der Volksmund so spricht: Löwe laut gebrüllt, aber nichts dahinter." Dennoch: Die Europäer waren in der Zwickmühle: Einerseits wurden sie durch den US/Israel Vorstoss völlig überrascht. Andererseits war und ist rechtlich unterschiedlich u. unklar, ob die USA mit ihren Militärflugzeuge überhaupt während eines Krieges überhaupt auf europäischen Basen landen durften (UN Resolution 3314). Andererseits sieht der Verweis aufs Formale oft aus, als wolle man sich hinter Paragraphen verstecken. Nun gut. Das Zögern, Moralisieren und Reaktive Verhalten führt nun anscheindend dazu, dass sich die USA nicht nur aus Europa zurückziehen sondern auch die Nato bodigen. War dieser Nebeneffekt erwartet? gewollt sicher nicht.

Da im vorherigen Post kein Platz mehr war: Hier noch der Nachtrag: Und ja, zu Ihrer anderen Thematik: Die Frage ist berechtigt. Muss man den Knüppel auspacken, wenn es um Atomwaffen geht? Wann ist das Ende von Appeasement erreicht? Was wenn es diese "Weapons of Mass Distruction" gar nicht gibt.... Die Geschichte lehrt uns kritisch zu bleiben. Fragen über Fragen. Sicher ist: Es bleibt spannend :-)