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Sprengstoff – Der brisante Prozess um den Nord-Stream-Anschlag / Titelbild: Simon Prades

Cicero im Mai - Schockwellen

Vier Explosionen zerstörten am 26. September 2022 die Nord-Stream-Pipelines – und erschütterten Europas Politik. Bis heute bleiben zentrale Fragen offen. Neue Recherchen zeichnen nach, wer hinter dem Anschlag stehen könnte und warum der Fall politisch so brisant ist.

Alexander Marguier

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Am 26.September 2022 kam es zwischen zwei Uhr morgens und dem frühen Abend auf dem Grund der Ostsee nahe der dänischen Insel Bornholm zu vier schweren Explosionen. Sie ließen drei von insgesamt vier Strängen der Nord-Stream-Pipelines bersten und machten binnen eines Tages eine der wichtigsten Infrastrukturen zur Versorgung Deutschlands mit russischem Gas zunichte. 

Die Detonationen lösten allerdings auch politische Schockwellen aus. Denn es konnte kein Zweifel daran bestehen, dass die Anschläge im Zusammenhang mit Russlands Vollinvasion in der Ukraine verübt worden waren. Über die möglichen Urheber kam es umgehend zu wilden Spekulationen; der damalige Europaabgeordnete und heutige polnische Außenminister Radosław Sikorski, ein altgedienter Nord-Stream-Gegner, postete wenige Tage später ein Luftbild der Schadstelle und schrieb dazu folgende drei Worte: „Thank you, USA.“

Einer der Hauptverdächtigen sitzt inzwischen in einem deutschen Gefängnis, in wenigen Wochen wird gegen ihn vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht Anklage erhoben – wobei der Fall weit über strafrechtliche Fragen hinausgeht. Denn sein Name ist Serhii Kuznetsov: ein ukrainischer Staatsbürger, der das Kommando angeführt haben soll. Doch in wessen Auftrag handelte der tiefgläubige Mann, den seine eigenen Wärter mit James Bond vergleichen? 

Sollte sich herausstellen, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj höchstpersönlich hinter der Pipeline-Attacke steckt, käme dies einem politischen Erdbeben gleich: Wie würde die Bundesregierung der Bevölkerung wohl erklären können, warum man die Kiewer Regierung mit deutschem Steuergeld alimentiert, wo diese doch Sabotageakte gegen die hiesige Energieversorgung in Auftrag gegeben hat?

Mein Kollege Ulrich Thiele hat viele Monate lang zum Nord-Stream-Fall recherchiert – und dabei zahlreiche brisante Erkenntnisse zutage gefördert, die auch das Berliner Kanzleramt betreffen. Die Titelgeschichte dieser Ausgabe ist das Substrat seiner journalistischen Tiefenbohrung: Sprengstoff zum Nachlesen. Oder um einen früheren deutschen Innenminister zu paraphrasieren: Teile der Antwort auf die Frage nach den Pipeline-Drahtziehern könnten die Bevölkerung verunsichern.

 

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Achim Koester | Do., 23. April 2026 - 08:36

wird bei den "Ermittlungen" seit Anbeginn außer acht gelassen, demnach hätten die USA das bei weitem stärkste Motiv. Dass sie darüber hinaus auch über die technischen Mittel und Möglichkeiten verfügen, entkräftet den Verdacht keineswegs. Die Öffentlichkeit wrid höchst wahrscheinlich nie erfahren, was wirklich geschah.

aka die CIA, waren tief in diesen terror. Anschlag verwickelt. Selbst in diesem tendenziös geschriebenen Buch kommt das klar heraus. Abhören unter Freunden, das geht gar nicht, stimmts? Sie glauben doch nicht allen Ernstes, dass die Amis damit nichts zu tun haben? Die Ostsee ist das am stärksten überwachte Gewässer
(von wem muss man nicht erwähnen), das Nato Seemanöver unter amerik. Führung genau dort kurz zuvor hat natürlich nichts damit zu tun! Und dass Biden das angekündigt hat, war seinen hellseherischen Fähigkeiten zu verdanken? Die Amis sind und bleiben halt unsere 'Freunde', gerne kaufen wir deren Gas zum dreifachen Preis. Weil die Amus Geschäfte machen wollen, begehen sie keine Sabotage? Stimmt beinahe, allerdings haben sie dafür schon genug Kriege angezettelt, und klar, Venezuela war nicht befreundet, es ging da nur um den bösen Maduro. Jeder glaubt eben was er glauben will.

soistes | Do., 23. April 2026 - 13:36

Neue Recherchen zeichnen nach, wer hinter dem Anschlag stehen könnte und warum der Fall politisch so brisant ist.

So ist es. Ganz besonders für eine deutsche Parteiorganisation.

Wer das Buch von Herrn Thiele von 2025 liest ist bestens informiert. Es kann im Buchhandel frei zugänglich bestellt werden.

Wann heben wir endlich unsere eigenen Gasreserven? Über das TUN kommen wir ins machen!

Aber jammern hat ja auch was tolles, stimmt´s Deutschland?

Walter Buehler | Do., 23. April 2026 - 20:37

... von den Regierenden in der Ukraine so etwas wie ehrliche Dankbarkeit erwartet, und zwar für das, was von Deutschland und Europa bereits bisher geleistet worden ist?

Ich gestehe, ich erwarte das nicht.

Osteuropäische Nationalisten vom Schlage Selenskis sind nicht anders wie Nationalisten aus anderen Weltgegenden.