Karikatur mit zwei Engländern vor Pub
Großbritanniens Zukunft: „Can ya get me a pack o’ fags, mate?“ / Illustration: ChatGPT

Anti-Rauch-Gesetz in Großbritannien - Die fürsorgliche Zweiklassengesellschaft

Das Anti-Rauch-Gesetz schafft in Großbritannien erstmals eine Generation von Erwachsenen mit unterschiedlichen Rechten, während parallel auch im Abtreibungsrecht widersprüchliche Regelungen entstehen. Politische Ziele werden zunehmend durch ungleiche Behandlung durchgesetzt.

Ingo Way

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Ingo Way ist Chef vom Dienst bei Cicero Online.

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Demnächst gibt es in Großbritannien zwei Klassen von Erwachsenen: Die einen dürfen Zigaretten kaufen, die anderen nicht. Mit dem neuen Anti-Rauch-Gesetz, dem Ober- und Unterhaus bereits zugestimmt haben – nur die Unterschrift von König Charles fehlt noch – soll allen nach 2008 geborenen Bürgern der Kauf von Tabakwaren für immer verboten werden. Das heißt: Tabakverkauf bleibt weiter legal, aber für eine bestimmte Gruppe von Volljährigen wird der Erwerb illegal sein. Im Jahr 2038 dürfte dann etwa ein 30-Jähriger Zigaretten kaufen, einem 29-Jährigen wäre das verboten. Beide müssten wahrscheinlich beim Kauf einen Altersnachweis vorlegen. Es bleibt schleierhaft, wie das praktisch durchführbar, aber vor allem, wie das mit rechtsstaatlichen Grundsätzen vereinbar sein soll.  

Die Gleichheit der Bürger vor dem Gesetz wird mit diesem Gesetz also aufgehoben. Selbstverständlich dürfte das langfristige Ziel der Labour-Regierung sein, den Verkauf von Tabakprodukten gänzlich zu verbieten – irgendwann soll überhaupt niemand mehr Tabak kaufen dürfen, dann würden wieder alle Bürger gleich behandelt. Diesem Ziel nähert man sich nun mit einer Salamitaktik: Erst einmal sind lediglich alle soeben volljährig Gewordene betroffen; deren Zahl ist überschaubar, deren Proteste wären zu vernachlässigen. Eine Lobby hätten sie auch wohl kaum – wer würde sich schon politisch für das Recht von 18-Jährigen auf Zigaretten einsetzen wollen? Und wenn nach und nach die Anzahl derjenigen in der erwachsenen Bevölkerung zunimmt, denen der Erwerb von Tabakprodukten aufgrund ihres Geburtsdatums untersagt ist, wird aus der Politik mit Sicherheit der Vorschlag kommen, dass man dann doch aus Gründen der Praktikabilität den Verkauf nikotinhaltiger Produkte gänzlich verbieten sollte. Der Nanny-Staat läuft sich heiß.

Ein wahrer ethischer und rechtlicher Verrenkungsakt

Anscheinend ist es ein neuer Trend in der britischen Gesetzgebung, Bürger für Gleiches ungleich zu behandeln. Im März dieses Jahres stimmte das Oberhaus einer Gesetzesänderung zu, die das Unterhaus bereits im vergangenen Jahr beschlossen hatte. Es geht darin um eine Änderung der Crime and Policing Bill. Die Änderung sieht vor, Abtreibungen bis in den neunten Schwangerschaftsmonat zu entkriminalisieren. Bislang ist eine Abtreibung in Großbritannien bis zur 24. Schwangerschaftswoche, also in den ersten sechs Monaten, zwar rechtswidrig, aber straffrei. Frauen und Ärzten, die eine Schwangerschaft nach Ablauf der 24-Wochen-Frist abbrechen, drohte bisher Strafverfolgung.  

Dies soll nun geändert werden. Dabei bleibt die bisherige Abtreibungsgesetzgebung weiterhin in Kraft, lediglich die betroffene Frau soll im Falle einer Spätabtreibung nicht mehr bestraft werden. Ärzte und anderes medizinisches Fachpersonal, die eine Abtreibung außerhalb des gesetzlichen Rahmens durchführen, könnten allerdings weiterhin strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Ein wahrer ethischer und rechtlicher Verrenkungsakt: Spätabtreibung bleibt weiterhin illegal, bestraft werden sollen aber nur noch die Ärzte, die einen solchen Eingriff vornehmen, während die Frau, auf deren Wunsch der Arzt überhaupt erst tätig wird, straffrei bleibt.

Abschied vom Common Sense

Großbritannien hat keine geschriebene Verfassung und auch kein eigentliches Verfassungsgericht. Die Befugnisse des Supreme Court sind eingeschränkt, er kann zum Beispiel nicht einfach parlamentarisch beschlossene Gesetze für nichtig erklären. Das hat den Vorteil, dass es nicht möglich ist, per Verbandsklage Urteile zu erzwingen, die weite Politikfelder, vor allem in der Klima- und der Migrationspolitik, der demokratischen Entscheidungsfindung entziehen. Es hat aber auch den Nachteil, dass das Oberste Gericht keine Gesetze kassieren kann, die offenkundig die rechtliche Gleichheit der Bürger in eklatanter Weise verletzen. 

Bisher hat die Orientierung an den Prinzipien von Common Sense und Common Law in der britischen Gesetzgebung solche Exzesse verhindert. Das funktioniert, solange Freiheit, Selbstbestimmung und Gleichheit vor dem Gesetz zum unverhandelbaren Wertefundament einer Gesellschaft gehören. Erodiert dies, ist es auch mit der Rechtssicherheit vorbei.

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Achim Koester | Fr., 24. April 2026 - 10:36

Auf Tabak so hohe Steuern ansetzen, das z.B. das Militär oder die Sozialleistungen allein davon bezahlt werden können .
Der Regierung ist alles andere doch sowieso egal.

Thomas Hechinger | Fr., 24. April 2026 - 11:03

„Wer würde sich schon politisch für das Recht von 18-Jährigen auf Zigaretten einsetzen wollen?“

Ich!

Als lebenslänglicher Nichtraucher habe ich es begrüßt, daß das Rauchen an öffentlichen und halböffentlichen Orten, wenn andere belästigt oder geschädigt werden, verboten wurde. Auch Kinder und Jugendliche sind vor den Gefahren des Tabakkonsums zu schützen.
Jeder Erwachsene hat aber das Recht, seinen Weg ins Grab selbst zu bestimmen, sofern nicht Gottes Wege sowieso etwas anderes vorsehen. Heute kennt jeder das Risiko des Rauchens, und er muß selbst zwischen Genuß und möglicher Schädigung seiner Gesundheit abwägen. Es ist unerträglich, wie der Staat seine Bürger zu sterilen und folgsamen Staatssklaven erziehen will. Und mit dem Tabak fängt es nur an. Dann kommt der Zucker, der Alkohol, das Fleisch, ...

O sancte Helmut Schmidt, adiuva nos!

Es ist unerträglich, wie der Staat seine Bürger zu sterilen und folgsamen Staatssklaven erziehen will. Und mit dem Tabak fängt es nur an.

In welchem Staat leben Sie? Jemanden am Selbstmord auf Raten zu hindern ist Sklaverei? Wer bezahlt die Folgen des Raucherirrsinns? Die altruistischen Freiheitskämpfer etwa? Besuchen Sie einmal die Rehabilitationsklinik Aggertal für Gefäßkrankheiten. Dort sitzen Raucher mit abgestorbenen, blauen Gliedmaßen in Ihren Rollstühlen vor der Tür und fröhnen ihren Freiheitsrechten. (Rauchen, kein Witz)

Wollen Sie jetzt auch mit den Alkoholsüchtigen kommen, die sich in die Leberzirrhose oder gar den Tod gesoffen haben? Alkohol verbieten!

Oder mit den Fleischkonsumenten, die sich den Herzinfarkt angefressen haben? Fleisch verbieten!

Oder mit den Adipösen, die mit viel Schokolade und Softgetränken und wenig Bewegung so fett geworden sind, daß sie nicht mehr aus dem Sessel hochkommen? Zucker verbieten!

Oder mit den Jugendlichen, die sich mit ihrem Auto, gerade den Führerschein gemacht, mit überhöhter Geschwindigkeit in den Rollstuhl oder gar den Tod gefahren haben? Individualverkehr verbieten!

Nein, Sie überzeugen mich nicht. Weil es hier um eine Grundsatzentscheidung geht: Laß ich es zu, daß Menschen selbst entscheiden, welchen Gefahren sie sich aussetzen, oder greife ich ein, um einen denkbaren Schaden von vorneherein zu verhindern?

Ich selbst würde mich nie den Gefahren des Skifahrens oder Extremkletterns aussetzen. Aber andere Menschen haben daran Freude. Denen laß ich den Spaß.

ch selbst würde mich nie den Gefahren des Skifahrens oder Extremkletterns aussetzen. Aber andere Menschen haben daran Freude. Denen laß ich den Spaß.

Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Weshalb sind Drogen verboten? Genau, aus gutem Grund!

Übrigens, Selbstmord steht in Deutschland nicht unter Strafe.

Da bin ich voll bei Ihnen, habe zwar bis ca. 30 geraucht, bin aber seit knapp 50 Jahren Nichtraucher.
Der "Staat" geniert sich nicht, auf Tabak, Alkohol und andere Genussmittel teils horrende Steuern zu erheben, die zwar einen guten Teil der Folgekosten decken, aber scheinheilig, wie Politiker nun mal sind, werden die Konsumenten diskriminiert.

Klaus-Peter Götze | Fr., 24. April 2026 - 23:28

Antwort auf von Achim Koester

Mit beiden Kommentaren einverstanden. Ich habe als passionierter Pfeifenraucher gerade in den letzten Jahren so einiges an abfälligen Bemerkungen über mich ergehen lassen müssen. Gerade die Engländer machen hervorragende Tabake. Der selige Alfred Dunhill wird im Grabe rotieren. Die Welt ist verrückt. Irgendwann werden sich die Iren auch Whisky und Guinness aberziehen lassen und Sherlock Holmes in überarbeiteten Büchern Haferkekse essen, um seinen Verstand zu erweitern.

Markus Michaelis | Fr., 24. April 2026 - 12:03

Ich fände es erstmal gut, wenn alle akzeptieren, dass es hier Dinge zum Nachdenken und Entscheiden gibt, mit vielen Vor- und Nachteilen in viele Richtungen. Ich persönlich würde sagen, dass alles, was nicht die Funktion der Gesellschaft gefährdet (wie harte Rauschgifte), dem Einzelnen überlassen sein sollte. D.h. ob ich auf Berge steige, von denen ich runterfallen kann, keinen Sport treibe, ruinösen Sport treibe, mein Hirn durch Couchsitzen abbaue oder was auch immer, ist erstmal jedermanns eigene Sache. Anregungen dazu sind etwas anderes als harte Verbote. Allerdings "zwingen" wir auch alle Menschen in die Schule und haben viele andere Auflagen. Es ist also offensichtlich, dass eine Gesellschaft immer (neu) abwägt, was gefördert und was gefordert wird. Prinzipiell zulassen sollte man daher die Diskussion, denke ich.

Thomas Hechinger | Fr., 24. April 2026 - 12:31

Antwort auf von Markus Michaelis

Wenn ich die Erfahrung gemacht hätte, daß Politik in Deutschland vernunftbezogen gemacht wird, Pro und Contra abwägend gegeneinander gestellt werden und ohne Scheuklappen argumentiert und schließlich entschieden wird, würde ich Ihrem Kommentar sofort zustimmen. So ist das aber nicht. Es gibt im bestimmenden polit-medialen Komplex einen extremen Antrieb, anderen, nicht so „wachen“ Menschen die eigene Sicht aufzuzwingen und die Armen im Geiste „zum Guten zu führen“. Gerade das Thema Gesundheitsschutz wird, zwar meist ohne wissenschaftliche Belege, dafür mit umso größerer Inbrunst hergenommen, um ideologische Projekte durchzusetzen. Wenn die Bürger keinen Widerstand leisten, werden sie sich bald in einer freud- und trostlosen Republik wiederfinden. Es geht um „Wehret den Anfängen“, nicht nur um eine Sachfrage. Deswegen setze ich mich als Nichtraucher hier für die Raucher ein.

Bernd Windisch | Fr., 24. April 2026 - 13:01

Antwort auf von Thomas Hechinger

"Deswegen setze ich mich als Nichtraucher hier für die Raucher ein."

Was für ein Euphemismus! Ein schönes Beispiel für eine rhetorische Verpackung, die harmlos gar altruistisch klingt. Statt über die negativen Folgen des Rauchens zu sprechen, wird das Ganze als Frage von Fairness oder Freiheit auf die ebene persönlicher Freiheitsrechte gehievt. Rauchen ist nicht Freiheit und schon gar kein Mittel dem gängelnden Staat die Stirn zu bieten.

Selbstverständlich darf über die negativen Folgen des Rauchens gesprochen werden. In jeder zweiten Biologiestunde und jeder Gesundheitsaufklärung bei der Projektwoche der Schule wird das getan. Und da bin ich dafür. Alles andere werte ich als bösartige Unterstellung.

Sie haben einfach das Konzept der Freiheit nicht verstanden.

wissen Sie, dass Rauchen nichts mit Freiheit zu tun hat?

Brigitte Miller | Fr., 24. April 2026 - 16:28

Antwort auf von Thomas Hechinger

"Der Staat" will uns schützen, aber nur vor dem, was ihm gerade in den Kram passt und was sich eignet, Rechte einzuschränken.
Er nimmt seine Fürsorgepflicht auf so vielen Feldern n i c h t wahr, dass einem schwindlig wird.
Wer schützt den Bürger vor übergriffigen, verschwenderischen Politikern?

Bernd Windisch | Fr., 24. April 2026 - 12:48

Tabakkonsum ist hochgradig suchterzeugend und verursacht nachweislich schwerwiegende, häufig tödliche Erkrankungen. Deshalb ist es sachlich richtig, ihn nicht als Genussmittel zu behandeln, sondern als gesundheitsschädliche Droge und seinen Konsum möglichst konsequent zu reduzieren. Eine Rahmung dieser Problematik über abstrakte Freiheits- oder Gleichheitsargumente verkennt die medizinischen und epidemiologischen Realitäten.
Die in Großbritannien praktizierte Nichtkriminalisierung des legalen Erwerbs für bereits Abhängige ist aus schadensminimierender Perspektive nachvollziehbar, und besitzt keine weitergehende normative Tragweite. Hier wird etwas aufgeblasen.
Die Folgen des Tabakmissbrauches zeigen sich konkret: Ein naher Freund von mir liegt mit einem durch langjähriges starkes Rauchen verursachten Lungenkarzinom im Sterben. Es ist schwer mitanzusehen, wie er sich an jeden Moment klammert, während Krankheit und Therapie ihn gleichzeitig aufzehren.

Hätte er gewusst was ihm blüht hätte er auf die Freiheit sich auf Raten umzubringen ganz sicher verzichtet!

Ich habe bescheuerterweise selbst geraucht. Fragen Sie mich bitte nicht weshalb. Jugendliche Dummheit im Quadrat!

Einen persönlichen Fall wie den Ihres Freundes ziehen Sie heran, um zu emotionalisieren und einer Sachargumentation auszuweichen. Das zieht nicht. Ich könnte Ihnen ja ebenso den seligen Helmut Schmidt nennen, der rauchend bei Frau Maischberger saß, daß man schon glaubte, die Fenster öffnen zu müssen, wenn der Rauch aus dem Fernseher käme.

Ich könnte auch meine zwei Onkel anführen, die tatsächlich dem Alkohol verfallen waren und deswegen viel zu früh ihr Leben lassen mußten. Ich kenne aber auch die vielen andern, die bei einem runden Geburtstag oder sonst einem festlichen Anlaß gerne einem Gläschen Wein zugesprochen haben. Kultur nennt man so etwas. Sie haben die Freiheit, Alkohol zu konsumieren, genutzt, um dem Fest Stil zu geben und sich ein wenig in Stimmung zu bringen. Andere schaffen das nicht. Selbstverantwortung heißt, selbst über sein Leben zu bestimmen und die Lebensrisiken jeglicher Art selbst zu beurteilen und einzuordnen.

Man nennt das Freiheit.

"Das zieht nicht. Ich könnte Ihnen ja ebenso den seligen Helmut Schmidt nennen, der rauchend bei Frau Maischberger saß"

Nur weil jemand einen bekannten oder respektierten Namen trägt – wie Helmut Schmidt – wird ein unangemessenes (a soziales) Verhalten nicht automatisch akzeptabler.

Ich finde es gut, dass grundlegende gesellschaftliche Fragen durch gemeinsame, institutionalisierte Entscheidungsprozesse geregelt werden, anstatt dem Urteil einzelner Engstirniger überlassen zu bleiben. Das amerikanische Waffengesetz ist für mich ein Beispiel dafür, wie Liberalismus in eine problematische Richtung abgleiten kann. Jedem Hansel seine Knarre?

„könnte“ ist Konjunktiv im konjunktivischen Hilfsverb „können“. Ich tu das also gerade nicht, Helmut Schmidt, den größten Qualmer vor dem Herrn, als gelungenes Beispiel, daß Rauchen nicht schadet, vorzustellen. Vielmehr wird durch diese Argumentation Ihre Argumentation mit dem Einzelfall Ihres Freundes ad absurdum geführt. Einzelfälle sagen eben gar nichts, weder bei Ihrem Freund noch bei Helmut Schmidt.
Aber ich denke, wir sollten diese Auseinandersetzung beenden. Es ist nicht gut, wenn das „Cicero“-Forum zu einem Gefechtsfeld zweier Kontrahenten wird. Vielleicht können wir uns auf die bekannte Formel verständigen:

We agree to disagree.

Sie können gerne noch einmal antworten. Ich werde es nicht mehr tun.
Ansonsten eine gute Zeit.

Markus Michaelis | Fr., 24. April 2026 - 14:22

Der Bezug im Artikel zur Verfassung und zur Verfassungsgerichtsbarkeit ist interessant. GB hat keine Verfassung, mit auch guten Argumenten. Andererseits leisten Verfassungen viel und ohne Verfassungsgerichte können Verfassungen zahnlos werden. Jahrzehnte war dieser Streit eher akademisch, aber er ist heute wieder relevanter geworden. Ich denke, weil wir in Umbruchszeiten leben, und in Umbruchszeiten weder eine Verfassung noch ein Gericht göttliche Absolutheit haben. Wir wollen Checks&Balances, früher zB mit Staat und Kirche. Funktion und Funktionsweise von Kirche Bibel war oft in vielem sehr analog zu Verfassungsgericht und Verfassung. Genau an dieser Analogie sieht man auch die Grenzen, in denen auch Verfassungen, Verfassungsgedanken und Gerichte dazu ausbalanciert werden müssen.

Das hat jetzt mit dem Rauchen nur begrenzt zu tun - es ist, wie der Artikel anreißt, eben eine von vielen Fragen im Spannungsfeld zwischen Politik und Verfassung.

Jens Böhme | Fr., 24. April 2026 - 17:51

Das freiheitlich-westliche System löst sich in gesundem Rauch auf. Gesund sterben ist das Ziel. Freut Euch!

H. Stellbrink | So., 26. April 2026 - 10:10

Wie frei sind Entscheidungen von Menschen? Werden sie nicht wesentlich von ihrem Umfeld, ihrer Sozialisation, ihren Perspektiven beeinflusst? Ja, das ist richtig, aber wem ernsthaft an der Freiheit ist, der muss auch die Freiheit zum zerstörerischen Irrtum und Fehlverhalten hinnehmen. Die Diktatur des 21. Jahrhunderts wird nicht mit einem Bürgerkrieg kommen, sondern als Folge zunehmender fürsorglicher Belagerung durch einen Staat, der zu ihrem Besten die Bürger langsam und fortschreitend in die Zwangsjacke des erstrebenswerten Verhaltens einschnürt. Die Unterordnung der Gesellschaft unter Ziele, denen die Bürger folgen müssen, erfordert Gleichschaltung. Diese endet zwangsläufig in einer Diktatur, das klassische Dilemma linker Ideologie, die nicht durch einen mächtigen Konservatismus moderiert wird.
Dass ausgerechnet Großbritannien Freiheit und Gleichheit so bereitwillig dreingibt, lässt angesichts der machttrunkenen europäischen Elite für den Rest des Kontinents nichts Gutes erahnen.